Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 48 (27.11.1929)
- Date
- 1929-11-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Musik auf Schallplatten In einem Vortrag der.Freien jüdischen Volkshochschule versuchte die aus dem Gebiet der jüdischen Musik unermüdliche Frau Alice Jacob-Loewenson das Problem der jüdischen Musik zu beleuchten. Tie Schallplatte hat bisher von oer jüdischen Musik ein ziemlich knappes Feld ersaßt, und auch das bereits Vorhandene reicht vorläufig nicht aus, um eine Stellungnahme des Publikums nach der negativen oder positiven Seite herbeizu führen. Tie Grammophon-Gesellschaften treffen meistens ihre Auswahl vom finanziellen Gesichtspunkt aus, und die bisher aufgenommenen Musikstücke sind mit wenigen Ausnahmen entweder Schlager oder sogenannte populäre Synagogalkompositionen, die auf Originalität keinen Anspruch machen können. Es ist daher begreiflich^ daß die Reserentin sichaußer der Schallplatte noch der Hilfe von Rahel Ermolnikoff bedienen mußte, um wenigstens dadurch ihren Vortrag lebendiger illustrieren zu können. Frau Loewenson betonte 'mit Recht, daß der Ursprung jeder jüdischen Musik im Synagogalen zu suchen ist. Daher sind die religiösen Volkslieder weit eigenartiger in ihrer gesammten Struktur als die weltlichen. Als Beispiel , ährte sie eine Reihe reizvoller spamolischer Synagogalgesänge an, die sowohl in ihrer kurzen melodischen Linie, wie in der rhythmischen Bewegung von außerordentlicher Prägnanz sind. Das Thema „Moderne Lithurgie" wurde von Frau Loewenson etwas unfreundlich behandelt. Selbst wenn Sulzer und Lewandowsky die einzigen Träger der modernen synagogalen Musik gewesen wärm, müßte sie bei sorgfältigerer Auswahl der Gesänge zu einem weit günstigeren Urteil kommen. Sulzer und Lewandowsky, besonders erfterer, haben in ihren Werken eine große Anzahl von Kompositionen, die niemals aus der Synagoge verschwinden können und werden. Frau Loewenson macht ihnen zum Vorwurf, daß sie sich nicht bemüht haben, eine eigene jüdische Note in ihre Kompositionen hineinzubringen; oabei ist es bis jetzt nicht mal dem Exponenten der neuen jüdischen Musit, Ernest Bloch, gelungen, sich vollständig von fremden Einflüssen zu befreien. Es folgten noch Beispiele von ostjüdischen Volksliedern und jüdischer Theaterinusik, letztere wurde durch den „Bettlertanz" aus dem Tybuk von Engel illustriert. Nebenbei bemerkt ist die musikalische Durcharbeitung dieser einzigartigen Melodie stabt von Liszt's Zigeunerweisen beeinflußt. Der Schluß ihres Vortrages behandelte die moderne jüdische Musik und hier wußte die Reserentin sowohl durch die Auswahl der Beispiele wie durchihre Worte stark zu überzeugen. Leo Kops. . Jüdischer Museumsverein in Berlin Ein Komitee führender Persönlichkeiten hat sich zur Gründung eines jüdischen Museumsvereins in Berlin gebildet und ladet zu einer Gründungsversammlung ein, die am Donnerstag, den 28. November, Uhr nachmittags, im Hotel Kaiserhof stattfindet. Der Kunstkritiker der „Bossischen Zeitung" Dr. Max Osborn wird über die Ausgaben eines jüdischen Museumsvereins sprechen. Der Kustos der Kunstsammlung der jüdischen. Gemeinde Dr. Karl Schwarz wird einen Lichtbildvortrag über die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde halten. Die Einladung ist unterzeichnet von Prgf. Dr. Max Liebermann, Präsident der Akademie der Künste, Professor Georg Bernhard, Eugen Caspary, Adolph Donath, R.