Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 39 (25.9.1930)
- Date
- 1930-09-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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lich auf Grund des V.U.G. gezwungen werden kann. Das wird auch mit denr Antrag der Liberalen nicht verlangt. Aber es ist ebenso klar, daß eine Regelung vom Stande Punkt der Gemeinoe aus oorzuziehen ist, die im Augenblick finanziell die Gemeinoe ebenso stellt als die gesetzlich erzwingbare und nebenher noch Sicherung gegen spätere unerwünschte Konsequenzen gewährt. 3. Derjenige Vorschlag, den die Liberalen gemacht haben, tragt einem feit Jahren insbesondere von oer jüdischen Lehrerschaft vertretenem Wunsche auf paritätische Behandlung im Schulwesen Rechnung. Als gleichberechtigte Glieder sollen die jüdischen Lehrer und Kinder in das städtische Schulwesen eingefügt werden. Der andere Vorschlag läßt ein Sonderschulwesen bestehen, dessen weiterer Ausbau insbesondere oon zionistischer Seite lebhaft gefordert und gefördert wird. Es wird eingewandt, daß die Einflußnahme, die die Stadt Berlin im Falle der Uebernahme der Schule z. B. au, die Wahl der Lehrer ausüben könnte, vom Standpunkt der Gemeinde sich leicht als unerwünscht auswicten lönne. Es könnten z. B. Lehrer bestellt werden, etwa bei Begünstigung von sozialdemokratischer oder kommunistischer Seite, die sich ihrer ganzen Einstellung nach nicht als Lehrer einerjüdischen Schule qualifizieren. Die Schulen der jüdischen Gemeinde müßten einem jüdischen Ideal dienen, und dieses Ziel würde durch Uebcrnahme aus die Stadt gefährdet. Diese Befürchtungen sind in tatsächlicher Hinsicht zunächst einmal stark übertrieben. Denn bei der Uebernahme der Schulen würde mit denselben ein Stamm von der Gemeinde ausge.vähtter Lehrer und Lehrerinnen übergehen, deren Wirken aus Jahrzehnte hinaus Gewähr leisten würde, daß die religiöse Erziehung im Sinne unserer Glaubensgemeinschaft erfolgt. Abgesehen hiervon aber unterliegt der Einwand erheblichsten grundsätzlichen Bedenken. Das ist ja zu Zeiten der Weg des Klerikalismus gewesen, daß er verlangt hat, es dürsten katholische Kinder nur von Lehrern unterrichtet werden, deren Persönlichkeit die besondere Billigung der kirchlichen Obrigkeit fände. W i r können nicht das Recht und nicht den Wunsch haben, daß die Schulen in dieser Weise als „kirchliche Schulen" geführt werden. Wohl aber müssen wir wünschen, daß die Schulen als städtische Schulen gleichberechtigt mit denen der anderen Religionsgeseilschasten unterhalten werden, wobei die religiösen Gesichtspunkte u. a. in der Mitwirkung des Rabbiners iu der Schuldeputation schon jetzt zum Ausdruck kommen. 4. Schließlich ist auch anzunehmen, daß bei Ser augenblicklichen politischen Zusammensetzung der städtischen Körpersckaften für diesen Gedanken paritätischer Behandlung der jüdischen Stadtgemeindemitglieder mehr Verständnis vorhanden sein wird, als für den Aus- und Ausbau eines kirchlichen Schulwesens der Gemeinde. — Die grundsätzlich liberale Forderung der Vereinheitlichung des Schulwesens derart, daß, alle Kinder in gemeinsamen, grundsätzlich nicht konfessionell unterschiedenen Schalen Unterricht erhalten, bleibt nebenher bestehen. Wird sie in einer Zukunft, die sich nach den heutigen politischen Verhältnissen leider nicht absehen läßt, verwirklicht, so werden durch den Vorschlag der Liberalen Hindernisse gegen ihre Realisierung nicht geschaffen. Daß die liberale Forderung durchgeführt wird, dafür werden bei der Wahl am 30. November die jüdischen Wähler Berlins zu sorgen haben. Der Beschluß des Schulvorstandes dom 17. September ist lediglich dadurch zustande gekommen, daß