Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 41 (9.10.1929)
- Date
- 1929-10-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- Bertha Badt 1× ep/1028166
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Berlin. Sitzung bet Provinzialverbände der preußischen S y n a g o g e n - G e m e i n d e n.) Delegierte der Provinzialvcrbände ber preußischen Synagogen-Gemeinden tverben am 10. November b. I. im Sitzungszimmer bes Preußischen Landesverbandes, BcrliwCharlottenburg, Kantstraße 158, zur Behandlung folgenber vorläusig ausgestellten Tagesordnung zusammentreten. 1. Eröffnung und Konstituierung. 2. Verhältnis ber Provinzialverbände zum Preußischen Landesverband jübischer Gemeinden. 3. Beiträge unb Mitgliedschaften zu Landes- und Provinzialverbanb. L Stärkere Aktivierung ber Provinzialverbändc. 5. Stimmvcrhältnis ber Anschlußgemeinbcn im Provinzialverbanb. Breslau. (Sitzung ber Gemeindevertretung.) Ten Hauptgegenstand ber Gemeinbevertreter-Sitzung am 26. September, der ersten nach dreimonatiger Sommerpause, bildete die Einrichtung des von der Gemeinde erworbenen Grundstücks Schweidnitzer Stadtgraben 28 (gegenüber ber Liebichshöhe) zum Jugendheim. Für den Vorstand berichtete Frau Paula Ollendorss ausführlich über die beabsichtigte Bertvendung der einzelnen Räume des Hauses nach seiner Ucbernahme am 1. Oktober. In das Erdgeschoß soll der Arbeitsnachweis, die Berufsberatung und die Geschäftsstelle des Reichsbundes jübischer Frontsolbaten verlegt werben. Der erste Stock soll durch Zusammenlegung von Räumen Bersammlungs-, Klub- und Lehrzimmer ergeben und das Berwaltnngsbüro nebst Baderäumcn ausnehmen. Für das Lehrlingsheim ist die halbe dritte Etage in Aussicht genommen. Andere Teile des Gebäudes stehen vorerst nicht zur Verfügung. Die Gemeindevertretung bewilligte die zum Umbau erforderlichen Kosten, nach dem Voranschläge Mk. 33 000,—, und sprach der Vertreterin des Vorstandes für die geleistete hervorragende Arbeit warmen Dank aus. — Ter Vorsitzende, Justizrat Peiser, hatte in seinen Eröffnungsworten in Treue der Verluste gedacht, die die Judenheit in den letzten Monaten betroffen haben, des Amerikaners Louis Marshal und des Vizepräsidenten des preußischen Landesverbandes Professor Türk. Er beklagte die Opfer der Untaten in Palästina aufs wärmste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der Mandatarmacht gelingen werde, Ruhe zu schaffen. Ferner gab er bekannt, daß die Gemeindevertretung zur Linderung der Not in Palästina einstimmig Mk. 3000,— zu bewilligen beschlossen habe und bat den Vorstand um seine Zustimmung dazu. — Bankdirektor Felix Sander und Kaufmann Meyer Koppenheim lvurden in ihr Vorstandsamt eingesührt. Zivei Grabpflegelegate gelangten zur Annahme, und der Rechnungsabschluß 1928/29 wurde genehmigt. Der Antrag der zionistischen Fraktion, auch die Vermögenssteuer zu den Gemeindesteuern heranzuziehen, verfiel nach längerer Aussprache der Vertagung, nachdem der Vorstand erklärt hatte, daß er sich von diesen Erträgen nicht viel verspreche. Die Wahl der Gemeindevertreter in den Ausschuß des Jugenduub Vereinshauses ergab Rechtsanwalt Spitz, Generalkonsul Smoschewer, Dr. Schlesinger, Rechtsanwalt Nothmann und Frau Dr. Rabin; vom Vorstände gehören Frau Paula Ollendorsf, Sanitätsrat Dr. Bach, Justizrat Dr. Goldschmidt und Kaufmann Mendel Hoffmann diesem Ausschüsse an. — Eine kurze geheime Sitzung beschäftigte sich mit Ersatzwahlen in den Finanz- und Gehaltsausschuß. Breslau. (S o n ll t ag s g o t t c s d i e n st lndcrNeueII Synagoge.) Am Sonntag, den 