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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-05-14 · 20 (14.5.1930) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
20 (14.5.1930)
Date
1930-05-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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nur gute, wahre und brauchbare Bestimmungen können dauernd bestehen bleiben oder — man treibt die Menschen aus der Religion hinaus. Die alten Weisen haben das gewußt und dem Rechnung getragen, indem sie erklärten, man dürse einer Gemeinde keine Verpflichtungen auferlegm, bei denen sie nicht bestehen könne. Es handelt sich hier ja aber nicht um eine Gemeinde, nicht um zehn Männer, sondern nur um Tauseirde von Frauen! Widerspricht das den heutigen Anschauungen nicht au' das Höchste? Kann man solche - nach heutigen Begriffen unwürdige Behandlung der Frau noch als gut, wahr, coe und brauchbar erachten? Wenn der Mann verschollen ist, wenn er aus unedlen Gründen sich weigert, den vorgeschriebeneu Scheidebrief in vorgeschriebener Weise zu erteilen, einen Scheidebrief, der in einer dem Mann und der Frau absolu u i verständlichen Sprache, der aramäischen, abgefaßt ist, der im Wortlaut und im Schreibmaterial vor achtzehnhundert Jahren von spitzfindigen Juristen ausgeklügelt ist, muß dann diese Art der Ehescheidung nicht endlich abgeändert perden? Kann dann nicht das schriftlich vorliegende und den Parteien gerichtlich zugestellte Gerichtsurteil als Scheidebrief gelten? Die Frage, ab bei einer Wiederverheiratung sonstige religionsgesetzliche Ehehindernisse vorliegen, die es ja bei gewissen Verwandtschaftsgraden gibt, würde natürlich nicht damit berührt. Die Verhandlungen vom 22. Mai 1929 zeigen, daß Möglichkeiten gefunden werden können, auch für diejenigen, die sie durch talmudische Auslegungen herbeiführen wollen. Der Referent spricht über die Chalizah und erwähnt den Ausspruch eines bedeutenden Rabbiners, der vor sechzig bis achtzig Jahren geäußert yabe: „Chalizah ist ein Unglück, aber was sollen wir mä hen!" Ter Referent sagt hierzu erfreulicherweise klipp und klar: „damit kommen wir nicht weiter, hier müssen wir den Mut zur Ueberzeugung haben". Für diese Aeußerung muß man ihm dankbar sein. Ferner behandelt er die Ehehindernisse für die Kohanim. Auch hier nimmt er einen zu begrüßenden Standpunkt ein. Er meint: „diese Frage spielt für uns keine Rollte, und im Bolksbewußtsein lebt sicher keine Vorstellung mehr davon, daß hier überhaupt ein halachisches Hemmnis ist oder war" — möchte es doch so sein! Sapienti sat. Wenn man die Hauptfrage, die Aenderung der veralteten Bestimmungen über die Ehescheidung, offenen Auges betrachtet, so kann man nicht begreifen, daß die Rabbiner nicht endlich zu einem Resultat kommen. Es ist ihnen doch besser befauut als den Laien, daß wohl in den meisten Fällen die Parteien sich mit gerichtlicher Scheidung begnügen; daß ferner die Zahl der nur standesamtlichen Trauungen von Jahr zu Jahr wächst und daß bei Schließung einer zweiten Ehe, der Schwierigkeiten halber, sehr oft keine religiöse Trauung stattfindet. Das Interesse für eine endliche Regelung der Angelegenheit liegt weit mehr bei den Rabbinern als bei beit Laien, also ist es Sache des Rabbiners, so schnell wie möglich zu einem auch die Laien befriedigenden Resultat zu kommen. Je länger sie zögern, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß sie mit ihren Beschlüssen zu spät kommen werden und daß die Gesamtheit sich nicht mehr damit zu befassen braucht. Zum Schluß seiiies Referats meint der Redner, daß auch die Orthodoxie eine Scheu habe, ohne die rabbinische Welt des Ostens in solchen Dingen vorzugehen. Im Osten habe sich aber schon manches geändert. Es sei Aufgabe der liberalen Rabbiner, der Orthodoxie „den Spiegel vorzuhalten und ihr Gewissen zu schärfen und ihr deutlich zu