Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 22 (28.5.1930)
- Date
- 1930-05-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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Hildungsmimsterium amtlich empfohlen sind, die schärfste Kritik geübt. Sie haben dabei insbesondere auch betont, daß über den Sinn und die offensichtliche Auslegung durch Herrn Minister Frick nicht der mindeste Ztveifel bestehen könne. Daß auch im übrigen einzeine der Gebete wegen ihres Inhalts -einmütig abgelehnt und sogar als gemeinschaftszerstörend und widerlich bezeichnet wurden, will ich nur nebenbei erwähnen. Ich richte die dringende Bitte an Sie, das thüringische Staatsministerium umgehend zu veranlassen, die Empfehlung der Gebete, von denen ich die Nummern 2, 3 und 4 in dem oben dargelegten Sinne beanstande, insoweit unverzügliche rückgängig zu machen, ohne daß vorher' noch weitere Erörterungen mit den erwähnten anderen Stellen stattfinden. Ich, sehe sonst für mick/ keine Möglichkeit, die Anwendung der mir nach der Reichsverfassung zustehenden Befugnisse, insbesondere eine Anrufung des Staatsgerichts Hofes, Hinauszuschieben." # Unter der Ueberschuft „Tie Sünde wider den Geist" schreibt Albert Graf Montgelas in der „Vossischen Zeitung": „Schnell, bevor der derzeitige Weimarische Staatsminister Wilhelm Frick das Gedicht seines großen Vorgängers wegen des beleidigenden Vergleichs mit einer Stadt in Juda aus den Klassikerausgaben für die Schulen Thüringens streichen läßt, wollen wir es hier der deutschen Mitwelt ins Gedächtnis rufen. Schnell auch, bevor der Grimm über das, was jetzt in Weimar geschieht, einem die Lust nimmt, noch, länger über die Albernheit der ersten Taten des Herrn Frick^zu lachen... Was Wilhelm Frick jetzt in Weimar zu unternehmen sich anschickt, ist etwas, was jeden Deutschen angeht, der seinem Volk den in tausendjähriger Geschichte gewachsenen Reichtum individuellen Kulturlebens und die in generationenlangem Kampf errungene politische Freiheit erhalten will. Tenn das und nichts anderes würde der Sieg des Nationalsozialismus in Teutschland ' bedeuten... Der Nationalsozialismus zerstört Kultur- und Volksgemeinschaft. Er versucht, die historisch gewachsene und mit -der abendländischen Zivilisation verwachsene Kultur unseres Volkes in seiner Entwicklung aufzuhalten, in seiner Vergangenheit zu verleugnen und sie zu einer engstirnigen, unfreien, seltiererisch-fanatischen, einseitigen Zwangsform zu machen. Und er predigt den Haß gegen alle Deutsche, die sich diesem Schwarmgeist nicht fügen wollen.- Wer das Wesen des Deutschtums begreift, muß den Nationalsozialismus bekämpfen... Er ist die Sünde wider den deutschen Geist.... Aber in Weimar halten deutsche bürgerliche Parteien den Nationalsozialismus an der Macht. Aber in Berlin schreiben deutsche bürgerliche Zeitungen von der Wichtigtuerei des Reichsinnenministers. Aber in Thüringen helfen ihm „deutsche Bürger" zu Machtpositionen in Schulen, Universitäten und Staatsverwaltung. Aber im Reich verbinden sich „konservative Politiker mit ihnen gegen die Männer, die die Verantwortung für die Geschicke des deutschen Staates tragen... Tragödie des deutschen Bürgertums? Wenn man, wie man muß, das Wort Bürgertum für alle Teutsche nimmt und für alles, was dieses. Deutschtum ihnen menschlich bedeutet, dann hat sie in Weimar begonnen. Und der Kampf, den der Reichsinnenminister gegen Thüringen zu führen gezwungen ist, ist ein Kampf für unsere politische und kulturelle Freiheit." i * j