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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-05-03 · 18 (3.5.1929) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
18 (3.5.1929)
Date
1929-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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9. Jahrgang Mmmer 1! Beilage Z. Mai 1S2S Zum 10. Todestag von Gustav Landauer Von Bruno Woyda. Am 1. Mai 1919, während des Werdens der Deutschen Republik, die von Beginn bis heute in Bayern ein Sonderschicksal erlerbet, wurde Gustav Landauer von württembergischen Soldaten verhaftet. Tags darauf war er in Stadelheim ermordet. Das sozialdemokratische Zentralorgan, der „Vorwärts", metbet am 5. Mai 1919 in einem eigenen Drahtbericht aus Bamberg: „Landauer wurde verhaftet und beim Abtransport von der Menge, die er noch einmal aufzuhetzen versuchte, gelötet." Drei Tage später druckte er dann in einer Korrespondenzmeldung aus München: „Das Oberkommando Oven teilt mit, daß das Ermittlungsverfahren wegen der auf der Flucht erfolgten Erschießung der Spartakistenführer Egelhofer und Landauer bereits;m Gange ist." Wir haben;n diesen Tagen erst im Prozeß des Reichsanwalts Jorns wieder erlebt, wie es mit der Wahrheit solcher Meldungen, wie es um die Durchführung solcher Ermittelungsverfahren bestellt ist. Tie Lehren dieses Prozesses entheben von der Verpflichtung, all den Irrsinn zu widerlegen, der vor 10 Jahren über Gustav Landauer verbreitet wurde. Heute wissen wir, daß dieser Mensch rein, rein, rein war; daß nur eine Leidenschaft ihn beseelte: die Leidenschaft zum Geist; daß nur eine Aufgabe ihn erfüllte: die Heiligung des Lebens. Auf dem Grabmal Hedwig Lachmanns, seiner Frau, stehen diese ihre Worte: O Geist, dah'«gegeben Der dunkelsten Gewalt — Wie sehnst du dich ins Leben, Zurück in d'e Gestalt! Sie gellen, ganz gewiß, nicht minder für diesen Großen des Geistes, der heute erst Führer von Wenigen, der aber diese Wenigen berufen dünkt zum Führer jeder Geistzutunft wollenden Generation Am 2. Mai 1919 wurde Gustav Landauer ermordet. Als „Spartakistenführer", „Volksverhetzer". „Aber d-e ungeheure Gefahr ist, daß Schlendrian und Nachahmung sich auch der Revolutionäre bemächtigen und sie zu Philistern des Radikalismus, des tönenden Worts und der Gewaltgebärde machen; daß sie n'cht wissen und nicht wissen wollen: die Umwandlung der Gesellschaft kann nur in Liebe, in Arbeit, in Stille kommen." Das schrieb dieser „Bolksverhetzer" drei Monate vor seiner Ermordung im Vorwort zur zweiten Auflage seines „Aufruf zum Sozialismus". Und dieser „Spartakistenführer" endete das Vorwort mit den Worten: ...möge uns aus der Revolution Religion kommen, Religion des Tuns, des Lebens, der Liebe, die beseligt, die erlöst, die überwindet. Was liegt am Leben? Wir sterben bald, wir sterben alle, wir leben gar nicht! Nichts lebt, als was wir aus uns machen, was wir mit uns beginnen; die Schöpfung lebt; das Geschöpf nicht, nur der Schöpfer. Nichts lebt als die Tat ehrlicher Hände und das Walten reinen wahrhaften Geistes." Drei Monate später war Landauer ermordet. Doch seme Schöpfung lebt. Und daß er unvergessen, zeigte neuerdings erst die von Martin Buber besorgte Herausgabe seiner „Briefe". * Gustav Landauer war Sozialist, war Anarchist, war Revolutionär — doch den landläufigen Sozialisten, Anarchisten und Revolutionären war er gewiß nur dieses: ein weltfremder, unbequemer Ideologe, ein Mensch, verständnislos gegenüber der üblichen Politik von Fall zu Fall, dieser Politik, die bis auf den heutigen Tag den Charakter verdirbt. In Landauer einten sich Anarchie und Sozialismus. ,^Anarchie ist nur die negative Seite dessen, was positiv Sozialismus heißt." So war sein Wollen ein Doppeltes: Befreien des Individuums vom Zwang der erstarrten