Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 16 (16.4.1930)
- Date
- 1930-04-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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auch ist, hat bewiesen, daß Gewaltlosigkeit eine starke aktive Kraft sein kann. Es ist meine Absicht, diese Kraft sowohl gegen die Gewalt der britischen Regierung anzusetzen wie gegen die unorganisierten Kräfte der wachsenden Partei der Gewaltanwendung. Die Häüde in den Schoß legen, würde bedeuten, diesen beiden Gewalten das Feld zu überlassen. Da ich unerschütterlich an die Wirksamkeit der Gewaltlosigkeit glaube, würde es sündig von mir sein, noch länger zu warten. Meine Gewaltlosigkeit wird ihren Ausdruck finden in bürgerlicher Gehorsamsverweigerung, mit der die Insassen meines Hauses beginnen werden, die sich aber ausdehnen soll aus alle, die sich meiner Bewegung mit ihren klar erkannten Grenzen anschließen wollen... Mein Ehrgeiz läuft aus nicht weniger hinaus als darauf, durch meine Gewaltlosigkeit das englische Volk von dem Unrecht zu überzeugen, das es Indien zusügt. Ich will Ihrem Volk nichts Böses antun. Ich möchte ihm ebenso dienen wie meinem eignen. Ich habe ihm -stets gedient - und bis 1919 sogar blindlings. Aber selbst, als mir die Augen geössn-et wurden und ich die Non-cooperation-Bewegung gründete, war es immer noch meine Absicht, Ihrem Volke zu dienen... Wenn sich meinem Vorhaben, wie ich es erwarte, Menschen anschließen werden, so werden die Leiden, die sie auf sich nehmen müssen, ehe das britische Volk sein Unrecht wieder gutmacht, die steinernsten .Herzen rühren... Ich fordere Sie respektvoll auf, der Beseitigung all der von mir angeführten Mißstände den Weg zu ebnen und so die Möglichkeit einer Konferenz zwischen wirklich Gleichberechtigten zu schassen, deren einziges Interesse es ist, die uns gemeinsamen Menschheitsgüter zu fördern durch freiwillige Kameradschaftlichkeit und durch Schaffung der Voraussetzungen für gegenseitige Hilfe... Wenn Sie aber keinen Weg wissen, diesen Uebeln zu steuern oder dieser Brief nicht zu Ihrem Herzen zu sprechen vermag, so werde ich am elften Tage dieses Monats mich mit meinen Mitarbeitern auf den Weg machen, um die Bestimmungen des Salzmonopols zu verletzen. Ich halte diese Steuer für die dem armen Mann unerträglichste. Da die Unabhängigkeilsbewegung in erster Linie den Aermsten im Lande Helsen soll, will ich mit der Bekämpfung dieses Uebels beginnen. Es ist ein Wunder, daß wir es überhaupt so lange ertragen haben. Ich weiß, daß Sie die Möglichkeit haben, mir zuvorzukommen, indem Sie mich verhaften. Nun, ich hoffe, daß in diesem Falle Zehntausende bereit sein werden, an meiner Stelle den Ungchorsam gegen das Salzgesetz in disziplinierter Weise auszunehmen und sich all den Strafen auszusetzen, die jenes Gesetz vorsieht, das nie unsre Verfassung hätte schänden dürfen. Ich habe nicht die Absicht, Ihnen mehr Ungelegenheiten zu schaffen als nötig, am liebsten gar keine, wenn es in meiner Macht steht. Wenn Sie glauben, daß an meinem Briefe etwas dran ist, und falls Sie wünschen, die Dinge mit mir durchzusprechen und aus diesem Grunde seine Veröffentlichung hintanzuhalten wünschen, so bitte ich, mir zu telegraphieren. Wollen Sie aber bitte nicht den Versuch machen, mich von meinem Vorhaben abzubringen, wenn Sie nicht einen Weg sehen, dem Sinn dieses Schreibens zu entsprechen. Es soll in keiner Weise eine Drohung sein, sondern es wird geschrieben in Erfüllung einer einfachen und heiligen Pflicht vor der endgültigen Wendung zum bürgerlichen Ungehorsam. Aus diesem Grunde lasse ich Ihnen diesen Brief durch einen jungen englischen Freund überreichen, der der indischen Sache zugetan ist und der an den Sieg der Gewaltlosigkeit glaubt, den also die Vorsehung mir eigens zu diesem Zweck gesandt zu haben steint. Ich verbleibe Ihr aufrichtiger Freund M. K. Gandhi. lAus dein Englischen übertragen von Z. Nlötrel, entnommen der Zeitschrift „Tie Weltbütine" vom I. 4. 