Sprechsaal |*1 Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die preßgese.kliche Verantwortung. Zur Reform des jüdischen Eherechtes Veranlaßt durch die verschiedenen Artikel über die wünschenswerte Reform des jüdischen Eherechtes in Ihrer Zeitung erlaube ich mir, Ihnen den folgenden krassen Fall zu schildern. Meines Wissens ist dieser Mißstand des Chaliza- Oesetzes von Ihnen noch nicht erörtert worden: Irr einer mir nahestehenden Familie wurde der jung verheiratete Ehemann bei Kriegsausbruch eingezogen und fiel im September 1914. Ter überlebende Bruder und Sozius des Verstorbenen heiratete nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft seine Schwägerin. Das Ehepaar, welche gute Juden sind, konnten keinen Rabbiner finden, der sie kirchlich getraut hätte, und mußten sich mit der Ziviltrauung begnügen. Es wurden dann zwei Söhne geboren. Ein Rabbiner machte später dem Mohel, der die Kinder in den Bund Abrahams aufnahm, den Vorwurf, er habe „Mamserim" beschnitten! Ter allgemein menschliche Standpunkt ist doch wohl der: Abgesehen davon, daß Schwager und Schwägerin sich ohne materielle Hintergedanken aus reiner Neigung heirateten, konnte das vaterlose Söhnchen aus erster Ehe wohl kaum einen besseren Vater bekommen als den Bruder seines verftorbeueu Vattrs. In materieller Hinsicht war es das Gegebene, daß Schwager und Schwägerin, die Inhaber eines Geschäftes sind, sich heirateten. Wäre aus erster Ehe kein Kind dagewesen, so hätte nach jüdischem Recht der Mann seine Schwägerin heiraten müssen; da aber ein Kind vorhanden war, durfte er es nicht. Nach altjüdischem Gesetz gelten die Kinder aus zweiter.Ehe als Mamserim und dürfen nach Deuter. Kap. 23 V. 3 „nicht in die Versammlung des Ewigen kommen, auch nicht das zehnte GliÄ!" Ist das menschlich? Sollte mit solchen veralteten Dingen nicht endlich aufgeräumt werden?! Es sollte mich freuen, wenn dazu von berufener Seite Stellung genommen würde. Mit vorzüglicher Hochachtung Wilhelm L a n g st e i n. * Aus den Gemeinden Bielefeld. (Rheinisch-Westfälische Tagung des Jüdischen Frauenbundes.) Bei Einberufung seiner diesjährigen Hauptversammlung war der Rheinisch-Westfälische Provinzialverband des Jüdischen Frauenbundes einer Einladung des Jüdischen Frauenvereins Bielefeld gefolgt. Den Auftakt zur offiziellen Tagung bildete ein vom Bielefelder Jüdischen Frauenverein veranstalteter Bcgrüßungsabend, an dem außer den zahlreichen auswärtigen Gästen die Bielefelder Mitglieder, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde, wie die Vertreter aller jüdischen Organisationen von Bielefeld teilnahmen. Die Vorsitzende des Bielefelder Jüdischen Frauenvereins, Frau Hedwig Becher, fand herzliche Worte des Willkommens, wünschend, daß durch die Arbeit der Verbandstagung wiederum ein Schritt vorwärts getan werden möge auf dem Wege, das Judentum zu fördern mkd einer schöneren Zukunft entgcgenzusühren. Hierauf nahm Herr Rechtsanwalt Dr. Katzenstein als Vorsitzender der Gemeinde das Wort, um in ihrem Namen die Erschienenen zu begrüßen und der Tagung recht erfolgreichen Verlauf zu wünschen. Er wies erinnernd darauf hin, daß schon vor mehreren Jahren die jüdischen Frauen in Bielefeld als die ersten in Rheinland und Westfalen das aktive und passive Wahlrecht in der Gemeinde erhalten hätten und diese Zusammenarbeit bisher denkbar harmonisch gewesen sei. Sodann folgten die Begrüßnngsworte der verschiedenen Organisationen aller Richtungen, aus denen deutlich das große Interesse für die Arbeit der jüdischen