Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 43 (22.10.1930)
- Date
- 1930-10-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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10. Jahrgang Nummer 43 Wisch-liberale Zeitung Beilage 22. Oktober 1930 Die Mel im Lichte neuer Religiosität Von Rabbiner Tr. Gott schalt, Köln. Immer wieder erklingt die Mahnung, nach der Bibel zu greisen. Uebersetzung en werden veranstaltet, die, mehr oder weniger glücklich, gekünstelt oder schlicht, uns ihren Inhalt von neuem darbringen sollen. Sie wird gesungen, wird rezitiert, als Kunstwerk in Bildern vorgeführt — und doch gibt es weite Kreise genug, die ihr fernstehen, die nichts mehr als ein ehrwürdiges Denkwal der Vergangenheit in ihr erblicken. Mancherlei Gründe lassen sich dafür anführen. Aber ein ganz wesentlicher ist natürlich die theologische Grundlage, auf der sich die Bibel gründet und die sich nun einmal für so viele so von Grund aus verändert hat. Was soll ein Mensch, dem Gott das Göttliche geworden, der Ewige das Ewige bedeutet, die Natur ein Werk von jeher ist, wenn auch von je her ein Geheimnis, mit all den Stellen anfangen, die nur Kinder und Naive unkritisch hinnehmen können? Was soll jemand, der Schicksal von Gott losgelöst hat, im Bekenntnis zum Zufall nichts Unreligiöses sieht, mit den gewiß innigen, oft genug rührenden, aber eben doch kindlichen Bitten an einen Vater anfangen? Was soll der, dem aller Antrieb zum ethischen Tun aus der Urkraft des Herzens kommt, all den Mahnungen und Stimwen von oben her und von außen erwidern? Nichts spricht zu ihm, und so greift er lieber zu Büchern über die Bibel, über das Wesen des Judentums, als zu ihr selbst. Und ist denn zu übersehen, wie weite Partien in ihr nur Stoff für den Archäologen sind und zur Religiosität des neuen Menschen keine Beziehung haben, kann man bestreiten, daß auf weiten Strecken die Stimme der Gewalt ertönt, der eifernden Leidenschaft, in einer Sprache dazu, die wir gern in ihr nicht vernommen hätten? Hallt sie nicht oft genug von Kriegslärm wieder und hat nicht, genau besehen, ein Mose selbst die Religion des Ewigen wirklich mit Blut und Eisen aufgerichtet und nicht bloß in der Abwehr gegen die anderen, sondern auch gegen Juden, gegen den eigenen Bruder, wie es in der Geschichte vom goldenen Kalb so eindringlich oargestellt wird? Keine Frage, nur sehr bedingt, kann der frei über den Tingen stehende Jude seiner Urschrift den Charakter der Heiligkeit zuerkennen. Vieles hat diesen Zug für ihn durchaus nicht, er gibt es preis und muß es tun. Und doch kennt auch er eine Schönheit der Bibel und doch ist sie auch ihm unvergänglicher Antrieb zum Hohen, Quelle seiner Religiosität. Aber sie ist ihm das erst und kann es auch andern erst sein, wenn er eine Umwertung der Werte vorgenommen, die steinernen Tafeln abermals zerbrochen hat und neue geschrieben, wenn auch er diese Bibel übersetzt hat, aber nicht bloß dem Wortlaut nach, aus dem Hebräischen, sondern dem Geiste nach, dem Geiste, den er hinter allen Worten und Reden spürt, dem' er sich im Innersten wirklich verwandt fühlt. Ja eine Uebersetzung der Bibel ist nötig, aber nicht in Vollständigkeit, aus Gründen, die wir erwähnten, sondern in ihren edelsten Teilen, die wir auch der Zukunft überantworten möchten; eine Uebersetzung aber auch nicht in wörtlichem, sondern in geistigem Sinn, eine Uebersetzung. bei der die Bor-Rede fast so wichtig ist wie die Rede, denn in ihr müßte ein neues Bekennen anheben, neue religiöse Vokabeln müßten hier zu finden sein, die den Schlüssel zum Verständnis oder besser zum Erleben