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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-02-19 · 8 (19.2.1930) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
8 (19.2.1930)
Date
1930-02-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Jtf ttlgs&ttg. (Hauptversammlung der Ortsgruppe der Liberalen Vereinigung.) In der Hauptversammlung der Liberalen Bereinigung des Judentums, Ortsgruppe Königsberg, am 4. d. Mts. sprach Justizrat Dr. Lichtenstein über das Thema „Kompromiß oder Wahl?". Am 6. April d. Js., so führte er aus, sei bestimmungsgemäß die Hälfte der Repräsentanten neu zu wählen. > Bon den Ausschcidenben ständen 6 auf unserem Standpunkt. Aber nicht allein darauf komme es an, sondern die Frage laute: „Was frommt der ganzen Gemeinde?"' Seiner Ansicht nach hätten daher bei einer Besprechung, in der ein Kompromiß angeregt sei, die liberalen Wortführer einem solchen Vorschläge sich mit Recht widersctzt. Nachdem viele Jahre eine wirkliche Wahl, bei der die Meinung der Gemeindcmitglieder hätte klar zum AuÄruck kommen können, nicht stattgesunden habe, sei man nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, eine Wahl vorzunehmen. Kompromisse hätten überhaupt nur in Ausnahmefällen bei dringenden äußeren Umständen ihre Berechtigung. Auch di,e wirtschaftliche Lage, die man zur Begründung des Kompromißvorschlags ins Feld geführt habe, könne nicht maßgebend sein. Dieser in der Tat auf allen lastende Druck darf nie dazu führen, daß tvir unsaller kulturellen und ideellen Bestrebungen enthalten. Außerdem sollte die wirtschaftliche Lage gerade aus Gewährleistung einer vcr nünftigen Finanzgebahrung drängen, die leider oft »ermißt t!»crdcn muß. Auch die von einer uns nahestehenden Persönlichkeit gestellte Forderung, auf ein Kompromiß einzugehen, falls die liberalen In teressen in angemessener Weise berücksichtigt werden, kann uns dieses Zusammengehen nicht schmackhafter machen. Der in religiöser und politischer Beziehung unmöglich zusammengeschwcißte Block wird uns niemals Konzessionen machen und auch nach dem Kompromiß» wie das bisher fast stets geschehen ist, unsere Anregungen niederstimmen. Nach außen aber tragen wir dann in.finanzieller und kultureller Hinsicht, weil wir den oft unerträglichen Zustand durch Eingehen des Kompromisses gutgeheißen haben, die Verantwortung. Diese Verantwortung aber können und wollen wir nur tragen bei freier Wahl. Wir dürfen den Wählern, insonderheit der Jugend und den Frauen, die noch niemals ihren Willen zur Geltung bringen konnten, nicht zumute», daß durch Konservierung der alten Zusammensetzung das Leben in der Gemeinde erstarrt. Wir werden bei der Wahl unser Programm vorlcgen und zeigen, wo die Trcnnungslinic zwi schen uns und den Zionisten einerseits und zwischen uns und den Orthodoxen andererseits läuft. Wir werden mit geistigen Waffen kämpfen und — wie wir das nie anders getan haben - den Andersgesinnten nicht persönlich angreifcn. In diesem einen Punkt hoffen lvir uns mit den anderen Parteien einig, aber entscheiden Sie sich in Ihrer Mehrheit gegen das Kompromiß für die Wahl. Nach längerer lebhafter Aussprache nahm dann die Versammlung folgenden Antrag an: „Die Versammlung ersucht den Vorstand, Verhandlungen wegen eines Kompromisses abzulehnen." Dem Vortrag war der von Dr. Holz erstattete Jahresbericht vorangegangen, der auch die Versammlung in Abwesenh.'it des sich auf der Breslauer Tagung befindlichen ersten Vorsitzenden I. Fabian leitete. Dr. Holz gedachte der dahingeschicdcnen Mitglieder Striemer, Herzfcld und Salomon Winter mit ehrenden Worten. Er erwähnte ferner, daß der verdienstvolle frühere Gemeinderabbiner Dr. Vogebstein-Breslau im Januar seinen 60. Geburtstag begangen habe, und daß der Redner des heutigen Abends, unser Führer Dr. Lichtenstein, am 15. Februar sein 70. Lebensjahr vollende. Bei Erwähnung des Vortrags von Dr. Grumach: „Warum Jüdisch Liberal?" zerstörte er eine Legende, die sich nach dessen Ausführungen gebildet hat. Tr. Grumach habe nicht gesagt, daß alle von den Liberalen vor 10 Jahren gestellten Fordexungen erfüllt seien, sondern daß sie heute als fast selbstverständlich gelten, womit er nur habe betonen ivollen, daß ein gesunder Fortschritt sich trotzdem Bahn breche. Frau Borkon erstattete den Kassenbericht und bat um größere Opferwilligkeit. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammen setzung wiedergcwählt. € Stellenmarkt In Berlin und im Reich ist regsamen > Gelegenheit zu gutem Nebenverdienst geboten. Keine Versicherung. Näheres unter 8. 312 a. d. Expedit, ds. Bl IIS* unterhält wirtschafts-politischen Dienst und fertigt Berichte über alle Gebiete der Börse, des Handels und der Industrie an. Anfragen erbeten unter B. 15 Vielseitig gebildeter junger Herr sucht Gedankenaustausch mit geistig regsamer junger Dame. Spätere Heirat bzvv. Einheirat nicht unerwünscht. Gegenseitige Diskretion selbstverständl. Gefl. Bildanschriften unt. A. E. 73 a. d. Exp. ds. Bl. 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Dr. Fritz Lamm Liberale Gemeindearbeit von Rechtsanwalt Heinrich Stern Zehn Jahre Jüdische Volkspartei von Ben-Jacob Die Religiöse Mittelpartei von Fabius Schach Konservatives Judentum von Moritz A. Loeb Grundsätzliches zur Gemeindearbeit der Poale Zion von Georg Salomon Die Austritte aus Gemeinde und Judentum von James Silberstetn Der Jüdische Friedensbund von Dr. Alfred Nossig Krankheiten der Juden von San.-Rat Dr. Scherbel-Lissa Syttagogäle Musik von Dr. Fritz Scherbel Die Schule der Jüdischen Jugend von Rabbiner Dr. Joachim Prinz II. Teil Organisationen nnd Vereine III. Teil Berliner Gemeinde - Verwaltungen und Einrichtungen IV. Teil Die Jüdischen Gemeinden in Deutschland Abbildungen auf Chamois-Matt-Kunstdruck 1. Porträts: Prof. Dr. Moritz Türk, Louis Marshall, Prof. Dr. Heinrich Loews, Minna Schwarz, Oscar Wassermann 2. Bronzebüste Albert Einstein von K. H Isenstein 3. Zwei Räume aus der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde 4. Bilder aus Palästina 5. Bilder vom jüdischen Tnrnen und Sport Das Jüdische Jahrbuch kostet bei vorzügl. Ausstattung auf Chamois-Papier in Halbleinen geb. nur M. 4.80 Verlag Jüdisches Jahrbuch Berlin 8 42, Lnisennfer 34, Postscheckk. Berlin 80032 «erlog: «erriniguug für da» liberal« Judentum e. Berlin SW. 11. - «erautwortlicher Redakteur-. Dipl.-Ing. Bruno Wo-da. Vertu, SW. 8«. - Druck: henuanu Weqner & Bo., »trlin-Mariendorf. 9246 ^838 2256657890446264185663529^57^5814993942^00226480952823995618 26999999999999999999999991115 48480201010201000002010100020202012300010002010202

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