Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-06-18 · 25 (18.6.1930) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
25 (18.6.1930)
Date
1930-06-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2613366-2614053-2614078--3616-2621226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

!*T""2(tts den' tömeitibeu T* ) itMtiitiiiinnittttinmniiM Berlin. (Professor Ferdinand Blumenthal 6 0 Jahr e.) Der hervorragende Kredsforscher, Professor an der Universität Berlin und seit 1915 Direktor des Instituts für Krebse forschung au der Charite, Professor Ferdinand Blumenthal, feierte am 5. Juni seinen 60. Geburtstag. Als Sohn des Geheimen Lanitätsrntes Julius Blumenthal in Berlin geboren, wurde er unter Ernst von Leyden Assistent an der Ersten Medizinischen Klinik und Leiter des Chemischen Laboratoriums. Seit Begründung des Krebsinstitutes durch Leyden i. I. 1903 tvar Blumenthal dort tätig und »vurde 1915 Leiter des Instituts. Er bereicherte die Kenntnisse vom Krebs nach der chemischen und biologischen Seite, seine Arbeiten auf diesem Gebiete sind grundlegend für den Fachmann. Bon ihm stammt auch die Einführung des Atoxyls in die Heilkunde, das besonders bei der Behandlung der Schlafkrankheit erfolgreiches Mittel war. 1925 gelang cs ihm, den Bazillus tumefaciens als einen der Krebserreger unter besonderen Umständen fest-- »nstellei». Neuerdings ist es ihm gelungen, mit dem Blute krebs-- trauter Tiere Krebs zu erzeugen. Blnmeuthal ist auch Mitbegründer ser „Medizinischen Klinik"'. Berlin. (Martha Cohen, die Witwe H e r m a n n Code u s, 7 0 Jahre.) Am 20. Juni begeht Frau Geheimrat Martha Cohen, die Witwe des großen jüdischen Philosophen Her mann Cohen, ihren 7«. Geburtstag. Sie ivar treue Kameradin und Assistentin ihres berühmten Gatten und betreute nach dessen Tode seinen Nachlaß. Sie ist Mitglied des Kuratoriums der Herma,,»- Cohen-Stistung bei der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Berlin. (6 0. Geburtsta g.) Bankdirektor Max Seckel, ein geborener Braunschweiger, tvurde vor kurzer Zeit 60 Jahre alt. Er ist weitesten Kreisen als Leiter der staatlichen Deviseubeschasfungsstellle bekannt gcrvorden und erfreute sich während seiner Tätigkeit eines besonderen Ansehens bei den Reichsbehörden und der internationalen Finanzivclt. Eine seiner wichtigsten Aufgaben tvar während des Krieges und in den Jnflationsjahrei» die Beschaffung der austün- .oischcu Zahlungsmittel, die das Deutsche Reich zur Einfuhr von Lebensmitteln zwecks Ernährung des Volkes gebrauchte. Seckel hat große Finanztransaklicknen geleitet und konnte sich bei Durchführung derselben auf das uneingeschränkte Vertrauen der beteiligten Stellen stützen. Tie Reichsregierung hat ihm zu wiederholten Malen ihre Anerkennung und ihren Dank zum Ausdruck gebracht. Neben der umfangreiche» beruflichen Tätigkeit fand Herr Seckel stets Zeit, sich für das Wohl seiner Glaubensgenossen zu interessieren und die Wertschätzung, der er sich dadurch überall erfreut, kam äußerlich in den vielfachen Ehrungen zum Ausdruck, die ihm zuteil geworden sind. Berlin. (Ein Olga S t e r n - H a u s in Berlin.) Ter Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes ist mit einer großzügigen Stiftung bedacht worden. .Herr Direktor Stern Wannsee übergab dem Bunde eine Schenkung von 100 000 RM. zur Erinnerung an seine verstorbene Gattin Olga Stern, die seit vielen Jahren als interessiertes