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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-12-24 · 52 (24.12.1930) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
52 (24.12.1930)
Date
1930-12-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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M deutsch? Wirtschaftsleben uxb ihre susgedehute« «StLudischen Beziehungen wird sie die deutsche Bank par «xcellence. Als Steinthal noch! verhältnismäßig jung seinen Mrektorposten 1905 nieoerlegj, tritt er in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank über, deren Vorsitz er im Juli 1923 Kberniinmt. Nach, oer Verschmelzung mit der Tisconto-Gesellfchast wird Steinthal zunächst gemeinsam mit T«r. Sal«- «ronsohn uno dann nach« dessen Lode mit Franz Urbig auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats der vereinigten Bankinstitute. Ter Achtzigjährige, der täglich in seinem Büro arbeitet wie bisher, bleibt seinem Institut der Führer wie seit mehr als l fftnr Jahren. Aus der IN-Bewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Fugendvereiae Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffrnann» Frankfurt a, Main Berich! über die Delegierteniagung der »Arge am Sonnabend, dem 13. und Sonntag» dem 14. Dezember 1930. T>r, Hofjnwnn erösinete die Tagung mit einem Geschäftsbericht über die Tätigkeit, welche die „Arge" seit der Zusammenkunft in Magdeburg 1928 entfaltet hat. — Tie Betziehungen zu den einzelnen Gemeinschaften seien durch Rundu schreiben gepflegt worden, m denen die interne Arbeit erörtert «nd geregelt worden sei. Wie die „Arge" nach außen hervor getreten sei, hätten die Magdeburger und die Breslauer Tagungen bewiesen, ebenso auch die Tagungen in DreÄden und- London, obwohl die Gründung des Weltverbandes derjüdisch-liberalen Jugend gescheitert »ei. Dafür wäre um so mehr Positives anderweit geleistet worden. Tie JsimErik in der liberalen Zeitung fei eine große Propaganda Möglichkeit. Der Konnex der einzelnen Jlis untereinander «erde durch Gedankenaustausch zwischen den bestehenden Koni- Missionen und durch, den Austausch der Programme ausrecht «chatten. Auch der Arbeitsausschuß, der schlesischen Jlis fei «ü Erfolg. Weiterhin sei der Versuch gemacht morden, in «ndereu Städten die Jugend zu gewinnen. Tie vielfachen Widerstände, die sich aus dem Schlagwort erklären, daß «an „die Jugend nicht parteimäßig binden wolle", müssen Überwunden werden. Besonders in Köln bestehen nach dieser Mchtung gute Aussichten. T«rauf hielt Heinz Kellermann ein Referat und führte Iber die allgemeine Gestaltung der Propaganda ungefähr folgendes aus: In den KompetenLreis der „Arge" fällt au, dem Gebiet der Außenarbeit die Entfaltung einer umfangreichen Propagandatätigkeit, mit dem Ziel, sämtliche gestn- «ungjsverwandte Jugendliche für uns zu gewinnen. Unter ZuWenahme eines Adresftnmaterials, das durch die von Tr. Hofsmann geführte Korrespondenz bereits gegeben ist, und welches im weiteren Verlauf der Werbeaktionen ständig zu ergänzen sein wird, setzt sich nunmehr die „Arge" mit den mit uns sympathisierenden Gruppen in den betreffenden Gemeinden in Verbindung. Sollten keine befreundeten Organisationen an einzelnen Orten bestehen, so wendet sich die „Arqe" an uns nahestehende führende Persönlichkeiten der dortigen Gemeinde, die ihrerseits Jugendliche für uns zu interessieren suchen und so etwaige Propagandaveranstaltungen ermöglichen helfen. Besondere Anpnerksamkeit ist einer Verbindung mit den allerorts bestehenden „neutralen Jugendvereinen" zu widmen, die mit Vorliebe Gastreferate in dem Rahmen ihres Programms aufnehmen. Tie „Arge" möge ferner veranlassen, daß in den einzAnen Lokalblättern der jüdischen Gemeinden oder der dort bestehenden Jugendorganisationen kurze Aufsätze von Jlinntalledern erscheinen, die