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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-05-28 · 22 (28.5.1930) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
22 (28.5.1930)
Date
1930-05-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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!79!r'$T*J,"W'rTT*"’ :-Y .r’ *cj!r. S*M*T-7-' 'J'. 1 -.WMMAWM staltung der katholischen und protestantischen Kirche, sowie der Jüdischen Gemeinde zu Berlin modern« Kultbauten und Kultgerätc in allen größeren Städten Deutschlands zeigt und bereits in Magdeburg und Chemnitz stattgesunden hat, enthält in ihrer Mischen. Abteilung Werke von Erich Mendelsohn, Leo Nachtlicht, Harry'Rosenthal, Fritz Nathan, Fritz Landauer, Wilhelm Haller, Alexander Beer u. a. prominenten Architekten, sowie neue Kultgeräte von Professor Friedrich Adler, Lea Halpern, Ludwig Wolpert, Zadikow usw. Im Rahmen der Karlsruher Ausstellung bildet die jüdische Abteilung den prominentesten Teil. Sie gibt einen Ueberblick über die neuen Bestrebungen auf dem Gebiete des Kultbaues, wobei besonders die Entwürfe von Harry Rosenthal und Aufnahmen nach der muster-- gültigen Friedhofsanlage von Fritz Nathan auffallen. Bon den ausgestellten Kultgeräten müssen die Thora-Borhänge und die etvige Lampe von Harry Rosenthal sowie die beiden ausgezeichneten Chanukkah-Leuchter von Ludwig Wolpert hervorgehoben werden. Bon besonderem Interesse ist es auch, daß nunmehr versucht wird,- verschiedene Kultgerät« in Keramik herzuftetlen, wodurch sehr eindrucksvolle und dabei preistverte Kunstwerke geschaffen werden. Während der Kirche durch bildhafte Darstellungen ein viel größerer Aktionsradius in der Ausgestaltung ihrer Kulträume, sowie der Kultgeräte zur Verfügung steht, fällt gerade die schlichte Einfachheit der jüdischen Abteilung besonders ins Auge. Die 'Ausstellung, die ein wichtiges Propagandamittel für die Kunstbestrebungen unserer Zeit auf kultischem Gebiete darstellt, wird im Lauf« des Herbstes auch in anderen Städten gezeigt werden. Im November wird eine große gemeinsame Ausstellung des „Kunst-- dienstes" und der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde in Berlin stattfinden. Kassel. (Gemeinde-Sitzung.) Dem Kollegium lagen wieder mehrere Anträge um Subventionen vor. Dem jüdischen Friedensbund wurden 50 Mark überwiesen, nachdem festgestellt worden war, daß sämtliche jüdische Organisationen dem Friedensbund angehören Anträge der jüdischen Jugendgemeinschaft und des Jngcndringes um Gewährung von Beihilfen zu besonderen Zwecken (Telegierten-Tagung u. a.) wurden zurückgestellt. Bei der Erörterung der Absendung von Delegierten zur Sitzung des Aktions-Ausschusses sür die Abwehr des Antisemitismus wird die Stellungnahme der Deutschen Volkspartci zn national-sozialistischen „Reformen" (besonders in Thüringen) einer eingehenden Kritik unterzogen. Jüdische Organisationen müßten auf das skandalöse Verhalten der Deutschen Volkspariei Hinweisen, die antisemitischen Neuerungs- und Verhctzungsabsichten Borspanndienste leiste; selbstverständlich sei cs auch moralische Pflicht aller Glaubensgenossen, auch solcher Taktik die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Die Aeltesten Dr. Rothschild und R. Nußbaum vertreten das Kollegium bei den Beratungen des Aktions-Ausschusses. Das Kollegium nimmt noch die Mitteilung des Programms der Konfirmationsfeier am Schowuausfeste durch Landrabbiner Dr. Walter entgegen und bewilligt den anläßlich einer lokalen Feier erbetenen Betrag von 50 Mk., der zur Ausschmückung der Synagoge benutzt werden soll. Lissa i. P. (T o d e s s a l l.) Am 22. Mai verstarb der langjährige