Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 44 (30.10.1929)
- Date
- 1929-10-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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dische Weltanschauung. Ihnen ist's weniger um die Hege i monie des Jüdisch-Religiösen zu tun, als vielmehr um die Beherrschung aller Bildungs- und Erziehungsarbeit durch das Jüdisch Volkliche. Gewiß wünschen auch sie ein Maximum an jüdischem Wissen, aber sic wollen mehr, wollen eine Durchdringung aller Wissensgebiete mit Jüdischem, nicht nur der Literatur und Geschichte, sondern auch der Geographie und der sprachen, der Mathematik und Naturwissenschaften, der Musik und der bildenden Kunst. Es ist im Grunde genommen die n a t i o n a l e M i n d e r h e i t e n - S ch u l e, die hier begehrt wird, zugleich aber auch die „exkludierende Konfessionsschule", wie sie Adolf Diesterwcg einmal genannt hat, „die Schule, welche den Schulkindern - ausdrücklich oder stillschweigend - - die Meinung einslößt, daß sie vorzugsweise oder ausschließlich in den Besitz der allein seligmachenden Wahrheit gesetzt ivürden, daß alle Andersglaubenden Irrende oder Bösewichter seien", die Schule, die „aus dem Standpunkte der Gewissensfreiheit und allgemeinen Humanität" voir ihm so leidenschaftlich bekämpft wurde, und nicht nur von ihm, wildern vvir den Parteien der liberal demokratischen Weltanschailung, ein Kamps, durch bcu auch liberale Juden zur Stellungnahme gegen die kousejsionelle Schule in der eigeilen Religionsgemeinschaft bestimmt worden sind. Man empfand es als Zwiespältigkeit, als Politisch Liberaler gegen die Konfessionsschule kämpfen, als Religiös Liberaler sie aber billigen zu müssen. So besteht begreiflicherweise bei den Juden liberaler Richtung keine einheitliche Anschauung über Wesen, Wert und Notwendigkeit der jüdischen Schule. Und doch sollten gerade wir Liberalen mit vollem Ernst die Frage von neuem prüfen, ob diese Schulen nunmehr ihre Aufgabe restlos erfüllt haben und darum heute verschwinden könnten, oder ob sie auch in unserer Zeit noch eine hohe Mission haben, die uns zwingt, sie selbst unter großen Opfern — zu erhalten. Wie liegen die Tinge nun in der Tat? Ais „exkludierende Konfessionsschulen" in dem oben bezeichneten Sinne wird man die jüdischen Schulen kaum ansprechen können: auch Dicsterweg hat sie offenbar nicht so aufgefaßt. Bittet er doch den Direktor des Philanthropins Sigismund Stern in einem Briests um ein Lebensbild seines Vorgängers, des 1. Philanthropin'Direktors Dr. Heß, und er wünscht, daß dessen „auf allgemeine freie Men s ch e n b i l d u n g abzie lenden «Grundsätze in helles Licht gestellt würden zur Bespiegelung für unsere Berfinsterer in .Kirche und Schule und zur Ermunterung für heller denkende Kopse unter den Lehrern". Und er hat dieses von S. Stern prachtvoll gezeichnete Lebensbild des jüdischen Leiters einer jüdischen Schule in demselben Heft seines „Pädagogischen Jahrbuchs" <'1802) zum Abdruck gebracht, in dem er jene Definition der „exkludierenden Konfessionsschule" gibt. Diese Auffassung Diester- Wegs von der jüdischen Schule, nämlich daß sie keine erkludie rende Konfessionsschule sei, traf zweifellos zu, und sie darf auch heute noch gelten --- wo es sich um Schulen der Einheitsgemeinde handelt: die Sonderschulen der Trennung« Orthodoxie bezeichnen sich selber ausdrücklich als „gesetzestren" und betonen damit ihren ausschließenden Charakter mit affcv Eindringlichkeit.