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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-12-04 · 49 (4.12.1930) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
49 (4.12.1930)
Date
1930-12-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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10. Jahrgang Kammer 49 Beilage 4. Dezember 19Z0 WW-Iiberale Zeiluug Umschau Trauerfeier sür Artur Wolfs. Vor einigen Lagen verstarb in Berlin Rechtsanwalt 3x Artur Wolfs, Anwalt und gcfchäftÄstihrenoer Präsident des deutschen Bühnenvereins, eine Autorität auf dem Gebiete des Theaterwesens und des Urheberrechts. Tie gesamte Presse widmete ihm eingehende Würdigungen. Er war ein. Sohn der 1924 in Berlin verstorbenen Romanschriftstellerin Ulla Frankfurter (Pseudonym Ulrich Front), Tochter des Rabbiner H. 'S. Hirschfeld und Enkel,n von Rabb, Miba Eger. — Zur Trauerfeier im Krematorium Wilmersdorf sammelte sich ein großer Kreis in Theater und Literatur führender Persönlichkeiten, so u. a. Generalintendant Tietjen, Prof. Jeßner, Intendant Legal, Generalmusikdirektor Klemperer, Tirektor Barnowsky, Funkintcndant Flcsch u. a. m. Das Streichquartetts der Staatsoper spielte „Jerusalem, du hochgebaute Stadt", Rabbiner Dr. Galliner hielt eine Gedächtnisrede, in der er ein klares Bild der geistigen Persönlichkeit des Verdorbenen zeichnete. Rachruse hielten dann Pros. Georg Bernhard, der Präsident des Bühnenvereins Ministerialdirektor Hübner, der auch die Trauerkundgebung des preußischen Kultusministers Tr. Grimme überbrachte, für die Anwaltschaft spracht Justizrat Wlke, für die Jntcndantenvereinigung Tr. Maurach, für den Verband der Bühnenleiter Tr. Martin Zickel, für die Bühnengenossenschaft Präsident Wallauer, für die Bühnenautoren und -Verleger Tr. Wenzel Goldbaum, für die deutschen Zeitungsverleger Prof. Julius Wolfs, für die hessische Staatsregierung der hessische Gesandte in Berlin Tr. Rosten und als letzter Redner Polizeivizepräsident Tr. Weist für die Freie Wissenschaftliche Bereinigung. Bestrafte Zeitungsangriffe gegen den Joint. Der verantwortliche Redakteur der in Munkacz (Karpathorustland) erscheinenden ungarischen Tageszeitung „Az Elet", der, wie die Jüdische Telegraphen-Agentur seinerzeit berichtet hat, im Vorjahre eine außerordentliche niedrige Kampagne gegen den Jmnt und seine karpathorustischen Funktionäre führte, wurde nunmehr vom Bezirksgericht in Uzhorod zu zwei Monaten Gefängnis, sowie zu einer Geldstrafe von 1000 Ke. verurteilt. T>er verurteilte Redakteur ist außerdem verhalten, der klagenden Partei an Schadenersatz Kc. 2000, und an Gerichts- und Verteidig,rngskosten Kc. 1000 zu bezahlen. T>as Urteil ist bereits in Rechtskraft erwachsen. * Aus den Gemeinden Altenstädt. (Persönliches.) Hauptlehrer Hermann Rose beding am 22. November unter Teilnahme der Gemeinde und andersgläubiger Freunde seinen 60. Geburtstag und gleichzeitig sein 40jähriges Dienstjubiiläum. Seit dreißig Jahren wirkt der Jubilar als Kultusbeamter der Gemeinde und Lehrer an der israelitischen Volksschule. Durch Herausgabe der Heimatgeschichte des Ortes und der Entstehungsgeschichte der Gemeinde hat sich Hauptlehrer Rose mit Erfolg schriftstellerisch betätigt. Berlin. (Nachruf sür Geheim rat Dr. Otto Wiesenthal.) Dem vor einigen Tagen verstorbenen Geheimrat Dr. Otto Wiesenthal, Ehrenmitglied