erste Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, zugleich Kurator der Wollhcimschen und Sachsschen Stiftung, der Kaufmann Jsmar Landsberg. Das Wohl der Gemeinde lag ihm sehr am Herzen, und seine besondere Fürsorge galt dem Gottesdienste, den er getreu den Mahnungen hervorragender Führer der Judenheit durch Predigten weihevoll zu gestalten sich bemühte, wobei er Orgel- und Chorbogleitung zu erhalten suchte. Das war in der schweren Zeit des politischen Ueberganges, als so viele Gemcindemitglieder »vegzogen und die finanziellen Verhältnisse sich verschlechterten, keine leichte Aufgabe; aber er hat sie getreu erfüllt und auch das Gedeihen, der genannten Stiftungen nach besten Kräften gefördert. Alle diese Verdienste rühmte der Vorsitzende der Chcwra Kaddischa Hermann Grunau bei der Bestattung in warmherzigen, beredten Worten und gedachte auch des hohen Interesses, das der Verstorbene der Raphael Kosch widmete, deren Vizepräsident er war. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden. Mannheim. (Jubiläum.) Am 22. Mai beging der erblindete Fachlehrer der Badischen Blindenanstalt in Jbesheim bei Mannheim, Herr Herbert Hammel, sein 25 jähriges Dienstjubiläum. Durch einen Unglücksfall hatte der Jubilar als Volksschüler sein Augenlicht verloren. Im Jahre 1905 trat er in den Lehrkörper der Anstalt, die er als 10 jähriger Schüler zum ersten Male besuchte. Als Fachlehrer für Bürstenmacherei und zugleich auch als Musiklchrer hat sich Herr Hammel, der wegen seiner Verdienste um die Blindensache zum Ehrenmitglied des Blindenvcreins ernannt wurde, große Anerkennung erworben. Dem Jubilar wurden daher an seinem Ehrentage von Freunden, Schülern und Leidensgenossen, aber auch von Vorgesetzten und Kollegen Aufmerksamkeiten erwiesen. SchneidemÜhl. (U n t e r r i ch t s t a g u n g.) Hier fand am 11. Mai 1930 eine Unterrichtstagung der Kantoren und Lehrer der Grenzmark Posen-Westpreußen statt, welche durch den Bezirksrabbiner Dr. Rosenzweig einberufen worden war. Bezirksrabbiner Dr. Rosenzweig begrüßte besonders den Vertreter der jüdischen Gemeinde Schneidemühl, Herrn Jacob, und dankte zugleich der Gemeinde SchneidemÜhl, die alle Tagungsteilnehmer zu einem Mittagessen eingeladen hatte. Die Tagung war in einen praktischen und einen theoretischen Teil .gegliedert. Herr Lehrer Moses-Schneidemühl führte den hebräischen Unterricht mit einer Abteilung von 7—10 jährigen Kindern vor, Dr. Rostnzweig gab mit einer Abteilung von 10—14 jährigen Kindern ein (Beispiel für das Gebet übersetzen unter besonderer Berücksichtigung der' sprachlichen imd grammatikalen Erfassung der Texte. Im theoretischen Teil gab der Tagungsleiter eine kurze Zusammenfassung über Ziel lund Weg des hebräischen Unterrichts. Darauf war allen Tagungsteilr/ehmern Gelegenheit gegeben, über den in der Praxis vorzcführtent Unterricht ein Urteil abzugeben und Fragen und Vorschläge daran knüpfen. Die Aussprache war allgemein sehr lebhaft und anregend nd zeigte, daß die Durchführung der Tagung nicht nur den Wünschen der Teilnehmer entsprach, sondern in vielfacher Hinsicht jedem ein-- zelnen Anregung und Förderung bot. Daher fand der Antrag, derartige Tagungen vierteljährlich zu wiederholen, allgemein Annahme. Kantor Saretzki-Krojanke machte noch verschiedene Mitteilungen über Standessragen und erstattete Bericht über den Fortbil-dungskursus in der Schechita. In der Aussprache wurden Wünsch« besonders dahin geäußert, daß in den Kursen den Teilnehmern auch das wissenschaftliche Rüstzeug gegeben werden möge, mit welchem gerade in der Gegenwart die vielfachen Angriffe auf die Schechita abgewehrt werden könnten. Nach Dankesworten des Kantors Saretzki-Krojanke namens der Teilnehmer für