Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 8-9 (4.3.1931)
- Date
- 1931-03-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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die innere Einrichtung und Die Terrain- und Garteuanlagen des Altersheims in Schmargendorf zur Kenntnis genommen. Hierbei wurde von liberaler Seite bemängelt, daß bei der Einrichtung des Heims nicht mit der in der Jetztzeit besonders gebotenen Sparsamkeit vvrgegangen worden sei. Marcus legte entschiedenen Protest dagegen ein, daß in diesem Falle wiederum ein Betrag von fast 200 000 RM. ausgegeben worden ist, ohne das' im voraus die Zustimmung der Repräsentanten-. Versammlung eingetzolt wurde. Er stimme gegen die nachträgliche Genehmigung, da er das neuerdings übliche Prinzip, nach dem die Repräscntantenversammluug nur zu bereits erfolgten Ausgaben ibre Zustirnurung zu geben stabe, nicht weiter tolerieren könne. Aufruf der arabischen Exekutive zum anlijüdischen Boykott Die arabische Erekutive verössentlichl einen Ausruf an die arabische und mohammedanische Welt, in dein die Mo bammedaner aufgcsordert werden, sich zu vereinigen und sich einzig und allein aus die eigene Kraft zu verlassen. In dem Ausruf wird gegen MaeTonald der Borwurf erhoben, daß er die Rechte der Inden erweitert und aufs Rene sie dem arabischen Volk gegebenen feierticijen Versprechungen gebrochen habe. Ter Regiernngsbries habe endgültig gezeigt, daß n'cht länger (Gerechtigkeit von seiten der britischen Regierung er wartet werden kann. MacTonald habe den letzten Rest des Vertrauens der Araber zerstört. Schließlich tverden in dein Ausruf die Araber Syriens und des Irak ausgefordert, sich dem Boykott gegen die Juden anzuschließen und ihn durchzufiihren, bis die große jüdische (Gefahr endgültig beseitigt sei. Veröffentlichung der Dreyfus-Geheimakten Das französische Außenministerium, das sich bisher nachdrücklich geweigert hat, in die im Archiv des Ministeriums befindlichen Akten zur Affäre Dreysus Einsicht zu gewähren, hat sich nunmehr ans Grund von Vorstellungen, die die Liga für Menschenrechte bei Briand erhoben hat, entschlossen, die Archive zu öffnen. Es wird erwartet, daß die in diesen Archiven befindlichen Dokumente im Zusammenhang mit Enthüllungen auf Grund der kürzlich erfolgten Oeffnung der russischen Archive Licht in die bisher unklar gebliebenen Seiten der Dreyfus-Assäre gebracht werden wird. 75 jähriges Zubiläum der liberal' reformistischen Gemeinde in Washington Anläßlich des 75 jährigen Bestandes der liberal reformistischen Gemeinde von Washington (Washington Hebrew Kongregation) und des 27 jährigen Jubiläums Rabbi Abranr Simons als Haupt der Gemeinde fand irr der Synagoge der Washington Hebrew Congregation ein Festgottesdienst statt, an dem u. a. hohe geistliche Würdenträger verschiedener christlicher Konfessionen, und zwar der Bischof der Episcopal-Kirche James E. Freemann, der Bischof der Methodisten-Kirche Dr. William F. MacDowell und der Pastor der unitarischen Kirche von Washington Dr. Ulysses G. B. Pjerce leilnahmen. Präsident Hoover hat an die Congregation anläßlich ihres Jubiläums folgendes Schreiben gerichtet: Mit tiefem Interesse erfahre ich, daß die Washington Hebrew Congregation das