1<M0) Was geht in Indien vor? Von R a m Chandra Mitra. Ans Indien kommen Nachrichten, die oou einem neuen Aufschwung oer nationalen Bewegung zeugen. Weittragende Ereignisse stehen bevor, die das ganze britische imperialistische System erschüttern und zu Fall bringen können. Ter invische Nationalkongreß hat auf seiner Tagung in Lahore im Tezember 1929 die volle Unabhängigkeit Indiens proklamiert und 409000 Menschen, aus allen Teilen Indiens herbeigeeilt, haben diese Parole alklamiert. Am Unäbhängigkeitstag, oer ain 26. Januar dieses Jahres gefeiert wurde, und an dem im ganzen Lande die nationale Flagge Indiens gehißt wurde, Habelt Millionen teilgenommen. Die Kongreßbetvegnng. im Jahre 1885 von Indern und Engländern der liberalen Schule gegründet, war ursprünglich ein Sprachrohr für die indischen Forderungen und ein Instrument des besseren Verständnisses zwischen Indien und Großbritannien. Seitdem hat sich der Charakter der Bewegung geändert. Tie große Non-Kooperationsbewcgung, die von Gandhi in den Jahren 1920-22 geführt wurde, hatte die Befreiung Indiens von der englischen Herrschaft zum Ziel. Doch! erreichte jene Bewegung damals nicht ihr Ziel, da Gandhi, zum unumschränkten Diktator ernannt, die Rechte der Gutsbesitzer nicht auzutasten wagte und die Bewegung abbrach, als o>ie Bauern den Gutsbesitzern die Pachtzinsen nicht mehr zahlten. Ties führte zu einem großen Rückschlag, von der sich, der Nationalköngreß eöst wieder erholen mußte. Welche Ausfichten bestehen für die jetzige neue Bewegung? Heute, wie damals steht Gandhi an der Spitze des Nationalkongresses. Diese Stellung Gandhis bedeutet eine große Gefahr für die Bewegung ,da er seit dein Kongreß von Lahore wiederholt seine Bereitwilligkeit zunr Ausdruck brachte, mit den englischen Imperialisten ein Kompromiß abzuschliej« sen. Seine Worte, daß er immer zu einem „ehrenvollen Frieden" bereit sei. seine 11 Punkte, die ein Zurückgchen hinter die Kongreßforderungen bedeuten, sein Schreiben an den Bizekönig Loro Jrvin, in dem er erklärt, daß ein englischer Staatsmann schon gesagt habe, daß Dominionstatus und volle Unabhängigkeit dasselbe seien, beweisen dies klar. Gandhi weiß ganz genau, daß. eine Politik der Gewaltlosigkeit undurchführbar ist. Ties führt ihn, den Führer des Nationalkongresses dazu, diese Organisation als solche von der neuen Bewegung auchuschließen. da an ihr nur diejenigen teilnehmen könnten, die voll und ganz mit der Parole der Gewaltlosigkeit einverstanden seien. Inzwischen ist Ballabhai Patel, einer der Führer der Gandhi^Bewegung verhaftet worden. Gandhi selbst der sich auf einem Fußmarsch! nach dem Meer befindet, um dort Salz zu sieden, d. h., um das Salzmonopol zu brechen und so die Gesetze zu verletzen. wird wohl in den nächsten Tagen verhaftet werden. Gandhis Aktion erinnert an die tragische Gestalt Dvn Quichotes und dessen Kampf mit den Windmühlen. Tie Bewegung um Gaudhr wird zusammenbrechen. Wird dies das Ende der Bewegung überhaupt sein? * Was die Engländer besonders beunruhigt, ist der Rückgang des Einflusses der gandhistischen Parolen. Die Glückwunschadresse an den Bizekönig, der eben einem Bombenattentat entronnen war, und die in Wirklichkeit eine Abstimmung zwischen den Anhängern der Gewalt und der Gewaltlosigkeit war, wurde am Kongreß von Lahore mit nur 897 gegen 816 Stimmen angenommen. Parallel damit geht ein Neu-Aufleben der terroristischen Bewegung. Am Lahore-Kongreß kam es auch zu