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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-11-27 · 48 (27.11.1929) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
48 (27.11.1929)
Date
1929-11-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der Unruheherd ValWm Attentat auf Norman Ventwtch Jerusalem, 25. November. (I. T. A.) In ganz Palästina herrscht Ausregung über ein Attentat, das am Sonntag, deir 24. November, nachmittag aus den Chef des Justizdepartements der Palästina-Regierung, Oberstaatsanwalt Norman Bentwich, bekanntlich der einzige hohe jüdische Regierungsbeamte Palästinas, verübt worden ist. Als Bentwich am späten Nachmittag des Sonntags sein Büro verlief gab der jugendliche arabische Polizeidieuer Abdul Ghani Tabei, der aus Kebatya, einem Torfe in der Nähe von Jemn stammt und im Departement für Polizei- und Gefängniswesen als Bete angestellt ist, Schüsse auf ihn ab, eine Kugel tras Bentwich ins Bein und verletzte ihn schwer. Bentwich wurde in das Hospital gebracht. Ter Attentäter konnte an Ort und Stelle verhaftet werden. Tie Nachricht über das Attentat verbreitete sich blitzschnell über ganz Jerusalem und weckte allgemeine Empörung. Mehrere hohe Regierungsbeamie, unter ihnen der Eheffekretär Luke, besuchten sofort Bentwich im Hospital, sprachen ihm ihre Sympathie aus und gaben ihrer Entrüstung über das Attentat Ausdruck. Tie Untersuchung gegen den Attentäter undseine eventuellen Hintermänner führt der Polizeitommandant Mavrogordato persönlich. Man vermutet, das', der Attentäter Tabei im Austrage einer Terroristen-Organisation gehandelt hat. Ter Ueberfall erscheint sorgfältig vorbereitet, für die Ausführung des Attentats wurde der Sonntag-Nachmittag gewühlt, da zu die»er Stunde außer Bentwich leine anderen Regierungsöcanrten im Regierungsgebäude anwesend sind. Tr. Pasly, der im Austrage des Hadassah-Gesundheitswesens Bentwich im Regierungshospital besuchte, um ihm die Sympathie auszudrücken, hat auch die Schußwunde untersucht. Beim Verlassen des Hospitals teilte Tr. Afasly dem Jta-Vertreter mit, die Kugel sei in die Wadcumuskel eingedrungen und habe den Knochen nicht verletzt; sie wird durch eure Operariou leicht zu entfernen sein. Eine Gefahr für oas Leben Bentwichs besteht nicht, wenn nicht unerwarteter Weise sich eine Jmcltion entwickelt. Bekanntlich führt die arabische Presse eine ununterbro- | chcne Hetze gegen Bentwich, und die arabische Executive ,or-> dert unablässig dessen Entfernung aus dein Tienste, weil es angeblich für Araber nicht ertragbar sei, daß ein Jude den Posten des obersten Justizbeamten des Landes bekleidet. Die arabische Boykott-Propaganda Jerusalem, 2 0. November. (I. T. A.) Eine in Jerusalem abgehallene Konferenz von Vertretern arabischer Kanfleute ganz Palästinas hat den Beschluß gefaßt, den Boykott gegen die Palestiue Electric Eorporation (Rutherrberg-- Gesellschaft) die Athlit-Salzwerke, die Nesher-Zemeiitsabrik und die Streichholz-Fabrik „Nur" zu erklären uird arabische Zement- und Salzfabriten zu begründen. Tie Konferenz forderte die Regierung auf, eine Landwirtschaftsbank zu begründen und das Zehent-Steuersystem abzuschcrffen. Die Konferenzteilnehmer schworen, aii Juden keinen Boden zu verkaufen. In Jaffa wurden sieben arabische Boykott-Agitatoren verhaftet. Jerusalem, 24. November. (I. T. A.) Ein Polizist, der einen arabischen Boykottagitator in einem jüdischen Laden in der Altstadt, wo der Agitator von Arabern gekaufte Waren vernichtete, verhaften wollte, wurde von einer Boykotteure-Kolonne umzingelt und mißhandelt. Tie Rotte verschwand spurlos, bevor