Frauen sprach. Ter folgende Tag war der ernsten Arbeit gewidmet. Frau Auerbach als Vorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Provinzialvcrbandes erstattete den Geschäftsbericht. Das wachsende Interesse weiter Kreise hatte seinen sichtbaren Ausdruck gefunden in verschiedenen Neu- Anschlüssen wie Soest, Lübbecke i. W., Herford und Detmold. Das aktive und passive Wahlrecht der Frauen in den jüdischen Gemeinden ist grundsätzlich genehmigt, sobald die Zulassung ordnungsmäßig beantragt worden ist. Ueber das Mädchenwohn- Wohnheim in Rheydt konnte Frau Stern-Rheydt Günstiges berichten. Die seit 1 Jahr bestehende Versorgüngsversicher u n g durch den „Phönix" weist sehr gute Erfolge auf. U. a. wurden für 7 Kinder im Jsenburger Heim durch Gönner Mk. 25 000 Versicherungssummen abgeschlossen. Sehr bedauerlich ist die Feststellung, daß unter den Jsenburger Anstaltszöglingen sich 9 Kinder aus Trinkerfamilien befinden (in den Vorjahren waren es höchstens 2—3 Fälle) — eine Erscheinung, die gerade in unseren Reihen höchste Warnung bedeuten muß. Wesentliches Interesse hat noch der Altersversicherungunserer jüdischen Sozialbeamtinnen zu gelten, ebenso der Verbreitung der „Blatte r" des Jüdischen Frauenbundes. Zur Arbeit des geistigen Ausschusses nahm Frau Hahn-Essen in längerem Referat Stellung. Die von ihr vorgeschlagenen Arbeitsgemeinschaften und Vorträge mitmöglichst einheitlichem Thema in den größeren und kleineren Ortsgruppen wurden lebhaft erörtert. Aus haus wirtschaftlichem Gebiete wurde steigendes Interesse für entsprechend ausgebildete Kräfte festgestellt. Ein Antrag der Duisburger Ortsgruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit, daß der Provinz ialverband die ihm angeschlossenen Vereine und Ortsgruppen „anweisen solle", mindestens einmal jährlich seine Mitglieder durch eine Veranstaltung über Stand und Aufgaben der Palästina-Arbeit zu informieren, wurde in der vorliegenden Fassung abgelehnt. Den Höhepunkt der Tagung bildete der Bortrag von Hannah K a r m i n s k i - B e r l i n über die Gegenwartsaufgaben der jüdischen Frauen. Die interessanten, formvollendeten Ausführungen wurden mit stärkstem Beifall belohnt. Frau Auerbach schloß die Tagung mit dem Wunsch, sie mit diesem Höhepunkt ausklingcn zu lassen. Der Verbandstagung war am Nachmittag des 6. Mai eine Besichtigung der Pa stör v. Bodelschwingh'schen Anstalten in Bethel b. Bielefeld vorausgegangen. Die Führung durch die verschiedenen Häuser gab ein erschütterndes Bild von allen Stufen geistiger Erkrankung, vor allem aber von der aufopfernden Liebe der Pfleger zu diesen armen Kranken, — Eindrücke, die sich tief in die Herzen der Besucher einprägten. Breslau. (Hauptversammlung des Verbandes der Synagogen-Ge mein den der Provinz Niederschlesien.) Am Sonntag, den 25. Mai, fand unter Leitung des Breslauer Gemeindeältesten Emil Waldstein im kleinen Saal der Lessingloge die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes der Synagogen- Gemeinden der Provinz Niederschlesien statt, die von den Anschlußgemeindcn recht zahlreich beschicht war. Der preußische Landesverband war durch Dr. Jsmar Freund vertreten, der im Verlaufe der Verhandlungen mehrmals das Wort nahm. Der Vorsitzende betonte in seinen einleitenden Worten, daß zur Zeit für den Verband die besondere Verpflichtung bestünde, das Abslerben jüdischen Lebens, das durch die gegenwärtige wirtschaftliche Bewegung begünstigt würde, zu verhindern. Das Verziehen in die Großstädte müsse einmal zum Abschluß