einer Spaltung. Die linken Nationalisten unter Führung von Subhas Chandra Bose, Srinivasa Jyengar und Kitchlew, die aus dem Arbeitsausschuß des Nationalkongresses ausgeschlossen sind (der nur aus absoluten Anhängern Gandhis besteht) haben sich zur „Demokratischen Partei" zusammengeschlo-ssen. Sie erklärten, daß sie wohl mit den Zielen des Kongresses einverstanden seien, jedoch dessen Taktik nicht in allen Fällen billigten. Sie haben ferner erkannt, daß ohne eine organisierte Massenbewegung der Arbeiter und Bauern die Erkämpfung der Unabhängigkeit unmöglich ist. Deshalb beteiligten sich die linken Nationalisten aktiv an der Gewerkschaftsbewegung und an der Organisation der Bauern. Subhas Chandra Bose, der am 23. Januar mit 11 andere» Mitgliedern des Nationalkongresses zu einem Jahr strengem Gefängnis wegen Aufruhr verurteilt wurde, richtete als er ins Gefängnis abgeführt wurde, folgende Worte an die Arbeiter: „Genossen. Wir stehen vor einer ernsten Krise. Die Wellen der Unterdrückung versuchen uns zu vernichten. Tie höchste Pflicht derjenigen, die an die Arbeiterbewegung glauben, oder mit ihr verbunden sind, ist cs daher, zu organisieren und sich zu festigen. Tie Sache der Arbeiter ist die Sache der Gerechtigkeit und Menschlichkeit und sie wird letzten Endes den Sieg über die imperialistische Unterdrückung davon tragen." Ter Einfluß oer Arbeiterbewegung aus die politische Lage Indiens ist verhältnismäßig groß. Dies rührt daher, weil wir in Indien nicht das organische Wachsen der Industrie gehabt haben, o. h. die Industrie hat sich nicht vom Handwerk über die Manufaktur zur Maschine entwickelt. Ter Ein- STRAHL & FALKE BLUMEN-AUSSTELLUNG BERLIN-W 66 s MAUERSTR. 79 FERNRUF: ZENTRUM 5023 u. 5024 BLUMENSPENDEN . TRAUERSPENDEN TAFELSCHMUCK INNENDEKORATIONEN IN KONSTLERISCHER AUSFÜHRUNG bruch der Engländer in die indische Wirtschaft hat die ganze Entwicklung jäh abgeschnitten, die blühende indische Manufaktur zerstört und tausende von Manufakturarbeitern aufs flache Land zurückgetrieben, wo sie das Elend der Bauern vermehrten. Wir haben daher in Indien das plötzliche Entstehen einer Großindustrie mit Tausenden von Arbeitern erlebt, die zum raschen Entstehen von Gewerkschaften und gewaltigen Wirtschastskämpsen führte. Tie Streiks der Hunoerttausende von Textilarbeitern in Bombay, der Streik von 200 000 Jute-Arbeitern in Bengalen, haben das ganze politische - und wirtschaftliche Leben Indiens erschüttert. Die trostlose Lage der indischen Textilindustrie, die sich infolge ihrer maschinellen Rückständigkeit und den riesigen Summen, die sie an die englischen Geschästsleiter zahlt, trotz der ungl aublich niederen Löhne gegenüber'der ausländischen Konkurrenz nicht halten kann, wird zu neuen Wirtschaftskämpfen führen. Die aktive Arbeiterbewegung hat schon zu einer weitgehenden Differenzierung innerhalb der Nnabhängigkeitsbeweanng geführt. Die Industriellen und Großlausleute, die befürchten, daß ein Sieg der Unabhängigkeitsbewegnng sich gegen ihre Interessen richten könnte, beginnen offen von der Kongrestbewegung abzurücken und fordern ein gemeinsames Vorgehen des englischen und indischen Kapitals m Indien. Eine ähnliche Bewegung zeichnet sich unter den Zamindars, den Großgrundbesitzern ab, die die Expropriierung durch die Bauern fürchten. Tie gemäßigten indischen Kreise, die aus den oben angeführteu Gründen eine Zusammenarbeit mit den englischen Imperialisten wünschen, sind angesichts der Haltung der Regierung Mac Donalds, die noch keinerlei definitive Reformvorschläge gemacht hat, in eine schwierige Lage versetzt, da dadurch die Unabhängigkeitsbewegung immer mehr an Boden gewinnt. Auf der 3. Jahresversammlung der indischen Jndustrie- und