Form, aus diesem Ungeist der Konvention — und Binden dieses befreiten Individuums aus dem Geiste der Freiwilligkeit, damit Gemeinschaft werde. Sein Anarchismus war Geist, Vorbedingung für die Umbildung von Menschen, die Gemeinschaft schaffen wollen. „Der Staat sitzt nie im Innern der Einzelnen, er ist nie zur Jndividualeigenschaft geworden, nie Freiwilligkeit gewesen. Er setzt den Zentralismus der Botmäßigkeit und Disziplin an die Stelle des Zentrums, das die Welt des Ge-ftes regiert: das ist der Schlag des Herzens und das freie, eigene Denken im lebendigen Leibe der Person. Früher einmal gab es Gemeinden, Stammesbünde, Gilden, Brüderschaften, Korporationen, Gesellschaften, und sie alle schichteten ftch zur Gesellschaft. Heute gibt es Zwang, Buchstaben, Staat." Und wie se-.n Anarchismus war auch sein Sozialismus Ger)t.. M't einer Leidenschaftlichkeit und einer Größe w'e wohl kein bürgerlicher Schriftsteller vor ihm zog er gegen den Marxismus zu Felde, dessen Ideologie nach seiner Ueber» zeugung „nur der Ueberbau der Niedertracht unsrer Zeit" sei. Ter Marxist war für ihn der Philister, der Sozialist aber der Erwecker. „Nur aus dem Geiste, nur aus der Tiefe unserer inneren Not und unseres inneren Reichtums wird dre große Wendung kommen, die wir heute Sozialismus nennen." Geist einte ihm Anarchismus und Sozialismus im Begriff der Revolution. „Das brauchen wir wieder: eine Neuregelung und Umwälzung durch den Geist, der nicht Truge und Einrichtungen endgültig festsetzcn, sondern der sich selbst als permanent erklären wird. Tie Revolutton muß ein Zubehör unserer Gesellschaftsordnung, muß die Grundregel unserer Verfassung werden." Wir sind von der Erfüllung dieser Forderungen wahrlich noch weit entfernt. Eine Feststellung, die Einigen Schmerz, den Vielen aber erleichtertes Aufatmen bereitet. Tenn diese Bieten haben noch nicht empfunden, erkannt, belebt, was ihr Ureigenstes ist: das eigene Ich, dm Geist, der ihnen gegeben. Sie vegetieren, darben oder schwelgen, doch was ihnen fehlt ist das Leben, das Mensch-Sein, das Geist-Wirken. Landauer wird ein Phantast gmannt. Doch wenn irgendwo so gilt hier das Wort von Gerharl Hauptmann: „Tie Welt nennt uns Phantasten: wäre die Welt doch voll solcher Phantasten! Jeder ist dem Philister ein Phantast und ihren matten und platten Gefühlen ern Schwärmer, der in einer menschlich, großen Empfindung glüht." Freilich: weil Gustav Landauer gewaltiges Wissen verband mit tiefer Gläubigkeit, wußte er auch, was die Zaghaften nicht zu wissen wogen — daß in uns die Entscheidung vom Werden unseres Werkes rühr „Wer im rechten Geiste baut, zerstört im Bauen die stärksten Hindernisse." Landauer sah wohl die Menschen in ihrer Kteiinheit. Doch er besaß das köstlichste Gut, das diese Welt birgt: Vertrauen in den Geist. Von diesem Besitz gab er, mit ihm wollte er bauen. Und aller Kleinheit zum Trotz hielt cr sch an dieser Erkenntnis: „Nichts, nichts in der Welt hat so unwidechehliche Gewalt der Eroberung wie das Gute." * All das hat in doppelter Beziehung mit dem Judentum Verknüpfung. Landauers Werk entspringt religiösem Geist, der freilich weder konfessionell eingeengt noch mit Zeremomalvorschriften belastet noch in Togmengläubigkeit erstartt ist. Und es ist gewiß kein Zufall, daß in dem „Aufruf zum Sozialismus" an einer der schönsten Stellen auf die mosaische Gesetzgebung verwiesen wird: „Da sollst du die Posaune blasen lassen durch all euer Land am zehnten Tage des siebenten Monats als dem Tage des Ausgleichs .. „Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und ihr sollt ein Freijahr ausrufen im Lande allen, die drinnen wohnen; denn es ist euer Jubeljahr; da soll ein jeglicher bei euch wieder zu seiner Habe und zu seinem Geschlechte kommen." „Das ist das Jubeljahr, da jedermann wieder