kommen. Der Siedlungsgedanke habe in jüdischen . Kreisen festen Fuß gefaßt. Man brauche jedoch nicht zu verzagen; der Gemeinschaftsgedanke müsse sich weiter auswirken; die Opferwilligkeit dürfe nicht erlahmen. Alsdann hielt der Verwaltungsdirektor der Breslauer Gemeinde Dr. Rechnitz einen Bortrag „Streifzüge durch die Gemeindeverwaltung". Er wies darauf hin, daß die Gemeindeverwaltung nicht mehr so einfach wäre wegen der wirtschaftlichen Nöte und wegen des Umstandes, daß die Gemeinde kein Einzelgebilde mehr sei, sondern in einen größeren Verband eingeordnet. Selbst die kleinsten Gemeinden müßten eine Registratur einrichten, müßten Akten anlogen für Personalien, für den Schriftwechsel mit Behörden, für den Kultus und den Religionsunterricht, für den Friedhof und die Fürsorgesachen. Was durch diese Einrichtungen erfaßt werden müßte, war der Gegenstand der Ausführungen. Dr. Freund ist in einigen Fragen, betr. den Friedhofs- und Gottesdienstbesuch Ausgetretener, anderer Meinung als der Vortragende. Der Tätigkeitsbericht des Verbandsvorstandes lag gedruckt vor; er wird in einigen Punkten vom Vorsitzenden ergänzt und erläutert. Dabei kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Dr. Freund über die Rückerstattungen durch den Landesverband. Die Festsetzung des Haushaltes 1930/31 und die Wahl des Veebandsausschusses, der aus 17 Mitgliedern besteht, geschehen einstimmig nach den gedruckt vorliegenden Vorschlägen. Eine von Justizrat Kalisch begründete Satzungsänderung, welche den Jahresbeitrag für jedes steuerzahlende Mitglied der Anschlußgemeindeu auf RM. 1,50 erhöht, findet unter Ablehnung wertergehender Anträge einstimmige Annahme. Ein von der Gemeinde Breslau dargereichtes Mittagsmahl bildete den harmonischen Abschluß der Versammlung. Danzig. (Todesfall.) Hier verstarb im Alter von 80 Jahren Herr Carl Lichtmfeld. Der Verstorbene war eine populäre Persönlichkeit im hiesigen jüdischen Gemeindeleben. Er war lange Jahre Mitglied der Repräsentantenversammlung. Bis zu seinem Tode war er Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa, Vorsitzender der Israelitischen Sterbekasse und Vorsteher der Großen Synagoge. Unter großer Beteiligung fand die Beisetzung statt. In seiner Gedächtnisrede zeichnete Gemeinderabbiner Dr. Grün unter Zugrundelegung des Propheten-- wortes: „Gesegnet ist der Mann, der aus Gott vertraut und dessen Hoffnung der Ewige ist", das Lebensbild des Verklärten als das eines Menschen, der in Einfachheit und Schlichtheit, mit starkem jüdischen Interesse und mit warmem jüdischen Herzen durchs Leben ging. Frankfurt a. M. (F r i e d h o f s s ch ä n d u n g.) Auf dem Friedhof der Israelitischen Gemeinde an der Rat Beil-Straße wurden am Sonntag nachmittag fünf in der Nähe der Mauer gelegene Grabsteine umgerissen und ein Stück des Friedhofs in brutaler Weise demoliert und verunreinigt. Den sofort airgestellten Ermittlungen ist es gelungen« als Täter mehrere Schulknaben festzustellen, deren Bestrafung somit in die Wege geleitet werden kann. Die 'Tater sind unter Zuhilfenahme von aufgeschichteten Pflastersteinen über die Mauer gestiegen. Hannover. (U n f u g st i f t er vor dem Richter.) Wie wir in Nr. 9 berichteten, wurde im Februar der Schabbosnachmittaggottesdienst dadurch erheblich gestört, daß im Vorraum der Synagoge einige Schüsse knallten. Inzwischen ist es gelungen, den Täter in der Person eines zwanzigjährigen Matrosen festzustellen, der z. Zt. die höhere Schule besuchte, um sich durch Abitur die Seeosfizierslaufbahn