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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-01-07 · 1 (7.1.1931) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
1 (7.1.1931)
Date
1931-01-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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11. Jahrgang Rümmer 1 Wisch-Iiberale Zeitung Beilage 7. }cmat 1931 HM Umschau Zweite ft»nferen$ des Wettstudentenwerks in Senf. The««: „Die Stellung der Juden im Leben der P-lker". Das Aektstudentenwerk in Genf hat für den 13. bis 18. April 1931 nach Nyon bei Gens zu einer zweiten Konferenz zum Studium der jüdischen Frage einberufen. Das Thema lautet: „Die Stellung der Juden im Leben der Völker". An die nichtjüdischen Gruppen wendet sich das Weltstudentenwerk mit der folgenden Fragestellung: In euerem Laude existiert eine jüdische Minderheit, die in eurer besonderen Welt, nämlich der der Universität, verhältnismäßig stark vertreten ist. Sie lebt in dielen Fällen bereits seit Jahrzehnten unter euch. In Anbetracht der gegenwärtigen Auswanderungs-Schwierigkeiten ist kaum anzunehmen, selbst wenn aus beiden Seiten der Wunsch bestünde, daß sich die Zahl der jüdischen Studenten in Zukunft wesentlich vermindert. Aber viele unter euch fühlen, daß ihre Anwesenheit große Schwierigkeiten für euch verursacht. Laßt uns diese Schwierigkeiten ins Auge fassen, um sestzuftellen, welcher Art sie sind und warum sie bestehen; und laßt uns dann weiter versuchen, Mittel und Wege zu finden, die geeignet wären, diese Schwierigkeiten zu beseitigen, ohne irgend einer Seite ungerecht zu werden. Es existiert nun einmal eine jüdische Minderheit in eurem Lande. Welchen Platz in der Gemeinschaft foll fie einnehmen? Die Fragestellung an die jüdischen Gruppen lautet: Die setzten Jahre haben unter euch das Anwachsen einer großen Bewegung nationaler Regeneration, des Zionismus, bewiesen. Was bedeutet das für die große Mehrheit unter euch, die immer noch in der Diaspora leben? Die Geschichte bat euch einen besonderen Platz in der europäischen Gesellschaft angewiesen. Obwohl geographisch weit zerstreut, seid ihr professionell doch sehr konzentriert. Diese Konzentration und die besonderen Vorteile, die euch daraus zu erwachsen scheinen, haben den modernen Antisemitismus wesentlich gefördert. Aber ist es notwendig, daß ständig Konflikte zwischen euch und der Majorität bestehen? Ist es nicht möglich, einer Entwicklung der Dinge zuzuarbeiten, die euch Gerechtigkeit angedeihen läßt und andererseits die Befürchtungen der Majorität zerstreut? Auf dieser- Basis hat das Weltstudenteuwerk kompetente Nedner eingeladen, auf der Tagung, die eine Zusammenkunft van Professoren und Studenten darstellt, über die folgenden Themen zu sprechen: „Tie Bedeutung der Hochschule im nationalen Leben"; „Das jüdische Volk in selbständiger Existenz"; „Die historischen Grundlagen der gegenwärtigen Stellung des jüdischen Studenten"; „Die Stellung der Inden im modernen Leben". (Dieser Gegenstand wird in drei Abteilungen, und zwar vom politischen, wirtschaftlichen und kulturelleu Standpunkt aus, durch Referate und Korreferate von beiden Seiten behandelt werden.) Der Umfang der Tagung wurde zahlenmäßig beschränkt, um eine gründlichere Diskussion der einzelnen Fragen zu ermöglichen; die beiden Gruppen werden in gleicher Stärke vertreten sein. Gemäß den Gepflogenheiten des Weltstudentenwerkes und