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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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warme Menschlichkeit erobert ihm die Herzen aller, gewinnt das Vertrauen seiner Gemeinde. Sein Religionsunterricht wurde vielen Zöglingen zum wertvollen Begleiter für alle Lebenswege. Wie viele verdanken seinen edlen Ratschlägen Hilfe in schweren Lebenslagen, seinem mitfühlenden Zuspruch Ermutigung für die Zukunft. Der Jubilar erfreut sich in den weitesten jüdischen wie christlichen Kreisen, wie bekannt, ganz außerordentlicher Beliebtheit. Neben seinem Wirken in der jüdischen Loge ist er an hervorragender Stelle in der Freimaurerloge tätig. Zu Ehren des Jubilars fand am vergangenen Freitag in der Westendsynagoge ein Festgottesdienst statt. Tic zahlreichen Glückwünsche, die Tr. Lazarus zu seinem Jubiläum übermittelt wurden, zeugen von der großen Beliebtheit, deren er sich weit über die hiesige! Gemeinde hinaus erfreut. Friedberg (Hessen). (T o d e s f a l l.) Das älteste Mitglied der Gemeinde und der älteste Bürger Friedbergs, Rentner M. Stahl, ist fast neunzigjährig verstorben und unter größter Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung zu Grabe geleitet worden. Dem Gemeindevorstand hat der Entschlafene fast 25 Jahre angchört, und in dieser Eigenschaft hat er den religiösen Interessen mit großem Eifer gedient. Seiner Vermittlung ist auch die Erhaltung des historisch bedeutsamen Judenbades zu verdanken. Am Grabe gedachten Lehrer Scclig und Gemeindevorsteher Krämer der mannigfachen Verdienste des Verstorbenen. Hannover. (Ter Wahlkampf beginnt.) Der neugegründete „Gemeindeverein der Synagogengemeinde Hannover (Einheitspartei)" veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt: „Unter dem Eindruck der jüngsten Vorgänge im Repräsentantenkollegium, die das Wciterbestchcn unserer jahrhundertealten und bewährten Gemeindeeinrichtungen bedrohen, hat eine erhebliche Anzahl von Gcmeindrmitgliedern angesichts solcher Gefahren den „Gemeindcverein der Tynagogcngcmeindc Hannover (Einheitspartei)" gegründet, dessen Ziele laut 8 2 seiner Satzungen die folgenden sind: „Der Verein bezweckt den Zusammenschluß aller Mitglieder der Synagogengemeinde Hannover, die für die Pflege der Gemeindeeinrichtungen im Sinne des überlieferten Judentums unter Anpassung an zeitgemäße Formen cintreten. Insbesondere macht der Verein sich zur Aufgabe: a) für das Wciterbestchcn unserer Einheitsgemeinde zu wirken, l>) in den Gcmcindeangelegenheiten das Wohl der Gemeinde in ihrer Gesamtheit über jegliches Parlciinteressc zu stellen, c) den Religionsunterricht, die Jugendpflege und die Wohlsahrtseinrichtungen im Sinne eines lebendigen Judentums zu fördern, d) bei Wahlen für die Gemeinde und Verbände für die Wahl solcher eigener und anderer Kandidaten zu wirken, die auf Grund ihrer Befähigung und ihres Verständnisses für jüdische Fragen geeignet sind." Bemerkenswert ist, daß dieser Aufruf u. a. die Untcrschrist des Herrn Kommerzienrat Berliner, des l. Vorstehers der Gemeinde, irägt. Luckenwalde. (A u s de in Gemeindelebc!I.) Zur Hebung des Gemcindelebens und zur Förderung des Interesses für jüdische Dinge veranstaltete die Synagogengemeinde Luckenwalde im abgrlansencn Winterhalbjahr mehrere Gcmeindeabende. Im Mittelpunkt standen vier Vorträge, die .Herr Lehrer