sagen, daß sie ihr Recht einbüßt, wenn sie keine Wege finden kann für Beseitigung schreiendster Rot, für Tikkun Agnnoth, zur wirklichen Wahrung der Sittenreinheit und der Heiligung des Familienlebens". Also: Tie Orthodoxie will nicht mitmachen, die Liberalen scheuen sich, selbständig Beschlüsse zu fassen und wollen die Schuld .für das Nichtzustandekommen ihrer Neuordnungen auf die Orthodoxie abwälzen. Der orthodoxe Rabbiner wird wahrscheinlich lächelnd seinen Bart streichen nnd sich sein Teil dabei denken. -Ist diese Scheu vor der Orthodoxie berechtigt, wenn es sich um die Abstellung eines ungeheuren Nebels handelt, um das Elend Tausender von jüdischen Frauen, die durch das kodifizierte jüdische Ehegesetz zu dauerndem Wittum verurteilt sind? Ganz gewiß nicht. Es ist dieselbe Erscheinung wie seit hundert Jahren. Die Offiziere, die Rabbiner, wagen wieder nicht voranzugehen und wollen die Front der Laien oder der Oeffentlichkeit voranschieben. Und wenn die Soldaten dann-den Sieg davongetragen haben -- wird dann die Ehre des Sieges den Rabbinern zuerteilt werden? Rein, das Ansehen der Rabbiner und ihre Autorität wird leiden. Und diese Tausende von Agunoth, verlassene Frauen, sind größtenteils garnicht Deutsche oder in Deutschland, sondern Polen in Polen. Und die orthodoxen Rabbiner in Polen sind garnicht so unzugänglich wie geglaubt wird. Als drei deutsche Rabbiner zusammengetreten waren und einen Weg zur Trennung der Ehe einer verlassenen Frau gefunden hatten, da waren die polnischen Rabbiner so entgegenkommend, den Beschluß der drei liberalen Rabbiner für gültig anzuerkennen. Es kann von einer so großen Not der polnischen verlassenen Frauen in Deutschland nur dann gesprochen werden, wenn diese Frauen nicht zahlen können oder wollten. Schon vor dem Kriege gab es polnische Rabbiner außerhalb Polens, die für Geld alles machten, was man von ihnen verlangte. Einer derselben wohnte in einem deutschböhmischen Grenzort, er stellte garnicht so hohe Forderungen, und nach dem Kriege bekam er auch landsmännische Konkurrenz in Deutschland. Die polnischen Juden wissen ganz gut, daß die deutschen Rabbiner nur aus Menschenliebe, nur aus gewissenhafter Ueberzeugung handeln. Wer sich ein Vierteljahrhundert intensiv mit den Angelegenheiten der polnischen Einwanderer in Deutschland befaßt hat, um ihnen zu helfen, um sie zu schützen, kann ihre Mentalität wohl beurteilen. Die Rücksicht aus die polnischen Juden darf aber nicht so weit gehen, daß die deutschen Juden darunter zu leiden haben. Ebenso aber bars auch die Rücksicht auf die Orthodoxie nicht zu einer schweren Schädigung der Liberalen führen. Hat die Orthodoxie jemals auf uns Rücksicht genommen, hat sie nicht, oft ohne selbst für sie zwingende Gründe, die Einheilsgemeinden gesprengt und Separatgemeinden gegründet? Und hat das Ansland jemals Rücksicht auf die Anschauungen der deutschen Juden genommen? Haben uns die Polen nicht den syrisch-polnischen Schulchan Aruch aufgedrängt? Diese Fragen könnten noch sehr erweitert werden. Jedes Land hat seine eigenen, besonderen Bedingungen und Umstände. Unsere Rabbiner haben sich ausdrücklich zu einer „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands" zusammengeschlossen und gehören mit uns der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland an. Unsere Rabbiner und wir Laien haben für die Bedürfnisse der deutschen l i b^e rate n Juden zu sorgen, das ist ihre und unsere Pflicht und Schuldigkeit. Mit den liberalen Juden anderer Länder kommen wir damit ganz gewiß nicht in Konflikt, die sind liberaler als wir. Man sollte denken, ein Zeitraum von fast hundert Jahren dürfte ausreichen, um sich über alle Bedenken klar zu werden oder, wenn die Bedenken nicht zu verscheuchen sind, offen zu sagen: „wir können uns nicht einigen, also müssen wir die Sache, trotz ihrer Dringlichkeit, auf sich beruhen lassen". Der gefaßte Beschluß ist nichts anderes als eine Vertagung ad calendas graecas. .In unserer Zeit hat die Amerikanisieruug oder Rationalisierung nicht nur auf rein wirtschaftliche Tinge Einfluß'ausgeübt, sie macht sich auch auf anderen Gebieten sehr bemerkbar. Man singt in Deutschland heute nicht mehr wie vor fünfzig Jahren: „immer langsam voran, daß der Krähwinkler Landsturm Nachkommen kann". 