zu dem Seinen kommen soll." Wer Ohren hat zu hören, der höre. Da sollst du die Posaune blasen lassen durch all euer Land! Die Stimme des Geistes ist die Posaune, die immer und immer und immer wieder ertönen wird, solange Menschen beisammen sind. Immer wird Unrecht sich fcstsetzen wollen, immer wird, solange die Menschen wahrhaft lebendig sind, der Aufruhr dagegen entbrennen. Der Ausruhr als Verfassung, die Umgestaltung und Umwälzung als ein für allemal vorgesehene Regel, die Ordnung durch den Geist als Vorsatz; das war das Große und Heilige an dieser mosaischen Gesellschaftsordnung. Das brauchen wir wieder: eine Neuregelung und Umwälzung durch den Geist, der nicht Dinge und Einrichtungen endgültig festsetzen, sondern der sich selbst als permanent erklären wird. Die Revolution muß ein Zubehör unserer Gesellschaftsordnung, muß die Grundregel unserer Verfassung werden. Nebett der Verknüpfung des Werkes mit dem Judentum verdient aber auch Beachtung das Verhältnis seines Schöpfers zu ihm. In einem Aufsatz „Sind das Ketzergedanken?", der 1913 in einem von einer Gruppe junger Zionisten herausgegebenen Sammetbuch „Vom Judentum" erschien, findet sich hierfür Wesentliches. Hier gibt Landauer von feinem Bewußtsein der Zugehörigkeit zur jüdischen Nattonalität klaren Ausdruck. Und doch bedeutet der Aufsatz, was ja schon die Ueberschrift vermuten läßt, eine Absage an. den Zionismus Ta heißt es: Nation sein heißt ein Amt haben, und wo mein Amt ist, da ist mein Vaterland. Haben wir Abgesprengte als unser Judentum den Dienst an der Umwandlung der Gesellschaft, an der Begründung neuen Volkes und allererst neuer Menschheit entdeckt, haben wir gefunden, daß wir im Suchen nach unserem inneren Wesen, der grenzenlosen und schrankensprengenden Erneuerung der Völker durch die Abstreifung oberflächlicher Gewaltbeziehungen und die Durchsetzung echter freudig-liebevoller Gemeinschaft begegnet sind, haben wir staunend und beglückt als das urältest in uns Versenkte nichts anderes als all die ungeheuer mächtigen und innigen Triebkräfte der Reinigung zum Licht gehoben, - wer, der so weit ist, >ver also, der der Dumpfheit entronnen sich selbst vor Augen sieht und in der Hand hält einen, der soll und will, wer wollte da nicht als den Ort seines Wirkens die Welt erkennen und als seine Welt die Gegenwart, in der es zu wirken gilt? Kein rechter Mensch vermag cs, sich nur als Brücke für kommende Geschlechter, als Vorbereitung, als Same und Dung zu wissen; er will selber etwas sein und leisten. Mag sein, daß die Muttersprache irgendwelcher aus meinen Lenden entsprossenen Nachkommen hebräisch sein wird, es rührt mich nicht, meine und meiner Kinder Sprache ist deutsch. Mein Judentum spüre ich in meiner Mimik, in meinem Gesichtsausdruck, meiner Haltung, meinem Aussehen, und so geben diese Zeichen mir die Gewißheit, daß cs in allem lebt, was ich beginne und bin. Weitaus mehr aber — sofern es da ein Mehr gibt — als Chamisso der Franzose ein deutscher Dichter »var, bin ich, der ich ein Jude bin, ein Deutscher. Deutscher Jude oder russischer Jude - diese Ausdrücke empfinde ich als schief, ebenso wie jüdischer Deutscher oder Russe. Ich weiß da von keinem Abhäng-igkeits- oder Adjektivitätsverhältnis, die Schickungen nehme und bin ich, wie sie sind, und mein Deutschtum und Judentum tun einander nichts zuleid und vieles zulieb. Wie zwei Brüder, ein Erstgeborener und ein Benjamin, von einer Mutter nicht in gleicher Art, aber im gleichen Maße geliebt werden, und wie diese beiden Brüder einträchtig mit einander leben, wo sie sich berühren und auch, wo jeder für sich seinen Weg geht, so erlebe ich dieses seltsame und vertraute Nebeneinander als ein Köstliches und kenne in diesem Verhältnis nichts Primäres oder Sekundäres. Ich habe nie das Bedürfnis gehabt, mich