Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-01-30 · 5 (30.1.1930) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
5 (30.1.1930)
Date
1930-01-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2613366-2614053-2614058--3445-2621035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

dieser Berufung und dieser Pflicht zur Erhaltung des Judentums und seiner Träger entsteht das Gefühl der Schicksalsgemeinschaft, des Gem ei nfamkeitsgefühl s und der Berantwortting eines für den Anderen. Deshalb müssen auch alle Juden — besonders ulle liberalen Juden — ihre Kräfte einsetzen für die großen Kultur- und Aufbauarbeiten, die z. B. im Osten für die jüdischen Massen durch die „Ort"- Gesellschaft geleistet werden. Deshalb sind wir auch für die Mische Kolonisation in Palästina zu haben, bei der wir aber die nationaljüdische Einstellung mit aller Kraft um des Judentums willen bekämpfen, um der Uebereinstimmung willen zwischen jüdischer Lehre und Berufung und jüdischen Taten. W e nn wir liberalen Juden mit Recht die einseitige Festlegung der besten jüdischen Kräfte auf unerfüllbare irdische, Misch - palilisch e oder Parteiziele mit Energie bekämpfen, tun wir dies nicht zuletzt, um diese Kräfte frei zu machen für die ungleich schwereren Aufgaben im Dienste der wahrhaft jüdischen Ideen, um des wahren Wiederaufbaus willen, um nach der Einwirkung der alles umwälzenden Zeiten mit starkem jüdischen Optimismus ein lebendiges Judentum wiederaufzubauen. Wer Wiederaufbau w i l l, h at h i er mi t 5) a nd a n zu l e g cn, sonst wird er einst, wenn der schöne Traum vom Volk des kleinen Landes im Orient zerrinnt, vor einem Nichts stehen. Wir dürfen nicht in hoffnungslosem Pessimismus u:rd in einem assimilierten Nationalismus einen vergänglichen Ersatz suchen. Wir dürfen uns aber auch nicht in solchen Zeiten auf das Negative, auf das dlbschaffen beschränken. In einem Kampfe, der nur gegen und nicht in erster Reihe s ü r geführt wird, ist es schiver, aus dem Negativen herauszufinden. Selbst die neuen Formen, die gefurrden werde:: müssen, bürfen n i e aus der Verneinung, sondern immer wieder unmittelbar aus der Idee herausgeboren iverden. Immer wieder hat auch unsere Gemeinschaft die Pflicht, so verstehen wir unsere Auserwähltheit, dem Gewohnheitsmäßigen, zweckhaft Menschlichen gegenüber ans uralten naiven Quellen der Menschheitskindheit zu schöpfen und die Menschheit vorwärts zu mahnen und insbesondere in u n serer Zeit positive schöpferische Arbeit an der Weiterenlwicketung der Menschheit bewußt als Juden zu leisten. So entstehen die Forderungen, an deren Verwirklichung mitzuarbeiten, wir Jeden, aber auch Jeden aufrnfen, in seinem Kreise und seine m 5) a u s e die anheimelnde wahrhaft jüdische Atmosphäre zu schaffen und dafür zu sorgen, daß auch die Abseitsstehenden sich zu einer solchen Lebensführung hingezogen fühlen. Schaffen wir ferner lebendige, gegenwartsnahe Formen des Gottesdienstes und vor allem gewinnen wir die Jugend zuerst durch einen lebensvollen religiösen Unterricht, der gründliche Kenntnisse des Judentums und seiner Geschichte vermittelt und immer wieder den Kampf um die Idee als das Agens alles jüdischen Geschehens aufzeigt. Rabbiner Dr. Joseph Lehmann-Berlin, Prediger