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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-08-27 · 35 (27.8.1930) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
35 (27.8.1930)
Date
1930-08-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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daß wir nicht reif warm, die Welt zu meistern, zu meistern Kraft des reinen jüdischen Idealismus. Dann müssen wir noch bessere Juden werdm, um auch Menschen wie Mahraun dazu zu zwingen, uns zu respektieren. Alfred Gordon, Harburg-Wilhelmsburg. Umschau Ein neues grundlegmdes Werk über die moderne jüdische WMderbelvegung. Soeben erscheint im „Jüdischen Verlag", Berlin, unter dem Titel „Jüdische W a n d e r b e w e g u n - gen vor und nach dem Weltkriege" ein neues grundlegendes Werk von Dr. Michael Traub, das in einer zusammenfassenden Darstellung die moderne jüdische Wanderbewegung schildert und in anschaulicher Weise eine vergleichende Uebersicht der Vor- und Nachkriegswanderung gewährt. Besonders ausführlich wird die jüdische Emigration nach den Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien und Palästina behandelt. In einem umfassenden tabellarischen Anhang werden zum ersten Male in dieser Vollständigkeit fast alle die jüdische und allgemeine Wanderbewegung der letzten drei Jahrzehnte illustrierenden Zahlen publiziert. Wie wir dem Buche entnehmen, stehen die Juden in der nordamerikanischen Gesamteinwanderung im Durchschnitt der letzten 30 Jahre hinter den Italienern an zweiter, in den letzten Quotenjahren bereits hinter den meisten westeuropäischen Völ-' kern an neunter Stelle. Insgesamt haben die Vereinigten Staaten von 1899 bis 1928 1881556 Juden ausgenommen. Bei keinem Volke finden wir während dieser Zeit eine solch gewaltige Frauen- und Kindereinwanderung wie bei bcu Juden. Auf 1018 000 jüdische Männer zählte man 1899 bis 1928 863 000 Frauen. Bezeichnenderweise waren während dieser 30 Jahre 475 000 jüdische Kinder nach den Bereinigten Staaten gelangt. Jede siebente Frau und jedes fünfte Kind, die im Durchschnitt von drei Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten landeten, waren jüdisch. Unter 24 Völkern stehen die Juden dem Prozentsätze der relativ Bemittelten nach während der letzten Jahre an vorletzter, dem der gänzlich Mittellosen nach an erster Stelle. Kennzeichnenderweise hat die berufliche Gliederung der jüdischen Einwanderermassen seit dem Kriege eine erhebliche Aenderung erfahren. So weist die Handwerkergruppe, die 1915—1924 in der jüdischen Einwanderung gegenüber der Vorkriegszeit um ein Drittel zurückgegangen war, während der letzten Jahre eine merkliche prozentuelle Steigerung aus, — ein .charakteristisches Symptom der fortschreitenden Produktivierung des jüdischen Wirtschaftslebens in Osteuropa. Einen interessanten Einblick in die Struktur der jüdischen Einwandercrmasse gewährt auch das Palästina-Kapitel. Viel stärker als in anderen Einwanderungsländern ist hier die Landwirtschaft unter den jüdischen Einwanderern vertreten. Prozentuell bedeutend war auch im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts der Zuzug von Handwerkern und sonstigen gelernten Arbeitern nach Palästina. Dr. Bruno Weil Kandidat der Staatspartei in Berlin. Der Wahlkreis Berlin der Deutschen Demokratischen Partei hielt am 18. August abends im ehemaligen Herrenhaus einen außerordentlichen Parteitag ab. Nach einer Ansprache des Ministers Dr. Höpker-Aschoff wurde mit allen gegen 7 Stimmen eine Entschließung angenommen, in welcher der Parteitag