Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 7 (12.2.1930)
- Date
- 1930-02-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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die Schule dem Schulrat des Philantropins konzessioniert sei. Tie Bildung eines Volksschulrats durch die Gemeinde würde Verwaltung durch die Gemeinde bedeuten und die bisher private Schule in eine öffentliche verwandeln. Auch die Bestellung eines Rektors fei abgelehnt worden. Tie Uebernahmc der Schule auf die Gemeinde habe die Kommission abgelehut, einmal wegen des finanziellen Risikos, und ferner wegen der alsdann notwendigen Bildung einer Schulkommission, womit die Schule in den Parteikampf 'hineingezogen wurde. Tie Frage der Aenderung der Schulordnung habe die Kommission nicht für sehr wichtig gehalten. Ohne Zustimmung des Provirizialschulkollegiums sei sie auch nicht möglich. Tiefes aber werde vermutlich Bedingungen stellen dergestalt, daß Gemeindevertretung und - Verwaltung in den wichtigsten Punkten nichts mehr zu sagen haben würden. Insgesamt sei die Kommission daher zu dem Ergebnis gekommen, den: Vorstand nur darin beizustimmen, daß eine Vergemeindung des Philantropins nicht stattfindcn solle. Im übrigen seien die Beschlüsse des Vorstandes abgelehnt. Tie finanzieile Frage sollte in der Etatberatung erledigt werden. In der Diskussion über den Bericht Dr. Geigers sprach Herr Fromm als die ctiiftimmtgc Meinung der konservativen Fraktion ans, das? die Schule in einem Geiste erhalten werden müsse, der cs allen Kreisen der Gemeinde, also auch den konservativen, ermögliche, von ihr Gebrauch zu machen. Konfessionelle Schulen seien notwendig. Tie Erhaltung von Schulen sei wichtiger als von Synagogen. Mit der heutigen Führung der Schule sei die konservative Fraktion nach wie vor nicht einverstanden. Sie stimme für den Fortbestand des gesamten Schutwerks. Es müßten Opfer gebracht werden. Ter 'Sprecher der Volkspartei, Dr. Simon, erklärte, seine Fraktion sei mit den: Ergebriis nicht zufrieden. Tas Philanthropin müsse aus die Gemeinde übernommen werdeit. Bestünde das Schulwcrk nicht, so hätte es geschaffen werden müssen. Für die liberale Fraktion sprach Tr. Galliner. Er wies den Konservativen gegenüber darauf hin, daß die Schule, wenn sie den Wünschen der Konservativen zufolge alleii Parteien gerecht werden solle, es doch auch den Liberalen fein mäste. Er würdigte im übrigen kritisch die Gründe des Vorstandes und machte darauf aufmerksam, daß die Behauptungen, der Oberbau sei historisch nicht begründet, heute iri einer Zeit, in der sämtliche Schulen den Ausbau durchführen, Fein Argument darstelle. Tie öffentlichen Schnkeil hätten nun einmal den Charakter christlicher Simultanschulen, in denen jüdische Studienräte keine Stelle finden. Gewiß sei die Gemeinde wichtiger als die Schute: aber die Gemeinde ohne Schule sei nicht mehr die Gemeinde. Für die liberale Fraktion sprach weiter Tr. Franz Wolf, der das Ergebnis der Aussprache dahin zusammenfaßte, daß eigentlich nicht mehr der Beschluß des Vorstandes, sondern der von der Volkspartei erneut gestellte Antrag auf Bergemeindung der Schule zur Debatte siehe. Hierzu sei 'zu sagen: Niemand könne von seiner politischen Einstellung abstrahieren. Eine Vergemeindung der Schule bedeute ihre Politisierung. Tie Verwaltung der Gemeinde sei überdies ungeeignet, eine Schule zu verwalten. Sie