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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-06-25 · 26 (25.6.1930) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
26 (25.6.1930)
Date
1930-06-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Proteste gegen Thüringen I. Ter Reichsminister des Inneren Dr. Wirth empfing am Freitag, den 13. Juni, die Führer der größten Organisation der deutschen Judenheit, des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Justizrat Tr. Brodnitz und Rechtsanwalt Tr. Weil, sowie den Syndikus Tr. Reichnrann, die hierbei Gelegenheit nahmen, die Beschwerden der deutschen Juden über die Vorgänge in Thüringen ausführlich vorzutragen. II. Ter Central-Lerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte für Dienstag, den 17. Juni, abends nach dein Herreichaus, Leipziger Straße, Zu einer Protestkundgebung gegen die Beschimpfungen der deutschen Juden durch den thüringischen Minister Dr. Frick eingeladen. Das Interesse für die Kundgebung war so stark, daß für denselben Abend zwei Parallel-Versanrmlungen, die eine im Oberlichtsaal der Philharmonie, die zweite iin Bechltein-Saal, arrangiert werden mußten . Als Ergebnis der Erörterungen legte Justi'zrat Ar. Brodniß der Versammlung folgende Entschließung vor, die die einhellige Zustimmung der Anwesenden fand, und die dem Reichspräsidenten und der Reichsregierung überreicht werden wird: „Die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der deutschen Inden, die sich durch Geschichte, Kultur, seelische :md geistige Gemeinschaft mit dem deutschen Volte unlösbar verbunden fühlen, wird durch die deutsche Reichsversassung verbürgt. Selbstherrliche Willtüralte eines Ministers oder der Regierung eines deutschen Landes werden die jüdischen Deutschen nicht hindern, wie bisher ihrem deutschen Vaterlande opferfreudig und hingebungsvoll zu dienen. Sie legen aber Protest ein gegen die Versassungsoerletzung. die sich der thüringische Innenminister Dr. Frick mit seinen Verordnungen, insbesondere der über „Deutsches Schul gebet" hat zuschulden kommen lassen. Wir erwarten von. den Hütern der Reichsversassung, dem Herrn Reichspräsidenten, dem Reichskabinett und dem verantwortlichen Herrn Reichsrnnenminnter, daß sie diese Vecsassungsoerlet-- zung ahnden, den verfassungsmäßig gesicherten Anspruch der thürn«gischen und deutschen Juden ans Gleichberechtigung Gewähr leisten und ihn gegenüber der widerstrebenden Länderinst an z durch sehen 4444444444444444444444444444444444444444444444444»4444«4444<| | * j; Aus den Gemeinden t * :i 4 4 4 4444.4444444444444444444»«»4444*4»444444444444»4444444444444 Berlin. (Todesfall?, Unser älteste!?, langjährige-?, eifrige-? Mitglied, )om Hermann Lest, ist im 89. Lebensjahre sanft entschlafen. Berlin. („O s e" - K u n d g e b u lt g.) Ter Deutsche Landesverband „Ose" veranstaltete im Berliner Aerztehaus eine Versammlung der Berliner jüdischen Aerzteschast. Ter erste Referent, Tr. S. Hildesheimer, zweiter Vorsitzender der Berliner Aerztetammer, sprach über „Die gesundheitliche Not unter den Juden Osteuropas". Tr. Hildesheimer schilderte die traurigen Lebensverhältnisse der Juden in Osteuropa. Ter Krieg und die Nachkriegsereignisse haben die Gesundheit der jüdischen Bevölkerung untergraben und tiefe Spuren bei ihr hinterlassen. Die sozialen