-) Jene andere Auffassung aber entspricht der des liberalen Judentums. Immer ist von den Begründer«« und Leitern betont .worden, daß auch die jüdische Schule als letztes und höchstes Ziel kein anderes haben könne als Erziehung zum reinen Menschentum, daß sie als deutsche Schule auch die jüdische Jugend zu guten Deutschen zu erziehen habe, sie erfüllen müsse mit den ewigen Werten deutscher und allgemein menschlicher Kultur und daß in diese auch unser jüdisches Kulturgut, die ewige Wahrheit unserer Religion, sich eingliedern solle. Mit aller Klarheit und Bestimmtheit wird so von de«« liberalen Juden eine Erziehung zur Einheit der Persönlichkeit gefordert, beruhend auf der Verschmelzung von Tcutschtuin und Judentum es ist für uns das eigentliche Erziehungsproblem seit nahezu anderthalb Jahrhunderten, seit den Zeiten Mendelssohns, u« dem das Ideal dieser Verbi««dung sich zürn ersten Male verwirklichte. Und zahllos sind seitdem bedeutende Männer der Wissenschaft und der Politik, der Kunst und der Erziehung, die in sich die Verschmelzung vollzogen und darum als starke erzieherische Per sönlichkeitcn wirken foimtcn: Gabriel Rieß er und Sigismund Stern, Eduard Laster und Hermann Cohen, Harry Breslau, Ludwig Geiger und Max Liebcrmanu, Mi chael Holzman u««d Salo Adler, Georg Herinaun und Jakob Wassermann - wer will ihnen ihr Deutschtum, wer ihnen ihr Judentum strcilig machen? Sic besitzen beides, u««d beides ganz! Ties eben unterscheidet die Einstellung der liberalen Juden von der jener andere«« Richtungen, daß sic ein Eingehn« des Judentums ins Deutschtuu« erstrebe«« „ein Eingehen, jawohl, aber ««icht ein Anfgehen", wie Maybaum dies einrnal in einer Predigt formuliert hat. Dieses Strebei«, finngeinüß auf unsere Schulen übertragen, braucht durchaus nicht zur Verkümmerung des Jüdischen zu führen. Das ist auch nie geschehen die Lehrpläne, der gesamte innere Betrieb beweisen cs. Nur ans völliger llukenutnis konnte das Gegenteil behauptet «verder«. Aber sind dazu jüdische Schule«« nötig? Kö«««rten nicht die allgeu«einen Schulen diese Aufgabe ebenso oder gar besser erfülle««? Gäbe es solche allgemeinen interkonfessionelle«! Schulen in Wahrheit, in dene«« i«n Rahmen der deutschen Allgemeinbildung auch die jüdische Erziehung zu ihrem vollen Recht käme - gelviß, es wäre unser Ideal! Ader wir wissen es nur zu gut, die sogenannten Simnttanschulen und Welt tichen Schule«« sind doch im Grunde genommen christlich, also a««ch konfessionell. ES ist jedoch richtig, daß in diese«« Schuten jüdische Schüler als durchaus Gleichberechtigte ausgenommen werde««, >vic ja doch die jüdischen schulen Andersgläubige ebenso ausgenommen haben. Und es muß weiter anerkannt werden, daß diese weltlichen Schulen zu«n große«« Teil dazu beigetragei« haben, jene von« liberalen Judentum erstrebte seelische Einheit zu befördern. Sie «nögen u««d werden darin«« auch «veiterhin Bielen, sehr Biele«« genügen. Aber es ist keine