Jubiläum ihres 75 jährigen Bestandes feiert und wäre Ihnen verbunden, wenn Sie der Gemeinde meine herzlichste Gratulation und besten Wünsche für weiteren Erfolg in ihrem Dienst am geistigen Leben des Volkes zmn Ansdruck bringen wollten. Rückgang der jüdischen Bevölkerung in der Schweiz Nach den soeben erschienenen „Vorläufigen Ergebnissen der eidgenössischen Volkszählung vom 1. Dezember 1930" gibt es in der Schweiz 18 478 Juden gegen 20 979 im Jahre 1920. Auf die einzelnen Kantone verteilen sie sich wie folgt: Zürich 0189, Bern 1554, Luzern 544, Uri 11, Schwyz 12, Obwalden 2, Nidwalden tt, Glarus 0, Zug 46, Fribourg 113, Solothurn 152, Baselstadt 2596, Balselland 197, Schaffhausen 63, Appenzell A. Rh. 71, Appenzell J.-Rh. 4, St. Gallen 712, Graubünden 318, Aargau 623, Thurgau 194, Tessin 210, Waadt 1756, Wallis 52, Neuenburg 683, Genf 2335, In den größten Städten beträgt die Anzahl: Zürich 5 826, Basel 2586, Gens 2294, Bern 902, Lausanne 835 Juden. Tie Abnahme der Juden in der Schweiz ist nach der Meinung des in Zürich erscheinenden „Israelitischen Wochenblatts für die Schweiz" bedingt durch Abwanderungen nach dem Kriege sowie durch die geringe Geburtenzahl. Synagogenbesuch christlicher Schüler — eine Vergewaltigung deutschen Geistes? Tie Israelitische Religiousgemeinde Plauen hatte vor kurzen, die höheren Schulen Plauens der Reihe nach zu einer Besichtigung der Synagoge eingeladen. Tabci klärte Prediger Hermann Lehrer mit» Schüler gleichzeitig über den jüdischen Gottesdienst und das jüdische Sittengesch aus, wofür ihm seitens der Schulleitungen wärmstens gedankt wurde. Im Sächsischen Landtage richtete die nationalsozialistische Fraktion an die Regierung die Anfrage, ob sie den Besuch der Synagoge in Plauen durch Lehrer und Schüler verschiedener höherer Schulen billige, ob sie bereit sei, eine eingehende Untersuchung über den Vorfall anzustellen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, und was sie zu tun gedenke, um die „deutsche Jugend vor derartigen geistigen Vergewaltigungen zn schützen". Tr. Fritsch führte zur Begründung der Anfrage ungefähr aus: Ausgerechnet im Vogtland und in Plauen, der „Brutstätte" des Nationalismus, habe das Judentum den Kamps gegen diesen durchführen wollen. Groß war das Erstaunen der Schüler und Lehrer, als Hennann plötzlich nach der Besichtigung eineinhalb Stunden lang eine Rede hielt, die eine einzige Verherrlichung des Judentums darstellte. Die Besichtigung war nicht freiwillig, sondern Zwang. Wir Nationalsozialisten verlangen, daß die deutschen Schüler und die deutschen Schulen den Schutz genießen, den sie beanspruchen können. Für den Ministerpräsidenten antwortete Ministerialdirektor Tr. Woelcker: Der Prediger Heimann der Synagoge Plauen, dessen drei Söhne das Realgynmasium besuchen, hatte sich gelegentlich dem Rektor dieser Schule gegenüber bereit erklärt, Lehrern und Schülern einmal die Synagoge zu zeigen nutz zu erklären. Daraus habe der Rektor festgestellt, daß bei Lehrern und Schülern Interesse für einen Besuch der Synagoge vorhanden sei und dies dem Prediger mitgeteilt. Eine Einladung für andere Zeitpunkte sei auch an die Direktionen der übrigen höheren Schulen ergangen. Tie Teilnahme war völlig in das Belieben der