der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin., stellt eingangs die Frage: Was trennt uns und was eint uns? Was trennt uns und was eint uns als Juden? Was trennt uns und was eint uns als Liberale? Was trennt uns und was eint uns als Menschen? Was trennt uns und was eint uns als Juden? Wir hören oft, daß kein Dogma uns trenne und daß selbst die Verschiedenheit des religiösen Lebens die Ge fetzestreuen nicht hindere, am Vorabend des Versöhnungstages zum gemeinsamen Gebet mit der: Uebertretern des Ritualgesetzes aufzufordern aber wir dürfen uns doch nicht täuschen über die liefen Klüfte, die zwischen uns liegen in der Auffassung und Beobachtung von Lehre und Gesetz. --- Und doch gilt auch heute noch das Bild, das iu dem Thorawort der vorigen Woche vor unser Auge trat. Als Jakob in der Sterbestunde seine Söhne um sein Lager versammelte, da sah er mit der furchtbaren Wahrhaftigkeit des Todes ihre Verschiedenheit in Temperament, Charakter und Leben, aber der AZahrheitsblick des sterbenden Vaters führte sie zu sich selbst, zu dem Besten und Eigensten ihres Wesens zurück und auf seinen Ruf: „.Höret auf Israel, euren Vater' kan: die einmütige Antwort aus aller Herzen: ...Höre Israel der Awige ist unser Gott, der Einzig-Ewtge" mid tief bewegt antwortete der Patriarch: „Gepriesen sei sein Name, seine Herrlichkeit und sein Walten für immer und ewig/' Was trennt und eint uns als Liberale? Uns trennen gewisse Uesancen des praktischen, religiöse,: Lebens uns Zukunft: Tie Vergangenheit sehen im Lichte der Wahrheu, die Kern und Schale, Wahres und Falsches, Ewiges und Vergängliches voneinander scheide:. Die Gegenwart erleben im Lichte der Freiheit, die uns befreit von den Ketten falschverstandener Tradition, die das Eigenleben unserer Seele ge sährden. Die Zukunft gestalten im Lichte des Fortschrittes, der den Weg baut zum Lande nuferer Kinder. Und wenn sich bei dieser liberalen Einstellung in ehrlicher Auseinandersetzung auch Abweichungen ergeben, so hat Geltung das Himmelswort, das einst die Differenzen der S-chulmeinungen entschied mit dem Rufe: „Die Worte dieser und die Worte jener sind Worte des lebendigen Gottes." Was trennt uns und was eint uns als Menschen? Für uns sind die Verschiedenheiten der Religionen keine Mauern, sondern Brücken zum Eiland der Menschheit. Wir kennen als Juden keine alleinseligmachende Religion, keine alleinseligmachende Kirche. „Tie Frommen aller Völker haben, nach altjüdischem Satz, vollen Anteil an der Ewigkeit." Wir hören zwar in unseren Reihen heute oft das merkwürdige Wort vom „Jüdischen Menschen", ein Wori, den: ich nie einen Sinn abgewinnen konnte. Es erjchcutt nur wie ein nyrer „Golem"/ ein künstliches Gebilde, den: man ount ein Amulett Leben einzuhauchen sucht. Jude sein — hieß für die Propheten - den Weg such:".', zum Menschen nrrd zur Menschheit! Am Begriff des Armen und des Fremdlings ist ihnen der Begriff des Menscher: dern der Menschheit führt für sie der Weg jedes religiös-sittlichen Strebend. In diesem Universalismns des Judentum? liegt das Tiefste seines Wesens. Mit Recht sagt unser verehrter Führer Claude Mvntefiore: Israel ist nur zum Dienst auserwählt. Wir wünschen, daß, sowohl in der Lehre, als auch in seiner Gestaltung, das Judentum eine Religion werden soll, die für viele Völker