seine Organisation der Deutschen Staatspartei zur Verfügung stellt. Znm Spitzenkandidaten wurde Reichsfinanzminister Dietrich gewählt. An zweiter Stelle wurde der bisherige Abgeordnete Gustav Schneider aufgestellt, die dritte Stelle erhielt in namentlicher Abstimmung Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil mit 165 gegen 83 Stimmen, die auf die Abgeordnete Frau Dr. Lüders fielen, die vierte und fünfte Stelle sind der Volksnationalen Vereinigung Vorbehalten. Der Aktionsausschuß der Staatspartei für den Wahlkreis Potsdam I, der sich in seiner letzten Sitzung gegen die Stimmen der Demokraten gegen eine Spitzenkandidatur Georg Bernhards erklärt hatte, wählte als Spitzenkandidaten den Vertreter der Bolksnationalen Reichsvereinigung Polizeimajor Herrmann. Reichstqgswahlausschuß 193Ü. Auf Veranlassung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens traten — wie der J.T.A. mitgeteilt wird — am Mittwoch, den 20. August, Vertreter des Vorstandes der Jüdischen Ge¬ Rabbiner namens Pinchas, niedergeschrieben. Eine vollständige Sammlung aller Varianten erschien 1854 in London unter dem Namen „Gedulath Saul", im Aufträge eines anderen Nachkommen Saul Mahls von Hirsch Edelmann herausgegeben. Was ist nun eigentlich das Historische an der Sage? Hat Saul Wahl überhaupt gelebt? Daß die Geschichte an sich nur ein frommes Märchen ist, bedarf wohl kaum einer weiteren Erörterung. Die bloße Vorstellung, daß ein Jude König von Polen gewesen fein könnte, ist ja paradox. Ein Wahlgesetz, daß der Thron nicht frei bleiben dürfe, hat übrigens in Polen nie bestanden, gab es doch schon 20 Jahre zuvor eine königlose Zeit! Von einem Saul Wahl aber weiß uns tatsächlich die Geschichte zu berichten. Er lebte von 1541—1617 und stammte aus einer der ältesten und gelehrtesten jüdischen Familien. Sein Großvater wunderte von Katzenellenbogen im Nassauscheu nach Padua, sein Vater war Samuel Juda Katzenellenbogen, eben jener, von dem uns die Legende berichtet. Samuel Juda zeichnete sich nicht nur durch tiefe talmudische Gelehrsamkeit aus, sondern er hielt auch an der Universität zu Padua philosophische Vorlesungen. Die Nachkommen Saul Wahls haben übrigens ihren Namen stets in Ehren gehalten. Heute leben noch in allen Ländern Juden, die ihren Stammbaum gern von Saul Wahl ableiten; sie sind dann eben aus „königlichem GMüt". Nebenbei bemerkt ist auch Gabriel Rießer, der große Vorkämpfer der Emanzipation in Deutschland, ein Sproß jener Familie. Also unser Saul Wahl lebte in Polen gegen Ausgang des 16. Jahrhunderts. In Brest-Litewsk heiratete er die Tochter des dortigen Gemeindevorstehers David Drucker und hatte mit ihr 11 Kinder, von denen der Sohn Meir Wahl einer der hervorragendsten Vertreter des polnischen Judentums ist. Saul ijf Kauf- und Finanzmann großen Stils. Er pachtete Zölle, Maulen und Brücken, Salzsiedereien, Mühlen und Branntweinbrennereien und andere Staatseinnahmen. Diese großen Pachtungen brachten ihn oft in Berührung mit dem königlichen Hofe. Man schätzte ihn hoch, Sigis- Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norde« (Schönhauser Allee 162). Freitag, 29. August, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Dr. Hermann Cohn. Sonnabend, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Berlin-Osten. Liberale Synagoge Osten (Kaiserstrabe 29-36). Freitag, 29. August, abends 7.30 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbinatslandidat Boos. Anläßlich des einjährigen Bestehens der liberalen Synagoge Osten findet am 5. September ds. Js. ein Festgottesdienst in der Aula der Mädchenschule, Kaiserstraße 30, statt. Berlin-Westend. Liberale Synagoge Westend (Aula Leistikolvstraße 7-8, nahe Reichskanzlerplatz). Freitag, 29. August, abends 7 Uhr, Wiederbeginn der regelmäßigen Gottesdienste. Predigt: Dr. Swarfenfly. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (Cecilienfchule, Nikolsburger Platz). Freitag, 29. August, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Dr. Graupe. Berlin. Jüdische Reform-Gemeinde. Gottesdienste am Sonntag, den 31. August. Johannisstraße 16: vormittags 10 Uhr; Predigt: Dr. Rosenthal. Kleiststraße 10: vormittags 16 Uhr; Predigt: Dr. Lehmann. meinde zu Berlin, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und der Großloge für Deutschland U.O.B.B. zu einein Reichstagswahlausschuß 1930 zusammen. Unter Vorsitz von Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, stellvertretendem Vorsitzenden des Central-Vereins und unter Mitwirkung von Kurt Blumenfeld, Präsidenten der Zionistischen Bereinigung für Deutschland, sowie in Anwesenheit des Vorsitzenden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Dr. Leo Lömenstein konstituierte sich der Ausschuß nach einem Referat des Syndikus des Central-Vereins, Dr. Alfred Wiener, der zum Vorsitzenden des Ausschusses bestimmt wurde. Zu Geschäftsführern des Ausschusses wurden Dr. Alfred Hirschberg, stellvertretender Syndikus des Central-Verems, sowie ein Mitglied der Zionistischen Vereinigung, dessen Persönlichkeit noch nicht seststeht, bestellt. Der Zweck des Ausschusses besteht in der Erfüllung der Aufgaben, die .zum Wähle der deutschen Juden von allen Organisationen gemeinsam erfüllt werden können. Insbesondere soll der Ausschuß finanzielle Mittel neben den Sammlungen der Organisationen beschaffen. Die im Ausschuß vertretenen Organisationen stimmen darin überein, daß es sich bei diesem Ausschuß um keinerlei Gesinnungskompromisse handelt und daß die eigene Tätigkeit der Organisationen durch die Existenz des Ausschusses in keiner Weise geändert werden soll. Eine wichtige Reichsgerichtsentscheidung. Wie die J.T.A. bereits mitgeteilt hat, hat das Schöffengericht Hindenburg (Oberschlesien) dem Ablehnungsantrage eines nationalsozialistischen Angeklagten gegen einen richterlichen jüdischen Beisitzer stattgegeben. Die völkische Presse veröffentlichte diesen Beschluß mit Frohlocken. Die „C.V.-Zeitung" teilt hierzu mit: Aus die kultur- und rechtspolitische Seite dieser Angelegenheit einzugehen, ist hier nicht am Platze. Dagegen trifft es sich günstig, daß gerade jetzt im letzten Heft der „Juristischen Wochenschrift" Nr. 33 vom 16. August 1930 auf Seite 2560, Nr. 26, eine reichsgerichtliche Entscheidung veröffentlicht wird, die den Beschluß des genannten Schöffengerichts als gesetzwidrig kennzeichnet. Der vom Reichsgericht behandelte Fall betrifft zwar die katholische Kirche, jedoch ohne weiteres auf Grund seiner allgemeinen Ausführungen auch die jüdische Religionsgemeinschaft. Das Reichsgericht führt an den entscheidenden Stellen folgendes aus: „Gegen die Grundsätze, von denen sich das Gericht bei der Zurückweisung des Ablehnungsantrages hat leiten lassen. mund HL ernannte ihn sogar zum Hofdiener oder Hoffaktor, „da er", wie es in der Urkunde heißt, „die treuen Dienste und dm besonderen Fleiß seines Untertanen wahrgenommeni habe". Mit diesem Machttitel ausgestattet, hat Saul den Juden zu vielm Vergünstigungen und zu gerechten Urtellen in Rechtsfällen gegenüber der Willkür der Beamten verholfen. Später zog er sich dann höchstwahrscheinlich von allen