Lehrer und Schüler gestellt: es wurde keinerlei Druck ausgeübt. Bei der Besichtigung ist nach den vorliegenden Berichten der Schulleitungen auch nichts gesagt worden, was als eine Herabsetzung der christlichen Gottesanschauung oder eines christlichen Glaubensgebotes hätte aufgefaßt werden können. Das Ministerium kann den Schulleitungen keinen Vorwurf machen. Sie sind auf die Einladungen eingegrngen, weil sie glaubten, die Besichtigung werde für den Unterricht von Nutzen sein. Irgendwelche politischen oder weltanschaulichen Gesichtspunkte haben dabei nicht mitgespielt. »»»»» ' < > y ' > :: *:: :: * Uns den Gemeinden +♦♦»♦♦♦♦ ♦++♦♦♦♦♦»♦♦ ■» ♦♦♦♦»♦< Berlin. (A m t s j u l> i l ä u m.) Dr. Sigmund Feist, der Leiter des Reicheuheimschen Waisenhauses der Jüdischen Gemeinde Berlin, beging am 1. März sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Feist ist neben seiner pädagogischen Tätigkeit als Sprachforscher lveit über Deutschland hinaus bekannt und geschätzt. Ec ist der Verfasser eines „Gotischen Wörterbuches" und einer „Geschichte der deutschen Sprache", und ist Herausgeber der Jahresberichte für gernianische Philologie. Tr. Feist trieb auch Forschungen auf dem Gebiete der Rassensiinde, sehr bekannt ist sein Buch „Stammeskunde der Inden". Dr. Feist ist langjähriges Mitglied der Liberalen Organisation und hat die liberale Bewegung durch aktivste Mitarbeit stets unterstützt. Wir wünschen dem Jubilar noch viele fruchtbare Arbeitsjahre. Berlin. (A u s s ch n ß s i tz u n g d e s A l l g e irt r i u c n Den! •- s ch c n K a n t o r e n--V e r b a n d e s.) In Berlin fand die alljährlich fällige Borstandssitzung des Allgemeinen Deutschen Kantoren- Berbandes (Bereinigung jüdischer Kantoren) statt. Der Vorsitzende des Verbandes, Oberkantor Kornitzcr-Hamburg, cröfsnetc die Tagung mit einem Tätigkeitsbericht, demzufolge im letzten Jahre die Arbeit des Ausschusses sich nach zivei Richtungen hin zn orientieren hatte: 1. im Sinne der Versöhnung der starken Gegensätze, wie sie ans der letzten .Hauptversammlung des Verbandes zutage getreten waren, 2. im Sinne einer erhöhten Aktivität zur Vollziehung der dem Verbände obliegenden Aufgaben. Die Versöhnung ist gelungen; in Bezug ans die Aufgabm des Verbandes ist, unter Außerachtlassung von internen Einzelausgaben, besonders die Herausgabe des Werkes „Schirr Simroh", eines SaminelbandcS zeitgenössischer Synagogal-Kompositionen, zn er- Ivähnen. Nach Erledigung der ersten Bercinsgeschäfte hielt Oberkantor Alt Aachen einen FortbildungSvortrag über „Das Kid-duschgebct", in welchem er, entsprechend der Forderung, das; der Borbctcr nicht nur zu singen, sondern sich auch mit dem Inhalt des Borgetragenen auseinanderzusetzen habe, seine persönliche Auffassung von den im Kidduschgebet enthaltenen Gedanken darlegke. Durch Bortrag verschiedener Vertonungen deS Kidduschgebetes (Lcwandolvski, Kornitzer, Lampet) ergänzte der Redner, von Kornitzer am Harmonium unterstützt, den Vortrag nach der musikalischen Seite hin. An den Bortrag schloß sich eine fruchtbare Diskussion, an der sich auch die erschienenen Nicht ausschnßinitglicder beteiligten. In der Nachmittagssitzung erstattete Kaiser Berlin den Kassenbericht und ein Referat über