Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 25 (18.6.1930)
- Date
- 1930-06-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wahren Historiker erforderte Objektivität versagte. Tie Wahrheit, die ihm einst hüben und drüben angesichts seiner Beurteilung des Christentums und Judentums vorgehalten wurde, darf auch jetzt. da sein Leben und sein großes Wer! vollendet ist, nicht schweigen. Tenn „teuer ist mir Piaro, noch teurer aber die Wahrheit": dieses alte Wort hat hier wieder seine Geltung. Tas hindert uns nicht, die Größe seiner Forschung zu bewundern und die Kraft seines Organifaticnsgenies, das er an der Spitze und in der Förderung der den Naturwissenschaften gewidmeten „Kaiser-Wil- Allgemeines. Tie oft besprochene Frage, ob Telegiertentagungen mit Motto („Jugend Hilst der Jugend") einen Sinn haben, ob Fragen von so weitgehender Bedeutung, wie die über „Bernssnot und Berufswahl" — „Lebensgestaltung" u.s.f. irgendeine fortentwickelnde Antwort erfahren lönnen aus derartigen Tagungen, tritt stets zurück hinter der Tatsächlichkeit eines Z u s a m in e nst r ö m e n s w i l l en s t i e f e r und klär u n g s be d ü r jt i g e r Jugend. Wenn, wie au, dieser Tagung, zivtä 325 Telegierte und etwa 600 Gäste sich zusammcnfinden, Sonnenfteude- und Ferienwälderladungen unbeachtet lassend, zwei solle Tage ausharren im Versammlungsraum, so r'st das Plus genug, so ist das Wert an sich! Aber auch die Mängel solchen Vorzuges werden sichtbar. Solche sind, fich nicht bescheiden mit wenigen Problemen, solche sind, langstilige und kaum zu vermeidende unerquickliche Geschäftsordnungsdebatten, Eitelleiten langatmiger Nichtssager, ungewöhnlich lange Redezeiten der ersten Sprecher und unmögliche Verkürzungen der Aussprache aus £ Minuten für die zweite Hälfte der Redner. So kommt es, i>afr herrlicher Auftakt und schönste Organisation verrauchen und leicht Depression mehr gewonnen wird, als strahlende Zukunftszuv erficht. Ter Auftakt. Orgeltlänge, wuchtig und groß! In die schlingt sich ein und umringt sie die Kunst des Sprechchors (Jugendoerein Düsseldorf - - Dirigent Herbert Felsenthal). Das Bibelwoct aus dem Buche des Anfangs (Buber-Rofenzweigs Uebersetzung) rauscht auf und verklingt verheißungsvoll. Tann spricht der Vorsitzende Rabbiner Dr. Hahn-Essen: „Im Gerste der brüderlichen Arbeit soll die Jugend am Aufbau des deutschen Judentums Helsen. Das „Verhältnis zu vorzüglichen Gleichzeitigen" (Goethe) ist stets das Bleibende. Mögen solche auf dieser Tagung beieinander sein!" - Tie Reihe der Wünschenden eröffnet Rabbiner Tr. Bnervi a l d - München. „Gottes Schöpserwille ist: der Welt nicht nur ehrfürchtige Bewunderung, sondern Fruchtbarkeit: Wir sind Geschöpfe und können schaffen. Tie Schöpfung mahnt, weil sie wird — zum Werden!" - Sodann für den Verband der Bayerischen Israelitischen Gemeinden und die Kultusgemeinde 'München Oberlandesgerichtsrat D r. Alfred N e n m e y e r, für die 'Großloge Tr. Benno Walter, für den Verband der Lehrervereine Lehrer Rülf und zum Schluß Dr. Keßler für den bayerischen Landesverband jüdischer Jugendvereine. Tas Ereignis und ErlÄnis. Tr. Martin Bub er spricht in einem gr,ß,angelegten Referat über die Frage „Wie lann Gemeinschaft werden?": „Ihr habt mich berufen, um Euch etwas zu sagen auf diese Frage. Nicht schön will ich reden, denn „eher daß ich schön rede, will ich stumm werden" —, sondern ein Mensch, der um Wahrheit