der ersten Tagung über die jüdische Frage werden auf dieser Konferenz keine Resolutionen gefaßt und keine Abstimmungen durchgeführt werde». Die Adresse des Studenteuwerkes ist: 13 Rue Calvin, Genf. Der Mlisemitismns in den Hschfchulm Europas. — Lin Bericht des Weltstudentenwerkes. Das Weltstudent enwerk in Gens veröffentlicht eine Mitteilung, die, nach einem Hinweis aus das Anwachsen des Hochfchulautifemitismus in letzter Zeit, u. a. besagt: Es genügt nicht daß weite Kreise sich darin einig sind, diese Ausschreitungen zu verurteilen, notwendig sind positive Maßnahmen, die dazu angetan sind, bessere Beziehungen zwischen jüdischen Studenten und ihren Bildungsgefährten innerhalb der Hochschule zu schassen. Der Antisemitismus in den Universitäten ist ein Problem, an dem nicht nur die jüdischen Studenten leiden. Die Universitäten selbst werden davon schwer betroffen, und die gedeihliche Entwicklung geistigen Lebens innerhalb der akademischen Gemeinschaft ist dadurch gefährdet. Was not tut, ist eine ruhige Prüfung der tatsächlich bestehenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Schwierigkeiten, die in der Struktur und der Stellung der jüdischen Bevölkerung begründet sind, eine leidenschaftslose Klärung der geschichtlichen Ursachen, die zum modernen Antisemitismus geführt haben. Seit dem Gründungssahr 1920 hat das Weltstndentenwerk mit den hauptsächlichsten christlichen, jüdischen und neutralen Studentenoi ganisationen in unparteiischer Weise zusannnengearbeitet, ohne sich mit der Frage des Antisemitismus im besonderen zu beschäftigen. Erst 1928 entschloß e.s sich angesichts der stetig wachsenden Spannung und der daraus entstehenden Gefährdung der Hochschule selbst, eine Zusammenkunft zwischen jüdischen und christlichen Studenten zu organisieren. Die erste Konferenz fand 1929 in Bierville (Frankreich) statt. Die Zusammenkunft ermöglichte es jüdischen und nichtjüdischen Studenten von Mittel- und Osteuropa, wie auch aus dem ruhigeren Westen, zum ersten Male, in einer Atmosphäre völliger Freiheit und Offenheit sich über ihre Gegensätze auszusvrechen. Die Arbeit mußte auch aus persönliche Beziehungen aufgebaut werden. Durch persönliche Besuche wurden Beziehungen in Deutschland, Oesterreich, Ungarn, der Tschechoslowakei, in Polen und Rumänien angeknüpft. In all diesen Ländern, wie auch in Westeuropa wurden Professoren und besondere Sachverständige zur Mitarbeit herangezogen. Der Hochschul-Antisemitismus in Deutschland. Die Abend-Ausgabe des sozialdemokratischen „Vorwärts" vom 30. Dezember bringt eine Reihe erschütternder Tatsachen über das antisemitische Treiben der nationalsozialistischen Studentenschaft an verschiedenen Hochschulen Deutschlands. Der Braunschweiger nationalsozialistische Minister Franzen hat dem sozialdemokratischen Professor Paulsen ohne Angabe von Gründen mit Ablauf des jetzigen Wintersemesters den Lehrauftrag für praktische Pädagogik an der Braunschweiger Hochschule gekündigt. Der Senat der Braunschweiger Hochschule hat einen Protest der sozialistischen Studentenschaft wegen tätlicher Angriffe und Beschimpfungen in einer allgemeinen Studentenversammlung — u. a. war eine junge Studentin geschlagen worden — ablehnend beantwortet mit der Begründung, daß es sich um eine „studentische Angelegenheit" handele. In der Stadt Oldenburg sind nach dem Wahlerfolg der Nationalsozialisten große Teile der Studierenden der