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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-04-09 · 15 (9.4.1930) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
15 (9.4.1930)
Date
1930-04-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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allen Schichten der Gemeindemitglieder. Das Gegenteil hätten sie bewiesen durch Einrichtung der Gottesdienste an werkfreien Tagen und der zweiten Freitagabendgottesdienste. Er hebt die traurigen Folgen hervor, die der Artikel der Jüdischen Zeitung in der „Tribüne" gezeitigt habe. Frau Ollendorff vom Vorstande geht gleichfalls auf den Artikel ein und hebt die Leistungen des angegriffenen Wohlfahrtsamtes auf allen Gebieten der Fürsorge hervor. — Alsdann werden die einzelnen Etatstitel mit geringen Abweichungen nach dem Vorschläge des Haushaltsausschusses angenommen. Ihr Abschluß ergibt die Summe von RM. 1 115 287,—. Zur Deckung des Zuschußsolls werden 14 v/v Stenern bewilligt. — Nach fünfstündiger Sitzungsdauer wird die weitere Erledigung der Tagesordnung auf den nächsten Donnerstag vertagt. Dresden. (Die Differenzen der Jüdischen Volkspar l e i.) Das Interesse, sich in starkem Besuch kundgebend, konzentrierte sich auf die Auseinandersetzung in der Angelegenheit der Niederlegung ihrer Aemter von nach und nach 4 Vertretern dieser Partei im Gemeinderat. Wie gleich richtig vermutet wurde und jetzt aus dem einleitenden sehr langen Referat des Bovsitzenden hervorging, handelt es sich bei den bedauerlichen Differenzen um etwas rein Internes: die verschiedene T a k t r i in der Behandlung der angestrebten Wahlrechtsreform (nämlich für Ausländer). Die vier Gcmeindevertreter, sagte De. Schornstein, hätten versagt, seit 8 Jahren sei nicht der geringste Fortschritt zu verzeichnen; nicht Verhandeln mit den Liberalen, nur eine „befreiende Tat" (?), also Gewalt (!), wünsche die Wählerschaft und könne einen Erfolg bringen. Wesentlich kürzer legte Dr. Levh als der Hauptangegriffene in seiner Erwiderung dar, daß keinerlei sachliche Differenzen in der Wahlrechtssrage ihn und seine Freunde von den Mitgliedern der J.V.P. trennen, daß er aber in dieser grundsätzlich wichtigen, weit über Dresden hinausgreifenden Sache sich nur dann einen Erfolg verspreck^e, wenn er wie bisher in engster F ü h l u n g n a h in c mit her gesamten zionistischen Partei für Deutschland handeln könne. Dem hätte sich aber Dr. Schornstein, der seit Jahren eine Kluft zwischen Ostjuden — er selber ist Ausländer — und deutschen Zionisten zu schaffen, anstrebe, widersetzt, auch habe er im Zusammenhänge hiermit schriftliche derartig ehrenrührige Aeußernngen gegen ihn und seine Freunde getan, daß ihnen lediglich wegen dieser persönlich agressiven Kampfes weise gar nichts anderes übrig geblieben wäre, als auf eine weitere Vertretung der so geleiteten Partei im Gemeinderata zu verzichten. Gegen 5 Stimmen bei zahlreichen Stimmenthaltungen wurde schließlich die Politik der Parteileitung in einem Vertrauensvotum gebilligt und der bisherige Vorsitzende wiedergewählt. Die weitere Umwicklung der Sache selbst wird sehr wesentlich von der Haltung ber Liberalen abhängen. Vielleicht läßt schon die nächste Gemeinderatssitzung, in der zunächst die Stellen der leider endgültig Ausge schiedcnen neu zu besetzen sind, Näheres hierüber erkennen. Haigerloch. (Lehrerwechsel.) Im Alter von 86 Jahren ist ver zweite Beamte der Gemeinde, Lehrer Hermann Adler, in flcit Ruhestand getreten. 