sei auch nicht in der Lage, wie die anderen öffentlich-rechtlichen Korporationen eine besondere Schulverwaltung ins Leben zu rufen. Mjt dem Beschluß, die Schule zu erhalten, fei das Problem der finanziellen Entlastung der Gemeinde nicht verschwunden. Für die Lösung des Problems sei aus der Vergemeindung aber nicht das geringste zu gewinnen. Tie Gemeinde könne dem Schulrat eher zumute», mit einem begrenzten Etat auszukommen., wenn sie nicht die Schule selbst im Besitz habe. Nachdem ferner noch einige Vertreter der beiden anderen Fraktionen gesprochen hatten, ohne neue Argumente zu bringen, ergriff Tr. Baerwald für die abwesenden Finanzresereuten des Vorstandes das Wort. Er stellte noch einmal in Kürze den Standpunkt des Vorstandes dar, so wie er eingangs dieses Berichtes skizziert worden ist. Bei der Erhaltung der Schule sei die Gemeinde völlig auf sich selbst an-» gewiesen. Tie beantragte städtische Subvention sei wiederholt abgelehut worden. Sie sei zur Zeit bei der eigenen Wirtschaftslage der Stadt und der politischen Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung ausgeschlossen. Mehr als 300000 RM. könne der Vorstand der Schule nicht zur Verfügung stelleiu Auch bei dieser herabgeminderten Summe sei es noch fraglich, ob man ohne Steuererhöhung auskomme. Tie Schule sei aber ein lebender Körper, der täglich neue unvorhergesehene Anforderungen stelle. Wie bedenklich eine Steuererhöhung sei, brauche er der Versammlung nicht zu sagen. Schon jetzt lägen viele Beschwerden vor. Demgegenüber wies Tr. Merzbach darauf hin, die Schulverwaltung habe den ernstlichen Willen, die Unkosten herabzudrücken. Im Augenblick schaffe der Vorschlag des Vorstandes keine wirkliche ins Gewicht fallende Entlastung. In seinem Schlußwort unterstrich auch Tr. Geiger nochmals, daß die Beseitigung des Oberbaues sich finanziell erst in drei Jahren auswirken werde. Gegenüber dem von Herrn Fromm betonten Primat der Schule erklärte er, diesmal als Fraktionsführer, daß eine solche Forderung gerade aus dem Munde des Führers der konservativen Fraktion doch recht merkwürdig sei. In der Beschlußfassung wurde alsdann in Uebereinstimmung mit dem Vorstand die Uebernahme der Schule auf die Gemeinde abgelehnt. Im übrigen wurden die Beschlüsse des Vorstandes, die Zuschüsse für Obersekunda, Mauenschnle und Kindergarten zu streich«: sowie die Volkse schule nur^ unter gewissen Bedingungen (eigener Volksschulrat und selbständige Leitung durch einen Rektor) zu subventionieren, verworfen. Tas Ergebnis ist also, daß die Schule wie bisher weiterbesteht. lieber Einsparungen muß beim Etat gesprochen werden. Jüdische Statistik von Frankfurt a. ITC. Tie Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main veröffentlicht allein von sämtlichen jüdischen Gemeinden Deutsch-, lauds eine Bevölkerungsstatistik. Es verlohnt sich, sie einer besonderen Betrachtung zu unterwerfen. Daß diese Statistik noch keineswegs einwandfrei ist, darf nicht verschwiegen werden. Wenn beispielsweise die angegebene Geburtenzahl im Monat März 15 Personen beträgt, hingegen die Reihenfolge dieser Geburten als 1., 2. usw. Kind die Zahl 16 ausmacht, ergibt das jährliche Endergebnis Unstimmigkeiten, die in einer Statistik, auch wenn es eine jüdische Gemeindestatistik nicht Vorkommen dürfen. Auch wird die Jahresberechnung außerordentlich erschwert, wenn es z. B. für den Juli des Jahres 