des alten Textes bilden. Ist. nämlich diese Vorrede da und dieses Bekennen, dann wird es manchem mit der Bibel gehen wie mit dem neuen „Gottesdienst" oder überhaupt dem Lesen kultischer Texte. Er kann vieles wieder hören, vieles wieder ertragen, was ihm vorher unerträglich war, er weiß ja, daß es ganz anders gemeint ist, aus einer ganz anderen Stimmung kommt. Ter Inhalt der Vor-Rede war oben schon angedeutet und alles, was hier über die notwendige Vergeistigung unserer Religiosität schon gesagt wurde, gehörte dahin. Und dann wird Altes neu werden, der Segen des Buches sich Unzähligen erschließen, denen er sich! verschlossen hält. Ist das aber dann noch die Bibel, wird mancher fragen? Run, wer es tut und wer so fragt, hat ihres Geistes keinen Hauch verspürt und keinen Hauch der Religiosität überhaupt. „Ihr kerkert den Geist in ein tönend Wort, der freie schreitet im Sturme fort!" Und nicht um die handelt es sich ja, zu denen der Bibelgeist auch in der alten Sprache spricht, sondern um die, in denen alles ausgestürmt ist, Welten zusammenstürzten und neue wurden und doch auch Bibelgeist noch packt. Wollen andere schon nicht darüber glücklich sein, können sie cs nicht, erscheint ihnen Blasphemie oder Verfälschung, was andere Wiedergeburt nennen, so mögen sie schweigen. Und wenn sie auch das nicht können, glauben, nicht schweigen zu dürfen, so wollen wir uns in diesem Glück nicht stören lassen und „dem Ewigen ein neues Lied singen". Ja dem Ewigen ein neues Lied. Und so lesen wir von der Schöpfung der Welt und dem Gott, der sah, daß alles sehr gut war — und versenken uns in die Gottes-Natur, die diesen Namen für uns nicht verdient, weil ein Gott sie in sechs Tagen geschaffen hat, sondern weil sie in all ihren Geheimnissen nur durch den Namen Gott zu „erklären" ist, Gott, dieses Symbol alles Unerklärlichen, für uns aber vor allem Symbol aller Schönheit und Harmonie, wie sie die Natur so vielfach bietet. Und wo sie es nicht tut, bleibt es Geheimnis, aber wir fühlen nicht mehr unfern Gott. Ja dem Ewigen ein neues Lied — und so erheben wir unsere Augen zu den Bergen, von wannen meine Hilfe kommt. Nicht weil ein Gott dort oben im Wolkeudunkel thront, aber weil die Berge, der Blick in die Höhe nicht andres als der Blick in das Reich der Sehnsucht, des Ueber-Jrdischen, Göttlichen ist, des Ewigen. Nicht jenes Ewigen mehr, der Himmel und Erde gemacht hat, aber des Ewigen, das wirklich unfern Fnß nicht wanken läßt und wirklich ein Schatten zu unserer Rechten, des Reiches der ewigen Idealität. Wer könnte unseren Ausgang, wer unseren Eingang besser behüten — in Ewigkeit, ja wer anders als das Leben in diesem Reich? Ja dem Ewigen ein neues Lied — denn auch wir fühlen, daß er Licht schafft und Finsternis, Frieden und Unheil. Nicht er freilich mehr, der Schicksalsbringer, der Herr über Krankheit, Leben und Tod. Das geht seinen Gang, den wir nicht kennen, der nichts mehr zu tun hat mit unserm Gott. Aber Licht schafft es, das ewige Leuchten, das durch die Jahrtausende strahlt, von allen Menschen mit leuchtenden Seelen, von denen wir einen Strahl aufsangen, weil wir selbst die leuchtende Seele besitzen. Und nur denen schasst es die Finsternis, die sich diesem Seelenleuchten versagen, Finsternis, Unheil und den Unfrieden. Ja dem Ewigen ein neues Lied, und auch wir wissen, daß unser Erlöser lebt, nicht der, zu dem wir die Hände falten, aber die, die als erlösende Kraft in unsl, durch uns, zum Göttlichen hinstürmt, uns hinausträgt über das Wirrsal der Welt. Wir wissen es, weil wir es hundertmal schon erfahren, weil uns einfach kein anderer Ausweg