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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-03-19 · 12 (19.3.1930) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
12 (19.3.1930)
Date
1930-03-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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-auchurg. (7 0. Geburtstag von Lidonie Werner.) B« 16. März dieses Jahres beging Frl. Sidonic Werner ihren. 70. Hetattötag und war Gegenstand großer Ehrungen. Frl. Sidonic Werner hat sich als Pionier der jüdisch-sozialen Frauenarbeit in Hamburg di.« größten Verdienste erworben. Sie begründete zusammen »1t Gustav Tuch den israelitischen humanitären Frauenverein und hat Mt bm Jahre 1908 dessen Leitung tritt«. Dank ihrer klugen und Mergtschen Art sowie ihrer Fähigkeit, die Frauen zur fürsorgerischen Mitarbeit in immer umfassenderer Weise heranzuziehen, hat sie durch de« Frauenverein großen Segen verbreitet. Besonderes Interesse nahm sie a» der Pflegestätt« und der Haushaltungsschule in Segeberg und «t de« hiesigen Mädchenheim. Wenn auch ihr jüdisches Herz ihr die Hauptrichtung ihres Wirkens wies, so hat sie sich nicht ausschließlich im Dienste jüdischer Wohlfahrtspflege betätigt. Bei Kriegs- »usdruch stellte sie sich der allgemeinen Wohlfahrtsarbeit zur Verstignvg. Im Stadtbund der Hamburger Frauenvereine beneidet sie das Amt der 2. Vorsitzenden. Frl. Werner bekennt sich zum religiösliberale» Judentum und gehört der .Hamburger Ortsgruppe unseres Verbandes seit vielen Jahren an. An ihrem Geburtstag, der von dem Fraucnvcrcin festlich begangen wurde, kamen die große Verehrung und Hochschätzung zuni A»sdruck, die Frl. Werner nicht nur im jüdischen Kreise, sondern dariiber hinaus in Hamburg genießt. Herr Senator Neumann überdrachbe die Glückwünsche des Senats und überreichte eine kostbare Blumenspende. Die Gemeinde, der Fraurnverein und die vielen Institutionen, in denen Frl. Werner führend tätig ist, übcrbrachten di« Wünsche durch die Herren Rabbiner Dr. Italiener, David Frisch «tami, Alfred Lisser sowie Frau Katzenstctit und Frau Bauer und viel« andere. Frl. Werner dankte allen bewegten Herzens. Wir wünschen der Jubilarin, daß es ihr noch recht lange vergönnt sein möge, ihre segensreiche Wirksamkeit wie bisher zu entfallen. Leipzig. (T ajiutg d e v j ä dt ii s ch cn R a b li i n e r v e v -- einigung.) Am 9. März tagte die Bereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen zu Leipzig. Die Sitzung wurde in Vertretung des verhinderten Professor Dr. Winter-Dresden durch Dr. Goldmann Ieipziig geleitet. Zunächst beschäftigte man sich mit den Trau u«g«n von Ausländern, welche in Deutschland ansässig sind, in der Tschechoslowakei. Die vielfach erfolgten Anfechtungen solcher Ehen und die Frage ihrer Gültigkeit führten zu einer ausgedehnten Diskussion, als deren Ergebnis die Rabbincrvereimgung folgende Veröffentlichung beschlossen hat: „Aus Grund verschickener Vorkommnisse richtet die Vereinigung der Rabbiner i« Freistaat Sachsen an alle Verlobten nichtdeutscher Staatsange Hörigkeit die dringende Mahnung, sich sofort nach der Verlobung wege» der gesetzlichen Trauung mit dem zuständigen Rabbiner in Verbindung zu setzen." Sodann wurde die Frage