Handelskammer in Delhi am 14. Februar richtete daher G. T. Birla eine Warnung an die Regierung wegen der „glimmenden Unzufriedenheit" und der „ungewissen" politischen Atmosphäre, die durch! die wirtschaftliche Depression verursacht werde. Er wies auch auf das erschreckende Anwachsen oer indischen äußeren Sch-ulden hin. Tie britischen Investierungen in Indien betragen über eine Milliarde Pfund. Bei einem durchschnittlichen Erträgnis von 6"b bedeutet dies eine Abgabe von 60 Millionen Pfund. Tie jährlichen Ueberweisungen an den englischen Staat betragen ferner 30 Millionen Pfund. Bedenkt man dabei noch, was Indien an Pensionen für die englischen Beamte, an Schulden aus. den Kriegen Englands gegen Afghanistan, Tibet und aus der Eroberung Birmas, ustv. zu zahlen hat, so kann man die Lage Indiens begreifen. Im Jahwe 1910 betrugen die englischen Investierungen erst 365 Millionen. Tie letzten 20 Jahre haben daher eine gewaltige Steigerung der indischen Armut zur Folge gchäbt. Birla führte daher in seiner Rede aus, daß ,Hie Massen in die äußerste Armut gedrängt werden, sodaß sie die Steuern als eine unerträgliche Last empfinden, ihre Kaufkraft wächst nicht und unter der gegenwärtigen Ordnung der Dinge ist« eS unmöglich, ihre Lebenshaltung auch nur um das geringste zu heben. Selbst landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Hauptprodukte Indiens, werden in vermehrtem Maße ei »geführt. Um der Lage abzuhelfen fordert Birla die Zusammenarbeit zwischen England und Indien, d. h. eine gemeinsame Ausbeutung der hungernden und sterbenden Massen Indiens. Tie Radikalisierung der Arbeiter wirkt sich auch, aus dem stachen Lande aus. Bei Wirtschaftskrisen und Streiks fluten die Arbeiter wieder in die Dörfer zurück und bringen neue Ideen mit sich und revolutionieren das Dorf. Aus allen Teilen Indiens wird die Bildung von Bauernverbänden gemeldet. Ter Nationalköngreß beschäftigt sich auchaktiv mit der Organisierung der Bauern. Jawäharlal Nehru, der neue Kougreßpräsident hielt in Rai Barett vor Tausenden von Bauern eine Rede. Und die Kisans (Bauern) an erboten sich, 10 000 Freiwillige zu stellen. In einzelnen Gebieten ist der Steuerstreik schon ausgebrochen. So in Multan (Pundschab), Decca und Bandbila. In Bandbila wird der Streik schon monatelang geführt. Tie Regierung versuchte dort die Bewegung zu brechen, indem sie mohammedanische Geistliche in das Distrikt schickte, um so die Einheit zwischen den Hindus und den Mohammedanern zu brechen. Tie Gemeinsamkeit oer Interessen machte jedoch auch dieses Manöver erfolglos. Auch in anderen Orten ist es zu einem spontanen Zusammengehen oer Hindus und Mohammedaner gekommen wie sich ja auch> der Hindumohammedanische Gegensatz auf wirtschaftliche Ursachen zurücksützren läßt (z. B. sind im Punjab die ärmeren Bauern meistens Mohammedaner, die Wucherer Hindus) soweit nicht englische Provokation dahinter zu suchen ist. Ein weiterer Faktor oer zur Revotutionierung Indiens beiträgt, ist, daß zahlreiche arme Intellektuelle, denen der Weg zu Regierungsstellen versperrt ist, als schlecht bezahlte Angestellte in kaufmännischen Betrieben arbeiten müssen. Aber auch die Arbeitslosigkeit ist unter ihnen sehr groß. Ter Att-Jndischc Jugendköngreß, der im Dezember in Lahore tagte und Tausende von Jugendlichen vereinigte, sprach sich daher mit aller Schärfe gegen jedes Kompromiß mit dem englischen Imperialismus aus. Im Herbst wird die von der englischen Arbeiterregierung organisierte „Rouno Table Conference" stattsinden. An ihr wird eine Anzahl indischer Führer teilnehmen, die früher innerhalb des Nationalkongresses mitarbeiteten und nunmehr vorziehen, mit den englischen Imperialisten zu einer Verständigung zu gelangen. Die