Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 44 (30.10.1929)
- Date
- 1929-10-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Urteil, [äifcei! es, gcftalten ihre Stimmung, oie, crnseitig, zur Grunosliinmung geworden, die ganze Weite ihres Glaubens aus füllt. Die gleiche Beobachtung wie bei oen Einzelnen, machen wir bei ganzen (Gemeinschaften. Da sino zwei Bruderoökker an oen Abhängen des Himalaya, sie haben dasselbe Leben, dieselben Götter und dieselbe Anschauung. Das eine Volt zieht zum Süden in eine üppige, aber lähineude und entnervende Natur, erleidet allerlei natürliche und geschichtliche Katastrophen, wird müde und malt, verzagend und verzichtend und erzeugt eine Religion des Pessimismus, lind das andere Brudervolk zieht gen Norden au, die Hochebene von Iran in hartes Klima zu hartem Lebenskampfaber im Ringen und Kämpfen, im Schassen und Wirken entstehen Mul und Kraft, Freude und Lust, und so wird die hoffnungssrohe Religion Zarathustras geboren, die Religion des Optimismus. Und gilt nicht Aehnlichcs für die beiden anderen Religion.':,, die ebenfalls aus gleichem Blute geboren, aber unter verschiedenen Verhältnissen gestaltet, ganz entgegengesetzte Wege nehmen? Das Judentum, aus jugendlich aufstrebender Welt hervorgehend, bleibt dem Leben zngcwandt und sein Optimismus hat selbst in leidvoller Zeit sich bewährt, war so st.arl, oaß er über alles Leid siegreich emporslieg. Das Christentum in trüben Zeiten des Verfalles geboren, gestaltet in leiovollen Verhältnissen, Mühseliger und Beladener, Geknechteter und Versklavter, neigt zu Weltschmerz, zu Lebcns-- entsagnng und Lebensstncht, Von Buddha wird höchst bezeichnender Weise erzählt, daß er zu seiner Lehre des Leides und der Verneinung gekommen sei, als er an, seiner ersten Ausfahrt hintereinander einem Kranken, einem Greis uno einem Leichnam begegnete: so schien ihm Leben Krankheit, Älter und Tod zu bedeuten. Hätte ev auf seinem ersten Wege in die Welt einen Gesundheitblühenoen, einen Jüngling, eine ,rohe .Kinderschar getroffen, hätte sich oa nicht vielleicht sein Lebensurteil entgegengesetzt gestaltet? So tanri also die Frage nicht lauten: Wer hat recht, die optimistische oder die pessimistische Anschauung vom Leben? Sondern vielmehr: wer soll recht haben? Was wollen wir von der Religion? Soll sie der Arzt sein, der uns im Schmerz ein Betäubungsmittel reicht, ein Opiat, das uns unempfindlich macht gegen die Realitäten des Leidens, uns über das Leid hinwegtäuscht und in süße Träume wiegt? Diesen Weg sind die Religionen des Pessimismus gegangen, das hat die Müden urrd die Matten, die Verzagenden und Verzweifelten immer wieder zu ihnen hingeführt. Was sie in der Wirklichkeit nicht erhofften und nicht finden konnten, fanden sie in den Träumen vom glückseligen Jenseits oder vom Erlöstsein im Nichtmehrsein des Nirwana. Das Judentum aber will der Arzt sein, der nicht aus die Betäubung des Schmerzes, sondern aus die Heilung des Leidens bedacht ist. Darum fordert es. daß nicht Temperament und äußere Erfahrung ausschlaggebend für die Leitung unseres Lebensschisfleins sein soll, sondern bewußte Erkenntnis und bewußter Wille. Das Judentum fordert, das; der Wille dem Temperament Zügel anlegl, nicht so sehr den aktiven, sanguinischen als vielmehr den phlegmatischen und melancholischen, damit sie uns nicht innerlich erstarren lasten. Das Judentum fordert, daß wir unsere persönliche Erfahrung nicht schon als allgemeingültige betrachten, daß wie neben den Steinen, die den Lebensweg zum Leidensweg machen, nicht die tausend Blumen übersehen, die ,rn seinem Rande unser Herz erfreuen, unfere Seele hätten laben können. Ja, wir sollen erkennen, daß auch die Steine sich in Brot verwandeln