Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 5 (4.2.1931)
- Date
- 1931-02-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2613366-2614107-2614112--3881-2621523- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
in die Tagesordnung der 1. Vorsitzende, daß Herr Dr. Schleisner nunmehr das erste Jahrzehnt seiner Tätigkeit im Vorstand der Gemeinde vollendet habe. Es folgt Beschlußfassung über die Höhe des für das Rechnungsjahr 1930/31 zu erhebenden Steuersatzes. Der Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Berliner, berichtet: Fm vorigen Jahr betrug der Satz 12 «/o. Aus Steuerrückständen aus früheren Jahren verbleiben noch etwa 40 000 Mark. Auf die Hälfte davon wird man wohl verzichten müssen, da ihre Einziehung nicht mehr möglich. Im Rechnungsjahr sind bislimg 85 o/o der im Vorjahr gezahlten Beträge eingesordert worden. Vom Steuersoll sind 30 000 Mark zu Iveirig eingegangen. Das Steuer-Ist von 1930 ist erheblich geringer als das von 1929. Gegenüber dem Voranschlag ist es gelungen, eine Ersparnis von zirka 23 000 Mark in den Ausgaben zu erzielen. Da aber die Summe der Reichseinkommensteuer der Mi-schen Zensiten stark gesunken ist, muß ein (im Verhältnis zum Vorjahr) entsprechend höherer Prozentsatz erhoben werden. Man darf hoffen, mit einem Steuersatz von 14 «> anskommen und den in-- zwischen aufgezehrten Betriebsfonds durch einen Berwaltungsbeitrag «nsfüllen zn können. Niedriger darf nicht agiert werden, da man keine Schuldenwirtschast emreißcn lassen darf. Der Vorstand hat sich diesen Vorschlag zu eigen gemacht. Namens ihrer Fraktionell erklären Herr Dammann und Herr Goldmann, daß sie sich der Notwendigkeit der vorgeschlageiien Maßnahmen nicht verschließen können. Sodann genehmigt das Kolleg einstimmig einen Steuersatz von 14 o/a. Im Namen der liberalen Fraktion spricht Herr Herzberg eingangs über Erziehung der Jugend und der Stellung von Rabbinen und Lehrern. Diese Forderungen habe die Gemeinde in ständig steigendem Maße erfüllt. Durch die Vermeidung eines Wahlkampfes hätten die Zionisten den Hauptgewinn mit einem Klus von zwei Stimmen bekommen. Die Liberalen hätten auf die absolute Majorität verzichtet. Sie hätten sich auch nicht veranlaßt gesehen, den Vorstand allein zu besetzen. Die Berliner Mahlen hätten den völligen Ausfall der Mittclparteien ergeben. Die Liberalen würden stets die Gefühle Andersdenkender achten. Sie würden wegen der finanziellen Notlage der Gemeinde die Neuschaffung von Bcamtenstellen unter allen Umstanden ablehnen. Herr .Herzberg kommt svdann auf die Wohlfahrts- 'chcbeit zu sprechen. Die Notzeit bringe ein Anrvachsen der Wohlfahrts-- «ufgaben. Eine ersprießliche Arbeit der Zentrale Jti nur dann möglich, wenn alle unnötigen Reibereien, die das Zusammenwirken mit anderen, der Wohlfahrtsstelle angcschlossenen Vereinen manchmal mit sich bringt, künftig vermieden werden. Der Arbeitsnachweis, der von verschiedenen Stellen betrieben werde, sei zu zentralisieren. Der Darlehnskasse sei neuerdings von der Negierung ein Betrag zu mäßigem Zinssatz zur Verfügung gestellt. Die Frage des Altersheims müsse einer baldigen Lösung entgegerrgesührt werden. Tie ^plctzt geführten Verhandlungen seien gescheitert. Mau müsse ein andres geeignetes Objekt finden. Einem Altersheim könne dann eine Haushaltungsschule angegliedert werden. Namens der Einheitspartei betont Herr Dr. Schleisner die Wichtigkeit des Grundsatzes, daß das Interesse an den Aufgaben der Gemeinde vor das Parteiintercsse zu stellen sei. Er bittet, daß in Zukunft die Versprechungen der Repräsentanten in gemeinsamen Sitzungen, nicht (wie jctzi) in Fraltionssitzungen erfolgen. Nur auf diese Weise könne mau in