blieb, kein anderes Glück für uns ausblühen wollte. Ja dem Ewigen ein neues Lied, und ob wir auch durch Todestalc wandeln, er ist unser Trost, sein Stab und seine Stütze, sie führen uns. Nicht, weil wir Gebete zu ihm senden und demutsvoll seiner Führung vertrauen und alles wohlgetan ist, was Gott tut und weil er uns kennt und unsere Schritte lenkt — nein weil das Leben im Reich des Idealen, erfüllt vom Göttlichen eine grenzenlose Ruhe und Sicherheit gibt, wirklich durch Not und Tod hindurchsührt, darüber hinaus noch, daran vorbei. Ja dem Ewigen ein neues Lied — und er sprach wirklich zu allen Propheten, nicht von oben, nicht im Traum, nicht vom Sinai, nicht aus dem Dornbusch, aber sie selber sprachen zu sich, sprachen von sich und über sich und alles als Werkzeug nur ewigen Geistes, als Mund der ewigen Seelenkraft. Ja dem Ewigen ein neues Lied und wir rufen ihn gerne, in Wahrheit an, nicht aus Gewohnheit, aus Pietät, nicht weil er uns hört und weil er uns kennt, all das ist für uns ja nicht mehr vorhanden — wir rufen ihn an —und alles gilt ja wieder nur uns, strömt aus uns heraus, in uns zurück, hinein in den ewigen Weltgeistraum, die ewige Liebe und Wahrheit. Und rufen immer wieder, nicht nach Schema und Formel, nach Regel und Zwang, nach Büchern, welche sich niemals verändern. Wir rufen in unserer Ergriffenheit, rufen auS unserem Schweigen heraus, rufen, wenn andere für uns rufen und unser Inneres in uns auswühlen, rufen im Erleben, rufen ohne zu wissen zu wem, nur fühlend, daß es dem Seelengott gilt. Ja dem Ewigen ein neues Lied, und auch wir haben keine anderen Götter außer ihm und auch keinen. anderen Gott, aud) für uns ist er einzig — einzig und eine nur, immer dieselbe, lebendig, beständig das ist die Ewigkeit, an die wir glauben, der wir vertrauen, vor der wir uns beugen. Liebe und Wahrheit, das ist ihr Reich. Höre Israel, der Ewige ist uns das Göttliche, das Ewige, es ist nur eines! Aus der Bewegung ★ Hauptversammlung der liberalen Vereinigung Westfalen Auf Sonntag, den 12. d. Mts., hatte die Vereinigung für das liberale Judentum in Westfalen zu einer Hauptversammlung nach Dortmund cingeladen. Dem Ruse war mau aus allen Te'len Westfalens gefolgt. Ter große Vortragssaal des Gemeindehauses war dicht besetzt. Um 15 Uhr erössnete der Vorsitzende der Vereinigung, Herr Tr. .Katzenstein-Bielefeld, die Verhandlungen. Als wertvollstes Ergebnis unserer Tätigkeit bezeichnete er die Ausarbeitung der Richtlinien für liberale Gemeindepolitik, die in arbeitsreichen Sitzungen von einer im vorigen Jahre gewählten Kommission fertiggestellt worden sind. Tie Lösung der schwierigen Aufgabe scheint einigermaßen gelungen zu sein, wie aus der freudigen Anerkennung hervorgeht, die unsere Arbeit bereits anderwärts gefunden hat. Es ist damit der Grundton getroffen worden, auf den die Gemüter unserer Gesinnungsfreunde gestimmt sind. Tie Richtlinien, die an anderer Stelle dieser Zeitung zum Abdruck gelangen, wurden von der Versammlung einstimmig gutgeheißen. Einen breiten Raum nahm alsdann die Besprechung der für den 30. November ausgeschriebenen Wahl zum Preußischen Landesverbände jüdischer Gemeinden ein. Man begegnete sich in dem Wunsche, nach Möglichkeit einen Wahlkampf zu vermeiden, um nicht das Bild inneren Unfriedens zu zeigen in einer Zeit starker Anfeindung von außen; indes konnten Zeichen unfriedlicher Gesinnung aus einem anderen Lager nicht übersehen werden. So kam man überein, zum Frieden bereit, zum Kampfe aber gerüstet sein zu wollen und zu müssen. Ganz im Geiste der vorher angenommenen Richtlinien wurde nunmehr die auch diesmal wieder