Mitglied in dem Bunde mitgearbeitet hat. Von den zahlreichen sozialen Aufgaben, die ihrer Lösung harren, erschien die Errichtung eines Altersheims für den jüdischen Mittelstand am dringendsten geboten. Dem Verband Berlin ist es gelungen, ein Haus im Gruneivald zu erwerben, das durch seine Lage und seine Anordnung für die Errichtung eines Altersheims besonders geeignet '.st. Nach notwendigen baulichen Veränderungen, die noch in diesem Sommer beendet sein sollen, werden etwa 30 alte Leute, Ehepaare und Alleinstehende, in überaus freundlichen, lichtdurchfluteten, alten modernen hygienischen Anforderungen entsprechenden Räumen, in ihren eigenen Möbeln sich ihr behagliches kleines Heim einrichten können. Tie wirtschaftlichen Bedingungen sind so günstig tvie mög liich gestellt. Es ward dadurch von vielen alten Leuten, die mit dem 'Rest ihres Vermögens oder einem sehr geringen Einkommen einem sorgenvollen Lebensabend entgegensahen, eine schwere Sorge genommen. Wie sehr die Errichtung des Altersheims den Zeitforderungen ent spricht, geht daraus hervor, daß über 200 Meldungen vorliegend von denen 30 berücksichtigt werden können. Das für das Altersheim eingesetzte Kuratorium überwacht in enger Fühlungnahme mit dem Stifter die Ausgestaltung des Hauses, damit nicht nur pstt den vorhandenen Mitteln der größte Nutzeffekt erzielt tvird, sondern damit -auch durch eine gut durchdachte praktische Anlage und ästhetische be friedigende Ausstattung und Ausnutzung der natürlichen Schönheiten der Lage das Olga Stern-Haus ein Musterheim wird. Dresden. (Austritt sämtlich erVolksparteil er aus dem G c m e i n d e r a t.) Dieses Ereignis, an sich natürlich ein Gewaltakt von vorläufig nicht zu übersehender Tragweite, war das Wichtigste in der letzten Gemeinderatssitzung, über welche genauerer Bericht noch folgt. Es handelt sich um das gleiche wie bei dem kürzlichen Niedcrlegei» ihrer Mandate seitens dreier volksparteilicher Ge meinderatsvertreter, nur daß dieser Schritt damals aus innerparteilichen Gründen erfolgte. Di-e Bolkspartci will zum Zwecke der geforderten Wahlrechtsänderungen unbedingt Neuwahlen, natürlich zu thren Gunsten, erzwingen, sie hat aber wohl nicht damit gerechnet, daß, so lange der bereits beschlossene Etat läuft, d. i. zunächst bis Ende des Jahres, die Liberale Fraktion als verbleibendes Rumpfparlament .durchaus berechtigt und in der Lage ist, die Geschäfte allein «veiler zu führen. Erfurt. (Verein israelitischer Lehrer Mittelo e u t s ch l a n d s.) Die 37. Jahresversammlung (51. Bercinsjahr) des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands am 10. und 1l. d. Mts. in Erfurt hat sich in ihren Beratungen eingehend mit den das Judentum in Thüringen betreffenden Verhältnissen beschästigt und ihre Aussassung in nachstehender einstimmig gefaßter Resolu Hon zum Ausdruck gebracht: Der Zusammenschluß der jüdischen Gemeinden der einzelnen Länder zu Landesverbänden hat sich von allen jüdischen Gesichtspunkten aus, ideel und praktisch von größtem Segen erwiesen. In Thüringen allein besteht noch keine umfassende Organisation, was angesichts der kritischen Lage des thüringischen Judentums die jüdische Lehrer schuft mit besonderer Sorge erfüllt. Der Verein israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands bedauert diesen Zustand aufs lebhafteste und ap pelliert an alle thüringischen Juden, den Gedanken des Zusammenschlusses