25 Jahre har er die ihm. übertragenen Interessen am hiesigen Orte mit Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit vertreten und auch vertretungsweise das Amt des Predigers und ersten Kantors versehen. Znm Nachfolger wurde ein Absolvent der Ber liner Kultusbeamtenschule bestellt. Harburg/E. (Aus der Gemeinde.) Tie Gemeinde hat, wohl als erste in der Provinz Hannover, ihren Geistlichen in die staatl. Ruhegehaltskasse eingckanfr und damit dessen Pensionsansprüche sichergestellt. — In der Gemeinde-Versammlung vom 30. März standen das Jugend- und Frauenwahlrecht zur Beratung. Ersteres tvurde mit Mehrheitsbeschluß genehmigt, letzteres verfiel der Ablehnung, obzwar die Repräsentanz dasselbe eingebracht halte. Es steht zu 'hoffen, daß das Frauenwahlrecht in Kürze doch zur Einführung gelangt. — Bei den Wahlen wurden Herr Iwan Hahn durch Accli marion, Herr Theodor Daltrop mit Mehrheit wiedergewählt; elfterer in den Vorstand, letzterer in die Repräsentanz. Für ein ausscheidendes Mitglied der Repräsentanz tritt neu Herr Rechtsanwalt Rosenschein, Vorsitzender des Jüdischen Jugendbundes und 2. Vorsitzender des C.-V-, in aie Repräsentantenversammlung ein. Es verlautet jedoch, daß gegen dessen Wahl Einspruch erhoben werden soll. Hildesheim. (Jubiläum.) Am l. April beging Herr Lehrer Stern sein 25 jähriges Ortsjubiläum. Anläßlich dieses Tages fand in der Aula der jüdischen Volksschule eine Feier statt. Der Schüler- „die ] vkden ja direkt Ufcre jumfettsfa* MtuutS w m chor sang, von Lehrer Tichauer am Harmonium begleitet. Eine Schülerin trug ein Gedicht vor. .Als Vorsitzender des Ellernbeirates dankte Herr Schürmann dem Jubilar für seine erfolgreiche Tätigkeit in der Schule und für sein Bestreben, zwischen Schule und Elternhaus eine harmonische Bindung zu schaffen. Herr Landrabbiner Dr. Lewinsky überbrachte als Leiter der Religionsschule sein« Wünsche. Er entwarf ein Lebensbild und wies auf sein segensreiches Wirken innnerhalb der Gemeinde hin. In der Eigenschaft als Schul- und Gemeindevorstand dankt« Herr Alex Rehfeld in schlichten aber »varmcn und herzlichen Worten für die Pflichttreue. Herr Studiosus Lewinsky sprach für die ältere Jugend pnd schilderte das Verständnis, das der Jubilar ihr in der Zeit der geistigen Krisis entgegenbrachte. Herr Lehrer Tichauer überreichte im Auftrag der Schüler ein Geschenk und knüpfte daran den Dank und die Freude der Kinder für ihren Lehrer. Mit einem Schülergesang fand die würdige Feier ihren Abschluß. Kassel. (Aus der G e m e i n d e s i tz u n g.) Im Mittelpunkt der letzten Sitzung der Gemeindeältesten stand das Referat des Rechtsan »valts Dr. Kugelmann, der sich noch mit der Berliner Tagung der preußischen Synagogen-Gemeinden befaßte. Im allgemeinen sei damals bedauert worden, daß 'die Leistungen dieser Großgemeinden gegenüber dem Landesverband recht beträchtliche seien, daß aber die Vorteile, die aus der Zugehörigkeit zum Landesverband zu erwarten seien, in erster Linie den mittleren und Kleingemeinden zugute kämen. Aus dieser Erkenntnis müßten die Großgemeinden trotz ihrer eigenen geringeren materiellen Vorteile die Bestrebungen des Landesverbandes unterstützen und nicht durch Bemängelung einzelner Mißstände sogar Austrittsgedanken laut werden lassen. Erörtert wurde auch die Art der Besteuerung der Gemeindemitglieder und die Heranziehung der Reichseinkommensteuer als Grundlage der Be- Besteuerung für unzureichend erklärt, vielmehr seien Bermögens- und Realsteuern ebenfalls zu berücksichtigen, weil sonst die Steuerlasten ungleich verteilt würden und dem