der B«a m t eneigen s ch a f t und der lebenslänglichen Anstellung der Rabbiner behandelt. Rach den vorliegenden Rcchtsgutachten besteht für den Freistaat Sachsen kein Zweifel an der Beamteneigenschaft der Rabbiner. Da sich zur Zeit für keinen sächsischen .Kollegen praktische Konsequenzen aus diesen Feststellungen ergeben, unterbleibt ein Beschluß. Bei der Besprechung des passiven Wahlrechts der Gemeindebeamten wurde es als ein unhaltbarer Zustand geschildert, daß noch in der heutigen Zeit den jüdischen Gemeindebeamten das passive Wahlrecht vorenthalten wird. Cs soll im Einvernehmen mit dem Lehrerverbande und mit den Derwattungsbcamten vorgegangen werden. Daß bei der Gewährung des passiven Wahlrechts auf die Befreiung von der Kultusstcuer verzichtet wird, ist selbstverständlich. Schließlich wird der Stand der Sch acht angelegen heit (in Sachsen schwebt ein Antrag auf ein Schächtverbot) besprochen und die für die Behandlung der Frage zu beachtenden Richtlinien und die zu leistenden Aufgaben werden festgestellt. An den scheidenden Kollegen Dr. Gärtner- Zwickau richtet der Versammlungsleiter im Namen aller Kollegen herzliche Abschicdsworte und dankt ihm für seine treue und gewissenhafte Arbeitsleistung, die er dem sächsischen Rabbinerverbande gewidmet hat. Die liberalen Kollegen vcrsamntelten sich am Nachmittag.noch einmal, um zur Frage des neuen Einheeitsgebetbuches Stellung zu nehmen. Nach einer längeren Besprechung der Vorzüge und der Mängel des vorgeschlagenen Gebetbuches tvurde folgender Beschluß angenommen: „Die Unterzeichneten liberalen Rabbiner Sachsens übermitteln, dem sächsisch-israelitischen Gcmeindeverband die Anregung, allen Verbandsgemeinden mit liberalem Gottesdienst zu empfehlen, daß sie auf der Grundlage des neuen preußischen Einl^citsgebetbuches ein solches für die Gemeinden in Sachsen schaffen lassen. Die anwesenden liberalen Rabbiner erklären sich bereit, mit Vertretern der Verbandsgcmeinden daran milzuarbeiten. * Das Jli-Programm * »erlitt. Aellerengruppi: llmgelegt auf Donnerstag, den 20. März 1930, um 8.15 Uhr, bei Werner van der Zyl, Brückeaallee 5, bei Marcuse. Um 19. »ärz. Ui «Ne» Monist, Luistnplatz 3 : Die Ans» »es ewigen Brüden. Donnerst«-, den 29. SU»;, »ei Rennt« Base», Kvesebeckstraße «3. Thema: Re«»r«Ntzt. Thema: «tttmoch, I : Zmäg:! Hermsdorf. Sonntag, de« 23. März: Grnppe 1: Moses. Gruppe 3: Unsterblichkeit der Seele. Pankow-vsteu. Dienstag, de« 25. Mär;, im Heim Monbijvuplast 10. Thema: Die Propheten. straße 79-80, Judentums. R.-A. .Heinrich Stern: Grundlagen des lideraten ' Südende. Sonnadend, 22. März, 14.30 Uhr, bei Peter Fleischer. Südenbe, Potsdamer Straße 17. Thema: Rvah. Oftrrfahrt nach Mecklenburg wird geplant. Anmeldungen und Anfragen an Hilde Deutschland innerhalb von längstens 8 Tagen, da Anmeldungen für die Jugendherbergen gemacht werden müsten. Brerian. Hauptgruppe: Mittwoch, den 26. März, 20.30 Uhr, Religionsschule II, Anger 8: Ausspracheabend: „Unser Religionsunterrichts einleitendes Referat von Herrn Religionslrhrer Wolfs Daoidfohn. Jüngeren-Gruppe: Donnerstag, den 20. Marz, 16.30 Uhr, Restaurant Schaal, Tauentzienstraße 12: Vortrag von Karlheinz Peifer: „Technik der Zukunft". Frankfurt «. M. Dienstag, den 