der Aussprache einen Gegner überzeugen. Es folgt die Beratung der Abgaben im Abgabenstatut. Jeder Paragraph >vird unter Berücksichtigung der von den einzelnen Frattionsdertretern eingcbrachten Abänderungsvorschläge eingehend durchberaten. Sodann wird die gesamte neue Abgabenordnung mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit angenommen. Hierauf wird über die Erhebung und Staffelung des Verwaltungsbeitrages für das Rechnungsjahr 1930/31 beraten. Aus dem Verwaltungsbeitrag fließe» der Gemeinde schätzungsweise 20—25 000 Mark zu. Nach längerer Aussprache wird ein Mindestbeitrag von 8 Mark (beztv. 4 Mark für die Ehefrau) gegen drei Stimmen angcuommen. Für das noch lausende Rechnungsjahr soll aber nur die Hälfte zur Erhebung kommen. Das Kolleg beschäftigt sich dann mit den Wahlen zum Rat des Preußischem Landesverbandes. Es wird vorgeschlagen, Herrn Dr. Schleisner wieder zu delegieren, als 1. Stellvertreter Herrn San.-Rat Dr. Frank-Altona, als 2, Stellvertreter Herrn Jacob-Äöttingen zu wählen. Nach längerer Aussprache und nachdem Herr Dr. Schleisner die gewünschte Erklärung abgegeben hat, daß er, entsprechend einer Entschließung der hannovcrschm Gemeindevertretung, für die Aufhebung des Landrabbinats eintrelen f werde, erfolgt cinstimimge Annahme des Wahlvorschlags. Damit endet gegen 11.15 Uhr nach drcieinhalbstündiger Dauer die öffentliche Sitzung. In vertraulicher Sitzung luirb über die Kürzung der Beamten- und Angestclltengehälter sowie über die Aufnahme neuer Mitglieder beraten. Kassel. (Jubiläumsfeier.) Das Lehrerkollegium der Israelitischen Volksschule hatte letzten Montag noch zu einer nachträglichen Jubiläumsfeier für den Lehrer I. Moses in den Sitzungssaal der Gemeinde eingeladen. Vertreter des Borstehcramts der Israeliten, des Schul- und Äemeindevvrstands, des Elkernbcirats un-d die Schuljugend nahmen an der Veranstaltung teil. Direktor Dr. Lazarus richtete an Lei: Jubilar, Lehrer Jos. Moses, der seit dem 1. Oktober v. Js. als sein Amtsnachfolger die Leitung der Schule übernommen hat, herzliche Worte der Würdigung seiner Tätigkeit. Er bezeichnele ihn als „Mann der Wirklichkeit und der Tat" und wünschte für sein weiteres Wirken reichen Erfolg. Als Vorsitzender des Elterivbeirats überbrachte Rechtsanwalt Seemann die Wünsche der Elternschaft. Er dankte dem Jubilar für seine der religiösen und allgemeinen geistigen Ertüchtigung und Festigung der Jugend gewidmete Arbeit und gab dem Wunsche Ausdruck, daß diese Arbeit auch künftig eine gesegnete sei. Rechtsanwalt Ta: >rr"j sprach als Vertreter des Aeltesten-Kollegiums und betonte di. auf Sachlichkeit gerichtete Eigenart des Jubilars, der in der Arbeit die Lebensaufgabe des Jugendbildners erblicke. Zum Schlüsse danke Lehrer Moses für die ihm gewidmeten freundlichen Worte und Wünsche, in denen er den Ausdruck der Sympathie erblicke, die ihn aber auch zur Fortsetzung seines Erziehungstverkes ermuntern sollten, in, Sinne der Fichteschen Worte, daß die Freude nur der Stärkung für loeitere Arbeit dienen müsse. Sprechchüre der Schülertlassen und gesangliche Dar-- bietungen des Oberkantors Witepski, der Rienzis „Gebet" und Beethovens „Die Himmel rühmen" in tresflicher und empfindungsreicher Ausdeutung vortrug, gaben der wirkungsvolle,: .Veranstaltung die angemessene Umrahmung, während die Begleitung am Harmonium von Kapellmeister M. Lion wieder mit sorgfältiger Ampassung ausgeführt wurde. Namens des Lehrerkollegiums hatte Dr. Lazarus dem Jubilar noch eine silberne Schale mit entsprechender Widmung überreicht. Kassel. (Die B e i s c tz u u g s f e i e r für Carl G o t t h e l s t.) Mittwoch Mittag wurde der Vorsitzende unserer