Krankheiten, insbesondere Tuberkulose, haben rapide um sich gegriffen. Die Heranwachsende Generation gibt in gesundheitlicher .Hinsicht allen Anlaß zu Besorg-- nissen. Diese traurigen Faktoren erfordern die Durchführung einer planmäßigen Hilfstätigkeit. Tie Organisationen des jüdischen Gesundheitsschutzes „Ose" und „Toz" leiten seit Jahren das gesundheitliche Hilfswerk unter den Juden Osteuropas und haben auf diesem Gebiete bereits bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Zur Forisetzung dieses .Hilfswerks benötigen die Organisationen „Osc-Toz" die Unterstützung des westeuropäischen Judentums. Es ist Pflicht der deutschen Juden, in erster Reihe der jüdischen Aerzte in Deutschland, an dieser Arbeit teilzunehmen. Besonderes Interesse rief der Vortrag von Geheimrat Professor H. Strauß hervor. Aus Veranlassung des American Joint TistrH bution Committee und auf Einladung von „Toz" in Polen bereiste Herr Geheimrat Strauß Polen und hat an Ort und Stelle die Lage der Juden in diesem Lande und die medizin-sch-hygienischs Tätigkeit unter den Juden zu studieren Gelegenheit gehabt. Er besuchte u. a. Warschau, Krakau, Lemberg und Wilna. Tie Armut der polnischen Juden, ihre antihygienischen Lebensverhältnisse und der Mangel an medizinisch hygienischer .Hilfe überraschen jeden Besucher dieser Städte. Ungeachtet der schweren wirtschaftlichen Lage entfalten die Juden Polens eine sehr rege Sellbsthilfstätigkeit. Es besteht eine Reihe gut geleiteter Krankenhäuser, die bei äußerst bescheidenen Mitteln mustergültige medizinische Arbeit leisten. Mit besonderer Aufmerksamkeit ertvähnt Herr Gehcimrat Strauß die vom American Joint Distribution Eommittec ins Leben gerufene Schwesternschule in Warschau. Aus dieser Schwesternschule ist eine bedeutende Anzahl von fachmännisch geschulten Schwestern hcrvorgcgangen, die zur Ausgestaltung der hygienischen Arbeit Wesentliches beigetragen haben. Die jüdischen Hygiene-Vereine, die sich zum Verbände „Toz" vereinigt haben, führen eine sozial-hygienische Arbeit aus breitester Grundlage und haben eine große Anzahl von Mutter- und Säuglingssürsorgcanstalten, schulhygienischen Dienststellen, Kinderkolonien, Ambulatorien u. a. m. ins Leben gerufen. Tie Fürsorge dieser „Toz"-Anstalten kommt Zehntausenden von Kindern zugute. Dabei wird diese umfangreiche, qualitativ hochstehende Arbeit, die der Welikonserenj für religiös - liberales Judentum in London vom 18. bis 22. Juli Anmeldungen umgehend erbeten an die Vereinigung für das liberale Judentum e. V., Berlin SW 11, Hallesche Straße 1. Programm-Ergänzung In der Oeffentlichen Kundgebung der Liberal Jewish Synagogue am Sonntag, abends 8.15 Uhr, für die bisher nur Edmond Fleg (Paris) als Rämer bekannt gegeben war, wird von deutscher Seile Professor Tr. Willstätter, der bekanntlich den Nobelpreis für besondere Leistungen auf dem Gebiete der Physik erhalten hat, sprechen. Das Referat „Läßt sich Frömmigkeit lehren?" wird Rabbiner Tr. Dienemann (Offenbach) halten. Für die Aussprache zu dem Thema „Wie kann das liberale Judentum die religiöse Indifferenz überwinden?" ist von deutscher Seite Rabbiner Tr. Norden, Elberfeld, gemeldet worden. ¥ Gottesdienste 4 Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden (SchSnhauser Allee 162). Freitag, 27. Juni, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. Sonnabend, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Berlin-Osten. Liberale Synagoge Osten (Kaiserstraße 29=30). Freitag, 27. Juni, 7.30 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Dr. Plotke. BerUn-Westend. Liberale Synagoge Westend (Aula Leistikowstr. 