Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 33 (14.8.1929)
- Date
- 1929-08-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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spricht. Es ist ja doch nicht nur [o, daß die Zerstörung Jerusalems vor zweitausend Jahren uns heutigen Europäern als politisch-nationales Ereignis gleichgültig ift, so daß wir es eben als Trauertag nicht mehr begehen; sondern darüber hinaus werten wir das historische Ereignis religiös und sehen in der Zerstreuung Israels einen geschichtlichen Sinn. Die letzten zweitausend Jahre jüdischer Geschichte sind uns nicht minder sinnvoll als die jüdische Geschichte im Altertum. Und haben auch die Propheten — deren Prophetie Inder Erkenntnis und Verkündigung Gottes be st and, die aberweder zaubern noch die Zukunft Vorhersagen konnten — samt den übrigen Zeitgenossen der Tempelzerstörung den Untergang des Heiligtums und des Staates.beweint, so betrachten doch die moderne Theologie und wir alle, die wir rückschauend die mit jener Zerstörung begonnene historische Entwicklung überblicken, den nationalen Untergang Israels als Voraussetzung der Emanzipation und des Messianismus. Wir bejahen rückhaltlos die Entwicklung des Judentums von einer Nationalreligion zur Universalreligion, und so müssen wir auch das Unglück der einstigen jüdischen Nation bejahen, weil Vergehen und Neuwerden in ihm eingeschlossen lagen. Die Stunde, da Nationalheiligtum und Nation in Trümmern sanken, uns ist sie in der Tat die Geburtsstunde des Messias; sinnvoll und vvll lebendiger religiöser Kraft könnte uns daher der Neunte Ab werden, wenn wir ihn begingen als das Fest der Emanzipation. Das würde nicht heißen, daß wir die Klagelieder Jeremiae aus unserer Bibel entfernen. Sie sind uns ergreifender, unvergänglicher Ausdruck dafür, wie ein Prophet die Ereignisse seiner Zeit erlebte. Und da das jüdische Gemeindegebet seinem Charakter nach nicht einen Portrag von Wünschen und Bitten an Gott bedeutet, so widerspricht nicht, wie die Rationalisten einer überwundenen Epoche des Liberalismus meinten, dem Grundsatz der Wahrhaftigkeit, Klagen um die Zerstörung, Verheißungen der Wiederherstellung und Bitten um baldige Wiederherstellung zu lesen, da ja diese Texte in uns die Erinnerung an die Vergangenheit der jüdischen Gemeinschaft erschütternd heraufbeschwören. — Mehr als Erinnerung aber darf das Alles nicht sein. Jeremias Klagen sind wahr; unsere Klagen wären unwahr. Jeremias ersehnte und glaubte einstige Wiederherstellung; wir glauben, erhoffen und wollen sie nicht. Auch ist uns mehr als der durch Erinnerung gewonnene Blick in die Vergangenheit die Zukunft wichtig — allzu wenig nur hören wir von ihr bisher in unseren Synagogen und in aller innerjüdischen Diskussion. Wir werden noch zugrunde gehen durch das Uebermaß an Erinnerungen und den Mangel an Beziehungen zur Wirklichkeit, zu Gegenwart und Zukunft! Es muß erkannt und gesagt werden, daß das Erinnern als Betätigung der Religion nicht ausreicht, — hinzutreten muß das Hoffen und das Wollen. Der Neunte Ab als Geburtsfest des Messias, als Fest der Emanzipation — er würde, wie im Vorwort zum Hamburger Tempel-Gebetbuch (1904) vom Kultus gefordert wird — „die geschichtlichen Erinnerungen des Judentums bewahren, nationale Bitten aber ersetzen durch Gebetsgedanken, welche die geschichtliche Bedeutung und