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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-11-06 · 45 (6.11.1929) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
45 (6.11.1929)
Date
1929-11-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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aller zu solcher Arbeit bereiten Gruppen zu gemeinsamen Aktionen. Nirgendwo ist Kollektivarbeit wichtiger als hier. Meist lassen sich Sonderwünsche in ihrem Rahmen verwirklichen, sei es in diesem Falle die Bildung rein jüdischer Fabrtengruppen, deren Notweiwigkeit ich noch nicht einmal eins che. — Es findet sich vielleicht später einmal Gelegenheit, wenn Interesse und Umstände es erlauben, näher auf die Idee einer zentralen Organisation für praktische Friedensarbeit, auf die wir meiner Meinung nach Hinsteuern müssen, einzugehen. Walter Simon, Jli-Berlin. Zugendgemeinschaft der jüdischen Reformgemeinde Am Sonntag, oen 27. Oltober, fand im Gotteshaus Johannisstraße 16 ein Jugenogottesdiemt statt. Die Feier, der die Liturgie des Schlußsestbs mit Ausnahme der Seelenj'eier zu Grunde lag, »vurde von Mitgliedern der Jugendgemeinschast ausgeführt. Rudolf Stensch sprach die Gebete des Tages, Marianne Ginsberg las den 84. Psalm, Helmut Maaß und Ilse Stadthagen lasen den Schluß des ö. Buches Moses unb Adolf Marcuse und Beatrice Waghalter den Beginn dÄs 1. Buches Moses. Die Aussprache an dre Jugend hielt Dora Peyser. Zum Thema ihrer Aussprache hatte sie sich den Gedanken der Zeitideale gewählt. Tröl Ideale, so führte sie aus, wären es, die den heutigen Menschen vorwiegeno beschäftigten: Jugendbelregung. Frauenbewegung, soziale Bewegung. Nicht die Hoffnung auf das Glück, nicht die Jagd nach dem Glück füllten die Gedanken des modernen Menschen aus, sondern die praktische Gestaltung des Lebens. Wie ein Baumeister nicht den Bau mit den äußeren Mauern eines Hauses beginnen kann, bevor er den Zweck kennt, dem das Innere dienen soll, so muß auch, der Mensch erst sein Lebensziel, sein Lebensideal kennen, ehe er >bie Gestaltung seines Lebens beginnen kann. Nur von innen her kann etwas geschaffen Norden, sowohl beim einzelnen Menschen als bei jeoer Gemeinschaft. Doch zu diesem Aufbau von innen heraus gehört Mut, uno dieser Mut zum frischen Schaffen ist es, der den heutigen Menschen kennzeichnet. — Nach den Worten von Dora Peyser sprach Herr Rabbiner Dr. Rosentha! das Gebet und den Priestersegen, und mit einem Chorgesang fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. — Die Jugendgemeinschaft plant, in Abständen oon vier Wochen regelmäßig eigene Gottesdienste zu veranstalten. Der nächste findet am 8. Dezember im Logentempel, Kleiststraße, statt. I. W. Aus der Ili-Arbeit Breslau. (Jüdisch-liberaler Jugendverein „Abraham Geiger".) Am 27. Oktober veranstalteten wir eine Simchas-Thora-Feier. Es erübrigt sich, besonders zu betonen, daß auch dieser Abend wieder sehr gemütlich verlies. Eingeleitet durch einige Begrüßungsworte Erich Vulkans folgten im Verlaus des Abends musikalische und rezitatorische Darbietungen. Alfred Fabian (Klavier), Hans Landsberger (Violine), Kantor Wartenberger (Gesang), Ruth Davidsohn (Kunstpfeifen) und Anni Silbermann (Rezitation) fanden den lebhaften Beifall der Anwesenden. Schließlich füllten auch nette Gesellschaftsspiele und vor allem der Tanz einen nicht geringen Teil des Abends aus. Der 30. Oktober galt einem Experiment, das als vollauf gelungen anzusehen ist. „Aktuelle Zeitungsschau" nannte sich ein Gespräch, das zwischen Irene Rosenthal, Franz Meidner und Erich Vulkan unter Beteiligung aller Anwesenden geführt wurde. Es sollte nicht eine Schau über den Inhalt verschiedener Zeitungen sein, als vielmehr eine durch die Zeitung angeregt« Schau über aktuelle