-A. Sammy Gronemann, Jusiizrat Dr. Julius Magnus, Dr. Max Osborn, Dr. Aron Sandler, Dr. Karl Schwarz, Georg Tietz, Theodor Wolfs, Arnold Zweig. Der jüdische Museumsverein macht es sich zur Ausgabe, das allgemeine Interesse für jüdische Kunst und Kultur zu wecken, insbesondere die Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zu fördern und zu einem jüdischen Museum auszubauen. Nachdem andere.Großstädte durch Begründung von privaten und öffentlichen Einrichtungen zu Gunsten jüdischer Kuirst mit bestem Beispiel vorangegangen Versammlungskalender : * Donnerstag» 28. November, abends 20.15 (8.15) Uhr. int Tramungssaal der Gemeinde, Bortrag George Goetz (Berlin), Generalsekretär der Vereinigung für dar liberale Judentum E. B.: „Das Lebensrecht des liberalen Judentums." Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen. Berlin-Charlottmburg-West. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B.» Bezirksgruppe Charlottenburg-West. Am Donnerstag, den 5. Dezember, abends 8 Uhr pünktlich, findet im Bereinszimmer des Stadion, Reichskanzlerplatz 6, eine Mitgliederversammlung zur Neuwahl des Vorstandes der Bezirksgrnppe statt. Im Anschluß daran wird Herr Dipl.-Jng. Bruno Woydr über das Thema: „Kann der religiös-liberale Jude sich an der gegenwärtigen Palästinaarbeit beteiligen?" sprechen. Freie Aussprache. Kein Trinkzwang. Berlin-Süden. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B., Bezirksgruppe Süden. Am Dienstag, den 10. Dezember, 8.30 Uhr abends, findet im Deutschen Hof, S. 42, Luckauer Straße 15, ei« Vortragsabend statt. Herr Dr. S. London, Repräsentant der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, wird über „Gemeindepolitische Tagesfragen" sprechen. Gäste herzlich willkommen. * Gottesdienste ¥ Berlin-Norden. SjOlkWERCKf billig, 1 iDohlSchmackarui, L nahrhaft. Anstand widersprechen. Diese häßlichen Angriffe und Verstöße finden die s ch ä r f st e Mißbilligung der im Ortsausschuß der Jüdischen Jugendbünde zusammengeschlossenen Jugendgruppen a l l e r R i ch t u n g e n. Tie jüdische Jugend bedauert, daß Juden in ihren gegenseitigen AWeinandersetzungen in Versammlungen und Presse aller Richtungen sich zu einer solchen Kampfesweise haben hinreißett lassen. Sie protestiert gegen diese Maßlosigkeit und ist der festen Ueberzeugung, daß auch eine sachliche Auseinandersetzung möglich i st. Der Borstand des Ortsausschusses jüdischer Jugenddüude, Breslau. I. A.: L aq u eu r. Liberale Synagoge Norden (Schönhauser Allee 162). Freitag, 20. November, 7.15 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Dr. Swar? sensty. Sonnabend, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Neumonds- Verkündigung. Predigt: Hermann Falkenberg. Aus den Gemeinden Berlin-Westend. Liberale Synagoge Westend (Aula Leistilowstratze 7, nahe Reichskanzlerplatz). Freitag, 29. November, 7 Uhr abends. Gottesdienst. Predigt: Dr. Andorn. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (Cecilienschule, Nikolsburger Platz). Freitag, 29. November, 7.15 Uhr abends. Gottesdienst. Predigt: Dr. Hermann Cohn. Berlin-Osten. Zum ersten Mal findet von der «eugegründeten Liberalen Synagoge Osten (Aula Kaiserstratze) ein Gottesdienst, und zwar am 13. Dezember, 7.15 Uhr abends, statt. Einweihungspredigt: Rabbiner Dr. Salomonfki. Liturgie: Oberkantor Wilhelm Friedmann. Berlin. Jüdische Reformgemeinde, Berlin N. 24, Johannisstraße 16. Gottesdienste am Sonntag, den 1. Dezember. Johannisstraße 16' vormittags 10.30 Uhr. Predigt: Dr. Lehmann. Kleiststcaße 10: vormittags 10.30 Uhr. Predigt: Dr. Jelski. sind, geht man mm daran, auch in Berlin, wo bereits eine bedeutende Kunstsammlung besteht, das Interesse in weitere Kreise zu tragen. Die jüdische