29. September, fand hier der erste Sonntagsgottesdienst des Winterhalbjahres in der Neuen Synagoge statt. Es amtierten Rabbiner Dr. Sänger und Oberkantor Borin. Dr. Sänger stellte seine Predigt aus die Bedeutung des Tages (erster Selichauth-Tag) ein und legte dar, wie man für alte Bräuche neue Formen finden und so die Rückkehr der Gemeinde zum Religiösen erwirken könne. Trotz des schönen, zum Aufenthalt im Freien verlockenden Wetters und ungeachtet der für die allernächste Zeit in Aussicht stehenden Festgottesdienste hatten sich immerhin ungefähr 250 Andächtige cingesunden. Cosel. (F r i e dho s s d i e b e in Cosel.) Aus dem jüdischen Friedhof in Cosel wurden in einer der vergangenen Nächte von Dieben drei Bronzetafeln von Grabdenkmälern gestohlen. Die Täter gelangten durch Uebersteigen der Umzäunung auf den Friedhof. Bei zwei weiteren Grabsteinen waren schon die Schrauben von den Platten losgelöst worden, die aber von den Dieben nicht mitgenommen worden sind, da sic anscheinend gestört »vurden. Cosvig. (Enthüllung der Gedenktafel für Hermann Cohen.) Im Rathaus zu Cosvig (Anhalt), der Geburts^ stadt Hermann Cohens, wurde am Sonntag eine vom Berliner Bildhauer Jllemann geschaffene Bronzcplakette des großen Ma» burger Philosophen enthüllt. Die Plakette zeigt im Ausmaße von 75 Zentimetern im Quadrat den Kopf Hermann Cohens, um den Kopf herum die Inschrift: „Hermann Cohen, Neuerer der Ideen im Sinne Platos und Kants, Professor der Philosophie an der Universität Marburg 1872—1912, geboren in Cosvig 4. 7. 1842, gestorben in Berlin 4. 4. 1918." Die Plakette ist das Geschenk eines früheren Schülers Cohens an Frau Geheimrat Cohen, die ihrerseits sie der Geburtsstabt Cosvig stiftete. Zur Enthüllung hatte sich eine große Anzahl Cosviger Einwohner unb Verehrer Hermann Cohens aus ganz Deutschland eingesunden. Der Bürgermeister ber Stabt Cosvig zeichnete Cohen als den großen Sohn der kleinen anhaltischen Stabt unb erinnerte daran, baß Cohen eine Stiftung in ber Stadt Cosvig errichtete, die Söhnen von Arbeitern und Lehrern das Studium ermöglichen sollte. Die Familie Cohen war unter Führung der Witwe, Frau Geheimrat Cohen (Berlin), erschienen. Ihr Bruder, Prof. Lewandowsky, enttvarf das Lebensbild des Philosophen, der ein guter deutscher Jude im Sinne Moses Mendelssohns gewesen sei. Prof. Lewin (Berlin) sprach im Namen der Akademie für di« Wissenschaft des Judentums. Der Schriftsteller Pines, ein Schüler Cohens, sprach für die Marburger Philosophen-Schule. Zahlreiche Kränze in den anhalttschen Landesfarben und den Reichsfarben wurden niedergelegt. Danzig. (Sani eIung d er I ewish Pu bl.ic Bank A.-G.) Auf Grund von Verlusten infolge Schwierigkeiten im Danziger Holzhandel machte diese dem Jewish Colonial Trust Ltd. in London nahestehende Bank in der G.-V., wie s. Zt. angekündigt, Anzeige gemäß § 240 HGB. Die Unterbilanz wird nunmehr durch Zusammenlegung des A.-K. von Dg. 250 000 auf 5000 beseitigt. Außerdem wurde Wredererhühung auf Dg. 100 000 beschlossen. Söppln-t«. (Radioübertragung aus der Synagoge.) Der Synagogenchor Göppingen veranstaltete unter Leitung seines Dirigenten Siegfried Löwenstein am Sonntag, den 22. September, eine „Musikalische Morgenfeier" in der Synagoge, welche auf di« süddeutschen SeiGer Stuttgart und Freiburg im Breisgau übernommen wurde, wodurch in Süddeutschland die erste Uebertragung aus einer Synagoge stattfand. Eine besonders hervorragende Note erhielt dieses Konzert durch die Mitwirkung von Oberkantor Hermann I. Flcischmann, Köln. Die Veranstaltung brachte sowohl dem Synagogenchor