sich mit tendenzmästigen Fragen unserer Bewegung beschäftigen. Desgleichen möge die „Arge" für eine Belebung unserer eigenen Zeitung sorgen. T>a die Erfüllung all dieser Forderungen ein erhöhtes Mast pekuniärer Aufwendungen unvermeidbar machen wird, M es, die finanziellen Mittel der „Arge" zu vergrößern. Es wirb notwendig sein, einen Kreis von Helfern und Freunden zu finden, die aus Interesse an unserer Bewegung sich zur Leistung eines bestimmten Jahresbeitrages verstehen. Im weiteren Verfolg dieser Bemühungen übernimmt es die „Arge", die Xeiber seit Jahren vernachlässigten Beziehungen zu den liberalen Grostvereinigungen wieder aufzunehmen. Tier Jli Berlin schlug folgende Richtlinien vor, die von der Telegiertentagung angenommen wurden und an die Spitze der Satzung gestellt werden sollen. Richtlinien: Tie „Arge" (Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Ju- *■ gendvereine T>eutschlands) bildet die Zusammenfassung der auf religiös-liberalen Boden stehenden jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Sie tritt für eine lebendige Gntnncklung und eine dem modernen' Kulturempfinden gemäße Gestaltung des religiösen Erbgutes ein. Sie betrachtet es daher als ihre Aufgabe, die Jugend mit den Quellen des Judentums und seiner Geschichte vertraut zu machen, damit sie selbst Träger dieser Entwicklung sein kann. Tie „Arge" bejaht die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur deutschen Kultur- und Volksgemeinschaft. Sie lehnt daher nationaljüdische Bestrebungen jeglicher Art mit Entschiedenheit ab und tritt allen Versuchen, die jüdische Jugend durch, künstliche Isolierung idrer deutschen Umgebung zu entfremden, entgegen. Innerhalb dieser Richtlinien gestalten die der „Arge" angeschlossenen Vereinigungen ihr Programm selbst. Tie „Arge" bat den einzstncn Organisationen gegenüber anregende, beratende und kontrollierende Funttion. Ihre Aufgabe ist es, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen und ben geistigen Zusammenhang unter ihnen zu fördern. — Der Satzungsvorschlag von Erich Vulkan-Breslau wurde mi kleinen Abänderuntgen angenommen. Tie Satzungen werden erdrückt und sodann allen der „Arge" angeschlossenen Gemeinschaften zucesandt werden. Sie erstrecken sich im wesentlichen auf die Organisation der „Arge" selbst ünd regeln ilwe Kompetenzen gegenüber den einzelnen liberalen Jugendorganisationen. Anschließend wurde der neue Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Tir. Hof,mann, weitere Mitglieder: Erich Vulkan-Breslau, Heinz Kellermann-Berlin. Werner Hochheimer-Frankfurt, Ilse Wolff-Berlin, Heinz Levy-Berlin, Alfred Hadra-Magdeburg. Sonntag ftüh wurde zunächst die künftige Programin- Gestaltung erörtert. Es wurde beschlossen, daß jede Gemeinschaft unbedingt einmal in der Woche Zusammenkommen müsse. — Dann wurde eine Vortragsvermittlungskommissian gegründet, die ihren Sitz in Berlin haben soll. In die Kommission wurden als Leiter Manfred Schwarz, als weitere Mitglieder Bruno Sommerfeld, Heinz Kellermann und Heinz Levy gewählt. Tie erste fertige Liste, in der Referate und Werbered^n verzeichnet sind, ist bis 15. Januar 1931 an die einzelnen Gemeindeschaften zu senden. Allmonatlich sollen Ergänznngslisten folgen. — Weiter wurde folgender Antrag angenommen: Tie Delegicrtenversammlung hält es für Pflicht, daß! jede der „Arge" angeschlossene Gemeinschaft neben Heimabenden Arbeitsgemeinschaften einrichtet. Eins der wichtigsten Themen ist: Grundlagen des Liberalismus. Im weiteren Verlauf der Tagesordnung gab Friedrich- Georg Lennhofs einen Bericht über die Soziale Komission. Er machte den von der T<elegiertenvcrsainmlung freudig begrüßten Vorschlag, periodisch zu gut gewählten Zeitpunkten Fahrten zu Jugendburgen stattfinden zu lassen. T'abei ist einerseits die Möglichkeit gegeben, neben Sport und