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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-07-10 · 28 (10.7.1929) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
28 (10.7.1929)
Date
1929-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Ist Ihr Verhalten in der Schulfrage nicht widerspruchsvoll? Sie werden zunächst darauf Hinweisen, daß die jüdische Schule, die Sie fordern, Ihres Erachtens keine Konfessionsschule darstellt, da Sie das Judentum nicht als religiöse, sondern als eine nationale Gemeinschaft anseben. Sie können daraus verweisen, daß, der zionistische Repräsentant Professor Loewe Ihnen in der letzten Repräsentantenversammlung durch den Zwischenruf „Cohn will doch keine Konfessionsschule" assistierte, als von liberaler Seite Prof. Dr. Türk in Ihrer Stellungnahme gegen die Konfessionsschule in der allgemeinen Politik und für die jüdische Schule in der Repräsentantenversammlung einen Widerspruch erblickte. Aber ist nicht die Berliner Jüdische Gemeinde nach dem Statut, nach dem Gesetz, nach den Anschauungen und der Praxis der deutschen Behörden, des deutschen Volkes und der Mehrzahl ihrer Mitglieder heute eine Religionsgemeinde? Ist es da nicht gewiß, daß eine von ihr geleitete Schule als eine Bekenntnisschule begründet, betrachtet und geführt werden wird? Dennoch fordern Sie in der Repräsentantenversammlung die Errichtung jüdischer Schulen — und sogar Hand in Hand mit dem konservativen Repräsentanten Moritz A. Loeb. Nichts aber jst bei Ihrem Fordern zu vernehmen von der — von meinem Standpunkt aus paradoxen, von Ihrem doch aber eigentlich selbstverständlichen — Bedingung, daß die zu errichtenden jüdischen Schulen weltliche Schulen sein müssen; denn die Forderung der weltlichen Erziehung ist ja nicht national begrenzt, sie gilt also auch für nationale Minderheiten. Nichts ist zu vernehmen von „religiösem Moralunterricht wie in Frankreich", und die „amerikanischen Verhältnisse, bei denen in der Schule sogar die Lektüre der Bibel verboten ist, geben zu denken" Ihnen scheinbar keine Veranlassung mehr. Die „Beibehaltung des Religionsunterrichts als Lehrfach" wird von Ihnen jetzt nicht bemängelt, der jüdisch-konfessionellen Schule geben Sie offensichtlich vor der deutschen weltlichen Schule den Vorzug, und private Volksschulen sind jetzt für Sie wohl ganz akzeptabel. Darf ich Sie noch an einen anderen Vorgang erinnern. In der 40. Sitzung des Weimarer Verfassungsausschusses forderten Sie unter Bezugnahme auf eine der Reichsregierung und dem Ausschuß überreichten Petition oer zionistischen Vereinigung nationale Minderheitsrechte für Juden in Deutschland. Ihr Antrag wurde selbstverständlich abgelehnt; Hugo Preuß, der damalige Reichsminister des Innern, wandte sich entschieden dagegen. Aus der Debatte verdienen die Ausführungen des sozialdemokratischen Abgeordneten Katzenstein mit Rücksicht auf Ihren Zwischenruf in diesem Zusammen- . hang Beachtung. Er sagte: „Tie Ausführungen des Herrn Tr. Cohn scheinen darauf hinauszngchen, daß den Juden, soweit sie sich als nationale Minder-- heit suhlen, trotzdem sie die deutsche Sprache reden, sogar das Recht zustchcn sollte, eigene Schulen cinzurichten. (Tr. Cohn: Rein, ich bin ja für Aushebung der Konfession^ schule!) (Tr. »atzciisteiri sorlsahrend:) Ich bin der Meniung, soweit die Zionisten sich eiitsch'icßcn können, in Äonsequenz ihrer Anssassung die hebräische Sprache anzunehmen, würden sie eine fremdsprachige Minderheit darzilsteilen. Jin übrigen ist wir ans allen Schriftstücken und Ausführungen noch nicht klar geworden, inwieweit sie noch weiteren Schutz beanspruchen. Ihre Gefühle kann mau ihnen nicht nehmen und weitere Gebräuche, soweit sie nicht religiöser Art sind, sind mir nicht bekannt." Sie sind nicht in der Lage, sagten