Frage, daß das Positiv-Jüdische in ihnen zu kurz koinrnen muß; die wenigen freiwilligen Religionsstundeu genügen nicht, und eine Ergäuzung in besonderen Religionsschulen wird vo>« Liberalen erfahrungsgemäß selten gesucht. Ein lebendiger Liberalis«nus wird aber auf reiches, gründ liches, tiefes jüdisches Wissen ebenso wenig wie aus religiöse ' von« Io. Januar 18(51 im Besitz des Enkels, des Univ. Prof. William Stern, Hamburg. -) Es sind nach dem Ha«rdb>«ch der jüdische«« Gemeinde Verwaltung von 1021 '25 nenn Anstalten, die diesen Charakter tragen. Fingerzeige Gottes Tie Veröffentlichung des Ausrufes der Jewish Agency > und der „Erklärung deutscher Juden" hat auch einige humorvolle Zuschriften verursacht. So hat uns einer unserer Leser mit einem Brief zwei Rundschreiben übersandt, von denen das erste ein ihm bekannter Unterzeichner des Agency Aufrufes erhalte«« hat, das zweite er selbst als Unterzeichner- Sehr geehrter Herr! „Das Jüdische Palästmawerk". So betitelt sich der Auf ruf der deutsche«« Mitglieder der Jewish Agency für Palästina. Gestatten Sie mir, Ihnen als Unterzeichner dieses Auf rufes, Sie auf ein anderes Werk hinzuweisen, in den« ein Einzelner >vie ein Verzweifelter, genau wie seine Glaubensbrüdcr in Palästina, um die Erhaltung seiner Existerrz ringt. Bon Beruf Kaufmann, entstamme ich einer alt angesehenen Kaufmannsfarnilie und konnte mich bisher auf meine eigene Kraft verlassen. Am 24. Juli dieses Jahres wurde, wie Ihnen bekannt fein, dürfte, der Direktor der Getreide-Kreditdank A.-A. in Mainz «vegen Unterschlagung von nahezu zwei Millionei« Reichsmark, zu -Ungunsten der Bankmitglieder, verhaftet. Mein Verlust ist ein ganz erheblicher und habe ich bisher alles Menschenmögliche getan, i«m meine Existenz zu erhalten. Zur Decku«ig von ohne «nein Wissen in Umlauf gesetzter und verkaufter Depottvechscl und vorgenoinmener Zessionierungen fehlen mir noch ru««d RM. 21 00t),—, die bis Mitte Oktober ds. Js. am Fälligkeitstage der Wechsel herbeigeschasft sein müssen. Ich weiß «nir keinen anderen Rat mehr, als «vic den. mich an bemittelte Glaubensgenossen zu wende««, wem« ich «nir Haus, Hof und Geschäft für mich n««d «neine Familie erhalten will. Ich betrachte daher Ihren Ausruf als einen Fingerzeig Gottes und bitte Sic u«n Ihre Mithilfe, so gut es Ihre Kräfte und Ihr philantrophilcs Herz znlassen. Der kleinste Betrag wird dankend angenommen. Vielleicht können Sie in Ihren Kreisen eine kleine Samrnlnng zu meine«« Gunsten veranlasse««. Damit Sie sehen, daß Sie es mit keine,«« Bettelbriefschreiber zu tun haben, föimen Sie sich bei nachstehenden .Herren in Mainz erkundigen, daß ich durch fremde Schuld in Nor geraten bin und um die Erhaltung «««einer Existe««z ringe. - Für den Fall Sie detaillierte«« Ausschluß haben «vollen, bitte ich un« Ihren Bescheid und >ve«««i Sie etwas tun «vollen, erbitte ich dies an meine Adresse. Vielleicht ist «nir eine Rückgabe später «nieder einmal möglich. E«npfa«>geil Sie im Voraus meinen tiefgefühlten Dank und entscheiden Sie sich bitte i>«« Sinne Ihres Schlußivortes: „Brutale Gemalt und Unrecht haben noch niemals die Kraft gehabt, den Mut, die Energie und die Hoffnuu.qsfrendigkeit der Inden zu