Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 17 (23.4.1930)
- Date
- 1930-04-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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10. Zahrgmg Nummer 17 ZWich-Nderale Mm, veilagr 23. April 1SZ0 Wieviel Seelen hat die berliner Mische Gemeinde? Von Rechisanwalt Tr. Walter Breslauer, Berlin. Tie Berliner Jüdische Gemeinde umfaßte nach der letzten Volkszählung aus der Zeit vor denr Kriege etwa 140000 Seelen. Tiefe Seelenzahl hat sich unzweifelhaft insbesondere in der ersten Zeit nach dem Kriege wesentlich vermehrt. Eine starke Ablvrnderung der Juden aus den an Polen abgetretenen Gebieten Posens, Westpreußen und Oberschlefieus trat ein, und ein erheblicher Prozentsatz der Auswandernden wandte sich nach Berlin. Ungefähr zur gleichen Zeit erfolgte auch eine starke ostjüdische Einwanderung. Auf der andern Seite haben die allgemeinen bevölkerungspolitische Verhältnisse, die geringe Kinderzahl der Berliner Juden, zum geringeren Teil auch Austritte, sich nach der entgegengesetzten Richtung ansgewirkt. Mangels statistischer Unterlagen erfuhr man schon vor Jahren ganz phantastische Ziffern über die angebliche Seelmzahl der Berliner Gemeinde. Tie Schätzungen überstiegen durchweg 200000 und gingen bis zu 250000. Tabei spielten die vM der Jüdischen Gemeinde aufgestellten Wählerlisten als 'Berechnungsfaktor stets eine bedeutende Rolle, erwiesen sich jedoch bei den Wahlen der Jahre 1925 und 1926 als so unzuverlässig und wiesen insbesondere soviel jüdische Wähler doppelt und mehrfach auf, daß Schlüsse aus der Zahl der eingetragenen Wähler auf die Zahl der jüdischen Seelen mit irgendwelcher Sicherheit nicht gezogen werden konnten. Inzwischen ist die Volkszählung des Jahres 1925 vorgenommen worden, und zum Erstaunen der meisten ergab sich eine gezählte jüdische Bevölkerung von nur 172 600 Seelen. Ob diese statistisch festgelcgte Zahl oder die früher angestellten Schätzungen zutreffend seien, war Gegenstand einer lebhaften und zum Teil heftigen Kontroverse auf der letzten Tagung des Preußischen Landesverbandes. Bei der Wahlordnung für die Ende des Jahres stattfindenden Wahlen war nämlich der Rat von einer solch-en Schätzung ausgegangen und hatte, da auf 3000 jüdische Seelen ein Mandat zur Verbandstaguug entfallen, der Gemeinde Berlin, von einer Seelenzahl von 200 000 ausgehend, 67 Mandate zugesprochen. Tie Liberale Fraktion des Landesverbandes beantragte demgegenüber die Zahl der Berliner Mandate entsprechend dem Volkszählungsergebnis auf 58 festzusetzen. Hierüber entstand große Erregung insbesondere bei der Jüdischen Volkspartei und dem aus ihr hervorgegangenen derzeitigen Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Herrn Kareski, der in diesem Anträge nicht mehr und nicht weniger als eine Vergewaltigung der Berliner Gemeinde erblicken wollte. Tabei war der Antrag der Liberalen rechtlich zweifellos begründet; denn nach der Satzung des Landesverbandes sind maßgebend für die Bestimmung der Mandatszahl die letzten statistischen F e st st e l l u n g e n. Andere Feststellungen als die der Volkszählung existieren nicht. Das Statistische Amt der Berliner Jüdischen Gemeinde insbesondere hat F e st st e l l u n - gen über die Zahl der