Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 27 (2.7.1930)
- Date
- 1930-07-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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10. Jahrgang Nummer 27 Vellage 2. Juli 1SZ0 MischlLeraleZeibmg Umschau Erklärung der politisihen Kommission der Jewish Agency. Tie pruttfche Kommission der Jewish Agency hat nach Beendigung ihrer in London itattgefundenen Tagung eine Erklärung bekanntgegeben, die von der Jüdischen Telegraphen Agenlur verbreitet tvird. Tie Erklärung, die sich! in nichts von ähnlichen Erklärungen rein zionistischer Organisationen unterscheidet, hat folgenden Wottlaut: „Tie politische Kommission der Jewish Agency ist zu einem Zeitpunkt zusammcngetreten, an dem das unbedingte Vertrauen des jüdischen Volkes in die britische Regierung bisher die Basis ihrer gegenseitigen Beziehungen bildend - einen 'schwercn Stoß: erlitten hat. Die von der britischen Regierung in Verfolg des Shaw-Berichtes eingesrblagcne Ricktung, die in Verbindung mit einer anscheinend die eigentlichen Grundlagen unserer Arbeit für das Jüdische Nationalheim in Frage stellenden Untersuchung verfügte Susipen>'?rÄUg der jüdischen Arbeiter-Einwanderung und die in dem jüngsten Weißbuch dargelegte Politik habeu eine Atmosphäre'der Ungewißheit geschaffen und im jüdischen Volke die Bechrertung geweckt, daß die Politik des Mandates in Gefahr tit. tfie Shaw-Kommission erhielt den Auftrag, die unmittelbaren Ursachen der Palästina-Unruhen im August 1629 untersuchen. In dem der Permanenten Mandatskommission seitens der Jewish Agency unterbreiteten Memorandunr sind gewichtige Gründe ins Treffen gefiryrt, die dartun, dap viele Schlußfolgerungen im Shaw-Bericht — selbst innerhalb der der Kommission zugewiesenen eigentlichen Sphäre durch das der Kommission unterbreitet gewesene Material nicht gerechtfertigt sind. Es kommt hinzu, daß die Shaw Kommission ihren Ausgabenkreis überschritt und an Fragen heranging. über oie zu urteilen sie weder ermächtngt, nochf kompetent war. Nach dem, was der Herr Ministerpräsident am 23. Dezember 1929 im Unterhaus ausgeführt hat, hätte man erwarten dürfen, daß die Regierung die Befunde der Kommission hinsichtlich Fragen höherer Politik, wie z. B. jüdische Einwanderung, jüdischer Bodenkauß und Kolonisation, nicht in Rücksicht ziehen werde. Dennoch. lehnt sich das im vorigen Monat veröffentlichte Weiß?- buch. an die Befunde der Shaw-Kommission betreffend oie erwähnten Angelegenheiten an. In Verfolg der Politik dieses Weißbuches wurde die Einwanderung unserer Arbeiter nach Palästina zu einem Zeitpunkt suspendiert, an dem der High Commissioner nach sorgfältiger Prüfung feststellen konnte, oaß die Gewährung neuer Arbeiter-Zertifikate wirtschaftlich vollkommen gerechtfertigt fei. Die Suspendiernngsverordnung, die ihrem Charakter nach eine politische, nicht eine wirtschaftliche Maßnahme ist, legt die Axt an die eigentlichen Fundamente des Mandates. Darum unsere Proteste und die Proteste der jüdischen Massen, in deren Namen wir sprechen. ,Diese Proteste sind nicht gegen Großbritannien gerichtet, sondern einzig gegen ein Vorgehen der britischen Regierung, das dem Geist und dem Buchstaben des Mandates widerspricht. Theoretische Zusicherungen hinsichtlich der Politik des Mandates sind nutzlos, wenn sie Hand in Hand gehen mit administrativen Maßnahmen, die oazu angetan sind, unser Werk zunichte zu machen. In Verfolg der im Shaw-Bericht dargelegten Richtlinien hat die Regierung einen Experten entsandt, der die Bedingungen zu definieren hat, unter