1929 heißt, daß 14 Kinder von jüdischen und 7 von religiös gemischten Partnern zur Welt gekommen und Versammlungskalender Berlin. Gemeindeabend der Liberalen Synagoge Norden und des Bezirks Norden des liberalen Vereins, Dienstag, den 18. Februar, abevds 8 Uhr pünktlich, im Saale Schönhauser Allee 162» parterre. Tagesordnung: „Was gehl in der Gemeinde vor?" Referenten: Dr. Kurt Fleischer: Wohlsahrtswesen, Dr. Ludwig Tietz: Jugendarbeit der Gemeinde. Vorher Konzert unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors Manfred Lewandowsti und des verstärkten Synagogenchors. Gäste willkommen. Dortmund. 17. Februar, 28.86 Uhr, im Gemeindehaus: 3. Diskussionsabend über Judentum und Christentum. Referent: Rabbiner Dr. Wilhelm. Thema: Die Auffassung vom Jenseits im Judentum und Christentum. Mannheim. Dienstag, 18. Februar 1930, abends 29.30 (8.30) Uhr, Vereinslokal Liederkranz E. 5. 4. Vortrag George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Bereinigung für das liberale Judentum e. B.: „Die Breslauer Tagung. Verlauf und Ergebnisse." : *! Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden (Schönhauser Allee 162). Freitag, 14. Februar, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Dr. Andorn. Sonnabend, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Berlin-Osten. Liberale Synagoge Osten (Aula Kaistrstraße 29-30). Freitag, 14. Februar, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Dr. Swarsenfky. «erlin-Westend. Liberale Synagoge Westend (Aula Leistikowstraße 7, nahe Reichskanzlerplatz). Freitag, 14. Februar, abends 7 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbinatskandidat Boos. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdork (Crcilienfchule, Nikolsburger Platz). Freitag, 14. Februar, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Prof. Dr. Wölbe. > Berlin. Jüdische Reform-Gemeinde. Gottesdienste am Sonntag, den 16. Februar. Johannisstratz« 16: vormittags 10.30 Uhr; Predigt: Dr. Lehmann. Kleiststraße 10: vormittags 10.30 Uhr; Predigt: Dr. Jelski. unter dieser: 21 Kindern 2 uneheliche gewesen feien. Welcher: Partnern sollen diese unehelichen Nachkommen zngerechnet werden- Nehme man als Vorbild die hervorragenden tabellarischen Uebersichten betreffend den Zivilstand der Stadt Frankfurt, und man wird gut fahren. Tie folgenden Zahlen werden also ein wenig von denen, die von der Stadt später publiziert Werder:, abweichen, gleichwohl liefern sie eine gute Uebersicht über die jüdische Bevölkerungsbewegung der Frankfurter Jude::, was das Ziel dieses Aufsatzes sein soll. Ter Geburtenrückgang der Frankfurter Juden, um gleich das wichtigste vorwegzunehmen, nimmt ungeheure Dimensionen an. Im Jahre 1927 zählte man aus jüdischen Ehen 326, 1928 338, und im vergangenen Jahr 1929 nur noch 222 Geburten. Aus 1000 Juden entfallen also nur noch ca. 7 Geburten, ohne Berücksichtigung der 29 Kinder aus Mischehern Legen wir die 251 .Ander unserer Berechnung zugrunde, ergibt sich, daß die Erstgeborenen mit 157 Köpfen 50 Prozent betragen. Tas durchgeführteste Einkindsystem, das man sich« denken kann. 222 Kinder entsprossen den rein jüdischen Ehen, 398 Juden wurden zu Grabe getragen. Was sind die Folgen? Tie 105 Austritte aus und die 7 Wiedereintritte in die Gemeirüre sind nicht sehr bedeutungsvoll für die jüdische Bevölkerung, hingegen wesentlicher für die Gemeindeverwaltung, insbesondere, wenn