Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 22 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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tenmalerials, Me lediglich für die interne Verwaltung der Gemeinde bestimmt sind." Für die liberale Fraktion verwahrte sich Dr. Fleischer entschieden gegen die Auffassung der Vorstandsvorlage. Bei geheimen Sitzungen handle es sich ja größtenteils um persönliche Angelegenheiten, die man selbstverständlich nicht veröffentliche. Er müsse aber ganz energisch Widerspruch dagegen erheben, daß inan versuche, das sogenannte demokratische Prinzip in ein reaktionäres schlimmster Sorte zu verwandeln Professor Türk verwies auf eine frühere Aeußerung von Ministerialrat Goslar, der ja als Pressechef der Preußischen Regierung als Sachverständ^er anzusprechen sei, in der er Letonr habe, daß nach seiner Auffassung die Veröffentlichung völlig berechtigt gewesen sei Es gelangte schließlich ein Antrag zur Annahme, der lautet: „Die m öffentlichen Repräsentantensitzungen gefaßten Beschlüsse und die dazu gehörigen aktenmäßigen Unterlagen können nach dem Ermessen der Repräsentanten der jüdischen Oeffentlichkeit mitgeteilt werden. Ausnahmen von dieser Regel unterliegen dem Beschluß der Repräsentantenversammlung." Wir wollen unsererseits keinen Zweifel darüber lassen, daß wir auch in Zukunft das veröffentlichen werden, was für richtig halten, und möchten bei dieser Gelegenheit unferm besonderen Erstaunen darüber Ausdrua geben, daß der Gcmeindevorstand nicht den Nächstliegenden Weg eingeschlagen hat, in einer freundschaftlichen Aussprache mit Vertretern der jüdischen Presse den gesamten Fragenkomplex zu klären. Dieser Weg dürste der einzige sein, der irgend einen Erfolg herbeizuführen vermag. Von weiteren Beschlüssen verdient Beachtung die Uebernahme der Liebmannschen Stiftung in die Verwaltung der Gemeinde. Der Zweck dieser Stiftung ist die Ausstattung unbemittelter Bräute, ferner die Herstellung eines zweiten Urnenseldes auf dem Friedhof in Weißensee. An Bewilligungen wurden ausgesprochen 3000 RM. als Grundstock für einen Pensionsfonds aus Anlaß des Jubiläums des Verbandes Berlin des Jüdischen Frauenbundes, 1000 RMfür das Gesamtarchiv der deutschen Juden, wobei der Wunsch ausgesprochen wurde, diesen Betrag noch zu erhöhen, 1000 RM. für den Hilfsverein der deutschen Juden für seine Sammelaktion zur Hilfe für die beßarabische jüdische Bevölkerung, 10 000 RM. für die Hauptstelle für.jüdische Wanderfürsorge, 3000 RM. für die Gartenbauschule Ahlem, 500 RM. für den jüdischen Friedensbund, 2000 RM. für den Verein für jüdische Geschichte und Literatur, 8000 RM. für das Rabbinerseminar zu Berlin zur Deckung des Defizits des Vorjahres, 10 000 RM. an die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums als Beitrag zur Deckung des Defizits. Der Vorsitzende der Gemeinde, der ja auch gleichzeitig Finanzdezerneut des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist, sollte einmal eingehend prüfen, ob tatsächlich derartige Bewilligungen durch Einzelgemeinden zweckmäßig sind. Es erscheint uns weit sinnvoller, den Beitrag her Gemeinden an den Preußischen Landesverband zu erhöhen und dann die gesamte Subventionstäitgkeit für zentrale Anstalten durch diese Zentralinstanz vornehmen zu lassen. Der Zuschuß für die Liberale Synagoge Wilmersdorf wurde