denen von jetzt ab die Entwicklung des jüdischen Nationalheims vor sich gehen soll. Wir zweifeln die Kompetenz oder die Unparteilichkeit von Sir John Hope Simpson gewiß nicht an, wenn wir uns außerstande erklären, den Bericht eines Experten als ein Verdikt über die Zukunft des Jüdischen NationaMirns zu akzeptieren. Technische und wirtschaftliche Ueberlegungen können gegen Imponderabilien des Willens und der Arbeit eines Volkes nicht ins Treffen geführt werden. Tie Entschlossenheit und die Energie des jüdischen Volkes können die potentiellen Möglichkeiten Palästinas über die Grenzen einer zeitbedingten Definition hinaus erweitern. Tie Errichtung des Jüdischen Nationalheims ist das zentrale Ziel des Palästina-Mandates: die einzig mögliche Politik, die von der Mandatarmacht verfolgt werden kann, ist bereits festgelegt, die Politik nämlich: zu allen Zeiten jenes Maximum jüdischer Einwanderung znzulassen, das der Aufnahmefähigkeit Palästinas entspricht. Wir setzen Vertrauen in die moralischen Energien des jüdischen Volkes, wir werden stets aus unsere Rechte pochen. Wir werden unser Werk fortsetzen und den uns vom Schicksal gewiesenen Weg weitergehen. Unsere Generationen alte Entschlossenheit, nach Palästina zurückzukehren, kann nicht ins Wanken gebracht werden. In dieser Stunde, in der die Wege vorgezeichnet werden, die wir vielleicht viele Fahcke lang werden gehen müssen, wenden wir uns noch einmal an die Araber und an die Mandatarmacht. Wir wollen keine mit unserer Ehre vereinbarlkche Anstrengung scheuen, um eine Zusammenarbeit mit den Arabern in der Arbeit für die Entwicklung des Landes sicherzustellen, und wir fordern die Araber auf, eine solchie Zusammenarbeit möglich zu machen. Bon der britischen Regierung aber fordern wir, daß sie wieder einmal ihre Ausgabe in Palästina mit den Augen jener Männer sieht, die die Balsour-Deklaration verfaßt haben." Es ist ja wahrscheinlich, daß. die vorstehende Erklärung sehr bald in einen Aktenschrauk veffchwinden wird, da bei den weltpolitischen Auseinandersetzungen, die gegen- STRAND' NEUHEITEN ALBERT ROSENHAIN S neuestem Musik-Apparat , In Form u.Größe: Eine Kamera , ktn Klangfülle: Ein Orchester GeschL: 28,5*12x5cm M. 35-< Strand- und Badetasche Streifenstoff m. großer Innentasche 50*33 cm M. 8.— M. ß 50 erm Neuheit! NIRWANA Die ideale liegematte ..mit Sonnendach und Luftkopfkitten Dm dt mäßige Motte, zutommerv gerollt eine elegante To-idte mit genügend Baum für Bodewowhe w&< <H9. 75 TALISMAN Das prakt.X Nv\ Gürteletui für den Wosserfreund für Geld, Schlüssel, Zigaretten usw Schließt wasserdicht _ _ . 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Der hervorragende Berliner Internist und leitende Arzt des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde, Geheimrat Prof. Hermann Strauß, ist von der „Jnter-State Post Graduate Medical Association of North America" zum Ehrenmitglied gewählt worden. Prof. Hermann Strauß ist Mitglied des Präsidiums des deutschen Landesverbandes „Ose" und befaßt sich intensiv mit Fragen , des jiidischen Gesundheitsschutzes. Ätzung der Berliner Repräsenlantenversammlung i Am 26. Juni trat oie Repräsentantenversammlung der; Berliner Jüdischen Gemeinde unter Leitung des Vorsitzenden, Geheimrat Julius Stern zu ihrer letzten Sitzung vor deu großen Ferien zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde Frau Annie Heinrichsdorff anstelle von Frau Hamburger, die als Nachfolger des verstorbenen Ti- > reitors Ostberg in die Versammlung eingetreten war, als stellvertretendes Mitglied der R ep r äsen