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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-08-21 · 34 (21.8.1929) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
34 (21.8.1929)
Date
1929-08-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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er die jüdischen Restaurants, die seiner Aufsicht nicht unterstehen, als den Vorschriften des Kaschruth widersprechend, skrupellos an den Pranger stellt, so ist das eine Ungeheuerlichkeit, für deren Charakterisierung es einen parlamentarischen Ausdruck überhaupt nicht gibt. Ganz abgesehen davon, daß die in Frage gestellten Restaurants ihren ganzen Bedarf an Fleisch und dergleichen aus der von Herrn Rabbiner Dr. Bamberg er selbst approbierten Schechita beziehen, kommt cs einem „Loschaun Hora" gleich, die Kanzel für böswillige Zwecke zu gebrauchen. Da» ist Prosclytcnmacherei im eigenen Lager, das ist ein Jcsuitismus, der keine Grenzen kennt. Die Orthodoxie als solche kann und darf man dafür nicht verantwortlich machen, so intolerant sie in manchen Fällen auch sein mag. Hier handelt es sich um den frivolen Eingriff eines Einzelnen in die Verhältnisse von jüdischen Menschen, die sich die Gehässigkeit solcher theologischen Seitcnsprünge aus die Dauer nicht mehr gefallen lassen. Und darin haben sic vollständig recht. Was aber gleichzeitig an geschäftlicher Schädigung für die in Betracht kommenden Unternehmen damit verbunden sein könnte, darüber hat der Herr Rabbiner in seinem blinden Eifer wahrscheinlich niemals nachgedacht. In Kreisen, wo der Fanatismus verpönt ist, nennt man das „Chillul haschem". Glücklicherweise sind die kosmischen Eindrücke, die man in Kip singen empfängt, überwältigender und für Leib und Seele jedes Einzelnen gesunder als die theologischen. Es würde daher nachgerade die Erfüllung einer vornehmen Pflicht vonseiten der Kissinger Gemeinde bedeuten, wenn auch für die religiöse Freiheit des Einzelnen Prämissen geschaffen würden, die geeignet sind, den hier zum Prinzip erhobenen Fanatismus für alle Zeiten unschädlich zu machen. Hochachtungsvoll und ergebenst Oberkantor Hermann Zivi, Elberfeld. Jüdische Kreditinstitute Breslau, 8. August 1929. An die Schriftleitung der Jüdisch liberalen Zeitung Berlin S.W. 48 Wilhelmstr. 147. In Ihrer Ausgabe vom 24. Juli d. Js. veröffentlichten Sie einen Artikel des Herrn Julius Hartog, Mannheim, über Jüdische Kreditinstitute in Deutschland. Da die Verhältnisse in Breslau wesentlich anders liegen, erlaube ich mir. Ihnen als Mitbegründer und Schatzmeister des Darlehns- Vereins „Jüdische Mittelstandshilfe e. V." nachstehend einen Bericht zu geben: Im April 1924 Haben einige hiesige jüdische Bürger eine Einladung an die Gemeinde, Logen und Privatleute gesandt zivecks Gründung eines Darlehens-Vereins. Zur Gründungsversammlung waren jedoch nur 20 Personen erschienen, Vertreter der von uns eingeladenen Logen und Vereine waren nicht zugegen. Durch intensive Arbeit der damaligen Vorstandsmitglieder war es schon im ersten Jahre möglich, von Privatpersonen Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 16 000, - zu erhalten. Im ersten Jahre haben wir 110 Darlehen im Gesamtbeträge bon Mk. 39 000, ausgegeben, die bis auf den Betrag von Mk. 500, vereinbarungsgemäß innerhalb 6 Monaten zurückgezahlt worden sind. Der Höchstbetrag der gegebenen Darlehen war laut Gründungsbeschluß Mk. 600,—. Die Verwaltungsgebühr betrug Mk. 3,60 pro 100 und Monat, sie wurde jedoch in einzelnen Fällen ganz erlassen, die Rückzahlungspflicht war 6 Monate. Im April 1925 sahen die Vorstandsmitglieder, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse unbedingt eine Ausdehnung unserer sozialen Einrichtung notwendig machen. Wir baten den Vorstand