die 98 Ausgetretenen kräftige Steuerzahler waren. Sehr interessant und einzigartig in Deutschland sind die Zahlen über die Binnenwanderung oder, wie man es für eine Stadt zu nmnen pflegt, die Zu- und Wegzüge. Breslau bringt zwar auch (sonst keine Stadt) eine konfessionelle Statistik der Wandernden, doch« keineswegs in dieser so ausführlichen Art. Leider Hab«: wir erstmalig eine solche Aufstellung mit Scheidung der Ledigen und Verheirateten nebst Zahl ihrer Familienangehörigen vor uns, so daß keine Veraleichsmöglichkeit besteht. Das Bild möge an Hand einer Tabelle gezeigt werden: Zuzug von auswärts: ledig verh. (Familienmitgl.) Jahr männl. weibl. männl. weibl. 1929 782 501 92 98 zusammen 1283 190 insgesamt 1473 Wegzug nach auswärts: ledig verh. (Familienmitgl.) Jahr männl. weibl. männl. weibl. 1929 808 464 138 123 zusammen 1272 261 insgesamt 1533 Hiernach zogen 1473 Juden nach Frankfurt zu und 1533 von Frankfurt fort. Tie Herkunft und das Ziel erfahren wir nicht, was sehr bedauerlich ist und künftig der Statistik eingefügl werden sollte. Daß die Ledigen das Hauptkontingent bilden, hängt vor allem mit der Wohnungsknappheit zusammen, die in Frankfurt ebenso wie im übrigen Deutschland vorhanden ist. Ob das Jahr 1929 mit seiner negativen jüdischen Wanderungsbilanz eine Ausnahmeerscheinung darstellt oder nicht, kann aus Mangel an Vergleichsmaterial nicht weiter auSgesührt werden. Eine Altersgliederung, vor allem des ledigen Zutvandernden und Fortziehenoen wäre sehr wertvoll und Mule Lei einem etwaigen Ausbau der Statistik ins Auge gefaßt werden. Was die Eheschließungen anbelangt, so wurden im Jahre 1929 236 Ehen, geschlossen, an denen Juden als Ehepartner beteiligt waren. Im Jahre 1928 betrug die Zahl 262 und 1927 221. STOIbWERO^ f 'billig. tDohlSchmackend nahrhaft. In diesen Zahlen sind also auch die Mischehen enthalten. Tie Entwicklung ist unregelmäßig, übt aber keinen weiteret: Einfluß auf die Kinderzahl aus, weil ja bekanntlich Mittel und Wege überall bekannt sind, die Natalität von der Nuptialität unabhängig zu machen. Ueber Mischehen und me Vorgänge, die übergangen oder nur angedeutet wurden, wird berichtet, wenn amtliches Material vorliegt. Herbert Philippsthal. Für diese Rubrik übernimmt die Schriitleitung lediglich die pretzgesetzliche Verantwortung Wohin der Zionismus führt Tie Berliner Zionistische Vereinigung hat in der vorigen Woche unter dem Gesamttitel „Tas jüdische Kind" eine Sone dernummer der Berliner jüdischen Zeitung heransgegeheu. Ter Inhalt der hier veröffentlichten Artikel verdient - auch bei all denen, die die zionistischen Gedankengänge ablehe neu, stärkste Beachtung. Zeigt er doch, welche Gefahren ander zionistischen Theorie den Kindern der deutschen Juden erwachset: können. Von besonderem Interesse scheint mir ein Artikel poy Herrn Tr. Georg Lnbinski über „Die zionistisch« Jugend-» bewegung". Hier heißt es: „Keine zionistische Jugendbewegung, bester noch: keine ziv> n i st i s ch e Jugend kann leben o h u e P a l ä st i n ö.J ' 06 erwachsene Zionisten ohne Palästina, ohne selbst nach Palästina zu gehen, als Zionisten hier leben können, kann schon zweifelhaft sein; junge Menschen können cs keineswegs, sie werden oder bleiben einfach keine Zionisten. Aktive junge Menschen köyney nämlich nicht wohlwollende Unterstützung leisten, sie können rittt selber versuchen, den Sinn der Bewegung zu vollziehen. . Sie können nicht für andere sein, sie können nur selber tun. Das hängt mit ihrem Jungsein zusammen." So erfreulich die Konsequenz ist, die aus diesen Worten spricht, so deutlich werden auch die Gefahren, die die zionistische Jügerldbekotgung für unsere Kreise in sich birgt. Was hier gefordert wird — und zwar im Einklang! mit der.Gesamttendenz der betreffenden Zeitungsnummer — ist die Entwurzelung aus dem deutschen Volke und die Vertont!