taute nvers amm lu ng ein geführt. Hierauf verlas der Vorsitzende ein Schreiben des Herrn George Goetz, in welchem dieser zu der Weiße nsrer Friedhofsangelegenheit, die in der vorigen Sitzung behandelt worden war, Stellung nimmt. Nach kürzer Aussprache wurde die Schaffung eines Speziatreferates für Studentenhilse beim Jugendpflegeausschuß der Jüdischen Gemeinde beschlossen. Im Namen des Vorstandes gab Direktor Karestr eine Erklärung ab, in der er mit Genugtuung fcjststcllte, daß das jüngst ergangene Urteil gegen die Berliner Synagogenschänder und dessen Begründung durch den Gerichtsvorsitzenden geeignet seien, abschreckend und bessernd zu wirken. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Zukünft mit demselben Nachdruck unsere Staatsbürg erreichte geschützt werden. Dem Verband jüdischer Ingenieure und Chemiker wurde eine einmalige Beihilfe zwecks Arbeitsbeschaffung für seine Mitglieder bewilligt. Ferner wurden bewilligt Mittel u. a. für die Reparatur der Synagoge Kaiserstraße 45 000 RM. und für die Errichtung eines jüdischen Asyls in der Lietzmannstraße ein Betrag bis zu 80000 RM. Ach bem Vordergrundstück will die Jüdische Altershilfe für die Provinzen Brandenburg und Grenzmark ein Altersheim errichten. Gegen den Plan wandten sich von der liberalen Fraktion oie Herren Rosenthal und Marcus. Ter Betrag wurde durch einen Mehrheitsbeschluß: bewilligt, für den auch die Mehrzahl der Mitglieder der Liberalen Fraktion stimmte. Für die Errichtung einer jüdischen Jugendherberge in Wolzig in Verbindung mit dem dortigen Jüdischen Jugendfürsorgeheim wurde ein Betrag von 3000 RM. genehmigt. Anstelle des Mr einen Lehrstuhl an der Universität Jerusalem bewilligten Betrages, der mit Rücksicht auf die noch schwebenden Verhandlungen mit dem Kuratorium der Jerusalemer Universität über das Lehrfach noch nicht zur Auszahlung gelangen konnte, wurden einstimmig 5000 RM. für die landwirtschaftliche Versuchsanstalt von Pros. Marburg in Palästina bewilligt, während der Gemeindevorstand frei über die restlichen 10000 RM. verfügen kann. Für Vorarbeiten zwecks Errichtung einer konservativen Synagoge im Hansabezirk' auf einem Grundstück in der Altonaerstraße wurde ein Betrag von 5000 RM. bewilligt. Ter Hechaluz erhielt Kr das Jahr 1930 eine Subvention von 2000 RM. zugesprochen, der Weltverstand Schomre Schabbos aus -Anlaß seines im August in Berlin stattsindenden Weltkongresses 2 000 RM. Aus einer Mitteilung des Vorstandes ergab sich, daß die behördliche Genehmigung des Regierungspräsidentetr in Potsdam zur Eingemeindung von Oranienburg und Köpenick mit Wirkung vom 1. Juli d. I. erteilt worden ist. Die Steuerquote für das Jahr 1930 wurde wiederum aus j 10"> der Reich sei nkommensterrer sestgelegt. Vertagt wurden j zwei Vorlagen des Vorstandes, in denen Subventionen für! die jüdische Schulorganisatiou in Waffchau und für die j hebräische Schulorganisation Tarbut in Polen gefordert ' wurden. | Leser, die verreisen I können sich die „Jüdisch-liberale Zeitung“ auf kurze oder längere j Zeit ins Bad oder in die Sommerfrische nachsenden lassen; Der Nachsendungsantrag ist bei dem zuständigen Postamt zu | beantragen. Es ist dringend ratsam, die Ueberweisung möglichst acht Tage vor der Reise zu bestellen. (für die (Reise -* (Rcenieke ’s -Maiismarken fAcro25?t| ÜcK »KanTi Hausmarke CercnafrSertiment die nnurertreffliche Sumatra-Spezialmarke: fehrezebsafz -1929 in diesem Sortiment 23 Millionen Stör* Coronitas ... Coronas klein . Coronas mittel. Coronas groß . 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