die Liberalen, die zur Zeit in dieser Körperschaft wie in den anderen Gemeindeinstanzen eine Mehrheit nicht haben, in der entscheidenden Sitzung stärker vertreten waren. Sämtliche anwesenden Vertreter der anderen Parteien haben gegen den Vorschlag gestimmt. Ob der Gemeindevorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung dem Beschluß Folge geben, und insbesondere ob er ihn auch energisch vertreten wird, steht völlig dahin. Geboten bleibt daher die Schaffung einer liberalen Mehrheit in der Gemeinde, die dafür Gewähr bietet, daß durch die Durchführung des Beschlusses eine finanzielle Entlastung der Gemeinde erfolgt, ein Zwang zum Besuch der konfessionell geführten Schulen für die Gegenwart und Zukunft vermieden wird, andererseits aber dem berechtigten Wunsche aus pantätische Behandlung der jüdischen Gemeinschaft seitens der Behörde Rechnung getragen wird. Werbt neue Mitglieder! Zwei Welten Uraufführung: Capitol Berlin. E. A. Dupont stand ehemals in der ersten Linie der deutschen Filmregisseure. In dankbarer Erinnerung gedenken wir der großen Filme, die er, meistens mit Norbert Falk als Textdichter, über die Leinwand rollen ließ. Am unvergeßlichsten vielleicht ist uns seine „Madame Dubarry" gebilieben. Wir haben dem Namen gegenüber mithin jene Pietät bewahrt, die allen Künstlern und Könnern, selbst in den Nebenbereichen der Kunst, gebührt. Daß auch Dupont den Weg der Zeit geschritten und demzufolge beim Tonfilm gelandet ist — er, der Meister des stummen Films — soll ihm von uns gewiß nicht verübelt werden. Man kann wohl nicht immer gegen den Strom schwimmen, selbst wenn dieser Strom Amerikanisierung oder, gröblicher gesagt, Geschmacklosigkeit heißt. Der Tonfilm an sich also sei ihm gerne verziehen. Daß Dupont aber noch eine andere größere Sünde wider den guten Geschmack beging: nämlich eine kitschige Verfilmung des alten abgestandenen — zwar heutzutage politisch besonders aktuellen — Themas von den „Zwei Welteill", d. h. hie Christentum, hie Judentum, das kann ihm nicht vergeben werden. Umsoweniger, als er seine sogenannte Tonfilmoperette so stark an den in Berlin hinlänglich bewunderten Lubitsch-Film „Hotel Stadt Lemberg" anlehnte, daß — ein Uebriges zu tun wirklich nicht nötig war. Zum anderen Mal — zum wievielten? — die im Ueberfluß und bis zum Ueberdruß genossene Fabel von dem österreichischen Offizier, der anno 1917 in die Hände der Russen fällt und von der jüdischen Tagungen des Mischen Frauenbundes Der Jüdische Frauenbund von Deutschland hatte seine Mitglieder vom 7.-9. September zu einer Sommerschule nach Bad. Dürkheim in der Pfalz geladen. Das Thema „Lebensgestaltung der Frau" sollte in einem möglichst nicht zu großen Kreise interessierter Frauen von den verschiedensten Gesichtspunkten her dargestellt und zur Aussprache gebracht werden. Man hatte versucht, in der Zeiteinteilung, dafür Sorge zu tragen, daß neben den Arbeitssitzungen auch Ausflüge und gesellige Veranstaltungen Platz fanden, damit der prrsönliche Kontakt ein engerer werde, als es bei großen Tagungen möglich ist. Tie Veranstaltungen nahmen in jeder Hinsicht einen sehr erfreulichen Verlauf. Daß die in Aussicht genommene Teilnehmerzahl durch die Fülle der Anmeldungen nicht eirvgehalten werden konnte, kann nur mit halbem Bedauern sestgeftellt werden. Tie Aussprachen legten Zeugnis davon ab, daß man Fragen ausgewählt hatte, zu denen jede Frau eine innerliche Stellungnahme sucht. Eine Stellungnahme kann bei einem so großen, von den Frauen der verschiedensten Richtungen und Meinungen gebildeten Bunde, keine einheitliche sein, aber auch die auseinanderstrebendsten Anficfjteit begegneten sich in dem Bewußtstin