erschüttern." Ich enrvse'.ne «««ich Ihnen znin Roschhafchvnoseste das Beste >vünfche««d, mit ergebener Hochachtung! Albert Felsenthal. des Gegenaufruses. Zutreffend bemerkt der Einse««der, daß für den Verfasser der Rundschreiben Gott offensichtlich mehr fach und verschiedene Fingerzeige gibt, und daß die Geschäftstüchtigkeit dieses Herrn wohl bei allen Parteien Heiterkeit erwecken dürfte. Wir geben die Schreiben nachstehend wieder: Sehr geehrter .Herr! Erklärung deutscher Inden". So betitelt sich der Ausruf, der auch Ihre Unterschrift trägt. Gestatten Sie mir, Sie ans diesem Anlaß auf andere Betätigungsfelder der deutschen Juden hinzuiveisen, «vo Mithilfe so nötig ist, als wie in Palästina. Ich schildere Ihnen nachstehend «««einen Fall, der auch so schwer ist, daß ich u«n die Erhaltung meiner Existenz ringe. Bon Beruf Kaufina««n, entstamme ich einer alt angesehenen Kaufmannsfarnilie u««d konnte «nich bisher auf «neine eigene Kraft verlassen. Ain 24. Juli dieses Jahres «vurde, «vie Ihnen beka««nt fein dürfte, der Direktor der Getreide-Kreditbank A.-A. in Mainz «vegen Unterschlagung von nahezu zwei Millionen Reichsmark, zu Ungunsten der Bankmitglieder, verhaftet. Meii« Verlust ist ein ganz erheblicher und habe ich bisher alles Me««schemnöglichc getan, u«n «neine Existenz zu erhalten. Zur Deckung von ohne mein Wissen in Umlauf gesetzter und verkaufter Depvttvechsel und vorgenomine««er Zegionierungen fehlen mir noch rund RM. 21000, -, die bis Mitte- Oktober ds. Js. a«n Fälligkeitstage der Wechsel herbeigeschasst sein müssen. Ich «veiß mir keine«! anderen Rat inehr, als «vie den. «nick« an bemittelte Glaubensgenossen zu we««de««, wen«« ich «nir Haus, Hof u««d Geschäft für «nich und «neine Farnilie erhalten will. Ich betrachte daher Ihren Aufruf als einen Fingerzeig Gottes n««d bitte Sie um Ihre Mithilfe, so gut es Ihre Kräfte u««d Ihr phitantrophiles Her«« zulassen. Der kleinste Betrag wird dankend angenommen. Vielleicht könne«« Sie in Ihren Kreisen eine kleine Sammlung zu «neinen Gunsten veranlassen. Dainit Sie sehen, daß Sie es mit keinem Bettelbriefschrciber zu um haben, können Sie sich bei nachstehenden Herren in Mainz erku«ldigen, daß ich durch freunde Schuld in Rvt geraren bin und um die Erhaltung «««einer Existenz ringe.-- Für den Fall Sie detaillierte«« Aufschluß habe«« «vollen, bitte ich «r«n Ihre«« Bescheid und «venn Sie etwas tun «volle««, erbitte ich dies an mei««e Adresse. Vielleicht ist mir eine Rückgabe später «nieder citnuat möglich. Empfangen Sic im Voraus meine» tiefgefühlten Dank u««d entscheide«« Sic sich bitte im Sinne Ihres Schlußwortes: „... die religiös sittliche Ausgabe des Jn-cutums in der Menschheit gefährden muß". Hier ist die erbetene .Hilfe keine Bettelei, hier «st Ringen eines deutschen Juden, eines C. V.