zu simplifizieren oder durch Verleugnung meiner selbst zu unifizieren, ich akzeptiere den Komplex, der ich bin, und hoffe noch vielfältiger eins zu sein als ich weiß. Da ich aber jetzt lebe und wirke, also auch als Jude jetzt bin und tue, was zu tun mir obliegt, kann ich mich innerlich nicht aus eine Sache bereiten »vollen, kann den Willen zu einer neuen Vorkehrung nicht in mir finden, die einen Teil meines Wesens auslöschen oder hemmen würde. Am 2. Mar 1919 wurde Gustav Landauer ermordet. Spartakistenführer? Volksverhetzer? Tas Wissen um ihn wandelt unseren Zorn in überlegenes und zukunftsgewisses Lächeln; und mahnt uns, trotz alledem und alledem,;u arbettcn im Tienste des Geistes des Geistes, der wieder Gemeinschaft bilden soll. Aus den Gemernden Aschendorf. (Wiederholte Schändung des jüdischen Friedhofs.) Wie die Jta meldet, toaren aus dem Friedhof in Aschcndorf mehrere Grabdenkmäler nicht nur unrgeworfen, sondern sie auch völlig zerschlagen worden. Jetzt haben ruchlose Menschen abermals ihre Visitenkarte auf dem Gottesacker abgegeben, indem sie aus Teilen eines zerschlagenen Grabsteines auf dem Grabe eines eben erst beerdigten Kindes ein Kreuz errichtet haben. Die Unholde mögen sich vielleicht über die von ihnen verübten Heldentaten freuen, in den Augen unserer gesamten Bevölkerung belvertet man diese jedoch als das, was sie sind, als Schandtaten. Berlin. (Professor Türks 7 0. Geburtst a g.) Die Persönlichkeit und die jüdische Leistung unseres Gesinnungsfreundes Professor Dr. Moriz Türk »vurde anläßlich < seines 70. Geburtstages in der vorigen Nummer dieses Blattes in zlvei Artikeln eingehend getvürdigt. Heute haben wir lediglich nachzutragcn, daß weiteste Kreise unserer jüdischen Oeffentlichteit dem Jubilar ihre Gratulation, Ehrung und Anerkennung aussprachen. Am Morgen des Geburtstages erschienen Abordnungen des Liberalen Vereins, der Liberalen Fraktion, der Resormgemeinde, des Gemeindevorstandes, der Repräsentanz und des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Auf die verschiedenen an Herrn Professor Dr. Türk gerichteten Ansprachen dankte er.in herzlicher und humorvoller Art und sprach den Wunsch aus, daß die ihm zum Teil auch von weltanschauungs und parteimäßigen Gegnern entgegcngebrachte menschlich angenehme Gesinnung in einer Versachlichung der mit der Gemeindearbeit nun einmal unumgänglich verknüpften Kämpfe ihren Ausdruck finden möge. Breslau. (lOOjähriges Jubiläum der Storch-Synagoge.) Am 23. April konnte die Breslauer Storch-Synagoge, das Gotteshaus der Breslauer Konservativen Juden in der Wallstr. 7, auf ihr hundertjähriges Jubiläum zurückblickcn. Im „Breslauer Jüdischen Gemcindeblatt", dem amtlichen Blatt der Synagogengemeinde, gibt Rabbiner Dr. Heppner eine»» geschichtlichen Abriß über die Entstehung dieser Breslauer Synagoge. Schon im Jahre 1817 »vurde in der Breslauer Judenschast der Wunsch nach einer größeren und würdigeren Andachtsstätte laut, da die vorhandenen Bethäuser den Ansprüchen nicht mehr genügten. Dieser Wunsch der Gemeindemitglieder durch ein Schreiben des Innenministeriums unterstützt, das sich gegen die bestehenden privaten Vethauser wandte und die Genehmigung zum Bau einer großen, zum allgemeinen Gottesdienst geräumigcir Synagoge gab. Durch Beteiligung verschiedener Breslauer Betschulen, »vurde eine größere Summe zusammengebracht, mit der von einem Gemeindemitgliede, Jakob Silberstein, der sogenannte Werncrgarten mit dem anschließenden Grundstück „Zum »veißen Storch" angekauft wurde. Nachdem das Grundstück gekauft »var, »vollte ein großer Teil der Gemeindemitglieder sich an einer Abstimmung über den Bau der Synagoge beteiligen und von den Abstimmcnden »var die Mehrzahl gegen einen Neubau. Silberstein baute nun die Synagoge selbst und überließ sie zu