Fragen. Vom Einzelfall ausgehend sollten Betrachtungen allgemeiner Art angestellt werden. Das Recht des jüdischen Gemeindcvertrcters auf freie Meinungsäußerung, die konfessionelle Schule, die Friedenskundgebung der drei Konfessionen und der Fall Sklarek waren die Ausgangspunkte unserer Erörterungen. Es würde zu weit führen, hier die verschiedenen Aeußerungen der Anwesenden wiederzugeben. Gesagt sei aber, daß sich eine sehr interessante und intensive Aussprache entwickelte, die es allen ermöglichte, sich von der Vielgestaltigleit der angeschnittenen Probleme ein Bild zu machen. Aufgabe des Abends konnte cs ja nur sein, ^wichtige Fragen aufzurollen und ihre wahre Bedeutung gemeinsam herauszuarbeiten. In der Jüngeren-Grupp« fand am 24. Oktober ein Aussprachenachmittag über „Aufgaben des Judentums" statt. Franz Meidner (Hauptgruppe) gab kurz die Richtung für die Aussprache. Man müsse zwischen inneren und Mcnschheitsaufgaben des Judentums scheiden. Der Betrachtung letzterer solle der Nachmittag dienen. Auch — nicht nur — das Judentum habe diese Menschheitsaufgaben zu erfüllen. Hierzu gehöre in erster Linie die Verwirklichung des Friedensgedankens, wie auch die ethische Durchdringung des Wirtschaftslebens. Franz Meidner gab dann noch Beispiele, auf welchem Wege das geschehen könnte. Die Aussprache selbst beschäftigte sich im wesentlichen mit diesen praktischen Anregungen, von denen Kanzel, Schule, Film und Organisation genannt seien. Erich Vulkan. Das Ili-Programm ★ Berlin. Gemeinsame Veranstaltungen: Sonntag, den 10. November» Fahrt nach Potsdam. Treffen: 8.15 Uhr Bahnhof Zoo, 9.0v Uhr Bahnhof Potsdam. Anmeldungen an Martin Glatz erbeten. Panlow-vsten. Donnerstag, den 7. November, 20.00 Uhr, bei Rath und Gerda Jacobfohn, Niederschönhausen, Kaiser Wilhelmstraße 5: Revolutionsgtvenkfeier. Norden. Dienstag, den 12. November, 19.00 Uhr, Jugendheim, Fehrbellinerstraße 92: Sprüche Salomos. Neu-Charlottenburg. Donnerstag, den 7. November, bei Claus Singer, Levetzowstraße 18: Hiob. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 13. November, 20.30 Uhr, Religionsschule II, Anger 8, zweiter Eingang: Aussprache-Zqllus: Die augenblickliche Situation des deutsche« Judentums; 2. Abend: „Der Abwehrkampf". Einleitendes Referat und Leitung: Erich Vulkan (Hauptgruppe). Jüngeren-Gruppe: Donnerstag, den 7. November, 16.30 Uhr, Restaurant Schaal, Tauentzienstraße 12: Bortrag von Franz Meidner (Hauptgruppef: „Bauen in Mittelalter und Neuzeit" (mit bildlichen Erläuterungen). Frankfurt a. M. Montag, den 11. November, 20.30 Uhr, Sternstraße 11, bei Lion, Arbeitsgemeinschaft Dr. Gotischalk: „Religiöser Liberalismus". Dienstag, den 12. November, 20.45 Uhr, Westendsynagoge, Heimabend: Aler Jakobsohn: „Unsere Umwelt und die Probleme der Gegenwart". Donnerstag, den 14. November, Arbeitsgemeinschaft: „Freie Referate". Samstag, den 16. November, 17 Uhr, Untermainanlage 7, Dr. Hoffmann: „Faust". Jugendgruppe: Samstag, den 9. November, 15.30 Uhr, bei Dr. Gottschalk, Humboldtstraße 56. Referat: Dr. Gottschalk: „Aus dem Hauptwerk des Maimvnides". Oppeln. Donnerstag, den 7. November 1929, Vortrag von Herrn (Sundersheim über: „Liberalismus und Zionismus". Aus der Bewegung * Berlin. (Liberaler Verein für di« Angelegenheiten der Jüdischen Gemeind« zu Berlin E. V.) Tie diesjährige Arbeit unseres Vereins wurde durch eine Mitgliederversammlung am 29. Oktober im Tiergartenhof eröffnet. Herr Dr. Julius L. Seligsohn erstattete einen ausführlichen Geschäftsbericht über das vergangene Jahr, der Anlaß zu einer ausgiebigen Diskussion über die kommende Winterarbeit gab. Hierauf schritt man zur Neuwahl des gesamten Vorstandes. Eine lebhafte Aussprache hielt die Erschienenen noch bis kurz vor Mitternacht zusammen. Vereinsnachrichten