Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 49 (4.12.1929)
- Date
- 1929-12-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der M-Bewegung verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmann, Frankfurt a. ZUaln Aus der Ai-Arbeit j * Breslau. (I ü d i s ch - l i b e r a le r Jugendvercin „A b r aham Geiger".) Es ist erfreulich, daß sich unser Jli durch die -ahlreichen in letzter Zeit erfolgten Angriffe auf daS liberale Judentum und viele seiner Führer in keiner Weise beirren läßt. S a ch liche Arbeit ist auch weiterhin unsere Antwort auf derartige Methoden. So ging denn Erich Vulkan in seinem in der Hauptgruppe am 13. November gehaltenen Referat „Der Abwehrlamps" davon aus, daß nur innere Geschlossenheit und Sachlichkeit in der innerjüdischen Auseinandersetzung die Gewähr für eine erfolgreiche Abwehrarbeit nach außen biete. Der Sinn der Abwehrarbcit sei der Kampf für Wahrheit, Gerechtigkeit und Sittlichkeit, die Haupt' forderuugen der Religion. Eben weil cS zugleich ein Kampf für Religion ist, müßten wir religiösen Judcil mit besonderem Eiser an der Beseitigung der Lügen und Vorurteile arbeiten. In seinen weiteren Ausführungen behandelte der Referent vor allein die Vorgänge der letzten Zeit. Er griff die wesentlichsten Borwürse der Antisemiten heraus und bewies ihre Haltlosigkeit durch eine klare Widerlegung. Abschließend betonte der Referent, daß es jedem, der über die Abwehrmmstichkeilen und daS Abwchrmaterial unterrichtet ist, eine Leichtigkeit sei, sie an.iscmitischen Behauptungen zu entkräften. In besonders h- 'wnazenoem Maße haben der C. V., aber auch nichtjüdische Orgn n.ionen eine sichere Grundlage für den Alv Wehrkampf geschahen. Auf dieser Grundlage gelte es, weiter zu arbeiten. Die anschließende Aussprache fußte im wesentlichen aus den im Referat angeschnittenen Fragen. In der Jüngeren Gruppe fand am 14. November ein geselliges Beisammensein statt. Während einer einfachen Bewirtung wickelte sich ein nettes Um er hat lungsprogramm ab, daS ausgefüllt war durch Darbietungen von Ruth .Honigbaum, Alfred Fabian, Fredi Afchkowitz (Klavier), Alice Cohn, Fredi Afchkowitz (Rezitationen). Am 21. November sprachen Alfred Fabian und Erich Vulkan (Hauptgruppe) über „Der Gemeinschaftsgedanke im Jli". Sie gingen aus von den Fragen der Religion und des Judentums, um danach auf den Sinn einer Mitarbeit des Jtis an der Verwirklichung des GemcinfchaftsgedankcnS einzugehen. E. Vulkan. Frankfurt a. M. (B o r t r a g s a b c n v.) Unsere Jli Vera» staltung vom ö. November stand unter dem Zeichen der bevorstehenden Wahlen. Herr Tr. Martin Marx, Syndikus des C. Vfür Hessen Nassau, sprach im Rahmen des Zyklus: „Unser Judentum und die Probleme der Gegemvart" über daS Thema: „Geld, Geist, Gctoalt" und stellte Betrachtungen über die Kampfestveifen der modernen Antisemiten an. Viele Umstände kommen den Nationalsozialisten bei ihrem Kanivsc gegen uns Juden zu Hilfe, Dinge, die sich zwangsläufig aus der pwitischen und wirtschasltichen Situation der Gegenwart ergeben. In weiten Kreisen des Volkes »nächst die Parkamentsseindlichkeit. Tie Ursache ist die Korruptionswissenschast, die iAmer weiter um sich greift; die Folgeerscheinung ist der Uebertritt großer Massen zu den Nationalsozialisten als der einzigen