günstigen Bedingungen der ersten Brüdcr-Gesellschaft. Bis 1844 währte der Mictsvcrtrag zwischcn Silberstein und der Brüder- Gesellschast, dann bildete sich ein „Synagogen-Bcrein", der die Synagoge übernahm. Im Jahre 1872 wurde die Storchsynagoge vo»» der Synagogengemeinde angekauft, und da in diesem Jahre die Synagoge am Anger fertiggestellt »var, »vurde sic den Konservativen Gemeindemitgliedern überlassen. Dessau. (M e n d e l s s o h I» - F e i c r.) Aus Dessau wird der Jta gemeldet: Die Zweihundertjahrfeier des Geburtstages von Moses Mendelssohn, der am 6. September 1729 in Dessau geboren »vurde, »vird von seiner Vaterstadt in würdiger Weise begangen werden. Geplant sind eine gottesdienstliche Feier der jüdischen Gemeinde am Sonnabend, den 7. September, und eine von der Stadt Dessau und dem anhaltischen Staate gemeinsam veranstaltete öffentliche Feier ain Sonntag, den 8. September. Ferner * ift eine Mendelssohn- Ausstellung in Aussicht genommen. Dresden. (Todesfall.) Eine außerordentlich große, von Vertretern der Regierung, der Industrie-, Bank- und Kunstwelt besuchte Trauervcrsammlung legte Zeugnis ab von der hohen Wertschätzung, die der im 66. Lebensjahre unertvartet verstorbene Bankier Julius Heller, Seniorchef des ältesten Dresdner Bankhauses Philipp Elimeyer, in allen ihm nahestehenden Kreisen genoß. Diese Beliebtheit bei Ju»»g und Alt gründete sich im »vesentlichen auf kluges Urteil als Folge reicher beruflicher Kenntnisse und Erfahrungen, gewinnendes Wesen, Vornehmheit der Gesinnung. Mit solch glänzenden Eigenschaften begabt, »var cr ein geschätztes Mitglied im Aufsichtsrat der verschiedensten Unternehmungen, war er Mitglied der Handelskammer und seit mehreren Jahren Vorstand der Dresdner Börse. Als mair dort den plötzlichen Heimgang Julius Hellers erfuhr, der wenige Stunden zuvor noch eine Sitzung geleitet hatte, ruhte auf einige Zeit der Börsenverkehr zuin Zeichen stillen Gedenkens. Das Schicksal hat cs gefügt, daß mit diesem bedeutenden Manne der Wirtschaft, der, »vic sein schönes Heim beweist, außcrberuflich ein besonders liebevolles Verständnis für alle Dinge der bildenden Kunst besaß, binnen kurzem der zlveite Schwiegersohn des 1925 verstorbenen Kommerzienrats Max Elb dahingcgangen ist. Dieser war ein eifriger Förderer unserer damals noch jungen Bewegung und hat es verdient, daß sein Name als der eines weitblickenden Kausmanns, feingebildeten Phllanthropen und aufrechten Juden überall unvergessen bleibt. Frankfurt a. M. (Der neue israelitische Friedhof.) Eine Reihe unvorhergesehener Umstände, u. a. der durch die außerordentlich lange Frostperiode des verflossenen Winters verursachte Stillstand der Bauarbeiten und die erhöhte Sterblichkeit infolge der Grippe-Epidemie, hat es mit sich gebracht, daß für die Belegung des jüdischen Friedhofs an der Rat Bcilstraße, insbesondere mit Doppelgrabstätten, »veiterer Raum nicht mehr verfügbar ist. Voraussichtlich muß bereits in den nächsten Tagen mit den Bestattungen auf dem neuen Friedhof -an der Eckenheimer Landstraße begonnen werden. Die bestehenden Reservierungen von Grabstätten aus dem Friedhof an AHM ID AI Q DAR Da* renommierteste Dampf AUIVMr\ALO‘DAU Hallen-Bad Deutschlands Am Bahnhof Friedrichstr. Benmat«. n inr nur«. DIS 1l HeiJbad U. Kurabteilung mit sämtlichen medizinischen Uhr abds. Kartenuerkaul bis Bädern. Schaumbad, Paraffin-Packungen Aufspritz- Unter techgntllchar Leitung 8 Uhr a&ds. Tal. Hlarkur 9876 verfahr., Röntgen-Institut. Diathermie. Höhensonnen Neu in den Heilplan des Kurbades aufgenommen j Subaquales Darmbad Nach Muster des Darmbades im Kaiser-Bad in Karlsbad. Hervorragend im In- und Ausland bewahrt bei Darm-, Nieren- und Gallenerkrankungen Die besten Erfolge bei Frauenleiden

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