die zahlreichen Anregungen, welche die Tagung allen Teilnehmern gegeben hatte, wurde di« Versammlung geschlossen. Tilsit. (Ostpreußentagung des Jüdischen Frauenbundes.) Der Jüdische Frauenbund veranstaltet« in Tilsit in der Loge zu den drei Erzvätern di« diesjährige Haupttagung des Pr» vinzialverbandes Ostpreußen. Die Tagung wurde durch einen Begrüßungsabend des Tilsiter Israelitischen Frauenvereins eröffnet, den Frau Rose Loewenstein leitete. An dem Begrüßungsabend nahmen auch die Vertreter der Gemeindekörperschaften, der Organisationen sowie der Gemeinderabbiner teil. Frau Rahel W ol f f - Königsberg sprach namens der Königsberger Ortsgruppe des Provinzialvcrbandes des Jüdischen Frauenbundes, während Rechtsanwalt Dr. Hugo Ehrlich, Apothekenbesitzer W i l k, Rabbiner Tr. R ö s e l und Kaufmann B e e r s für die Tilsiter Gemeinde und die jüdischen Organisationen Ansprachen hielten. Die Grüße der Königsberger Ortsgruppe übermittelte Frau Regina Freitag, die der Allenfteiner Gruppe Frau Jenny A p t. Danach ergriff Fräulein Hannah K a r m i n s k i - Berlin, die Geschäftsführerin des Jüdischen Frauenbundes, das Wort zu ihrem groß angelegten Vortrag „Die jüdische Frau und ihre Umwelt". Am nächsten Vormittag fand die Hauptversammlung statt, nachdem vorher der Provinzialvorstand zusammengetreten war. Die Tagung wurde von Frau Rahel Wolfs-Königsberg eröffnet und geleitet. Tie Vorsitzende gab ein Bild von den wichtigen Bundeseinrichtungeii. wie dem Henriette-May-Fond, dem Reisestcuerfond des Provinzialverbandes, der Ernestine Eschelbacher-Stistung sowie über das Ostseeheim in Cranz, und warb sodann lebhaft für die Blätter des Jüdischen Frauenbundes. Den Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr gab Frau Gerichtsreferendarin a. D. Jska Lamm-Königsberg. Die Redncrin gab bekannt, daß verschiedene Vereine aus der Proviuz und eine ganze Reihe von Einzelmitgliedern sich dem Provinzialverband neu angeschlossen hätten. Der Provinzialverband habe auch durch Entsendung von Delegierten an der Jubiläumstagung des Bundes im Juni 1929 in Berlin sowie an der Tagung des Bundes Deutscher Franenverein« in Königsberg im September 1929 teilge» nommen. Es konnten für die einzelnen anz:schlossenen Gruppen eine große Reihe von Borträgen vermittelt und «in« große Anzahl von Frauenbundkalendern in der Provinz vertrieben werden. Vermittlungen aller Art für Gewährung von Beihilfen, Unterbringung in Erziehung^-, Erholungs- und Altersheimen konnten durchgeführt werden. Auch, wurde die Stellenvermittlung mit Erfolg betrieben. Den eifrigen Bemühungen sei es auch gelungen, in einer ganzen Reihe von rückständigen Gemeinden das Frauenwahlrecht einzuführen. Der Provinzialverband habe sich dem Heim in Wyk auf Föhr und dem Jüdischen Friedensbund korporativ angeschlossen. Nach Erstattung des Kassenberichts erfolgten die Tätigkeitsberichte der angeschlossenen Verein«. — Frau Jenny Winter-Königsberg, Mitglied der Repräsentantenversammlung, hielt sodann ein Referat über „Frauenaufgaben in der jüdischen Gemeinde". Diese seien durch Schutzmaßnahmen bevölkerungspolitischer Art, Gesundheitsfürsorge, Berufsberatung und Berufsausbildung, sozial« Gerichtshilse sowie spezielle Aufgaben auf dem Gebiet der Jugenderziehung und Fortbildung gegeben. Die Rednerin forderte ein einheitliches Vorgehen in allen überparteilichen Frauensragen. — An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. — Darauf sprach Frau Jenny Apt -- Allenstein über das Thema „Wie erwecken wir Mütter jüdisches Interesse in unseren Kindern?" In der Jugend müsse der religiöse Geist neu erweckt und der Mangel an jüdischem Gemeinschaftssinn beseitigt werden. Im Kinde' müsse