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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-09-03 · 36 (3.9.1930) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
36 (3.9.1930)
Date
1930-09-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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für das unbedingt nötige Existenzminimum bei den Gemeindebehörden jedesmal erst mühsam ringen. Es ist deshalb auch dieses Jahr nicht möglich, gewesen, — was so viele wünschten -- an den Hohen Feiertagen einen Gottesdienst nach dem Ritus der Liberalen Synagoge Berlin zu veranstalten, da die Benutzung der Aula, unseres ständigen Betraums, für diesen Zweck nicht erreicht werden konnte. — -- So wird es denn Ausgabe der Zukunft sein, den Kreis d er e r,di e im Osten B er i i n 3 um d i e Neugestaltung des religiösen Lebens ringen, enger zu schließen, den bisherigen Gottesdienst w e it er und höher z u führen, ihn auszubauen und dahin zu st reden, daß auch ein würdiges Gotteshaus ent st ehe, wo die imBerl i n e r O st e n sich sammelnde liberale & e m e i uschast ihr religiöses Leben in ihren Formen betätigen kann. Ter bisherige Erfolg berechtigt zu der .Hoffnung, daß dieses Ziel nicht allzu fern liegt. Zur Feier ihres einjährigen Bestehens veranstaltet die Liberale Synagoge Osten einen F e st g o t t e s d i e n st in der Aula der Mädchenfchulc, Äaiserstraßc 29-80, Freitag, den 5. September, 7.30 Uhr. Für diese Rubrik übernimmt die Schristlrirung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung. Ein Jude König in Polen? Zu dem Artikel „Ein Jude König in Polen?" in der vorigen Nummer der „Jüdisch-liberalen Zeitung" bitte ich um Ausnahme des nachstehenden Absatzes aus meinem Buche „Ostdeutsches Judentum"?) „Mit der Geschichte Saul Mahls hat sich auch oer Schriftsteller Tr. Aron Bernstein beschäftigt. Er bearbeitete sie in einer Novelle „Mendel Gibbvr" nach den mündlichen Ueberlieferungen einer würdigen Großmutter, die ihre Jugendjahre im Hause eines Urenkels von Saul Wahl in Kutno verlebte, wo sich noch ein von Wahl eigenhändig geschriebenes, mit goldenen Buchstaben aus dem Einbanddeckel verziertes Stammbuch befand." Ein interessanter Beitrag zur Geschichte Saul Mahls findet sich auch in dem Werke „Memoiren einer Großmutter"?) von Pauline Wengeroff. Es heißt dort: „Als die Stadt Brest demoliert und 1836 in eine Festung umgewandelt wurde, mußte auch die Synagoge niedergerissen werden, und der Grundstein, den man fand, wies aus frühere Jahrhunderte zurück. Saul Wahl die Synagoge zum Andenken an seine verstorbene Frau Dehosah erbaut." Heinrich Kurtzig. 1) Leipzig. 1930. Verlag Gustav Engel. II. Auslage. 2) Berlin 1922. Verlag M. Poppcbauer. III. Auslage. * Aus den Gemeinden * Berlin. (Spor tberatuugs stelle.) Der Ingen dpflcgeausschuß der Jüdischen Gemeinde eröffnet am 2. September 1930 eine Spottberatungsstelle in den Räumen der Neuen Poliklinik, Linien-- straße 19. Sprechstunden finden am Dienstag von 6—8 Uhr und Mittwoch von 6—9 Uhr statt. — Die Sportberatungsstellc ist für alle sportmedizinische, sport- und trainingstechnische Fragen zuständig. Die Untersuchungen uird Beratungen siird unentgeltlich. Eine Behandlung findet nicht statt. (Leitung: staatlich geprüfter Turn- und Sportlehrer Dr. med. Ernst Jokl.) Breslau. (6 0. Geburtstag.) Fabrikbesitzer und Handelsrichter Alfred Bielschowsky hat am 21. AiMst feinen 60. Geburtstag feiern können. Alfred Bielschowsky stand Jahrzehnte lang als aufrechter, tapferer Kämpfer in unseren Reihen. Lange Jahre war er .erster Vorsitzender des hiesigen Liberalen Vereins. Gesundheitliche Rücksichten veranlaßten ihn, sich von aller aktiven Tätigkeit zurückzuziehen. Auch