meisten der Führer des Kongresses werden wahrscheinlich bis dann im Gefängnis sitzen und dies würde den Zusammenbruch der sogen. „Gandhibewegung" bedeuten, aber nicht das Ende der Bewegung. Kein Kompromiß mit dem englischen Imperialismus kann die Lebensbedngungen des indischen Volkes verbessern, kann den Landhunger der Bauernmassen stillen. Gegenwärtig streiken die Eisenbahner der „Great Indian Peninsular Railway": 125000 Mann. In Kalkutta streiken Tausende von Jute-Arbeitern. Weitere Streikbewegungen sind zu erwarten. Sir George Rainy entwickelte am 17. Dezember vor der Gesetzgebenden Versammlung das Eisenbähnbudget. Für den Bau von strategischen Eisenbahnen an der Nordwestgrenze (Afghanistan—Rußland) ist so viel ausgegeben worden, daß es unmöglich ich den Eisenbähnarbeitern Lohnerhöhungen zu gewähren. Es wird also zu großen Eisenbahn erst reiks kommen. Tie englische Regierung des Pazifisten Mac Donald hat schon offen erklärt, daß sie gewillt ist, jede nmstürzlerische Bewegung zu unterdrücken. Sie führt den Prozeß in Meerut gegen 32' indische Arbeiterführer auf die gleiche Weise weiter, wie er vor; der konservativen Regierung begonnen wurde, aber sie wird durch diese Mittel die Bewegung nichit niederzwingen können. Trotzdem für militärische Zwecke allein 50 Prozent der Einnahmen der englischen Regierung in Indien verwendet werden, denen 5 Prozent für Bildungszwecke gegenüberstehen, wird der englische Imperialismus von der herannahenden großen Bewegung, wenn mich vorläufig nur in Indien, doch zerschmettert werde». Korea unter japanischer Herrschaft von M o n g d o r i. Tie japanische» Imperialisten haben es sehr gut verstanden, unser Land von der übrigen Welt zu isolieren. In Europa weiß man daher über Korea und seine Menschen sehr wenig. Tie Gründung des koreanischen Reiches geht bis in das Jahr 2333 v. Chr. zurück. Das heutige Korea, das seine eigene Kultur enttvickelt hat, die sehr stark die japanische beeinflußte, umfaßt ein Gebiet von 220 704 Quadratkilometern mit einer Bevölkerung von 20 Millionen. Das koreanische Reich bewahrte seine Unabhängigkeit während 4000 Jahren, d. h. bis zum Einbruch der japanischen Imperialisten, die das Land unterjochten. Tie Annerion Koreas durch den japanisch«» Imperialismus. Während sich Korea im letzten Jahrhundert von den Europäern abschloß, hat Japan sich infolge seiner günstigen Lage als Jnselreich der europäischen Zivilisation erschlossen und sich vollständig modernisiert. Ta Japan sowohl im chinesisch-japanischen, wie auch im russisch-japanischen Kriege Sieger war, und keinen Gegner mehr in Ostasien hatte, annektierte es im Jahre 1910 Korea. Es bediente sich dabei der Methoden aller Imperialisten, die Japan neben der europäischen Zivilisation von den Mächten Europas übernommen hatte. Für die koreanischen Massen bedeutete diese Annexion blutige Unterdrückung, vollkommene Entrechtung, Sklaverei, grausame Ausbeutung, Vertreiben vom eigenen Boden, Hungersnot oder Heimatlosigkeit. Japanische Kolonialpolitik in Korea. Beim Untersuchen der japanischen Kolonialpolitik stößt man auf zwei scheinbar verschiedene Richtungen, die aber im Grunde genommen nur zwei Seiten ein und derselben Politik sind. Tie eine Richtung ist die sogenannte „Assimilatiouspolitik (in Wirklichkeit nur eine militärisch durch geführte Aus- 4 Tage gehören Dir Vom Karfreitag bis Ostennontag wird der Alltag mit seinem harten „Muß" aus seinen Rechten verdrängt. Man darf.mal wieder Mensch sein und nach seiner Ueberzeugung leben. Es gibt auch keinen Imperativ: „Rauchen verboten!" Es heißt vielmehr: „Kein Feiertag ohne Loeser & Wolfs-Zigarren, die auch die Gäste gem rauchen. Und jedem Mann ein Osterei mit L. & W. Zigarren!"