wirklich radikalen Oppositionspartei, die das ganze heutige Staatssystem ablchni. Dazu komm: noch, daß bisweilen auch Juden in derartige Korrnptionsfälle verwickelt sind, und cs ist klar, daß die Nationalsozialisten in ihrer Hetze reichlich Gebrauch davon machen. Tie Entwicklung der modernen Wirtschaft wirkt sich für die Nationalsozialisten ebenfalls günstig aus utto Zthrt weite Ülmit U n 5« fri ebener in ihre Reihen. Die Kluft zwischen dem Kapttal und dem Proletariat klafft immer weiter tmb wird verschärft durch das Absinken oeS Mittelstandes zum Proletariat. Tie Rational, fierungswelle aus Amerika trifft deu kleinen Gewerbetreibenden außerordentlich hart und begünstigt das Wciterwachsen ccr großen Waren- Häuser. , Mr alle diese Mißstände macht der Nanoinryoztaltst den ^uden veranttvortlich, indem er augibl, die Führung der Kaushau-.-kottzerne liege in indischen .Händen und, während bei*. Mitletständler um Ifinc Existenz komme, habe der Jude den Nutzen dieser Enttvicktung für sich. Solche Argumente wirken: die Massen der Abgebauten und Arbeitslosen strömen der nationalsozialistischen Partei zu. Daß gerade der jüdische Mittelstand am schwersten gegen sie kalaftrophalcn Verhältnisse ankämpsen muß, also die übenviegendc Mehrheit der deutschen Juden, bleibt der Masse unbekannt. Auch auf geistigem Gebiet ist die Lage für den Nationalsozialismus sehr günstig. In der modernen Literatur, in den meisten Bühnenwerken, überall tritt uns die Figur des Juden entgegen, bald als Karikatur, bald als Vertreter des bösen Prinzips, aus jeden Fall aber in tendenziöser Weise. „Der Kaufmann von Berlin" ist ein krasses Beispiel hierfür. Wie der Jude nun auch im Drama oder Roman gezeichnet sein «zag, es wirkt sich aus die Masse der Zu- Hörer ober Leser zumeist in antisemitischer Weise aus. All' diese Tinge bilden gut vorbereiteten Boden für die Hetz arbeil der Nationalsozialisten gegen die Indische Religion. Tie unglaublichsten Ritualmärchen werben verbreitet, unwahre Behauptungen gegen das Judentum erhöbet!. Angesichts dieses Vordringens antisemitischer Mentalität ist nicht verwunderlich, das; Rückwirlung-en aus Staatsbehörden, Justiz, Wissenschaft und Universität sich bemerkbar machen tonnen. Tie älteren Akademiker, Richter usw. setzen sich zwar häufig gegen die psychische Beeinflussung zur Wehr; aber der Nachwuchs auf ocn Uni versitäten steht stark unter antisemitischem Einfluß. Broschüren in großer Zahl sorgen unter den Studenten für immer neue Verhetzung Tie Universitäten sind dadurch meistens Hochburgen des Antisemitis-- muS geworden: aber auch in weiten Bevöttrrungsschichten, besonders in evangelischen Kreisen, haben diese falschen Anschauungen über das Judentum feste Wurzel gefaßt. Diesem großzügig ausgebauien Arbeitsplan der aniiiemitischcn Front müssen ivir Widerstand entgegensetzen können. Wir haben vor allem eilte mächtige Waffe dem entgegenzusetzen: Tic Wahr he't über uns Juden. Wir müssen dein ganzen Volke zeigen, daß wir es ehrlich mit unseren Mitbürgern meinen. Schulter an Schulter mit dem Nichtsuden wollen wir für die Gesundung des Staates und der Wirtschaft kämpfen, cingereiht in die Reihen der Republik. Noch nie wurde der Jude so angeseindet als in der Gegenwart, aber wenn tvir alte untere Pflicht erfüllen und am Staate