vaßt. Das liberale Judentum soll die völlig religiöse .Heimat werden können für viele, die außerhalb des jüdischen Stammes stehen. Das Tor für neu Hinzukommende muß breit und frei geöffnet sein." — Das bedeutet keine Proselytenmacherei — deren bedurfte das Judendiel Aufmerksamkeit. tum umso weniger, als es auch den Frommen anderer Religionen die Ewigkeit nicht abspricht, wenn es auch alle, die kommen wollen, herzlich willkommen heißt -- aber es bedeutet die klare Zielsetzung, wenn das Judentum im Menschheitskreis auf seinem Radius das Zentrum nicht verfchlen will, uird dieses Zentrum ist und bleibt nicht eine nationale Sonderheit, sondern einzig — die Allheit der Menschheit! Apbbmer Dr. Hermann Vogelstein-Breslau schildert das Krisenhafte der Zeit. Wir leben in einer Zeit der Ilmwälzung auf allen Gebieten. Das Geistige inib Seelische scheint dem Menschen heute entschwunden zu sein; darum gilt es dem Leben wieder geistigen Inhalt zu geben. Wir müssen wieder wissen, daß der Gott unserer Väter nicht nur der Gott der Väter, sondern auch unser Gott ist, müssen wieder jvissen, daß das Judentum nicht eine Religion fern vom Leben, Tyrannin des Lebens ist. Judentum muß in unserm Leben wieder zur Religion werden, die den Einklang mit Gott erstrebt und mahnt, die Kluft zwischen den Idealen und der Wirklichkeit zu überbrücken. Es war ein Verhängnis, daß Liberalismus und Rationalismus sich zusammensanden und Hand in .Hand gingen. Als den Juden die Gleichberechtigung gewährt tvurde, stand auf der einen Seite das Judentum, auf der anderen die moderne Kultur; die Juden, an das Ghetto und das Unschöne gewöhnt, waren von der Kultur geblendet. .Heute ist dieser Zustand überwunden. Alles, lvas an den Grundfesten des Judentums gerüttelt hat, ist beseitigt. Freilich: die gesamte Umwälzung, die Umschichtung in wirtschaftlicher. und beruflicher Beziehung bedingt eine Veränderung der seelischen Einstellung, erfordert Selbstbesinnung, da wir zu großen Probleme:: anders stehen als frühere Zeiten. Das Judentum kann aber wieder Führer auch in dieser Zeit werde::, da es nicht in dogmatische Fesseln geschlagen ist, sondern durch Freiheit des Geistes sich auszeichnet. Wir wollen festhalten an dem, was das Judentum uns gibt und sind gewiß, daß das Bekenntnis zum Judentum Mitwirken wird an der Gestaltung einer besseren Zukunft. Als letzter Redner ergreift das Wort der Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Judentum George Goetz-Berlin. Von der dreifachen Ausgabe des liberalen Judentums in Deutschland will ich zu Ihnen sprechen. Deutschland liegt inmitte:: zwischen Ost und West, zwischen Ländern altjüdi scher Tradilion und Länden: radikalster Reform, und da dem liberalen Judentum die Forn: nichts Prinzipielles ist, so muß es i>: Deutschland den hier vorhandenen beide:: Gruppe:: gerecht werden. Es muß die Tradition fruchtbar machen und modernisieren für diejenigen, die mit ihr noch verbunden sind, wie es hier in Berlin vorbildlich die von unserem Freunde Falkenberg gegründeten „liberalen Synagogen" tun. Das ist die erste Aufgabe. Es muß aber auch neue Formen schassen für die Vielen, die auf keine Weise zur Tradition zurückznbringen sind und die doch bewußt Juden sind: diese zweite Aufgabe erfüllt die R es o rm g em ein-d