Kasseler Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum, Verlagsdirektor Carl Äotthelft; unter außergewöhnlicher Beteiligung von Freunden und Bekannten des Entschlafenen zur letzten Ruhe geleitet. Ob-crbürgernreister Dr. Stadler, Polizeipräsident Dr. Hohenstein und andere promineine Vertreter von Behörden und Vereinen befanden sich in der Trauergemeindc. Auf Wunsch des Verstorbenen deckten nur wenige Blumen, von den nächsten Verwandten und Freunden gespendet, den Sarg. Landrabbiner Dr. Waller sprach ebenfalls auf Wunsch des Verblichenen ein kurzes Gebet, dem sich schlichte und ergreiiende Worte der Würdigung Carl Gotthelsts als Mensch und unermüdlicher Arbeiter im Berufe anschlossen. Hauptschriftleitcr Dr. Hägermann vom Kasseler Tageblatt widmete dem langjährigen Chef und Mitarbeiter herzliche Worte des Dankes. Er charakterisierte das Wesen des impulsiven, schasfenssrohcn Führers und Mitarbeiters, der mit dem Verstand und dem Herzen zugleich den Geist beeinflußt habe, der dem Inhalt seiner Zeitung zugrunde lag. Das Bermächmis des Entschlafenen, das von ihm begonnene Werk »ach den Grundsätzen, die er in aufreibender Tätigkeit bestimmte, weiterzusühren und auszubanen, werde von seinen Mitarbeitern als heiligste Pflicht betrachtet werden. Für den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sprach Dr. med. Blumenseld von der eifrigen Mitarbeit de6 Verewigten m Kampfe gegen Haß und Verleumdung. Auf hessischem Boden ausgewachsen, habe der nun Vollendete den inneren Drang in sich verspürt, für Deutschtum und Freiheit, zugleich aber auch für die Verteidigung seiner oft geschmähten Glaubensgemeinschaft mit Eifer und Nachdruck cinzutrcten. Abschiedsworte des Dankes und der rückhaltlosen Anerkennung seiner Persönlichkeit als Mitglied der Berufsorganisationen und ihrer Vertretungen riesen ihm Dr. Neueuhan, Jena, für den Verein deutscher Zeitungsverlegcr, Bezirk Mitteldeutschland, Verlagsdireklor Biedermann für die Kasseler Zeitungsrerleger und Hauptschriftleitec Walter für den Kurhessischen Presseverband nach. Sämtliche Redner betonten die hohen geistigen und persönlichen Eigenschaften Carl Gotthelsts, der auch als Vcrhandlungsgegner den Berussgenossenschaften Achtung und Anerkennung seines überzeugungstreucn und doch entgegenkommenden Verhaltens abgenötigt habe. Mitglieder der Kasseler O^ksg-ruppe des RIF. geleiteten ihren toten Kameraden zur Gruft, in die nach den Worten Dr. Vlnmenselds der von seiner Lebensbahn Ruhende, von Heimaterde saust und lind umhüllt, zum ewigen Schlummer gebettet wurde. Köln. (S ch w i e r i g k c i t e it b e i der V o r st a n d s!v a h l.) Am vergangenen Donnerstag-Abend war die Repräsentanz zu ihrer ersten Acbeitssitzuug zusammengetreten. Aus der Tagesordnung stand als einziger Punkt die Wahl des Gemeindevorstandes. Die vielen Zuhörer, die nichts von den erregten Vorverhandlungen hinter verschlossenen Türen wußten, ivaren überrascht und enttäuscht darüber, daß lediglich die liberale Fraktion anwesend war und sämtliche übrigen Parteien fehlten. Infolgedessen war die Versammlung nicht beschlußfähig nud mußte sofort geschlossen werden. Es handelt sich bei dem Konflikt um die Wahl des Vorstandsvorsitzendcn. Die liberale Fraktion hat als stärkste Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank als Kandidaten präsentiert. Die Konservativen und Zionisten sowie die Mittelparteiler lehnen ihn jedoch ab. Der Rsherige Vorsitzende, Herr Emil Blumenau, bat in der kurzen Sitzung, man möge eine friedliche Lösung suchen, da sonst die Regierung einen Kommissar ernennen werbe.