können, wenn sie zermahlen das Ackerland mit neuem Lcbensstofs bereichern, daß aus dem Leid das Leben Weite und Tiefe, Heiligkeit und Segen gewinnen kann. So foroerl das Judentum, daß wir nicht a u s dem Leben f o r 1 g e h e n und nicht am Leben, vo r b eig eb e n, sondern im Leben dem Leben geben, was i b m Wert und Würde, Schönheit n n d F r e u d c verleihen k a n n. Von Simon ben Jochai erzählt die alte jüdische Legende, daß er einst über seine! Genossen zürnte, als in ihrem Kreise die Römer gerühmt wurden lvegen der Brücken, die sie erbauten, der Marktplätze, die sie errichteten, der Bäder, die sie geschaffen. Wie kann | man, so sagte er, sich solch irdischen Dingen mit Leidenschaft widmen und dadurch die himmlischen verabsäumen! Ob seiner Kritil von den Römern verfolgt, muß er mit seinem Sohn in die Einöde fliehen, wo er 12 Jahre sich völlig dem Studium der göttlichen Lehre hingibt. Als die Gefahr vorüber und er zurückkehrt aus seiner Einsamkeit, findet er das öde Land bevölkert. Die Bauern arbeiten froh aus ihren Feldern, die Handwerker in ihrer Werkstatt und ein jubelnder Hochzertszug kreuzt seinen Weg. Simon ben Jochai, in seiner Einsamkeit oes Lebens entwöhnt, grollt über die Menschen, die an den Eitelkeiten des irdischen Lebens hängen und darüber das himmlische Leben nicht bedenken. Sein Zornesblick verbrennt alles, worauf sein Auge fallt. Da erschallt eine Stimme vom Himmel: Du Tor, was verbrennst du meine Eroe: habe ich geschaffen, daß du zerstörst? Fort mit dir in deine Höhle und forsche in meiner Lehre, ob du nicht einen anderen Sinn des Lebens findest. Als er nach Jahresfrist die Höhle verläßt, ist alles, was er verbrannt, wieder zu neuer Schönheit erstanden. Ta aber gerät der Sohn Simon ben Jochais in Zorn, wie einst der Vater, und schon versengt er mit seinem Blick die nächste Umgebung. Da aber fährt ihn der Vater an: Halt ein, mein Sohn, denn anders habe ich gelernt in oen Worten der Schrift. Gott hat mich erleuchtet, er will, oaß wir sein Werk ehren, nicht durch Abkehr und Verachtung, sondern durch Mitarbeit und Freude. Fortan will ich helfen Brücken zu bauen, damit die Menschen von verschiedenen Ufern zueinander kommen können, fortan will ich helfen Marktplätze einzucichten, damit eine nützliche Verteilung der Güter stattfinden kann, fortan auch will ich Mitarbeiten an der Einrichtung von Bädern, um die allgemeine Gesundheit zu fördern. So erkannte Simon ben Jochai die Auffassung des Judentums. Hermann Ungar gestorben In Prag verstarb an den Folgen einer Blinddarmentzündung der hochbegabte Erzähler und Dramatiker Hermann Ungar im Alter von noch nicht 40 Jahren. Ungar war früher Attache an der tschechoslowak'- schen Gesandtschaft in Berlin und war jetzt im Auswärtgien Amt in Prag tätig. Schon durch sein erstes Buch „Knaben und Mörder", das das Milieu eines jüdischen Alters- und Versammlungskalender Dortmund. Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum. Sonnabend, den 2. November, abend» 8.Z0 Uhr, im Kemeindehaus, öffentlicher Bortrag des Herrn Rechtsanwalts Dr. Hugo Hofsrnimi, Frankfurt a. M., über: Welche Forderungen stellen wir an unsere religiös-liberalen Kemeindevertreter? Gottesdienste Lerttn-Norden. Liberale Synagoge Norden (Schönhauser Allee 162). Freitag, 1. November, 7.15 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonfki. Sonnabend, 2. November, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Berkiri'Meftind Liberale Synagoge Westend (Aula Lcistikowstrahe 7, nahe Reichskanzlerplatz). Freitag, 1. November, 7.15 Uhr abends, Gotlesdirnst. Predigt: Dr. Swarsenski. Derlin-Wilmersdvrf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (Lecilicrrfchule, Nikolsburger Platz). Freitag, 