e, die auch zu uns gehört: denn an welchem Tage und in welcher Sprache immer zun: Gotte des Judentums gebetet und vom Gotte des Judentums gepredigt wird: da ist Judentum, und nichts noch so Neues darf als „unjüdisch" bezeichnet werden, wenn es aus jüdischem Geiste heraus geschieht. Die dritte und wichtigste Ausgabe, die sowohl für die Traditionstreue:: als auch für die Traditionslosen zu erfüllen ist, ist gekennzeichnet durch die Forderung nach Lebensnahe der Religion.. Es geht nicht an, daß, wie kürzlich in Süddeutschland, ein jüdischer Landesverband als wichtigstes Ergebnis seiner letzter: Arbeitsperiobe verzeichnet, daß in der Tallisfrage eine Lösung gefunden worden ist, während die Welt eine Lösung der Friedensfrage, der Arbeitsfrage, der Ehefcage, der Justizsrage sucht! Wir wollen, daß das Judentum an. der Äsung der weltbewegenden Frager: wieder teilnimmt: nur dam: auch werden wir sowohl in der Welt jüdisch wirken, als auch die Besten der Unser:: wieder zurückgewinnen. Wir spotten wahrlich nicht über die Orthodoxer:: im Gegenteil, nach einem Wort des unvergeßlichen Prof. Türk würden wir für die Befriedigung aller orthodoxer: Bedürfnisse auch dann sorgen, wem: nur liberale Männer und Frauen in der Gemeindeverwaltung säßen. Aber wir bürten über dieser Toleranz nicht vergessen, daß die vor: uns erstrebte geistige Emanzipation des Inder:rums nur durch ein Liberales Judentum berbeigc führt werden kann. Diese Emanzipation ist keineswegs eine philiströse Angelegenheit, sie ist die geschichtliche religiöse Aufgabe des Judentums. Auch der Zionismus kann diese Aufgabe nicht loser:: er ist überhaupt nur dadurch zu erklären, daß :r:an die Emanzivation iu den Osttändern für unmöglich hielt, während sie iu Wirklichkeit nur, wie alle neuzeitliche:: Kultnrcrscheiuuirger:. einige Jahrzehnte später kan: als in: Westen» und gerade jetzr erleben, wir einen ungeheuren Emanzipations- Vorgang in Osteuropa. Emanzipation des Judentums in allen Heimatländern der Juden ist für uns das Gleiche wie die Verwirklichung des Judentums im Leber: der Menschheit, und Menschheirsreligiorr, Lebensreligion zu sein, ist unseres heiligen Judentums heilige 'Aufgabe. Kammergecrchtsral Wolff-Berlin. Präsident des Preußischer: Landesverbandes jüdischer Gemeiner:, spricht den Tank der Versammlung an die Redner und die Veranstalter aus. In seine::: Schlußwort bervm der Leiter der Versammlung, daß Ideen allein nicht genügen, um zum Ziel zu gelange::, daß hierzu auch die Energie der Propaganda ersorder lich sei. Er appelliert a:: die anwesenden Nicht:::itglieoer, sich der liberalen Gesamtorganisation anzuschließen und beendet damit die mit großem Beifall aufgenommene Kundgebung. Lily H. Montag» auf der Kanzel Mist Lilrr .H. Moutague hielt rm Rabrnen einer abendlichen. WcMsttnrde der jüdischen Resonngemeinde von der Kanzel des überfüllte:: Tempels in der Kleiststraße eine Ansprache über die Aufgabe der Jude:: in ihrer Gesamtheit. Sie betonte die Verantwortung des Einzelner: für das Ganze, entsprechend den: Gedanken der Brüderschaft, u:ü> deutete, den Sinn vergeistigter religiöser Auffassung als lvertvolle mit ivm Wnttfifhp». time Sehnsucht. Aünfjähriges Jubiläum der Londoner Liberalen Synagoge Im Londoner Savoy Hotel wurde am 18. Januar das