Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 1 (7.1.1931)
- Date
- 1931-01-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Hand euer U ebelstände sind, sie sind nicht austzmnerzen, wenn nicht die Menschen mithelfen; itnb ich glaube, daß, eine Meinungsverschiedenheit innerhalb der Musik der jüdischen Gottesdienste nichts mehr und nichts weniger t»l; als die Meinungsverschiedenheiten der jüngeren und älteren Generation an und für sich. Bestimmte Beobachtungen lassen mich -u diesem Schluß kommen. So mäßig sie sonst die Tinge um das Judentum behandeln, wird einmal am Schabbos oder an einem Feiertag eine neue Melodie gesungen, die nicht gesetzt ist in gewohntsüßlicher Weise, hatten die alten Herrschaften nicht mit abfälligen Kritiken zurück. Sie wollen eben keinen klaren Gottesdienst, der sie in's Mitschwingen brächte, sondern sentimental und einschläfernd muß es sein; nicht aufgewühlt wollen sie werden durch den klaren zur Seele dringenden Ton, sondern verlieren wollen sie sich, in endlosen Reminiszenzen; begleitet von süßen Weisen. Und das entspricht schließlich« ja vollkommen ihrer Dentungjsiveise. Sie alle — die Alten — leben im Gestern und wollen nicht wissen, daß ein Gott da ist, der seine Sonne auch über dein Morgen aufgchen läßt; die — „Gemütlichkeit des Gestern" — und dieses Wort schließt ja die ganzen Leerläufe vorhandener Musik in sich«, ist ihre Sehnsucht; und so wollen sie sich nicht an daS Nene gewöhnen. Sehen Sie, sehr verehrter Herr Oüerkantor Zivi, tvenn Sie eine Renaissance der jüdischen Musik fordern, so müssest Sie erst ben Boden dafür vorbereiten; denn das hat die Geschichte auch gelehrt: nichts kann werden, bestehen, wenn nicht das Fundament tief im Boden wurzelt. Und darum bitte ich» Sie, ehe wertvolle junge Krchfe mutlos gemacht werden, versuchen sie erst den Menschen klar zu machen: Kein alternder Mensch! hat das Recht aus Egoismus des Gefühls zu halten an Hergebrachtem, es sei denn geheiligt durch Trcüntionen; aus diesem Wissen heraus arbeitet mit — oder zumindest Hellt Euch« nicht entgegen — wenn wir dem jüdischen Gottesdienst wieder zu dem verhelfen wollen, was ihm« fehlt: die Klarheit, .die ins Mitschwingen brächte unsere Seele! Kurt Sassen, Düsseldorf. Aus der M-Bewegung Verauttvortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Augendvereiue Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmann, Frankfurt a. Main * Aus der Ili-Arbeit Breslau. (Jli-Hauptgruppc.) Die Arbeitsgemeinschaft: „Grundlagen und Angaben des religiös-liberalen Judentums" unter Leitung von Alfred Berger, die seit Oktober regelmäßig jede Woche Wittfand, wurde im Dezember beendet. Wir legten der Arbeitsgemeinschaft die Nordensche Broschüre über dieses Thema ^zu Grunde, die jedem Teilnehmer zur Verfügung gestellt wurde. Jedes Mitglied arbeitete einen Abschnitt genauer durch und hielt darüber zu Beginn der Abende ein kurzes Referat. In der Aussprache beschäftigten wir uns hauptsächlich mit den Fragen des Kampfes gegen die religiöse Gleichgültigkeit, der Sabbatfeier und der Gottcsdienstgestaltung und mit unserer Stellung zum Zionismus. In einer neuen Arbeitsgemeinschaft: „Hauptrichtungen in 'der Entwickelung des jüdischen Libero lismus", Leitung: Ulrich Steuer, auf die an dieser Stelle noch besonders hingewiesen sei, wollen »vir unseren Mitgliedern Gelegenheit geben, sich auch weiterhin mit den Grundfragen des liberalen Judentums zu beschäftigen. vetm Nmdleiden oder bei oerspäteter Zustellung der Zeitung bitten wir, sich sofort an den Zusteller oder beschwerdefnhrend an die zuständige Zustellpostanstalt zu wenden und erst, wenn dies keinen Erfolg hat, uns davon Mitteilung zu machen. Verlag der Misch-liberalm Zeitung Frankfurt a. M. (C h a n u k a h f e i e r.) Der Jüdische Mädchenclub hatte in sei »re Räume Langestrrße 3 zu einer Ehanukahfeier geladen. Das gehaltvolle und abwechslungsreiche Programm verschaffte