Sie in der Berliner Repräsentantenversammlung, außerhalb dieses Saales Sozialist zu sein und in diesem Saale nicht. Toll dieses Wort mehr sein als eine schöne Redensart, so sind Sie meines Erachtens der jüdischen Oeffentlichkeit Aufklärung schuldig über Ihr Verhalten in der Schulsrage. Eine Aufklärung, deren Weisheit nicht in der billigen Feststellung gipfeln darf, das Judentum und deshalb auch die jüdische Schule sei ein „Ding ganz eigener Art". Sie müssen mitteilen, welche Bestim mung der deutschen Reichsverfassung die Grundlage Ihrer Forderung bildet; warum Sie diese Forderung in der Jüdischen Gemeinde und nicht bei den dafür zuständigen staatlichen Stellen erheben; wie die von Ihnen geforderte jüdische Schule geführt werden soll; wie sie sich mit der sozialistischen Forderung der weltlichen Erziehung verträgt; wie sie mit Ihrem Verhalten im Vcrfassungsausschuß der Deutschen^ Nationalversammlung in Einklang zu bringen ist. Und Sie werden zumindest die Feststellung, daß die von Ihnen geforderte jüdische Schule von der des Herrn Loeb völlig wesensverschieden ist, klicht Tritten überlassen dürfen, sondern selbst zu treffen haben. Ich richte diesen Brief an Sie, obwohl die Forderung der jüdischen Schule nicht nur von Ihnen, sondern schon wiederholt von zionistischen Sozialdemokraten erhoben und von Ihnen vielleicht nur übernommen worden ist. Ihre parlamentarische Tätigkeit als sozialdemokratischer Abgeordneter dürste das rechtfertigen. Ihre Aeußerung wird nicht nur für mich, nicht nur für liberale Juden, nicht nur für jüdische Sozialdemokraten von Interesse sein. In vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Bruno Woyda. Umschau Dom amerikanischen Reformjudenlum. Nach einer Meldung der Jüdischen Telegraphenagentur veröffentlicht das von der Union amerikanisch-jüdischer Kongregationen eingesetzte Komitee zur Erforschung der Beobachtung der jüdischen Religionsgesetze unter den amerikanischen Reformjuden soeben das Ergebnis der Umfrage, aus der hervorgeht, daß 50 »o der Reformjuden in Amerika am Versöhnungstage (Jom Kippur) nicht fasten und auch sonst religiöse Zeremonien nicht beobachten; 90 der Befragten aber gaben an, daß sie die Jahrzeit-Vorschriften beobachten. Die Umfrage ergab ferner, daß der Prozentteil der aus dem europäischen Osten stammenden Mitglieder der Reformtempel stetig im Steigen ist. 20 <>/<> der Reformtempelmitglieder — besonders der jüngeren Generation — sind Zionisten; dies ungeachtet der traditionellen Opposition des amerikanischen Reformjudentums gegen Zionismus. Eine weitere Tatsache, die die Umfrage ergab, ist der zunehmende Wunsch nach einer verminderten Anwendung des Hebräischen im Tempelgottesdienst und im Lehrplan der Religionsschulen, sowie der Wunsch nach Intensivierung des jüdischen Geschichtsunterrichtes, wobei besonders die Geschichte der nachbiblischen Zeiten begünstigt werden solle. Tie Mehrheit der Befragten antwortete, daß sie Predigten vorzögen, die sich mit Literatur und Drama befassen; eine Minderheit wünschte politische und wirtschaftliche Themen; rein religiöse Themen kamen in letzter Reihe. Dreiviertel der Reformtempel- Mitgliedschaft gehören der Föderation jüdischer Wohlfahrtsanstalten an; 50 "o der Mitgliedschaft trägt außerdem noch zu anderen philantropischen Unternehmungen bei. Von der Konferenz der liberalen Rabbiner Amerikas. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur berichtet, hat die in Detroit abgehaltene Tagung der Zentralkonserenz amerikanischer Rabbiner nach einer eingehenden Diskussion beschlossen, das liberale Gebetbuch (Hebrew Union Prayer Book), das gegenwärtig in mehr als 400 Reform-Kongregationen in Gebrauch ist, neuerlich einer Revision zu unterziehen. Rabbi Abba Hillel Silver, Rabbi Dr. David Philipsvn und andere Delegierte wünschten, daß die beabsichtigte Revision nicht sehr durchgreifend sein möge und daß das bestehende Ritual möglichst beibehalten werde. Demgegenüber setzten sich Rabbi Samuel H. Goldenson, Rabbi Magnin und andere Redner für eine durchgreifende Revision ein, indem sie darauf 'hinwiesen, daß die im Gebetbuche enthaltenen englischen Gebete in der Sprache veraltet und auch inhaltlich wenig brauchbar sind. Redner des konservativen wie des extrem reformistischen ' Flügels setzten sich für die Revision des Gebetbuches, jeder aus anderen Gründen, ein. Die Konservativen führten an, daß eine Anzahl der Gebete zu rationalistisch, andere, wie z. B. das Jom Kippur-Gebet für soziale Gerechtigkeit, zu radikal sind. Die radikalen Reformisten wandten sich gegen jene Gebete, die Hinweise auf die Auserwähltheit des jüdischen Volkes enthalten, was ein veralteter Begriff ist. Andere Gebete enthalten Archaismen in Sprache und Inhalt. Professor Julian Morgenstern, der Präsident des .Hebrew Union College, sprach ebenfalls zugunsten der Revision und erklärte, das amerikanische Judentum wolle nicht länger „reformiertes Judentum", sondern Reform-Judentum sein: diese letzte Bezeichnung wolle zum Ausdruck bringen, daß sich dieses Judentum in einer fortdauernden Entwicklung und Reform befindet. Es wurde schließlich eine Resolution angenommen, in der eine Reform des im Jahre 1894 zuerst herausgegebenen und in den Jahren 1918 bis 1921 umgearbeiteten Gebetbuches der Hebrew Union gefordert wird, und zwar soll diesmal nicht allein eine Revision des Worttextes, sondern eine Neugestaltung in der gesamten Komposition stattfinden. Es werden Sachverständige eingesetzt, die der nächsten Tagung der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner Vorschläge unterbreiten sollen. Tie Konferenz beschloß ferner, die jüdische Kaufmannschaft in Amerika aufzufordern, an den hohen Feiertagen die Geschäftsräume geschlossen zu halten. In einer weiteren Resolution wird die Erweiterung der Jewish Agency begrüßt. Ter vom bisherigen Präsidenten der Zentralkonferenz Rabbiner Dr. Enelow in seiner Präsidentschaftsbotschaft gemachte Vorschlag, die Agency unter der Bedingung gutzuheißen, daß sie vollkommen frei von jeder politischen Bindung bleiben solle, wurde nicht in den Text der Resolution ausgenommen. Die Kommission für soziale Gerechtigkeit erstattete einen Bericht, in welchem der Konferenz empfohlen wird, die Gcbnrten-Kontrolle als eine Methode zur Lösung sozialer Probleme anzuerkennen. Ten Bericht hierüber erstattete Rabbi Edward L. Israel. Die Frage wird aus die Tagesordnung der nächsten Session der Zentralkonferenz gesetzt - werden. Zum Präsidenten der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner wurde Rabbi David Lefkowitz aus Dallas, Texas, gewählt. Rabbi Lefkowitz, der in Eperies (früher Ungarn, jetzt Tschechoslowakei) geboren wurde und gegenwärtig im 54. Lebensjahr steht, studierte an der Universität und am Hebrew Union College von Cincinnati, wo er im Jahre 1900 den Rabbinergrad erhielt. Bis 1920 übte er das Rabbineramt am Tempel Bnei Neshurun in Dayton, Ohio, aus; 1920 wurde er zum Rabbiner des Tempels Emanuel in Dallas gewählt. Er ist Herausgeber des „Jewish Monitor". Bisher war er Sekretär der Zentralkonferenz. Zionistisch« Geißelung zionistischer Wahlmethoden. Von liberaler Seite ist bei Gemeindewahlen in den letzten Jahren mehrfach Kritik geübt worden an den von Zionisten geübten Wahlmethoden. Jetzt hat das von liberaler Seite so oft kritisierte Verfahren einmal die Zionisten selbst betroffen und es ist interessant, nun darüber die Zionisten selbst zu hören. In Wien kämpfte die oppositionelle Liste der „Demokraten" gegen die offizielle Gruppe „der allgemeinen Zionisten" bei den soeben