fünfjährige Jubiläum der Grundsteinlegung der Londoner Liberalen Sy:uvgoge durch eine gesellschaftliche Veranstaltung gefeiert. Dr. Claude G. Montefiore, Präsident der Weltvereinigung für das liberale Judentum, hielt eine Rede, in der er ungefähr ausführte: Das Motto der Synagoge ist: „Diene dem Herrn mit Jubel!", u:tb es ist nur in der Ordnung, daß die Synagoge unmittelbar oder mitteler zu Freude — zu weltlicher Freude führt. Eines von den Ergebnissen der Synagoge ist, daß sie ihre Mitglieder, nicht zuletzt bei freudigen und festlichen Gelegenheiten, zusammenbringt. Heute am fünften Jahrestage tritt an uns eine Erinnerung heran, die nicht nur fünf, sondern 27 Jahre zurückreicht, nnd ich kann mir nicht Helsen, ich muß glauben, daß unsere Freundin Miß Moutague, von deren Hand der Schling gepflanzt ist, aus dem dieser ganze Baum erwuchs, stolz sein muß aus dieses Werk ihrer Hände. Obgleich die Synagoge erst seit fünf Jahren steht, ist sie so in unser Bewußtsein übergegangen, als hätte sie immer bestände::. Ich möchte all denen meinen Dank anssprechen, die an dem Bau beteiligt waren, in dem wir nun Woche für Woche unsere Gottesdienste abhalten. Wir hege:: besondere Gefüllte der Dankbarkeit für unseren von uns gegangenen lener:: Freund Bernhard Baron. Das Gebäude steht. Wie weit aber hat es seine Aufgabe erfüllt, mit welchem Grad von Sicherheit können wir sagen, daß wir es verdient haben? Wir können mit Befriedigung feststellen: Die Synagoge hat bis zu einem gewissen Maße ihre Aufgabe erfüllt. In den Unterrichtsräninei: sitzen viele junge Menschen, die durch den Unterricht und die Erziehung, die sie hier. erhalten, unschätzbare Gewinne davontragen. Sie sind unserem Glauben näher gebracht worden und das hat allein die Synagoge vollbracht. Wir habe:: ein würdiges Gebäude, aber ohne die Männer, Frauen und Ki:ü)er hat ein Gebäude keine Bede::1u::g. Die Synagoge steht für die Wahrheit des liberalen Judentums; als wir sie gebaut haben, haben wir die liberale Lehre ans die Probe ihrer Tauglichkeit gestellt. Wir haben gesagt, daß die Lehre :vahr ist, und es ist an uns, das auch zu beweisen; bewiese:: werden kann aber ihre Wahrheit nur durch die Art, wie wir die Synagoge gebrauchen. Wir, die Mitglieder der Synagoge, sind ihr Gewinn, und wir wünsche::, daß die Synagoge einer größeren Anzahl von^ Menschen geistiges und religiöses Heim werde. Sie soll unser Heim sein, cckier nicht unser End-Jdol. Sie soll uns T rost u:ü> Ermutigung geben, aber wir müssen weiterkommen und neuen Samen für die Entwicklung der Lehre streuen. Rabbi Tr. Israel I. Mattuck führte aus, die Zeit werde kommen, in der die Synagoge in St. John's Wood Road die liberale Hauptsynagoge Englauds sein wird. Sie ist nicht ohne Schwierigkeit oder ohne Gegnerschaft zustande gekommen. Aber sie hat bei aller Friedensliebe die Schwierigkeiten gut überstanden. Der Ban der Synagoge bat nicht nur der eigenen Gemeinde neue Kraft gegeben, sondern auch der jüdischen Gemeinschaft als Ganzem. Wir stehen zu allererst zu unserer Bewegung, aber wir stehe:: auch zur jüdischen .Allgemeinheit. Wir bekennen uns zur Toleranz und wir setzen uns ein für das Wohlergehen und die Stärke der jüdischen. Gemeinschaft als eines große:: Ganzen. * T Sprechsaal * Wk Mgfc Äubrtk übernimmt