Organisationsänderung des Verbandes, die weiterer Prüfung vorbehaltcir bleibt. Rainowitz Stettin hielt ein Referat über „Liturgischen Gesangsunterricht in der Religionsschule", als dessen Ergebnis den Kantoren empfohlen wird, der Heranbildung im liturgischen Gesang ihre Aufmerksamkeit zn schenken, um dadurch bcu noüveudigcn Gemeindegesang zn fördern, Kornitzer Hamburg und Cohn-Gleiwitz wurden nack vorheriger Vereinbarting am Nachmittag der Tagung im Preußischen Kultusministerium von Herrn Ministerialrat Dr. Stalmann in Vertretung des Kultusministers Dr. Grimme empfangen nnb erreichten dort die Zusage, daß in allen Fragen der jüdischen Religion^.- gemeinschaft, welche kantorale Interessen und Funktionen berühren, ein Vertreter des KantorenverbandeS als Sachverständiger gehört werden soll. Ten Schluß der Tagung bildete ein von Alt Aachen er-- stattetes Referat über „Standesfragen", das Einhelligkeit alter in; Ausschuß des Verbundes vertretenen Richtungen darüber brachte, daß es wichtigste Aufgabe des Verbandes sei, das Verständnis der Oejfenllichkcit dafür zu erringen, daß daS Kantvrat keine Altersversorgringsanstatt für Sänger tverden dürfe, wenn diese nicht die erforderliche,; fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. Einstimmige Annahme fanden die Thesen, daß die Oeffentlichkeit endlich erkennen möchte, daß es nicht nur im Interesse des Verbandes, sondern auch im Interesse der Gemeinden liegt, wenn sie nur Kantoren anstellen, die entweder im Besitz eines Abschlnßexamens eines deutschen Lehrerseminars sind, oder seit mindestens 2 Jahren als Kantoren in dauernder fester Tätigkeit sind, oder einen Befähigungsnachweis von einer von den Landesverbänden gemeinsam mit dem Kantorenvcrband zu schaffenden Prüfnngsbehörde erbringen können. Die Oeffentlichkeit mindert selbst den Wert des jüdischen Gottesdienstes, wenn sie allein die Stimme als genügenden Ausweis erachtet. Ein gesellschaftliches Zusammensein mit den Ortskollegen von Groß-Berlin bildete den Schluß der Tagung. Braunschtveig. (S ch ä ch t v c r b o t a n g e n o m m e n.) Im RcchtsauSschnß des Braunschweigischen Landtage» wurde der nationalsozialistische Antrag, das betäubungslose Schächten, von Schlachttiecen zu verbieten, einstimmig angenommen. Der Antrag wurde neu formuliert und lautete: das Staatsministerium lvird ersucht: 1. baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den bei der Tötung vvn Schlachttieren ein möglichst humanes Verfahren zwingend vorgeschrieben und das bctäubnngslose Schächten von Tieren verboten wird, und 2. die Reichsregiernng zn veranlassen, für das ganze Reich geltende Bestimmungen im Sinne der Ziffer 1 zu erlassen. Sokrates und Zesus > Pmi Pn's. L. B a * ti i 5! i, öciDclbt'rji. J W-rlck'.e Znstnnmcnstellung! Und ln a vuin in diesen BUi: ] lern V j Sofrnu'v war nach den historischen Schilderungen seiner! bedeute,rösten Schüler Mmoplion und Platvu das Muster! inii") etin iitni|d)iiaiee Tugenden. Tein Sitte uzersail seiner > AEcnrr Mitbürger wirkte er durch unermüdliche Belch. nnif; de: jungen und alten Balte.,enassen entgegen. Er ging ans den. Markt, in die Weri'.rülten, in die Schulen und verstrickte seine Zuhörer in moralische Gespräche. Etwas Schriftliches har er uns niefjt hintertasstn, dagegen sind wir durch Platon historisch eintvandsrei über viele Einzelln.'iten orientiert. Wir erfahren ,z. B„ das drei feindlich g.'iinutl- Männer ihn wegen Götterlengnurig und Staats, gesährlichkeil anilagien und ancst seine Verurteilung ernst Et m. Grit 85 gegen. 