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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-05-21 · 21 (21.5.1930) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
21 (21.5.1930)
Date
1930-05-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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10. Jahrgang Nummer 21 Beilage 21. Mai 1030 MkrhÄmileMmz Abbruch der Araber-Verhandlungen in London Tic Londoner ..Times" veröffentlichte am 14. Mai zwei Erklärungen über Palästina. Tie eine stammt von der ara bischen Telegation in London, die am 23. Mai London ver lassen will, nachdem ihre Verhandlungen mit der englischen Regierung ergebnislos geblieben sind. Tie Delegantion er klärt ,, fie habe von der englischen Regierung verlangt, die Einwanderung in Palästina zu untersagen. Ferner sollte, an gesichits der Knappheit des den Arabern gehörenden Badens in Palästina, der Verkauf dieses Bodens gesetzlich untersagt und eine demokratische Regierung in Palästina geschaffen ^werden. in welcher alle Einwohner deS Landes ihrer Zahlenstärke gemäß vcrtreren sein würden. Tie Erklärung fährt weiter fori' „Wir sind der Meinung, daß neue Untersuchungen über Einwanderung und Bodenverhältnisse, nachdem sie erschöpfend im Bericht der Shawkommission behandelt worden sind, bedeuten würden, daß unsere feststehenden Rechte wieder in Frage gestellt tverden sollten, was der Gerechtigkeit und dem „fair Play" widersprechen müßte. Angesichts dieser Sackgasse wurden unsere Verhandlungen eingestellt und wir haben den Beschluß gefaßt, nach unserer Heimat zurückzukehren mit d«m Eindruck, daß die palästinensische Arabersrage von der britischen Regierung, ans welche die Zionisten einen so großen Einfluß ausüben, daß sie sie verhindern, gerecht zu handeln oder in unserer Sache Ungerechtigkeit zu entfernen, nicht gelöst werden kann.... Wir sind überzeugt, daß jeder Araber in Palästina eher vorziehen wird, bei der Verteidigung seiner natürlichen Rechte und seiner Existenz zu sterben, als sich der Unterdrückung durch Gewaltmaßregeln zu unterwerfen. Ta die arabische und mohammedanische Welt mit uns an Palästina beteiligt sind, ist es unsere Pflicht, sie mit der gefährlichen Situation bekannt zu machen, welche die Existenz ihres heiligen Landes und ihrer Brüder, seiner Einwohner, bc droht." Tie gleichzeitig veröffentlichte Mitteilung des Kolonialministeriums lautet: „Tie Unterhandlungen zwischen Mitgliedern der Regierung und der palästinensisch-arabischen Telegation in London sind jetzt beendet. Tie Delegation hat ihre Ansichten über eine Anzahl von Gegenständen dargelegt, namentlich über die Bodenfrage, Einwanderung und die Gewährung einer Verfassung. Seiner Majestät Regierung hat von ihren Ansichten über diese Gegenstände Kenntnis genommen. Es wurde der Telegation auseinandergesetzt, daß die von ihr verlangten weitgehenden Verfassungsänderungen gänzlich unannehmbar wären, denn sie würden es Seiner Majestät Regierung unmöglich machen, die ihr durch das Mandat aufer - legten Pflichten zu erfüllen. Es wurde ihr klar gemacht, daß Vorschläge, die mit den Mandatsforderungen unvereinbar sind, nicht erwogen werden können." Umschau Zum Ableben von FrithW Nansen. Tie Jüdische Telegraphen-Agetur verbreitet einen Nachruf Lucien Wolfs, Generalsekretärs des Joint Foreign Committee, auf Frithjofs Nansen, in welchem es heißt: Tie jüdische Gemeinschaft schuldet Nansen großen Tank. Sein erstes Werk in Gens galt den Kriegsgefangenen und den Hungernden in Rußland. Tiefe beiden Fragen