Kultur früherer Zeiten und der Gegenwart ist in ihren wichtigsten Dokumenten so gut wie unerschlossen. Diese Schätze zu heben und zu bewahren, sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen und so eine empfindliche Lücke in dem jüdischen Geistesleben ausznfüllen, ist die Aufgabe des jüdischen Museumsvereins. Sachliche Auseinandersetzungen Eine begrüßenswerte Resolution der Breslauer jüdischen Jugend. In letzter Zeit haben in Breslau sowie auch im übrigen Deutschland die Methoden des öffentlichen Kampfes Formen angenommen, die dem auch im politischen Kampfe gebotenen Berlin. (Die neue Poliklinik der Jüdischen Gemeinde.) Im großen Sitzungssaal des Gemeindehauses Rosenstraße fand die Emweihungsfeier anläßlich der Eröffnung der neuen- Poliklinik der Berliner Jüdischen Gemeinde statt. Einleitende Worte der Weihe sprach Rabbiner Dr. Salomonfki. Der Vorsitzende der Gemeinde Direktor Kareski übernahm das neue Institut in die Vertvaltung des Borstandes und dankte allen, die an Bau und Einrichtung sich beteiligten. Er entwickelte das große soziale Programm der Gemeinde, von dem die Poliklinik einen Teil bildet. Der Dezernent der neuen Anstalt Dr. Sandler gab einen Ueberblick über Entstehungsgeschichte und Aufbau des neuen Instituts, über seine Beziehung zum jüdischen Krankenhaus und zum Wohlfahrtsamt und begrüßte die neuen Aerzte, deren Aufgabe nicht nur eine medizinische, sondern, in der besonderen Betreuung ihrer Patienten, auch eine jüdische sei. Für die Repräsentantenversammlung sprach Rechtsanwalt Dr. Klee. Die neuen Aerzte, der Leiter der inneren Abteilung, Professor Dr. Carl Lewin und der Leiter der chirurgischen Abteilung Privatdozent Dr. Pickardt sprachen ihren Dank für das in sie gesetzte Vertrauen aus und versprachen alle ihre Kräfte in den Dienst der Poliklinik zu stellen, die Patienten nicht nur medizinisch zu betreuen, sondern dafür zu sorgen, daß sie auch in seelischer Beziehung ihre Befriedigung erhalten. Im Anschluß an die Einweihungsfeier, an der die führenden Persönlichkeiten der Jüdischen Gemeinde, die leitenden Aerzte, Assistenzärzte und Berwaltungsbeamte des Krankenhauses, sowie eine Reihe von Ehrenbeamten der Gemeinde tcilnahmen, fand eine Besichtigung der mit ihren Einrichtungen in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit stehenden Poliklinik statt. (Jta.) Berlin. (F e st s e i e r des 70. Geburtstages von Frau Minna S«kh war z.) Zum ^Ehrentage ihrer Führerin Minna Schwarz fand sich Sonntag mittags eine nach Hunderten zählende Menge jüdischer Frauen, aber auch viele Brüder des Ordens, im Festsaale des Berliner Logenhauses ein. Nach einleitendem Chorgesang trug Oberkantor Wilhelm F r i e d m a n n die Hymne „Herr des Weltalls, send' hernieder" vor. Dann sprach Oberregierungsrat Lustig im Namen des Polizeipräsidenten ivarme Worte des Dankes und der Anerkennung, die Frau Dr. E s ch e l b a ch e r als Beauftragte des Frauenvereins der Berliner Logen, des Schwesternverbandes U.O.B.B. sowie der Fraitengrnppe des „Ort" in herzlichster Weise unterstrich. Frau Anna Levy überbrachte unter allseitiger freudiger Anteilnahme die Ehrengabe des Schwesternverbandes: eine Geldsumme, mittels deren zehn Jahre lang ein von Minna Schwarz auszuwählender Erholungsbedürftiger alljährlich auf vier Wochen kostenlos in das / ThOtndS Mahn, Buddenbrooks. .2 Verfall einer Familie. Neue ungekürzte A05 Ausgabe. 736 Seiten starker eleganter ““ Leinenband.nur Der Aufgang des Abendlandes, von John Macre&dy. („Spenglerverblüfft,Macreadyüber- 4(5 zeugt.