von Herrn Tr. Katzenstein und Frau Ottilie Schönwald geführte Kandidatenliste ausgestellt. Nach Einnahme einer von der Dortmunder Ortsgruppe gereichten Tasse Kaffee wurde ein siebengliedriger Wahlausschuß eingesetzt, dem u. a. die Herren Tr. Katzenstein-Bielefeld> Konsul Jacoby und Albert Heinemann- Dortmund angehören. Diesem Ausschuß sind alle notwendigen Vollmachten übertragen. Es wurden dann noch Fragen organisatorischer Art besprochen; dann löste s'ch gegen 18.30 Uhr die stark besuchte Versammlung in dem frohen Bewußtsein auf, den liberalen Gedanken in Westfalen gefördert und gefestigt zu haben. Richtlinien liberaler Gemeindepolilik Ausgestellt vom Verbände für religiös-liberales Judentum in Westfalen. Das liberale Judentum erblickt das Wesen der jüdischen Religion in ihren ewigen Wahrheiten und sittlichen Grundgeboten. Tie Formen, in denen diese ihren Ausdruck gefunden haben, sind der Entwicklung unterworfen. Zur Verwirklichung seiner Anschauung fordert das liberale Judentum I. auf religiösemGebiete: 1. Tie jüdischen Gemeinden sollen als religiöse Einheitsgemeinden erhalten werden. 2. Ten Bedürfnissen religiöser Minderheiten innerhalb der Gemeinde soll Rechnung getragen werden. 3. Es ist anzustreben, daß jedes jüdische Kind ordnungsmäßigen Religionsunterricht erhält. Tie Gemeinden sind verpflichtet, die nötigen Einrichtungen zu treffen und zu unterhalten. Knaben und Mädchen sollen gottesdienstliche Einsegnung erfahren. 4. Bei grundsätzlichem Festhalten an dem Ideal der Gemeinschaftsschulen soll die Erhaltung und Errichtung jüdischer Volksschulen angestrebt werden, wo und solange die Bekenntnisschule die Regel bildet. 5. Ter Gottesdienst soll in Form und Inhalt so gestaltet werden, daß er mit unserem religiösen und liberalen Empfinden und unfern geistigen Bedürfnissen in Einklang steht. Insbesondere soll: a) die deutsche Sprache als unsere Muttersprache neben der traditionellen hebräischen Gebetsprache gebührend zur Geltung kommen, b) der Gemeindegesang gepflegt werden, c) je nach Bedürfnis der Beginn des Freitag-Abend- Gottesdicnstes eingerichtet werden, d) für die schulpflichtige und schulentlassene Jugend und für die am regelmäßigen Besuch des Sabbat-Gottesdienstes verhinderten Gemeindemitglieder die Möglichkeit besonderer Gottesdienste oder religiöser Erbauungsstunden, gegebenenfalls auch an Sonntagen, geschaffen werden, e) die Tauer des Gottesdienstes durch Ausschaltung sich wiederholender Gebete verkürzt werden. 6. Vertiefung und Verbreitung jüdischen Wissens durch geeignete Veranstaltungen und Einrichtungen (Vorträge, Kurse, Zeitschriften, Büchereien usw). 7. Tie Freiheit der religiösen Meinung und Uebung darf niemandem, auch nicht den religiösen Führern, beschränkt werden. II. auf sozialemGebicte: 1. Zeitgemäßen Ausbau der Wohlfahrtspflege einschließlich der Krankenpflege im Zusammenwirken mit den privaten sozialen Bereinigungen. Unterstützung jüdischer Organisationen auf den Gebieten der sozialen Fürsorge, des Kampfes um Gleichberechtigung und gegen Entrechtung. 2. Sorge für die religiöse, geistige und körperliche Pflege der Jugend. Unterstützung der Jugendvereine durch Geldmittel und persönliche Anteilnahme. 3. Für das wirtschaftliche Fortkommen der jungen Leute sollen die Gemeinden Einrichtungen, wie Berufsberatung, Stellenvermittlung usw. schaffen und diese auch aus wirtschaftlich Schwache ausdehnen. III. aufdem GebietederVerwaltung: 1. Geheimes, direktes, gleiches Wahlrecht — aktives und passives — für alle volljährigen Juden beiderlei Geschlechts, die sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Eine etwaige Wartezeit darf nicht über ein Jahr ausgedehnt werden. Einführung des Verhältniswahlsystems. 