polizeiliche Verstärkung an Ort und Stelle eingetrosfen war. In Jaffa wurden acht Rädelsführer der Boykottpropaganda, unter ihnen Scheich Maizafer, der als einer der arabischen Anwälte die arabische'Executive vor der Untersuchungskommission vertritt, sowie der oberste Leiter des antijüdischeu Boykotts in Jaffa Mishab, verhaftet. Zum Protest gegen diese Verhaftungen hat ein großer Teil der arabischen Ladenbesitzer die Läden geschlossen. Tie gemäßigten Kreise der arabischen Executive setzen sich dafür ein, daß die Läden wieder geöffnet werden und versuchen, der Propaganda für einen arabischen Generalstreik in Jaffa entgegenzuwirken. Tie englische Beilage von „Felestin", dem Organ der arabischen Executive, enthält eine Preisaussetzung in Höhe von 25 Pfund für Informationen, die zur Verhaftung des Attentäters auf den jiddischen Arzt Tr. Ticho führen/ Die Zeitung fügt hinzu, „diese Preisaussetzung soll unsere Stellung gegenüber einem so gemeinen Attentat beleuchten". Weitere Angriffe der Araber Jerusalem, 20. November. (I. T. A.) In den letzten Tagen ereigneten sich in verschiedenen Teilen des Landes abermals 'Angriffe von Arabern auf Juden. In der Altstadt von Jerusalem überfiel ein Araber einen jungen Juden und schlug auf ihn ein; der Jude trug einen Armbruch davon. In Haifa wurde ein jüdischer Chauffeur der englischen Firma Messrs. Spinneys Lto. von seinen beiden arabischen Gehilfen angegriffen und verletzt. Polizeiofftzrere haben in den arabischen Dörfern zwischen der Je- ^.wlemer jüdischen Vorstadt Moza und der jüdischen Kolonie Tub (Krrjath Anatvim) eine Anzahl Revolver und andere Schußwaffen beschlagnahmt. 25 jüdische Flüchtlinge aus Beiles?/ die nach Wiederherstellung der Ordnung in ihre verlassenen -Heime zurückkehrten, mußten infolge der andauerndst arabischen Feindseligkeiten wiederum ihre Heime verlassen. Tie arabische Einwohnerschaft von Beisan boykottierte die jüdischen Geschäftsläden, mehrere jüdische Einwohner wurden mißhandelt. ’ Arabische Verstärkung aus Trausjordanien? Jerusalem, 20. November. (J.T. A.) Emir Abdullah von Transjovoanien sandte ein Schreiben an Sir John Chancellor, den Oberkommissar für Palästina und L-ransjordanien, iw-welchem er ihm mitteilt, es werde schwer Araber Transjordaniens davon zurückzuhalten, ihren palästinensischen Brüdern zu Hilfe zu kommen, weiin nicht die Einschmuggelung von Waffen nach Palästina durch Zionisten unterbunden wird. Neue Unruhen in Zaffa Bei Redaktionsschluß entnehmen wir einer eigenen Drahtung der B. Z. am Mittag aus London vom 26. November folgende Mitteilung: In Jaffa haben siH' gestern anläßlich eines Generalstreiks als Protest gegen die Verhaftung von neuii Arabern ernste Unruhen ereignet. Das englische Kriegsschiff „Ramillion" ist in Jaffa eingetrosfen und militärische Verstärkungen sind von Jerusalem entsandt worden. Zionistische Proteste bei der UuiversitätserSffnung Jerusalem, 2», November, (I. T. A.) Tr I. L, Magues, oer Kanzler der Hebräischen Universität, weihte das neue Semester rer Hebräischen Universität zu Jerusalem, bei Anwesenheit von mehreren hundert Gästen im Lesesaal der Nationalbibliothek mit einer Ansprache ein, in der er euren lieberblick über die Lage in Palästina gab und ausftrhrte, wenn der einzige Weg zur Errichtung des jüdischen Nationalheims über die Bajonette eines gewissen Reiches führt, so lohnt unser ganzes Unternehmen nicht der Mühe, und es wäre danit besser, wenn unser ewiges Volk, das so manches mächtige Reich überdauert hat, seine Seele mit Geduld wappnet uno hoffend, planend und arbeitend ausharrt. Dieser Teil der Rede von Tr. Magues