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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-08-07 · 32 (7.8.1929) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
32 (7.8.1929)
Date
1929-08-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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s. Jahrgang Hummer 32 Beilage 7. August 1929 FMchOeraleZkÜiW Umschau Tic jüdischen Gemeinden in Deutschland seiern den Versassungstag. Der Reichsrninister des Innern ist vor einiger Zeit ebenso wie an die christlichen Kirchen auch an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, der mit den anderen jüdischen Landesverbänden des deutschen Reiches zu einer Arbeitsgemeinschaft verbunden ist, mit dem Wunsche herangetreten, daß auch in kirchlichen Feiern des zehnjährigen Verfassungstages gedacht werden möge. Demzufolge hat der genannte Landesverband sämtlichen in Betracht kommenden Stellen, insbesondere seinen Mitgliedsgemeinoen, die Aufsorderung zugehen lassen, des Verfassungstages mit Rücksicht auf seine große Bedeutung entweder gelegentlich des Gottesdienstes am Sonnabend, den 10. August d. I., zu gedenken.oder am Verfassungst-?ge selbst eine besondere religiöse Feier in der Synagoge abzuhalten. In Berlin sind am 10. August in allen Synagogen anläßlich des Versassungstages besondere gottesdienstliche Veranstaltungen vorgesehen. Einladungen hierzu ergehen an die Reichs-, Staats- und Kommunalbehöroen. Am Nachmittag des 11. August wiw — wie schon mitgeteilt wurde — unter Führung des Jugenopflegeausfchusses der Jüdischen Gemeinde Berlin ein Spodfest, im Poststadion veranstaltet. Auch die anderen, der Reichsarbeitsgemeinschaft angeschlossenen Landesverbände jüdischer Gemeinden Deutschlands, haben, wie wir erfahren, dem Wunsche des Reichsinnenministers gemäß ihre Mitgliedsgemeinden ausgesordert, des Verfassungstages in ihren gottesdienstlichen Veranstaltungen zu gedenken. Bernhard Baron, der große Philanthrop, gestorben. Am Morgen des 2. August ist nach kurzer Krankheit Bernhard Baron, der große jüdische Philantrop, im Alter von 78 Jahren verstorben. Bernhard Baron war 1850 in Rostow (Don) geboren. Er arbeitete später in Amerika als Zigaretten-- arbeiter in der gleichen Werkstatt mit dem späteren Führer der amerikanischen Gewerkschaften Samuel Gompers. Er erfand eine Zigarettensabrikrtionsmaschine und erwarb später die große englische Zigarettenfabrik Carreras Ltd. Einer der reichsten Männer Englands geworden, blieb er dem Arbeiterstande treu. Enge Freundschaft verband ihn mit den Führern der englischen Arbeiterschaft Macdonald und Henderson. Seine Berufung ins Herrenhaus wurde erwartet. Er wendete Riesenbeträge der allgemeinen und der jüdischen Fürsorge zu. Leser, die verreisen können sich die „Jüdisch-liberale Zeitung“ auf kurze oder längere Zeit ins Bad oder in die Sommerfrische nachsenden lassen Der Nachsendungsantrag ist bei dem zuständigen Postamt zu beantragen. Es ist dringend ratsam, die Ueberweisung möglichst acht Tage vor der Reise zu bestellen. |»|''' Slug ‘ *bgti ^emginöen 1*^ Brrlichingen. (Todesfal l.) Im besten Manncsalter von 55 Jahren starb der Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Leopold Metzger. In allen Kreisen der Bürgerschaft erfreute sich der