- zelung in Palästina. Wenn hier in den letzten Wochen di« Frage aufgeworfen wurde, ob in einem Nationalstaats voll« staatsbürgerliche Rechte auch denen eingeräumt werden können, die sich, bewußt nicht zur Staatsnation bekennen, so ist hier ein neuer Beweis für die Notwendigkeit einer ntzglstsvchk Beantwortung dieser Fragte gegeben. Wie sollte eine Bewegung für ihre Anhänger nicht selbstverständlich Rückwirkungen hinsichtlich ihrer Stellung im deutschen Volke Habs» müsse, wenn sie die Erziehung der Jugend nicht zu Gliedern des deutschen Volkes, sondern zur Lösung aus diesem erstrebt? A. Cohn, Berlin, i t.r! Sprechsaal :: * « Jüdisches Sammelunwesen Tie Sammeltätigkeit für die verschiedensten jMschsn Zwecke nimmt in letzter Zeit Umfang und Formen an, daß dem Einzelnen die Möglichkeit einer genauen Orientierenvöllig unmöglich gemacht wird. Zu welchen Mitteln dabei gegriffen wird, mag das folgende Inserat beleuchten, das ich in der Ausgabe des Berliner Tageblattes vom Sonntag, den 2. Februar a. c. sah. Es lautet: „Jüdische Organisation sucht Persönlichkeit, die Entree in besserer Kreisen besitzt. Betr. müßte auf Grund gesellschaftl. Stellung und entsprich. Fähigkeiten geeignet sein, für Organisation, deren Tätigkeit bei jed. sozial enipfindenden Juden Resonanz finden dürfte, größere Beiträge u. Stiftungssummen zu erlangen. Antwort unter.... " Es ist mir unbekannt, um welche Organisation es sich bei diesem Inserat handelt. Ich befürchte, daß ber derartigen Inseraten allen Organisationen, die auf Spendeneingänge angewiesen sind, Schaden erwachsen wird. Hier wird nicht mehr die Güte des Erstrebten oder die Anfzeignng der finanzielle:: Notwendigkeit zum ausschlaggebenden Fallor gemacht, sondern auf Grund gesellschaftlicher Stellung und entsprechenden Fähigkeiten sollen größere Beiträge und Strstungssummen erlangt werden. In der letzte:: Zeit ist! mehrfach in auffallender Form an die Opferwilligkeit weiter jüdischer Kreise appelliert worden. Das geschieht nrcht auj Grund von Ausstälungen, aus denen zu ersehen ist, welche Mittel zur Erfüllung des erstrebten Zweckes benötigt werden und wie die Verwendung im Einzelnen gedacht ist, foiibern fast immer nur durch allgemeine Appelle itn dre Mildherzigkeit der Juden. Selbst Persönlichkeiten, dis den einzelnen geldfordernden Organisationen nahestehen, waren mitunter nicht in der Lage, anzugeben, für welch« Zweck« das Geld benötigt wurde. Eine Uebersicht über dasVechAtnis der Werbungskosten zu den benötigten oder erzielten Einnahmen wird fast nie gegebender Außenstehende macht sich! darüber oft sehr eigenartige Gedanken. Tie großen jüdischen Wohljahrtsorganisrt-.onen sollten mit dieser Art der Sammeltätigkeit grundsätzlich brechen und sollten daraus hinwirken, daß eine derartige Sammeltätigkeit im jüdischen Leben unmöglich wird. Den Schoden bei der jetzigen Art der Sammlung muß das Gesamtjudentum tragen. Max I. Brrr.