wurde teils mit Applaus, teils mit Zischen ausgenommen. Ter dem Festakt beiwohnende Leiter des Jüdischen Nationalfonds, Herr M. M. Ussischkin, unterbrach den Redner und sagte: Wir sind hierher gekommen, um eine wissenschaftliche Ansprache, nicht aber eine politische Rede zu hören. Unter den Zischern waren Stuoenten oer Universität und junge Revisionisten. Tr. Magues schwieg, bis vollstänoige Stille eintrat. Als er seine Rede wieder aufnahm, sprach er den Studenten, die die Unruhe verursachten, seinen Tadel aus. Als er seine Rede beendet hatte, ertönte ein Pfeifensignal, offenbar als Zeichen für eine Temorrstration, die aber ausblieb. Sechs Polizisten bewachten den Eingang zum Lesesaal, hatten aber keine Gelegenheit einzugreisen. Tr. Magues führte in seiner Rede ungefähr aus: Tie Universität eröffnet ihre Vorlesungen in diesem Semester unter traurigen Umständen. Tie Ordnung ist noch nicht wieo-erhergestcllt, noch hat man nicht die Gewißheit, ob die Regierung in der Lage ist, jene Schritte zu ergreifen, die geeignet sind, die täglich sich wiederholenden Angriffe ans Leben und Eigentum der jüdischen Gemeinschaft von Jerusalem und außerhalb, zu, verhindern. Ich habe die Verantwortung für die Wiedereröffnung der Universität übernommen aus Grund der Versicherung des Oberkommissars und des Polizeikommandanten, daß sie für den Schutz des Beamtenstabes, des Lehrerkörpers und der Studenten sorgen werden. Ich bin nach der Züricher Tagung des Kuratoriums der Hebräischen Universität nicht nach. Amerika gegangen, weil ich nicht Gelder für die Universität verlangen konnte, nachdem dieser schreckliche Aufruhr in Jerusalem und im Lande zugelassen wurde. Ich war nicht in der Lage, Menschen zu Beitragsleistungen zu überreden, ohne selbst gesehen zu haben, ob die Verhältnisse eine wissenschaftlich»« Tätigkeit möglich machen, ob wir unsere Häuser werden verlassen können, ohne zu fürchten, daß wir erdolcht werden, ob wir werden zur Universität gehen können, ohne zu fürchten, aus dem Hinterhalt erschossen zu werden. War doch die Hadassah-Klinik in Hebron eines der ersten Ziele des Angriffs. Ich fragte mich: Erwartet unsere Laboratorien ein gleiches Schicksal? Bis aus den heutigen Tag wartet die Universität, wartet die ganze jüdische Gemeinschaft vergeblich aus eine Antwort auf diese elementare Frage. Vis jetzt ist weder von der Regierung eine angemessene, noch von den arabischen Führern überhaupt eine Antwort gegeben worden. Herr Dr. Freund berichtigt... Herr Dr. Jsmar Freund ersucht uns auf Grund des Pressegesetzes um die Veröffentlichung folgender Berichtigung: „Unter der Ueberschrift „Kanzelfreiheit —? Kanzclnzißbranch!" veröffentlichen Sie in der Beilage zu Nummer 46 Ihrer Zeitung einen Artikel des Herrn Justizrat Dr. Ernst Schlesinger. Darin wird mir zum Vorwurf gemacht, daß ich in einer am zweiten Tage des Neujahrsfestes in der Synagoge Lützowstraße gehaltenen Predigt durch Ausdrücke wie „Friedensstörer", „Störer der Einheit der Gemeinde", .„verantwortungslose Haltung" Gemeindemitglieder öffentlich beleidigt hätte. Ich stelle fest, daß kein einziger der angegebenen Ausdrücke in der Predigt gefallen ist." Herr Dr. Freund hätte im Interesse voller Wahrhaftigkeit unseres Erachtens gut getan, nicht nur festzustellen, was er nicht gesagt, sondern auch das, w a s er gesagt hat. Die Ausführungen des Herrn Justizrat Dr. Schlesinger stützten sich auf die Vorhaltungen, die in der Berliner Repräsentantenversammlung von Rechtsanwalt Heinrich Stern erhoben wurden. Wenn wir uns aber nun an die von Herrn Dr. Jsmar Freund verbreitete Wiedergabe seiner