7, nahe Reichs» kanzlerplatz). Freitag, 27. Juni» 7 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Dr. Slvarsensty. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (Cecilienfchule, Nikolsburger Platz). Freitag, 27. Juni, abends 7.15 Uhr» Gottesdienst. Predigt: Dr. Graupe. Die Gottesdienste in den Synagogen Norden, Wilmersdorf und Westend fallen in der Zeit bis zum 8. August aus. Berlin. Jüdische Reform-Gemeinde. Sonntag, den 29. Juni, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst in der Johannisstraße 16: Predigt: Dr. Lehmann; Kleiststraße 10: Predigt: Dr. Karl Rosenthal. jüdischen Bevölkerung höchsten Nutzen bringt, mir ganz bescheidenen Mitteln geführt. 'Es genügt zu unterstreichen, daß über 20 000 Kinder von Favus, mehrere Tausende von Trachom und anderen Krankheiten geheilt wurden. Professor Tr. Strauß wies auf die großen Verdienste des American Joint Distribution Committee und seines Direktor-? Tr. Bernhard Kahn, der die Bedeutung der gesundheitlichen Arbeit richtig bewertet, hin. Dr. G. Tugendreich, geschästssührender Vorsitzender de? Deut-' scheu Landesverbandes „Ose", berichtete über die Tätigkeit von „Ose- Toz" in Osteuropa im Jahre 1029. Tie Fürsorge für da? Kind beginnt mit dem zartesten Sänglingsalter. Die Säugtingssürsorgestellen, die Schulhygiene, Kinderkolonien u. a. in. haben etwa 100 000 Kinder erfaßt. Eine weitgehende hygienische Airfklärungstätigkeir rvird unter der erwachsenen jüdischen Bevölkerung geführt. Da? osteuropäische Judentum ist aber auch bei der größten finanziellen Anstrengung nicht imstande, diese Arbeit mit eigenen Mitteln ausrecht zuerhalten. Es bedarf der Unterstützung seiner ivestenropäischen Brü der. Trotz der schweren wirtschaftlichen Lage in Deutschland muß das deutsche Judentum der ungeheuren Not in Osteuropa gedenken und sein Möglichste? zur Erhaltung der segensreichen hygienischen Arbeit von „Ose" tun. Dresden. (G e m e i n d e r a t -? s i tz u n g.) Rabbiner Pros. Win ter hat einen bedauerlichen Unfall erlitten, anläßlich dessen ihm vom Vorsitzenden baldige völlige Genesung gewünscht wirb. Ein ausgetegte? Rundschreiben des Gemeindeverbandes gibt davon Kenntnis, inivieiveir durch die Auslösung des Sächsischen Landtag? die für die Israelitischen Religiousgeincinden lvichtigen Anträge, Gesetze-worlagcn nsw. (darunter das Schächtverbot) vorläufig gegenstandslos geivordcn sind. Ein Schreiben de? Vereins jüdischer Handwerker Dresden? erledigt sich durch die Feststellung, daß selbstverständlich bei Vergebung von Gemeindearbeilen jüdische .Handwerker in erster Linie berücksichtigt werden sollen. Tie Kreishauptmannschaft hat den Haushaltplan für das laufende Jahr und ebenso die geplanten Vorauszahlungen aus die Gemeindesteuer 1930 genehmigt. Als wichtigster Punkt wird ans Veranlassung des Herrn Bochner gegen die Stimmen der Herren Lesser und Lissmann folgender Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei beraten: 1. 8 19 ver Gemeindesatzung soll künftig laureii: „Stimmberechtigt sind alle seit einem Jahre ununterbrochen inr Gemeindebezirk wohnenden, mindesten-? 