-Maunes, um «ein höchstes Gut, «un die Erhaltung seiner Existenz unb feines Heims. Ich empfehle «nich Ihnen zuin Roschhaschonofeste dar Beste wünschend, «nit ergebener Hochachtung! Albert Felsenthal. Erziehung verzichten dürfen. Er darf — das ist übrigens feine Tradition - darin nicht hinter anderen Richtungen u'rückstehen. Daß diese Fundamentiernna in jüdischen Schule«; besser als in anderen geschehen kan««, leuchtet oh:rc «veileres ein. Es darf uns ««ich« genügen, Bestehendes zu erhalten, nur «veil es besteht, so««dern «veil es lebendig xntb lebenswert ist. Mar« «vird dies nicht von allen de««lfch jüdischen Schulen sagen kö««nei«. Bon den ctroa 120 kleinere«« jüdischen Volksschulen in Preußen und den eiwa 30 in Bayer«« fristen viele ein elendes Dasein, m«d viele täten besser daran, sich der allgemeinen Schule ihres Orts einzufngeu, aber etwa 30 höhere, Mittel und Volksschulen ii« Deutschland sind doch so stark frequentiert, daß ihr Besta««d gesichert erscheint; mit dieser Tatsache müssen «vir rechnen. _ _ .Hatten die Liberale«« sich fern, so «verden aurf) diese Schulen bald konservativ-zionistisch sein zuin Nachteil nicht nur der liberaler« Richt«rng, sondern des Judentums ülberhaupt. Denn nur durch die aktive Teilnahine an diesen Schulen können die Liberalen der« ihrren zukommendcn Einfluß aus die Erziehung unserer Jugend ausüben, nur durch Einschulung auch ihrer Kinder in solche Schulen ist zu erzielen, daß die Parteien des Judentums sich gegenseitig kennen, verstehen, «verten, schätze««, lieben lernen. Hier — wenn irgendwo stärker als in Verwatrun gen, Vereinen, stärker als in Synagogen, «vird die Einheit des Judentums gepredigt, «veil sichtbartich durch unsere Jugend ans allen Lagern veranschaulicht. Ten Luxus mehrerer jüdischer Schulen kann sich kann« eine GcmeinOe leihen. Wer für das Prinzip der Einheitsgeinemde eintritt, «näßte konseguenterweise auch für die Einheitsschule sein. Aber ist es möglich, die gegerleinanderstehendcn Einsichten und Wünsche der Konservativen, der Zionistei« n««d Liberale«« in einer Schule zu verneinen? Es «nnß möglich sein! Und eine mehr als 100 jährige Geschichte «nanchcr dieser Sct>ute«i_ beweist, daß es «nöglich «var. Zunächst: Tie jüdisch religiöse Erziehung im Rahmen der Gesa«nterziehung «vird diese nie beeinträchtigen, sonder«« nur förder«« dürfe««: schon die amtlichen Lehrpläne setzen ihren besvirderen Altsprüchen be>ti«nmtc Schranken, «vie denn überhaupt die jüdischen Schulen in den Leistrnigen aus dein Gebiete der Allgeineir!bildu««g hinter keiner anderen Schule zurückstehen dürfen. Und «vie etlva int staatsbürgerlichen Unterricht jede partmnäßige Einstellung vcrinieden «verden «nnß, so kann auch hier das Drcnnende zurückgedrängt, das Gemeinsarne dagegen Hervorgehobcn «verden. Gegenseitiges Verständnis der Parteien, indern. man sie objektiv zu «vürdigen such«, sie in ihrer historischem und gegenwärtigen Bedeutung für die Genreirrde unb das Ge samtjndentnm kennen lehrt -- dazu kann und soll liier der Grund gelegt «verden. Beso««deren Wünschen der einen oder ailderen Schülergruppe kö««nte - «vie das ja sehr «vohl nach den «nodernen Lehrplänen «nöglich ist — in Forrn vor« Arbeitsgemeinschaften Rechnung getragen «verde««, aber auch hierbei leine Trennung nach Parteie«!! Ter Religionsunterricht «nuß alle vereinen! Jede partcircligivse Trennung - die Erfahrung har's gelehrt --- führt zu schweren Schäden i«n Schulorganismus. Er «nnß «vie ein Symbol der Einheitsidee erscheinen! Das liberale Judentum hat — so scheint es «nir — im Gegensatz zu den andern Parteien diesen Problemen der Erziehung