gegenüber den bestehenden Widerständen tatkrästigst zu fördern. Ter Verein israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands, gez. M. Jasfe, Leipzig. A. Schäler, Gotha. Rosenberg, Magdeburg. T. Wertheim, Gera. Gleiwitz. (Ehrung für Justizrat Kochmann.) Justizrat .Kochmann ist lange Jahre der Repräsentant der jüdischen Gemeind^ und zugleich auch Funktionär in der Stadtgeineinde. Er ist auch Stadtältester von Gleiwitz, ist Ehrenbürger der Stadt Gleiwitz. Jetzt schied Kochmann aus dem Stadtkollegium, wo er als Stadtrat eine Stelle bekleidete, aus. Der Oberbürgermeister der Stadt Gleiwitz hat nun an Justizrat Kochmann folgendes Dank- und Anerkennungs schreiben ausgehen lassen, das auch in den oberschlesischen Zeitungeix veröffentlicht wurde. Sehr geehrter Herr Kollege! Anläßlich des Ausscheidens aus dem Amt als unbesoldeter Stadlrat nehme ich Veranlassung, namens des Magistrats in meinem eigenen Namen Ihnen für die wertvollen und erfolgreichsten Dienste, die Sie der Stadt geleistet haben, herzlichst zu danken. Wir haben den dringenden Wunsch, daß Ihr reges Interesse für städtische Angelegenheiten auch weiterhin erhalten bleiben und Sie bestimmen möge, überall, wo sich Gelegenheit bietet, für das Gemeinwohl unserer Bürgerschaft zu arbeiten. Oberbürgermeister Tr. Geißler. Justizrat Kochmann ist treuer Anhänger der liberalen Bewegung Ec gehört seit Begründung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden dem Verbände als' Mitglied der Liberalen Fraktion an. Kassel. (Aus der Sitzung des Aelte st en-Kol legi ums.) Das Kollegium nahm von einer Mitteilung Dr. R. Gallos Kenntnis, daß die „Geschichte der Gemeinde Kassel" vollendet ist und die Drucklegung in die Wege geleitet werden kann. Wenn das von mehreren mit der Geschichte unserer Gemeinde vertrauten Verfassern geschaffene beredtsame und wertvolle Werk auch ursprünglich erst zum 100. Jubiläum der Synagoge im Jahre 1939 veröffentlicht werden sollte, so beschließen die Aeltesten doch, mit Dr. Gallo bald wegen der Drucklegung zu verhandeln und ihu dieserhalb zwecks Aussprache zur nächsten Sitzung einzuladen. Eine Eingabe der Agudas-Jisroel-Jugendgruppen, sich einer Unterschriftensammlung in der Frage der Kalenderreform an den Völkerbund anzuschließen, damit die Gefahr der Verlegung des Sabbats und weiterer für viele Kreise, verhängnisvoll »»erdender Begleiterscheinungen gebannt werde, soll von einer aus den Aeltesten R.-A. Dalberg, Loeb und Heinemann bestehenden Kommission in Verbindung mit Landrabbiner Dr. Waltvr behandelt »verden. Tie neue Friedhossanlage ist kürzlich von Mitgliedern des Kollegiums besichtigt worden; sie fand die vollste Zufriedenheit der Teilnehmer. Ein Feld der neuen Anlage soll urnensrei bleiben. Ein Antrag, Blumen und Krä»»ze aus diesem Teil des 'Friedhofes nicht zu ver»venden, »vird der später zu ernennende»» Friedhofskommission zur Entscheidung überlassen. Die jüdische Ehe beratungsstelle in Frankfurt a. M. bittet »vie iin Vorjahre uin eine Subvention u»»d gibt Einzelheiten über ihre ersolgreiche praltische Tätigkeit bekannt. Es wird beabsichtigt, in anderen Großstädten Büros und Ztveigstellen zu errichten. Das Kollegium betvilligt die zur Instandsetzung der ulten Friedhofsmauer urrd für die Anbringung eines neuen Tores geforderten Beträge, beschästigt sich nochmals in eingehender Debatte mit der Frage der Subvention an die Jugendorganisationen und anderen internen Angelegenheiten und läßt endlichj der öffentlichen Sitzu»rg noch eine nichtöffentliche folgen. Krefeld. (Todesfälle.! Arn Rüsttag zum Wochenseft verstarb der Oberrabbiner i. R. Dr. Josef Levi im Alter von 65 Jahren Vor seiner Berufuiig »ach Krefeld ivar er Bezirksrabbiner in Alzey und gleichzeitig Religionslehrer der am dortigen Lehrerseminar aus gebildete»» jüdischen Zöglinge. 