Verblichene großen Ansehens. Dies bezeugte auch die allgemeine Teilnahme an seiner Beisetzung. Der Kriegervcrcin gab seinem langjährigen treuen Mitglied mit umflorter Fahne das letzte Geleit. Oberlehrer Schloß und Oberlehrer Metzger aus Ludwigsburg, ebenso Herr Berlinger und der Vorsitzende dcS Kriegervercins würdigten in herzlich empfundenen Worten die Verdienste des Entschlafenen um die jüdischen Interessen und die Allgemeinheit. Berlin. (V e r f a s s u n g s s c i e t der jüdischen G c - mein d e.) Aus Anlaß der zehnjährigen Verkündung der deutschen Reichsvcrsassung wird am Sonnabcn,d den 10. August, in allen Gemeinde-Synagogen in den Predigten auf die Bedeutung des Bcrsassungstages hingewiesen werden. Besonders feierliche Gottesdienste finden in der Synagoge Fasanenstraße und in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße statt. Zu dem Gottesdienst in der Neuen Synagoge sind die Vertreter der Behörden eingeladcn, die auch schon ihr Erscheinen zugesagt haben. Die Liturgie bei dem Gottesdienst in der Oranienburger Straße »vird ans Anlaß des Versassungstages eine besondere Ausgestaltung erfahren. Berlin. (Der erste weibliche M ag i st r at s r a t.) Die Leiterin der Bezirksfürsorge Bcrlin-Eharlottcnburg, Clara Israel, ist zum Magistratsrat befördert worden und damik der erste weibliche Magistratsrat in Berlin geworden. Fräulein Israel ist aus der Fürsorgearbeit hcrvorgegangen. Sic ist eine Schülerin von Dr. Frieda Tucnsing und tvurdc 1908 nach Chorlottenburg berufen, um die Jugcndgerichtshilse einzurichten. Auf dieser Arbeit hat sie die Dezirksfürsorgc aufgebaut, deren Organisation in Fachkreisen weit über Berlin hinaus besondere Beachtung gesunden hat. Berlin. (K a n t o r e n -F o r t b i t d u n g s k u r s u s.) In Berlin fand im Verlaus des Monats Juli ein Kantoren Fortbildungskursus statt, dem der Preußische Landesverband und auch die Berliner Gemeinde ihr Interesse bezeugten, und zu dem Kantoren und Lehrer aus verschiedenen Gemeinden als Teilnehmer nach Berlin gekommen waren. Der Lehrplan des Kursus enthielt eine Fülle von Unterrichtsstoff, der durch Vorlesungen und praktische Uebuiigcn den Teilnehmern vermittelt wurde. Die drei Oberkantoren Tavidsohn, Asch und Ahlbcck teilten sich in die sachliche Arbeit. Davidsohn unterrichtete Kanlorat und traditionelles Chasonis. In diesem Jahre wurden die Liturgien der hohen Festtage sowie besonders ausgezeichneter Alltagsgottesdienst eingehend behandelt. Als neues Moment im Kursus kam in diesem Jahre die Behandlung der Gebetsprache hinzu. Oberkantor Ahlbcck bol hier wertvolle .Hinweise. Der aesangstcchnische Unterricht lag auch in diesem Jahre in den Händen von Oberkantor Asch. Dieser wertvolle und ausgezeichnete Lehrer, der eine Stütze des Kursus seit 15 Jahren bildet, starb nach kurzer Krankheit lvährcnd der Kursnsarbeit. Der Verlust, den die alllayrlichcn Kurse durch das Hinscheidcn dieses trefflichen Kantors erlitten haben, ist sehr groß. Seinen Unterricht übernahm Herr Tavidsohn. Ter kantorale Unterricht ivnrde ergänzt durch Vorträge von Rabbiner Dr. Freimann über die geschichtliche Entwicklung der gottesdienstlichen Bräuche. Danzig. (D i e j ü d i s ch e W o h l f a h r t s p s l e g e i m I a h r e 1 9 2 8.) Die einzigartige