8. Müller: Von jüdischen Brauchen und jüdischem Gottesdienst. Mit einem Emblem der Gesetzestafeln. Verlag Boltze, Karlsruhe 1930. Der Verlag Boltze in Karlsruhe (Baden) hat eine Schrift herausgebracht, in welcher unsere jüdischen Bräuche zielbewußt und in methodisch meisterhafter Weise einen in jeder Beziehung würdigen Ausdruck gefunden haben, es ist, um es gleich zu sagen, eine in ihrer Kürze und Lebendigkeit mustergültige Beleuchtung jüdischen Wesens, ein Buch voll liebevollen Verständnisses für die Erneuerung des jüdischen Menschen. Es ist daher wohl so gedacht, daß es dem Religionsunterricht ein Hilfsmittel für die Hand der Schüler zu bieten habe. Diesem Zweck wird es denn auch vollauf gerecht. Klarer, schöner und fesselnder als es hier geschieht, kann man der Jugend die frommen Bräuche des jüdischen Hauses und den Ablauf des Gottesdienstes nicht darstellen. Entsprechend der Forderung des Bibelwortes „w’jodato", ,,Du sollst erkennen", wird auf dem Raum von 33 Kapiteln der Sinn und die ethische Bedeutung der hauptsächlichen Bräuche zielbewußt und in methodisch musterhafter Weise entwickelt. Das Erkennen erscheint aber nicht als Selbstzweck, es tritt in den Dienst religiös-sittlicher Interessen, die freilich nur durch das Wissen befriedigt und gesichert werden können. Es beflügelt den Impuls für die höheren Mächte, die erhebend und erlösend das bewirken sollen, was der nüchterne Verstand oder das verständnislose Heben nicht zu erreichen vermögen. Das ist es gerade, was unserer Heranwachsenden Generation auf dem Gebiete der Religion mangelt und was sie sucht; denn sie will am religiösen Leben der Gemeinschaft bewußt teilnehmen, „im Geiste größerer Wahrhaftigkeit und Erkenntnis". Nicht als Objekt, sondern als Subjekt im Sinne des auch auf liturgischem Gebiete notwendigen Aktivitätsprinzips. Wie sehr das Buch jeden Brauch und jedes Fest tief innerlich anfaßt, und wie sehr es zum eigenen Miterleben lockt und führt, sollen nachstehend ein paar Proben zeigen. Kap. 2. Die Mesusa: Eine kleine Pergamentrolle in einem bescheidenen Gehäuse an dem rechten Türpfosten des Eingangs zur Wohnung. Durch die kleine Oeffnung des Gehäuses grüßt das Wort Schaddai — der Allmächtige, das auf der Rückseite der Pergamentrolle geschrieben steht. Es kennzeichnet und weiht das Haus als Stätte wahrer Gottesverehrung. Nicht blinder Zufall, sondern göttliche Vorsehung waltet. Die Pergamentrolle enthält die zwei ersten Abschnitte des „Schema Israel!“ — Dieses Wahrzeichen erinnere beim Ein- und Ausgehen an den Lenker der menschlichen Geschicke, in frohen wie in trüben Tagen. Es führe aus den engen Horizonten des Zeitlichen in die geweihte Sphäre ewiger Werte. Kap. 5. Eingang des Sabbats: Keiner der geistigen Menschheitswerte, die das Judentum der Welt gegeben hat, ist so tief und so allgemein in das Kulturleben eingedrungen, wie der wöchentliche Ruhetag, der Sabbat. Als ein Tag der seelischen Erhebung — nicht des Jagens nach flüchtigen Genüssen — ist er dem prüfenden Rückblick und der hoffnungsfrohen Ausschau in die Zukunft gewidmet. Allen übrigen Völkern des Altertum war diese Einrichtung vollständig fremd. Die Weisheit des jüdischen Gesetzgebers erkannte bei aller Betonung der sittlichen Notwendigkeit und des Segens der Arbeit, wie notwendig für das körperliche und geistige Gedeihen des Volkes eine allwöchentliche Unterbrechung der Arbeit ist. Er sicherte deshalb die Sabbatruhe durch den starken