2l Jahre allen Gemeiudemitglieder." 8 °-0 soll lauten: „In den Gemeinderat können gewählt werden alle stimmberechtigten Gemeindemitglieder, weiche das R'>. Lebensjahr erreicht haben." 2. Für den Rest der gegenwärtigen Wahlperiode wird ein Kompromiß geschlossen dahingehend, das; Liberale und Volksparteiler je 10 Mandate erhalten mit der Maßgabe, daß abwechselnd 1 Liberaler und 1 Volksparteiler je ein Jahr den Vorsitz führt. 3. Die Auswahl der für den Gemeinderat auszustetlenden Kandi daten bleibt dem Ermessen jeder Partei überlassen. 1. Die Vorschläge sind in der nächsten Sitzung de? Gemeinderat-? zur endgültigen Beschlußfassung vorzulegen. Hierzu legt in fast einstündiger Rede .Herr Weinreich den Standpunkt seiner Partei dar. In seiner Erwiderung verweist der Vorsitzende Rechtsanwalt Salinger auf die zwischen den Parteien geführten Verhandlungen und stellt fest, daß die Liberale Fraktion zar Zugeständnissen in der Frage des passiven Wahlrechts bereit sei. Seit vielen Jahren sei die Jüdische Volkspartei im Vorstand und in der Verwaltung vertreten: umsomehr müßten daher die von dem Redner gegen beide Gremien erhobenen demagogischen Angriffe mir Entschiedenheit zurüchgewiesen werden. Herr Löwenthal, der nach einer längeren Auslandsreise erstmalig wieder erschienen ist und begrüßt wird, rät zu Verständigung. Die „Volksvercinigung für jüdische Interessen" sei während seiner Abwesenheit nur dem Namen nach aufgelöst lvorden, es stünde aber noch eine große Anzahl Männer hinter ihr; im Programm der Vereinigung sei gleiches Wahlrecht für alle Gemeiudemitglieder sestgelegt, er kenne leinen Unterschied zwischen Ost und West, und wenn keine Verständigung herbeigeführt lvürde, werde er für das Wahlrecht der ostjüdischen Brüder stimme». Mit der Begründung des Antrags freilich durch .Herrn Weinreich hätte die Volkspartei der von. ihr vertretenen Sache nicht gedient, da Herr Weinreich vor nicht allzu langer Zeit in der selben Weise gegen die Volkspartei ausgetreten wäre, und hierdurch würden seine heutigen Ausführungen abgeschivächt. Auch Rabbiner Woks hält sich für verpflichtet, in einer das Wohl der Gemeinde so stark berührenden Frage seine Meinung zu sagen. Er erklärt, auf dem Boden des allgemeinen Wahlrechts zu stehen und bittet die liberale Fraktion, ihren Widerstand hiergegen aufzugcben. Gleichzeitig bedauert aber auch er die Begründung des Antrags durch .Herrn Weinreich, insofern dieser sich nicht daraus beschränkt habe, den liberalen Standpunkt zu widerlegen, sondern deu Liberalismus als solchen angegriffen und ihm alle Schäden im Judentum zur Last gelegt habe. Namens der Volkspartei soll nunmehr über den Antrag «bgestimmt werden: „Der Gemeinderat löst sich auf." Da hierin aber eine Verfassungsänderung liegt, ist, >vie der Vorsitzende erklärt, eine Majorität zu seiner Annahme notwendig. Sollte auf einfacher Majorität bestanden werden, dann sehe sich die Liberale Fraktion, welche bekanntlich nicht voll vertreten sei und sich aus keinen Fall majorisieren lassen werde, genötigt, den Saal zu verlassen. Infolgedessen kommt es nicht zu einer Abstimmung über die Anträge, vielmehr zieht sich die Fraktion der J-V.P. zu einer kurzen Beratung zurück mn dem hier schon mitgeteitten Ergebnis, daß sämtliche Mitglieder der