- Die nächste Repräsentantenversammlnng ist am 19. Februar. Man hofft, bis dahin eine Entscheidung der liberalen Fraktion, die an Dr. Franks Kandidatur sesthält, herbeisühren zn können. Köln. (A m t s j u b i l ä u m.) Gemeinderabbiner Tr. Kober konnte am vergangenen Sabbat auf eine 25 jährige Amtszeit zurückblicken. Die große Verehrung, deren sich der Jubilar in der Gemeinde erfreut, fand ihren Ausdruck in zahlreichen herzlichen Glückwünschen. Der Vorstand hatte einen herrlichen Blumenkorb geschickt. Landsberg a. Warthe. (Reform-Gottesdienst.) Am lebten Sonntag fand in unserer Synagoge zum ersten Mal ein Gottes-- dienst nach der Litürgie der Jüdischen Reform-Gemeinde zu Berlin statt. Di« Synagoge wies mit über 300 Besuchern eine Fülle auf wie nur an den höchsten Feierlagen. Die Liturgie ist vorwiegend in deutscher Sprache gehalten; der musikalische Teil lvurdc in ganz hervorragender Weise durch das neue Schallplattenwerk der Reformgemeinde bestritten, das seine Verwendbarkeit besonders auch für Mittel- und Kleingemeinden wieder bewies. Nach der Thora-Vorlesung, die erst in hebräischer, dann in deutscher Sprache geschah, hielt Herr Prediger Dr. Karl Rosen t hat von der Berliner Reform-Gemeinde eine eindrucksvolle Predigt über die Zukunft des deutschen Judentums. Der ganze Gottesdienst übte auf alle Teilnehmer eine außergewöhnlich starke Wirkung aus. Montabaur. (Persönliches.) Das älteste Mitglied der hiesigen Gemeinde, Frau Johanna Ster», langjähriges Vorstandsmitglied des jüdischen Frauenbundes, den sie auch begründen half, ist im 84. Lebensjahre verschieden. Die Beerdigung fand unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung statt. Lehrer Zeitin hob am Grabe die Verdienste der Verewigten .um die Allgemeinheit hervor. München. (Nationalsozialistische Störung einer Vortrags von Dr. Ludwig Holländer.) Herr Dr. Ludwig Holländer, Direktor des Ceirtral-Vcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, sprach in der Zcitungswissenschaftlicheu Bereinigung an der Universität München auf Einladung der Leitung dieses Instituts über das Thema „Tie jüdische Presse Deutschlands". Er widerlegte das Schlagwort von der sogenannten jüdischen Presse und gab aufschlußreiche Darlegungen über die wirklich jüdische, d. h. von Juden für Juden und für Nichtjuden unter besonderer Betonung ihres weltanschaulichen jüdischen Charakters geschriebenen Presse. Insbesondere legte er die vom Standpunkte gesellschaftswissenschaftlicher Erkenntnis wichtige Unterscheidung des Wesens der verschiedenen jüdischen Riehtungen dar. Der Vortrag war von über 200 Personen besucht, von denen die Mehrzahl Angehörige der Hochschule tvaren. Eine Gruppe nationalsozialistischer Studenten versuchte, durch dauernde Zwischenrufe Störungen zn verursachen, hauptsächlich bei den Ausführungen des Redners über die Verbundenheit des jüdischen Lebens in Deutschland mit den allgeincincn Erscheinungen. Die Versuche scheiterten an der Sicherheit, mit der Holländer den Zwischenrusern begegnete. Ter Vorsitzende der Zcitungsivissenschastlichen Bereinigung München, Heinz Ärünbeck, mißbilligte in seinen Schlußworten das unwürdige Verhalten einzelner Kommilitonen. — Die Münchener Presse berichtet eingehend über den Vortrag. Osnabrück. (Todesfall.) In Berlin, tvo er Genesung suchte, ist der Kantor unserer Gemeinde, Herr EliaS Gittelsohn, aus dem Leben geschieden. Seit 27 Jahren hat er mit seltener Berufstreue sein Amt verwaltet und durch seine schätzenswerten Eigenschaften die Verehrung aller erworben. Stuttgart. '(Landtag und S ch ä ch t s r a g e.) Der Landtag untersucht neuerdings die Schächtsmge! In der vergangeneil Woche besichtigte eine Kommission des Wirtschafts- und Verwaltungsansschusscs neuerdings den Schlachthof und ließ sich die Methode des Schächtcns