Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 22 (28.5.1930)
- Date
- 1930-05-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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10. Jahrgang Nummer 22 Beilage 26. Mal 1930 ■ Jli-Treffen uttb Delegierten-Tagnng der jüdisch - liberale» Jugendvereine Deutschlands am Samstag, den 14. und Sonntag, den 15. Juni 193V in Dresden. Sonnabend, den 14. Juni Vormittags IIV2 Uhr: Feftgottesdienst in der Synagoge, Zeughausstraße 1. F e st p r e d i g t: Herr Rabbiner D r. Wolf (Dresden) „ 1 „ Gemeinschaftliches Mittagessen Rachmitags 14 „ Für die Nichtdelegierten Führung durch die Intern. Hygiene-Ausstellung ' „ 151/2 Delegierten-Tagung (im kl. Saale der Dresdner Kaufmannschaft, Ostraallee.) Tagesordnung: 1. Eröffnung durch den Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Hoffmann (Frankfurt/M.) 2. Arbeitsbericht durch den Geschäftsführer Max Gundersheim (Berlin) 3. Finanzbericht 4. Entlastung des Vorstandes 5. Neuwahl des Vorstandes 6. Neufestsetzung des Beitrages zur „Arbeitsgemeinschaft" 7. Anträge und Verschiedenes Anträge bitten wir bis spätestens einschl. 7.-Juni an den Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, Frankfurt/M., Am Salzhaus 3, zu übersenden. Abends 20 Uhr pünktlich (ebenda: Generalaussprache, zu der sämtl. Tagungsteilnehmer dringend gebeten werden: 1. Eröffnung durch den Vorsitzenden und Bekanntgabe der am Nachmittag in der Delegierten-Tagung gefaßten Beschlüsse 2. Referat des Herrn Landgerichtsrats Dr. Arthur Lilienthal (Berlin) „Jugend und Gemeinde" 3. Gesamtaussprache Anschließend 22»/2 Uhr: Geselliges Beisammensein Sonntag, den 15. Juni Vormittags 8V2 Uhr: Treffen im Großen Garten zum Frühstück bei Pollender (Palaiscafe) „ 10 pünktlich: (im kl. Saale der Dresdner Kaufmannschaft) Religiöse Weihestunde „ 11 „ (gr. Saal der Dresdner Kaufmannschaft) Grosze öffentliche Kundgebung. Referat des Herrn Bruno Woyda (Berlin): „Lebensnähe der Religion". Diskussion Hieran anschließend gemeinschaftliches Mittagessen Nachm, geg. 15 Uhr: Ausflug in die Sächsische Schweiz. Rückkehr abends gegen 20 Uhr — geselliges Beisammensein Tellnahmeberechtigt an dem Ausspracheabend Samstag, den 14. Juni, abends 20 Uhr, sind sämtliche Mitglieder der bestehenden Jüdisch-liberalen Jugendvereine sowie sämtliche Delegierte der Ortsgruppen der Liberalen Vereinigung. Anmeldungen zur Tagung werden bis spätestens 10. Juni unter genauer Angabe von Geschlecht, Alter, Dauer der Anwesenheit in Dresden an Herrn Dr. Richard Elb, Dresden—A 24, Bayreutherstraße 17, erbeten. Schaffung eines jüdischen Territoriums in Ost-Peru? Seit einiger Zeit wird durch interessierte nichtjüdische Kreise ein Projekt lanciert, welches darauf hinausgehl, daß in dem menschenarmen, aber angeblich an Naturschätzen reichen Territorium im Osten der südamerikanischen Republik Peru ein Territorium mit jüdischen Einwanderern aus Osteuropa dicht besiedelt werde. Vor etwa einem Jahre hat ein früherer deutscher Kapitän namens Perl Führer jüdischer Organisationen ausgesucht und ihnen das Projekt vorgelegt. Tie jüdischen Kreise lehnten es aber ab, sich mit der Sache näher zu befassen. In der letzten Zeit hat eine deutsche Jnteressentengruppe unter Führung des Freiherrn von Maltzan, einem Vetter des verstorbenen deutschen Botschafters in Washington, das Projekt einer jüdischen Kolonisation auf Peru in Verbindung mit deutschen Siedlungsinteressen — es kämen als Siedler namentlich die deutschen Flüchtlinge aus Sowjetrußland in Betracht — wieder ausgenommen und sich an jüdische Kreise gewandt. Diese jüdischen Kreise verhalten sich auch weiter reserviert, da ihnen noch nicht klar geworden ist, welches Interesse nichtjüdische Gruppen an der Schaffung eines jüdischen Territoriums im tropischen Uebersee hätten. Ter Verband jüdischer Emigrationsgesellschaften „Emigdirect" hat nun, um Klarheit über das Projekt zu schassen, eine Reihe jüdischer Persönlichkeiten und die Vertreter der jüdischen Presse nach dem Hotel Eden eingeladen und dem Freiherrn von Maltzan, sowie dem ebenfalls für das Projekt eintretenden jüdischen Volkswirtschaftler Tr. Manfred Kirschberg Gelegenheit gegeben, zu dem Thema: „Das Wanderungs- und Kolonisationsproblem der ostjüdischen