Ingenieur-Akademie (Hindeuburg-Polytechnikum) in das Lager der Nationalsozialisten übergegangen. Der jetzige Rektor hat dieser Entwicklung noch dadurch Vorschub geleistet, daß er bei der Bannerweihe der Nationalsozialistischen Stndeutengruppe sich mit Nachdruck für die nationalsozialistische Bewegung emsepte. Diese Entwicklung hat nun prompt ihre Früchte getragen. In dem Allgemeinen Studenten-Ausschuß sind mit überwältigender Mehrheit, in einem Fall mit 16:2 Stimmen, mehrere Anträge angenommen worden, von denen zwei kennzeichnend für die Situation sind. Der eine Antrag fordert, daß ein Numerus Clausus für jüdische Studenten geschaffen wird, im Ausmaß von ein Prozent der Gesamtzahl der Studierenden, der andere fordert, daß sämtlichen jüdischen Studenten das Wahlrecht zum Allgemeinen Studentenausschuß entzogen wird. Die Anträge sind reine antisemitische Demonstrationen ohne praktischen Erfolg. Bei dem Rektor ist bereits.Einspruch gegen eine derartige Antragstätigkeit des Studentenausschusses, die den Satzungen widerspricht, erhoben worden. Der oldenburgische nationalsozialistische „Freiheitskämpfer" veröffentlicht die Anträge unter unter der Ueberschrift „Unsere ©lubenteu" und schließt mit dem Satz „Deutschland den Deutschen". Die Asta-Sitzungen sind in Oldenburg öffentlich: bisher war es Brauch, die anwesenden Studenten zu den zur Verhandlung stehenden Gegenständen und Anträgen sprechen zu lassen. Als nun ein jüdischer Studierender sich gegen derartige Anträge verwahrte, wurde ihm das Wort entzogen und er aus dem Saale gewiesen. Andere anwesende jüdische Studenten verließen daraufhin demonstrativ die Sitzung. Oberkanlsr^Theo^ Die israelitische Kultnsgernriude hat eineir schweren Verlust zu beklagen durch Pen Tod ihres langjährigen Borbeters und Lehrers Herrn Theodor Frankel, welcher am 30. Dezember 1930 nach schwerem Krankenlager im Alter von 57 Jahren zu Grabe getragen wurde. Erl war eine Zierde des deutschen Kantorenstandes, in dessen Berufsorganisation er jahrelang als Vorstandsmitgliedan vorderster Stelle tatkräftig und erfolgreich mitarb-eitete. Das ihm von, Seiten des Kantorenverbandes anvertraute. Archiv hat er mit besonderer Liebe und Sachkenntnis betreut. Weit über den Kreis der hiesigen Gemeinde hinaus war Theodor Fränkel im ganzen Lande beliebt und verehrt; bei den Kollegen, bei den Lehrern und Kultusbeamten mrd bei einer großen Schar von guten Freunden, die er sich nicht allein durch seine Sangeskunst, sondern durch seine vornehme und gewinnende Persönlichkeit erworben hat. In Glogau geboren als Sohn eines vortrefflichen Kantors und Lehrers, genoß er seine Ausbildung im Lehcer-, seminar in Hannover und an d«r Hochschule für Musik m Berlin. In Hannover hatte er einen vortrefflichen Gesangmeister, Oberkantor Berggrün, dem der Verblichene Zeit seines Lebens ein dankbares Andenken bewahrt hat und dessen Kompositionen er von Zeit zu Zeit gerne zum Vortrag brachte. Im Jahre 1901 kam Theodor Fränkel m>n Düsseldorf nach Nürnberg und errang durch seine schöne Stimme und treffliche Schule den Vorrang unter zahlreichen Bewerbern. Der Nürnberger Gottesdienst galt weit und breit als vorbildlich, nachdem Lewandowsly bei Einweihung der neuen Synagoge tut Jahre 1874 eine eigene Liturgie der wundervollsten Gesänge hierfür geschassten. Ter erste Kantor des Nürnberger Gotteshauses war Joses Singer ,der später als Nachfolger Sulzers nach Wien