Schutz eines Religionsgesetzes.... Mag uns unter den heutigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen die strenge Durchführung der Sabbatr uh e oft außerordentlich schwer sein, so kann doch umso mehr „jeden Freitag-Abend in der Dämmerstunde der Zauber I des Sabbats“ ins jüdische Haus einkehren: die Familie im Sabbatkleid. Die Stube festlich beleuchtet. Licht ist Gottes Gewand. Die altehrwürdige Sabbatlampe blinkt friedvoll ins Heim. Die Mutter betet den Segensspruch über sie. Der Tisch von der Mutter selbst feiertäglich zugerichtet. Zwei geflochtene Weizenbrote (Barches, von Berachot — Segen) am Platze des Vaters. Es sind Symbole von Gottes Segen* von der doppelten Gabe Mannah, die den Jsraeliten am Freitag wegen des Sabbats zuteil wurde. (2. Moses, 16. 22.) Kap. 7. Pessach: Ein uraltes, wunderbares Fest! Die Juden der ganzen Welt begehen es Jahr um Jahr am Abend des 14. Tages im Monat Nissan, zum ewigen Gedächtnis ihrer Befreiung aus ägyptischer Knechtschaft. Es ist die Zeit, in der es auch aus der lebensvollen Frühlingsvvelt mit tausend Stimmen predigt: „Befreiung! Erlösung!“ — Die Familie ist vollzählig versammelt. Einsame Freunde und Hungrige sind als Gäste gelkien ... Kap. 16. Chuppa (Trauhimmel): Die Ehe ist dem Judentum heilig. Kann es noch eine höhere Auffassung von ihr geben, als sie in den Schriftworten 1. Mos. 2, 24, ausgeprägt ist?: „Darum soll der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich einem Weibe anschließen und sie sollen werden zu einem Wesen." Die Heiligkeit der Ehe gründet sich auf die Hochschätzung des Mannes gegenüber der Frau. Die Frau ist in Israel des Mannes Gefährtin, seine Kameradin, nicht seine Sklavin wie bei anderen Völkern des Altertums. Kap. 29. Jom Kippur: Höchste Feierlichkeit ist über c(as Gotteshaus gebreitet. Ohne Pathos, das begeistert oder hinreißt. Jeder Beter bringt selbst die Empfindung von der Größe des Tages mit, der die Reinheit der Seele und die Versöhnung predigt. In der Gemeinschaft der Betenden ist der Gottesdienst am Versöhnungstag der Mittelpunkt der jüdischen Welt.... Bei diesen plastischen Darstellungen fällt noch ein Besonderes ins Gewicht. Durch die Schuljugend findet das Buch seinen Weg auch in das jüdische Haus. Hier wird es, dank seiner ruhigen Klarheit und Sachlichkeit, sowie seiner absoluten Ueberparteilichkeit, ganz sicher ebenso anregend wirken. Es kommt dem in unserer Zeit wieder lebendig gewordenen Gefühl für das Irrationale, für das Religiöse sehr geschickt entgegen. Es zeigt eine Auslese geistiger, religiöser Kräfte des Judentums, die dem Rost und den Motten nicht verfallen sind. Die Abhandlungen über Chuppa, B’rit Mila, Bar Mizwa und Trailerbräuche werden besonderem Interesse begegnen. Man wird in ne werden, was für einen Kulturwert diese alten Bräuche in sich bergen, und das jüdische Bewußtsein wird sich heben. Man wird sich längst vergangener Stunden und Zeiten im Elternhaus erinnern und sich vielleicht sogar veranlaßt sehen, den Kindern ein jüdisches Heim zu bereiten. Auch in solchen Kreisen, die Distanz halten von der Gebundenheit an religiöse Formen, wird man heute das Bedürfnis fühlen, die religiösen Bräuche der heimgegangenen Ahnen wenigstens zu kennen und sie in ihrer ethischen Bedeutung zu verstehen. Einer solchen Darbietung religiöser Formen, die in den Sinn und den Geist einzudringen vermag, und die nicht bloß an Aeußerlichkeiten haftet, wird man jedenfalls mit wohlwollender Neutralität gegenüberstehen können. Das bedeutet für die religiöse Erziehungstätigkeit der Schule einen außerordentlich wertvollen Gewinn. So kann das Buch das verbindende Band werden zwischen Schule und Haus, und noch mehr als dies: Es kann auch eine Beisteuer sein für die notwendige innere Einheit der jüdischen Gemeinschaft. Und wer heute zur Milderung des innerjüdischen Kampfes beiträgt, erwirbt