Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 44 (30.10.1929)
- Date
- 1929-10-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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einzige öffentliche Sitzung ab. Tie vertraulichen Sitzungen begannen am 28. Oktober. Ueber die Ergebnisse der Untersuchungen werden wir abschließend nach Beendigung der Arbeiten der Kommission berichten. Erweiterung des Keren Hajeffod. Turch die Annahme der Konstitution der Jewisi) Agency ist der Keren Hajeffod dessen hauptsächliches Finanzinstrnment geworden. Um die hierdurch notwendig gewordenen Aenderungen in der Zusammensetzung zu besprechen, fand am 22. Oktober unter dem Vorsitz von Herrn Oskar Wassermann in Berlin eine Besprechung statt. Herr Direltor Wassermann bellte als ersten Punkt der Tagesordnung die Frage der Ergänzung des Direktoriums durch Z u w a h l von n i ch t zionistischen Mitgliedern zur Besprechung. Ta der Keren Hajrssod das Finanzinstrunrent der Jewish Agency bildet und in der Agency die Parität von Zionisten und Nicht?, iowisten durchzustthren sei, sollte diese Gleichstellung auch bei der Zusammensetzung des Direktoriums Anwendung finden. Das Prinzip wurde einstimmig von der Sitzung als Richtlinie akzeptiert. Es wurde ferner Uebereinstimmung darüber sestgcstcllt, daß bei der Auswahl der neu zu wählenden Direktoren das Prinzip der Vertretung der Länder nicht angewendet werden soll. Vorderhand wurde beschlossen, die Herren Dr. Bernhard Kahn-Berlin und Dr. Visier, den Vorsitzenden des Ker.'n Haje'sod >ür Holland, ins Direktorium zu nominieren. Ueber die Besetzung der weiteren vier Direktorenposten werden noch Verhandlungen erfolgen. « Aus dm Gemeinden * Braunfchweig. (Abs chi c dspredigt des Landesrabbi n er s.) Am Simchath Thorafcst verabschiedete sich .Herr Lau desrabbincr Tr. Wilhelm, der einem ehrenvollen Ruf nach Tort mund folgt, von der Braunschweiger Gemeinde. Tas Gotteshaus war wie an den Hohen Feiertagen dicht gefüllt. In seiner Abschiedspredigt sprach Herr Dr. Wilhelm von der innigen Verbundenheit, mit der er seiner Gemeinde zugetan war und von dem Vertrauen, das man ihm entgegenbrachtc und das zu rechtfertigen stets sein Be streben >var. Der Prediger führte aus, daß ihm ganz besonders die Erziehung der Jugend am .Herzen gelegen hat und das; er darin heule die Hauptaufgabe des Rabbiners erblickt. Er erwähnte ferner mit besonderer Freude, daß auch die aus dem Osten stammenden Glaubensgenossen stets in ihm ihr religiöses Oberhaupt erblickt haben. Tie Predigt hinterließ bei der Gemeinde einen tiefen Eindruck. Crumstadt. (Todesfall.) Ter erste Vorsteher hiesiger Gemeinde, Gustav Bruchfeld, ist vor kurzem verschiede». Drei Jahr« ^hnte hat er die religiösen Interessen mit großer Hingabe und Treue überwacht und durch sein selbstloses, hilfsbereites Wesen vielen ein edles Beispiel gegeben. Seine Beliebtheit wurde durch die starke Beteiligung aller Biirgerkrcise an der Beisetzung des Verstorbenen bewiesen. Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt, tvidmete dem Entschlafenen ehrende Worte, und Lehrer Laffra sprach namens des Vorstandes und aller Gemeindemitglieder den Dank für das gemeinnützige Wirken des allgemein geachteten Mannes aus. Dessau. (I u st i z r a t D r. Cohn 60 Jahre.) Eine der markantesten Persönlichkeiten des deutschen Judentums, Staatsrat a. T. Justizrat Dr. Hermann Cohn, vollendete am 28. Oktober sein sechzigstes Lebensjahr. Für die Israelitische Kultusgemeinde Dessau bedeutet dieser Tag eine Feier, weil Justizrat Cohn nicht nur äußerlich der Gemeindevorsitzende ist, sondern in den vielen Jahren, seitdem dies Amt in seinen Händen liegt, die oft schwierigen Verhältnisse der Gemeinde mit zielsicherem Blick und fester Hand gemeistert hat. Sein stark ausgeprägter Sinn für die Realitäten des Lebens ist gepaart mit warmherziger und reicher Liebe, und diese seine Führercigenschasten haben seine Wirksamkeit zu einem wahren Segen für die Gemeinde iverden lassen. Aber weit über seine engere Glaubensgemeinschaft hinaus hat Staatsrat Cohn in der Oefsentlichkcit seines Landes eine führende Rolle gespielt, und weit über die Grenzen seines engeren Heimatlandes hinaus ist er der deutsch-jüdischen Oefsentlichkeil bekannt geworden. Seine hingebungsvolle Tätigkeit ist nicht zuletzt auch der Bewegung des liberalen Judentums zugute gekommen; ohne besonderes Amt ist er stets für unsere Sache eingetreten, und tvie sehr er zu uns gehört, ist noch jüngst während der glanzvollen Mendelssohn-Feiern in Dessau, an deren Gestaltung er führend mitgewirkt hat, zu Tage getreten. Unser Dank und unsere Glückwünsche seien dem tapferen und starken Manne auch an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht. Dortmund. (I u g e n d g o t t e s d i e n st am Simchath- Thora.) Das Simchath Thorafest wurde in diesem Jahre am Samstag-Abend auf Vorschlag und unter Leitung von Rabbiner Tr. Appel in einer für unsere Gemeinde bisher einzig dastehenden Feier begangen. Im Anschluß an das Abendgebet fand ein Jugend« gottesdienst statt, bei dem die Jugend selbst alle Funktionen übernahm: das Vorbeten, die Thoravorlesung, das Aufrufen von Knaben unter 13 Jahren, den Vortrag einer deutschen Schristverlesung und der deutschen Gebete, Chorgesang, den Umzug der Thorarollen. — All das fand in einer solch erhebenden und fehlerlosen Form statt, daß man meinen sollte, die Ausübenden wären in ihren Funktionen ständig tätig. Die Synagoge war wie an den höchsten Feiertagen überfüllt. — Am Nachmittag des Festes versammelte sich die jüdische Jugend um ihren Rabbiner im Gemeindehaus, um bei Kaffee und Kuchen, unter Spiel und Tanz das Fest auf gemütliche Weise zu begehen. — Die weihevollen und frohen Stunden werden den daran Beteiligten in unvergeßlicher Erinnerung bleiben. Elberfeld. (S y n a g o g e n s ch a n d u n g.) Der „Welt am Montag" wird aus Elberfeld telegraphiert: Einen gemeinen Bubenstreich führten rechtsradikale Kreise in der Nacht zu Samstag, 26. Oktober, auf die Elberfelder Synagoge aus. Unbekannte Täter beklebten die Türen des Gotteshauses mit Plakaten für das Volksbegehren, besudelten die Treppe mit Kol und beschmutzten in richtiger Erkenntnis des Wertes ihrer Flugschriften die au die Türen angeklebten Flug« blätter ebenfalls mit Kot. Tie Täter konnten unerkannt entkommen. Die Ermittlungen sind eingeleitet. Hamburg. (Professor D r. Aby Marburg gestorben.) In seiner Wohnung in Hamburg verstarb an Herzschlag im Alter von 63 Jahren Herr Professor Dr. Aby Marburg, der STO&WERal billig, iDohlSchmeckcnd, tz nahrhaft. hervorragende Kunsthistvriker und Kultursorscher. Als Gründer der über Hamburg und Deutschland hinaus bekannte» kulturwissenschaftlichen Bibliothek und als Kunsthistoriker an der Hamburgischen Universität genoß er weit über die