1. November, 7.15 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Dr. Andorn. Berlin. Jüdische Reform-Gemeinde. Gottesdienste am Sonntag, den 3. November: Johannisstrahe 16 vormittags 10.30 Uhr, Predigt: Dr. Rofenthal; Kleiststraße 10 vormittags 10 Uhr, Predigt: Dr. Lehmann. Waisenheims schildert, und das von Thomas Mann mit einem Bekenntnis zum Talent dcs jungen Dichters eingeleitet wurde, hat er die Aufmerksamkeit weiter literarischer Kreise aus sich gelenkt. Eine Anzahl weiterer Werke, so auch seine iu Berlin und in anderen Großstädten mit großem Erfolge gespielte Tragödie „Der rote General", in der er das Schicksal Trotzkis zu gestalten versuchte, schien die großen Erwartungen, die man aus das Können Hermann Ungars setzte, zu bestätigen. Im November sollte in Berlin sie Urausfühning seines neuen Stückes „Die Gartenlaube" stattfinden, die es aber nicht mehr erleben sollte. Hermann Ungar begleitete die zionistische Bewegung mit starker Sympathie. AntisemitischeSkudenkenkrawalle in Wien Völkische Studenten, von denen viele Heimwehrabzeichen trugen, besetzten am 29. Oktober dm Eingang zur Technischen Hochschule und verwehrten demokratischen und jüdischen Studenten den Einlaß. Die Hochschule wurde vom Rektorat gesperrt, die Völkischen zogen zur Haupt-Universität, wo es ebenfalls zu Tumulten kam. Tie Polizei sperrte die Rampe gegen die Ringstraße ab und verhinderte so weitere Unruhen. Umschau Ministerpräsident Gras Bethlen gegen den ungarischen Antisemitismus. Das ungarische Parlament behandelte die Interpellation des Sozialisten Peyer betressend ben Schutz der ungarischen Judenschaft im Zusammenhang mit der Genfer Rede des ungarischen Völterbundvertreters Grafen Albert Apponyi über oie Noiwcudigk'eit des Schutzes der Juden in Palästina. Ter Interpellant Peyer fragte, warum die ungarische Regierung diese Auffassung nicht auch in Ungarn zu verwirklichen bestrebt nt? Die jüdische Bevölkerung Ungarns wird noch immer in einem Ausnahmezustand gehalten. Bei der Revision der Schank- und Trasiklizenzen gilt es als erschwerender Umstand, wenn jemand jüdischer Konfession ist. Sehr brauchbare Lehrer werden gezwungen, ihre Stellen zu oerlasfen, die nichts anderes verbrochen haben, als daß sie eben Juden sind. Auch bei der Durchführung der Bodenreform waren für die jüdischen Grundbesitzer spezielle Gesichtspunkte maßgebend. In den Hochschulen werden die jüdischen Hörer insultiert und neuerdings auch „überredet", die Lehrsäle zu verlassen, wo sie ihren Studien obliegen. Ministerpräsident Gras Stefan Bethlen beantwortete die Interpellation Peyers und führte ungefähr aus: Ich setze voraus, daß uns Herr Abgeordneter Peyer in dem Bestreben unterstützen will, den Antisemitismus, der in diesen! Lande insbesondere nach der Revolution entflammt war, mit vereinter Kraft zu überwinden. Die Regierung besaßt sich mit dieser Frage schon seit Jahren. Man dient aber dieser Sache nicht durch Uebertreibung, sondern durch Beruhigung der Gemüter. Gras Albert Apponyi, der an den Genfer Verhandlungen im Aufträge der Regierung teilgenommen hat, betonte die allgemeinen humanen Gesichtspunkte und beabsichtigte nicht, an der Haltung der englischen Regierung eine Kritil zu üben. Man kann keinerlei Parallele zwischen der Lage der Palästina-Juden und der der ungarischen Judenschaft ziehen. In Palästina hat ein Mandatarstaat zionistisch gesinnte Juden angesiedelt, die dort als Nation leben wollen. Hier ist die ungarische Judenschaft niemals mit einer solchen Intention hervorgetreten. Die ungarische Judenschaft ist in ihrer überwiegend größeren Mehrheit ungarisch gesinnt, obwohl sich zur Zeit des kommunistischen Regimes bedauerlicherweise einzelne gesunden haberr, die