den zahlreichen Zuhörerinnen einen genußreichen Abend. Nach einem sinnigen Vorspruch (verfaßt von Frau Selma Eisemann-Pappeitheimer, vorgetragen von Fräulein Rosa Tennenbaum) und dem Anzünden der Lichter bot Frau Marianne Strauß in einer Gluekschen „Melodie" und einer Romanze von Reger hohe künstlerische Leistungen, die sich mit Kreislers Allegro zur Virtuosität steigerten. Den Klavier-Part übernahm Fräulein Oppenheimer mit vollständigem Einsühlen und gutem Gelingen. Dazwischen erfreute Gesang und Rezitation. Fräulein Etsbcth Strauß' schöner Alt brachte die Arie ans Elias besonders wirkungsvoll zur Geltung, aber auch die schelmischen Lieder gelange»: ihr vortrefflich. Herrn Dr. Sterns Rezitation überraschte durch interessante Stofswahl und das warm und kraftvoll klingende Organ. Es war eine Freude, HeineS „Prinzessin Sabbath" von ihm zu hören, eine der Zugaben, die das begeisterte Publikum dem Künstler abrang. Alles in allein: Hier war eine Ehanukahfeier, die den Wunsch „der Jugend das Beste" zur Wahrheit werden ließ. Liegnih. (Vortrag in der I ug e n d g r u p p c.) Am Montag, dem 8. Dezember 1930, sprach Herr Rabbinatskandidat Schwarz vor einer sehr gut besuchten Versammlung über das Thema: Beschuldigungen gegen die Juden im Mittelalter. Auf historischer Grundlage ausgebaul, gab der Redner euren vorzüglichim Ueberblick über die Gründe für die Bcschirldigungen gegen die Inden. Der rein wissenschaftliche Vortrag »var für die Jugcndgruppe sehr lehrreich. Liegniß. (Ehanukahfeier.) Am Montag, dem 15. Dezember 1930, veranstaltete der Hauptvercin gemeinsam mit der Jugendgruppe eine gut gelungene Ehanukahfeier. Ueber 80 Besucher und Besucherinnen füllten die gemütlichen Räume der Silesia-Loge. Zu Beginn des religiösen Teiles nahm Herr Oberkantor Sommerfeld das Anzünden der Chanukah-Lichter vor. Anschließend daran sprach Herr Rabbinatskandidat Schlvarz über die geschichtliche Bedeutung des Chanukahsestcs. Vor und nach . tver Ansprache wurde ^gemeinsam das Chanukah-Lied gesungen. Vor der gemütlichen Unterhaltung bei einer feierlich gedeckten Kaffeetafel hielt noch der erste Vorsitzende H»err Rechtsanivalt Dr. Schcher eine Ansprache über die heutige Bedeutung des Chanukahfestes. Zu Beginn des unterhaltenden Teiles brachte Frau Schuutckler einige Lieder zu Gehör, Pie mit grohejm Beifall aufeewatweK wurden. Am Flügel begleitete sie mit feinem Verständnis Fra» Dr. Löwcnheim. Im Anschluß daran tanzte Fräulein Dolly Anrecht einige kleine Tänze nnd erntete reichen Beifall für ihre vorzügliche» Darbietungen. Dann trug Manfred Haase heitere Gedichte vor »ob fand großen Anklang. Zum Schluß brachte Fräulein Schmuekler eine sehr gelungene Tanzgroteske von Charlie Chaplin. Am 11 Uhr trennte man sich nach einem gut gelungenen Abend. Das Jlk-Programm * Setltn. Gemeinsame Berouftattnng. Donnerstag, dev 8. Januar, abends 8 Uhr, im BorieaGHaai der Synagoge Fasamnstraße. Referat: Rabbiner Dr. Le» BsteA: Jugend und Religion. Atllerengruppe: Donnerstag, de« 15. Januar, abends 8 Uhr, bei SNe« Littman», Reue Kantstraße 6. Thema: Moses Mendelssohn. Pankow-Osten. Mittwoch, den 1». Januar, abends 8.15 Uhr, bei Ilse Lohn, Schönhauser Allee 132. Thema: Grundlage« der Philosophie. vlioa und ReU'Charlolteuburg. Montag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, chei Hildegard Bach, Kuffteiuer Straße 13. Thema: Gustav Landauer. Weste«. Heimabend am Montag, den IS. Januar, abends 3 Uhr, bei Neuste Basc», Knesebeckstraße 83. Thema: Jeremias. Hermsdors. Lonuabead, den 17. Januar, abends 8 Uhr, im Heim, Albrechtstraße 19. Thema: Entstehung des Zionismus. Hermsdors (Külengruppes. Donaerstag, den 8. Januar, nachmtttaqr 6 Uhr, Heimabend im Heim, Mbrechtstraße 19. Breslau. Gemeinsame Veranstaltung der Haupt- und Jüngerrn-Sruppe. Sonntag, den 11. Januar, 16 Uhr, im große« Saal des Jugendheims, Bortrag des Bundesvorsitzenden der Zugschare» Friedrich