Zukunft der Religion Israels betrafen", er würde dem Grundsatz innerer Wahrhaftigkeit entsprechen und in lebendiger Beziehung zu unserm gegenwärtigen Leben, seinen politischen und soziologischen Nöten und zu unserer Zukunft stehen. Er müßte und könnte eine moderne, der Psychologie und Aesthetik unserer Zeit gemäße Ausgestaltung erfahren und müßte — entsprechend seinem neuen Inhalt und im Einklang mit dem vorhin zitierten Prophetenwort — als F r e u d e n f e st begangen werden. Hier wie allerorten erhebt sich die Forderung nach Lebens nähe der Religion. Gottesdienst am S. Ab Ein Beitrag zur Diskussion über den Aufsatz von Dr. Wilde: Neue Synagogengebräuche. Bon Hermann Falkenberg, Berlin. Es ist zwar kein gewöhnlicher Alltags-, aber ebensowenig, vielleicht noch weniger ein Festtags-Gottesdienst. Und darum spielt er im gottesdienstlichen Leben des lttieralen Juden, der, besonders in der Großstadt, meist nur an den Feiertagen das Gotteshaus aufsucht, kaum eine Rolle, obwohl ihm im Gebetbuch auch der Orgelsynagogen noch ein großer Raum gewährt ist. Wir Aelteren, die einer Kleinstadtgeneration entstammen, haben den alten Tischo - b'aw mit seinen eigenartigen und oft sonderbaren Riten in unserer Jugend noch erlebt und Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Freilag, den 16. August, 7.15 Uhr abends» Gottesdienst. Predigt: Dr. Swarfensky. Sonnabend vormittag 10 Uhr Dr. Salomonfki. Berlin'Deftrnd. Liberale Synagoge Westend <Leistikowstraßt 7, nahe Reichskanzlerplatzj. Beginn der regelmäßigen Gottesdienste Ende August. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (Cecilienschule Nilolsburgrr Platz). Freitag, 16. August, 7.15 Uhr abends, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonfki. .Gottesdienste an den hohen Feiertagen: Wilmersdorf im Atrium, Kaiserallee, Westend in der Aula der Herderschule, Bayernallee 4. Nähere Bekanntmachung im demnächst erscheinenden Inserat. Berlin. Jüdische Resormgemeinde, Berlin, Iohannisstraße 16. Montag, den 18. August, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst: Gedenttag des S Ab. Predigt: Dr. Lehmann. seinen Gottesdienst mit der eigentümlichen, gedämpften, mystischen Stimmung auch noch selbst empfunden. Aber was Steinthal in seinem Aufsatz „Aus der Synagoge" (lieber Juden und Judentum. S. 300) über den Tischo - b'aw seiner Jugend schildert, — und keiner hat es so stimmungsvoll getan wie er —, das ist für uns Großstadlmenschen, für den liberalen, für den modernen Juden überhaupt, unwiederbringlich verloren! Es ist Selbsttäuschuna zu glauben, daß man durch romantisierende Suggestion den alten Tischo-b'aw wieder zum religiösen" Besitz der Massen oder auch nur eines erheblichen Teils der deutschen Judenheit machen könne. Denn den Kern der alten Tischo -b'aw-Idee, die Klage um den Untergang von Staat und Tempel, das Bewußtsein, daß die Zerstreuung Israels über die Welt das „Golus" und eine Strafe für unsere Sündhaftigkeit sei, — diesen Sinn, der früher als selbstverständlich galt, den der Truck von außen oft genug verstärkt zum Bewußtsein kommen ließ, der vom nationalen Judentum naturgemäß auch heute noch festgehalten wird, — ihn lehnen wir ab. Für uns ist der Auszug Israels aus seiner engen kanaanitischen Heimat zu seiner Wanderung .in die weite Welt kein „Golus", sondern der natürliche Aufstieg von der Vereinzelung einer /abgesonderten Nation zur tätigen Mitarbeit in der Wellgemeinschaft, — ist das Aufhören von Opfer dien st und Priestertum keine zu Buße aufrufende Strafe, sondern die Ueb er Windung kultischer Beschränkung durch die Weite der prophetischen Idee, — ist der Untergang von Tempel, Stadt und Staat kein Ende, sondern ein Anfang, der Beginn unserer Missions aufgabe, aus daß sich das Propheten wort erfülle: Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker! Darum hat der 9. M für uns den Charakter als reiner Trauertag verloren! Wohl ist es verständlich, ja selbstverständlich, wenn den schweren Zeiten, in denen unsere Ahnen gelitten und überwunden, wenn den Glaubenshelden, die ihre Treue und Hingebung zur Religion in Leben und Tod bewiesen haben, ein ernstes Gedenken geweiht wird. Es kann nicht vergessen werden, was wir unfern Vätern und ihrem Leidensweg danken. Darum darf dieser Tag, der 9. im Ab, nicht aus unserm und vor allem nicht aus dem Bewußtsein der Jugend schwinden. Aber der Gottesdien st dieses Tages muß so gestaltet sein, daß der elegische Ton, der den Beginn beherrscht, zuletzt einmündet in den Klang freudigen Zukunftshoffens und V o r w ä r t s s ch r e i t e n s. So formt sich dieser Abend-Gottesdienst recht eigenartig: Ten Ton gibt der Psalm 137 an: Babels saßen wir und weinten.." und Kina: „Eli zijaun! Wehklage, Zion!" mülige Stimmung klingt fort in „Echo" l i e d e r n Jeremias, von denen eines im „An den Bächen der Refrain der Und diese weh- — den Klagealten Sana rezitiert wird, und in der Kina: „b'leel se jiwkojun w'jelilu wonaj!" „In dieser Nacht weinen und klagen meine Söhne!" Schmerz und Sehnsucht in ihrer künstlerischen Verklärung sprechen aus der Elegie: „Zion, nicht fragst duden Deinen nach, die Joch tragen?" von Jehuda Halevi, die jetzt in unserer deutschen Muttersprache folgt. Mer wie bereits der Schluß des letzten der Klagelieder: „Haschiwenu! — Führe uns zu dir zurück, daß wir umkehren; erneuere unsere Tage wie ehedem!" über die Klage hinaushebt, so führt der Schluß der Zionide Jehuda Halevis weiter aufwärts mit dem Ausklang voll sehnender Freude: „Selig, wer Hary und erlebts und schaut, wie aufgeht dein Licht.... Deine Erwählten zu schauen, im Glück zu jubeln mit dir. Die neu du jugendlich prangst wie einst in Urtagen!" Es ist der Gedanke, auf den Stefan Zweigs „Jeremias" hinweist, der an diesem Abend nicht fehlen darf: „Wandervolk, Gottesvolk, Lasset die Mauern, sie stehen nicht auf... Wandervolk, Gottesvolk, Blick in die Ferne, Blick nicht zurück! Ewig wird inwendig Zion schauen, des Seele nicht Knecht seiner Knechtschaft ist, und mit dem Maß seines Gottvertrruens die Tiefe allirdischer Leiden durchmißt! Ihm glittet urmächtig im innersten Grunde des Herzens Zion zu jeder Stunde, schöner, als wir es vordem gekannt. — Jede Fremde wird chm das Gottesland. Wer vertrauet, dem ist es erbauet! Wer glaubt, schaut immer Jerusalem! Wandervolk, Gottesvolk, Rüste und schreite unendlichen Gang! Wirs deinen Hamen willig ins Dunkel der Völker und Jahre! Wandre dein Wandern und leide dein Leid!" Das ist der Sinn und der Kern unseres Tischo b'a w- Gottesdien st es, dem nun aus dem Gesang des 121. Psalms glaubensfteudige Stimmung zufließt. Was so vorbereitet, durch die Toravorlesung fortgeführt und durch des Predigers Wort in seinem Wesen aufgezeigt und vertieft ist, das klingt