sich dieser allgemeinen Auffassung widersetzt haben. Die ungarische Jusenschüfl hat es nicht nötig, daß irgendjemand aus Grund der Lage der Palästina-Juden um Schutz für sie ansucht; es verbietet sich, ihre Lage zu parteipolitischen Zwecken auszuschroten. Graf Bethlen stellte entschieden in Abrede, daß die An gehörigleit zur jüdischen Konfession bei der Revision der Schank- und Trasiklizenzen als Nachteil betrachtet wird, woraus Abg. Kabok dazwischen rie,: „Es genügt nicht, in Abrede zu stellen; Beweise müssen Sie liefern, Herr Ministerpräsident!" Graf Bethlenn erwiderte: „Es hat immer der zu beweisen, der beschuldigt. Unrichtig sei auch die Behauptung, als wären zahlreiche Lehrer nur darum, weil sie israelitischer Konfession sind, entlassen worden. Das Gericht für Besitzregelung hat den Paragraphen 5 bezüglich der im Kriege erworbenen Grundbesitze angewandt. Dafür sann ich nichts, daß dieser Paragraph in vielen Fallen unsere israelitischen Mitbürger gelrossen hat. Abg. Peyer rief dem MinistciprüsidLnten zu, daß auch die Bodeneriverbungen von Israeliten aus oer Vorkriegszeit enteignet wurden. Graf Bethlen lam auf die Unruhen an ben Hochschulen zu sprechen uno stellte fest, daß die Universitätsbehörden energisch einschreiten und daß der Rektor der Technischen Hochschule Com Kultusminister aufgefordert worden ist, die in ch drückt ich st en Mittel in Anspruch zu nehmen. Aus einen Zwischenruf bemerkte Bethlen, oer Staatsanwalt Hab.' nicht einschreiten können, weil oie zuständigen Faktoren der Hochschulen oie Pktsonen, gegen die das Strafverfahren ringele, tct iveroen müßte, nicht zu eruieren vermochten. Die Reg'nrung wird, falls sich'die Exzesse fortsetzen, die Polizei ermächtigen, ihrer Pflicht auch im Bereiche oer Hochschulen tinchzulommen. Fürs Zweite kann oie Regierung die Hochschulen solange geschlossen halten, bis Garantien oer Ordnung gegeben fiiu>. Vorläufig vertrauen wir daraus, oaß es oer Energie des Rektors gelingen wird, die Ordnung wiederherzustellen. Ich bitte, zur Kenntnis zu nehmen, daß die Regierung ihre Pflicht auch in diesem Belange erfüllen wird. Abg. Peyer ergriff noch einmal oas Wort und erklärte, der Minister des Innern verfahre Juden gegenüber z. B. -u Reprtriierungsangelegenheiten ganz anders, als anderer, gegenüber. Die Antwort nehme er nicht zur Kenntnis. Graf Bethlen stellte entsch-eoen zur Abrede, daß bei Repatriierung spezielle Regeln für Juden bestehen. „Es handelt sich hier darum, daß wir die Einwanderung von Galiziern nicht zir fördern wünschen. Und ich behaupte, daß auch die patriotischen ungarischen Juden nicht dafür sind, daß diese Einwanderung größere Dimensionen annehme." Peyer erwiderte, er sei darauf gefaßt gewesen, daß man wieder eine alte Grammophonplatte vornehmen und das Gc-lizierlieo spielen lassen werde. Er halte die von ihm milgcteilten Tatsachen aufrecht. — Tie Antwort des Ministerpräsidenten wurde mit überwiegender Mehrheit angenommen. Franz Werfel aus dem Judentum ausgetreten. Seitens der Wiener Israelitischen Kultusgcmeivde wird dem Jla- Vcrtreter mitgeteilt, oaß der Dichter Franz Werfet ofi'.ziell seinen Austritt aus dem Judentum angemetdet hat. Dieser Schritt Franz Werfels hat in der Wiener jüdischen Oessentlichkeit umsomehr Aufsehen erregt, als oer Dichter vor nicht langer Zeit im Zusammenhang mit der von jüdischer Seile geübten abfälligen Kritik an seinem Drama „Paulus unter den Juden" in Zuschriften an jüdische Zeitungen sein.' Zugehörigkeit zum Nationaljudentum besonders betonte und sich scharf gegen die Verdächtigung wandte, als ob es ihm nicht ernst um sein Judesein wäre. Bisher war eine Feststellung nicht möglich, ob Werfel Dissident geworden ist oder ob er durch Taufe ein