jüdischen Seelen Berlin mangels der nötigen Unterlagen gar nicht treffen können, sondern die Berliner Gemeinde hat sich stets auf Schätzungen beschränken müssen. Tazu kam, daß diese Schätzungen ihrerseits absolut unbestimmt waren und als irgendwie zuverlässige Grundlage für die Beurteilung nicht angesehen werden konnten. Das Mitglied des Rates, Herr Tr. Jsmar Fremrd, der selbst den Standpunkt des Berliner Gemeindevorsitzenden vertrat, hat sich der Mühe unterzogen, während der Debatten beim statistischen Büro der Berliner Gemeinde anzurufen. Er bekam eine Antwort, die offenbar widersinnig war, nämlich, daß man 120 000 Gemeindewähler und 130000 Zensiten habe, während dock die Zahl der Zensiten erheblich kleiner sein muß als die der Gemeindewähler. Tenn die Ehefrauen und nicht selbstverdienenden volljährigen Kinder sind wohl Gemeindewähler, nicht aber selbst Steuerzahler. Herr Tr. Freund meinte, diesen ihm selbstverständlich einleuchtenden Widersinn damit erklären zu können, daß die eine Zahl einige Jahre alt und die andere neu sei. Aber auch diese Erklärung versagt, weil in den letzten Jahren eine so erhebliche Zuwanderung von Juden nach Berlin zweifellos nicht erfolgt ist, daß sich Differenzen von Zehntausenden daraus ergeben könnten. Es ergab sich also auch aus dieser telephonischen Auskunft, daß das Statistische Amt der Berliner Gemeinde irgendwelche zuverlässige Unterlagen zu geben nicht in der Lage sei. Noch eine weitere Erwägung rechtfertigte den Antrag der Liberalen. Diejenigen, die der Auffassung sind, daß die Volkszählungsergebnisse unrichtig seien, begründen ihre Meinung damit, daß zahlreiche Mitglieder der Jüdischen Gemeinde bei der Volkszählung es unterlassen hätten, ihr Judentum zu bekennen, und die betreffende Rubrik des Formulars gar nicht oder unrichtig ausgefüllt hätten. Diese Begründung müßte, wenn sie zuträfe, auch für die Gemeinden außerhalb Berlins in gleicher Weise gelten, da doch die Volkszählung in Berlin nicht in anderer Weise gehandhabt worden ist als sonst in Preußen. Wenn man annehmen wollte, daß bei kleineren Gemeinden die jüdischen Gemeindemitglieder es nicht wagen würden, in dieser Weise ihr Judentum zu verleugnen, so könnte eine solche Annahme doch nicht für Großstädte wie Breslau, Köln, Hannover oder Königsberg gelten. Es sollte aber außer Berlin nur der Gemeinde Frankfurt noch eine höhere Zahl als die durch Volkszählung festgestellten zugebilligt werden, während im übrigen die amtlichen Ergebnisse zu Grunde gelegt werden sollten. Ter Vorschlag des Rates stellte sich daher als ausgesprochene Benachteiligung der Provinzen gegenüber Berlin dar, während der Antrag der Liberalen wie dem geltenden Recht so auch der Gerechtigkeit entsprochen hat. Die Liberale Fraktion hätte daher, zumal sie die Mehrheit ha-t, ihren Standpunkt ohne weiteres und mit Recht durchsetzen können. Man hat sich schließlich entschlossen, den Streit durch ein Kompromiß zu beenden, das dahin ging, daß der Gemeinde Berlin 63 Mandate zugebilligt worden sind, entsprechend also einer Bevölkerungsziffer von 189 000 Seelen. Diese Regelung läßt sich rechtlich überhaupt nicht, vom Gerecht i gf ei 10 )~t and Punkt aber allenfalls mit der Annahme verteidigen, daß vielleicht doch die Fehlerzahl bei