berufen wurde. Für einen jungen Mann von 28 Jahren war es nicht leicht, an einer Stelle mit so 'bedeutenden Vorgängern zu wirken. Fräutel war der richtige Manu am richtigen Platz. Er wüste den schönen Gottesdienst nicht nur auf gleicher höbe zu erhalten, sondern bat noch unablässig an dessen Vertiefung und Vollendung erfolgreich gearbeitet. Herrliche Stimmittel standen im Einklang mit Sorgfalt und Würde des Vortrages. Auch die Persönlichkeit Fräniels war ebenso vornehm und bezwingend wie seine Sangeskunft. Fränkel war erfüllt von der Heiligkeit des Amtes als Vorbeter, als Schetiach Zibbur, als den Mittler zwischen der Gemeinde und Gott. Für iyn war der Dienst im Tempel das Höchste und Heiligste; es war nicht nur die ihm von der Gemeinde anvertraute Funktion, es war ein inneres Erleben voll Tiefe, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Und ebenso tief war die Wirkung seines Gesanges und seiner Rezitation auf Beter und Hörer, welche stets dankerfüllt für den Meister das Gotteshaus verließen. Tie Tradition in Bezug aus alte Gesänge wußte der Verlebte liebevoll zu pflegen und hat die alten jüdischen Sangmeister, insbesondere Lewandolsky und Sulzer, hier stets zu hohen Ehren gebracht, ohne sich jedoch den modernen Synagogenschöpfungen ganz zu verschließen. Ebenso tüchtig und hervorragend wie als Kantor war Fränkel als Lehrer. In der Schule wußte er mit großem pädagogischen Geschick zahlreiche Schüler für die Ideale des Judentums zu erziehen. 29 Jahre chat Theodor Fränkel seines Amtes als Kantor und 'Lebrer mit vorbildlicher Pflichttreue gewaltet und er war beliebt und verehrt wie selten ein Beamter. Dies hat sich in augenfälliger Weife bei der Beerdigung kündgetan, wo die riesige Halle so voll mit Trauergästen war, wie man dies in Nürnberg noch selten erlebt hat. Vorstand und Vertretung waren nahezu vollzählig zur Stelle, ferner zahlreiche Professoren ,der Direktor, sowie sämtliche jüdischen Schüler des Realgymnasiums, eine Abordnung des Kriegerbundes des Laudsturmbataillons Nürnberg mit umflorter Fabne und fast sämtliche Mitglieder des jüdischen Frontbundes mit Orden und Ehrenzeichen. Tief ergriffen hielt Hern Rabbiner Tr. Freudenthal dem vortrefflichen Beamten, mit dem denl er fast ein Vierteljahrhundert zusammen in j>?r Gemeinde gewirkt hatte, einen bedeutsamen Nachruf, welcher mit dem Schristworte begann und ausklang: „Bedenke, vor wem Tu stelK." Noch zahlreiche Redner brachten die Verehrung und Dankbarkeit für Oberlantor Fränkel mit erg reis enden Worten zum Ausdruck. Es waren dies Kommerzienrat Jos. Auffeesser für Vorstand und Vertretung der Nürnberger Kultusgemeinde, Rabbiner Tr. Heilbronn für die Gemeindebeamten, Oberstuoiendirektor Weißmann für das Lehrer-K«llegium des Realgymnasiums, Tr. Bamberger für den batzerischen Lehrerverband und den deutschen Kantovenverband, Dr. Lob für die Maimonidesi-Loge, Julius Gras Kr dem Bund jüdischer Frontsoldaten, dessen Begründer und Vorstandsmitglied der Verlebte war. Zum Schlüsse senkte sich die Fahne des Kriegeiibundes über den Sarg und ertönten drei' Salutschüsse als Zeichen dafür, daß der Verlebte auch während der vier Jahre des Weltkrieges als Kämpfer «n der Front gestanden. Joseph Auffeesser. Aus den Gemeinden Berlin. (I « c 0 b T e i t < l - I ub il ä u m.) Am 11. Januar, 81/2 Uhr abends, findet — wie scharr mitgeteilt im Brüdervneinshaus (Kursürstenstraße 115*116) ein