Bevölkerung und die Möglichkeit einer geschlossenen Siedlung in Südamerika" zu sprechen. Tem Vortrage wohnten Professor Dr. Franz Oppenheimer, Tomänendirektor Dyk, der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, Geheimrat Tr. Julius Stern, die Herren Dr. Singalowsky, Wilhelm Graetz und Tr. Traub von „Ort", Direktor Joachimssohn, der Generalsekretär des Hilfsvereins Tr. Wischnitzer, Dr. Oskar Cohn, Tr. Brutzkus, E. Tscherikower, I. Lestschinsky, 12 Ehr vorbei und noch so viel zu erledigen. Orba- Bitter besänftigt den knurrenden Magen, regt zur Arbeit an und erquickt köstlich. X'i HOCHFEIN BITTEP Pros. B. Brutzkus, Ben Adir, Wilsrid Israel, mehrere Vertreter der Presse u. a. m. bei. Ter erste Redner, Freiherr von Maltzan, sprach über das Projekt zunächst nur in allgemeinen Wendungen und verlas einen Brief von Professor Albert Einstein, in welchem zum Ausdruck gebracht wird, daß angesichts der Not der jüdischen Emigration jede Möglichkeit, neue Einwanderungsterritorien zu finden, von verantwortungsbewußten Juden geprüft werden solle. Tos Handelsdepartement der amerikanischen Regierung und amerikanische Kapitals kreise, erklärte von Maltzan, bringen dem Projekt einer jüdischen Kolonisation auf Peru Interesse entgegen. Tr. Manfred Kirschberg gab eine eingehende Beschreibung von Ost-Peru und kam zu dem Schlüsse, daß. das Land subtropisches Klima.habe und in jeder Beziehung den günstigsten Boden für eine Kolonisation durch Juden, die Ansprüche an das Leben stellen, abgibt. Es folgte eine rege Aussprache, in deren Verlauf der Vorsitzende Tr. I. Brutzkus und Oskar Cohn im Namen von „Emigdirect" erklärten, daß die Veranstaltung dieses Vortrages durch „Emigdirect" in keiner Weise dahin gedeutet werden möge, daß „Emigdirect" als jüdische Gesellschaft irgendwelche Verhandlungen mit der Konzessionsgesellschast führe, „Emigdirect" wollte lediglich den Rahmen für einen Vortrag schaffen. Eine gewisse dramatische Spannung entstand, als aus der Mitte der Versammlung, so u. a. von Redakteur Klinoff, Tr. Gergel, Direktor Joachimssohn, an die Vortragenden direkt die .Frage gestellt wurde: Wer ist die Konzessionsgesellschaft, welche Gruppe steht hinter ihr, und ist diese Gruppe berechtigt, im Namen der Peru-Regierung zu sprechen? Freiherr von Maltzan gab Aufschlüsse, denen zu entnehmen war: Eine Bolivien-Konzessionsgeiellschaft hat für 96 Jahre eine Konzession über Ausnutzung ihres Territoriums im Umsang von fünf Millionen Hektar erworben. Eine Gruppe galizischer Großgrundbesitzer (der Redner nannte einige feudale Nameni erwarb von der Bolivien-Gesellschaft das Ausnutzungsrecht, für ein Territorium von einer Million Hektar. Eine deutsche Gruppe aus der Zellstosfindustrie und der Schiffahrt hat hinwiederum von dieser galizischen Gruppe Rechte über 80000 Hektar erworben. Es liegt dieser Gruppe daran, auch, den unter der Emigrationsnot leidenden Ostjuden zu einem geeigneten Einwanderungsterritorium zu verhelfen. An der Entsendung der Untersuchungskommission sollten sich die deutsche Gruppe und jüdische Kreise finanziell und durch Nominierung von Teilnehmern beteiligen. Die galizische Gruppe hatte schon früher eine Studienkommission entsandt, die einen ungemein günstigen Bericht abgefaßt hat. Prof. Oppenheimer bemerkte, er glaube nicht recht an das gute Herz der Industriellen, aber wenn das Projekt sich als diskutabel Herausstellen sollte, könne man auch mit Industriellen reden. Tr. Wischnitzer führte aus, seinen Informationen gemäß habe das Auswärtige Amt zu dem Projekt nicht Stellung genommen. Auch das amerikanische Handelsdepartement hat seine Stellung nicht genau präzisiert. Man kam schließlich überein, eine Stellungnahme zu dem Projekt in Form eines Beschlusses vorläufig zu unterlassen, und lediglich die Bereitschaft zu erklären, weitere Informationen und Vorschläge entgegenzunehmen. LOESER, WOLFF ZENTRALE:BERLINW35 POTSDAM ER. STR.24 -2 5 Von Tag zu lag wächst der Kreis der MD Raucher Donna LllCia Deutschlands meistgerauchte 20 Pf.. Zigarre L &W-Zigarillos von 5 Pf. bis 12 Pf. Ich schlage alles... .15 Pf. Hansabote.. 16 Pi. Unario Cor. Aromaiicos .. .25 Pf. Bernhard Loeser .........30 Pf. Hauptfabrik .............40 Pf. tlfflnaayinif m ts liiiiririnüriMi r >»»« i rfrirm