wie auch den Solisten einen vollen Erfolg, und zwar nicht nur bei jüdischen Besuchern und Hörern, sondern auch bei den zahlreichen Andersgläubigen, die mit tiefer Ergriffenheit und Dankbarkeit den Darbietungen folgten. Der Synagogenchor Göppingen hat mit dieser Morgenfeier eine hervorragende Leistung vollbracht, eine Leistung, die verriet, mit wieviel Liebe und Sorgfalt Chor und Dirigent sich ihrer Arbeit widmen. Es sei noch besonders erwähnt, daß der erst vor 3 Jahren gegründete Synagogenchor Göppingen nur aus Gemeindemitgliedern besteht. In den Tageszeitungen wurde die Veranstaltung durch wirklich begeisterte Besprechungen gewürdigt, in denen der Wunsch zum Ausdruck kam, in weiteren Morgenfeiern jüdische Musik der Allgemeinheit zu vermitteln. Es wurde betont, daß solche Veranstaltungen dazu beitragen werden, die gegen uns Juden erhobenen Vorwürfe kultureller Unproduktivität zu zerstören. Hainstadt. (S y n a g o g e n w e i h c.) Die hiesige im Jahre 1819 erbaute Synagoge wurde einer durchgreifenden Erneuerung unterzogen. Kürzlich ivurde sie nun durch Bezirlsrabbiner Greilsheimer neu geweiht. Die Opserwilligkeit der hiesigen israelitischen Gemeinde hat die Durchführung der Arbeiten ermöglicht. Karlsruhe. (Israelitische L a n d e s s y n o d e.) In Karlsruhe wurde die 14. außerordentliche israelitische Landessynode durch den Vorsitzenden des Oberrats der Israeliten Professor Dr. Nathan Stein-Karlsruhe eröffnet. An Stelle des verstorbenen Dipl.-Jng. Max Ettlinger wurde zum Präsidenten der Synode Abg. Rechtsanwalt Dr. Jeselsohn-Mannheim (liberal), zum Vizepräsidenten Abg. Eduard Bauer-Mannheim (konservativ) gewählt. Der Präsident gedachte der seit der letzten Tagung verstorbenen Mitglieder der Synode, insbesondere des ehemaligen Präsidenten Max Ettlinger, und berührte ferner die wichtigen Vorkommnisse der letzten Zeit ans jüdischem Gebiete. Alsdann wurde die wichtige Vorlage, der Entwurf der Gemeindeordnung, von dem stellvertretenden Vorsitzenden des Oberrats, Dr. Pfälzer- Weinheim, kurz begründet. Nach Ueberweisung der Eingänge an die zuständigen Ausschüsse vertagte sich die Synode. Köln. (Die Gemeinschaft rührt sich.) Der Vorstand der Gemeinschaft, Vereinigung für fortschrittliches Judentum e. V., hat an die Gemeindeverwaltung eine Eingabe gerichtet, in der er um Bereitstellung von jährlich 25 000 Mark ersucht, die den religiösen Bedürfnissen der Gemeinschaft dienen sollen. Leider sind in den letzten Wochen innerhalb der Gemeinde und auch innerhalb offizieller Verwaltungsgremien Gerüchte über angeblich radikale Pläne der Gemeinschaft verbreitet worden. Sie entbehren, wie uns von maßgebender Stelle mitgcteilt wird, jeglicher Grundlage und sind nur dazu angetan, unnötige Unruhe in der Gemeinde zu erregen. Man muß sich doch ernstlich fragen, wie es die Ausstreuer derartig phantastischer Gerüchte über sich bringen können, in diesen zur Wahrhaftigkeit aufrufenden .Tagen der hohen Feste mit verwerflichen Mitteln eine Bewegung zu diskreditieren, die das Judentum miterhalten Helsen will. Köln. (Neuer B o r s i tz c n d c r s ü r d a s jüdische Wohlfahrt sw esc n.) Herr Bernhard Feilchenfeld hat vor einigen Monaten den Vorsitz des Wohlfahrtswesens unserer Gemeinde niedergelegt. In der letzten Sitzung des Vorstandes wurde Herr Carl Kaiser Vlüth zu seinem Nachfolger gewählt. Der neue erste Vorsitzende ist seit 'langen Jahren in vielen Wohlsahrtscinrichtuugcn führend tätig, und cs wird ihm von allen Seiten größtes Vertrauen entgegengebracht. Köln. (Brand in der Israelitischen Volksschule.) Ein