Empfang anläßlich bes öd. Geburtstages des Staatsrats Jacob Teibel und des 10 jährigen Bostehrns des Verbandes russischer Juden in Deutschland statt. Ben Vorsitz wird Prof. S. Dubnow führen. Außer Begrüßungsanßrrachen von Vertretern jüdischer Organisation-en ist em Programm ktnstlerischer Darbietungen vorgesehen. Franlfurt a. M. (Todesfall.) In der Reihe der ftihrenden Persönlichkeiten der Frankfurter und der deutschen Wirtschaft üdrrh«upt ist eine empfindliche Lücke entstanden, Kommerzienrat Simon Bamberger ist im Atter von 66 Jahren gestorben. Frühzeitig zeichnete er sich durch geschäftliche Tüchtigkeit und durch Organisationstalent aus, so daß er es bald zu Ansehen und Ehren brachte. Zu seiner, hohen Intelligenz gesellte sich ein liebenswürdiger Umgang mit den Menschen, der ihn zum Berater und Helfer weiter Kreise, in geschäftlichen und sozialen Dingen machte. Ein hervorragender Leiter von kommerziellen Versammlungen, ein schlagfertiger Debatter, ein humorvoller Plauderer ist mit Bamberger still geworden. Im Jahre 1832 gründete er die Fabrik sanitärer Einrichtungen in Frankfurt a. M., Niederlassungen in der Reichshauptstadt und im Ausland förderten die Ausdehnung des Unternehmens, das eines der ^ersten dieser Branche wurde. Zuletzt war Bamberger Vorsitzender des Auffichtsrats dieser Gesellschaft und zahlreicher anderer. Hamburg. (Jüdischer Sch ul verein.) Der vor 12 Jahren grgründere jüdische Schul verein, dessen Aufgabe darin besteht, für die Erteilung liberalen Religionsumenichls zu sorgen, und dessen Lehrkräfte auch der Gemeinde für den Religionsunterricht »u öffentlichen Schulen, soweit dieser bisher eingeführt ist, zur Berfügur^ stehen, ist in steigender Entwicklung begrissen. In der am 15. Dezember 193E stattgehabten Mitgliederversammlung wurde von dem Schulleiter, Rabbiner Dr. Italiener, berichtet, daß die Lehrkräst« des Vereins in der Religionsschule selbst einschließlich der ihr ungegliederten Abendkurse 160, in privaten und öffentlichen Schulen 170, insgesamt als» 38S Kinder unterrichten. Die Ergebnisse, die mit dem Unterricht erzielt sind, wurden als durchaus befriedigend bezeichnet. Bor allem wprde mit Genugtuung festgestellt, daß allmählich auch diejenigen Kreise Verständnis für die Notwendigkeit der Erteilung des Religionsunte»- richts zeigten, welche früher gleichgültig beiseite standen. Die Vrrsammlnng hatte alsdann den Vorstand und den Beirat zu wählen. Be« bisherige Vorstand, bestehend aus den Herren: Daniel Münden, Dr. Ludwig Fränkel, David Frischmann, Direktor Martin Angel, Dr. Hermann Feiner, Dr. Ernst Loewenberg und Frau Dr. A. Israel wurde wiedergewählt. Bei der Wahl des Beirats wurde äuf die Heranziehung von Eltern, deren Kinder die Religionsschule besuchen, besonderer Wert gelegt. Neben den langjährigen Mitgliedern des Beirats, den Herren Heinrich Levy, Aeopold M. Durlachrr und E. S. Samsson wurden neu gewählt die Herren: Dr. Heinrich Becher, S. Borchardt, Hans Simon und die Frauen: Julius Michaelis und Dr. Bruno Taitza. Die Rechnungsprüfer Prof. Dr. Aushäuser und Julius Levy wurden wiedergewählt. Im Anschluß an die Mitgliederversammlung fand alsdann ein gutbesuchter Elternabend statt, der von Herrn Rabbiner Dr. Italiener geleitet wurde. Nachdem von ihm ein kurzer Bericht über die Entwicklung der Religionsschule gegeben Ivar, hielt Herr Georg de Haas ein Referat über Methode und Ziel des Unterrichts im