und Mitglied des Vorstandes des Central- Bercins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, widmet der Präsident des C-B. Dr. Julius Brodnitz einen Nachruf, in welchem die Persönlichkeit des Verstorbenen und dessen Verdienste um die Abwehrbewegung gewürdigt werden und der in die Worte ausklingt: „Otto Wiesenthal ist eine Parole, die alles enthält, was an geistigen und seelischen Werten in unserer Arbeit enthalten ist." Bontt. (Im Zeichen konfessionellen Friedens.) Ein in der heutigen Zeit seltenes und darum auch um so erfreulicheres Zeichen konfessioneller Eintracht wurde kürzlich bei einer Familienfeier in Grau-Rheindorf, einem Vorort von Bonn, geboten. Das Ehepaar G. Mayer beging die goldene Hoheit. Aus diesem Anlaß bereiteten alle Vereine des Ortes, selbst der Kirchenchor, dem Jubelpaar einen Fackelzug; das ganze Dorf war illuminiert, und an dem gemeinsamer Festabend nahmen alle Ortsbewohner einschließlich des Ortspfarrers teil Auch an der synagogalen Feier, die unter Führung des Rabbiners Tr. Levy in Bonn abgehaltcn wurde, beteiligte sich der Ortsgeistliche, und während der späteren Festlichkeit rühmte er mit warmen Worten das auch für Christen vorbildliche Leben des Jubelpaares. Breslau. (Emil Wald st ei ns Ausscheiden aus dem Gcmeindevorstand.) Herr Gemeindeältester Emil Waldstcin scheidet auf seinen Wunsch mit Ablauf dieses Jahres als ordentliches Mitglied aus dem Vorstande unserer Shnagogcngemeinüe aus. Herr Waldstein gehörte dem Vorstände seit 17 Jahren als Vertreter der Liberalen an und hat sich um die Entwickelung unserer Gemeinde so hohe Verdienste erworben, daß er im vorigen Jahr gelegentlich der Feier seines 75. Geburtstages zum Gemeindeältesten ernannt worden ist. — Sein Entschluß, den er damit begründet hat, daß er jüngeren Kräften Platz machen wolle, ist natürlich mit großem. Bedauern aus»- genommen worden, aber da Herr Waldstein ^raft seiner Stellung als Gemeindealtester satzungsgemäß dem Vorstand auch fernerhin als beratendes Mitglied angehört, dürfen wir uns der Erwartung hingeben, daß er noch lange Jahre so schassenssreudig wie bisher weiter Mitarbeiten wird, und daß seine reiche Erfahrung und sein kluger Rat auch fernerhin im Vorstande gehört werden wird. — Seine Stellung als Vorsitzender des Verbandes der Synagogengemcinden Niedcr- Schlesiens wird hierdurch nicht berührt. Dortmund. (R e p r ä s c n t a n t e n s i tz u u g.) Die Tagesordnung der dieswöchigen Repräsentantensitzung umfaßte 7 Punkte. Zunächst gedachten der Vorstand des Repräsentantcn-Kollegiums, Herr Rechtsanwalt Dr. Koppel, und der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Konsul Jacoby, des Heimgegangenen früheren Vorstandsmitgliedes Herrn Bankier Siegfried Stern und ehrten das Andenken dieses Mannes in der üblichen Weise. — Im 1. Punkt der Tagesordnung schlägt der Vorstand einen Vergleich vor bei der Führung eines Auswertungs- Prozess«'? mit der Preußischen Pfandbricfbank. Der Antrag wird angenonuncn. Daun wird dem Vertrags Vorschlag zugestimmt, den die Synagogen-Gemeindc mit der Ost jüdischen Vereinigung zwecks Uebernahme des rituellen Tauchbades (Mikwe) schließen will. — Die Anstellung einer Fürsorgerin wird abgelehnt, da ein Bedürfnis hierfür nicht vorliege und die Gemcindekasse di« finanzielle Belastung nicht tragen könne. In der Debatte wird