Geldgeschäften zurück und baute ein Lehrhaus, in dem -die Jugend im talmudischen Studium unterwiesen wurde. Plötzlich verlassen uns die Quellenangaben, wir erfahren nichts weiter von seinem Leben. Hier klafft eine Lücke, die der Volksphantasie unendlich viel Nahrung bieten konnte. Nun besteht schon während des ganzen Mittelalters die Sage von dem Königtum eines Judm. Der polnische Geschichtsschreiber Lelewel berichtet von einem gewissen Abraham, der in vorgeschichtlichen Zeiten auch Eintagskönig gewesen sein soll. Da man sich bei der Königswahl nicht einigen konnte, beschloß man denjenigen zu wählen, der am nächsten Tage zuerst in die Stadt käme. Das war nun eben der Jude Abraham. Dieser lenkte nun, ebenso wie Saul Wahl, die Wahl auf einen anderen. — Dieses Märchen wurde jetzt zu neuem Leben erweckt. Anstelle der verschwommenen, in weiter Ferne liegenden Nebelgestalt Abraham rückte die wohlbekannte Persönlichkeit Saul Wahls. Saul war Königsdiener und ein „Königsdimer gleicht einem König", Saul hat Vorrechte erwirkt. Erwirken und Gebm verwechselt gern der Votksmuud. Dazu kommt die Dmtnng des Familiennamens Wahl als „der zum König gewählte", während er in Wirklichkeit von dem polnischen Worte „Italiener" abzuleiten ist. Die weiteren Zusammenhänge zu bilden, wurde der unerschöpflichen Phantasie des jüdischen Volkes nicht schwer. Zumal in dm jetzt folgenden Zeiten der Not und Bedrückung sonnte man sich gern im Glanze vergangener Tage, und von Mund zu Mund ging die Erzählung von Saul Wahl. Durch langjährige Überlieferung wurde dann die Gestalt des „Eintagslönigs" in eine so dichte, farbenschillernde Märchenwolke gehüllt, daß es heute schwer ist, die Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit zu ermitteln. STOILWERa<( r Oilltg., iDohlSchmediend'^ßf t, nahrhaft. bestehen keine rechtlichen Bedenken... Die allgemeinen Ausführungen, die die Gefahr einer Befangenheit eines katholischen Richters in einem Lall der hier fraglichen Art dartun fottten, konnten die Ablehnung nicht rechtfertigen, denn für dm Richter besteht die Pflicht, unbeirrt durch die Rücksicht auf sein Glaubensbekenntnis die Staatsgesetze anzuwenden, so daß er, vor einm Gewissenswiderstreit gestellt, von sich aus für den fraglichen Fall von der Ausübung des Richteramts absehen müßte. Erklärt also der Richter, sich nicht befangen zu fühlen, also in der Lage und bereit zu sein, unbeirrt durch seine Zugehörigkeit zu einem gewissen Glaubensbekenntnis zu urteilm, so kann auch von dem verständigen Standpunkt eines Angeklagten aus kein Grund bestehen, in eine unvoreingenommene Ausübung des Richteramts durch diesen Richter Zweifel zu schm." Wichtige archäologische Entdeckungen in Palästina. Die von Professor Albright geführte gemeinsame Expedition des Xmia-Seininars und der Amerikanischen Schule für Archäologie hat in Tel-Beit-Mirsin, 13 Meilen von Hebron entfernt, wo einmal die Stadt Kirjath Sepher gestanden hat, wichtige Gegenstände ausgegraben, die biblische Angaben über verschiedene Ereignisse beglaubigen. An diesen Funden läßt sich die kulturelle Entwicklung Palästinas von 2000 bis 586 Jahren vor der christlichen Zeitrechnung verfolgen. Prof. Albright erklärt, er habe Spuren aus der Zeit, da Abraham aus Canaan auszog, bis zur Zeit der Eroberung dieses Landes durch die Juden und dann weiter bis zur Zeit, da Nebuchadnezar Kiryat Sepher dem Boden gleichmachte, gefunden. Der Führer der jüdischen Arbeiterpartei Palästinas und bekannte Archäologe Jsaac Ben Zwi hat in einem verödeten Dorf in Ober-Galiläa die Ruine