Hebräischen. Seine wertvollen Ausführungen gipfelten in der These, daß der hebräische Unterricht vor allen Dingen die Aufgabe habe, die Schüler zur Teilnahme am Gemeinde-Gottesdienst zu befähigen. Herr Tr. Alfred Beis ergänzte diese Ausführungen, indem er an .Hand von Lehrbüchern die Ziele skizzierte, welche in den einzelnen Jahrgängen erreicht werden müssen. Herr Dr. Jtaliervar erwähnte noch die im Rahmen der Religionsschule eingerichteten Förderabteilungen, die für besonders Begabte eine vertiejte Kenntnis der hebräischen Grammatik erstreben. An die Referate schloß sich eine rege Aussprache, die sich aus das Gebiet allgemeiner Fragen erftreckte, die mit dem Religionsunterricht zusammenhängm. Der Verlaus des Abends erweckte bei allen Teilnehmern den Lebhaften Wunsch nach einer baldigen Wiederholung eines Elternabends. Hamburg. (Landjugendhcim für die jüdische Jugend Hamburgs.) Auf Grund einer Vereinbarung zwiMen dem Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, der Berwalmng des Kindererholungsheims Wilhelmiuenhöhe und dem Dandesausschuß der jüdischen Jugendorganisationen Hamburgs wird noch in diesem Jahre ein Landjugendhcim für die jüdische Jugend Hamburgs in den Räumen des Kindererhvlungsheim Wilhelminenhöhe eröffnet werden. Der Jugend wird in Wilhelminenhöhe Gelegenheit geboten werden, einzeln oder in Gruppen das Wochenende oder auch mehrere auseinan.de!: folgende freie Tage zu verbringen und das Heim als Stützpunkt für Wanderungen in die Umgegend zu benutzen. Hamburg. (V e r l e g u n g d e r israelitischen Gemeindebibliothck.) Die Deutsch-Israelitische Gemeinde hatte vor gerade zwei Jahren das Hans JohnSallee 54 als Jugendheim und für die Zwecke ihrer Gemeindebibliothek in Benutzung genommen. Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Bibliothek, die durch Erwerbung größerer Sammlungen und Stiftungen einen großen Umsang angenommen hat, in diesem Jahre nicht richtig benutzt werden kann. In der letzten Sitzung des Repräsentantenlollegiums der Deutsche Israelitischen Gemeinde wurde daher beschlossen, die Bibliothek in das ebenfalls der Gemeinde gehörige Haus Beneckestraße 6 (Grundstück der Neuen Dammtor-Synagoge) zu verlegen. Die Bibliothek umfaßt heute mehr als zwanzigtausend Bande. Sie steht unter Leitung des bekannten Gelehrten Professor Dr. Markon und wird auch von den Orientalisten und Theologen der hiesigen Universität stark benutzt. In dem Hause wird ferner der Lesesaal untergebracht werden, der fast alle heute erscheinenden jüdischen Zeitungen enthält. Gleichzeitig mit der Bibliothek wird in das Haus die Fremdenpflcgestelle der Deutsch- Israelitischen Gemeinde verlegt, die bisher in gemieteten 'Räumen untergebracht »var. Heidelberg. (P r e i s v e r l e i h u n g.) Dem durch seine Behandlung pädagogischer Fragen bekannten Schriftsteller S. Müller in Heidelberg ist vom Oberrat der badischen Israeliten für seine „segensreiche Tätigkeit auf jüdisch-literarischem Gebiete" ein Preis verliehen worden. Kassel. (Persönliches.) Am 1. Jauuar 1931 beging der Leiter der hiesigen Israelitischen Volksschule, Herr Seminarlehrer Josef Moses, sein 25 jähriges Ortsjubilänrn. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von den Behörden, ehemaligen Schülern und zahlreichen Gemeindemitgliedern mancherlei Beweise der Wertschätzung seines erzieherischen Wirkens zuteil.

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