80 Stimmen wurde, er zmn Giftbecher ver d aminr, ben er mit .Heiterkeit leerte, über zeugt, nuem bcsts"- von Leben entgegen zu geben. Salraies' Vlstlescchchie wio Lehre, wr.genihrt durch Kr neu Schil'er Platon und weiteroZbe.nl durch Blaions Schülcr A'.chstere'es. bat da-.' menschliche Denken und Handeln nre: Ia!'rjan''.wde ---sch« nstvE bis iu unsere Tage. Einer de!' grös len lbeiecsten, y.uv Tobe verurteilt f.en 5'iaru Landsleuten, stebt vor unseren! Geiste. Während wir über das Leöeu und Wirken von Sokrates durch einwandfreie historische gstmaeu. die mit ibm lebten, unterrichtet sind, müssen die Quellen über das Leben Jesu äußerst vorsichtig beurteilt werden. Gibt es doch Falscher, die die Eristcnz Jesu überhaupt leugnen. Tie große Mehrzahl aber der Gelehrten der christlichen und indischen Religion batten an der Ueberzengung fest, daß Jesus- Leben und Wirken einwandfrei historisch rer bürgt sei. Jedenfalls aber deuten die. einzelnen Fachleute die iu Frage lammenden Qilellen in der verschiedensten Weise aus. Tie Evangelien des Matthäus, Marius. Lukas und Johannes .die als historische Quellen in allererster Linie in Betracht kommen, stimmen nicht in allen Teilen überein. Doch soll uns dies hier nur insoweit ki'nninern, als wir daraus erkennen wollen, daß. wir keinesfalls inftorische Wahrheit und Legendenbildnng scharf zu trennen oermögey. Eines steht fest: Jesus war ein Jude. Er war wie Sokrates ein Tugcndmensch ohnegleichen, ging wie Sokrates unter das Volt und Ehrte es die höchsten Tugenden achten, den Kern von der Schale unterscheiden. Taß. er mit den amtierenden Hohepriestern in Feindschaft geriet, die in der Geringaebtiing äußerer Gebräuche auch eine Staatsgefährlichieii emanntcn, iial Jesus wiederum mit Sokrates gemein. Tie Auslage ergolgte. lieber die Gerichtssistuug und Verurte-lung sind die Quellen trnederrnn unenis. Fest steht nur, dast Iesns dnrcli den römischen Landpslegcr Pilatus, der die höchste Gerichtsbarkeit ausübte, dem Kreuzestod, - einer ausgesprochen römischen Todesart , überantworte! wurde. Keinesfalls tonn von einer Alles!'.schuld dev Inden gesprochen werden. Tie werden wo bl als die eniseheidenden Ankläger | ihren Scünldauleil buben, da sie iu Jesus den RAigivusj und S;arnsienE. sahen, tvährend bei besserer Einsicht ki-' in ihn? de:: .-lüuder prabrer Tugenden in, Sinne i.n-er eigenen Letre und deren F-vrteniwicklnng bälien jenen sollen.' Das! Schicksal Sokra.ws'! Ein großer Jude wird eon seinen j Volks gen os'«'n nicht erkannt und verdmmnn. Während nur > rber bei Sv-lraws ans sich."eem tnstc-r'sch'.m Badvir ichreile:!,! ist das Fundament der I-'snsaN'sti-''! Ein es falls einheitlich, i alw miü! nun die Lebre aus ^ief r Gegennbrrstrllnng' Ist e-.