weiter bewilligt unter der Bedingung, daß die Bewilligung nach Eröffnung der Synagoge Prinzregentenstraße aufhört. * Zu einer längeren Diskussion gab dann noch eine Vorstandsvorlage Anlaß, die eine jüdische Schulorgrnisation Polens betrifft. Danach soll das hebräische Schulwerk der Tarbut- Organisation in Polen von der Gemeinde mit 3000 RM. Nsubventioniert werden. Gegen die Stimmen der Liberalen, von denen insbesondere Moritz Rosenthal und Professor Türk betonten, daß abgesehen von Hilfsmaßnahmen, die die Folge von wirtschaftlicher Not oder Naturereignissen seien, Gelder nicht weggegeben werden dürfen, solange nicht im Lande die Not gemeistert werden könne, wurde ein Betrag von 1000 RM. bewilligt. (Wir werden hierauf noch in unserer nächsten Nummer zurückkommen.) Ophir. das Goldland König Salomos Von A. S t r u k a t. Die Schriften des Alten Testaments erzählen von unermeßlichen Schätzen an Gold und Edelsteinen, welche die Goldflotten des Königs Salomo (977—937 v. Ehr.) aus fernen Ländern holten, und immer wieder wird das sagenhafte Goldland Ophir genannt, über welches die Alttesta^- mentlichen Schriften keine genauen Angaben machen. Wo lag nun Ophir? Seit Jahrhunderten hatte man darüber nachgedacht, und die merkwürdigsten Ergebnisse wurden gefunden. Bald sollte es Indien, bald gar Peru oder Mexiko sein. Die wirtschaftsgeographische Betrachtung der Aufgabe läßt aber uur eine Möglichkeit zu, die sich mit dem biblischen Bericht in Einklang bringen läßt. Von einer in Tyrus ansässigen Zentralstelle wurden die Unternehmungen zur See nach festen Plänen betrieben. Von Indien könnte man wohl Edelsteine, Affen, Pfauen und Sandelholz geholt haben, aber Gold hat das Land in nennenswerter Menge nicht hervorgebracht. In Ophir muß das Gold aber von Salomos Leuten unmittelbar aus der Erde geholt worden sein, und sicher war es nicht durch Handel erworben. Eine einzige dieser Expeditionen lieferte 420 Kikkar Gold (1 Kikkar — 426 Kilogramm), was nach heutigem Goldiwerte etwa eine halbe Milliarde Reichsmark bedeuten würde. Für diese riesigen Goldmengen hatte Palästina keine Gegenwerte, und darum können diese Schätze nur durch Bergwerksbetrieb, nicht aber durch Handel, gewonnen sein. Indien hat aber Goldbergwerke von dieser Bedeutung nicht besessen. Im ersten Buche der Könige 9, 26 finden sich einige Ortsnamen, und im 8. und 9. Kapitel des zweiten Buches Leser, die verreisen können sichSdie „Jüdisch-liberale Zeitung;“ auf kurze oder längere Zeit ins Bad oder in die Sommerfrische nachsenden lassen Der Nachsendungsantrag ist bei dem zuständigen Postamt zu beantragen. Es ist dringend ratsam, die Ueberweisung möglichst acht Tage vor der Reise zu bestellen. ★ Versammlungskalender ★ »resla«. Jli „Abraham Geiger". Sonntag, den 2. Juni: Treff-Fahrt und kleine Tagung des Breslauer und Ratiborer Jlis in Oppeln. Treffpunkt pünktlich 7.30 Uhr am Haupteingang des Hauptbahnhofes, Abfahrt 7.55 Uhr, Sonntagsfahrkarte 3. Klaffe nach Oppeln, 4,10 Mark. Mittwoch, den 5. Juni, 20.15 Uhr, im kleinen Zimmer des Kurgarten: Jnstruktionsabend, „Grundlagen und Ziele des religiösliberalen Judentums". Frankfurt a. M. Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft. Am 8. und 9. Juni 1929 veranstalten wir eine gemeinsame Fahrt nach Gießen. Anmeldungen an Herrn Heinemann, Backerweg 54, Tel. Carolus 46 680 erdete«. Unser nächster Heimabend findet Dienstag, den 11. Juni, 20.45 Uhr, im Sitzungszimmer der Westendsynagoge statt. Thema: „Religiöser Liberalismus". Samstag, den 15. Juni 1929, 17 Uhr, „Faust", Dr. Hoffmann, Untermainanlage 7. Ratibor. „Jli". Sonntag, den 2. Juni, Treff-Fahrt mit Breslau in Oppeln. Verll«-«ar»e». Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Jeden Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.13 Uhr pünktlich. Freitag, den 31. Mai, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Blumenthal. Sonnabend, den 1. Juni, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonfki. Freitag, den 7. Juni, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Weyl. Berlin-Westen-. verein Liberale Synagoge Westend, Leistikowstratz« 7-8 (Schul« avlaj, nahe Rrichskanzlerplah. Jede« Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor vnd Predigt. Beginn 19.15 Uhr pünktlich. Freitag, den 31. Mai, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Klein. Berltn-Wilmersd-rf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der TScilieulchnlk, Nikolsbvrger Platz): Jede« Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Uhr pünktlich. Freitag, den 31. Mai, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonfki. der Chronik ein Bericht über die Reise der Goldflotte. Die einzige Stelle der Erde, die solche Goldmengen liefern konnte und gleichzeitig für eine vom Roten Meer ausgehende und im ganzen drei Jahre dauernde Seereise erreichbar war, ist Südafrika, besonders das Hinterland der Sofalaküste von Mozambique, welches bis ins Mittelalter hinein das Goldland der Erde war. Auch der Afrikaforscher Karl Peters ist dieser Ansicht beigetreten. Die Spuren alter Goldbergwerke sprechen dafür, und bei Kapstadt hat man die Reste phönizischer Ruderschiffe gesunden. Die Reisedauer von drei Jahren, die im zweiten Buche der Chronik angegeben wird, stimmt auch, wenn man für die Hin- und Rückfahrt der Schiffe je ein Jahr und für den Bergbaubetrieb ein weiteres rechnet. Unter phönizischer Führung liefen die Schiffe von Akaba (in der Bibel Eziongeber genannt) aus und legten die Fahrt durch das Rote Meer bis Makalla gemeinsam zurück. Dann trennten sie sich und gelangten an dm Küsten herfahrend nach einjähriger Reise in ihre Bestimmungsländer. In Jndim oder auch in Ceylon wurde Handel getriebm, während die an der Sofalaküste gelandeten Leute in das den Phöniziern gut bekannte Maschonaland zogen, wo man erfolgreich das Gold schürfte. Zu einer verabredeten Zeit trafen die beiden Flotten wieder zusammen, vielleicht in Aden (in der Bibel Uden genannt) in Südarabien, dem Haupthafen des Königreichs' Saba, mit dessen Fürstin Salomo freundschaftliche Beziehungen unterhielt, und von hier wurde gemeinsam die Reise in die Heimat angetreten. * Aus ben Gemeinden Berlin. (Preisgekrönte Entwürfe für den Synagoge n b a u im Hansa-Viertel.) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin hat zur Erlangung von Entwürfen für den Bau der neuen Synagoge im Hansa-Viertel ein Preisausschreiben erlassen und zur Prüfung der einlangenden Entwürfe die Herren Professoren Vetterlein, Poelzig und Straumer, Baumeister Grünfeld, Baurat Marcuse und Gemeindebaumeister Vehr eingeladen, als Preisrichterkollegium zu fungieren. Dieses Preisrichterkollegium hat nun unter dem Vorsitz von Professor Vetterlein die Entscheidung über die eingelangten Entwürfe getroffen. Zur Prüfung standen 62 Entwürfe. Den ersten Preis in Höhe von 6000 Mark erhielten für ihren Entwurf die Architektin Hecht und der Architekt Neumann; der zweite Preis, 4000 Mark, wurde Regierungsbaurat Sokolowsky für seinen Entwurf zuerkannt; in den dritten Preis, 2000 Mark, teilen sich die Ingenieure Wiener und Jaretzki. Außerdem entschloß sich der Vorstand auf Empfehlung des Preisrichterkollegiums, weitere zwei Entwürfe, und zwar diejenigen von Ingenieur Nachtlicht und Ingenieur Moritz Ernst Lesser, zum Preise von 1000 Mark anzukausen. Die preisgekrönten und*angekauften Entwürfe werden von der Gemeinde ausgestellt werden. Berlin. (10 Jahre Akademie für die Wissenschaft des Judentums.) Am Sonntag, den 2. Juni, 11 Uhr vormittags, hält die Akademie für die Wissenschaft des Judentums in den Räumen des Logenhauses, Kleiststraße 10, ihre zehnte Jahresversammlung ab. lieber die Aufgaben und Leistungen der Akademie wird Herr Professor Dr. Julius Guttmann, der Leiter des Forschungs-Instituts, über die Verwaltung der Generalsekretär Dr. Israel Auerbach Bericht erstatten. An die Teilnehmer der Jahresversammlung, die öffentlich ist, kommt als Festgabe zum zehnjährigen Bestehen der Akademie eine künstlerisch ausgestattete Druckschrift mit Beiträgen von Julius Guttmann, Leo Baeck, Ernst Cassirer, Hermann Cohen, Franz Rosenzweig, Jsmar Ellbogen und Jsaac Heinemann zur Verteilung. Die zehnte Jahresversammlung der Akademie wird die erste sein, an der Gustav Bradt, der verewigte Gründer und Führer der Akademie, nicht mehr teilnimmt. Ihm zu Ehren wird nach Schluß der Versammlung um 12 Uhr mittags im Großen Saale des Logenhauses eine öffentliche Trauerkundgebung veranstaltet. Die Gedenkrede hält Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck. Hebräische Gesänge STOILWERClf billig, iDohlSchmeckcnd,. U l Tiahrhaft. 4 des Herrn Oberkantor Ahlbeck und Harmoniumspiel des Herrn Janowski werden die Feier umrahmen. Düsseldorf. (Bundestag der Junggruppen im Verband der jüdischen Jugendvcreine.) Mitten im Odenwald, bei Gaimühle, fand an den beiden Pfingsttagen der erste Bundestag des Bundes der Junggruppen im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands statt. Aus 28 Gruppen waren etwa 350 Jungens und Mädels aus ganz Deutschland zusammengekommen. Bald entwickelte sich auf dem herrlich gelegenen Versammlungsplatz ein fröhliches Lagerleben. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die beiden ausgezeichneten Referate von Leo Eschelbacher, Düsseldorf, über „Bundesidee" und Manfred Altmann, Trier, über „Wille und Tat im Judentum". An diese beiden Referate knüpften sich in einer größeren Anzahl von Arbeitsgemeinschaften lebhafte Aussprachen an, deren äußerer Abschluß die Wahl der neuen Bundesleitung bildete, die sich aus Leo Eschelbacher, Düsseldorf, Manfred Altmann, Trier, und Martin Seligmann, Chemnitz, zusammensetzte. Den Höhepunkt bildete die nächtliche Bundesfeier. In feinen und beseelten Worten sprach Martin Scligmann vom Einzelnen und dem Bund. Hebräische Lieder und ein Sprcchchor vervolGändigten diese eindrucksvolle Feierstunde. Als Abschluß des Bundestages konpse Martin Seligmann mit Recht feststellen, daß der Bundestag seine Aufgabe, die Gruppen im Geiste der Jugendbewegung und der kraftvollen jüdischen Arbeit zu