Predigt halten — er hat ja bekanntlich am Rauschhaschono in der Synagoge seine Predigt mitstenographieren taffen —, so müssen wir .feststellen, daß Herr Dr. Freund danach Ausdrücke wie „Friedensstörer" und „Störer der Einheit der Gemeinde" wohl nicht gebraucht hat, wohl aber von einem „Ruf, der das Judentum innerlich zerreißt", sprach. Für das feine Unterscheidungsvermögen des Herrn Dr. Freund zeugt auch, daß er nach seiner Wiedergabe den Ausdruck „verantwortungslose Haltung" nicht gebraucht hat, aber von dem Ruf sprach, „der die Achtung vor dem Judentum draußen in der Welt aufs Tiefste gefährdet" und von dem Ruf, „von dem man sich sagen mußte, daß er geeignet war, unfern Brüdern in dem Kampf nm ihr Schicksal in den Rücken zu fallen und den Schrei der Vergeltung zu lähmen". Die Auffassung, daß die Kanzel für die Ausführungen des Herrn Dr. Freund nicht der geeignete Ort gewesm ist, sondern daß diese auf das Versammlungspodium gehören, wird demnach trotz der Berichtigung des Herrn Dr. Freund aufrecht erhalten bleiben müssen. Die Berichterstattung der Jta Wir haben in der vorigen Woche beanstandet, daß die Jüdische Telegraphen-Agentur über die Rede des Herrn Ministerialrat Hirsch, Stuttgart, bet dem Palästina-Abend der Jewish Agency in Berlin, unzutreffend berichtet habe. Loyalerweise stellen wir fest, daß die Jta den von uns beanstandeten Satz berichtigt hat. Wir wollen hoffen, daß dje Wandlung zur Neutralität sich auch ivieder in absehbarer Zejt bei der Gesamttcndcnz der Berichterstattung zeigen wird, und daß die Jüdische Telegraphen-Agentur bald ivieder zuin neutralen Nachrichtenbüro oer gesamten jüdischen Presse werden kann. Aus der Bewegung Versuch einer modernen Gottesdienstgestattung Die junge „Gemeinschaft", Vereinigung für fortschrittliches Judentum e. B., Köln, hielt am Freitag abend vergangener Woche ihre erste'Winterveranstaltung ab. In dem von köstlicher aller Bildkunst umrahmten Raum des Kötner Künstlervercins hatte sich eine stattliche Anzahl von.Mitgliedern und Freunden der „Gemeinschaft" eingefunden. Auch die Jugend >var in erfreulicher Stärke erschienen. Der Vorsitzende, Herr Dr. Blank, umschrieb in seinen Begrüßungsworten noch einmal den Aufgabenbereich der Vereinigung. Sic sei eine S t u d i e n g e m c i n s ch a f t , die mit angemessenem Ernst an die Problematik religiöser Dinge herantrete und die den ehrlichen Versuch mache, die Geists-Haltung des modernen Menschen mit religiösem Erleben in Harmonie zu bringen... Mit allem Nachdruck wies er darauf hin, daß die Veranstaltung des Abends lediglich dieser Ausgabe dienen solle, und daß es ablvegig sei, in ihr etwa den Auftakt zu irgendwelchen kultischen Einrichtungen der Gemeinschaft zu erblicken. Herr Rabbiner Dr. L e h m a n u - Berlin sprach sodann über Versuche einer modernen Gottcsdienstgcstaltnng. In einer aufschlußreichen historischen Untersuchung gab er ein Bild vom Wesen der Synagoge, die nicht etwa die organische Fortsetzung des Tempels verkörpere, sondern die eine Einrichtung sui generis sei. Ihre Begründer hätten nicht beabsichtigt, den Opferdieust in anderer Form fortzusetzen, sondern der betenden Gemeinde eine Stätte heiliger Sammlung zu schaßen. Im Lauf der Zeir sei viel Unjüdisches in Ritus und Brauch der Synagogen cingcdrungen (Trennung der Geschlechter, Fernhaltung der Frau von kultischer Handlung, Kopsbedeckung u. a. m.); dagegen habe „orthodoxer" Fanatismus Urjüdisches im Gotteshause verdrängt (Orgel, Ehor, Gebrauch der geläufigen Landessprache u. s. f.). Die vielverschrienen „Reformer", die versuchten, Altjüdisches wieder lebendig iverdeir