von dieser Stelle aus wünschen wir ihm noch Jahrzehnte rüstigen Lebens im Kreise seiner Familie. Düssrldors. (Ernennung.) Das Mitglied des Vorstandes unserer Ortsgruppe, Herr Landgerichtsrat Josef Franken, Düsseldorf, Schumannstraße 23, ist zum Oberlandesgcrichtsrat beim Oberlandesgericht in Düsseldorf ernannt worden. Emden. (Todesfall.) Ein über die Grenzen Lstfricslands bekannter Wohltäter der Menschheit, Sanitätsrat Dr. Tternberg, ist in die Ewigkeit abberufen worden. Biele Jahrzehnte hat er zum Wvhlc der Gesamtheit, in der indischen und nichtjüdischen Oefscntlichkeit gewirkt und durch sein humanes und hilfsbereites Wesen reichen Segen gestiftet. Als Bürgervvrstchcr der Stadt und Ausschußmitglied der jüdischen Gemeindeverwaltung nicht minder aber als Vorstandsmitglied vieler Vereine wie des Waisenhauses und des Altersheimes hat der Verstorbene großen Segen gestiftet. Das große Leichenbegängnis legte Zeugnis ab von der Verehrung, die der Entschlafene in allen Schichten der Bevölkerung genoß. Landesrabbiucr Tr. de Haas, Oldenburg, würdigte an der Bahre die Persönlichkeit des Verewigten, dessen Leben von Arbeit für die Gesamtheit ausgefüllt war. Ems. (Vom Lehrerhci m.) Am 4. August wurde das'von Angehörigen des Rabbiner-, Lehrer- und Kantorenstauds hier eingerichtete „Erholungsheim für jüdische Lehrer und Kantoren" seiner Bestim-- mung übergeben. Tie vollständige Inanspruchnahme des '.Heimes ist in den nächsten Wochen zu erwarten. Im August haben schon mehrere Genesung und Erholung suchende Mitglieder des Lehrcv- und Kaiuorcnvcrbandes ihre. Ferien dort verbringen können. Die Einrichtung des Hauses, die Verpflegung und Unterbringung der Insassen haben allgemeinen Beifall gesunden; insbesondere fand die Einrichtung eines gemeinsamen AufcnthaltsraumeS mit anschließender großer und überdeckter Veranda die ungeteilte Anerkennung der Kurgäste. Mit Recht wurde seitens der ersten Insassen des Heimes all derer dankbar gedacht, die sich um das Zustandekommen dieser gemeinnützigen Einrichtung erfolgreich bemühten; an den Bcreinsmitgliedern der beteiligten Verbände wird cs liegen, die Erhaltung und Ausgestaltung dieses segensreichen Baues weiter zu fördern. \ Frielendorf. (Persönliche s.) In erstaunlicher geistiger und körperlicher Frische hat der Gcmcindeältcste M. Moses li seinen 70. Geburtstag unter lebhafter Teilnahme der dankbaren Gemeinde feiern können. Kroß-Bieberau. (Persönliches.) Lehrer Sulzbacher trat nach 37 jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Die dankbare Gemeinde veranstaltete ihrem geschätzten Beamten eine erhcb-ende Abschiedsfeier und ließ ihm aus Dankbarkeit und Anerkennung für sein ersprießliches Wirken einen prachtvollen Pokal mit Widmung zum Andenken überreichen. Kassel. (Sitzung der Gemeindeälteste u.) Ter Vorsitzende machte Mitteilung von einem Vermächtnis des kürzlich verstorbenen Fräulein Mark, die ihr 50 000 Mark betragendes Vermögen der Israelitischen Gemeinde, dem Israelitischen Waisenhaus und dem Fond eines noch zu errichtenden Krankenhauses je zu einem Drittel vermacht hat. Eine längere Debatte entspinnt sich über die unzu-> länglichen Raumverhältnisse in der Synagoge Roscnstraßc; besonders für die hohen Feiertage ist bereits auch in den früheren Jahren die unerläßliche Beschaffung weiterer Plätze für Männer und Frauen fühlbar geworden. Die Einrichtung eines Filialgottesdienstes wird als zweckmäßige Abhilfe in Erwägung gezogen. Das Gesuch der Friedensgesellschast, einen Friedcnsabcnd in der Synagoge zu veranstalten, findet keine Sympathie, nachdem Herr Laudrabbiner Dr. Walter auch Bedenken geltend gemacht hat. Dem Reichsbund für jüdische Siedlungen lverden als