ringt, soll Euch mitteile n, welch eharteAntworteraufdieseFrage gefunden hat und geben tarnt. _ Ich vermute, Ihr habt in dieser Frage der Sorge Eures Verbandes Ausdruck geben wollen, wie man einer solchen Menschenmasse Gemeinschaft geben kann! Und zum Anderen, w i e m a n i m G e t r i e b e der heutigen Wirtschaft den Menschen zuführen kaum die Lust echter Gemeinschaft! - Aus solcher aktuellen Sorge habt Ihr geröhrt an die Sehnsucht der Welt. Tie Welt selber hat die Sehnsucht-Gemeinschaft zu werden! Insofern sie sich in dem Begriff der Menschheit sammelt, hat das Menschengeschlecht diese Sehnsucht nicht erträumt, sondern we sensmäßig in sich hineingelegt. „Malchuth Schomajim — Reich Gottes von unten her zu erfassen — heißt das Menschengeschlecht zu einer dauernden allumfassenden Gemeinschaft werden lassen. Aber zugleich erfährt die Menschheit immer wieder, daß sie nicht Gemeinschaft wird. Sie erfährt es in grausamer Weise, daß sie tit dem ungeheuren W i - b e r;i r e 11 st ehen d, — Kamp, Aller gegen Alle, — n i ch t Gemeinschaft werden kann, immer weniger werden kann, da sie Kräfte dazu aus sich selbst nicht hervorbringt. Gemeinschaft ist uns seiende und wirkende Gemeinschaft. Es gibt zu viele Scheingemeinschaften zwischen den Völkern, die nicht im Stande find, echte zu schaffen. Wir haben einen Völkerbund - dem Namen nach erlebt und doch droht Selbstzerfleischung. Darum gilt es klar und nüchtern zu verdeutlichen, was Gemeinschaft i st und was sie nicht ist. Max Weber unterschied zwischen Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung. Nicht auf Gefühl, sondern auf einem Sein beruhen muß der Begriff der Gemeinschaft. Ter Verein ist und bleibt e i n B e r e i n, solange nur Gefühle u och so revolutionärer Art zusammen gelegt werden. Nicht Jnteressensverband und GefühlsVcrband, sondern Jnteressensverband (gleich Gesellschaft) und Lebensver batrd (gleich Gemeinschaft) muß die Losung sein. Leben ist «den Alltag! Ale Tage hohe und ni ed e r e Situationen! Wenn Menschen dieses schwere, verantwortliche Leben zusammentnn, dann, - wenn das nicht blos etwas ist, was sozusagen doch nur vom Geist ausgegangcn ist und dort bleibt - sondern sich wirklich hineinsät ins Erdreich, - dann entsteht als Schicksal und Berufung zwischen den Menschen — Gern eins ch ast. Sie im ganzen Wesen bejahen und bewähren das ist' Lebensverhelm-GefeNschast" in seiner vom Alter ungebeugten Energie zur allseitig anerkannten Ehre der Wissenschaft und des deutschen Namens bekundet hat. Eine so scharf ausgeprägte Persönlichkeit wie Harnack,, die den Kampf nicht scheute für seine religiöse und wissenschaftliche Ueberzeugung, wie er es in dem Streit um das sogenannte Apostolische Glaubensbekenntnis bewies, wird trotz mancher Jrrtümer, die wir ojt gerade bet Menschen von hohem Format beobachten, immer und überall die Geltung und den Wert behalten, die einer wahren Größe und geistigen Kapazität eigen sind. band! Nicht blos mit Geist und Gefühl, sondern mit Haut und Haar, schlechthin mit ganzer Existenz bewirken. Hierfür als Beispiel die Familie. Ich glaube nicht, daß sich eine Gemeinschaft anders zusammenbilden kann, außer aus Gemeinschaftszetlen. Nicht aus Jrrdividuen! Gemeinschaft entsteht aus Gemeinschaft! Ich glaube an keine Wiedergeburt der Gemeinschaft o h n e Wiedergeburt der G em e i n sch a st s z el l e der Familie. Sie ist in die Krisis der Gemeinschaft