Austritt aus den Gemeinden und äus dem Judentum Vorwand und Gelegenheit geboten sei. Schließlich müsse den Gemeinden, di« einem übergeordneten Provinzialverband, wie er in Kassel im Vorsteheramt der Israeliten gegeben sei, Beiträge zu entrichten hätten, der Abzug dieser Summen von den Landesverbands-Abgaben zugebilligt werden. — Das Kollegium nahm noch den Bericht des Gemeindeältesten A. Heinemann über die Leistungen der Zentralwohlfahrtsstelle entgegen; seitens der Stadt, deren Winterbeihilse einschließlich der von Leonhard Tietz überwiesenen 10 000 RM. im ganzen 14 000 RM. betrug, waren der jüdischen Wohlfahrtspflege 1000 Mk. überwiesen worden. Mehrere Anträge von Vereinen und Instituten um Unterstützung wurden erledigt bezw. an das Vorsteheramt der Israeliten mit der Empfehlung der Berück sichtigung weitergeleitet. Oberramstadt. (Todesfall.) Hier ist das langjährige Vorstandsmitglied der Gemeinde Gustav Mahr verstorben und unter starker Teilnahme jüdischer und nichtjübischer Kreise zu Grabe getragen worden. Bei der Gedächtnisfeier, die vor der Beisetzung in der Synagoge stattfand, hob Rabbiner Dr. Bienhcim von der Darin-- städter Hauptgemeinde di« vorbildlichen Charattereigenschrsten des Verblichenen hervor, der während der letzten zwanzig Jahre als erster Vorsteher der Gemeinde ausgezeichnete Dienste geleistet habe, der sein Leben von drei Worten bestimmen ließ: Pflichttreue, Güte und Frömmigkeit. Als besonderes Verdienst rühmte der Geistliche noch die vom Verstorbenen geförderte Einigkeit der Konfessionen, die ihm auch in allen Bürgerkreisen ein treues Gedenken über das Grab hinaus gesichert habe. Stettin. (Repr ä s e n t a n t e ns i tz u u g c n.) In ztvci aufeinandersolgenden Sitzungen im März stand die Beschlußfassung über den Haushaltsplan 1830/31 auf dec Tagesordnung. Aus den ein zelnen Positionen des Etats sei erwähnt, daß für das SchulweseU- Konto Mk. 1480,— auSgcsetzt sind, für „Gemeindliches Bildung--- wesen" (Bücherei, Borträge und Lehrkurse) Mk. 3120,—. Bei der Position „Gemeindliches Wohlfahrtswesen" wurden erstmalig Mk. 600,— für bevölkerungspolitische Zwecke eingesetzt, die Gesamtsumme für diesen Titel beträgt Mk. 31 370,—. Hierzu kommen Unterstützungssummen für hiesige und einige auswärtige wohltätige Anstalten und Vereine mit Mk. 11 530,—, so daß für das Wohlfahrt-? tvescn insgesamt Mk. 42 800,— ausgksetzt sind. Der Haushaltsplan schließt mit einer Gesamtsumme von Mk. 231017,52 und wurde nach ausführlicher Stellungnahme zu allen seinen Positionen von der Versammlung genehmigt. j»j Sprechsaal j*ii Für diese Rubrik übernimmt die Schristleitung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung Reform auf dem Friedhof Berlin-Weißensee, den 29. März« An die Redaktion der Jüdisch-liberalen Zeitung, Berlin. Sie waren so freundlich, kürzlich meine Zeilen „Reformen auf dem Friedhof" als Briefkastennotiz aufzunehmen. Gestatten Sie mir, heute einiges nachzuholen, was ich inzwischen weiter erfahren habe. Tie Schilder „Tas Betreten des Friedhofes ohne Kopfbedeckung ist nicht gestattet" sind verschwunden; wie ich höre, infolge Beschwerden. Es wird erzählt, daß Leute, die ohne Kopfbedeckungen den Friedhof besuchen wollten, in das Büro gewiesen wurden und dort schwarze Papiermützen erhielten. Ein Herr, dem der Portier den Eintritt verwchcte, war höchst erstaunt und zeigte den in der Hand getragenen Hut vor — der Portier mußte ihn passieren lassen. Tagegen sind neue Schilder angebracht. An der neuen Priestertreppe leuchtet ein Schild: „Eingang für