der Synagogen-Gemeinde, die hiesigen Vereine und Logen zu einer Besprechung einzuladen. In dieser Rücksprache sollte auf unseren Verein aufmerksam gemacht werden; die genannten Institute sollten einen Teil ihrer flüssigen Gelder bei uns zu mäßigen Zinssätzen anlegcn, damit wir den an uns gestellten größeren Anforderungen genügen konnten. In dieser Versammlung erklärten sich die Herren Kuratoren der Fraenkelschen Stiftungen, die bis zu Beginn der Inflation eine Darlehenskasse unterhalten hatten, bereit, denjenigen Personen oder Vereinen, die Darlehen für die Jüdische Mittelstandshilfe zur Verfügung stellten, eine Garantie von 75 v/o zu geben, außerdem stellten die Herren Kuratoren bereitwilligst ihre Raume und ihre Arbeitskräfte zur Erledigung der Darlehen zur Verfügung, da die Kassensachen durch die Ausdehnung des Vereins von einem Vorstandsmitgliede nicht mehr erledigt werden konnten. Wie notwendig die Weiterarbeit und Ausdehnung unseres Ver eins war, ergibt sich daraus, daß wir im Jahre 1926 192 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 85 000,—, 1927 223 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 115 000,— und 1928 287 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 180 000,— ausgegeben haben. In diesem Jahre waren es bis 31. Juli 190 Darlehen im Gesamtbeträge von Mk. 120 000,—. Die Verzinsung ist >vie bisher weiter 3,6 ha p. a.-, nur daß wir seit dem Jahre 1926 den Höchstbetrag der einzelnen Darlehen auf Mk. 1000,— und seit Ende 1927 auf Mk. 1500,- festgesetzt haben. Sämtliche Darlehen müssen durch 2 Bürgen bezw. durch Effekten oder Wertgegenstände, wie Gold, Silber, Edelsteine, gedeckt sein, nur ein Betrag von Mk. 5000, - ist aüsgcworfcn; hiervon werden Darlehen bis zur Höhe von Mk. 300,— an würdige Petenten zinsfrei und ohne Bürgen gegeben. Für den Ausfall aus diesen Darlehen hat die Gemeinde die Bürgschaft übernommen. Ich muß entgegen der Ansicht des Herrn Hartog sagen, daß die Darlehensnehmer stets einwandfreie Bürgen gefunden haben, ferner steht fest, daß der allergrößte Teil der Darlehensnehmer durch das von der Mittelstandshilsc gegebene Geld geholfen lvorden ist, dies ist schon daraus zu ersehen, daß mindestens 95"„ die Darlehen selbst zurückgezahlt haben und nur von den restlichen 5 o/g die Bürgen zahlen mußten. Ein Teil der Darlehensnehmer hat nach pünktlicher Rückzahlung wieder Darlehen erhalten. Sogar von den ohne Bürger» gegebenen Mk. 5000, - gingen die Rückzahlungen MMli-Miili. Seminar FmcRei’sche Stillung Breslau Das Seminar feiert Anfang November sein 75 lihriges Jubiläum Die Teilnahme möglichst aller früherer Hörer ist erwünscht. Voreinladungen sind bereits ergangen. Alle Hörer, die sie nicht erhalten haben, werden um baldige Mitteilung ihrer Anschriften gebeten. Breslau, im August 1929 Wallstrasse 14 Das Kuratorium der Kommerzienrat FraencHel'schen Stiftungen pünktlich ein, allerdings ist hier der Betrag in 10 monatlichen Raten zu zahlen. Die Rückzahlung der Darlehen beginnt überhaupt erst nach 2 Monaten und wird jetzt auch bei größeren Darlehen von Mk. 1000,— bis 1500,— auf Wunsch ebenfalls auf 10 Monate verteilt. Die Darlehens-Kommission, die jeden Mittwoch tagt und aus den Herren Kuratoren der Fraenkelschen Stiftungen und 6 Herren des Vorstandes der Jüdischcir Mittelstands Hilfe besteht, tvciß wohl die Würdigkeit der Darlehensnehmer zu beurteilen. Darlehensgesuche, die von Petenten eingehen, die nicht würdig sind und von denen wir wissen, daß die Bürgen bezahlen müßten, lehnen wir ab. Wir machen die Bürgen auf das, was wir über die Darlehensnehmer wissen bezw. erfahren haben, aufmerksam. Aus dem hier Gesagten ist nun zu ersehen, daß wir einem großen Teil unserer hiesigen jüdischen Bürger Existenzen begründet bezw. erhalten haben. Wir gehen jetzt sogar mit dem Gedanken um, die Höhe des jeweiligen Darlehens auf Ml. 2000, - zu erhöhen, wenn wir hierbei die Unterstützung der Synagogen-Gemcindc erhalten, die unser Werk bisher in großzügiger Weise gefördert hat. Hochachtungsvoll (gez.:) Max Silbermann, Schatzmeister des Vereins Jüdische Mittelstandshilfe E. B. ★ BÜCHERSCHAU ★ Edmond Elex: Moses. Verlag R. Piper & Co., München. Uebertragung von Alexander Benzion. 