Georg Lennhvss (Reformjugend Berlin): „Verantwortungsbewußte Selbsthilfe der Jugend". — Jüngeren-Eruppe: Dienstag, den 13. Januar, 16.30 Uß:, Aussprache nachmittag: „Unsere jüdisch« Aufgabe". — Hauptgruppe: Mittwoch, den 14. Januar, 20.15 Uhr: Gemütlicher Heimabend. — Jüngften-Gruppe: Montag, den 12. Januar, 16 Uhr. — Arbeitsgemeinschaften und Studienkreise siehe Programm. Vereinsnachrichten Verein zur lluterstütznng armer Leidtragender. Der über 20». Jahre best-ehende Verein zur Unterstützung armer Leidtragender, Schomer laboker umischan abelim, veranstaltet, einer ehrwürdigen Tradition folgend, am Erew Rosch Chodesch Schewat, d. h. am Sonntag, dem 18. Januar 1931, nachmittags 4 Uhr, in der Alten Synagoge, Heidereutergasse 4, im Anschluß an den Nachmittagsgoltesdicnst, seine alljährliche Gedenkfeier zur Erinnerung an die Stifter, Wohltäter «nb verstorbenen Mitglieder der Bereinigung. Anläßlich der Gedenkfeier »vird Herr Rabbiner Dr. Freimann die Festpredigt halten. Alle Mitglieder und Freunde des Vereins werden gebeten, an der Feier teilzwe nehmen. Gäste sind willkommen. Lendet den fälligen Beitrag für das 1. Quartal 1931 auf das Postscheck-Konto der Bereinigung für das liberale Judentum Berlin Nr. 137069 ein. an den vier Synagogen der Liberalen Synagoge Berlin iA zu tesizeo. Die Anstellung erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung der Gemeindebehörden. Bewerber entschieden liberaler Richtung wollen sich bald möglichst melden bei dem Vorsitzenden Seminaroberlehrer H. Falkenberg, Berlin N. 54 Lottumstr. 22. An der Knaben- und der Mädchenmittelschule der jüdischen Gemeinde sind die Rektorstellen zum 1. April 1931 zu besetzen. Für die Leitung der Mädchenmittelschule kommen auch Lehrerinnen in Frage. Bewerber, die im Schuldienst größerer Anstalten Erfahrungen besitzen, wollen ihre Meldung mit ausführlichem Lebenslauf und Zeugnissen bis zum 15.1.31 an uns einsenden. Berlin, den 23. Dezember 1930. Vorst, der lOütechen Gemeinde zu Berlin. Arbeitsnachweis Arbeitsgemeinschaft der Jfid. Arbeitsnachweise. Ab 5. Januar 1931 befinden sich die Abteilungen für kaufmännische Angestellte und Angehörige der freien Berufe in der Lindenstr. 48/50. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß von diesem Termin ab im Hause Auguststr, 17 nur noch Abteilungen für gewerbliches Personal (Facharbeiter und ungelernte Kräfte) Hauspersonal, Berufsberatung nnd Lehrstellenvermittlung bleiben. Der Anruf bleibt für alle Abteilungen, auch für die Lindenstr. Weidendamm 5936 englische Stunden oder Uebersetzungen? 2 jährige Auslandspraxis. Näheres unt. (3n«i<23 bei der Expedi- Vereiß für Feuerbestattung Lu Berlin von 1874, e. T. wmi. koatenlvae reaerbentattmas Annahme W 15, LüUovrstraB* 44, Teieftwi: I.Qtzow 960-41 ' tion dieses Blattes. 3-1 Zimmer teilmöbliert eventl. Küchenbenutzung, als Wohnung oder Büro abzugeben. Aschendorff, Am Karlsbad 19 II Telefon: Kurfürst 4931 Anruf erbeten 7e2—3 Uhr. Ein grosser Teil der von uns betreuten Personen hat zum Teil Zimmer Verstehen Wir bitten bei Bedarf unsere Vermittlung in Anspruch zu nehmen. Jüdische fiiiersbiiie Gros-Berlin Et. Charl. 2, Kantstr. 160. Bismarck 1221 Einkaufsvereinignng von Weltruf sichert den angeschlossenen Waren- und Kaufhäusern, Textilgeschäften und Einheitspreisgeschäften höchste Leistungsfähigkeit. Möglichkeit zur Umstellung und zur €lrfindang neuer Existenz gegeben. Anfragen unter Nr. 3358 an die Expedition dieser Zeitung SchweizerischesUnternehmender Uhrenbranche, in besterfinanzieller Lage, mit Weltkundschaft, sucht zur Ausdehnung seines Wirkungskreises Sehr günstige Conditionen. Prima Referenzen. Strengste Diskretion zugesichert. Jedegewünschte Auskunft bei Anfrage an Postfach 10391| la Chaux-de- Fonds (Schweiz) Julius Simon Kunstu. 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B.: George Goetz, Beuliu SW.LS. — Denck: Hermann Wegner & Co., Beriiw-Rarienbach.