stattgefundenen Kongreßwahlen. Die Opposition errang einen überraschenden Erfolg, indem sie fast die doppelte Stimmenzahl der allgemeinen Zionisten erhielt. Ohne uns die von den allgemeinen Zionisten geübte Kritik zu eigen machen zu wollen, sei doch wiedergegeben, was die offiziellen Zionisten in ihrer Wiener Zeitung „Ter Stimme" darüber sagen: „Diese Wahl war eine Schmach! Korruption, Schwindel, Schekelschacher, wie er wohl in keinem Lande der Welt, wo Zionisten zur Wahl gegangen sind, vorgekommen ist und Vorkommen kann, all dies war für unsere einheimischen „Demokraten" gut genug, um Herrn Stricker als Geschenk zu seinem 50. Geburtstag, wie das Wahlschlagwort lautete, die Reise nach Zürich zu ermöglichen. Scham unb Empörung mußte einen jeden Zionisten ergreifen bei der „Demokratie" unserer scheinheiligen Streber. Da schleppte man mit den Autos wildfremde Menschen, die man noch nie in zionistischen Versammlungen gesehen hat, die niemals auch nur ein Wort über Zionismus gehört haben und kennen, da kamen organisierte Sozialdemokraten, die für den Wahlschwindel der Herren Demokraten gut genug sind, um sie morgen nach getanem Dienst anzurcmpeln, da schickt man sogar ins Wahllokal des Praters eiu n i ch t j ü d i - s ch e s Dienstmädchen zur Urne, das noch rechtzeitig entlarvt wird. Die Herren Demokraten zionistischer Färbung haben das traurige Verdienst, die PratUken der Drohobyczer und Tarnopoler assimilatorischen Wahlmacher in das zionistische Lager verschleppt zu haben. Dieselben, die in ihrer politischen Doppelzüngigkeit Sturm liefen gegen die Jewish Agency und knapp vor dem Kongreß umfielen, dieselben, die ein Jammergeschrei erheben, weil die nichtzionistischen Vertreter der Jewish Agency nicht nach streng demokratischen Prinzipien gewählt werden, verschenkten tausende Sckekalim an jedermann ohne Rücksicht darauf, ob er Zionist, Antizionist, Assimilant oder Sozialdemokrat ist, nur damit das Wahlgeschäst gemacht wird, ist ihnen jedes Mittel gut genug gewesen. Ein wahres Panoptikum kleiner Existenzen und verkrachter Politiker, das war das Bild unserer demokratischen Zionisten. Geld, das sie ja sonst als „reine" Zionisten nicht allzu hoch schätzen, macht alles; Geld verschafft einige tausend Schekalim, Geld macht den Schlepperdienst und Geld macht auch bekanntlich Mandate. Tie Herren Demokraten haben gegen den überwältigenden Volkswillen organisierter Zionisten und nationalbewußter Juden Wiens Kongreßmandatc sich gekauft. Wenn dies ein Erfolg sein soll, so ist es ein Erfolg, um den sie kein Mensch, bei dem Anstandsgesühl und Reinheit der Gesinnung über jedem Parteihader aufrecht blieb, beneiden wird. Tie Zionisten Wiens, gegen die ein wahrer Ansturm wildfremder Elemente losgelaffen wurde, werden hoffentlich von nun an wissen, was von all den demagogischen Phrasen der Herren Demokraten zu halten ist. Sie wurden zum Zionistenkongreß von Assimilanten, sozialdemokratischen Ratenhändlern, Indifferenten und geldgekausten konfessionslosen, nichtjüdischen Dienstmädchen gewählt. Diese mögen sie nun dort vertreten. Tie zionistische Organisation Oesterreichs hat mit solchen Delegierten, die die Seelen der Wähler mit zwei Schilling abkaufen, nichts gemein. Das letzte Wort über diese famose Wahl der Wiener Demokraten wird aber noch das Kongreßgericht in Zürich zu sprechen haben." Vor Bodentämpsen in Palästina. Tie Zeitung „Palostine" bringt, wie die Jüdische Telegraphen-Agentur aus Jerusalem meldet, einen Bericht aus Tulkerem, wonach arabische Einwohner des Torfes Talbe 4000 Dunam Boden an den moslemitischen Obersten Rat zu dem niedrigsten Satze von zwei Pfund pro Dunam verkauft haben. Der moslemitische Oberste Rat folgt dem Beispiel des jüdischen Nationalfonds und erwirbt Boden als unveräußerliches