269 8. Edmond Fleg, der französische Dichter und Schriftsteller, der heute wohl den ersten Platz unter den jüdischen Literaten Frankreichs einnimmt, ist uns kein Fremder mehr. Die Bekanntschaft mit ihm hat uns der Verlag von R. Piper & Co vermittelt, der vor zwei Jahren das Bekenntnisbuch Flegs „der kleine Prophet" in deutscher Uebertragung herausgab. Dieses Buch hat zur Zeit berechtigtes Aufsehen erregt und namentlich bei der jüdischen Jugend die Liebe zum Judentum und die Begeisterung für das Erbe der Väter gestärkt und gesteigert. Es gehört sicherlich mit in die erste Reihe der Bücher, die man unserer Jugend aufs Wärmste empfehlen kann. Das Gleiche läßt man sich von der zweiten Bekenntnisschrift des französischen Dichters sagen: Warum ich Jude bin? Und nun verdanken wir wiederum dem bekannten Münchener Verlag ein ausgezeichnetes Buch von Fleg, das Alexander Benzion vorzüglich eingedeutscht hat: Moses Es ist eine Biographie des grossen Propheten von ganz ungewöhnlicher Art. Nicht etwa seine Lebensgeschichte nach dem gegenwärtigen Stand der alttestamentlichen Wissenschaft, auch nicht ein Mosesroman in engerem oder loserem Anschluss an die biblische Erzählung, sondern ein Bild des biblischen Moses, wie er in der schöpferischen Erinnerung Israel weiterlebt, verklärt durch eine legendenreiche Ueberlieferung. Es wäre aber verfehlt, wenn man glauben wollte, dass Fleg dem Bericht der Thora über alle Ereignisse aus dem Leben und Erleben des Propheten nur die Weisheit der Rabbinen, die aggadische Schriftdeutung hinzufügte; er weiss vielmehr die religiöse, lehrhafte, dichterische und satirische Exegese aus Talmud, Midrasch und Sohar so sinnreich zu verknüpfen und so phantasievoll weiterzuführen, dass oft nicht zu erkennen ist, wo die Erzählung der Waisen aufhört und die freie Erfindung des Dichters beginnt. So entsteht ein reizvolles Lebensbild, von dem das gilt, was Gott nach der Ueberlieferung zu Moses spricht, als dieser in R. Akibas Auslegung seine eigene Thora nicht wiedererkannte: „Es gibt fünfzig Pforten, der Erkenntnis; neunundvierzig habe ich dir aufgetan, aber die fünfzigste bleibt dir verschlossen, denn kein Mensch, und wäre es auch Moses, mein Sohn, kann alles wissen. Die Thora, die du kennst, hat tausend Bedeutungen, die du nicht kennst, und die andere, im Laufe der Jahrhunderte kennen werden; zu einem jeden Jahrhundert wird sie in seiner Sprache sprechen; aber was ein jedes Jahrhundert in ihr finden wird, das ist jetzt schon in ihr; und jede neue Thora wird noch meine Thora sein.“ (S. 99 f.). 5 * Das Buch des modernen „Aggadisten“ bildet eine genussreiche Lektüre, die den Leser wie ein spannender Roman in Atem hält. Es dürfte auch mit grossem Gewinn im Religionsunterricht zu verwenden sein, indem man ausgewählte Kapitel den Schülern vorlesen kann. Prof. Dr. Golinski. Der Große Brockhaus, Band II. Bei der Durchsicht eines jeden Lexikonbandes ist man erneut überrascht über die Fülle des Materials, das in ihm zu finden ist. Und wieder ist man wie beim ersten Band erfreut über die sachliche Objektivität des Brockhaus, die so vorteilhaft von Meyers reaktionärem Lexikon absticht. Beim Durchblättern eines Lexikons merkt man erst so recht, wie stark Jüdisches dem gesamten Weltbild den Stempel älUfdrückt. In dem geringen Raum zwischen den