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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-10-02 · 40 (2.10.1929) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
40 (2.10.1929)
Date
1929-10-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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★ Aus der Bewegung * Dortmund. (Tagung d c s liberalen Judentums Westfalens.) Am Sonntag, den 22. September, tagte hier die „Vereinigung für das liberale Judentum der Provinz Westfalen". R.-A. Dr. Katzenstein, Bielefeld, sprach über das Thema: „Was ist liberale Gemeindeverwaltung?" Die Versammlung war gut besucht und dürfte für die liberale Sache in Westfalen von nachhaltigem Eindruck sein. nuftdccrve fumdackitea Gesuchen Sie Uhsebe!MMW AUSSTELLUNG vom Irl5.0ktobet Aus der Ai-Bewegung Verautwortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmann. Frankfurt a. Main Zum Tleujahrsfest von Alfred Hadra, Jli-Magdeburg. Tie Feiertage stehen wieder vor der Tür, die uns Juden Erbauung bringen sollen. Am Neujahrsfest, an der Schwelle des neuen Jahres, wollen wir einen Augenblick verweilen, um Rückschau und Einkehr zu halten. Das Neujahrsfest soll uns die Insel im großen Weltenmeere sein, die uns zur Ruhe und zum Nachdenken mahnt. Hoffnungen sind in diesem Jahre teils in Erfüllung gegangen, zum Teil aber auch genommen worden. Dennoch dürfen wir nicht den Mut verlieren. Das vergangene Jahr hat uns auch Aufstiege gebracht, die für die liberale Idee von starker Bedeutung waren. Hier ist zuerst die Führertagung zu nennen, die uns durch ihren erfolgreichen Verlauf viel neue Anregungen gegeben. Vor allem wurde durch diese Tagung der Konnex zwischen den Vereinen und den Mitgliedern wieder aufgefrischt. Es wurde eine Treffahrt nach Braunschweig anläßlich des Goethe-Lessingjahres vereinbart, die viel dazu beitrug, unsere Arbeit untereinander segensreich zu beeinflussen. Wenn wir jetzt zum Neujahrsfest diese Rückschau halten, wollen wir nicht vergessen, zugleich vorwärts zu schauen, damit die liberale Idee überall dahin getragen werde, wo sie noch nicht hingedrungen. Das sei eine unserer heiligsten Pflichten, die wir für das kommende Jahr geloben wollen. So wünsche ich allen Jlis ein recht gesundes neues Jahr und eine reich gesegnete Winterarbeit, damit wir, die liberale Jugend, würdig im Sinne unserer Wegbereiter Weiterarbeiten. HdwigLeiMn^ Sechs lange Jahre hat Ludwig Lewin im Jli gewirkt. Durch einen Zufall kam er ßu uns. Bald stand er an leitender Stelle, führte erst die Gruppe Norden, später kam Südwesten dazu, Hermsdorf, die Aelterengruppe! Sechs lange Jahre hat Ludwig im Jli gearbeitet, für den Jli gekämpft, sich um den Jli gesorgt. Mit der ganzen Kraft seiner starken Persönlichkeit hat er sich für uns eingesetzt — und nun ist er nicht mehr - und wir anderen stehen stumm, erschüttert, denken an diese, an jene Unterhaltung, die wir mit ihm geführt haben, um zur Klarheit zu kommen. Und nun werden wir ihn nicht mehr Wiedersehen. Sein Streben war es, das Judentum in die Tat umzu-> setzen, zu verwirklichen. Nicht nur durch theoretisches Kennen und Bekennen, nein i« der Praxis, in der Wirklichkeit, im Leben wollte er das Judentum angewandt wissen, sollte es lebendig werden. Das Ziel seiner Heimabende war nicht nur das Wissen um jüdische Geschichte, sondern vor allem die Klärung der jüdischen Ethik, des jüdischen Glaubens. Er liest cs jedoch nicht bei der theoretischen Diskussion jüdischer Probleme bewenden, sondern er versuchte, jedem einzelnen etwas zu fern, etwas zu geben. Es ist das Besondere an ihm, daß er cs verstand, Vertrauen und Liebe zu erwecken, daß er selber Religion in seinem eigenen Tun und Treiben Wirklichkeit werden ließ und so zum Vorbild wurde. .Hilfsbereitschaft und Klarheit! Das waren wohl die Kernpunkte feineg Charakters. Ich glaube, er hat uns allen geholfen, geholfen weit über das übliche Maß^ Wenn man zu ihm kam, unklar, verworren, verzweifelt, wie sorgsam löste er mit seiner gütigen, weichen Seele, mit seinem warmen, glücklichen und doch zartem Humor die Fäden, zeigte er neue Wege und half, wo er konnte. Uns allen war er Vorbild. Uns allen hat er unendlich viel gegeben durch seinen Mut, seine Charakterfestigkeit, sein Vertrauen. Diese Zeilen sollen keine Würdigung von Ludwig Lcwin sein, sie sollen ein letzter Dank sein an ihn, an unseren Führer, an-unseren Freund. Wir vergessen ihn nicht! F. Michaelis. (Das Jli-Programm steht Hauptblatt Seite 3.) Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands JEDER NEUE MONAT ÜBERBIETET DEN VERKAUFSREKORD DES VORIGEN Die jugendlich-flotten Linien des Pontiac und des Oakland machen diese Wagen zum Symbol der modernen Jugend. Der hervorragend leistungsfähige 6-Zylinder-Motor entwickelt große Kraft und höchste Schnelligkeit und ist dabei äußerst wirtschaftlich. Die elegante Fisher- Karosserie ist ausgesucht bequem. Die Verkaufsziffern der letzten 3 Jahre beweisen die ungeheure Beliebtheit des Pontiac und des Oakland. Machen Sie eine Probefahrt — der nächste Händler erklärt Ihnen auch die Vorteile des General Motors Zahlungsplanes. Illustrierte Drucksachen! PREISE: Pontiac von RM 5975 an, Oakland von RM6785 an, ab Berlin. PONTIAC und OAKLAND ERZEUGNISSE DER GENERAL MOTORS Am 28. September verschied, im jugendlichen Alter von 25 Jahren an den Folgen eines Motorrad-Unfalles das Mitglied unseres Hauptvorstandes, Herr Diplom - Ingenieur Ludwig Lewin Der so plötzlich Dahingeschiedene gehörte zu den Hoffnungen des religiös-liberalen Judentums, in dessen idealen Dienst er sich schon in ganz jungen Jahren gestellt hatte. Lange Zeit hindurch war er der Führer der jüdisch-liberalen Jugend Berlins, die er auch im Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine“ vertrat. Auf Grund seiner hervorragenden Stellung innerhalb der Jugend wählte ihn die Vereinigung für das liberale Judentum 1927 in ihren Hauptvorstand, und für die Jüdisch-liberale Weltkonferenz 1928 in Berlin war ihm das wichtige Jugendreferat übertragen worden. So fand der Jugendliche überreiche Gelegenheit zur Betätigung für den Gesamtliberalismus; er trat durch Wort und Tat für die Hinüberführung der Jüngeren in die Organisation und Arbeit der Aelteren, für kontinuierlichen Nachwuchs und Verjüngung des Liberalismus ein. Sein unerwartetes Ableben bedeutet ein schweres Hemmnis dieser Entwicklung und einen Niederbruch unserer besten Hoffnungen. Wir nehmen innigst und tief erschüttert Anteil an dem tragischen Geschick, das ihn so plötzlich seinem aufwärtsführenden Streben, seinen Angehörigen und seinen jüdischen Gesinnungsgenossen entriss. Vereinigung ur aas literale Junen Heinrich Stern, R.-A., Vorsitzender Der langjährige Freund unseres Hauses, unser Ludwig Lewin ist nicht mehr. Mit tiefer Trauer beklagen wir sein Hinscheiden. Er war uns Berater und Helfer, unsern Kindern inniger Freund, Kamerad und Wegweiser, unsern Bestrebungen war er ein verständnisvoller Förderer. Sein Heimgang bedeutet für uns einen unersetzlichen Verlust. Er ist und bleibt uns unvergessen. Das Waisenhaus des Frauenvereins von 1833 ida Arndt-Heinrich Berlin-Hermsdorf, Albrechtstr. 10 Durch einen Unfall wurde Herr DNitnn-lngnieur LMMg M uns in der Blüte seiner Jahre entrissen. Ais Führer der Jugend gehörte er unserem Vorstande an; er war uns ein ebenso lieber wie unermüdlicher Mitarbeiter. Wir werden sein Andenken dauernd in Ehren halten. Literaler verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. Berlin, im September 1929 Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. T. vem. kostenlose Feuerbestattung Acnahmr W 35, LOteowstraSe 44. Telephon: Lfitzow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Bcke Fasanenstraße, Telephon: Steinplats 1835 Vormittags-Abendschule Private Vorbereitungsanstalt. Direktor Danxiger Berlin, Alte JakobstraBe 125 Hier Min ihr Inserat Kaufleute, die in ihrem Gemeindebezirk gut bekannt sind, auch Studenten, die einer Beihilfe bedürfen, finden guten Verdienst. israeimsci» Buch MUMMfl. ISMIOrpIMZ 1 SeWlMKlte J. Vereinigung 1. d. Ild. Judentum 11 Dia CrumUltze des lüdlschreilglfisen Liberalismus Von Rabbiner. Dr. Lewkowitz-Berlin Preis 0£0 Mk. Hell nr. S in zweiter Auflage die seit Jahren vergriffene Broschüre a9< religiös-liberalen Judentums von or. joswn MrdMbemid rrei» 0.78 ml Bestellungen beim Verlag der »Jüdisch-liberalenZeitung* Berlin SW 11 Hallesche Str. 1 Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin SW. 18. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin SW. 28. — Druck: Hermann Wegner & fco., Berlin-Mariendorf.

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