Eigentum des ara bischen Volkes, um den Erwerb des Bodens durch die Juden zu verhindern. Tie .Haifaer Zeitung „Anafir" teilt mit, daß eine Gruppe arabischer Einwanderer in Amerika die Errichtung einer arabischen Kolonie in Palästina plant, für welche 5000 Dunam Boden erworben werden sollen. - „Ttenaat et Sherk" hat vor kurzer Zeit mitgeteilt, daß der moslemitische Oberste Rat beschlossen habe, einen Fonds von 100000 Pfund zwecks Errichtung von Plantagen für arabische Pflanzer zu gründen. Werbt neue Mitglieder! Die glückliche Geburt des zweiten Jungen zeigen an Rechtsanwalt Dr. man >i. Frau Else geb. Äufseesser Berlin-Schöneberg 6. Juli 1929 Martin-Luther-Straße 55 Religionslehrer gesucht Akademisch gebildeter Religionslehrer der auch in der Lage ist, rabbinische Funktionen zu versehen, für den Unterricht in den höher. Lehianstalte zu Beginn des Winterhalbjahres gesucht. Besoldung nach Gruppe 2c der Reichsbeamten. Umgende Meldung mit Zeugnisabschriften an den Synagogenrat Karlsruhe/Baden Hier fehlt ihr iiKerat I Am f>. dieses Monats verschied der ehemalige stellvertretende Vorsitzende unseres Vorstandes Herr Leopold Badt Mit ihm ist ein Mann heimgegangen, der zwei Jahrzehnte lang rnit der Gemeinde aufs innigste verbunden war. Zunächst 1905 als stellvertretendes, seit 1 '>09 als ordentliches Mitglied in den Vorstand gewählt, hat er in nutsteigenden Zeiten, wie späterhin in schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren in unerschütterlicher Treue und Hingabe seine grosse Arbeitskraft dem Wohle der Gemeinde gewidmet. Durch die Führung der Finanzverwaltung hat er die Grundlage für den Fortbestand der Gemeinde in schwierigster Lage gesichert. Daneben lag ihm vor allem das Schicksal unserer Altersversorgungsanstalten und des Hospitals am Herzen. Für alle, die dort infolge körperlicher Schwäche oder hohen Alters eine Zufluchtsstätte gefunden, sorgte Leopold Badt wie ein Vater, ihnen brachte er schon durch seine tägliche Anwesenheit in den Anstalten Ermunterung und Stärkung. Für die Nöte und Sorgen der Beamtenschaft zeigte er stets teilnehmendes Verständnis. Ueber allem aber stand ihm die Einheit und Einigkeit in der Gemeinde, die ihm bei all seiner Arbeit Ziel und Leitstern gewesen ist. So wird sein Bild in der Gemeinde als das eines ihrer charaktervollsten und ausgezeichnetsten Führer in dankbarer Erinnerung fortleben. Berlin, den 8. Juli 1929 uorstand und Repräsentantenversammlung der iUd. Gemeinde WERKSTÄTTEN FÜR GRABMALKUN :>T S. WEISS GRABDENKMÄLER U. ERBBEGRÄBNISSE BERLIN-WE1SSENSEE LOTHR1NGERSTR. 8 - TELEPHON WEISSENSEE 407 Verein für Feuerbestattung In Berlin von 1874, e. V. -verin. kostenlose Fenerbestattnnc Annahme W 35, Lützowstraße 44, Telephon: Lfltzow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a Ecke Fasanenstraße, Telephon: Steinplala 1835 Julius Simon Kunstu. Bauglaserei Bilder-Einrahmungen Charlottenburg Eosander Strasse 8 Wilhelm 8157 Bern uns Familien- Perkeo-HeldelBerser- Rauium-Franzbranntwein Vorzüglich zur Einreibung bei: Rheumatism., Gicht, Neuralgie, Ischias, Hexenschuß, Zerrungen, Schwäche u. Lähmerscheinungen. Für Erwachsene und Kinder. Preis Mark 2 50/Flasche. Alleinhersteller: Dipi-ing. nageistein beeid. Handels- und Gerichls-Chemiker Mannheim — C 7,17 Unnötige Korpulenz beseitigen Sie leicht u. absol. unbedenkl. durch mein vorzügliches Einreibemitlel „OMBRA“ Pf ei-: Mark 12.—/Flasche. Schafft Gesundheit und schöne Köperformen. DipL-ing. Hagelstein, Beeid. Handels- und Gerichts-Chemiker Mannheim — C 7,17 Verlag: Bereinigung für das liberale Judentum e. v., Berlin GW. 48. — Verantwortlicher Ledakteur: Dipl.-Jng. Bruno Koyda, Berlin SW. 29. — Druck: Hermann Wegner 6c Co., Berlin-Mariendorf. 54 2676

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