ernstlich eingetreten. Aber wesensmäßig wird die Familie verkannt und verneint. In den meisten Familien wird Gemeinschaft nicht mehr durchgelebt. Taher ist Familie noch Schicksal, aber nicht mehr Wesenswille. Ans Wiedergeburt kommt es an, durch den Abgrund der Krisis hindurch. Kann m a n G e m e i n sch a f t machen, Herstellen, lediglich wollen, wie Menschen sich einen Zweck setzen und Mittel anwenden? Nein! — Ebensowenig, wie ein Mensch sich nicht vornehmen kann, Persönlichkeit zu werden. Tiefe hohen Werte e u t ft e 1, e n nur a t s Nebenprodukt. Wenn Menschen wirklich lebensmäßig einander zu antworten haben, wenn sie nicht Gemeinschaft meinen, sondern wenn alle, die sich miteinander verbunden fühlen und erkennen, daß in ihrer Mitte etwas i st, w a d u r ch i h r Zusammenkommen dargestellt wird, dann ist Gemeinschaft. Was durch unser Zusammenkommen dargestellt wird und verwirklicht wird, dem wir durch unser Zusammenleben. den Dienst dienen lönnen, den unsere Lebensmitte von uns verlangt, das ist der lebende Kreis der Gemeinschaft, der nicht durch Kreisziehen, sondern durch Radienziehnng von der Mitte her gewonnen wird. ° Tie großen historischen Gemeinschaftsformen sind blutmäßig und schicksalhaft. Menschen siud am bestimmten Ort und Raum zusammengelommen, schicksalmäßig irgendwie, und da ist an ihnen ein Zusammenschluß geschaffen. Volksb e w u ß t s e i n ist immer e i tr A n z e i ch e n v o n b e g innen d e m Unbehagen. Wenn meine Augen angestrengt sind, beginne ich zu. bemerken, daß ich Augen habe. So ist Nationalismus eine K r a n k h e i t! Ein Volk i st tticht hergestellt, sondern berufen, gebildet, aus Urgeheimnis gewachsen — ist Werkgemeinschaft und Glaubensgemeinschaft. Tie lebendige Mitte ..ist für die Schicksalsgemeinschaft das Geheimnis der Urgeheimniffe! Für die G l a ube ns g em e i n s ch a f t a. b er, di ef e r lebendi gen Mitte angelobt zu sein. Ihr wird die Mitte wahrnehmbar, ansprechbar und vernehmbar. Ja die ganze Gemeinschaft fühlt sich gemeinsam angesprochen und antwortet gemeinsam „Naashe wenischmoh"! Tiefe Unw illkür licht eit des Verbundenseins ist die starke Lehre der geschichtlichen Gemeinschaft für diese Stunde. Mit der wachsenden Vielfältigkeit nimmt die E n t g e - meinschaf tung der Ge mein schaftu ng zu. Durch Staat und Kirche — künstliche Gerüste — sucht man sie vergeblich zu halten. Gemeinschaftsbefruchtung ist aus ihnen nicht geworden. Heute gibt es nur Gemeinschastsreste (so die Gemeinden). Das Judentum ist Schick s a l s g e m eins cha s t und Glaubensgemeinschaft in einem Volk durch Offenbarung. .Heute darf es sich nicht mehr Lebensverband nennen, weil der Gemeinschaftsgeist nicht mehr einheitlich ist. Wir sind reich an Gemeinschaftsverlangen, aber machen es uns leicht mit Gemeinschaftsstimmung. Miteinander leben und sterben kennen wir nicht mehr. Erneuern können wir nur, wenn wir das Judentum als Lebe ns verband von Glauben und Schicksal erneuern. Besser ist, daß nichts geschieht, als daß man so tue, als ob etwas geschieht! Mit unverwan delten, der Lebensmitte unkundigen Menschen wird Gemeinschaft nicht gestiftet. So entsteht nur durch Willen Gemeinschaftsschein. Keine S i ed l un g s g r ü n d u n g, keine r e l i g i ö s e Bewegung kann Gemeinschaftsgeist ib e s A n g e l o b e n s heben. Tie heutige Gesellschaft ist verfault. An der Forderung einer neuen Gesellschaftsordnung arbeiten ist das