Kohanim", und sobald man die Treppe hinter sich hat, erblickt man ein zweites: „Zu der Kohanimhalle". Ter neue Anbau ist noch immer rlicht fertig. Tie neuen großen Türen haben sich, weil aus zu schwachem Material, als unbrauchbar erwiesest, mußten dem Tischler zurückgegeben werden. Hoffentlich macht er sie jetzt besser. Ter Dachschlitz in dem Gang zu der Wartehalle hat den Beifall der religiösen Sachverständigen nicht erhalten: Auch die Seitenwände sollen jetzt eingeschlitzt werden! An der Außenwand der Halle - ebenso an dem hinteren Eingang an der Lichtenberger Straße - befinden sich jetzt große Tafeln, die den hebräischen Segensspruch beim Betretet! des Friedhofes aufweisen — sollen; die Inschrift ist aber so undeutlich, daß man den Besuchern nur empfehlen kann, ein Opernglas mitzunehmen. I. Scheffler. \.<_// Aus der Jli-Vervegimg Verantwortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugeudvereiae Ventschlaad, Vorsitzender: vr. Hugo -osimaua. Frankfurt a. EXaln Dresden Von Erich Vulkan, Jli-Breslau. Eine Woche nach Pfingsten werden sich diesmal die jüdisch-liberalen Jugendvereine Deutschlands in Dresden treffen. Noch ist uns die Magdeburger Führertagung des Jahres 1928 in Erinnerung, die für unsere Jli-Bewegung ein bedeutsames Ereignis wurde. Sicher, daß auch in Dresden neue Freundschaften entstehen und wertvolle Anregungen gegeben werden können. Die bevorstehende Trefsahrt, besonders der damit verbundene Delegiertentag, lassen es angebracht erscheinen, jetzt bereits mit der Erörterung wichtiger Fragen zu beginnen, um so die Aussprache in Dresden vorzubereiten. Deshalb ist zu wünschen, daß möglichst viele Freunde aus den einzelnen Jlis an dieser Stelle das Wort ergreifen. Wollen wir, daß Dresden wirklich ein Erfolg wird und unsere Jli-Bewegung wiederum ein gutes Stück vorwärts kommt, dann werden wir die Behandlung einer Frage völlig ausschalten müssen: die Stellungnahme -nr politischen Seite des Judentums. Tie Magdeburger Führertagung hat in vieler Hinsicht klärend gewirkt. Eindeutig sestgelegt ist d»" Ablehnung des Zionismus durch sämtliche Jlis, gleichfalls eindeutig festgelegt — durch Beschluß des „Arge"-Borstandes — unsere Haltung gegenüber der Jewish Agency. Es wäre müßig, diese Fraget», in Dresden nochmals aufzurollen. Wesentliche Dinge, die geeignet wären, unsere Ansicht zu ändern, sind bisher nicht festzustellen. Anderen Fragen müssen wir unsere Aufmerksamkeit znwenden. Es gilt nunmehr, an den Ausbau und die Ausbreitung unserer Bewegung in weit größerem Umfange, als dies bisher geschah, zu denken. Wir wissen, daß es Hunderte, ja Tausende junger Juden gibt, die uns gesinnungsmäßig nahestehen, bei denen es nur noch eines geringen Anstoßes bedarf, sie für uns zu gewinnen. Wir wissen jetzt aber auch, daß nicht immer und überall das ängstliche Rücksichtnehmen notwendig ist, das so oft zur Gründung neutraler Jugendbünde führt. Wir haben gesehen, daß in diesen in der Regel die liberale Jugend dominiert. „Neutralität" aber nimmt ihr die Möglichkeit, in entschiedener Weise für den Liberalismus zu wirken. Wo und bis zu welchen Grenzen Neutralität geboten erscheint und auch von uns als notwendig anerkannt wird, soll hier nicht erörtert werden. Fest steht jedenfalls die Tatsache, daß es zur Mobilisierung all dieser Kräfte für uns noch eine dankbare Aufgabe gibt. Und dann eine andere Frage, die wir unbedingt in dm Kreis unserer Betrachtungen einreihen müssen. Immer mehr und endlich hat sich heute die Ueberzeugung durchgesetzt, daß auch die hinter der