brachten uns häufig in Berührung miteinander, und als er 1921 zum Oberkommissar für das Flüchtlings- Wesen ernannt wurde, hatte ich den Vorzug, mit ihm bei der Bildung des Komitees privater Organisationen für Flüchtlingshilfe, das schließlich dem Nansen-Kommissariat angegliedert wurde, zusammenzuarbeiten. Bei den vielen jüdischen Aspekten des Flüchtlingsproblems zeigte sich Nansen immer als ein warmer und von Energie beseelter Freund. Seine Ticnste waren uns in politischer Hinsicht von unschätzbarem Wert. Auf Anregung des Joint Foreign Committee und der Jewish Colonisation Association hat er im Interesse der jüdischen Emigration interveniert, so u. a. als Südamerika sich anschickte, die Tore für neue .Einwanderer zu schließen. In der Krisis der Jahre 1921—23, als die polnische und die rumänische Regierung gegen die russisch-jüdischen Flüchtlinge, die sich in den Grenzgebieten dieser Länder ansammelten, vorzugehen im Begriffe waren, hat Nansen die jüdischen Gesellschaften in der Abwehr dieser geplanten Maßnahmen unterstützt. Als im Herbst 1923 die polnische Regieruna die Flüchtlinge ausweisen wollte, berief er eine Sondersitzung des Beratenden Komitees ein, dessen Eingreifen eine Zurück nähme der Trohung zum Ergebnis hatte. 'Als die rumänische Regierung eine Ausweisung der jüdischen Flüchtlinge aus Beßarabien unter harten Bedingungen anordnete, sandte er in seiner Eigenschaft als Oberkommissar einen energischen Protest nach Bukarest und bewirkte die sofortige Zurücknahme des Ausweisungserlasses. Er intervenierte auch erfolgreich zugunsten der mit Entrechtung bedrohten ausländischen jüdischen Studenten an den österreichischen Hochschulen. Zum 100. Geburtstag von Karl Goldmark. Ter 18. Mai bot der musikalischen Welt Anlaß, den 100. Geburtstag von Karl Goldmark zu feiern. Aber auch das Judentum wird sich seines großen Sohnes erinnern, der als Sohn eines an irdischen Gütern blutarmen, dafür aber an Kindern überreich gesegneten Chasans in Keszthely zur Welt kam und als nahezu 85jährige Berühmtheit aus ihr geschieden ist. Tas Werk, das seinen Namen über den Erdball trug, war „Tie Königin von Saba". Unverkennbar lebt und webt darin altes Chasonus. wie es dem Kantorssohn seit seinem ersten Augenaufschlag im Ohre lag. Auch seine Sertouuua des 113. Psalms verrät das Erbe im Blut. Im Konzertsaal behaupten sich noch immer tapfer Goldmarks Violinkonzerte, von Kennern über alle seine anderen Leistungen gestellt. „Tas Heimchen am Herd" und die „Sakuntala" erscheinen hier und da vor dem Rampenlicht. Füriftagearbeitswoche als Lösung der Arbeitslosensrage. Ju einer Versammlung des Unabhängigen Ordens Brith Aba'ah am, der sich mit der ernsten Frage der Arbeitslosigkeit befaßte, erklärte William Green, einer der bedeutendsten Wirtfchastsführer Amerikas, vor einem mehrtausendköpsigen Auditorium die Fünstage-Arbeitswoche als wirksamste Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit, von der selbst in normalen Zeiten wirtschaftlicher „Prosperity" neun Prozent aller Arbeiter betroffen seien. Green, der Präsident einer der bedeutendsten Unternehmungen Brooklyns ist, forderte, daß die Fünftagewoche, deren Arbeitssystem sich bereits jetzt bei 500OOO Arbeitern der Bauindustrie und verwandter Arbeitszweige bewähre, zur allgemeinen Einführung gelange. Paläftina-Tag in Indien und Palästina. Tie Moslems in Bombay, Indien, haben am 16. Mai den von der allindi scheu moslemitischen Konferenz proklamierten „Palästina-Tag" feierlich begangen. Temonftrationszüge mit Fahnen und