2. Besteuerung der Gemeiudemitglieder unter Zugrundelegung der Reichseinkommen- und Vermögenssteuer bei Schonung der Minderbemittelten. 3. Ablösung der Kasualien. 4. Anstellung der Gemeindebeamten nach staatlichen Grundsätzen, unter Sicherung ihrer Ruhegehalts- und Hinterbliebenen-Ansprüche. 5. Anschluß an Provinzial- und Landesverbände. Vereinsnachrichten Freie Jüdische Volkshochschule, Porckstraße 88 (Goldmann), Bergmann 472. Rabbiner Tr. Felix Goldmann: Was steht im Talmud? (Donnerstag 8—9i/o Uhr, Synagoge Fasanenstraßc, 3 Abende, Beginn 23. Oktober.) Rabbiner Tr. Max Wiener: Tie Geschichte des biblischen Schrifttums. (Mittwoch, iy->—8i/-> Uhr, Synagoge Prinzregentenstraße, 4 Abende, Beginn 29. Oktober.) Freie Aussprache über religiöse Fragen, eingeloitet von Rabbiner Tr. Max Wiener. (Mittwoch, 8(2—10 Uhr, Synagoge Prinzregentenstraße, 4 Abende, Beginn 29. Oktober.) Sonderneranstaltiing: Jüdische und nichtjüdische Musik. Parallelen und "Gegensätze. Schallplatten: Slawische, orientalische, jüdische und nichtjüdische Kultmusik. Vortrag Alice Jacob-Loewenson. (Sonntag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr, Kaiser Friedrichschnle, Knesebcckstraße 24.) Hörergebühr: Mk. 1,— kür die Sondervcranstaltung (Jugendliche zahlen die Hälfte). (Apparat und Platten werden von der Külturabteilung der Carl Lindström A.-Ä. zur Verfügung gestellt.) Jeder Kurs Mk. 2,—. lieber Ermäßigung siehe Vorlesungsverzeichnis, erhältlich in allen jüdischen Buchhandlungen, an den Theaterkassen Hermann Tietz, Alexanderplatz, Leipziger Straße, Frankfurter Allee, im K. d. W. und im Sekretariat. Jüdischer Turn- und Sport-Club 1905 (J.T.S.C. 1905). Durch den Zusammenschluß der Vereine Jüdischer Turn-Verein Berlin „Schwnrz-Weiß 1905" und Indischer Sport-Club (im R. j. F.), welche jetzt gemeinsam den Namen Jüdischer Turn- und Sport-Club 1905 tragen, ist allen jüdischen Turnern und Sportlern die günstigste Gelegenheit gegeben, die von jedem Einzelnen bevorzugte Sportart im Kreise jüdischer Kameraden auszuüben. Da für jeden Trainingstag staatlich geprüfte Turn- und Sportlehrer eingesetzt sind, steht der Uebungsbetrieb im Zeichen moderner sportlicher Schulung. Ter Trainingsplan für das Winterhalbjahr 1930/31 ist folgender: Männer-Turn-Abteilung: Mittivoch, 8—10 Uhr, Große Hamburger Straße 27. Frauen-Turn-Abteilung: Montag, 8—10 Uhr, Blumenstraße 77; Mittwoch, 8—10 Uhr, Frommelstraßc. Männer-Leichtathletik-Abteilung: Montag, 8—10 Uhr, Große Hamburger Str. 27. Frauen-Leichtathletik-Abteilung: Dienstag, 8—10 Uhr, Blumenstr. 77. Jugend-Abteilung: Dienstag, 8—10 Uhr, Wassertorstrnße 31. Knabcn- Abteilung: Montag, 6—8 Uhr, Kaiserstraße. Mädchen-Abteilung: Dienstag, 6—8 Uhr, Kaiserstraße. Tennis-Abteilung: Sonntag, 8 bis 11 Uhr, Vereinsplätze. Für alle Mitglieder: Donnerstag: Waldlauftraining (Treptow); Sonntag: Waldlauftraining für Nichthandballcr (Wuhlheide). Tie Geschäftsstelle befindet sich: Berlin S.O. 16, Rungestraße 13, Tel. F. 7, Jannowitz 1668. Bürozeil: täglich 10—1, 3—8 Uhr. Anfragen und Neuaufnahmen dort, auf den Turnsälen und Sportplätzen. Das Sidonie Wetner-Hrim in Bad Scgeberg/Holst., Haushalr tungsfchule des Israel. Humanitären Frauenvereins in Hamburg, hat die Berechtigung bekommen, Haushaltungslehrlinge auszubilden und sie im 2. Jahre einer Hausgehilfinnenprüsung zuzuführen; ein schöner Schritt weiter zu dem Ziel, jüdische hauswirtschaftliche Beamtinnen heranzubilden. Das Heim steht unter Aufsicht des Hern» Oberrabbiner Dr. Carlebach.