Wanderung, im eigenen Kreis Arbeitsgemeinschaften über ein bestimmtes Gebiet zu veranstalten, und andererseits die Verbindung zu anderen, nichtjüdischen Kreisen zu finden. Lennhoff selbst will mit seiner Kommission für soziale Arbeit und mit denen, die sich für diese Frage interessieren, eine solche Fahrt vorbereiten und leiten. Hierauf wurden die Beiträge der einzelnen Gemeinschaften endgültig feftgelegt. — Um eine eigene. Zeitung herausgeben zu können, wurde eine Aktion zur Sammlung von Spenden angeregt. — Der Sitz der Redaktion unserer Jliru'bnk soll nach Berlin verlegt werden. Tie Redaktion übernimmt T-r. Ellen Littmann zusammen mit Hellmut Galliner und Heinz Levy. Zu der Frage der Führerkurse nahm die Delegierten- Versammlung folgendermaßen Stellung: Tie „Arge" empfiehlt den einzelnen angeschlvsscnen Organisationen Kurse einzurichten, in denen die Führer zum Zwecke der geistigen und organisatorischen Durchbildung zusammengeschlossen werden sollen. Tie Anregung von Breslau, Jüngsten- und Jüngerengruppen zu bilden, wurde von den meisten bejaht, es bleibt jedoch, den einzelnen Gemeinschaften überlassen, entsprechend zu verfahren. Werbt neue Mitglieder! Zum Schluß wurden noch, interne Einzekfragen der Licgnitzer und Oppelner Gruppe» besprochen. Tn die Zeit zu weit vorgerückt war, wurde davo« «chtzesehe», die weiteren im Programm vorgesehenen Referat» a«tgegenzunehrnen. Tieft Referate sollen in der JlirubrK Pmr Abdruck gelangen. Auf gleichem Wege soll, wenn notivenK^, die Diskussion über diese Referate erfolgen. Eva Lipschitz, Aus der IN-Arbeik r (V ortra graben d.) Am 11. Dezember eröffnte der Jl^Berlm seine Winterarbeit mit einem Vortrag von Dr. Lev Ro,enzw<n§ über „Glaube mit», Wissen im Judentum". Rosenzweig. ein Vertreter der Hermann Cohenschon Richtung, gab in diesem Vortrag kurz die Grundlinien rationalistischer Rcli>gionsauffasj»NQ rm Judentum. Ter Ztveisel, führte er aus, ist ein wichtiger und notwendiger Begleitumstand jeder Religion. Er wird getragen von den Gegensätzen, die sich zwischen Religion nno Kultur zu 'befinden scheinen. Fast alle Religionen suchten daher, die Menschen »o,r dieser Welt loszureißcn und sic durch rein gefichlsmäßig-mystiscke Formen zu einer anderen Welt zu führen. Ergebnis war der Kampf der Kirche gegen die Wissenschaft im Mittelalter. Auch die jüdische Religion ist dem Zweifel ausgesetzt. Sie zeigt jedoch nicht auf das Jenseits, sondern sucht den Zweifel durch das Wissen, durch Lernen und Forschen zu üderwinden. Nichts ist gegeben, «Klee nur aufgegeben, keinen Schulcl)«n Aruch gidt es im Reiche des Geistes. Erkenntnis ist die Grundlage aller Religion. Nur die Vernunft bildet die Verbindung zwischen Mensch und Gott, n«r durch Forsch-en kann man zum Glauben gelangen. — Die Ausfüh rungen Roseuzioeigs riefen Beifall, aber auch lebhaften Widerspruch hervor. Man beioute, daß die rationalistische Auffassung das reli g:ö>e Erlebnis unbeachtet lasse, das doch von mindestens ebenso großem Wer. sei wie die retiziösc Erkenntnis. Man beschloß, an einem n-.ri'r-rn Abend die Erörterungen zusammen mit dem Refe° reuten sorrzu,etzen. Ratibor. (C ha n uk a h s e i e r.) Mittwoch, ocn 17. De-e«der, fand unsere Chanukah--Feier statt, diesmal nur im Kreis« unserer Mitglieder. Nach einem Klaviervortrag von Fcäutei» Friedländer zündete Gerth Fröhlich die Chanulah-Lichter an, und wir saugen das mo ans zur. Dann hielt Herr Dr. Weber eine Ansprache, die der Bedeutung des Festes diente. Peter Berliner, unser bewährter Kei> einsrezitator, unterhielt die Anlvescnden anss Beste durch den Bortrag ernster und heiterer Dichtungen. Bei Tee und Tanz blieb«', wir noch einige Stunden froh beisammen. .Hilde Kahn. Dow Jli-Programm Berlin. Gemeinsame Veranstaltung. Donnerslag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, im