23 Jahre »virkte er mit aller Hingebung in Krefeld. Tann erlahinten seine Kräfte. Nur sch»ver entschloß sich der arbeitsfrohe Mann, in den Ruhestand zu treten, in dem er nur z»vei Jahre etiva verharren durfte. — Bei der Trauerfeier in.her Synagoge zeichnete der Amtsnachfolger Dr. Bluhm ein Bitd von dem eifrigen und erfolgreichen Wirken des Entschlafenen in seiner Gemeinde. Rabbi»»er Dr. Neumark aus Duisburg »vürdigte seinem dahingegaiigenen Freund in seiner rein menschlichen Wesenheit, die Beteiligung an den Traucrfeierlichkeitci» »var außerordentlich stark. — Der Rüsttag zum Wochenfest ivar noch durch einen anderen Vorgang bemerkenswert. An ih»n »vurde der älteste Bürger unserer Stadt und das älteste Mitglied der jüdischen Geineinde, Herr Gabriel Paßmann, zu Grabe getragen. Nur wenige Wochen fehlten an der Vollendung seines 100. Lebensjahres, für deren Feier von Stadt und Synagogengemeinde Vorbereitungen getroffen rvurdcn. Bis vor Jahresfrist erfreute sich Paßmann einer erstaunlichen "Rüstigkeit, dann aber ivar er an Haus und Bett gefesselt, u»»d damit erlosch seine bis dahin unverwüstliche Lust ain Leben. Nun ist sein letzter Wunsch — ih»n entrückt zu sein - - verivirklich». Den bedeutendsten internationalen KOnUCBSSOII lind AllSStBll 1100611 AKademischeSpracnen-Dienst Benin nui 7. Friedricnstr. iso ii um urotnesisir.) Fernsprecher; A 4 Zentrum 5457 / Bürozeit: 9—21 Uhr seine bewährten uebersetzer und Dolmetscher fiir w Fremdsprachen zur Verfügung, Leiter: ignaz E. Fioarsheim Erste in- und ausländische Referenzen aus Wissenschaft, Industrie, Politik u. Handel. Uebersetzungen, sprachzimei und Elnzei-ilnterrlcht Krefeld. (G em ei n d e v e r s am IN l ung.) Kurz vor dem Fest fand hier ans Einladung des Vorstandes eine Gemeindeversammlung statt, deren Ausgabe im »vesentlichen eine Mahnung zu stärkerer Teilnahme am Gottesdienst sein sollte. Die Aussprache erstreckte sich schließlich auf alle Zweige des Gemeindelebens. Die Versammlung hat jedenfalls bisher auf den Besuch des Gottesdienstes belebend gewirkt urid möge diese Wirkung fortsetze,». Landsberg (Wartheb. (6 0. Geburtstag.) Die Leiterin des Hiesigen jüdischen Altersheims, Frau Rosa Rosenthal, kann am 7. Juni in geistiger und körperlicher Frische ihren 60. Geburtstag begehen. Laudenbach. (Jubiläum.) Lehrer Oppenheimer beging unter reger Anteilnahme aller Gcmeindcmitglieder sein 25 jähriges Ortsjubiläum und gleichzeitig mit seiner Gattin die Feier der Silberhochzeit. Das Doppeljubiläum wurde in festlicher Weise zu,n Ehrentag der Beteiligten und der gesamten Ortsbevölkerung. Bei dem Festgottcsdienst in der Synagoge hielt Rabbiner Dr. Hanover, Würzburg, eure eindrucksvolle Predigt. Weitere Ansprachen wurden vom Vorsteher N. Adler, dem Pfarrer u»»d Vorsitzenden des Bezirksvereinsvorstandes und anderen Vertretern der Gemeindebehörden gehalten. In allen Reden erkannten die Zuhörer die herzliche Liebe und Freundschaft, die alle Mitbürger mit den Jubilaren verba»rd. Sehr deutlich kam