25. März, 20.45 Uhr, Heimabend. Westen-- synagvg«. Vortrag von Herrn Dr. Edingen „Wir und die Krise der Demokratie". Samstag, de« 29. März, 20.30 Uhr, Stistongssefr anläßlich unseres fünfjährigen Bestehens in den Elubriinmen «rch- Franksurt. Karten zu Mk. 2,— bei den Mitgliedern und an der Abendkasse. Dienstag, den 1. April, 20.45 Uhr. Westendsynagoge: Generalversammlvng. Jli-Jugeudgruppe Frankfurt a. M. 22. März 1930, 16 Ahr, bei Familie Goldschmidt, Sophienstraße 38. Referat: Silo Goldschmidt r Die Jugendfürsorge. Statt Karten Ihre Vermählung beehren sich anzu zeigen 3iabb. 2)r. ZDcivin Schönberger Ülse Schönberger rt-uchs Aachen Luxemburg Wilhelm A\enue ls 18. März 1930 Voller Freude geben wir die gl'dekliehe Geburt nmeres Sohne.>• bekannt. ERICH MEINRATH und Frau ELFRIEDE METNRA TH-NORDEN Hannover, 17. Mürz I9d<). Lönsstr. 2 1—2 junge Mädchen, die sich studienhalb ii Dresden aulhalte», linden gut< Pension (nicht rituell) bei feiugebild. Dame. ( Flüge vorhanden.) H. Seligmann« Bergstr. 58 p Wir erlauben uns. unsere Mitglieder zur ordentl. Mitgliederversammlung in Berlin.Honntag. 30. 3.1930, vorm. 11 ITlir im Botel Kaiweriiof. einzuladen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1929 2. Rechnungsbericht und Entlastung 3. Wahlen 4. Verschiedenes lm Anschluß an die Jahresversammlung wird Herr Dr. Ernst Feder über Politik nnd Humanität sprechen. Hilfsverein der Deutschen Juden: Der geschäftsführende Ausschuß. Dr. James Simon UDeralesiniasooellDrdeiizuBerlin Eine moderne Hagada für die Sederabende bearbeitet von Hermann Palkenberg Preis broschiert M. 0.60, in Leinen gebunden mit GoldprägungM. 1.50. Bei größerem Bezug Rabatt. Bestellungen und Zahlungen an Moses Ootftffaldl( Berlin NO 55 Heinrich Rollers». 24 Tel.: Königstadt 1814 Postscheck Berlin 26553 /jB 'fttlmm das naturreine Cocos - Speisefett derHelfer f rar# Nur echt mit dem Namenszug Voranzeige! Aus Anlaß der am 30. März 1930 stattfindenden Tagung des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden veranstaltet der Liberale Verein ifir die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. am 29. März 1930 im großen Saal des Hotel Kaiserhof (Untergrundbahnhof Kaiserhof) einen Gesellschaftsabend mit Kabarettvorträgen und Tanx Erste Künstler haben ihre Mitwirkung zugesagt Alles Nähere aus dem Inserat in der nächsten Nummer Beginn 20.30 Uhr Eintrittspreis im Vorverkauf UM. 3.50, an der Abendkasse RM. 4.— Vorverkauf im Büro des Liberalen Vereins, SW 11, Hallesche Str. 1 (Telefon: F5 Bergmann 3358—59) ^Wohnungsmarkt|| miimiiiiiimimiiitiitmtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii nuuiiiiiimiiiiiiiiiimiiiüuimiuimiiiiitinimi Möbl. Zimmer am U-Bahnhof Wilhelmplatz, an berufstätigen Herrn WUMA« Anfragen an Wilhelm 213 lllllllllllIlllIIIIIIHIIIIHIIIIIIfimillllllHIIIIlllllll Eli leeres «s. »HUB«. Zimmer an .Ehepaar, mit Küchenbenutzung, zum 1. April ZU vermieten. Warmwasser, Bad, elektr. Licht vorhanden. 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Brnno Woyda, Berlin SA. 29. — Für den lJivseratentett: Ludwig Herrmann, Berlin-Friedenau. — Druck: Hermann Wegner 8c Co., Berlin-Mariendorf. ^91154 53545908

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