Partei ihre Mandate im Gemeinderat und ihre Acmtec in den Kommissionen niederlegen und, wie es am Schlüsse der Erklärung heißt, infolge Beschlußunfähigkeil des Gcmeinderats als der einzig gesetzlichen Verwaltung der Gemeinde die sofortige Ausschreibung von Neuwahlen erwarten. Herr Löwenthal, der noch einen letzten vermittelnden Schritt versucht, behält sich bezüglich seiner Person die Entschließung vor. So bedauerlich und unjüdisch vom Standpunkte des Zusammenhaltens dieser Kriegszustand auch ist, bei dem sich nicht ohne weiteresj sagen läßt, welche Partei „Recht habe" — der Fragenkomplex STOUbWERCI^ # billig, xDohlSchmocluincL, nahrhaft. ist dazu viel zu kompliziert —, so wird sich doch, wie hier schont angedeuter, die mit dem Gewattakk de? Austritts verbundene Erwartung der Volksparrer vorläufig nicht erfüllen. Vielmehr wird versucht werden, die ordnungsgemäß geivähtten Ersatzleute in die freien Stellen einznberufen und so die Geschäfte mindesten? im taufenden Etatjahre weiterzuführen. Düsseldorf. (S i t b e r y o ch z e i Herr und Frau Siegfried Falk, Tüsscldorf-Oberkassel, begingen am 12. Juni das Fest der Silberhochz-eir. Herr Falk ist Mitinhaber eines angesehenen Bankhauses und hat sich seit jeher in den Dienst jüdischer Wohlfahrtsnnd Gcmcindearbeir gestellt. Er ist Vorsitzender der Chewra, Gehör) als Vorstandsmitglied dem „Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden" an und ist Kuratorinnismitglied der „Rosenau". Dem religiös-liberalen Judentum steht er durch seine Zugehörigkeit zur liberalen Repräsentantenfrakrion nahe. Auch in außerjüdischen Kreisen bekleidet er eine Reihe wichtiger Aemter und Ehrenstellen. Seine Gattin hat sich besondere Verdienste um die Düsseldorf Loge und die Ortsgruppe des Centralvereins erworben. Dein Silberpaar wurden lebhafte Glückwünsche aus allen Kreisen der Gemeinde und der Stadt dargebracht, und auch wir sprechen an dieser Stelle unsere herzlichen Glückwünsche aus. Elberfeld. (L o m I ü d i s ch e n F r a n e n b u n b.) Vor einiger Zeit fand hier eine Vorstandsiitzung der Zentrale für jüdisches P siegestellenivesen und Adoprionsvermittlung Jüdischer Frauenbund e. V. statt. Besondere Beachtung verdient ein in dieser Borstandssitzung vorgetragener Antrag von Fräulein Beriha Pappenheim an den Frauenbund, die kinderlosen Ehefrauen zu einem losen Bund znsammenzusassen und ihnen die Sorge für ein fremdes Kind zu übertragen. Die eingehenden Gelder sollen Erziehungs' und Ausbildungszwecken bienen, die Leistungen sollen ein absolutes Plus gegenüber der Wohlfahrtspflege darstellen und keine Stelle entlasten. Fräulein Pappeuheim dachte dabei lurch an Schützlinge der Zentrale, für die keine verantwortliche Organisation zeichnet. Auch die Zentrale erbittet an dieser Stelle für diese ärmsten Kinder das Jntieress« der jüdischen Oessentlichkeü, sie hofft, daß es ihr durch tatkräftige Unterstützung aller jüdischen Kreise ermöglicht lvird, die Zukunft dieser Kinder sowie derjenigen, die ans Geldmangel nicht aus andersgläubiger Umgebung herausgenommen werden können, günstiger zu gestalten. Fritzlar.;R e n o v : e r n n g d e r S >> n a g o g e.) Die im Jahre 1896 erbaute Synagoge ist infolge Senkung rissig und baufällig geworden, so daß eine Renovierung des Gebäudes erforderlich wurde. Ter Umbau, der zur Zeit vorgenommen