Mitarbeiten, werden die Anschuldigungen in üch selbst zusatnmcnsallen. Flörsheimes. Magdeburg. (I ü o i s ch liberaler I u g e tt o b Ul! o ,,.H e i -• m a:".) Ter Jüdisch liberale Jttgendduuo „Heimat" veranstaltete am Tieuslag, deu 19. November 1929, einen literarischen Abend, an dem die Muglnd-er Hanna Schmulelvitz, Hans Meyer, Günter Eyck und als Gast Richard Kahn mitivirkten. Tie Leitung lag in den Händen des Let'.lgennnnten. Es tamen Tichtungen von Münch-- hausen, Hanpimann, Bröger, Ztveig, Tnchol-sky. Kästner u. a. zum I Vortrag. Ter starke Erfolg des Äb-ends wird eine Wiederhoirmg mit anderen Werken bedingen. Am Sonntag, Sett 24. November 1929, veranstaUeten wir ein gemütliches Beisannnenseitt. Nach Begrttßnngsivorten vvn Alfred Hadra saßen tote bei netter Plauderei zusammen. Außerdem schivangen wir »och nach den Klängen eines Grammophons das Tanzbein. Wir blieben bis zum Spätnachmittag gemütlich beisammen. Ein zahlreicher Besuch kennzeichnele beide Veranstaltungen. Ratibor. (Generalversammlung des I i i.) Vor einigen Tagen fand hier eine Generalversammlung des Jli statt, in der der Vorstand neu gewählt wurde. Vorher wurden die Jli Satzungen verlesen, an denen wir viel änderten. Einstimmig wurden Herr Dr. Weber zum 1. Vorsitzenden, zum 2. Vorsitzenden Fräulein Frankek gewühlt, daraus durch Zettelwahl Franz Pick zum 1. Schristsührcr und Kassierer, Herbert Neißer zum 2. Schriftführer und Peter Berliner zum Beisitzer. Zum Schluß betteten tvir noch über einen Vorschlag der hiesigen zionistischen Jugendgrappe, mit uns geuic in. - fam Ausspracheabende zu machen. Vor der Borstandswahl gab Gerth Fröhlich einen Bericht über unsere Tätigkeit im vergangenen Arbeitsjahre (September 1928 bis November 1929). An den Veranstaltungsabenden wurden religiöse, literarische, politische Fragen behandelt. Es waren Vorträge über das jüdische Gebet, über llmgestaliung des Freitagabend-Gattesdienslcs, über das Wesen des Liberalismus, über jüdische Organisationen und Zeitungen, über Moses Mendelssohn, über Benjamin Disraeli und über die deutsche Reichs Verfassung- und ihre Beziehung zu den Inden. Wir hatten zwei literarische Abende, eilte» apologetischen Abend und auch gesellige Veranstaltungen. Und schließlich hielten auch zwei auswärtige Redner, Herr Wolffsohn-Breslau und Max Guudersheiiw Berlin, Vorträge bei uns. In nicht allzulanger Zeit ist die Mitgliederzahl des Ratiborer Jlis von 12 auf 35 gestiegen. Dieser Erfolg ist vornehmlich der Arbeit Dr. Heymanns zu verdanken, der bisber der Vorsitzende des Jli war. T Das Ili-Programm SciHn. Jungführersitzung: Dienstag, 10. Dezember, 20 Uhr, bei Martin Glaß, Danziger Straße 94. Aelteren- und Führergruppc: Sonnabend, 7. Dezember, 20 Uhr, bei Liki Maimvn, Sybelstraße 43: Sozialismus. Steglitz. Sonnabend, 7. Dezember, 17.30 Hftr, bei Hilde Denttchiand, Heinrich-Seidelstraße 6. Pankow-Osten. Donnerstag, 4. Dezember, 20 Uhr: Kapitalismus. Sonntag, 8. Dezember, vormittags 10 Uhr, bei Martin Glaß, Danziger Str. 94: Probe. Breslan. Freitag, den 6. Dezember, 19.30 Uhr, in der Wochrntagssynae.oge, am Anger 8: Freitagabendspätandacht. Anschließ:nd: Gemeinsames Freitagabendefseu (um 20.30 Uhr im Restaurant Schank, TÄuentzienstraße 12). Näheres siehe Programm oder her Alfred Brrger, Augustastraße 