der Volkszählung in Berlin in gewissem Maße größer gewesen ist als in der Provinz. Nachdem der Streit durch dieses Kompromiß der Parteien seine aktuelle politische Bedeutung verloren hat, bleibt die Frage, wie viel jüdische Seelen die Gemeinde Berlin nun wirklich hat, von erheblichem statistischen und bevölkerungspolitischen Interesse. Es kann billigerweise verlangt werden, daß das Statistische Amt der Jüdischen Gemeinde nun einmal eingehend und genau die richtige Bevölkerungszahl zu errechnen versucht. Ohne Unterlagen tonnen selbstverständlich zuverlässig? Resultate nicht gewonnen werden. Doch sei gestattet, einige Erwägungen darüber anzustellen, warum die Kompromißzahl von 189 000 Seelen voraussichtlich eher zu hoch als zu niedrig gegriffen ist. Es wird anzunehmen sein, daß eine Bevölkerungszunahrne derjenigen Juden, die vor dem Kriege in Berlin anwesend waren, nicht nur nicht vorliegt, sondern daß man von dieser Zahl (ohne Berücksichtigung der Zuwanderung) noch einen Abschlag von einigen tausend Personen machen muß. Schon die Berliner Bevölkerung in ihrer Gesamtheit nimmt, wenn man die Zuwanderung nicht berücksichtigt, nur unbedeutend zu. Bei dem besonders ungünstigen Gebuctenverhältnis der Berliner Juden ist daher tatsächlich mit einer gewissen Abnahme zu rechnen. So wird für den alten Bevölkerungsbestand, aus die Gegenwart sortgesührt, etwa eine Zahl von 135 000 zugrunde zu legen sein. STRAHL & FALKE BLUMEN-AUSSTELLUNG BERLIN-W 66 MAUERSTR. 79 FERNRUF: ZENTRUM 5023 u. 5024 BLUMENSPENDEN . TRAUERSPENDEN TAFELSCHMUCK INNENDEKORATIONEN IR KOHSTLEMSCHER ftMRURfi Die Gesamtzahl der Juden in Posen und Westpreußen betrug vor dem Kriege etwa 47 090. Davon lebte ein Teil in Gegenden der Provinz, die bei Deutschland geblieben oder zum Freistaat Danzig gekommen sind, der eine erhebliche jüdische Auswanderung kaum aufweist. Ein anderer Teil ist in Polen geblieben. Von den übrigen ist selbstverständlich nicht die ganze Zahl, sondern nur ein, wenn auch erheblicher, Bruchteil nach Berlin gewandert. Für die Gesamtzuwanderung aus diesen Provinzen erscheint die Zahl 20000 ungefähr zutreffend. Hierzu mag man allenfalls noch 5000 als Zuwanderer aus Oberschlesien (das einschließlich des deutsch gebliebenen Teils überhaupt nur etwa 12 000 Seelen zählte) und anderen Teilen des Reiches rechnen, dazu noch die ostjüdische Einwanderung von 20000 25060 Seelen (die Gesamtzahl der Ostjuden in Berlin ist größer anzunchmen, aber auch vor dem Kriege bestand bereits eine gewisse ostjüdische Bevölkerung): dann käme man auf die Zahl von 180000-185 000 Seelen als Gesamtergebnis der Schätzung. Zur weiteren Begründung dafür, daß man die Zahl der von der Volkszählung nicht erfaßten Inden reicht überschätzen darf, dient die Tatsache, daß die Zahl derjenigen, die in der amtlichen Statistik unter der Rubrik derer aufgeführt ist, die ein bestimmtes Religionsbekenntnis nicht abgegeben habcrr, keinestvegs auffallend hoch ist, wenn man die starke Kirchen- Austrittsbewegung der Berliner Arbeiterschaft berücksichtigt. Es gibt aber noch eine andere Erwägung, die ebenfalls zu der hier als richtig erachteten Zahl von 180000—185 000 jüdischen Seelen führt. Sie betrifft das Verhältnis der jüdischen Wähler zu den jüdischen