Buchstaben Asu und Bla finden sich eine Fülle von Stichworten, die Probleme unserer Weltanschauung berühren. Allen voran verdienen diesmal die ausführliche Abhandlung über die „Bibel“ Beachtung sowie die Ausführungen zu „Babylon“ und zum „Babel-Bibel-Streit“. Nicht ganz gerecht geworden ist man dem „Atheismus“. Erwähnt seien aus diesem Band die Bemerkungen unter Auferstehung, Baal, Bab, Balfour, Bar Kochba, Beer-Hofmann, Beerseha, Belsazar, Bergson, Beschneidung. Als fehlend sei vermerkt Baalschem. Um eine Vorstellung von der drucktechnischen Vollkommenheit des Werkes zu erhalten, betrachte man die Tafel „Bildnismalerei“, die uns durch die Geschichte der Malerei von Jan van Eyck bis Liebermann und van Gogh führt. Daß die .Verwendung von Autotypien im Text, die hier zum ersten Male in einem großen Lexikon erfolgt, die Anschaulichkeit des Stoffes in ungewöhnlicher Weise erhöht, haben wir bereits beim ersten Band erwähnen können. Walter Löwenstein Jüdische Legenden. Nacherzählt von Else Schubert-Christaller. Verlegt bei Eugen Safzer, Heilbronn, 1929. Else Schubert-Christaller hat vor einiger Zeit durch ihre dankenswerte Veröffentlichung „Der Gottesdienst der Synagoge“ bewiesen, daß sie als Nichtjüdin das Wesen des Judentums zu empfinden und zu vermitteln weiß. Mit dem jetzt vorliegenden Bändchen versucht sie den Schatz jüdischer Legenden auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. In einer Einleitung bemerkt sie: „Sucht man die Legenden zu übersetzen, so wirken sie außerhalb des Zusammenhangs arm und (karg, wie eine Landschaft, daraus der Glanz der Farben gewichen ist. Die herbe Großartigkeit der hebräischen Sprache, die äußerste Kürze und Schärfe talmudischer Redeweise gibt nur Umrisse des Geschehens, — aber erst in der Glut jüdischer Frömmigkeit mit ihrer Unbedingtheit und Hingabe, ihrer Leidenschaft und Selbstzucht gewinnt die Legende ihre wahre Gestalt. So kann man sie nicht übersetzen, sondern nur nacherzählen, und, die Schlichtheit des Ausdrucks erhaltend, doch für den Außenstehenden den Ton mitklingen lassen, in dem ihre tiefste Eigenart liegt.“ Diese Absicht ist vor der Autorin erfüllt worden und deshalb ist dem Büchlein weiteste Verbreitung zu wünschen. Moritz Simon. J. Winter: Fünfzig Jahre eines Wiener Hauses. Mit 12 Abbildungen bei Wilhelm Braumüller, Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien u. Leipzig. Der jüdische Nationalökonom Rudolf Anspitz war Besitzer großer Zuckerfabriken in Mähren in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts. Sein bedeutender Einfluß reichte weit über die wirtschaftliche Sphäre hinaus ins politische und geistige Leben des habsburgischen Oesterreich, er war einer der Führer der Deutschen seiner engeren Heimat. Sein und seiner Familie Werdegang, von der Verfasserin anmutig geschildert, läßt uns inmitten eines Kreises geistig hochstehender, feingebildeter Männer und Frauen eine Führernatur von hohen menschlichen Qualitäten, Liebe zu Kunst und Wissenschaft, Feingefühl und ausgeprägtem Familiensinn erkennen, ausgestattet mit den besten Traditionen eines großzügigen, welterfüllten Liberalismus. Ein Stück Kulturgeschichte rollt vor dem Leser ab, das geistige und künstlerische Wien ersteht in seiner letzten Glanzzeit. Viele bekannte und berühmte Persönlichkeiten aus Politik, bildender Kunst, Wissenschaft, Theater und Musik sind Gäste des Hauses oder gehören zur Familie; Carneri, Gomperz, Jodl, Franz Brentano, Hartmann, Mahler, um nur einige zu nennen, begegnen uns im Salon dieses gastlichen, allem Edlen und Schönen weit geöffneten Hauses. Vorbildlich ist Anspitz/ Verhältnis zu allen Beamten und Arbeitern seiner Betriebe. Glück und Freude wechseln mit Leid und Unglück, eine Familiengeschichte von reichster