Am Sonntag, den 17. November 1929, abends 8 Uhr, veranstaltet Magiue Röim, die zu den ältesten und angesehensten Wohltätigkeitsvereinen Berlins gehört, einen Gesellschaftsabend im Kaiserhof anläßlich ihres 125 jährigen Bestehens. Im künstlerischen Teil wirken bestimmt mit: Ilse Bois, Lucie Mannheim, Lotte Schöne, Vera Schwarz, Alexander Granach, Fritz Kortner, Emanuel List. Verein ehemaliger Hörer der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Montag, den 11. November, abends 8 Uhr, in der Aula der Hochschule, Bortrag des Herrn Dr. M. Solowcitschik: Geschichtsschreibung und Geschichtsphilosophie in der Bibel. — Gäste willkommen! Die zweite Matinee der Freien Jüdischen Volkshochschule am Sonntag, den 10. November, in der Synagoge Fasancnstraße beginnt bereits um 11 Uhr. Julius Bab hält einen einleitenden Vortrag über Lion Feuchtwanger, Edith Herrnstadt-Oettingeik^ bringt einen großen abgeschlossenen Teil aus „Jud Süß" zu Gehör. Das Jüdische Volksbildungs- und Unterhaltungsheim (Toynbee- Hallej der Berliner Logen U.O.B.B., Gipsstraße 12 a, beginnt am Sonnabend, den 2. November 1929, 20 Uhr, mit einer Abendveranstaltung sein neues Arbeitsscmester. Den populär-wissenschaftlichen Teil des Abends bildet ein Vortrag von Dr. Hermann Stahl über: „Aerztliches in altjüdischer Zeit". Der künstlerische Teil bringt Gesang-, sowie Klavier- und Violin-Vorträge. Das Jüdische Volksbildungs- und Unterhaltungsheim blickt auf eine 25 jährige Wirksamkeit zurück. Seit einem Vierteljahrhundert sammelt das Heim gn jedem Mittwoch und Sonnabend die jüdische Bevölkerung des Zentrums zu gemütlichen Abenden, an denen außer geistigen Genüssen in Form bildender Vorträge und guter Musik auch Erfrischungen gereicht werden. Die Vorträge beginnen 20 Uhr, das Heim wird um 19 Uhr geöffnet. Der O p e r n - F c st a b e n d der Jüdischen Altershilfe Eroß- Berlin in der Kroll-Opcr und in den Festsälen bei Kroll findet in diesem Jahre am Sonnabend, den 14. Dezember, statt. Nähere Mitteilungen folgen. Große öffentliche Wahlkundgebuug des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, am Dienstag, den 12. November, in der Stadthalle, Klosterstraße. Es sprechen: Justizrat Dr. I. Brodnitz, R.-A. Dr. H. Elkelcs, Scnatspräsidenl Dr. H. Großmann, R.-A. Dr. G. Grzimek, M. d. L. Gäste willkommen! Beginn 8 Uhr. Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands Achtung! Wähler und Wählerinnen! Weder Deutschnationale noch Völkische oder Kommunisten dürfen in Berlin bestimmenden Einfluß gewinnen. Darum wählt am 17. November nur Sozialdemokraten 1 Liste 11 Bezirksvorstand Berlin S. P. D. Für die Leitung des der_ Köln Dame gesucht. sich unter Beifügung von Zeugnissen und Lebenslauf melden bei dem Jahnstrasse 24 Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Term, kostenlose Feuerbestattung Annahme W 35, Lfltzowstrafie 44, Telephon: Lfitzow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Bcke PasanenatraSe, Telephon: ateinplatz 1835 Auch Ihre Freunde wollen die Jüdisch-liberale Zeitung lesen! Eordern Sie das liberale Judentum durch Verbreitung der Jüdisch-liberalen Zeitung. ier ist eine Liste: Bitte schreiben Sie darauf die Adressen aller, die nach Ihrer Meinung Leser der Jüdisch-liberalen Zeitung werden können, undsenden Sie uns den Zettel im Umschlag zu Name Wohnort Straße —- f ' Unterschrift: Ort- ..... Strohe: .—. « IM. scheine rotgesf. von 1910 kauft für Reklamezwecke. Zahlen per 100 Stück RM, 16.— Nachnahme. Brüll SCO,Breslau 10 Hier fehlt ihr Inserat Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. V., Berlin SW. 11. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin SW. 29. — Druck: Hermann Wegner 6r To., Berlin-Mariendorf. 102851

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