Brand äscherte die auf dem Hof der Stadt, israelitischen Volksschule stehende Baracke ein. Glücklicherweise waren die Kinder, die in dem Hort der Baracke untergebracht sind, iw Freien. Auch die Schulkinder hatten gerade Pause, als der Brand bemerkt wurde; und es gelang den Lehrenden, sie in Ordnung und Ruhe nach .Hause zu entlassen. Königsberg Pr. (Ostlandstagung der deutschjüdischen Jugend.) Die Deutschjüdische Jugend Danzig und der Jüdische Jugendverein Königsberg (Jugendgruppe des Centralvereins) veranstalteten in Königsberg eine Arbeitstagung, die sich regen Besuches zu erfreuen hatte. Die Versammlung Ivurde von Kurt Stein-Königsberg geleitet, der insbesondere die Ehrengäste begrüßte. Die Grüße des Danziger C.-V. übermittelte dessen Vorstandsmitglied Dr? Lichtenstein-Danzig, die des Landesverbandes Ostpreußen und der Ortsgruppe Königsberg des Centralvereins Syndikus Sabatzky und die der Königsberger C.-V.-Frauengruppe Frau Else Wolffheim. Referendar Leo Silberbcrg-Königsberg sprach sodann über das Thema „Der deutsche Jude in seiner Umwelt". Er gab eine geschichtliche Entwicklung des Antisemitismus unter Zugrundelegung der Ursachenkomplexe seiner Entstehung und ging insbesondere auf di« soziologischen, ökonomischen und politischen Zusammenhänge des Problems der Judenseindschast ein, wobei er gleichzeitig darauf hinwies, daß die gesamte Judenemanzipation nur unter dem Aspekt der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung im Völkerleben betrachtet werden könne. Darauf sprach Dr. Erwin Lichtenstein-Danzig über „Die deutschjüdische Jugend und inncrjüdische Fragen". Er ging zunächst von der Frage des Zionismus aus, den die auf dem Boden des Centralvereins stehende Jugend unbedingt ablehne, sodann schilderte er die Beziehungen der Jugend zur Religion und verlangte, daß diese einheitlicher gestaltet werden müßte, daß aber auch seines Erachtens eine Anpassung der kultischen Handlungen und des Religionsunterrichts an die Neuzeit erfolgen müsse. An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache und eine interne Sitzung. Am Abend vereinigte ein geselliges Beisammensein die Mitglieder der Danziger und der Königsberger Jugendgruppe. Krojanke. (Synagogeneinweihung.) Am 29. September beging die jüdische Gemeinde Krojanke die Einweihung ihrer von Grund auf renovierten Synagoge. Das Gotteshaus wurde vor 87 Jahren erbaut. Am Nachmittag fand in der nunmehr schmuck aussehenden Synagoge ein Festgottesdienst statt, welcher Vertreter des Staates, der Stadt, der jüdischen Nachbargemejnden und viele ehemalige Krojankcr beiwohnten. Die Fcstpredigt hielt Rezirksrabbiner Dr. Roseuzweig-Schneidemühl, während der Schneidemühler Synagogenchor die Feier durch seinen Gesang verschönte. Abends fand im „Hotel Kronprinz" ein Festessen statt. Der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Margolinski, begrüßte die Anwesenden und gab seiner Freude darüber Ausdruck, an der Festtafel Vertreter der Kreisbehörden, der Stadt, der Nachbargemeinden und viele Gäste zu sehen. Rabbiner Dr. Rvsenzweig überbrachte die Glückwünsche des Bezirlsverbandes der jüdischen Gemeinden der Grenzmark Posen-Westpreußen, der Vertreter des Landrats, Regierungsassessor Stegemann-Flatow, beglückwünschte die Gemeinde im Namen der Kreisregierung und Bürgermeister Draheim-Krojankc im Namen der Stadt. Lewin-Schneidemühl gratulierte im Namen seiner Gemeinde, und Syndikus Jutkowski- Berlin sprach für den Centralverein. Hans Meyerhardt-Magdeburg ergriff das Wort für die in stattlicher Anzahl erschienenen ehemaligen