zu ermöglichen. Zugehörigkeit zu einer antijüdischen Gruppe oder politische Verhetzung waren dem Täter nicht nachzuweisen. Er wollte nach seinen Angaben, die ihm weder Staatsanwalt noch Gericht glaubten, lediglich aus Neugier dem Gottesdienst mal zuhören und dann draußen die von einem Freund entliehene Startpistole mal ausprobieren. Aber auch der Direktor seiner Schule zeigte für derartige Spielereien nicht das geringste Verständnis und wies den jungen Mann vier Wochen vor dem Abitur von der Schule. Dadurch, daß er nun auf keiner staatlich anerkannten Schule mehr die Reifeprüfung ablegen kann, ist er schon empfindlich gestraft. Trotzdem hielt das Gericht eine 11 tägige Gefängnisstrafe für angemessen, weil derartige Handlungen, wie der Vorsitzende betonte, gänz exemplarisch bestraft werden müßten. Man billigte dem Verurteilten eine Bewährungsfrist von drei Jahren zu. Hechingen. (Tragischer Tod.) In geistiger Umnachtung hat der Vater des in Berlin an den Folgen eines Sturzes verstorbenen Rechtsanwalts Dr. Paul Levi, Jakob Levi, in selbstmörderischer Absicht den Tod gesucht und gefunden. Der 86 jährige alte Herr, der vor kurzem anläßlich seines 85. Geburtstages vielseitige Ehrungen entgegennehmen konnte, stürzte sich aus dem Fenster und starb bald darauf an den dabei erlittenen Verletzungen. Das tragische Ende seines Sohnes scheint den Greis, der lange Zeit Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, zu dem verhängnisvollen Schritte getrieben zu haben. Insterburg. (Jude»feindliche Einstellung in der S t a d t b i b l i o t h e k.) Die Verwaltung der Sladtbibliothek ist dem neugewählten nationalsozialistischen Stadtrat, Studienrat Dr. Usadel, vom Magistrat übertragen worden, der sich schon früher unliebsam als Redakteur der völkischen Zeitung „Tannenberg" in Königsberg bemerkbar machte. Usadel benutzte seine Tätigkeit dazu, um sofort nach Amtsübernahme sich eine Liste über diejenigen Werke, die zu erneuern oder neu anzuschaffen wären, vom Stadtbibliothekar vorlegen zu lassen. Aus dieser strich er alle Bücher heraus, die sich auf Juden und Judentum bezogen rmd ging sogar so weit, auch diejenigen aus der Bibliothek entfernen' zu wollen, die mit dem Judentum nichts tun hatten, aber von jüdischen Autoren geschrieben oder von jüdiA Verlegern herausgegeben waren. Mit Hilfe des städtischen Büch'^ ausschusses der Stadtverordnetenversammlung war es möglich, jeTn Herrn Stadtrat sein kulturfeindliches Verhalten klar zu machen ihn zu veranlassen, daß die betreffenden Werke nicht aus der Bibli^k entfernt würden. Karlsruhe. (Ausstellung „Kult und F o r m".) 17. Mai d. I. wurde im Landesgewcrbeamt z» Karlsruhe ein Ausstellung „Kult und Form" eröffnet, die von dem „Kunstdienst" in Dresden und der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet ist. Die Ausstellung, die als gemeinschaftliche Beran- Großer Pfingst-Verkauf Tennis-Kleid Trikolet, weiß und Pastell- <|fl Cf| färben.I4.ÜU Crepe de Chine Kleid reine Seide, mod. Blumen- AQ CA druck, m. langen Aermeln Uu.uU „Ragaz“ die aparte neue Filzglocke 5«90 Flotte Glocke aus Strohborde, mit Crinol- _ spitze durchsetzt .... 1 Leinen-Hut mit Strohstoff-Unterrand, 07c sehr elegant. o«7 O Glocke aus Exoten-Stroh, mit Rips- 0 band-Garnitur. Die neue Angora-Filzkappe 12.50 Sportbluse stoffen, offen u. geseift, zu C AA tragen, weiß u. hellfarbig . U»9U Knaben-AnRnüpl-Anziig weiße Bluse, karierte Hose, gute Qualität, für 3 Jahre A AA . . . . 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