der Verantwortlichkeit, der doppelten Verantwortung als Frau und Jüdin. Und gerade die Art, in der Meinungsverschiedenheiten ausgetrancit wurden, bewies, daß ehrlich errungene Ueberzeugung in der anders gerichteten Ansicht keine "Gegnerschaft sieht, sondern daß sich eine Basis gegenseitiger Achtung und des Vertrauens finden läßt. Am Eröfsnungsabend, den der Verband der Pfälzer jüdischen Frauenvereine besonders sestlich gestaltet hatte, hielt -- nach Begrüßungsansprachen der Verbandsvörsitzenden Frau Tony Michel, des Herrn Stadtrat Strauß und Rab- Nachdenkliches zu den kommenden jüdischen Gemeindewahlen Unter der Ueberschrift „Jude deutscher Zentrumskandidat" bringt das „Neue Wiener Journal" (Nr. 13. 224 vom 13. September) ein Interview seines Sonderberichterstatters mit Herrn Georg K a r e s k i. Tie Aeußeruugen des Berliner Gemeindevorsitzenden, die das Blatt als „sensationell" bezeichnet, haben für uns auch nach der Reichstagswahl großes Interesse. .Herr Kareski hält an und für sich die Gründung.„jüdischer Natioualparteieu" für richtig. Ta das deutsche Reichswahlgesetz aber geographisch zersplitterte Gruppen benachteiligt, sei die Aufstellung einer jüdischen Liste in Deutschland unmöglich. Er begründet nun dem Wiener Korrespondenten seine Stellungnahme für die Zentrumspartei. Die Frage, „ob die nationalen Rechte der jüdischen Minderheit bei dem Zentrum Verständnis finden würde", bejaht Herr Kareski, indem er bemerkt, die Zentrumspartei habe „lange bevor in den Friedensverträgen Minoritäten - rechte festgesetzt wurden, durch die Tat bewiesen, daß sie Achtung vor anders nationalen Staatsbürgern habe." In der Vorkriegszeit sei die Partei auch für die berechtigten Forderungen der polnischen und französischen Minderheiten eingetreten. Daß uns Nationalsozialisten unser Deutschtum absprechen, sind wir gewohnt. Daß aber der derzeitige Vorsitzende der größten jüdischen Gemeine in Deutschland es wagen darf, vor der gesamten Öffentlichkeit die Juden als „andersnationale Staatsbürger" zu bezeichnen, ist ein starkes Stück! Vielleicht merkt jetzt auch mancher „tolerante" Nichtzionist, worum es bei den nächsten Repräsentantenwahlen geht. Am 30. November werden die Berliner Juden Herrn Kareski und seinen zionistischen Freunden die Antwort geben! Charakteristisch für die politischen Kenntnisse des Herrn Gemeindevorsitzenden sind seine Aeußerungen „über das Verhältnis der Juden zur Sozialdemokratie": „... Tie deutschen Juden, die allen erwerbenden Ständen angehören, haben nicht das geringste Interesse daran, eine Partei zu unterstützen, die den Umsturz erstrebt und das Privateigentum abschaffen will. Die jüdischen Kandidaten, die die Sozialdemokratie auf ihre Listen genommen hat, gehören fast alle dem Kreise der Renegaten, den bei uns so verachteten Abfalljuden an." Uebrigens wurde in Berlin ein Flugblatt verbreitet, das die deutschen Juden aufforderte, sozialdemokratische Kandidaten, also auch die „Abfalljuden" zu wählen. Unterschrieben ist der Aufruf u. a. von den Herren Goslar, Löwe und Klee....! Familie eines kleinen galizischen Dorfes gerettet wird. Der sich selbstverständlich in die schöne Tochter der edelen jüdischen Familie verliebt; der sie' ebenso selbstverständlich zu seinem Weibe begehrt, solches aber nicht darf... Nun, well eben an diesem Punkte die sattsam bekannten „Zwei Welten" sich kreuzen, und weil es offenbar noch niemals vorgekommen ist, daß ein Österreichischer Wald- und Wiesenosfizier ein Mädchen jüdischen Stammes uick> jüdischer Konfession, noch dazu, wenn sie und ihre Familie ihm das Leben gerettet haben, ehelicht. Es soll Exempel von Beispielen geben, wonach selbst