Einzige. Aber es ist nicht genug für Gemeinschaft. Gerechtigkeit wohl! Ader damit wird allein die Wirklichkeit der Beziehungen nicht verbürgt. Ein Trittes muß hinzukommen: Gemeinschaft als Geschehen und Vorgang. Wen u eine gemeinsame Situation g e m einfam b e a n t w o r t et wird durch gemeinsames V e r halten, erwächst Gemeinschaft. Sowohl 1914 als auch 1919 wurde der gemeinsamen Situation keine gemeinsame Antwort gegeben. Konnte nicht Gemeinschaft werden? Ich habe zu der großen Frage Euch noch Fragen hinzugcstellt. Aber die Frage jetzt und hier von deutjchjndischer Jugend muß wahrhaftig gestellt werden. Tie Antworten 1. E r Neuerung wird u u r aus einer des ganzen Lebens. 2. Es gilt die gemeinsame Antwort in der Er- ' tcnntnis des archimedischeil Punktes der gemeinsamen Situation. 3. Tie Situation iii durch drei Tinge gekeunzetchnet. a) Nach der E m a n z i p a t i o n auch s i e war Schicksal — wurde die Widerstandskraft der westlichen Inden geschwächt und der Kamps von außen begann. b) Tie ostjüdischen Massen sind in einen. Prozeß wachsenden Zerfalls getreten. Sie kennen Glauben und Schicksal nicht mehr — das Ilrgeheimnis. c) Mit der Organisation in Palästina ist doch nur ein sehr kleines, merkwürdiges, riskiertes, bedrohtes, gefährliches, widerspruchsvolles Wer. begonnen. Nur vielleicht dort Gemeinschaft! Diese Situation redet den Juden der Gegenwart an. Flammenzeichen ftrtb es! Wird bie Jugend sie mit ihre m Lebe n und Wesen lesen? Wenn Sie mich fragen: „Was tun?" — Ich habe kein Rezept in der Tasche. Ter Ausruf der Situation soll leine Formel sein! Jeder da, wo er steht, soll in seinem Kreis Gemeinschaft verwirklichen. Abklang des ersten Tages. Bubers Predigt, die er selbst nicht so genannt wissen wollte, barg Schweres, Widerspruchsvolles und Forderndes genug. Tie Arbeitsgemeinschaft in seinem Beisein zeigte, bis auf ein Zwiegespräch mit Tr. Lösfter-Franlfurt, nicht viel Verstehen — und verlies richtungslos. Noch einmal rief Buber mit dem Pathos dessen, der seine Lebensmitte gesunden hat: „Ich glaube an die Gemeinschaft, daß die Welt v o n Gott daraus angelegt ist sre zu wollen!" Ter Widerhall des Rufes? Tie Tagung des anderen Tages zeigte nicht viel davon. Man war prlitisch, man war rethorisch. man war originell und stabrlisiertc Geschäftsordnung. Erquicklich war die Ausführung des „Jeremias" von Stephan Zweig durch den Düsseldorfer Sprechchvr. Viel Begeisterung und guter Wille wurde gegeben und manch Künstlerisches warb um Besinnlichkeit. Das Tichterwort sprach oernehmlich. Erlebnis war auch die Persönlichkeit des anwesenden T i ch t e r s. Welch tte,c Bescheidenheit, die sich keinem versagte und ,ast demütig die Ovation der Menge hinnahm- Wieviel mal schrieb er seinen Namen an diesem Abend? - Zweig wohnte bezeichnenderweise zum ersten Mal der Aussübrung seines „Jeremias" bei. Zweiter Tag: Zuviel — Zuwenig! Ter zweite Tag brachte einen Arbeitsbericht des Vorsitzenden mit Ausblicken aut das Kommende. Zwischendurch hatten die Arbeitsgemeinschasten getagt und brachten ihre Rezepte zur Sprache. Es war zuviel und daher zuwenig, zumar'die Tislussionen sich taum an die gewiesene Richtung hielten und Anträge (siehe Verbaudszeitung) sowie Wahlen auf Erledigung, - - aus Für und Wider warteten. Tie radikalen Richtlinien Holzer-Jacobs. Gegenstand zahlreicher Er örtern n ge n, wurden mit Mehrheit abgelehnt. Mit überwältigender Mehrheit ebenfalls