zu lassen, seien dennoch die wahren Hüter der Tradition. Wie sie sich den Ausbau eines an religiösen Werten reichen Gottesdienstes denken, das zeigte Dr. Lehmann an dem Beispiel der Berliner Resoringemeinde. Ihre Liturgie ist in tanger, umsichliger und opservotler Arbeit des Herril Hans L a ch m a n n - M o s s e und seines kenntnisreichen Mitarbeiterstabes auf Schallplatten übertragen worden, die das Vollendetste darstetlcu, was auf dem Gebiet der Musikreproduktion vorhanden ist. Einen Teil dieses hervorragenden Werkes ließ der Redner vorsühren. Man hörte einen Ausschnitt aus der Freitagabendliturgie, deren Chor- und Solopartien so voll und schön erklangen, daß auch das feinste Ohr nicht zu unterscheiden vermochte, ob die vox Humana selbst oder nur ihr Nachton den Raum erfülle. Hyrr Dr. Schildberger, der Dirigent an der Reformgemeinde und der technisch-musikalische Berater Lachmann-MosseS, leitete die Vorführung in dankenswerter Weise. Nach einem kurzen Wort herzlichen Dankes schloß Herr Dr. Blank die eindrucksvolle Veranstaltung. Berlin. (Einweihung der neugcgrünbeten Liberalen Synagoge Osten.) Am Freitag, den 13. Dezember, abends 7.15 Uhr, findet in der Aula oer Mädchenmitrekschule der Jüdischen Gemeinde, Kaiserstraße 20-30, der erste Gottesdienst der neugegründeten Liberalen Synagoge Osten statt.' Die Einweihungspredigt wird Herr Rabbiner Dr. Salomonsli halten. Liturgie Oberkantor Wilhelm Friedmann. Vereinsnachrichten Am 10. Dezember, 9 Uhr abends, findet ans Einladung des Präsidiums des Hilfsvereins der Deutschen Juden (Berlin W. 35, Steglitzer Straße 12, Tel.: Lützow 0230) — der Herren Dr. James Simon, Generalkonsul Eugen Landau, Willy Dreyfus, sowie von Herrn Berthold Israel und Herrn Generalintendanten Professor Leopold Jeßner — ein Konzert und Gesellschafts abend m Hotel „Der Kaiserhos" statt. Herr Professor Albert Einstein hat sich freundlichst bereit erklärt, die Versammelten zu begrüßen. Ihre gütige Mitwirkung haben zugesagt: Die Sängerin Frau Marguerite Perras (Städtische Oper und Staatsoper), die Schauspielerin Frau Lotte Lcnja (Volksbühne), der Komponist Kurt Weilt („Dreigroschenoper"), Professor Leonid Kreutzer (Klavier), Emanuet Feuermann (Cello). Der Reinertrag ist für das Werk des Hilssvcrcins, seine Emigranten- und Jugendhilfc, seine Notstandsaktionen und seine Kulturarbeit bestimmt. Die Synagoge Prinzregentenstraße E. B. veranstaltet am Mittwoch, den 4. Dezember d. Js., im Restaurant Burg Hohenzollcrn, Speyerer Straße 18, den ersten Gemeindeabend. Referat des Vorsitzenden Dr. Leo Caro: Die religiösen und gemeindcpolitischen Ausgaben des Synagogenvereins. Aussprache. Beginn 8 Uhr abends. Der Verein Synagoge Lindenstraße veranstaltet Dienstag, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, im Restaurant Marc. Kretschmer, Inh. L. Müller, Niederwallstraße 25, den ersten Vortragsabend im Winterhalbjahr. Nach Liedervorträgen des Herrn Oberkantors Manfred Lewandowski spricht Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. Martin Salomonski über das aktuelle Thema: „Das Problem der Ehe und Familie." Anschließend Diskussion und geselliges Beisammensein. Gäste sind willkommen. „Jüdischer Jugendoerein" München veranstaltet am Dienstag. 3. Dezember 1929, abends 20.30 Uhr, im Bibliothekssaal der Kuttusgemeinde einen Vortragsabend, in welchem Herr George Goetz (Berlin), der Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Juden-- tum e. V., über das Thema: „Die Stellung des religiösen Liberalismus im Juden tu m" sprachen wird. Werbt neue Mitglieder!

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