dies auch durch die Zuerkennung des Ehrenbürgcrrechts zum Ausdruck; der Gemeinderat ließ eine ii» kunstvoller Aussühru»»g hergestellte Ehrenurkunde überreichen. Außerdem »vurden den Gefeierten vom örtlichen Gesangverein und der Sanitätskolonne ein Fackelzug gebracht. Leipzig. (Gemein besitz ung.) In der Gemeindesitzung vom 5. d. Mts. wurde als erster Punkt der Tagesordnung die Bildung eines Jugendausschnsses behandelt. Der Jüdische Jugendring Leipzig hatte den Antrag auf Schaffung eines solchen Ausschusses gestellt; das entsprechende Schreiben tvurde vom Vorsitzenden zun Verlesung gebracht. Es hatte zunächst eine Besprechung mit Vertretern des Jugendringes stattgesunden, der zufolge der Jugendausschuß sich aus dem Führerrat, der Leitung des Jugendringes und zrvei Vertretern der Gemeinde zusammensetzcn soll. Ein Mitglied der Versammlung wünschte Auskunft über die Tätigkeit des geplanten Ausschusses. Der Vorsitzende ertviderte ihm, daß der Ausschuß über seinen Arbeitsplan selbst Beschluß fassen rverde, insbesondere sei seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge und Berufsberatung gedacht. Auch werde der Ausschuß die Verteilung der vo»t der Gemeinde für die Jugendverbände bewilligten Mittel vorzunehmen haben. Nachdem noch einige Redrter zu diesem Punkte gesprochen hatten, tvurde zur Wahl der in den Ausschuß zu entsendenden Gemeindevertreter geschritten. Durch Zuruf »vurden einstimmig getoählt die Herren Tr. Zairder (liberal- und Dr. Pietrkowski (Jüdische Volkspartei). — Alsdann legte der Vorsitzende die Stcucrordnung für das laufende Rechnungsjahr zur Beschlußfassung vor, die von der des Vorjahres nur in den Jahreszahlen abweicht. Sie tvurde verlesen und einstimmig genehmigt. — Der Vorsitzende teilte daraufhin mit, daß Herr Schereschetvsky als Lehrer für die Religionsschule II (orthodox) an gestellt worden sei und seine»» Dienst angetrcten habe. — Ferner Hl»b der Vorsitzende bekannt, daß im Anschluß an diese Sitzung noch eine Sitzung des Finanzausschusses stattfindcn solle, jedoch seien mehrere Mitglieder des Ausschusses abwesend. Er bat deshalb, den Ausschuß durch Zuwahl einiger Mitglieder für diese Sitzung zu ergänzen. Gegen diesen Vorschlag erhoben sich von verschiedenen Seiten Bedenken, da die zugewählten Vertreter nicht mit der Materie vertraut seien. Nachdem jedoch der Vorsitzende des Finanzausschusses diese Bedenken zerstreut hatte, »vurden Ersatzleute für die fehlenden Mitglieder gewählt. — Ein Mitglied der Darlehnskasse gab bekannt, daß der Gemeindevorstand an diese ein Schreiben gerichtet hätte, bis auf »veiteres nur Darlehen bis zuin Betrage von 500 RM. zu bewilligen. Er bat, den Beschluß des Vorstandes aufzuheben und wie bisher Darlehe»» bis 1009 RM. auszuzahlen. Er be> hauptete, daß gerade Darlehen über 500 RM. besonders pünktlich znrückgezahlt würden. Er verwies bei dieser Gelegenheit aus andere Gemeinden, die noch bedeutend höhe.e Darlehen bewilligten. Ei.» Vorstandsmitglied erwiderte ihm, daß die Maßnahme des Vorstandes nur eine vorübergehende sei. Bei den augenblicklichen finanziellen Berhältnilsen der Gemeinde sei es nicht möglich, der Darlehnskasse größere Mittel znzuführen. Auch sei er der Meinung, daß bei größeren Darlehen die Rückzahlung Schwierigkeiten mache. Hierauf erwiderte ein Mit» glied der Gemeindevertretung, daß man gerade bei der gegenwärtigen Lag« versuchen müsse, der Darlehnskasse größere