abgelehnt, die Entrichtung einer monatlichen Kopfsteuer für den Keren Hasesod. Abgelehnt wurde ferner ein Antrag aus einen Aktionsausschuß für die Agency innerhalb des Verbandes, angenommen der Antrag, daß innerhalb der Vereine ohne Zwangausübung für die Agency gesammelt werden darf. Zum V er b a n d s v o r sitzen de n wurde Rechtsanwalt Herbert Felf'enthal-Tüsseldvrs gewählt. Als zweite Vorsitzende Altmann-Hamborn und Segal-Stettin. Schlußwort. Als Schlußwort fetzen wir die warnenden und zukunftssrohen Worte Tr. Hahns, die freilich nur sein Schlußwort waren und nicht das des Tages: „Der Verband kann kaputt gehen, aber die Vereine werden morgen wieder da seiu, weil sie die Antwort einer Notwendigkeit sind. Wenn der Verband kaputt geht, dann nicht an seiner Ideologie, sondern weil er nicht mehr Humanität im tiefsten Sinne hat. Tie Massen sind nicht schuldig, sondern es ist überall die gleiche Not. Wer suhlt sich nicht alles zum Messias berufen und wie schädlich sind die Pseudomeftiasse, die die Zeit vorwegnehmen wollen, noch ehe sie sich erfAlt hat. Die geschichtliche Macht der Lüge von C o n sl a n t i n B r u n n e (Aas bcm soeben im Verlag Gustav Kiepenheuec, Berlin, erscheinenden Werk von Constantin Brunner „Von den Pflichten der Juden uni) von den Pflichten des Staates".! Recht und Wahrheit — Unrecht und Lüge! Wo von den Hindernissen der Herstellung des wirklichen Rechtsstaates gehandelt wird, läßt sich nicht vorbeikommen an der Rolle, welche die Lüge und Verleumdung im öffentlichem Leben spielt. Man ist auf diese Rolle nur ungenügend aufmerksam, und von den Aufgaben, die hier dem Staate zufallen, war noch kaum ernstlich die Rede. Wir wollen über beides in diesem dritten und letzten Teil unsrer Abhandlung einige Bemerkungen versuchen, die für unsren Gegenstand wichtig erscheinen dürften und zugleich auch Vorsicht gegen die Geschichte lehren, im allgemeinen wie vorzüglich in Hinsicht auf die Juden, mit denen es die Geschichte nicht gut gemeint hat. Tie Geschichte.d er Menschheit ist wie die Menschheit —: man kann nicht sagen, daß sie aufrichtig ist, ohne zugleich zu sagen, daß sie lügt. Tie Geschichte mag von ehrwürdiger Gestalt und Aussehen erscheinen,- aber ihr Antlitz, zeigt euren hintertückischen Zug, womit sie der Wahrheit schlimmer als lacht. Sie bedient sich offen verwerflicher Mittel: und eine von den Flaschen, welche aus dem Gürtel ihres grauen Mantels hervorsehen, trägt die Aufschrift: Gute, alte, echte Judenlügen'. Tie Geschichte hat sich vielfach der Lügen bedient, am meisten gegen die Inden; mrd so hat die Lüge sonst nie gelogen wie über die Juden, und hat sich noch nicht ausgelogen. Wenn die Geschichte mit der Politik zusammentrifft, erschallt von beiden ein unh emmbares Gelächter über die Lügen gegen die Juden. Es gibt nur noch ein Einziges, worüber sie ebenso lachen, weil es gleichwertig ist der besten Lüge; sie lachen ebenso gewaltig und ebenso unhemmbar über das jüdische Volk. Ueber das jüdische Volk mit den vier Ohne; ohne Land, ohne Staat, ohne Volk und ohne Verstand'. STRAHL & FALKE BLUMEN-AUSSTELLUNQ BERLIN W 66 - NAUERSTR. 79 FERNRUF, ZENTRUM S023 u. S024 BLUNENSPENDEN . TRAUERSPENDEN TAFELSCHMUCK IIHIEHDEKORATIONEHI» KOtlSTlERISCHER ftUSFÜHRUIIB Wie kam Gemeinschaft werden Bericht über die Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands in München Von Rabbiner Tr. Taoin S ch ö n be r g e r - Aachen.