in Jubel aus mit der Kina: „t'maher j'schuo": „Gottes Herrlichkeit wird sichtbar werden, alles überströmt vom Segen Gottes, Wonne und Freude wird ertönen. Dank und Lied erschall!" und schließt mit dem messianischen Prophetenwort: Ter Ewige wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tage wird der Ewige einzig sein und sein Name „Einziger". Bon solchen Gesichtspunkten ist der Gottesdienst unserer Liberalen Synagoge Norden am Vorabend des 9. Ab — denn nur um diesen einen Gottesdienst handelt es sich — gestaltet. Tie nachfolgende Liturgie, bei der die Lieder des Predigers — nach altem Brauch — auch von einem Laien aus der Gemeinde gesprochen werden können, zeigt einen der Wege, auf dem sie ihre Ziele zu erreichen sucht: Gebetordnung für den Gottesdienst am Vorabend des 9. Ab. Orgelvorspiel (über das Motiv: eli zijaun). (Gebetbuch der neuen Synagoge). Prediger: Psalm 137 (An den Wassern Babels). Mendgebet: (S. 92—99). w'hu rachum bor'chu ahawas aulom (deutsch) sch'ma (1. Abschnitt, Schluß des 3. Abschnittes) mi chomaucho haschkiwenu (deutsch) t'filla (sttlles Gebet) Prediger: Vorspruch und Kaddisch der Leidtragenden. Spanisch-jüdische Renaissance Von Rabbiner Dr. Gotisch all, Frankfurt a. M. Zum 9. Ab. Bier Erinnerungen sind mit dem 9. Ab verknüpft: die Erinnerung an die erste uno zweite Tempelztrstörung, an das Ende des Barkochba-Aufstandes und an die Vertreibung der Juden aus Spanien. Im Hinblick auf das vierte Ereignis sei aus "zwei Bücher hingewiesen, ein älteres und ein neues, die Erinnerungen auffrischen, die nicht verblassen dürfen, aber auch zeigen, wie die Widerstandskraft jüdischer Religiosität unerschütterlich ist. Das Wort des Propheten Sacharja scheint wahr werden zu sollen, ja schon erfüllt zu sein, „das Fasten des 4. und 5. und 7. und 10 Monats wird euch zur Wonne werden". 1892 gab M. Lewin, Berlin, ein Büchlein „Jberia" heraus (95 Seiten), in dem er in Prosa und Poesie die spanisch-jüdische Vergangenheit an uns vorüberziehen läßt. Er hat das Land besucht, und sc wird seine Schilderung kein trockener Bericht, sondern eine lebendige Darstellung. Wir hören von Cordoba, wo sich! ein Hirte mit seiner Schafherde in einer ehemaligen Synagoge aushält und seiner' Freude darüber Ausdruck verleiht, daß das Land von der raza mäldita gereinigt sei. Wir wandeln durch Granada, wo Samuel „der Fürst" Talmud lehrte und gleichzeitig von der ganzen Bevölkerung geliebt wurde. Unvergeßlich der Grabspruch Gabirols aus ihn: „In meinem Herzen rst dein Ort, fest -steht dein Zelt für immer dort, dich such! ich da, dich find ich da, bist mir wie meine Seele nah." Wir hören von der glücklichen Zeit unter Ton Pedro im 14. Jahrhundert, wo ein Jude erster Minister und Schatzmeister war, eint Synagoge mit Holz vom Libanon errichtete, später durch innen König umkam. Tie Synagoge wntde wie auch andere in eine Kirche verwandelt. 