Reformgemeinde stehende Bewegung nur ein Glied, und zwar ein völlig gleichberechtigtes und gleichwertiges Glied der großen „Jüdisch-religiöser Liberalismus" genannten Bewegung ist. Es wäre unsinnig, sich den raschen Aufstieg des reformierten Flügels im Liberalismus verschließen zu wollen. Man kann nur Freude empfindm, wenn man sieht, wie sehr sich die Reformbewegung um die Jugend bemüht und welche Erfolge sie damit erzielt. Gerade im Gefühl der uns alle verbindenden Gemeinsamkeit des Liberalismus müßten auch diejenigm unter uns, die vielleicht nicht ganz den Gedankmgängm der Reformbewegung zu folgen vermögen, die Entwicklung der „Reformjugend" aufs freudigste begrüßen. Meiner Ansicht nach wäre ausdrücklich zu wünschen, daß sich in Dresden das erste Mal auch zahlreiche organisierte Vertreter der Reformjugmd einfinden, damit wir von nun an gem e i n s am m i 1 i hn en unsere Beratungen führen könnten. Eine weitere Aufgabe wäre die Behandlung der Nachwuchs s r a g e. Es müßte in Dresden geprüft werden, inwieweit es wünschenswert und angebracht erscheint, auch die Jüngsten von einer bestimmten Altersgrenze an für uns zu gewinnen. Wenn es bisher auch jedem einzelnen Jli überlassen blieb und auch künftig überlassen bleiben muß, solche Gruppen zu schaffen, hier sollte einmal grundsätzlich erörtert werden, ob sich die Einbeziehung der Jüngsten mit der Auffassung des Liberalismus in Einklang bringen läßt. Wird dies bejaht — ich für mein Teil täte es —, dann wäre die Methode zu untersuchen, die uns für eine Erfassung der Jüngsten geeignet erscheint. I Schon diese wenigen Fragen haben angedeutet, in welcht Richtung sich diesmal die Aussprache zu bewegen hat. Hoffentlich wird sich durch die Ausführungen anderer Jlisreunde bald ein geschlossenes Bild der Punkte ergeben, die uns in Dresden beschäftigen sollen. Jedenfalls dürften wir uns in Dresden vor eine Fülle von Aufgaben gestellt sehen, deren Lösung ernsthaft versucht werden muß. Gründung einer )u^7ndgruppe der Gemeinschaft in Köln Tie rührig vorwärt.sstrebende Gemeinschaft zu Köln hat in diesen Tagen eine I ug end g r up pe ins Leben gerufen. Sie trat am Dienstag der vergangenen Woche im Hause des Kunstvereins zur konstituierenden Sitzung zusammen. Herr Tr. Siegfried Braun hielt den einleitenden Bortrag. Er gab, indem er Edmond Flegs Roman „Ein kleiner Prophet"' seiner Betrachtung zugrundelegte, ein Bild der Entwicklung des modernen jungen jüdischen Menschen und zeigte die mannigfachen Schwierigkeiten auf, die der um Religiöses Ringende zu überwinden habe. Wenn es gelinge, ihn das Judentum als eine der tiefsten und adeligsten Geistesschöpftmgcn erkennen zu lassen, dann sei die Möglichkeit gegeben, daß der Weg zu ihm gesunden werde. Nach einer angeregten Aussprache, in der das zuversichtliche Wort das skeptische überwog, erfolgte die formelle Gründung der Jugendgruppe. Harr Dr. Braun wird die Arbeiten zunächst gemeinsam mit Herrn Max Meyer leiten. Tie Jugendgruppe wird unmittelbar nach den Osterserien ihre Tätigkeit beginnen. T«en ersten Bortrag hat Herr Heinz Edgar Eliel übernommen Aus der Jli-Arbeil Breslau. (Jüdisch-liberaler Jugend verein „Abraham Geiger".) Der 12. März brachte unserer Hauptgruppe «inen Bortrag von Herrn Studienreferendar Dr. HerbertFischer: „Der Jude des Mittelalters und seine Umwelt". Durch die eindrucksvolle und klare Darstellungsart des Vortragenden erstand vor uns ein plastisches Bild des gesamten mittelalterlichen Lebens und der Bor-

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