sich ein ganz besonderes Verdienst und den besonderen Dank für den Dienst am deutschen Judentum. Der rühmlich bekannte Verfasser des Buches, S. Müller in Heidelberg, dessen glückliche Hand schon so manche wertvolle Gabe hervorbrachte, hat sich dieses Dankes auch mit seinem neuen Werke in allerhöchstem Maße verdient gemacht. Hermann Zivi, Elberfeld. Thorat Hasstenografija liwrit von J. Maimon. Berlin 5689. Es besteht eine Internationalstenographie, die in Deutschland unter dem Namen „Deutsche Kurzschrift" bekannt ist. Nach diesem System ist das vorliegende Lehrbuch für die hebbräische Sprache verfaßt. Das System hat sich z. B. auf dem 16. Zionistenkongreß in der Praxis bewährt und somit ist die Brauchbarkeit erwiesen. Zwei Voraussetzungen sind zur Anwendung bedingt: erstens gründliche Kenntnis des neuhebräischen Idioms und dann die der Internationalstenographie. Dr. M. Spanier, Magdeburg. Knut Lundmark: Das Leben auf anderen Sternen. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Der Direktor der Sternwarte zu Lund hat hier ein populärwissenschaftliches Buch geschaffen, das trotz des darin enthaltenen Rüstzeugs astronomischen, physikalischen und biologischen Wissens auch in der Laienwelt größte Beachtung beanspruchen darf und finden wird. Werden doch in diesem Werk auch die sensationellsten Fragen unserer Zeit gestreift: Weltraumrakete, Mondflug, Marsbewohner, Leben im All und ähnliches. Da die Zeiten, in denen sich Religion und Naturwissenschaft als feindliche Brüder betrachteten, für die Einsichtigen beider Fakultäten vorüber sind, soll das Buch auch hier empfohlen, werden. In einem einleitenden Kapitel wird das kosmische Leben in Dichtung und Denken der Vergangenheit geschildert, dann werden "die Fragestellungen und Antworten der modernen Wissenschaft wiedergegeben und nun folgt eine grandiose Musterung des Universums. Das Schlußkapitel behandelt die urewige Frage" nach der Entstehung des Lebens und seiner Ausbreitung im Was ist das Ergebnis der Lektüre? Eine Abschwächung oder Abwendung von wahrer Religion? Im Gegenteil. Je größer uns das Wissen um das Geschehen und die Gesetze der Welt wird, desto größer auch wird uns ihr Geheimnis; und das neue Kennen wird uns zur neuen Offenbarung. So überrascht es nicht, daß das Werk mit den Worten schließt: „Aber wie kurz ist der Blick, den wir mit all unserem astronomischen Wissen in die Unermeßlichkeit kosmischer Entwicklungen zu tun vermögen! Wer wollte sich vermessen, die Zahl der Welten abzuwägen, deren Lebensstunde schon dahinging, oder die Zahl derer, denen sie an kommenden Weltentagen schlagen wird!" Walter Loewenstein. Kurarzt Dr.Leul Gebt uns Familien- Anzeigenl maierarbeiten Renovierung von WERKSTÄTTEN FÜR GRABMALKUNST S. WEISS GRABDENKMÄLER U. ERBBEGRÄBNISSE BERLIN-WEISSENSEE Junge Frau sucht Stellung Hausverwaltung odnurtur Heisezeit übernimmt m. Ia Referenzen und bekanntem Erfolge Bruno Kantorowicz Charlottenburg, Schillerstr. 5 Siaiisflsche-.SGM)- Wohnungen, Geschäftslokalen, Treppenfluren und Fassaden. LOTHR1NGERSTR. 8 - TELEPHON: WEISSENSEB 407 als Gesellschafterin, Hausmaschinenu. Handsenm Urteilen jeder Ar' übernimmt Lina Mopp, Berlin HW 87, Bachstrasse 3, 1. Seitenfl. ptr Robert Gutbelm Berlin W 50 Kulmbacher Strasse 7 B5 Barbarossa 6260 Verein für Feuerbestattung in Berlin vpn 1874, e. T. vera. koitenlo«e JKenerbe*cattaiigr Annahme W 35, LßtrowslraBe 44, Telephon: Lfltzow 960-61 gehilfin oder ähnliche Beschäftigung auf einige Stunden Paula Danziger Charlottenbg. Goethepark 9 (Wilhelm 7788) llllllltllllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllll Verlag: Vereinigung für da« liberale Judentum e. Bv Berlin SW. 11. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda. Berlin SW. 23. — Druck: Hermann Wegner 8r Co., Berlin-Mariendorsi

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