das jüdische Interesse wieder erweckt werben. Die religiöse Erziehung müsse hauptsächlich durch die Mutter erfolgen, weil der Vater durch berufliche Ueberlastung dazu nicht in der Lag« sei. Es sei Pflicht, die Kinder in den Gedanken des Sabbats und der Feiertage einzusühren. Mehr Kümmern um die eigene Familie und weniger gesellschaftliche Mtpflichtungen seien hier notwendig. Man könne nicht alle .religiöse Erziehung von der Religionsschule verlangen, denn diese könne nur dann gelingen, wenn die Schule wirksam durch chas Haus unterstützt werde. Den Kindern müsse das Lesen der Bibel beigebracht werden. Box allen Dingen sei es erforderlich, das Bewußtsein in ihnen zu erwecken, daß sie sich mit Stolz nach außen hin zum Judentum bekennen. Aus der Jli-Vewegung H Veronirvorll.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugeudvereiae Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hosfmann, Frankfurt a. Alain Aus der Jli-Arbeit - ★ j: Frankfurt a. M. (Paneuropa.) In der Jli-Jugendgruppe hielt Rene Metz ein Referat über „Paneuropa". Der Name Paneuropa sei eng mit dem Namen Coudcnhove-Kalerghi verbunden. Der Referent führte aus, daß wir in früheren Zeiten einer Art Paneuropa näher waren, nämlich zur Zeit Westroms, des Frankewreiches, des Papstreiches und unter Napoleon; dies erklärt sich daraus, daß wenigstens ein Teil Europas unter einem Herrscher oder einer Verwaltung stand. Bis zum Weltkrieg war Europa in der Welt tonangebend. Durch die Verschuldung Europas verlor es seine Weltstellung. Auch wuchsen England und Rußland aus Europa heraus. Auch durch den Aufschwung Amerikas und Ostasiens litt die „Alte Welt". Jetzt gibt cs in Europa nur noch 2 größere Staaten, Frankreich und Italien. Dann hörten wir etwas von der Geschichte Europas. Man kann wieder 5 Reiche unterscheiden, Hellas, Rom, das Frankenreich (Karl d. Gr.), das Papstreich und Frankreich unter Napoleon. Heute haben die meisten Staaten Europas eine demokratische Verfassung. Europa besteht aus 27 Staaten und 4 Territorien und den Kolonien. Unter den 5 Zukunftsstaaten: Großbritannien, Panamerika, Paneuropa, Sowjetrußland und Ostasien wäre Paneuropa der drittstärkste Staat der Welt an Umfang und Menschen. Es wäre stark gegen jede militärische und wirtschaftliche Invasion. Mit England käme nur eine Entente in Frage, da Großbritannien viel zu ausgedehnt ist, um bei Paneuropa mitzuwirkcn. Auch mit Sowjetrußland müßte ein gutes Verhältnis bestehen. Auch jetzt könnte die Abrüstung praktisch durchgeführt werden. Es brauchte nur eine Grenzmacht da zu sein. Auch könnte ein Ausgleich zwischen der U.S.A. und Paneuropa stattfiuden. Man könnte jetzt darangehen, einen wirklichen Völkerbund zu gründen aus Paneuropa, Großbritannien, Latein-Amerika und Ostasien. Die Rivalität Deutschland—Frankreich wäre aufgehoben. Beide könnten als Schwesterrepubliken ohne Haß nebeneinander bestehen. Zum Schluß kam der Referent auf die technischen Fragen zu sprechen. Tie Vorstufe seien Konferenzen zwischen den einzelnen Mächten, dann die Vereinigten Staaten von Europa. Es ist ein Völkerhaus und Staatenhaus zu errichten. Es müßte natürlich eine einheitliche Sprache geschaffen werden. Auch wäre mit einem Male die Minderheiten-Frage gelöst. Als Kolonie sott man Afrika beibehalten. Es gibt heute schon eine Paneuropäische Union in Wien, unter dem Vorsitz von Herrn Graf Coudenhove-Kalerghi. An den Vortrag schloß sich eine längere Diskussion, bei der Herr Friedmann, Wien, der Mitglied der Paneuropäischen Union ist, verschiedene Fragen beantwortete. ^S. Stiefel. Potsdam. (Iugeudg r u p p e.) Bei unserer letzten Zusammenkunft sprachen wir über das Thema „Religion". Wir .gingen von der