nriscrer Jugend in den letzten Jahrzehnten nicht die erforderliche Aufmerlsamkeit geschenkt, hat das bedeutsame Erbe nicht «nit voller Treue verwaltet. Denken «vir daran, ehe es zu spät ist, daß es unsere Pflicht erfordert, für unsere Weltanschauung zu wirken und zu werben; denn unfere Stärke beruht nicht nur im Stolz aus eine große Vergangenheit, sonder«« vielmehr in der Hoffnung aus eine große Zukunst. Vereinsnachrichfen Freie Jüdische Volkshochschule. Am Sonnabend, den 2. No vember, abends 8 Uhr, Meistersaa«, Kot heuer Straße 38: Wie steht der moderne Mensch zur Religion? Am Sonntag, den 3. Novcinber, beginnt um 114?- Uhr in der Synagoge Fasaicenstraße ein Zyklus „Aus zeitgenössischer jüdischer Dichtung". Julius Bab spricht über Stefan Zlvcig, Edith Herrnstadt-Oettingen liest ans seiner Dichtung. Ain Sonntag, den 3. November, abends 8 Uhr, findet im Logcnhaus, .Kleiststraße t0, eine Sondcrvcranstaltung „Jüdische Musik aus Schallplalteu" statt, i» der Frau Aliee Jacob Lociueusoii au Schallplatteu soivie einigen Gesangs- und Klaviervorträgen (Gesang: Rahct Ermolnikosf) einen Uebcrbtick über Zeiten und Typen jüdischer Musi! geben ivird. (Apparat und Schallplntten:' Earl Lindström A.-05., Kuttnrabteiluug.) Verein für Jüdische Geschichte und Literatur E. L. Programm für bas Winter-Halbjahr 1929/30. Donnerstag, 31. Oktober 1929. Rabbiner Tr. Max Wiener, Berlin: Mose« Mendelssohns religiöser Glaube. Tonnerstag, 21. November 1929: Professor Tr. phil. JuliuS Hülfen, Frankfurt a. Alain: Tie Altfrankfnrter Judcngafse als Kultur- und Bautcniunst. Mit Lichtbildern. Tonnerstag, 12. Dezember 1929: Professor T. Haus Lietzinanu, Bertiir: Tic kulturelle Bedeutung der jüdischen Archäologie. Mit Lichtbildern. TonncrStag, 16. Januar 1930: Rezitator Ludivig Hardt, Berlin: An« Scholcm Aleichcm's Werten. Tonnerstag, 13. Februar 1930: Tr. Martin Buber, Heppenheim: Ter biblische FricdcnSgcdanke. Tonnerstag, 6. März 1930: Ministerialra« Hans Goslar, Berlin: GegenlvartS- und Zuknnftsaufgaben ber Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur. Donnerstag, 10. April 1930: Schriftsteller Kurt Walter ttzoldschmidt, Berlin: Moderne jüdische Dramatiker. Tie Vorträge finden im Gartensaat de« Log-c,^gcbändc», Klci«tstraße l(>, parterre, statt unb beginnen um 8 tlhr abend«. An alle K. C.er. Am Montag, den 4. November, abend« 8 Uhr, Kundgebung gegen judcnscindliche, staatsfeindliche, fulturfeindtiche Ströinnngeir auf deutschen Hochschntcir mii anschließendem Festkom'.ners veranstaltet voir der Verbindung und A.H.B. „Lprevia" im Rhcingotb in der Bellevuestraße. Ansprachen Hallen: ReichstagSaogeordneter Dr. Lndtvig Haas, Karlsruhe: Sanitätsrat Tr. Alfred (Kvldschmidt, Berlin--Halensec, Tr. Hermann Berlak, Berlin. 05 r v ß e ö f f e n t I i ch e W a h l k n n d g c b n n g de« Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Ortsgrnpve Berlin, am Dienstag, den 12. November, in der Stadthallc, Klosterstraßc. E« sprechen: Justizrat Dr. Brodnitz, R.-A. Dr. H. Eltclcs, Senatspräsident Tr. H. 05ros;«nanu, R.-A. Dr. 05. Grzimek, M. d. L. löäste «vitl kommen! Beginn 8 Uhr. Ammhme von Vestelluagev fiOf die Jüdisch - liberale Aeitrmg zfom Postämtern Deustchlmrd«