Transparenten, die die Inschriften „Weg mit der Balsour Teklaration" trugen, zogen durch die Straßen. Es wurden auch Versammlungen abgehalten und Resolutionen gefaßt, in denen die.Erfüllung der Wünsche der palästinensischen Mo hammedaner gefordert wird. Ter auf Grund des Beschlusses der allindischen moste mitischcn Konferenz am 16. Mai auch in Palästina veranstaltete „Palästina Tag" zum Protest gegen Mandat und Balfour-Teklaration, ist in ganz Palästina ruhig verlaufen. Der Aufforderung der arabischen Exekutive an die moslemitischen und christlicheil Araber, am „Palästina-Tag" die Arbeit nicderzulegen, haben — >vie Polizeiinspektor Major Wainbright der Jta mitgeteilt hat - etwa 75 Prozent der Arbeiter und Angestellten Folge geleistet. Tie arabischen Ladenbesitzcr haben der Streikparole in einem höheren Prozentsatz Folge ge leister, da gegen die Kausleute ein größerer Truck ausgeübt werden konnte. Ten christlichen arabischen Kaufleuten in Bethlehem ging die Warnung zu. daß gegen sie der Boykott erklärt werden wird, wenn sie am „Palästina Tag" die Läden offen halten würden. Nach den Gebeten in der Omar-Moschee wurde in Jerusalem ein großer Teil der Läden wieder geöffnet. Tie Gemüse urrd Obstvertäuser aus den Märkten hatten der Streikparole nicht Folge geleistet, sondern hielten den ganzen Tag über ihre Stände offen. Versammlungen und Kundgebungen fanden am Vormittag außer dem normalen Freitag-Gottesdienst in der Omar-Moschee nicht statt. Ein Zuzug von Torfbewohnern der Umgebung, wie er sonst an Freitagen, den mohammedanischen Wochenseiertagcn, stattsindet, wurde au diesem Freitag nicht bemerkt. Am Nachmittag fand in der Jerusalemer arabischen Rawdit al Maarew, dem Zentrum des arabischen Nationalismus, eine Versammlung statt, au der arabische Notabeln und Führer der arabischen Jugend teilnahmen. Präsident Hindenbncg sendet Julius Rosenwald Geschenk und Tankschreibe«. Der Präsident der deutschen Republik, Herr von Hindenturg, hat dem bekannten jüdischen Phitaniropen, Herrn Julius Rosenwald in Chicago, eine wertvolle Vase gesandt nebst einem Schreiben, in welchem Herrn Julius Rosenwald der Tank Teutschilands für seine zahlreichen grofmütigen Spenden zugunsten deutscher kultureller Institutionen und des Fonds für deutsche Kriegswitwen und .Kriegswaisen ausgesprochen wird. Ter Völkerbundsrat ernennt die Klagemauerkommissjon. Ter Rat des Völkerbundes hat am 15. Mai in geschlossener Sitzung gemäß dem Vorschlag der englischen Regierung drei nichtenglische Persönlichkeiten zu Mitgliedern der Kommission zur Prüfung der jüdischen und der arabischen Rechte und Ansprüche in Verbindung mit der Klagemauer ernannt. Präsident der Kommission ist der ehemalige schwedische Außenminister Eliel Zoefgren, Mitglieder sind ferner der Genfer Richter Charles Barde und der Holländer Van Kempen, ein früherer höherer Beamter der holländischen Kolonialverwaltung. Das persische Ratsmitglied Ala Khan enthielt sich der Abstimmung, erklärte aber, er habe Vertrauen zur Mandatarmacht, daß sie die Wünsche der Muselmanen berücksichtigen wird. Palästina-Beschlüsse aus der Tagung der Eretutive der Zweiten Internationale. In der Schlußsitzung der am Diens? tag, den 13. M^i, abgehaltenen Tagung der Exekutive der Zweiten Internationale wurde über Antrag des Sekretariats die durch Vereinigung beider jüdischen Arbeitergruppen in Palästina neugebildete palästinensische Arbeiterpartei „Miflegeth Poale Erez Israel" als jüdische Sektion der S.A.J. anerkannt. Tie ans der Tagung gefaßten Resolutionen