die Schrtstlettung lediglich bfc atfcfcUcb* BerantwartunQ- Einführung von Kantoren Eine Anregung von George Goes. Wenn die Gemeinde einen neuen Rabbiner gewählt hat, so wird er vom Vorstand feierlich in die Synagoge eingefichrt, Gesangseullagen des Karttors und des Chors geben dem Gottesdienst Festtagsgepragc, Ansprachen werden hinüber und herüber gehalten, und die Gemeindemitglieder sind vollzählig erschienen, um ihr neues geistliches Oberhaupt zu begrüßen. Dem Ehafan kommt die cnttoritative Stellung des Rabbiners nicht zu, er ist nicht geistliches Oberhaupt der Gemeinde, aber dafür ist er ihr Sch'liach Zibbur, ihr Mgesandter, den sie bestimmt hat, ihre Gebete vor Gott auszusprechen. Und wie überragend ist seine Steltung im Rahmen des jüdischen Gottesdienstes! Sicherlich ist es ihm, genau wie dem Rabbiner, ein Ereignis, ein „großer und erhabener Tag", wenn er zum ersten Mal jür die Gemeinde vor die Gemeinde tritt, — und auch für die Gemeinde ist diese Stunde von festlrcher Bedeutung. Deshalb ist es eine Unterlassung unb unverdient Zurücksetzung, daß der neue Vorbeter, als sei er schon jahrelang :m Amt, aus seinen: Ankleidezimmer aus seinen Platz und vom Platz an bas Betpult gehen muA anstatt daß. wie hiermit angeregt sei, der Rabbiner und ein Vorsteher rhu herein und hinaus führen, wobei melleicht auch Begrüßungsreden gehalten werden können. Ihrem eigener: Abgesandten sollte die Gemeinde diese Ehrung erweisen, denn sie ehrt damit nur sich; und unterläßt sic es, so zeigt sie eine geringe Meinung von diesem Amt ihres Abgesandten. Dem Kantorenverband erwächst hier .Zne Ausgabe, durch Forderung solcher feierlicher Einführung für richtige Einschätlurg res Verlkteramtes zu wirke::. Man sage, was man will, gegen Ehrenseieru — es gibt Anlässe, wo sie nicht unterlassen werden bürrcu. Verw:rkl:ckmrus der großen Friedensidee, die immer ein Ziel jüdisä>er Lebens-- und Weltanschauung gewesen ist. Tie Rede war umrahmt von Gebetworten des Rabbiners Dr. Lehmann. Ter musikalische Teil, Chöre, Solisten, Orgel usw. wurde durch Lütdscrönr Schallplatte: aus ernew. ~rey-Radio-Wi -dergaoeapparat vorgetragem Die widmet M:y M'?n:aa::e Redaktionelle Rotiz Die Kunst, drn Edrmcmn ans Haus zu feist in, ist durchaus nidjt so schwierig, wir mcnicte Jraueu nuihneu. Man nt ui, c» alv Hau;?- fvau und (ftattiu nur „ihm" den Ädend nu eigenen Heim angenehm zu gestatren. Äll» vor aNem nicht die tteineu^Note nnd Sorgen des Tai'.es vor Uvm auspacken. Behandeln sie „rbn", wenn er sich entschließt, auf Klub und Stammtisch zu verzichten »ni> Ihnen teil Abend zu :v:D:ncii. e!,er wie einen U.ven Gau. tonn man ermöglichst neu und behaglich macht, damit er sich '.ooblsübn.^ Ihren Gasten fetten Lie im Laufe des Abellds gewig eine kleine Erfrischung oder Lester-.", uov. Msbalb nicht „ihm"? Ein Gläschen Wein, eine S-chale irisches Löst, etwas Selbstgebaäenes gebe» dem ganzen Abend ein. festliches 'ttzeprstg-e. .liieuu1* Gebäck, das den Magen nicht durch schwerverdanliches Fetr belaste: nnd deshalb unbedenklich auch vor dem Säüasengebcn genossen werten kann, stellt mm: am besten mit dem echten P almi n her, weil dieserbewährte Kock-. Brat- und Backst-st völlig ’c.' von schädlichen Tt-ewauren :st.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.