Synrpathie-Kundgebung 25 Mark überwiesen. Nach Erledigung weiterer interner Angelegenheiten folgt eine vertrauliche Sitzung, in der Personalssragen beraten werden. Kieftrstadtel. (G r a b s ch ä n d u n g e n.) Ein unerhörtes Bubenstück wurde in der Nacht zum 20. August auf dem alten jüdischen Friedhof in Kicfcrstädtel verübt. Der Friedhof, der seit Jahren nicht belegt wird, untersteht der Obhut der jüdischen Gemeinde Glciwitz. Er ist von heimatgeichichtlichcr Bedeutung und beherbergt eine Reihe schöner Grabdenkmäler. In der letzten Nacht hatten nun rohr Bubenhände von den 51 Grabsteinen 8 umgcivorfen. Ein Stein ist völlig zertrümmert Worten. Bon dem oder den Tätern fehlt jede Spur. Nach den im Reiche vorausgeganzcnen Grabschändungen auf jüdischen Friedhöfen, die cttva die Zahl 100 erreicht haben, dürfte man allerdings die Banditen nur in den Reihen der Nationalsoziculisten vermuten, auf deren Konto die zahlreichen Grabschändungen gehen. Oberhauseil. (8 0. Geburtstag.) Als einziger noch lebender Veteran des Krieges 1870,71 konnte Herr Simon Wolf in voller Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist Ehrenmitglied des R. j. F., Gruppe Duisburg-Hamborn, und heute noch zweiter Vorsitzender im Vorstand des Israelitischen Gemeindevcvbandes Sterkrade-Holtcn., Eine Deputation des Kricgervcreins, dessen Präsident der Jubilar war, überreichte mit einem Glückwunschschreiben ein prachtvolles Blumenarrangement; auch die Gemeinde ließ ein sinniges Geschenk übermitteln, ebenso hat der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten sein Ehrenmitglied mit Aufmerksamkeiten bedacht. Ttrikgall. (P e r s ö n l i che s.) Prediger Hcidenfcld beging dieser Tage seinen 60. Geburtstag und konnte aus diesem Anlaß viele Ehrungen cntgegennehmen. Ter Jubilar bekleidet viele Ehrenämter in der Gemeinde, auch dem Vorstand der Berufsorganisation gehört er seil vielen Jahren an. _ Würzbmg. (I u b i! d u m « f c i c r d c s Jüdischen L e h - re.rvercinS in Bayern.) Tie 50 jährige Jubiläumsfeier des Jüdischen Lchrcrvcreins in Bayern wurde am 21. August mit der ordentlichen Generalversammlung bei Anwesenheit von über 150 Lehrern eröffnet. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Präsidenten der israelitischen Knllusgemcinde Würzburg, Herrn Justizrat Dr. Haas, erstattete der 1. Vorsitzende Rosenfeld den Geschäftsbericht über das Jubiläumsjahr, an welchen sich eine sehr lebhafte Debatte anschloß. Vor allem sind es die Beschlüsse der jüngsten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden zur Beamten besolduug, welche die Lehrerschaft sehr beunruhigen. Das Mißvergnügen wird noch dadurch vertief^ daß der Eindruck vorherrscht, als ob die geplanten Sparmaßnahmen nicht alle Beamtenkategorien gleichmäßig treffen, sondern nur speziell die Lehrer beeinträchtigen würden. Trotzdem hat die Lehrerschaft: Bayerns die Zuversicht, daß ihr von Seiten des Verbandes Gerechtigkeit lverden lvird, was auch darin zum Ausdruck kam, daß aus Anlaß des Jubiläums der Präsident des Rates des Verbandes Bayerischer israelitischer Gemeinden einstimmig, zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde. 