zu diesen Fragen haben folgenden Wortlaut: 1. Ohne über die Bedeutung und die Aussichten der Verwirklichung der zionistischen Bestrebungen in Palästina, über die die Meinungen innerhalb der sozialistischen Arbeiterschaft geteilt sind, in diesem Moment ein Urteil abzugeben, stellt die Exekutive der S.A.J. fest, daß jüdische Arbeiter, die nach Palästina eingewandert sind, vor den gleichen Aufgaben des Klasfenkampses stehen, wie die Arbeiter aller anderen Länder, und daß sie daher auch auf die gleiche Solidarität Anrecht haben, wie alle anderen Teile des internationalen Proletariats. Tie Exekutive der S.A.J. hat mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß die der S.A.J. angeschlossene Partei in Palästina in ihren Kundgebungen stets das gemeinsame Klasseninteresse mit den arabischen Arbeitern in Palästina betont hat und sich jedem Gedanken der Aufrichtung einer Herrschaft der jüdischen Nation über die arabische in Palästina widersetzt. 2. Tie Exekutive der S.A.J. nimmt zur Kenntnis, daß ihre Palästina-Sektion die Zionistische Organisation und die Jewish Agency, soweit diese Organe öffentlichen Rechts geworden sind, zur Vertretung ihrer Interessen benutzt. Sie erwartet von ihrer Palästina-Sektion, daß sie in diesen Institutionen den unbeugsamen Kamps gegen die Versuche des internationalen jüdischen und nichtjüdischen Kapitalismus, sie seiner Herrschaft zu unterwerfen, führen wird. Die Zionistische Organisation und die Jewish Agency sind Institutionen im nationalen Rahmen. Eine Beteiligung der S.A.J. an ihnen kommt daher in keiner Weise in Betracht. Wenn einzelne jüdische Mitglieder von Parteien, die der S.A.J. angeschlossen sind, sich im Interesse der Arbeiterschaft in Palästina an diesen recht komplizierten Institutionen beteiligen, so sind sie dafür der Partei verantwortlich, der sie angehören, die S.A.J. lehnt aber jede wie immer geartete Verantwortung für eine derartige Betätigung einzelner Sozialisten ab. 3. Tie Exekutive der S.A.J. vertritt ganz allgemein die Tendenz, der Gründung von Ligen aller Art, die über den Rahmen der S.A.J. hinaus gehen, und der Beteiligung an ihnen entgegenzuwirten. Tie Exekutive der S.A.J. überläßt die Entscheidung über die Zweckmäßigkeit der Liga ft'ir das arbeitende Palästina ihrer Palästina-Sektion und nimmt die Mitteilung der Konföderation Poale Zion zur Kenntnis, daß die Mitgliedschaft dieser Ligen auf Juden beschränkt bleiben wird. 1. Die Exekutive der S.A.J., die die Häufung internationaler Kongresse über politische Spezialproblcme für unzweckmäßig hält, nimmt zur Kenntnis, daß der geplante Weltkongreß für das arbeitende Erez Israel keineswegs eine internationale, sondern bloß eine Veranstaltung im nationalen jüdischen Rahmen sein soll, und daß weder die S.A.J. als solche noch eine ihrer Sektionen außer der palästinensischen zu ihm eingeladen werden wird. Scharfe Kritik am Reichsgericht. In der Jnstizdebatte des Reichstages übte der sozialdemokratsche Abgeordnete Tr. Kurt Rosenfeld scharfe Kritik am Reichsgericht und brachte u. ta. den folgenden Fall zur Sprache: In einer Sache, bei der es sich um Beschimpfung Rathenaus und der Republik handelte, erklärte der Reichsanwalt, es fei keine Beschimpfung im Sinne des Republikschutzgesetzes, wenn Rathenau als Jude und Verräter bezeichnet wurde, denn Jude sei er gewesen, und für einen Verräter habe der Angeklagte ihn eben gehalten. Bei dem Ausdruck „Saurepublik" sei nicht klar erkennbar, ob die Republik oder der Reichstag gemeint sei. Tas Reichsgericht, schloß