Lebensfülle durch zwei Generationen zieht an uns vorüber. Das Buch darf als ein wertvoller Baustein für die neuerdings so sehr beachtete Familienforschung angesehen werden, die Wiedergabe zeugt von warmer Anteilnahme der Verfasserin am Geschick dieses Kreises. Joseph Weinsaft. „Auro su Thauro“, der Fibel „Auro wesimcho“ zweiter Teil von Ch. Mandelbaum, E. Mayer und K. Rothschild. Verlag M. W. Kaufmann, Leipzig. Gebunden* 62 8., Preis 2,40 M. Wenn schon „Auro wesimcho“ im wahrsten Sinne „Licht und Freude“ verbreitet hat, so trifft dies bei der Fibel „Auro su Thauro“ in noch erhöhtem Maße zu. Schon in „Auro wesimcho“ ist die Leselehre spielend leicht dem Kinde beigebracht worden, und die ersten Brocken der Grammatik bilden durch die recht geschickte Art der Darstellung ein unverlierbares Gut, auf dem sich leicht weiterbauen läßt. Vorliegende Fibel setzt das System ihrer Vorgängerin noch schöner fort. Niedliche Geschichtchen, mit ganz reizenden Bildern ausgestattet, führen zwanglos in die Anfänge des Gebetbuches, der Bibel, der Hagada und des Machsor ein. Der grammatische Stoff wird erweitert. Eine ungeahnte Fülle von Möglichkeiten zur Erweckung von Interesse auf (der Basis eines lebhaften Arbeitsunterrichts ist der Lehrkraft gegeben. „Auro wesimcho“ verlangte bereits eine mit dem Hebräischen vertraute Lehrerpersönlichkeit. Diese gerechte Forderung steigert sich natürlich noch, wenn der Lehrer den Stoff von „Auro su Thauro“ erschöpfend und zielsicher seiner Klasse beibringen soll. Seien wir froh, daß die Anforderungen wachsen. Kinder, die „Auro su Thauro“ beherrschen, werden sich in Siddur und Pentateuch bald heimisch fühlen. Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal, Berlin-Lichtenberg. Kalendarium s. die Zeit v. 21.8. d. 28.8. 29 August 1929 Tammus 5689 Mittwoch 21 15 15. Aw. Frcudentag Donnerstag 22 16 Freitag 23 17 Wochenabschnitt: Ekew Haftarah: Jes. 49, 14—26; 50, 1—11; 51, 1—3 Tabbat-Ausgang: 7.59 Uhr Sonnabend 24 18 Sonntag 25 19 Montag 26 20 Dienstag 27 21 Mittwoch 28 22 ■ SeMennie d. Vereinigung I. i. iih. Judentum G. V. Men Rr. 1 Die Grundsätze des Jüdischreligiösen Liberalismus Von Rabbiner Dr. Lewkowitz-Berlin Preis 0.50 Mk. Mit RP. 3 in zweiter Auflage die seit Jahren vergriffene Broschüre I Grundlagen und Ziele des religiös-liberalen Judentums von Dr. Joseph horflon-Eihorwifl preis 0.78 Mk. | Bestellungen beim Verlag der „Jüdisch-liberalen Zeitung* Berlin SW 4L, Wilhelmstraße 147 Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. V. verm. kostenlose Fenerbeitattnnt Annahme W 35, LfitxowstraBe 44, Telephon: LOtsow 960-41 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Bcke Pasanenstraße, Telephon: Steinplati 1835 Die Erste Monfertn (Reden, Diskussion, Beschlüsse) Gründungsversammlung der World Union for Progressive Judaism London, 10.—12. Juli 1926 Preis: Im Buchhandel M. 1.80, für Mitglieder d. Vereinigung, die bei uns direkt bestellen. M. 1.— Vereinigung Dir das liberale Judentum E. V. Berlin SW 48, Wilhelmstraße 147 WERKSTÄTTEN FÜR GRABMALKUNST S. WEISS GRABDENKMÄLER U. ERBBEGRÄBNISSE BERL1N-WEISSENSEE LOTHR1NOERSTR. 8 - TELEPHON: WEISSENSEE 407 Literale wer Frankfurter Organ für jüdisch-liberale Interessen Aus dem Inhalt der letzten Nummer: Rabb. Dr. Gottschalk, Frankfurt a. M. Jeremia Dr. A. Lilienthal: Zar Ageney Frage Die ialänge des liberalen Judentums Herausgeber: „Jli“, Frankfurt am Main. Das Heft ist zu beziehen z. Preise v. M. 0.50 durch d. Schriftleitung Frankfurt a. M. Untermainanlage 7 ui Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. B, Berlin SW 48. Verantwortlicher Redakteur: I. B. George Goetz, Berlin SW 48. — Truck: Hermann Wegner L- Co., Berlin-Mariendorf.

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