christliches Bekenntnis angenommen hat. Professor Alois Pick, Präsident der Wiener KrUtusgemeinde, 70 Jahre alt. Der Präsident der Israelitischen Kul lusgemeinde Wien, Universitätsprofessor Dr. Alois Pick, Warans Anlaß seines 70. Geburtstages, dev er am 15. Oktober feierte, Gegenstand großer Ehrungen. Viele Hunderte prominente jüdifche Persönlichkeilen Wiens und Abordnungen von 94 jüdischen Körperschaften erschienen in seiner Wohnung, um ihm Glückwünsche darzubringen. Der Kultusvorstand hielt zu Ehren des Jubilars eine Festsitzung ab, in der die Vizepräsidenten der Gemeinde Dr. Jakob Ornstein und Tr. Joseph Löwenherz Festgrüße sprachen. Es kamen dann die Vertreter des Rabbinerverbandes, der Bezirkskommissionen der Bethausvorstände, der soziakev Fürsorge und der Beamtenschaft zu Worte. Ter Jubilar dankte in herzlichen Worten. In der Festsitzung wurden in überaus herzlichem Tone gehaltene Gratulationsschreiben vom Bundeskanzler Schober, dem früheren Bundespräsidcnten Hämisch, dem Rektor der Universität Professor Jnnitzer, vom Kultusminister, Jiom Minister für soziale Fürsorge, vom Bürgermeister r-eitz, Stadtrat Breitner, dem deutschen Generalkonsul u. a. m. verlesen. Eine Offiziersabordnung des Deutschmeister-Bundes überbrachte dem Jubilar das Diplom seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des Bundes. Die Wiener Tagespresse würdigte eingehend die Persönlichkeit und die Verdienste des Jubilars. Tagung der Executive des Weltverbandes Jüdischer Handwerker. Im Beisein des Vizepräsidenten, des Sejmabgeordncten Eh. Rasner, Warschau, und der Berliner Prä sid'iumsmitglieder fand in Berlin eine Sitzung der Executive statt, in der der Arbeitsplan für die nächste Zeit besprochen wurde. Hierzu wurde beschlossen: 1. Ten Verbanosrat im Dezember oder Januar in Berlin einzuvernsen. 2. Einen Werbeaufruf in zwei Sprachen zu versenden. 3. Zur Erlangung statistischen Materials über die jüdische Handwerkerbewegung und zur Kenntnis der Verhältnisse in oen einzelnen Ländern Fragebogen zu versenden, 4. Eine Pressekonferenz in Berlin einzuberufen. 5. Prominente Pcrsönlichkeitenn für oen Verbandsrat zu gewinnen, ii. Probcausgabe einer Zeitung, oie in zwei Sprachen erscheinen soll, herauszubringen. Blumentag für „Ort" in Amerika. Am 26. und 27. Oktober fanden in New Park, Newark und Detroit Veranstaltungen statt, die eine Demonstration der Hilfsbereitschaft der jüdischen Bevölkerung Amerikas für die notleidenden Juden in Rußland sein sollten. Tie Institution der „Volkswerkzeugsaktion" der Gesellschaften „Ort" und „Agro-Joint" — an deren Spitze der bekannte jüdische Arbeiterführer B. Vladek steht - veranstaltete an den genannten Tagen einen Blumentag, dessen Ertrag zur Beschaffung von Maschinen und Rohstoffen durch „Ort" für diejenigen deklassierten Juden in Rußland, die auf eine Hilfe von Verwandten im Auslande nicht rechnen können, verwendet werden soll. Tie für solche Volksveranstaltungen sonst sehr schwer zu erlangende amtliche Genehmigung wurde auf Grund einer Befürwortung seitens des Vize-Gouverneurs von New Dort, Herbert Lehman, der einer der Führer des Joint und Mitglied der Exekutive des amerikanischen „Ort" ist, erteilt. Aehnliche Veranstaltungen werden im Verlauf des Monats November in vielen anderen Orten der Bereinigten Staaten durchgesührt werden. Die Untersuchungskommifsion in Palästina eingetroffen. Tie britische Untersuchungskommission für Palästina, bestehend aus Sir Walter Shaw, Sir John Betterton, den Abgeordneten Morris und Snell sowie Herrn Lloyd vom ^Kolonialamt, ist am Donnerstag, den 24. Oktober, in Palästina eingetroffen. Tie Kommission hielt um 4 Uhr nachmittags im Hause des Distriktsgerichtes ihre erste und wahrscheinlich