- der M-n''-!ck>eit j ein als cingechllen. wif Grmcd. von Sol -rar.ck^ifl'vo durch fein eigenes Volk einen Sriechenliast! zu enl'aeben? Man hat diese Tötung als eine Irreleitung j seiner :'>cit beL.achtel. Seine Lehren konnten ja nicht gcj tötet werden: sie sind unsterblich. j Tcnigeg'müber hat die Menschheit seit zwei Jahrtausenden i bei: absolut nicht sicher verbürgten Kreuzestod von Jesus durch! die Inden /-ni: Anlaß genommen, diese mit Feuer und i Schwert zu vcrsvlgeu. Denn wir sind der festen Ueberzcnquug, daß die ricssle Wurzel des Indenhasws in dem Anteil der Juden an der Kreuzigung Jesus zu suchen ist. Wann wird man endlich lernen, daß auch hier ein irregeleiteter Volkstcil den großen Menschen in den eigenen Reihen mißranute, daß auch seine Lehren nicht am Kreuze starben, sondern im Ehristentnm und irn Judentum luciterleben nnb Gutes wirken? Bei aller religiösen Verschiedenheit im Einzelnen sollten Inde und Christ wenigstens in dieser snndamcnlalen Frage sich beherzt die Hände reichen. In der Zeit vor dem Kriege waren Anläufe in dieser Richtung zu verspüren. Deutscher Tatkraft war es aber Vorbehalten, eine Renaissance des Judenhasses aus rassischer Basis heraufzubeschwören, eine Renaissance, die der von nationalsozialistischer Seiie sonst hochgepriesene Mussolini eine Kul'turschaude nannte. Wir vermögen nicht zu weissagen, ob der Nationalsozialismus eine kurzlebige oder eine langlebige Beivegung^ sein wird, ob aus dem politisch unscharf umrissenen Programm sich vielleicht noch ein guter Kern heranskristallisiert. Davon aber sind wir überzeugt, daß er mit der .Kulturschande des Rassenantisemitismus beladen im Inland und Ausland keine dauerhaften Taterr vollbringen wird. Wenn zwei gleichwertige Gegner, wie. es iu früheren Jahrhunderten der Fall war, Religionskriege führte!?, so können wir dies verstehen, wenn wir es auch bedauern; wenn ein unterdrücktes Volk gegen einen gewaltsüchtigen. Despoten sich erhebt, so haben wir auch hierfür Verständnis; wenn mau aber eine religiöse Ntinderbeit, wie es die Juden sind, im Namen der Freiheit mißhandeln und entrechten!vill, so können wir Menschen des 20. Jahrhunderts an einen Erfolg dieses W-ahnha'ses nur glauben, wenn die ganze Welt ein einziges N'arrenhaus geworden fein lvird. Es gab zu allen Zeiten emo inner allen teonfesfionen gute und schlechte Menschen, das wird niemand bestreiten. tkuNurwidrig aber und dem finsteren Mittelalter vergleichbar find die Dogmen, die der fanatische Judenhaß hülle iu Deutschland zu verbreiten sucht. „D i e G e s c tz e setzen St r äsen für die S ch u ld i g e u fe st, ab e r sie v e r w e r s e n a u 6) de n w 11 i> c n. blinden Eifer, der in s e i n e r R a ch c S ch n l L i g e und Unschuldige z r? s a m m enwirst... I ch h alte die Arbeit unserer jetzigen Philosophen für sehr n ü tz lich ,!v e i i m an d e it Mens ch c n den Fa - nati s n! n s und die Intoleranz Vorhalte n nt u ß, u n d in e i l e s d e r M e n s ch heit n ü tz t,!v e u n in a n diese grausaincn und wilden Tollheiten bekam p s c, die unsere Vorn ä t e x zu reißenden Tieren in achte n." So stcht's geschrieben in einem Briese Friedrichs des Großen vom Dezember 1766. Und beute, nach 150 Jahren, ist es leider nicht unangebracht, hieran zu erinnern. Doch lebt in uns die sichere Zuversicht, daß der Geist der aus den Gesetzen Moses', aus den Lehren Sokrates' und Jesus' spricht, die Menschheit vor dem Rückfall in Barbarei bewahren wird.