Rosenfeld, besteht 50 Jahre. Eine Verjüngung ist dringend nötig! vom nationalsozialistischen Kriegsschauplatz Die Errichtung einer Rassenprofessur in Thüringen beschlossen Das thüringische Staatsministerium hat au> Antrag des Kultusministers Tr. Frick beschlossen, einen Lehrstuhl für Rassen'Iunde an der Universität Jena einzurichten und ihn durch den RassenfchriststeNer und Antisemiten Tr. Günther zu besetzen. Nach außen hin wird das Fach Dr. Günthers den Namen „Soziale Anthropologie" tragen. Das Staatsministerium hat die Ablehnung eines solchen Lehrstuhls durch die Fakultäten nicht berücksichtigt. Insbesondere hat sich die Universität gegen die Berufung Günthers ausgesprochen, dessen antisemitische Werte keinerlei wissenschaftliche Qualitäten haben. „Berliner Tageblatt" äußert sich zu der Berufung Günthers 11. a.: Nach der Schule uvd Religioir, die Frick mit seinen nationalistischen „Gebeten" vergiftet hat, nach dem Angriff aus die Staatssicherheit durch die Ernennung nationalsozialistischer Polizeidirektoren, die noch bevorsteht, nun der Angriff auf die Wissenschaft. So klein das Land Thüringen ist wenn Herr Frick noch lange im Amte bleibt, wird es ihm gelingen, ein Stück Teutschlands beträchtlich zu blamieren. Ein Lehrstuhl für Antisemitismus, errichtet an einer deutschen Hochschule von altehrwürdigem Ruf, besetzt durch einen fanatischen Ignoranten, das ist aus jeden Fall keine Kleinigkeit. Und Stresemanns Parteigenossen leisten Hilfsstellung bei diesem Unternehmen, die deutsche Kultur heräbzuziehen. * Eine neue antisemitische Verordnung Aricks Tas thüringische Innenministerium hat eine Verordnung an die Stadtverwaltungen erlassen, in der bestimmt wird, daß Gesuche fremdrassiger Ausländer um Naturalisierung grundsätzlich abgelehnt werden müssen. Nur m besonderen Ausnahmefällen sollen derartige Anträge dem Innenminister zur Begutachtung vorgelegt werden. Hierzu wird noch mittzeteilt ,daß der Begriff „fremdrassig" von Fall zu Fall entschieden werden soll. Tie Verklausulierungen in dieser Verordnung haben, wie man hier annimmt, den Zweck, nichtjüdischen und nichtdeutscher. Ausländern die Tür für die Naturalisierung osten zu halten. Reichsgericht gegen Tricks Haßgebete Ter Reichsinnenminister Tr. Wirth hat an den thüringischen Ministerpräsidenten Baum ein Schreiben gerichtet, um die thüringische Regierung aus die Bedenken hinzuweisen, die das Vorgehen des Ministers Dr. Frick in mehrfacher Hinsicht hervorgerufen hat. Einmal handelt es sich dabei um die unwidersprochene Meldung, daß Frick beabsichtige, den früheren Staatsanwalt Floel, einen Nationalsozialisten, zum Polizeidireltor zu ernennen. Außerdem wird gegen die vielberufenen „Schülgebete", wie sie Minister Frick in Thüringen eiusühren will, (und die, seiner eigenen Aussage zufolge, sich gegen die Inden richten) protestiert, da sie die Verfassung verletzen, indem ste gegen die religiöse Freiheit deutscher Staatsbürger gerichtet sind und zur religiösen Unduldsamkeit ausstacheln. In parlamentarischen Kreisen verlautet übrigens, daß beabstcktiat 'ei, die Vergante in Thüringen und das Verhalten der Reichsregierung zu ihnen im Reichstag zur Sprache zu bringen. * Protest Der Landesverband Thüringen des Bundes der religiösen Sozialisten hat. folgenden Protest in die Presse gegeben: „Wir protestieren gegen die Anordnung eines nationalistischen Schulgebetes durch das thüringische Volksbildungs- Ministerium. Es ist Mißbrauch! und Verhöhnung von

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