einem Bund zusammenzuschmelzen, vollauf erfüllt habe. Frankfurt a. M. (R ep rä s e n t a n t e n v e r s a m m l u ng.) Zn dem in unserer Nr. 18 veröffentlichten Bericht über die Frankfurter Repräsentantenversammlung vom 17. bis 18. April stellen wir noch fest, daß bei der Bewilligung für den Keren Hajessod neben den konservativen und volksparteilichen Repräsentanten Dr. Franz Wolf und Dr. Eduard Strauß für die Bewilligung gestimmt haben. Goch. (Todesfall.) Der hier im Ruhestand lebende Lehrer unserer Gemeinde, Herr A. Oppenheimer, ist unerwartet verschieden. Drei Jahrzehnte hat er die Erziehung der Jugend und die religiöse Unterweisung der Erwachsenen mit Eifer und Geschick geleitet und auch nach dem Eintritt in den Ruhestand die religiösen Aufgaben innerhalb der Gemeinde mit großer Hilfsbereitschaft gefördert. Die Gemeinde wird ihres treuen Beamten stets in Dankbarkeit gedenken. Hermeskeil (Hunsrück). (8 0. Geburtstag.) Am 5. Juni begeht Herr Lehrer Baum, der seit Jahren hier im Ruhestand lebt, seinen 80. Geburtstag. Herr Baum >var viele Jahre in Soetern (Fürstentum Birkenfeld) tätig. Dort erfreute er sich größten Ansehens. Leider ist der auch hier allbeliebte Greis seit Jahren erblindet. 'Käsfel. (Persönliches.) Am 27. Mai beging Herr Alexander Fiorino, Ehrenvorsitzender der „Humanität" und Vorsitzender des Kuratoriums des Israelitischen Waisenhauses, in voller Körper- und- Geistesfrische seinen 87. Geburtstag. Was bei früherer Gelegenheit über die gemeinnützig bedeutsame Tätigkeit des für alle Kulturfragen interessierten Greises auch au dieser Stelle gesagt wurde, könnte, heute wiederholt werden. Alle Geburtstagswünsche für den allgemein beliebten Freund und Förderer philantropischer und schöngeistiger Bestrebungen gipfeln in dem Gedanken, daß sein Lebensabend sich auch ferner ungetrübt gestalten möge. Koethen. (F r i e d ho f s sch ä n d u ng.) Wie dem Wolffschen Telegraphen-Büro aus Dessau telegraphiert wird, haben unerkannt gebliebene Täter in der Nacht vom 23. Mai auf dem in einer ziemlich belebten Gegend gelegenen israelitischen Friedhof in Köthen sämtliche Grabdenkmäler umgeworfen und zertrümmert. Selbst schlvere Steine rissen die Täter aus der Erde. An die Stelle der Denkmäler legten sie Tierkadaver. Wie der Jta mitgeteilt wird, stimmt der Wolfs-Bericht nicht ganz mit den Tatsachen überein. Es scheint sich auch diesmal um einen Dummenjungenstreich zu handeln, für den nach den bisherigen Ermittlungen zehnjährige Kinder in Betracht kommen. Tierkadaver wurden auf die Gräber nicht gelegt, sondern man habe lediglich drinnen uernessan sie mcmi uns noch vor dem 1. Juni Ihre Spende für den „Hilfsfonds des liberalen Judentums“ zu übersenden. Die Namen der Spender werden regelmäßig in der „Jüdisch-liberalen Zeitung" bekanntgegeben. Die Listen zeigen, daß unsere Freunde dem Appell unseres Gesamt - Vorstandes in großer Zahl nachkommen. Aber alle diejenigen, die ihren Sonderbeitrag zum „Hilfsfonds“ noch nicht geleistet haben, werden gebeten, sogleich Mark 10.— auf das Postscheck-Konto der „Vereinigung für das liberale Judentum e. V.", Berlin Nr. 137069 zu überweisen. Jeder einzelne muß durch einen Beitrag zeigen, daß er mitbauen will an dem Werk, welches wir für unsere Kinder und Kindeskinder schaffen. Darum gebt alle, der Vermögende mehr, der andere weniger, und — gebt schnellI