67, Telephon: 37754. Hauptgru pe: Mittwoch, den 4. Dezember, 20.30 Uhr: Msfprache-Zyklris: Die augenblickliche Situation des deutschen Judentums; 3. Abend: „Unsere Stellung zur christlichen Religion". Einleitendes Referat Leitung: Alfred Fabian. Ort: Religivnsfchule II, Anger 8. Jüngeren-Kruppe: Donnerstag, den 5. Dezember, 16.39 Uhr, Restaurant Schaal, Taueichienstraße 12: „Warum sind wir im Jli?" Aussprache unter Leitung von Erich Vuikan (Hauptgruppe). Gemeinsame Veranstaltung beider Gruppen: Mittwoch, den 11. Dezember, 20.30 Uhr, Religionsfchule II, Anger 8, zweiter Eingang: Vortrag von Herrn Referendar Martin Brasch über „Die TteUunq der Religionsgesellschasten in der Weimarer Reichsverfassung". Frankfurt a. M. Sonntag, den 6. Dezember: Wanderung. Absahn und Ziel werden am Heimabend bekanntgegeben. Montag, den 9. Dezember, 20.30 Uhr, Sternstraße 11, bei Lion, Arbeitsgemeinschaft Dr. Gotischalk: „Religiöser Liberalismus". Dienstag,' den 10. Dezember, 20.45 Uhr, Westendsynagoge, Heimabend. Rabbiner Dr. GottsckaU und Frau Thea Woiss: „Pazifismus". Donnerstag, den 12. Dezember, Arbeitsgemeinschaft: „Freie Referate". Samstag, den 14. Dezember, 17 Uhr. ttittermaüninlagc 7, Dr. Hoffmann: „Faust". — Jugendgruppe: Samstag, den 7. Dezember, bei Dr. Edinger, Bockeuheimer Anlage 49, Arbeitsgemeinschaft. Kunstgeschichte. Leitung Frau Dr. Edinger. Magdeburg. Dienstag, den 10. Dezember 1929, abends 3.30 Ahr, spricht im Lereiuszimmer der Meudelssvhnloge die Vorsitzende des Frauenbundes der Mendelssohnloge, Frau Ottilie Haas, über: Die ersten Frauen in der Bibel. Jugendgruppc: Sonnabend, den 7. Dezember 1929, nachmittags 5 Uhr: Heimnachmittag. Thema wird im Wochenblatt bekanntgegeben. Ratibor. i Mittwoch, den 4. Dezember. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt i Dr. Weber über: „Der Religionsschatz im Strafgesetzbuch". Mittwoch, i den 18. Dezember, Vortrag des Herrn Aacnde!: „Mensch und Natur". Herzlichen Dank allen Freunden für die meiner Frau und mir zur Silberhochzeit und zu meinem (>0. Geburtstage erwiesene Liebe. Max Chodziesner J Grundverschieden zwar in Wesen und Erscheinung! Aber, was Jifmin betrifft, doch einer Meinung! Verein fSr Feuerbestattong «ffl Berlin von 1874. V. vernu. fcoMtenlone Feuerbestannnjj W äS. Lütr.o^iraße 44, Telephon:!.flt/-vw und Chitr>vtt«?Rbuf^, K?.ntr,fr. JVta vfr-'''s:ivfens»ra8e 7e!r^!>.-n: SieimZM/ I‘.3* Für unsere Volksschulen werden zum Beginn des Sommerhalbjahr. F-DOmehr. I Lehrer und fimreriiinen Besuch! S Die Besoldung erfolgt nach den staatl. [ Sätzen. Meldungen werden bis zum | 20. Dezember 1929 an den unterzeich- I neten Vorstand Berlin N 24, Orantenv burgerstr. 29, erbeten ► Vorstand der iiid. Gemeinde zu Berlin Atlantic - Theater - Lichtspiele Potsdamer Straße 31a Programm vom Freilag, den 6.-9. Dezemb. 1. Die Weibergeschichten des Captain Lash. 7 Akte. 2. Vagabundenüebchcn. 6 Akte. Programm vom Dienstag, 10.—12. Dezemb. 1. Drei Mädel und ihre Freier 2. Die Dame in schwarz. 6 Akte Beginn Wochentags 5, 7 u. 9^ bonntags 3, 5, 7 u. 91:> Palmin in allen feinen Küchen der Welf .... natürlich auch im Heimatland der Palmen. — Palmin: Jedem Jünger der Kochkunst als etwas vertrautf das durch nichts ersetzt werden kann. 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