vorsühren. Der württcmbergischc Tierschutzverein hatte im Landtag vor einiger Zeit einen Antrag eingebracht, wonach das Schächten ohne vorherige Betäubung verboten werden soll. — Der jetzige Besuch hatte jedoch mit diesem Antrag insofern nichts zu tun, als der Antrag bereits abgelehnt war. — Nach Zeitungsäußenlngen hoffen trotzdem die Gegner der Schächtmechode, daß in Württemberg auch der bayrische Erlaß zustande kommt. — Vielleicht steckt irgendein wirtschaftlicher Grund dahinter, den» die Zeitung schreibt tvörtlich: Bayern hat das Schächten ohne vorherige Betäubung unlängst gesetzlich verboten. — Die Folge davor: ist, daß das bayrische Gesetz dadurch umgangen lvird, daß man in den in württembergischen Grenzgebieten gelegene» gemeindlichen Schlachthäusern schachten läßt. — Dem soll nunmehr ein Riegel vorgeschoben werden dadurch, daß auch für das Land Württemberg das betäubungslose Schächten' verboten werden soll. In dem 80 fiüh dahingeschiedenen Carl Gotthelft betrauert die Ortsgruppe Kassel der Vereinigung für das liberale Judentum einen der Begründer der Ortsgruppe und ihren ersten Vorsitzenden. Wir erinnern uns dankbar der Tätigkeit des Verstorbenen, insbesonders bei den Verhandlungen mit anderen Vereinen gelegentlich der Wahl der Gemeindeältesten. Nicht zuletzt der versöhnliche Geist, der ihn damals wie immer beseelte, hat dazu beigetragen, den Frieden in der Gemeinde zu erhalten. Wir werden in seinem Sinne Weiterarbeiten. Die Ortsgruppe Kassel der Vereinigung für das liberale Judentum Gewissenhaften Unterricht auf allen jüdischen Wissensgebieten (Religion, Geschichte, Barmizwovorbereitung etc.) vermittelt der Hörerausschuß der Hochschule für die Wissenschalt des Judentums Berlin N. 24, Artilleriestr. 14, Telefon Dl, Norden0216 Soeben erschienen: tm zweite Konferenz des UieitverDandesior religiös - liberales Judentum unm uiia ur rrogressme Jvittisn London, 19. — 2 2, Juli 193 0. Relerate—Diskussionen—Beschlösse Broschiert 310 Seiten RM 3.—, für Mitglieder zum Vorzugspreis von RM 2.— erhältlich durch Vereinigung lür das liberale Judentum E. V. Berlin SW 11, Hallesche Straße 1 Acquisiteurin, gewandt und fleißig bietet neugegründeter Sterbekassenverein guten und dauernden Verdienst. In jüdischen Kreisen gut ein geführte Damen und Herren, auch nebenberuflich, werden gesucht, Angebote unt.Nr.12 a.d.Exped.d Bl. Bebt uns Familien* Anzeigen! Aellerer unverheirateter Herr, Neues Hansa-Viertel Berlin, gibt 2 Vorderzimmer und Küche komplett ab gegen volle Verpflegung u.Wohnungslnslandhaltung. Näheres durch die Expedition dieser Zeitung. Nlr. OMonda v oruii'Uttfs-Abei dschult rivate Vorbereitun^sansifllt. Direktor Danziger Berlin. Alte JaUobsiriiße 124 maierarbeiten Renovierung von Wohnungen. Geschält slokalen Trepp«)niluren und Fassaden Robert Butheim Berlin W 50 Kulmbacher Strasse 7 B5 Barbarossa 62OH Sing akademie Dienstag, 10. Februar 8 Uhr abends Liederabend (Jiddische Volkslieder) ,o. Leo Gollanin Karten von 1 — 5 Mk. b*i Bote & Bock, Wctheim und an der Abendkasse. erststellig, auf 3 Berliner Mietsgrundstücke 06SUCUL insgesamt Mk. 120 000. —, evtl, auch in Teilbeträgen von je Mk. 40000.—. .Angebote erbeten unter W 812 an die Expedition d. Blattes. fflazzothuJazzoMhl der Vereinigten Sctiönisnher und Filehner mazzefaftriken sowie Leer. Herzog, Bern» liefert frei Haus zu Tagespreisen in alle Stadtteile Berlins u. nähere Umgebung uiw. z. siiöerstein. O 12, Oderstrasse 23. Bestellungen erbitte rechtzeitig. Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin SW. 11. — Berantwsrtlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Brun» Woyda, Berlin SW. 29. — Druck: Hermann Wegner 8c Co., Berlin-Mariendarf.