kommandierende preußische Generäle Jüdinnen zu Ehefrauen hatten, -ohne daß diese Tatsache ihre Reputation oder ihre militärische Leistung beeinträchtigt hätten. Aber immerhin: der Film oder wenigstens dieser Film, selbst wenn er ein Tonfilm ist, ist im Jahre 1917 — oder nicht noch viel früher? — stehen geblieben und wärmt das alte Märchen von der Unvereinbarkeit der beiden Rassen wieder aus, auch! wenns bedenklich schal schmeckt. Es sollte uns nicht wundern, wenn demnächst irgend ein anderer prominenter Filmregisseur sich des anderen großen und gruseligen Menschheitsmärchens, nämlich des Ritualmordes, als Stofs für feine Kamera bemächtigen würde. Tenn „Tie Mädchen, sie Hörens so gerne"'. Oder, zeitgemäß variiert, die H a k e nkr e u z b ube n. sie Hörens so gerne. Man weiß nicht, inwieweit E. A. Dupont an der Herstellung des Manuskriptes, für das Herr Franz Schulz, ein beliebter Filmautor, verantwortlich zeichnet, schuldig oder unschuldig ist. Vermöchte er sich zu exkulpieren, so täte er gut daran, seinen Manuskriptlieferanten gehörig zu rüffeln für ein demagogisches Experiment, das in der heutigen Zeit unangebrachter denn je und das, rein künstlerische genommen, die Goethesche Forderung „Mit Bedeutung auch gefällig zu biner Steckelmacher, Dürkheim, und Tankworten der Bundes- Vorsitzenden Bettina Brenner — Herr Rabbiner Tr. Tienemann-Osfenbach den Einleitungsvortrag. Er legte dar, was die jüdische Religion zu den Fragen der „Lebensgestabtung der Frau" — wie: religiöse Fragen, Berufsfragen, Ehefragen, Fragen der unverheirateten Frau — zu sagen hat; welche religiösen Motive zur Beleuchtung dieser Probleme heranzuziehen sind. Es sei Aufgabe der Frau, am Religiösen weiter zu bauen und in einiger Zeit, da Gemeinschaft alles bedeutet, das Individuum zu retten. »On nächsten Tage gab Frau Dr. Edinger-Fraukfurt a. M. eine historische Fundierung durch Aufzeigen der Entwicklungslinien, die vom Zeitalter des Matriarchats bis zur modernen Frauenbewegung führen. Diese sei entstanden in einer Zeit, da ein Rechtszustand in der Auflösung begriffen ist, und es falle ihr daher in besonderem Maße zu, Aufbauarbeit zu leisten. — Nach Frau Tr. Edinger behandelte Frau Margarete Susman-Frankfnrt a. M. das Theniu: „Berufsprobleniatik der heutigen Frau" aus einer Perspektive, die die Aufgabe Frau zu sein — und in der heutigen, Zeit dieser Aufgabe in ihrer ganzen Bedeutung zu fühlen und zu erfüllen — offenbar werden ließ. Nachdem die gegenwärtige Situation in ihrer ganzen Schwere und Unentrinnbarkeit geschildert wurde, führte die Rednerin zu den Versuchen, die Möglichkeiten des Auswegs, der Ueberwindung werden könnten: Beseelung der Arbeitswelt, Umwandlung von Erkenntnis und Wissen zum Gewissen, eine neue Art der Solidarität, in der die Frau sich als Schwester aus-, wirken kann, ein Begriff, in dein das Brüderliche und Mütterliche in einem zusammensließt. An die Aussprache, die diesen Referaten folgte, schloß sich eine Fahrt durch das in dieser Zeit der Weinreife besonders anmutige Pfälzer Land bis nach Neustadt, wohin der bortiftf Frauenverein die Sommerschule geladen hatte. Tie Verhandlungen des nächsten Tages betrafen die staatlichen Gesetze, die die „Lebensgestaltung der Frau" berühren und führte,! vor allem zu einer lebhaften Aussprache über den § 218 des Strafgesetzbuches (Verbot der Abtreibung). Einleitende Referrate hielten: R.