“ B.r.) 667 Seiten. Gebund. Früh. 3,20, jetzt I Volksbücher: Al brecht Dürer. Von Professor Singer — Leasing. Von Gg. Witkowski — Hans Thoma. Von Professor Werner — E. M. Arndt. Von Dr.Geeids— VerlorenesLand.VonEuperti. USA Jeder Band früher 1,50.jetzt Uw Pf. BOCCaCClO, Gesammelte Werke. 5 elegante Halb lederbände. Grossoktavformat. Aus- 4ftSfl gäbe Rösl, München. Früher 50,00... .jetzt I »w B. T. A. Moffmann, sein Werk, ans seinem Leben dargestellt von Bich. Schankal. 306Seiten AC mitSBildern. Hatbleinenbd. Früh. 6,50, jetzt aßwPf. 5 Romane und Erzählungen: 1. Weiss, Der Narr und die Frauen; 2. Linke, Aohtnng, Menschentebon; 8. Hentschel, Der Diamant; 4. Maupassant, OnolsHöh’; s. H a u, Todesurteil. Früher jeder ft (• Band 1,00 bis 2,50, jetzt 5 Bände zusammen «f JPf, ^^kkkrlod Keller, Gesammelte Werke, mit Einleitung von Radolf Fürst. 5 Ganzleinenbände. AÖO Früher 15,00.jetzt yvw erke- Herausgegeben vonHerm.Krumm. Vollständige Ausgabe, 14 Teile in 8 Leinen- C70 bänden. Früher 18,00.jetzt D GttStav freytag, Erinnerungen aus meinem Leben. Herausgegeben und bearbeitet von AC Fr. Fischer. 1926. 2508.Leinenb. Fr.5fOO,jetzt«r «#Pf. GUTE ROMANE u.a. Früher 1,50 bis 3,00, M B Jetzt Jeder Band *t9Pf. Bismarck, Der grosse Deutsche Borchart, Der verlorene Sohn Georgy, Dämon Liebe Girard, Maikönigin ▼. Hatzfeld, Die Lemminge Kkaynacb, Römische Mächte Seeger, Der Fremdling ans der neuen Welt Speck, Die Flüchtlinge Talvez, Südlicher Zapolska, Wovon man nicht spricht Früher 1,50 bis 3,00, A C jetzt jeder Band 99 Pf. Brausewetter, Zum Herrscher geboren Dill, Bekenntnisse der Baronin de Brionne Enlenberg, Mensch und Meteor Freytag, Ingo und Infrabau — Das Nest er Zaunkönige Ibanetz, Die blutige Arena Hohne, Hooge Veld Lobslen, Der Pilger im Nebel Löffler, Der Wanderer in den Morgen Maltzahn, Ein Mann TnrgenieB, Väter und Söhne Barlin und Sanssouci oder Friedrich der 6rosse and seine Freunde. (2.Abt von „Friedrich der Grosse und seinHof“). Historischer Roman von L. Mühlbach. 4 Bände, zus. 600 Seiten mit 59 Illustrationen, A85 in 1 eleg. Leinenband. 1912. Früher 7,50, jetzt AL Elektrotechnik für AUe.Eine volkstümliche Darstellung der Anwendungen der Elektrizität von Hanns Günther. 18. Auflage 1925. Starker Leinenband mit 597 Selten und 746 Text- ^80 bildern. Früher 18,00.jetzt O MflWAlftAII I Eme Biographie v. August napOICOH I. Fournier. 3 Bände mit Bildbeigaben in einem starken Leinenband, m 50 Zusammen 1150 S. 4. Auflage mit Vorwort von Professor Bibi. 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Meyer_(228 8.) - Schlesische Dorfgeschichten, ausgew. von Wilh. Müller (244 S.) - Hannoversche Dorfgeschichten, ansgewählt von W. Kublank (226 8.) - Sächsische Dorf- 4* MN geschichten, ausgew.v.W.Müller (2848.) MD Jeder Band gebund. Früher 4,00, Jetzt abteilnofi: mstm Das Warmhaus Barths in allen StatfHaHeh Vnrsnndbedingnjigen: Schrift!. Bestellungen werden pretapt erledigt. Bei Aufträgen nach auswärts vergüten wir für je 28 M. 80 PL, dis nnrtirPerto und Verpackung in Aaruchnung Kclrt werden. Postscheck- : Berlin NW 7, Nr. 2382. Die Erste Wettkonferenz liberaler Zuden (Reden, Diskussion. Beschlüsse) Gründungsversammlung der World Union for Progressive Judaism London, 10.—12. Juli 1926 Preis: im Buchhandel M. 1.80 für Mitglieder d. Vereinigung, die bei uns direkt bestellen M. 1.— Vereinigung für das liberale Judentum E.V. Berlin SW 11, Hallesche Straße 1 Müir." Vormittags-Abendschule Private Vorbereitungsanstalt. Direktor Danziger Berlin, Alte JakobstraSe 125 Julius Simon Kunstu. 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