Mittel zuzusühren. Der Vertreter des Vorstandes sagte zu, daß nach Möglichkeit in der bisherigen Weise verfahren werden solle. In besonders dringenden Fällen werde man auch Darlehen über 500 RM. bewilligcn.. Hierauf »vurde noch über die Möglichkeit gesprochen, der Darlehnskassc neue Mittel zuzuführen. Das Mitglied der Darlehnskassc behielt sich vor, nach Rücksprache mit der Darlehnskommission neue Anträge zu stelle»». Mainz. (Tagung des Proviirzialv erbendes des Jüdischen Frauenbundes.) Am 28. und 29. Mai fand hier eine Telegiertentagung des Provinzialverbandes des Jüdischen Frauei»bu»»des von Hessen und Hessen-Nassau statt. Die größeren und kleineren Ortsgruppen waren durch 40 Delegierte vertreten. Frau Goldstein, Wiesbaden, begrüßte als Vorsitzende die Anwesenden; Frau Katz, Offenbach, erstattete den Jahresbericht. lieber Erholungsfürsorge und Wanderbibliotheken sprachen Frau Gebhardt und Frau Darmstädter. Im Mittelpunkt der Referate stand der Vortrag, den Frau Dr. Rothenberger, Gießen, über „Die schöpserische Pause im Leben der Frau" hielt. Die Rednerin betonte die Notwendigkeit regelmäßigen Ausruhens zur Sammlung neuer Kräfte, die früher durch die bedauerlicherweise heute vermißte Heilighaltung des Sabbats von selbst erfolgte und darum aus aridere Weise ersetzt werden muß. Die schöpferische Pause sei das kraftspendeirde und krafterhaltende Moment im Leben der Frau. Dank der Liebcnswürdigkeit des Mainzer Jü' dischen Frauenvereins »vurden die Delegierten in herzlicher Weise bewirtet. Eine abendliche Rheinsahrt nach Biebrich vereinte die Ta< gungsteilnehmcr zu gemütlichen Aussprache»». Am zweiten Tag fand eine Arbeitsgemeinschaft mit Dr. Martin Buber über „Glaube»» u,tb Alltag" statt. Alle Delegierten wäre,» vom Verlauf der Tagung, voi» der segensreiche Auswirkungen erwartet »verden können, in hohem Maße befriedigt. München. (A u s st c l l u n g jüdischer K u l t g e r ä t e.) Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden veranstaltet genchinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde München »»»läßlich seines zehnjährige»» Bestehens gelegentlich der diesjährigen Tagung am 29. und 30. Juni in München eine „Ausstellung jüdischer Kultgeräte und Einrichtungen für Synagoge und Haus". Die Ausstellung, die von einer Reihe bayerischer Gemeinden und zahlreichen Privatpersonen beschickt »verden tvird, soll das Intern esse weiterer Kreise auf ein Kunstgebiet lenkerr, das bisher in Bayern noch wenig Beachtung gefunden hat, obwohl cs viel des Inter-- essanten bietet und in seiner Art geeignet ist, die Beteiligung der Juden an» allgemeine»» rüi»stlerischen Leben auch in früheren Zeiten darzutun. Der jüdische Kultus, der in besonderer Weise die Mit- Wirkung des Einzelnen am religiösen Leben der Gesamtheit bedingt, bietet trotz der Einfachheit seiner meist schmucklos gehaltenen Beträume doch mannigfache Gelegenheit zur Betätigung von Künstlern und Kunsthandwerkern. Besonders diese haben in der Gestaltung der im öffentlichen »vie im häuslichen Gottesdienste verwendeten Geräte u»»d Einrichtungen vielfach ein so starkes Können und einen so sicheren Geschmack bewiesen, daß ihre Arbeiten heute noch trotz der Begrenztheit ihrer Darstellungsmittel allgemeine Beachtung verdienen. Tie Ausstellung tvird im Saale der Gesellschaft Concordia, Pran-- nerstraße 4, stattfinden und voraussichtlich Ende Juni eröffnet werden. Nähere