-A. Dr. Margarete Berent-Berlin und Tr. med. Rahel Straus-München. Aus der Diskussion müssen die Worte von Fräulein Pappenheim und Herrn Dr. Tienemann ganz besonders hervorgehoben werden. Einig waren alle, die zu diesem Thema sprachen, darin, daß die Frau das Leben zu erhalten und zu verteidigen hat, und daß auch im besonderen die jüdische Religion arg diesem Grundsatz der Heiligkeit und Unantastbarkeit allen Lebens beruht. Auseinander gingen die Ansichten darin, ob der 8 218 — zumal in seiner heutigen Form — diesem Schutz des Lebens dient, ja ob überhaupt das Strafgesetz in dieses ganz persönliche Gebiet hineinzureden hat. (Dr Berent). Während aus den Ausführungen von Frau Dr. Straus der reiche und schwere Erfahrungsschatz der Aerztin sprach, wurde aus den Worten von Fräulein Pappeuheim und Tr. Tienemann deutlich, daß es hier um Fragen geht, die nicht vom Augenblick her und in ihren Einzelhandlungen und -nöten beurteilt und gelöst werden dürfen. Es geht unr ein Grundgefühs, um eine Urkraft, die größer, weittragerrder und geheimnisvoller ist als die gegenwärtigen sichtbaren Schwierigkeiten. — Einen ebsonderen Gewinn bedeutete es, daß am letzten Abend Frau Tw. Edinger noch eine Zusammenfassung der in den Referaten und Aussprachen erarbeiteten Fragen und Antworten gab. Jnr Anschlu ßan die Sommerschule des I. F. B. fanden Sitzungen des engeren und erweiterten Vorstandes statt. — Auf der Gesamtvorstandssitzung, die von etwa 50 Mitgliedern beschickt war, stand neben der Erörterung der Arbeitsberichte, der Verschiedenen Vundeskommissionen, neben Fragen hauswirtschastlicher Ausbildung und theoretischer Fortbildung ehrenamtlicher Helferinnen, das Thema „Politische Aktivierung der Frau in Staat und Gemeinde" im Mittelpunkt der Verhandlungen. Nach einleitenden Referaten oonn Frau Bial-Breslau und Frau Schönewald-Bochum wurde einstiurmig folgende Resolution angenommen: „Der Gesamtoorstand des I. F. B. hat auf seiner Tagung in Bad Dürkheim am 10. 9. 30 beschlossen, allen Landesverbänden und Ortsgruppen erneut zu empfehlen, die Schulung und Aktivierung der Frauen für ihre Pflichten als Staatsbürgerinnen und Mitglieder der jüdischen Gemeinden als Bundesaufgabe auszunehmen. Es wird empfohlen, Einführungskürse in das Arbeitsgebiet der staatlichen und kommunalen Aufgaben und der jüdischen Gemeindeverwaltung einzurichten. Besucke der Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindesitzungen, Besichtigungen der kommunalen und gemeindlichen Einrichtunsein" nach beiden Seiten negativ beantwortet. Ter Mißerfolg, den Dupont verdientermaßen erlitten hat, wird ihn vielleicht darüber belehren, daß er auf dem falschen Wege war, als er seine zwei Scheinwetten aufbaute und ihr tönernes Fundament durch die Autorität seines Namens zu stützen trachtete. Es sei denn, daß nachträglich noch die „Nazis" ihre Scharen abkommandieren, um die Kassen des Kapitols zu füllen. Aber selbst wenn, sollte ein Künstler vom Range eines Tupont erkennen und bekennen, daß ss in Wahrheit keine „Zwei Westen"" gibt, selbst wenn man sie nach einer billigen Phraseologie als Christentum und Judentum einander gegenüberstellt, sondern daß es für den großen Künstler nur eine einzige allumfassende Welt geben darf, und die heißt: die Menschheit. Bedauernswert waren die Schauspieler von Ruf — wie Hermann Vallentin. Paul Grätz, Olga Tschechowa — die auf verlorenen Posten kämpfen mußten. Aber selbst das Mikrophon schien dem würdelosen Sujet Widerstand zu leisten. Ter Ton klang hohl und dumpf. Eingefroren wie in Münchhausens „Trompete"". Es gibt zwar — nach Ibsen — „Tote, die wieder erwachen""; aber es gibt auch Begriffe, die nicht ungestraft wieder erweckt werden dürfen. Toris Wittner. Gelübde Nickst oft und eindringlich genug kann die Gelegenheit ergriffen werden, um eine immer wieder vorgeb rächte Verleumdung in ihrer ganzen Nichtigkeit zu zeigen. Der Vers aus d»m Buche Kchetet, Kap. 5, B. 3, „So du ein Ge-