Grenzen Hamburgs hinaus hohes wissenschaftliches Ansehen. Tie von ihm mit Hilfe des Herrn Max M. Marburg und anderen Mitgliedern der Familie Marburg geschaffene, viele tausend Bände umfassende Bibliothek Marburg bietet eine einzigartige Uebersicht über die Kunst in Vergangenheit und Gegenwart, namentlich über die Kunst der asiatischen Völker. Professor Dr. Aby Marburg war ein Abkömmling einer der ältesten jüdischen Patrizierfamilicn Deutschtands. Die deutsche Presse beklagt den Tod des Gelehrten als einen großen Verlust für die deutsche Wissenschaft. Hoya. (Hohes Alter.) .Hier beging Herr A. Elias seinen 90. Geburtstag in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Außer der Gemeinde nahmen auch die Behörden am Ehrentage des Greises den regsten Anteil. Die Stadtvertretung ließ eine Blumen-- spende überreichen. Der Vater des Jubilars hat sogar ein Alter von fast 100 Jahren erreicht. Kohlhöfen. (Vorstands tv a h l.) In der letzten Sitzung des Dclegiertenkollegiums des deutsch-israelitischen Synagogenverbandes wurde Joses Bachrach jun. zum leitenden Vorsteher der Gemeinde- Synagoge Kohlhöfcn gewählt. Leipzig. (Professor Rudolf Kittel gestorben.) Im Alter von 76 Jahren verstarb in Leipzig der Theologe Professor Rudolf Kittel, einer der hervorragendsten Alttestamentler. Kittel veröffentlichte eine große Anzahl von Untersuchungen über Probleme des Alten Testaments, sowie Kommentare zu den Büchern der Könige und Psalmen. Bekannt wurde er vor allem durch sein großes Werk „Geschichte des Volkes Israel". Er bekleidete die Würde eines Domherrn des Hochstiftes Meißen. Magdeburg. (P e r so n l i ches.) Dieser Tage beging Herr Dr. Ernst Merzbach seinen fünfzigsten Geburtstag. Der Jubilar nimmt im jüdischen Leben Magdeburgs eine führende Slellung ein und gehört auch dem Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden als liberales Ratsmitglied an. Das Magdeburger Ge- Der BUICK 1930 ist da! Neue fließende Linien weisen auf neue, gesteigerte Kraft und Geschwindigkeit l^j^/und erbar eindrucksvoll fürs Auge ist der neue Buick.! Fisher — der beste Wagenbauer der Welt hat lange, niedrige Karosserien geschaffen, von herrlicher Beschwingtheit der Linien, die Zeugnis ablegen für den neuen Geist der Maschine. In 26 Jahren hat Buick keinen schöneren Wagen auf den Markt gebracht. Die Konstrukteure des Buick haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht und die Leistungsfähigkeit des herrlichen Motors wieder verbessert. Die Maschine entwickelt bedeutend mehr Kraft und Schnelligkeit, ohne jedoch mehr Brennstoff zu verbrauchen. Unendlich weich und gleichmäßig zieht der Wagen an; ruhig und glatt fährt er über jede Unebenheit der Straße hinweg dank der neuen doppeltwirkenden Stoßdämpfer und der stoßgedämpften Lenkung. Neue starke Vierrad- Innenbackcnbremsen bringen ihn unmittelbar zum Stehen. Aber Sie müssen den neuen Buick selber fahren, um ihn vollauf würdigen zu können. Machen Sie eine unverbindliche Probefahrt; überzeugen Sie sich persönlich von der größeren Geräumigkeit der Wagen, von der Bequemlichkeit des verstellbaren Führersitzes und den tausend Verbesserungen, die den neuen Buick so bequem und kixutJSi machen. Verlangen Sie auch illustrierte Literatur sowie Aufrkunft über das bequeme General Motors Zablungssyseem. DER NEUE BUICK * General Motors G.m.b.H., Berlin-Borsigwalde Auter-»*ierte>r Mmmi HiüdtlM fir ftoidc »»d