Krojankcr, während Simon-Jaftrow die Glückwünsche der dortigen Gemeinde überbrachte. Seine Rede klang in einem Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Das Vorstandsmitglied Meyerhardt-Krojanke und Repräsentanten-Vorstehcr Sommcrfeld-Krojanke dankten nochmals allen, die sich um die Renovierung der Synagoge verdient gemacht haben. Niederstetten. (F r i c d h o s s s ch a n d u n g.) Unbekannte Täter haben den seit zweihundert Jahren bestehenden israelitischen Friedhof geschändet. Aus 15 Grabsteinen haben die Rohlinge, die in den verschlossenen und von einer hohen Mauer umgebenen Friedhof eindrangcn, Hakenkreuze mit Steinen eingekratzt. Die jüdische Gemeinde hat aus die Ermittlung des Täters eine Belohnung von 100 Mark ausgesctzt. Ostlohen. (2 y n a g o g e n w e i h c.) Tie israelitische Gemeinde konnte in voriger Woche ihre renovierte Synagoge wieder ihrer Bestimmung übergeben. Rabbiner Dr. Holzer, Worms, hielt nach dem Bogrüßungsgesang des Wormser Synagogenchores die Fcstpredigt. Andere Redner - brachten die Wünsche der politischen Gemeinde, des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Hessens und der Wormser Synagogen-Gcmeinde zum Ausdruck. Kantor Agulnik, Worms, führte den liturgischen Teil der Feier aus. Schmalkalden. (S h n a g o g e n - W e i h e.) Tie Synagoge hiesiger Gemeinde, die auf eine 300 jährige Geschichte zurückblickt, wurde nach vollendeter Renovierung unter Teilnahme hiesiger und auswärtiger Gäste geweiht. Provinzialrabbincr Tr. Kahn, Fulda, hielt die Fcstpredigt und Lehrer Sonn führte den liturgischen Teil der Feier aus. Abends vereinigten sich die Gemeindemitglieder mit ihren Gästen zu einer gemütlichen Nachfeier. Seesen. (Einweihung des renovierten Jacobstempels.) Das in klassizistischem Stil erbaute Gotteshaus, das Israel. Jacobson im Jahre 1810 errichtet hatte, ist dank der großzügigen Hilfe der Central Conference os American Rabbis, des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Ber?iner Gemeinde von Grund auf renoviert worden. Der herrliche Stil der Synagoge ist bei der Instandsetzung pietätvoll gewahrt worden und das Gotteshaus kann wohl nun wieder als eines der schönsten und stimmungsvollsten in ganz Deutschland angesprochen werden. Besonders hat sich um die Erhaltung des Tempels der Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu. Seesen, Herr Oberstudiendirektor Prof. Dr. Friedland, verdient gemacht, der mit großer Umsicht die Jnstandsetzungsarbeitm geleitet hat. Die feierliche Einweihung des Tempels fand am Sonnabend, den 28. September, im Rahmen des Sabbabgottesdienstes statt, der sich in den Traditionen Israel Jacobsons bewegte. Das Amt des Vorbeters hatte Herr Lehrer Herz aus Braunschweig übernommen und in seiner Festpredigt wies Herr Landesrabviucr Tr. Wilhelm aus den Sinn des Gottesdienstes hin. Er dankte den Institutionen, die die Wiederherstellung des Jacobstempels ermöglicht hatten, gedachte des Werkes von Israel Jacobson und schilderte im Zusammenhang damit das Leben Moses Mendelssohns. Seine Predigt klang in Abschiedsworte an die Seesener Gemeinde aus, da Herr Dr. Wilhelm in nächster Zeit sein Amt als Braunschweigischer. Landesrabbiner mit der Stelle eines Rabbiners der Dortmunder Gemeinde vertauschen wird. Soltzin, Rm. (2 5jähriges Jubiläum.) Die Firma L. Jsaackson kann am 15. Oktober auf ihr 25 jähriges Bestehen zurückblicken. Wilhelmshaven. (A bschiedsfeie r.) Dem von hier scheidenden Lehrer Ruda wurde von der dankbaren Gemeinde eine stimmungsvolle Abjchiedsfcier bereitet. Rabbiner Dr. de Haas, Oldenburg, widmete