wird, erstreckt sich auf Befestigung des Fundaments und Arbeiten im Innern des Hauses. Die Leitung der Renovierungsarbeiten hat Regierungsbannreister a. T. und Architekt K. H. Sickiel in Kassel übernommen. Zn den Kosten des Baues haben außer der Fritzlarer Gemeinde auch da? Vorsteheramt der Israeliten in Kästet und der Preußische Lmtdesverband jüdischer Gemeinden in Berlin namhafte Zuschüsse beigestenert. Die Wiederbenntzung der Synagoge kann wohl zu den Herbstseiertagen erwartet rverden. Gumbinnen. (Todesfall.' Hier verschied ganz plötzlich Herr Horst K o s m i n s k y, der langjährige Schriftführer der Gemeindekörperschaften. Der Verewigte war eine Persönlichkeit mit stark ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl und Wohttätigtcitssinn. Er war stellvertretender Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe des Centralvereins, wo er mit ganzer Kraft sich für den Gedanken von Deutschtum und Judentum einsetzte. Haigerloch. <T o 2 e s s a l t. > Hier ist der ehemalige Vorsitzende der Gemeindevertretung, Moritz Levi, kurz vor Botlendnng seines 66. Lebensjahres gestorben. Bei der Beisetzung, die unter Teilnahme eines stattlichen Trauergefolges stattfand, schilderte Rabbinatsverweser Spier die großen Verdienste de? Entschlafenen um die Erhaltung der Gemeindeinstitrrtionen, besonder? in der kritischen Kriegs- und Nachkriegszeit. 25 Jahre gehörte der Verstorbene dem Vorst eheramt der Gemeinde an, von 1923 bis 1929 war er der erste Vorsitzende derselben, bis zunehmende Krankheit ihn zur Niedertegung des Amtes nötigte. Auch im Wohlfahrtsausschuß der Stadl hat der Verblichene während der letzten sieben Jahre als Vertreter der Gemeinde segensreiche Arbeit geleistet. Ein treues Gedenken, ivird ihm die dankbare Gemeinde über das Grab hinaus beivahren. Harburg-Wilhelmsburg. (Gemeindeversammlung.) Am 4. Juni "fand eine abermalige Gemeindeversammlung statt, die notwendig wurde, da gegen die Wahl eines Repräsentanten aus wahltechnischen Gründen Einspruch erhoben worden war, den die Repräsentanten-Verfammlung, als das Wahlergebnis evtl, beeinflnssend, als berechtigt anerkannt Halle. Die Beteiligung war außerordentlich stark. Der Wahlakt ergab diesmal eine erhebliche Majorität für den liberalen Kandidaten, Rechtsanwalt Rosenschein. Ferner unterbreitete der l. Vorsitzende, Herr L. Fließ, der Versammlung das Projekt .einer Erweiterung der Gemeindegebäude, um Versammlungsräume für gemeindliche Veranstaltungen, vor allem ein .Heim für die Jugend zu schassen. Nachdem Herr Prediger Goroon zu den Pessachfeiertagen einen warmen Appell an die Gemeinde gerichtet hatte, der Jugend Raum zu geben und sie nach Kräften in ihrem Streben, sich einzugliedern und müzuwirken am Wir beabsichtigen an einigen Hauptplatzen Deutschlands Geschäftsstellen zu errichten und erbitten Bewerbungen von bewährten, erfolgreichen Fachleuten, sowie von Assekuranz- und Bankfirmen, die in Angliederung an ihr Unternehmen Interesse für das Mandat einer finanziell starken schweizerischen Gesellschaft haben. Wettbewerbsfähige! Tarife, gute Provisionssätze und feste Bezüge bilden | die Grundlage für eine aufsteigende Entwicklung Die Schweiz UMs a. MailJirslchtnMS-ttselisctHt Direktion für das Deutsche Reich. Franhlurt a. M.. Kaiserstrasse 61

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