Seelen. Nach derjenigen Zahl, die in den Debatten aus der Landesverbandstagung meist genannt wurde, soll die Zahl der jüdischen Wähler zur Zeit 140000 betragen. Jedenfalls war das die Höchstzahl, die überhaupt genannt worden ist. Nun ergibt sich aus den für ganz Deutschland bekannten Zahlen, z. B. den Zahlen der Wahlberechtigten für die letzte Volksabstimmung, daß die Bevötkernngsschichtung so ist, daß etwa -h der vorhandenen Seelenzahl gleich der Zahl der Wähler ist, während das verbleibende Drittel auf die nicht wahlberechtigten Personen, d. h. also im wesentlichen die Personen, die unterhalb des Wahlalters stehen — daneben auch auf die Ausländer, die bei der Gemeinde zu den Wählern gehören! —, entfällt. Nun ist ganz zweifellos die Kinderzahl bei den Berliner Juden erheblich geringer als bei der Berliner Gesamtbevölkerung und erst rvcht als bei der gesamtdeutschen Bevölkerung. Einen Zuschlag von 50 °/o zur Wählerzahl, wie er nach Vorstehendem für ganz Deutschland, in Frage kommt, würde für die Berliner Juden nur ein Zuschlag von 25 entsprechen, und wenn man davon ausgeht, daß durch die Ostjuden, die eine größere Kinderzahl haben, dieser Prozentsatz etwas nach oben korrigiert wird, so kann man doch höchstens von einem Zuschlag von 30»'« für die Jugendlichen unterhalb des Wahl- Knurrt der Magen, dann haperl’s mit der Arbeit. Darum hält der Berufstätige stets eine Schachtel Orb a in Reserve, denn diese herbe Bitter- Schokolade bietet nicht nur angenehme Erfrischung, sondern auch vollkommene Nahrung. alters rechnen. 140000 plus 30 ««>, d. h. 42000, sind aber wiederum nur 182 000. Alles das sind, es sei nochmals betont, Schätzungen, die begreiflicherweise Fehlerquellen enthalten werden. Wenn man aber zu Ergebnissen kommen will, die einigermaßen sich wirklichen Feststellungen nähern, dann müssen die zuständigen Stellen zunächst um Ausbringung hinreichender Unterlagen bemüht sein. Es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß dieser Aufforderung, die dem gelernten Statistiker eine höchst reizvolle Aufgabe stellt, sobald als möglich entsprochen werden wird. ...... * Aus den Gemeinden * . Bamberg. (Todesfall.) Nach kurzer Krankheit ist der Hauptlehrer und Kantor der Israelitischen Kultusgcmeinde, Kart Klestadt, verschieden. Mehr als 42 Jahre hat der Verblichene den religiösen Interessen der. Gemeinde seine ganze Arbeitskraft gewidmet. Der Synagognrchor wurde von ihm begründet und mit besonderer Hingabe gefördert. Von seiner Beliebtheit in allen Kreisen der Gemeind? zeugte das außergewöhnlich stattliche Trauergesolge, das ihm die letzte Ehre erwies. An seiner Bahre sprachen Rabbiner Dr. Kalten, Rabbiner Dr. Eckstein und der Direktor des Mädchenlhzeums herzliche Abschiedsworte. Lehrer Kchapiro widmete dem allgemein geachteten Amtsgenossen innige letzte Grüße des Dankes und der Würdigung. Auch der Gesangverein „Liederkranz", dem der Verstorbene mehr als vier Jahrzehnte angehörte, hatte durch Oberstaatsanwalt Döring der Trauer um den Verlust des beliebten Sangesbruders Ausdruck geben lassen. Ein Vertreter des Landesvereins legte Blumen nieder, und ergreifende Abschiedsweisen des Synagogenchores und des Gesangvereins „Liederkranz" umrahmten die eindrucksvolle Trauerfeier. Bvttrop. (F