BortkagHaak der Synagoge Fasauenstratze. Referat: Rabbiner Dr. Le» Baeck: Jugend und Religion. Oliva «ad Rea-Lharlotteabnrg. Montag, de« 29. Dezember, abends 8 Uhr, Heimabend bei Eva ,nnd Adoif Marcuft, Friedenau, Tavnnsstraße 23. Thenn»: Das kommunistische Manifest. Hermsdorf. Mittwoch, den 24. Dezember, abends 8 Uhr, Heimabend bei Ellen Jacobg, Frohnau, Franziskanerweg 8. Thema: Liberalismus. Hermsdorf (Kükengruppe). Donnerstag, de« I. Januar, nachmittags 6 Uh», Heimabend me Heim, Albrechtstraste 10. BÜCHERSCHAU Menschenleid nndSfinde? Das Buch Hiob Im Lichte neuer Kommentare übersetzt und bearbeitet von Eileser ben Melr. Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M. drosch. 16. 8. 1 M. Der Verfasser gibt geistvoll eine Verschmelzung von Uebersetzung und Kommentar. Man liest sich in dieses neue tiiadbuch mit wachsendem Interesse hinein, nachdem man schnell die Hindernisse des eigenartigen Weges überwunden hat. Das vorliegende erste Heft enthält vier Kapitel von Hiob. Als Einleitung ist der 24. Psalm gegeben, in feinfühlender Weise vorbereitend auf das Problem des Ueberirdischen. Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal, Berlin-Lichtenberg. Sal. Ludw. Steinheims „Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge“. Von Hans Andorn. Thuringia - Druckerei, Berfiu 1650, 63 S. Vorliegende Broschüre enthält den ersten Teil der Andornschen Arbeit, und zwar „das Steinheim’sche System der Offenbarungskritik*. Andorn behandelt die Religionsphilosophie eines Mannes, der trotz tiefgründiger Forschungen recht bald der Vergessenheit anheimgefallen war. Vielleicht hatte Steinheim dieses Schicksal deshalb, weil er seine Aufgabe, jüdische und europäische Daseinsweise in ihren Gegensätzen zu versöhnen, nicht hatte lösen können, sondern in den Knäuel nichtjüdischer Philosopheme immer tiefer hineingeraten war. Hans Andorn hat mit äußerster Akribie unter Benutzung reichlichen Quellenmaterials in klar faßlicher Bearbeitung die philosophische Lehrmeinnng Steinheims interpretiert. Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal, Berlin-Lichtenberg. Einkanfsvereinisang von Weltruf sichert den angeschlossenen Waren - und Kaufhäusern, Textilgeschäften und Einheitspreisgeschäften höchste Leistungsfähigkeit. Möglichkeit zur Umstellung und zur Gründung neuer Existenz gegeben. Anfrage» unter Nr. 3358 an die Expedition dieser Zeitung Arbeitsnachweis Arbeitsgemeinschaft der Jfid. Arbeitsnachweise. Ab 5. Januar 1931 befinden sich die Abteilungen für kaufmännische Angestellte und Angehörige der freien Berufe in der Lindenstr. 48/50. Wii weisen ausdrücklich darauf hin, daß von diesem Termin ab im Hause Auguststr. 17 nur noch Abteilungen für gewerbliches Personal (Facharbeiter und ungelernte Kräfte) Hauspersonal, Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung bleiben. Der Anruf bleibt für alle Abteilungen, auch für die Lindenstr. Weidendamn. 5936 Verein für Feuerbestattung In Berlin von 1874, e. T. > kntenlM« r« Aaaahme W H, Ldtxtfmtral« H maierameiten Renovierung von Wohnungen, Greschäftslokalen, Treppenfluren und Fassaden. Robert Buthelm Berlin W 50 Kulmbacher Strasse 7 B5 Barbarossa 6260 Staatlich genehmigte wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande Wolfratshausen im Isartal / 580 m Ober dem Meer (Qründung des indischen Frauenbundes, Ortsgruppe bildet junge MMchen »u« und schafft die Grundlage *nm Wlrtsehaftshemf, sunt Soalalbernf und nun» IjChrbernf Die Schule wird streng rituell geführt Anmeldungen für das SommerhalDjaar Jet« erbeten. Prospekte durch die Schulleitung. j fedog: ftrstinigvn« fftt toi flfeMfe Jntontzmn e. Veaffo E«. 11. — fttt«ntnmUi#er fktoltatr: «iyL-In,. »rnn» Wotzb» , Berlin SA.29. — Drnck: Hermann Wegner& (So., verttn-MnrietBmf.

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