dem vorher vom Frauenverein und Jugendbund gefeierten Erzieher anerkennende Worte; gleichzeitig wurde Lehrer Hartog, früher in Jever, als Amtsnachfolger eingesührt. Bei der Abschiedsseier der Gemeinde sprach Vorsteher Reisner den Dank der Gemeind« aus unb überreichte einen kostbaren Kidduschbccher als Erinnerungsgabe. Rabbiner Dr. Blum, Emden, dankt« im Namen des Landrabbinats und des Lehrervereins. Auch die Vorsitzenden des Frauenvercins und Jugendbundes sprachen in herzlichen Dankesworten dem Scheidenden ihre besonderen Wünsche aus. Lehrer Ruda dankte in sichtlicher Ergriffenheit und gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß das von ihm begonnene Werk bei seinem Nachfolger gut aufgehoben sei. Zittau. (Lehrerwechsel.) Für den in den Ruhestand getretenen Prediger Bellak ist Lehrer Elend aus Lüdenscheid durch einen feierlichen Gottesdienst, der zugleich der Verabschiedung des ehemaligen Seelsorgers galt, in sein Amt eingeführt worden. Nach der Abschiedspredigt des Scheidenden, dessen segensreiches Wirken durch den Vorsitzenden Schlesinger mit Worten innigen Dankes anerkannt wurde, zeichnete Prediger Elend in seiner Antrittsrede die Aufgaben, deren Lösung er in den von seinem Vorgänger betretenen Bahnen zu seiner Lebensaufgabe machen wollte. Prediger Bellak, der 23 Jahre seine seelsorgerische Tätigkeit ausübte, wird seinen Wohnsitz nach Köln verlegen. Zweibrücken. (Persönliches.) Nach vierzigjähriger Tätigkeit als Lehrer und Kultusbeamter tritt Lehrer Max Bachenheimer am 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand. Die Gemeinde erkannte die erfolgreiche und gewissenhafte Lebensarbeit ihres Jugenderziehers und Seelsorgers durch mancherlei Beweise der Dankbarkeit und Liebe an. Vereinsnachrichlen Die Ortsgruppe Köln des Jüdischen Frauenbundes beginnt ihre diesjährige Winterarbeit gleich nach Roschhaschonoh. Herr Dr. Simchowitz fängt bereits am 9. Oktober mit seinem Kursus „Ueber die jüdischen Moralisten" an. Der Bibelkursus des Herrn Stmdienrat Schlesinger nimmt Milte Oktober seinen Anfang. Dr. Martin Buber hält am 28. Oktober eine Arbeitsgemeinschaft über das Thema: „Wie sollen wir die Bibel lesen?" Frau Bertha Badt-Strauß, Berlin, spricht Anfang November über die jüdischen Frauen zur Zeit Mendelssohns. Für die Diskussionsnachmittage sind ebenfalls interessante aktuelle jüdische Themen vorgesehen, so daß zu hoffen ist, daß auch die Arbeit dieses Winters einem weiten Kreise jüdischer Frauen Förderung und Bereicherung bringen dürste. Die Veranstaltungen außer den Vorträgen sind nur für Mitglieder. Der in diesem Jahve künstlerisch besonders reich ausgestattete Kalender des J.F.B. (ein besonders passendes und schönes Roschhaschonohgeschenk) ist vormittags 9—11 Uhr im Büro des Israelitischen Frauenvereins zum Preise von 3,25 Mark zu kaufen. Auch Ihre Freunde wollen die Jüdisch-liberale Zeitung lesen! Fördern Sie das liberale Judentum durch Verbreitung der Jüdisch-liberalen Zeitung. Hier ist eine Liste: Bitte schreiben Sie darauf die Adressen aller, die nach Ihrer Meinung Leser der Jüdisch-liberalen Zeitung werden können, undsenden Sie uns den Zettel im Umschlag zu. Name Wohnort Straße Name:--- Unterschrift: Ort:.. - Straße:-- Bau TÖIZ Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. Kurarst ▼er», kostenlose Feuerbestattung Dr. Ii«vl Annahme W 35, Lfltxowstrafle 44. Telephon: Lfltzow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Bcke FaaanenatraBe, Telephon: Steinplati 1835 Julius Simon Kunst* u. 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