Mitteilungen »verden noch ergehen. Wesermiinde. (S y n a g o g e»»- R e n o v i c r u n g.) Die vor 52 Jahren erbaute Synagoge ist nach vollendeter Renovierung wieder durch einen feierlichen Gottesdienst ihrer Bestimmung übergeben worden. Prediger Bachenheimer, der seit 35 Jahren die seelsorgerische Tätigkeit ausübt, vollzog den Weiheakt. Er betonte deir Opfersinn der Spender und ermahnte die Zuhörer zur eifrigen Benutzung des in neuem Gewände würdiger ausgestatteten Gotteshauses. Der Gesang des Mah taulvu und der Umzug mit den Thorarollen »var der Weihe- Predigt vorausgegangen. Durch zweckmäßige Innenausstattung und auch durch die Erneuerung der Beleuchtungskörper ist der Betraum stimmungsvoll und würdig gestaltet worden. Worms. (Ein unterirdischer Gang unter dem alten jüdischen Friedhof.) Unter dem alten jüdischen Friedhof zieht ein .unterirdischer Gang, der in der Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts gebaut worden ist und als Verbindung zwischen der inneren und äußeren Stadtumwallung diente. Da die Annahme bestand, daß bei dem Bau Grabsteine verwendet »vurden, untersuchten Vorstandsmitglieder mit dem Rabbiner die Anlage. Sie fanden die Vermutung vollauf bestätigt. Der ganze Bodenbelag, jetzt noch 90 Meter lang, bei einer Breite von 70 Zentimetern, besteht aus Grabsteinen, die verschiedenen Zeiten angehören. Die Inschriften sind ziemlich gut erhalten, weil die Steine mit der Rückseite nach oben «»»»gemauert sind. Ein herausgebrachtes Bruchstück ist sehr hohen Alters und aus »veißem Sandstein, im Gegensatz zu den fast ausschließlich roten 'Steinen auf dem Friedhof. Es wurden verschiedene Blitzflichtaufnahinen von dem Gang gemacht und für die Bergung der Grabsteine »vird Sorge getragen werden. Bisher blieb der Gang deshalb unbekannt, weil er nur von bahneigenem Gelände aus zugänglich ist und »veil man bei Erbauung der Bahn annahm, daß eS sich um einen Abflußkanal handle. Kfr. Berlin. Gemeinsame Veranstaltungen. Sonntag, den 22. Juni, Fahrt nach dem Storitzsee. Treffpunkt: Aleranderplatz 7.30 Uhr. Führung: Martin Glotz. Singeabende. Jli-Singkreis: Donnerstag, den 19. Juni, abends pünktlich 7.45 Uhr, bei Paul Löwenstein, Moabit, Jagowstraße 1. Oliva und Neu-Charlottenburg. Mittwoch, den 25. Juni, abends 8 Uhr, bei Inge GStz, Schine» berg, Freiherr-von-Stein-Stratze 16. Westen. Dienstag, den 24. Juni, abends 8 Uhr, bei Renate Basco, Chav.- lottenburg, KnefebeSstraße 81. Thema: Jesaja. Südende. Mittwoch, den 25. Juni, nachmittags 5 Uhr, bei Peter Fleischer, Südende, Potsdamer Stratze 17. Hrrmsdvrf. Gruppe 1: Sonnabend, den 21. Juni, Thema: Moses. Krupp« 2: Mittwoch, den 18. Juni, Thema: Grundlagen des Judentums. Pankow-Osten. Dienstag, den 24. Juni, im Heim, Monbijou platz 10. Thema: Geschichte der Juden in Spanien. Aelterrngruppe. Montag, den 23. Juni, pünktlich 8 Uhr abends, bei Betty Marcus, Tilr-Wardenbrrgstratze 2V. Thema: Franz Rosenzweig „Bauleute". Das Ai-Programm :: ★ : Vereinsnachrichlen Reichsbunnd jüdischer Frontsoldaten, Bezirke Nord, Ost, Charlottenburg, Moabit, Süd, Zoo veranstalten am Sonntag, den 22. Juni, in den Gesamträumen des Landesausstellungsparkes ein großes Som-- merfest. Gartenöfsnung 2 Uhr. Eintritt inkl. Steuer 50 Pf. Emgänge All-Moabit 4-10 und Jnvalidenstraße 36. Gäste wÜlkommen! Die Veranstaltung findet auch bei ungünstigem Wetter statt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.