1391 begann die Schreckenszeit. Ein jüdischer Hosmann endet durch Angeberei; der König, zu spät unterrichtet, bestraft die Gemeinden. Nach des Königs Tode wenden sich diese gegen die Juden, 4000 sollen umgekommen sein, 30000 die Tauje genommen haben; ihnen gesellten sich Juden aus 70 Orten dazu. Tie Getauften hießen Marrannen. Die Religionsdispntattonen setzten ein, am bekanntesten die von Tortosa mit 68 Sitzungen, und 1480 kam die Inquisition, „ein wildes Ungetüm aus Rom", wie ein jüdischer Dichter sang. 1492 erfolgte die Bettreibung von 300000, wie man sagt. Vergebens hatte der Minister Abarbanell 30 000 Dukaten für Rücknahme des Befehls geboten. Tie Juden, gemäß ihrem Motte: „Lassen sie uns am Leben, so leben wir, und töten sie uns, so wollen wir umkommen," zogen aus und nahmen die Grabsteine ihrer Väter mit. Trommeln und Pfeifen erklangen auf Befehl der Rabbiner, damit das Geschrei nicht gehött würde. Man kann fstzt das Ausweisungsedikt deutsch Nachlesen. (Etbogen, Gestalten und Momente.) Es heißt dann: „Sie sind stolz daraus und legen es daraus an, durch viele Mittel und Wege unseren heiligen katholischen Glauben bei den Gläubigen zu^zerstören, sie davon zu trennen und sie zu ihrem verwünschten Glauben und Denken hinüberzuziehen." „So beschließen wir, alle Juden aus unseren Reichen zu verbannen, sodaß sie niemals zurückkehren." Die meisten wandten sich nach Portugal, wurden aber auch hier nach einigen Jahren ausgewiesen. Holland und die Türkei nahmen sie aus. Gegen die zurückgebliebenen Marrannen wütete die Inquisition weiter. Lewin erinnert an das Autodafe 1559 in Valladolid, wo Ton Calos die katholische Religion zu schützen beschwor. Wir hören, daß es in einem Museum Madrids ein Bild des letzten Autodafes - in Madrid —- gibt (30. 7. 1680) und daß der Baumeister, der das Gerüst errichtet hat, den schrecklichen Vorgang beschreibt. Der Bericht ist bei Lewin abgedruckt. Nur eine Stelle: ,Hier schreitet festen Schrittes ein Weib einher, mitleidig über ihre geistlichen Quäler lächelnd, dort ist ein Unglücklicher unter der Lass körperlicher und moralischer Pein zusammengebrochen, ohnmächtig die zudringlichen Bekehrer länger abzuwehren. Hier schleppen sie auf einer Bahre eine altersschwache, kranke Frau herein, dort zwingen sie einen Ketzer, vor dem Altar niederzuknien; der eine hört mit sichtlicher Verachtung, der andere mit stumpfer Ergebung; die Mönche an, und wieder ein anderer hat sich mit denselben aus eine letzte Disputation eingelassen," Nicht nur Juden sielen der Inquisition zum Opfer, sondern auch Nichtjuden,. die sich — auch das gab es damals — zu Beschützern der Juden, ja Lobrednern ihrer Religion aufwarfen oder gar zu ihr iibertraten. Lewin nennt mehrere Namen: einen Franziskanermönch, einen Universitätsprofessor, einen adligen Gelehtten, einen Dichter und Politiker und noch einen Dichter, den „portugiesischen Plautus", Anton'o Jose da Silva. In Palma lernen wir die Abkömmlinge der Marrannen kennen, Chuetas genannnt (Speckfresser) oder la elasse. Mer fd&vn kann Lewin auch von Zeichen rückkehrender Vernunft in Spanien berichten. Als im April 1869 aus dem einstigen Verbrennungsplatz in Madrid bei Gelegenheit von Straßenbanten verkohlte Knochen und Tuchreste gesunden werden, schreibt eine Zeitung von den fanatischen Herrschern, unversöhnlichen Inquisitoren, üppigen Pfaffen, gottlosen Verteidigern des Glaubens." „Tre geistlichen Blatter welche heute diese Tatsachen leugnen möchten, können das Volk von Madrid nicht Lügen strafen, das Tag für Tag zu dem Quemadero hinausströmt, um den Urhebern so entsetzlicher Verbrechen zu fluchen." Gelehtte sprechen zu Lewin davon, daß die Spaniolen zurückkehren müßten, ein Geistlicher zeigt ihm eine Abhandlung über das hohe Lied, wo er behauptet: nur die Einheit Gottes, des Menschengeschlechts, des Gesches tönn-