eines jüdischen Hospizes ausgegraben. Die Türbalken enthalten hebräische Inschriften, aus denen zu entnehmen ist, daß das Hospiz noch in der talmudischen Epoche erbaut wurde. Das Hebräische enthält einm starken Einschlag von aramäisch. Das Gästehaus stammt wahrscheinlich aus der Zeit des dritten bis sechsten Jahrhunderts nach Christi. Aus katholischen archäologischen Kreisen wird mitgeteilt: Durch die neuesten Grabungen des römischen Bibelinstituts in Transjordanien bei Tell Gassul, etwa 6 Kilometer nordöstlich vom Toten Meer am Wady el Jorfeh, soll nun die Stätte des geschichtlichen Sodom festgestellt worden sein. Es wurden an dieser Stelle zahlreiche Häuser, die Reste von Oefen, Kornspeichern und Mühlen zusammen mit menschlichen Ueberrestm freigelegt, daneben eine große Menge von Messern, Pfeilen, Tonscherben, Halsketten, Alabasterkugeln usw. Weitere Grabungen wurden dann nach dem Norden und Südm auf einem Gebiete von etwa 600 Metern vorgenommen, und im lsüden wurde ein Gdbiet von etwa 1500 Quadratmetern durchforscht, in dem die Fundamente von Steinmauern zutage traten. Es ergab sich, daß die Ruinen von Tell Gassul bis etwa 3000 v. Ehr. zurückveichm und daß die hier gelegene Stadt, die eine große Blüte erreicht hatte, um 2000 v. Ehr. zerstört wurde. Infolgedessen pst man zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Stätten von Sodom und Gomorrah im Norden des Toten Meeres lagen, nicht im Tale Siddim' am Südende des Toten Meeres, wie man früher angenommen. 50 jähriges Bestehen des jüdisch-bayerischen Lehrervereins. Der Jüdische Lehrer-Verein für Bayern begeht am 24. und 25. August in Würzburg, der Stätte der Israelitischen Lehrer-Bildungsanstalt, an der der Großteil der Mitglieder des Vereins die grundlegende Berufsausbildung empfangen hat, die Feier seines 50 jährigen Bestehens. Der Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Jüdischen Kultusgemeinde München, Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfted Neumeyer, bringt in der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" dem jubilierenden Verein die herzlichsten Wünsche der jüdischen Gemeinschaft im Lande und führt aus: Es ist als das größte Verdienst des Lehrer-Vereins festzustellen, daß er, gegründet zur Wahrung der Standesinteressen, die Angelegenheiten der jüdischen Allgemeinheit wesentlich gefördert hat, und dankbar wird der Verein selbst im Sinne seines unvergeßlichen Führers Dingfelder den geschichtlichen Ablauf der Dinge begrüßen, daß es ihm vergönnt war, durch die Förderung seiner Angelegenheiten nachhaltige und segensreiche jüdische Kulturarbeit zu leisten. So ist es geschehen, daß sich die Entwicklung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden seit seiner Gründung im engen Einvernehmen mit dem „Bayerischen Lehrer-Verein" vollzogen hat, und es darf gesagt werdm, daß der Verein seine Standesinteressen niemals über das öffentliche Interesse gesetzt hat. So hat er auch in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Notlage, in der sich die öffentlichm Korporationen befinden, willig die Opfer auf sich genommen, welche diese Nollage erfordert, und er hat damit ein Vorbild für alle Standes- und Jnteressen-Vertretungen gegeben. beim Ausbleiben oder bei verspäteter Zustellung der Zeitung bitten wir, sich sofort an den Zusteller oder beschwerdefntzrmd an die zuständige Zustellpostanstalt zu wenden und erst, wenn dies Keinen Crfolg tzar, uns davon Mttteiinng zu machen. Verlag der Indisch-liberalen Zeitung

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