auf die außerordentlich rührige und erfolgreiche Arbeit des hiesigen Frauenvereins hingewiesen. Vom Sekretariat der Talmud-Thora sch ule (Zentralstelle Hamburg) und der hiesigen Anstalt liegt ein Antrag zwecks Uebernahme der Talmud-Thoraschule auf den Gemeindehanshalt vor. Der Antrag wird abgelehnt, jedoch die Gewährung einer Beihilfe in Aussicht gestellt. Ein Antrag auf Gewährung einer Unterstützung an die neu errichtete hebräische Sprachschule wird vertagt, ebenso ein Antrag auf Errichtung einer Darlehnskasse unter Mitwirkung der Gemeindetasse. Die Bewilligung von Schulgeldern für 4 Schüler resp. Schülerinnen in Höhe von etwa 900 Mk. mußte aus N 24, Oranienburger Str, 29/30. Weidendamm 5921 Sonntag, den 7. Dezember, vormittags llv2 Uhr, Synagoge Fasanenstr. 79/80 Rechtsanwalt Heinrich Stern Die liberale Monlerenz (Das äußere Bild — die Person — die Arbeit aui der Konferenz — Zukunftsaufgaben). Hörergebühr Mk. 0.50 technischen Gründen abgelehnt lvcrden. Sodann wurde nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte ein „Dringlichkeitsantrag" zurückgezogen, bp die Zeit stark vorgerückt war. Es betrifft Begräbnis- und Friedhosswesen; die Angelegenheit wird der zuständigen Kommission überwiesen. — Ein Antrag der Vortragsvereinigung auf Bewilligung eines Anerkennungsbeitrags von 150 Mk. wird dahin abgeändcrt. daß bei einigen Aufklärungsvorträgen die Gemeinde selber als Trägerin sin a n z i e l l und ideell sich in größerer Weise beteiligen will. Dortmund. (Der Wandel des Frauenlebens.) Ueber dieses zeitgemäße und interessante Thema hielt die Gewerbe-Oberlehrerin Fräulein Mine Meyer aus Düsseldorf im hiesigen Frauenbund Dortmund einen eingehenden und fesselnden Vortrag. Die gewandte Rednerin führte etwa folgendes aus: Von der Haushaltführung der jüdischen Frau im Altertum wissen wir wenig. Zwar heißt es einmal von Sara: sie backte dem Engel einen Kuchen, aber weiter erfahren wir darüber nichts. Im Uranfang der Kultur ist die Frau Kulturträgerin gewesen. Sie hat den Mann zum Jäger und Hirten gemacht. Für sie selbst blieb die Arbeit des Hauses, der Kinder, des Gartens und des Feldes. Im 8. und 9. Jahrhundert erforderte das Haus einen ungeheuren Aufwand an Arbeit. Die Wohnungen waren aus Holz und Stroh, die Möbel groß und schwer, die Besorgung der Feuerstelle kostete viel Mühe. Da wurde mit Knechten, Mägden und Töchtern gesponnen, gewebt, genäht. Dazu hatte man die Lebensmittel noch nicht in der heutigen Auswahl. Kartoffeln und Kaffee fehlten, Brot mußte jeder selbst zubereiten. Das Wasser mußte am Brunnen geholt werden. Für Wiutervorräte mußte gesorgt werden. Alles Dinge, die das tägliche Leber: recht unbequem machten. Im Mittelalter wird dann manches anders. Die Frau besinnt sich aus ihre Stellung und ihre Rechte. Das Handwerk erleichtert die Arbeit. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wird die Arbeit der Frau in die Fabriken verlegt. Zwar gilt sie dort als Lohndrücker. In der ersten Zeit der Fabriken entwickeln sich Verhältnisse, die »vir grausam finden würden, u. a. 18—20 stündige Arbeitszeit. Die Frau wird der Hausarbeit entfremdet. Dann kommt der Einfluß der Dampfkraft und der Elektrizität, der natürlich die Haushaltführung entscheidend umgestaltct. Die Arbeit der Frau wird nicht mehr so hoch geschätzt. Die starke, geistig eingestellte Frau erkennt