etymologischen Erklärung des Wortes aus. Es leitet sich von dem lateinischen religare ab und bezeichnet das Band, das den irdischen Menschen mit dem ewigen Gott vereinigt. In Religion kommt es nicht auf Erkenntnis der Wirklichkeit au — das ist Sache der Wissenschaft; diese stellt die Frage „woher", der Glaube aber fragt „wozu"! Ein gutes Beispiel hierfür fanden wir im Buch Hiob. Die Freunde, die Ihn trösten wollen, versuchen sein Leiden zu begründen, Hiob aber fragt nach seinem Zweck. — Die Wissenschaft kann nie alles erklären, der religiöse Mensch stößt immer auf Rätsel und Wunder und gerade in dem „Nichtverstehen" liegt das Religiöse. Aus dieser Bahn hat sich auch historisch der Gottesglaube entwickelt. Naturereignisse wie Blitz, Donner, Regenbogen ließen schon den primitiven Menschen auf einen Urheber schließen — der Mensch gelangt also ganz natürlich zur Vergötterung der sein Leben beherrschenden Naturkräfte. So ist der Polytheismus entwicklungsgemäß erwachsen. Aber trotz der fortschreitenden Entwicklung in der Vorstellung der Gottheit ist der Monotheismus nicht eine aus natürlicher Entwicklung hervorgegangene Religion. Er ist eine neue Schöpfung; denn der Unterschied liegt nicht in der Zahl, sondern im Inhalt. Der Monotheismus ist eine Offenbarung, der eine Ethik zu Grunde liegt. Infolge dieser Ethik, des Gebotes: „Du sollst und Du sollst nicht" ist das Judentum eine aktive Religion. Im Gegensatz hierzu steht die buddhistische Religion. Ihr passives Verhalten zur Welt kommt in dem pessimistischen . Leitsatz: „alles Leben ist Leiden" zum Ausdruck. Das Judentum stellt Wirken und Schassen in den Vordergrund, durch den Willen und durch die sittliche Tat bejaht es die Welt, in der jedes einzelne Menschenleben seine Bedeutung und Bestimmung hat. G. H. Das Ai-Programm »«Ita. Gemeinsame Veranstaltungen. Donnerstag, den 29. Mai, abends 8 Uhr, Singabend bei Pank LSwenstein, Moabit, Jogowstraße 1. — Es wird geplant, eine Sport» gruppe zu gründen. Meldungen und Anfragen find zu richte« an Eva Marcuse, Berlin-Friedenau» Taunusstraß« 23, oder Ilse Finkel, Charlottenburg, Niebuhrsteaße 56. Donnerstag, den 5. Juni, 29 Uhr, Rosenstraße 2-4, Vortrag: Fritz Michaelis. Thema: „Lebensformen und Grstaltungswillen des Staates". Aelterengruppe: Freitag, den 6. Juni, abends 8 Uhr, Freitagadendseier bei Betty Marcus. Steglitz. Dienstag, den 3. Juni, abends 7 Uhr, bei Hilde Deutschland, Steglitz, Heinrich Seidelstratze 6. Thema: Pazifismns. Westen. Mittwoch, de« 4. Juni, abends 8 Uhr, bei Hilde Deutschland, Steglitz, Heinrich Seidelftraße 6. Thema: Jesaia. Hermsdors. Gruppe 1. Sonnabend, den 31. Mai, nachmittags 5.39 Uhr. 'Thema: Moses. Gruppt 2. Sonnabend, den 31. Mai, abends 6.39 Uhr. Thema: Staatsverfasfung. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 4. Juni, 29.15 Uhr, Jugendheim: Gemütlicher Heimadend. — Jüngeren-Gruppe: Donnerstag, den 5. Juni, 16.15 Uhr, Jugendheiln: Bortrag von Haas Hammer: „Die Afföre Dreyfus". Frankfurt «. 9R. Dienstag, den 3. Juni: Feierstunde. Dienstag, den I«. Juni: Geselliger Abend. 14. und 15. Juni: Fahrt nach Dresden. 17. Juni: 29.45 Uhr, Westendsynagoge: Bericht über die Dresdner Tagung. ncreh Prüfung. Die Warenhäuser der Firma Oie dem 'Kreditnehmer entstehenden 'Kosten betragen nur 5°J0 bet 5 Monatsraten, resp. e°|0 bei 10 Monatsraten der'Kreditsumme. KAUFÜREDITz^h 2weigniedeplassung ßepJin ~~ Mapkgpafensipaße Hie VVcu Olli iouovi — HEflMANN «II* nehmen unsere Kredit- «]_ o|lp Ufgfgn Genu SS mittel, an. scheinealeBarwhlung " Dreiten «'» ru Prosen 7nd *ahlen* beim Kau?» Pr^ntdes Kaufbetrages bar an. en: HERMANN TIETZ, Berlin,

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