'Ernster Protest wurde gegen das bayerische Schächroerbot erhoben, das als eine schwere Verletzung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden empfunden Der offizielle Fcstalt am Montag vormittag nahm einen besonders glanzvollen Verlauf. Neben dem 1. Vorsitzenden des Vereins feierten den Jubiläumstag die Herren Regierungsschulrat Dr. Schmidt im Namen der Regierung von Unterfranken und Aschafsenburg^ Kommerzienrat Braunschiveiger-Würzburg für den Verband bayerischer israelitischer Gemeinden, Rabbiner Dr. Stein-Schwcinsurt und Rabbiner Dr. Hanover-Würzburg für die bayerische Rabbinerkonferenz, letzterer zugleich auch namens der Frankenloge Würzburg, Stadtschulrat Wolle namens der Stadt Würzourg, Justizrat Dr. .Haas im Namen der Israelitischen Kultusgemcinde Würzburg, Studiendirektor StoU namens der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, der Präparandcnschule Höchberg und der staatlichen Lehrerbildungsanstalt Wür^- burg, Oberlehrer Troll-Würzburg namens des Bayerischen Lehrervercins, Oberlehrer Steinhard-Magdeburg für den Reichsverbanb jüdischer Lehrer-Vereine Deutschlands und den Preußischen israelitischen Lehrcrverein, Kaufmann-Tauberbischofsheim für den badischen, Kahn- Alsseld für den Hessischen, Heimann-Plauen für den mitteldeutschen, und den sächsischen Lehreroerein und Schottland-Frankenthal für die Vereinigung der israelitischen Kantoren und Lehrer in der Pfalz. Begrüßungstclegramme und Glückwunschschreiben waren eingetroffen vom Bayerischen Staatsministerium für Kultus und Unterricht, vom Verband bayerischer israelitischer Gemeinden, vom Regierungspräsidenten von Uutlerfranken und vonvielen Organisationen, Bruderverleinen und bedeutenden Persönlichkeiten bes jüdischen öffentlichen Lebens, Ter Festredner Dr. Fränkel-Augsburg konnte sich in seinem Vortjrage: „Ter jüdische Lehrer von heute" kurz fassen, da die Redner in ihren Worten bereits das Thema mannigfach illustriert hatten. — Der Festakt war würdig cingerahmt von zwei wohlgelungenen hebräischen Chören unter Leitung von "Oberlehrer Hellmann-Würzburg. Heilte verschied nach schwerem, mit unendlicher Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebterMann, unser treubesorgteiVater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Salomon Hoffmann im 75. Lebensjahre. Essen, den 26. August 1930 Max Regerstr. 22 In tiefer Trauer Johanna Honmann geb. Marx Erich scbapira ». Frau Toni, geb. Hoffmann, Dresden Rechtsanwalt Dr. Hugo Hottmann, Frankfurt (Main) Martin Eicheigrdn <>. Frau Alma, geb. Hoffmann, Frankfurt (Main) In der Liberalen Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162 sind noch einige Plätze frei. 1 Selirlltenreilie fl. ¥erelnlanng t. iL llh. ~' E.1. jHscke Mfomgeimikle PlätZGuermietung zu den hohen Feiertagen Gottesdienste: Johannisstrasse 16, Kleiststrasse 10, Joachimsthaler Strasse 13 täglich von 9—2 Uhr im Büro Johannisstrasse 16. Jugendgottesdienst: Karten auch für Nichtmitglieder unentgeltlich. Die Israelitische Gemeinde Stockholm sucht per Anfang 1931 für die Hauptsynagoge mit Orgel einen Kantor der gleichzeitig Religionsunterricht erteilen kann. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gehaltsanspriichen vor dem 15. Oktober an den Synagogenvorstand Mosaiska Församlingen in Stockholm, Stockholm 16. Buchhalterin (Anfängerin) sucht sadhailreie Steilung Offerten unter E. W. an die Geschäftsstelle dies. Zeitg. erb. Klavierlehrerin staatl. gepr. erteilt Unterricht. Irmsard Lehrer, Nürnbergerplatz4 Reiselehlöre Kurtzigs ostdeutsches Hauimann Frank ooniuden Durch alle Buchhtumim: Die QrundsStxe des Jüdisch, religiösen Liberalismus Von Rabbiner Dr. Lewkowitz-Berlin Preis 0:50 Mk, Höft HP. S in zweiter Auflage die seit Jahren vergriffene Broschüre I Grundlagen und Ziele des 1 religiös-liberalen Judentums Ir. Joseph MrdM-Mwmiii preis o.7S Hk. I Bestellungen beim Verlag der .Jüdisch-liberalen Zeitung* Berlin SW 11, Hallesche Str. * Malerarbeiten Renovierung von Wohnungen, Geschäftslokalen, Treppsnfluren und Fassaden. Rodert - Berlin W 50 Kulmbacher Strasse 7 B5 Barbarossa 6260 Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. verm. kostenlose Feuerbeetattuzs» C.M. 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