Lage Danzigs als Nachbar Polens mit seinen drei Millionen Juden und die eigenartigen Einreiscverträgc rechtfertigen es, daß den Leistungen der jüdischen Gemeinde Danzigs besondere Beachtung geschenkt wird. Tie Aufwendungen, welche die wenigen jüdischen Einwohner Danzigs für die auswärtigen Glaubensgenossen machen müssen und tatsächlich auch machen, sind eine ganz besondere Leistung. Die Tanziger Gemeinde hat durch die bei ihr bestehende Zcntralwohlsahrtsstclle im Jahre 1928/1929 nicht weniger als eine Vicrtelmillion Tanziger Gulden für Wohlfahrtszwecke ausgebracht. Im einzelnen werden die Gesamtausgaben der „die Zentralwohlfahrtsstcllc bildenden Körperschaften und Vereine für jüdische Wohlfahrtspflege in Danzig" für das Jahr 1928/1929 nach einem uns vorliegenden Bericht wie folgt angegeben: Tanziger Cheivra Kadischa u. Tynagogcngcmeindc 54 867,93 G. Ostjüdischer Verein 42 762,94 G. Jüd. C.W.St. im Gebiet der Freien Stadt Danzig a) Abteilung Wanderfürsorge 11 615,18 G. b) Abteilung Küche 9 618,35 G. Jsr. Fraucnpflegevcrein Danzig 15 555,85 G. Jsr. Frauciiunlcrstützungsverein Danzig 10 407,— G. „Ose" Kranlcnvcrein 17 559, - G. Jüd. Akademischer Verein (der E.W.St. nicht angeschlossen) etwa 7 000, - G. Wohlfahrtsamt des Senats 8 556,— G. Jsr. Franenverein Zoppot 7 122,86 G. Borussia-Loge Danzig 10 260,— G. Schwesternbund der Borussia Loge 2 000,— G. Synagogenvcrcin Oliva 678,85 G. Cheivra Kadischa Zoppot 3 250,— G. Synagogcngemeindc Zoppot 4 000, - G. Pessachverteilung 6 500, - G. Jüd. Gruppe der Bahnhossmission 690, - G. Aschenheimstisunig (Altersheim. Der E.W.st. nicf)t angeschlosfcn) 19 477,70 G. in Summa: 231 921,66 G. Forst. (Wahl zur jüdische n G e in e i n d c.) Bei der vor kurzem statlgesundenen Wahl der jüdischen Gemeinde Forst wurden die Herren Nathan Tworoger, Dr. Max Freundlich, Georg Licbcrmann und Hermann Goldschmidt zu Repräsentanten der jüdischen Gemeinde Forst gewählt und sind von der Regierung bestätigt worden. Frankfurt (Oderj. (Todesfall.) Zur letzten Ruhe bestattet wurde hier Rechtsanwalt und Notar Max F a l k e n f e l d, der wegen Nervenzerrüttung Selbstmord mit seiner Gattin durch Einatmung von Gas beging. Während seine Frau gerettet werden konnte, >var er bereits tot. An der Beerdigung beteiligten sich zahlreiche Juristen sowie Lcrircter der israelitischen Gemeinde und Loge, ferner führende Sozialdemokraten. Ter Landgerichtspräsidcnt, der Oberstaatsanwalt und der Amtsgcrichtspräjideut u. a. m. widmeten ihm warme Worte des Nachrufs. Fürth (Baden). (P e r s ö n l i ch e s.) Im Alter von 82 Jahren ist Lehrer Leopold 2ch!oß gestorben und unter großer Beteiligung hiesiger und auswärtiger Freunde zu Grabe getragen worden. Mehr als 50 Jahre hat der Verstorbene im benachbarten Aufscß das Amt des Kantors und Lehrers versehen und sich durch treue Pflichterfüllung und Tüchtigkeit im Beruf großes Ansehen verschafft. Tr. Behrens aus Fürth würdigic in seiner Trauerrede die Persönlichkeit und das i-genSreiche Wirken des Verstorbenen. Heringsdorf. (Siegreiche Boxkämpfe de s M a c c a b i.) Ucber einen sehr interessanten Boxkampf des Maccabi berichtet das In unserer Abteilung „Für den Herrn“ bietet der also k Ausve Am beginn: 1. 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