r i c d h 0 f s s ch ä n d u n g.) In Bottrop wurden aus dein israelitischen Friedhof eine Anzahl Grabsteine umgeworfen, zwei Grabsteine wurden zertrümmert und zwei andere in häßlicher Weise mit Oelsarbe beschmiert. Die Tat selbst wurde Freitug nachmittag entdeckt. Das Schloß des Gitters war zerstört und die Kette durchgccissen. Tie Bottroper Kriminalpolizei stellte Ermittlungen an; dabei wurde u. a. festgestellt, daß sich an der Aktion auch weibliche Personen beteiligt haben müssen, da entsprechende Absatzspuren vorhanden waren. Die Bottroper israelitische Gemeinde hat 100 Mark Belohnung ausgesetzt für Mitteilungen, die zur Ergreifung der Täter führen können. >' c Dresden. (Todesfall.) In dem für den heutigen Erwerbsmcnschen so gefährlichen Alter von knapp 56 Jahren wurde seinem einzigen hoffnungsvollen Sohne und zugleich seinen vielen Freunden, die ec außerberuflich besonders in Logenkreisen besaß, der als Mensch nnd tüchtiger Jurist allgemein geschätzte Rechtsanwalt Dr. Waltzer Schleich unerwartet entrissen. Er entstammte einer seit langem in Dresden ansässigen Familie, war vor Jahren Präsident der Fratcrnitaslvgc und leitete auch einmal die hiesige Ortsgruppe des C.-V. Ein feiner, stiller, gütiger Mensch, der doch zugleich ein Kämpfer war, tvenn es galt, die ihm vorschwebenden Ideale mit von innen herausströmendem Temperament zu verteidigen, ging mit ihm ganz plötzlich aus dieser Welt, voller Wehmut — das zeigten so recht die zu seinen Ehren veranstalteten Trauerfeiern — stehen auch seine auswärtigen Freunde vor dem Unfaßbaren: die Hoffnung, nach im vorigen Jahre überstandener Krankheit noch lange mit Walter Schleich zusammcnarbciten zu können, ward mit einem Schlage zunichte und uns bleibt nichts als Dankgefühl, als unverlöschliches Erinnern an einen wenn auch nicht immer gleichgestimmten Mitarbeiter, der, iudein er sein Judentum hochhielt, zugleich auch ein Träger wahrer Kulturgüter zu sein bemüht gewesen ist. Eisenach. (Antisemitische Kündigung.) Aus Eisenach in Thüringen, dem Lande, in welchem der Nationalsozialist Dr. Frick die Ministerien für Inneres und Unterricht verwaltet und einflußreichstes Kabinettmitglied ist, wird der „Frankfurter Zeitung" berichtet: In Eisenach war bis vor kurzem in einem Arbeitsamt — also einer Rei.chsbehörde — ein Fräulein Dr. Lewin als Berufsberatcrin beschäftigt. Der Leiter dieses Amtes, ein Dr. Ullrich, soll der Dame schon vor einiger Zeit geraten haben, ihre Kündigung einzureichen. Zwar sei gegen ihre Tätigkeit an sich nichts einzuwenden, jedoch sei die Stimmung der für ihr Wirken in Frage kommenden Bevölkerungskreise gegen sie, weil sie jüdischer Abstammung sei. Sie sei aus diesem Grunde für Eisenach als 'Bcrussberaterin nicht geeignet. Fräulein Dr. Lewin konnte sich nicht entschließen, auf solchen Vorbehalt hin zu kündigen. Die Leitung des Arbeitsamts hat aber dann die Kündigung ausgesprochen. Ausdrücklich soll als Begründung angegeben worden sein — auch in einem Zeugnis die Entlassung müsse mit Rücksicht auf die Einstellung der Bevölkerung gegen Fräulein Dr. Lewin geschehen. Dabei steht fest, daß weite Arbeitnehmerkreise des Eisenacher Gebiets die Fähigkeiten und Leistungen der bisherigen Berussberaterin durchaus zu schätzen wissen.