ihr Leben, Jugend sucht eineu Beruf. Jetzt wird der Berus zur Hauptsache, der Haushalt zur Nebensache. Dann kam der Krieg und brachte auch hierin Wandel. Mau erkannte, daß die Arbeit der Frau in der Hanshaltführung starken Einfluß auf das Volksvermögen hatte. Man lernte zu beobachten, wie viel Wert« verloren gingen. Die Frau lernte methodisch und denkend zu arbeiten, mit kleinen Mitteln das Größtmögliche zu erreichen. — Wie steht nun die jüdische Frau zu diesen Fragen der Haushaltungführung'? Gesetz, Sitte und Gebräuche regeln die Arbeit im Haushalt, erschweren sie. Im „Glücke! von Hameln" wird uns erzählt, wie vielseitig die jüdische Frau ist. Sie nimmt Teil an Handel und Geschäft. Einen großen Wandel im Leben der jüdischen Frau brachte die Emanzipation, die Freiheit aus dem Ghetto. Kinder drangen hinaus aus dem Haus, geistige Anregung suchend und verächtlich auf die häusliche Arbeit hinabsehend. Achnlich ist es in der Jetztzeit, da muß Früheres neu belebt werden. Mütter und Töchter müssen wieder enger zusammen kommen, das Familienleben muß inniger werden. Mit all den technischen Erleichterungen ist die Führung des Haushaltes so sehr erleichtert, daß die Frau teilnehmen kann au allen Fragen, die das ganze Volk interessieren. Es muß und kann da körperliche und geistige Arbeit in Einklang gebracht werden, und das ist nötig zur Erneuerung des Judentums, die wir dringend nötig haben. Reicher Beifall folgte den interessanten Ausführungen. Eschwege. (Persönliches.) Lehrer Simon Glauberg feierte letzten Sabbat unter allgemeiner Beteiligung aller Gemeindeangehörigen seinen 60. Geburtstag, gleichzeitig auch sein 40 jähriges Amtsjubiläum Md das Jubiläum der 25 jährigen Wirksamkeit als Lehrer an der jüdischen Volksschule. In der gleichzeitigen Eigenschaft als Gemcindesekretär und Schriftführer des Israelitischen FrauenvereinS hat der Jubilar den vielseitigen religiösen Interessen der Gemeinds Eschwege mit vorbildlicher Gewissenhaftigkeit und Treue gedient und sich dadurch die allseitige Liebe und Wertschätzung weiter Kreise verschafft. An seinem Doppeljubiläum wurden ihm mancherlei Beweise der Verehrung und des Dankes gegeben. Essen. (R c l i g i o n s w i s s e n s ch a f t l i ch e Vorträge.) Eine bedeutende Veranstaltung, die tveit über den Rahmen der hiesigen Gemeinde hinaus Allgemeininteresse beanspruchen darf, fand in der hiesigen Synagoge statt. An drei aufeinanderfolgenden Sonntagen wurde von bedeutenden Rednern das Thema: „Gibt es jüdische Geh e i m l eh re n?" behandelt. Tie Vortragsreihe mar sowohl an den Litfaßsäulen wie im Annoncenteil der Tageszeitungen «rngekündigt worden. Der Eintritt war frei für jedermann. Etwa 2% Tausend Menschen füllten jeweils den wundervollen Raum der Essener Synagoge. Die Zuhörerschar bestand durchschnittlich aus 90 o/o Nichtjuden, die mit wachsendem Interesse den Ausführungen der Redner folgten. Als Referenten waren gewonnen worden: Rabbiner Dr. Dienemann, der in pädagogisch hervorragender Weise die Grundlehve» des „T a l m u d" behandelte, tvobci er durch geschickte Heranziehung von Beispielen aus dem modernen Völker- und Privatleben auch dem talmudisch Nichtvorgebildeten ein wahrheitsgetreues Bild dieses für die Entwicklung des Judentums so bedeutsamen Literaturwerkes zu vermitteln verstand. — Rabbiner Dr. Baeck, der über die „Kabbala" sprach, faszinierte die Zuhörer durch die Innerlichkeit seiner Sprach«, die dazu angetan war, den atemlos lauschenden Zuhörern .einen Einblick in die eigenartige Lebenswelt der jüdischen Mystiker zu gewähren. — Zuletzt sprach Professor Dr. Martin Buber ,über den „Chassidismus". Die Synagoge vermochte die Fülle der Zuhörer, von denen viele nicht mehr Einlaß bekommen .konnten, kaum! zu fassen. Der Vortrag Bubers war ein Ereignis besonderer Art. Er deutete den Chassidismus als den gigantischen Versuch hes Judentums, die „Heiligung des Alltags" durchzuführen, und er .wurde selbst durch die Glut des Buberschen Wortes zu einer „Heiligung Gottes" inmitten des jüdischen Gotteshauses. — Bezeichnend übrigens für den Geist der Zuhörer, daß sie nach jedem Vortrag Herrn Rabbiner Dr. Hahn, in dessen Hand die Leitung cher Veranstaltung lag, bitten ließen, eine Erklärung der synagogalen Gebräuche anzuschließen. — Alle Essener Tageszeitungen brachten genaue Berichte über den Inhalt der Referate und gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, daß die Synagogeu-Gemeinde es unternommen hatte, gerade in dieser an Schmähungen gegen das Judentum nicht armen Zeit Aufklärung über den wahren Gehalt der jüdischen Lehre iu die breitesten Volksmassen zu tragen. Es wäre zu wünschen, daß viele Gemeinden Deutschlands dem vorbildlichen Beispiel Essens folgen wollten. Friedberg. (Persönliches.) In voller körperlicher und geistiger Frische beging Frau Sabine Mayer dieser Tage ihren 80. Geburtstag. Die Jubilarin ist Über 25 Jahre erste Vorsitzende des israelitischen Wohltätigkeitsvereins gewesen und betätigt sich heute noch in gemeinnütziger Weise. Anläßlich ihres 25 jährigen Jubiläums als Vorsteherin des Frauenvereins wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch an ihrem Familienfeste wurde die verehrungswürdige Greisin, die zu den beliebtesten Persönlichkeiten der Gemeinde gehört, durch reiche Aufmerksamkeiten und Ehrungen erfreut. Gießen. (Persönliches.) Der planmäßige außerordentliche Professor für semitische Philologie an der Landesuniversität Gießen, Dr. Julius Lewy, wurde zum persönlichen Ordinarius ernannt. Grebenstein. (Persönliches.) Hier verstarb am 20. November der im 78. Lebensjahr stehende Großkausmann Salomon Rosenbaum. Der Entschlafene war mehrere Jahrzehnte Kceisvorstcher der jüdischen Gemeinden des Kreises Hofgeismar und gehörte zu den angesehensten Bürgern der Stadt. Für die Allgemeinheit hat er als Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums und als Krcisvorsteher in vorbildlicher und uneigennütziger Weise gewirkt. Darum wurde dem Verblichenen in alten Kreisen der Bevölkerung Achtung und Verehrung cntgegengcbrocht. Die Gemeindevorsteher des Kreises Hofgeismar erkannten in einem herzlich gehaltenen Nachruf seine Verdienste um das jüdische Gemeindeleben an. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung von Freunden aus der Stadt und den Ortschaften des Kreises wurde die sterbliche Hülle des Heimgegangenen zur letzten Ruhe gebettet. Hanau. (Neubau einer Friedhofshallc.) Die hiesig« Gemeinde plant den Bau einer neuen Friedhofshalle. In einer Gemeiudesitzung, an der auch ein Architekt tei-lnahm, wurde das Projekt, das schon seit mehreren Jahren die Gemeinden «gehörigen beschäftigte. 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