Rosenblatt, Berlin, hielt: 1. Das Ende des jüdischen Staatsweseus, 2. Tie Wanderbetveguugcn der Juden im Laufe der Jahrtausende, 3. Verfassung, Aufgaben und Arbeiten des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, 4. Moses Mendelssohn. Am letzten Abend sprach auch Herr Rittergutsbesitzer Mosse, Stangenhagen, über das Siedlungsproblem, dessen Förderung sich der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten besonders angelegen sein läßt. Tic Vorträge fanden in der Synagoge statt. Der zahlreiche Besuch und die lebhafte Teilnahme der Gemeindemitglieder zeigte, daß solche Abende wohl geeignet sind, das Äemeindclcben zu vertiefen. Es ist deshalb beabsichtigt, nach diesem gelungenen „Versuch" die Gcmeindeabende im kommenden Winter tviedcr einzurichten und weiter auszubauen. Rheine. (I u b i l ä n in.) Der Jüdische Fraucnverein beging letzten Sabbat sein 50 jähriges Bestehen durch feierlichen Festgottesdienst. Ein genreinsames Festessen und gemütliches Beisammensein beschloß die Jubiläumsfeier. Saarwellingen. (Persönliches.) Am 1. April trat Lehrer I. Heß nach 45 jähriger Amtstätigkeit, von der er 40 Jahre in hiesiger Gemeinde verbrachte, infolge Erreichen der Altersgrenze iit den Ruhestand. In einer würdigen Abschiedsfeier, die von der dankbaren Gemeinde veranstaltet wurde, sah sich der allseits beliebte Beamte nochmals mannigfach geehrt. Wattenscheid. (S y n a g o g c n - I u b i l ä u m.) Am 6. April begeht die hiesige Synagogengemeinde die Feier des 100 jährigen Bestehens ihrer Synagoge. Der Sabbatgottesdienst wird zu einem Festgottesdienst ausgestaltet, zu dem die städtischen Behörden sowie die Nachbargemeinden eingcladen sind. Anschließend an den Gottesdienst findet eine Begrüßung der Ehrengäste statt. Für den Abend ist ein Gemcindefcst vorgesehen. In einer Festschrift wird die Geschichte der Synagogengemeinde behandelt. Wcsermünde. (Persönliches.) Ter seit 1911 hier als Vorsteher der Gemeinde tätige L. Blumann ist nach längerem Leiden verschieden. An seiner Bahre widmeten Prediger S. Bachenheimer, Landrabbiner Tr. de Haas, Oldenburg, und Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt dem um die Gemeinden Wesermünde-Bremerhaven verdienten Gemeindevorsteher Worte tiefgefühlten Tankes und aufrichtiger Trauer. * Aus der Bewegung ★ Breslau. (I ü d i s ch l i b e r a l e r I ug c n d v e r e i n „A b r a - Ham Geige r".) Am 27. März vereinte die Mitglieder der Haupt- und Jüngerengruppe ein gemütliches Purimbeisammensein, das als besonders gelungen bezeichnet werden muß. Die Tectafel tvurde durch verschiedene Darbietungen unterbrochen, die großen Beifall fanden. So brachten Ilse Wohlauer Gesänge von Schumann, Weber und Strauß, Kantor Wartenberger und sein Sohn Walter das Frühlingslied von Hildach, Irma Freund und Hermann Sachs ein Duett aus der Zauberflöte. Alfred Fabian, den Sängern ein geschickter und einsühlender Begleiter, trug mit gewohnter Sicherheit auf dem Kla-- vier das „Jnpromptu" von Schubert vor. Alice Cohn (Jüngerengruppe) rezitierte eindrucksvoll eine Szene aus dem „Jeremias" von St. Zweig. Die Ueberleitung zum Tanz bot eine lustige von Kurt und Walter Wartenberger (Jüngerengruppe) ausgesührte Gerichtsszene, die manche Lachsalve auslöste und die rechte Tanzesstimmung schuf. Die Märzarbeit unserer erst vor kurzer Zeit gegründeten, nunmehr festgefügten Jüngerengruppe umfaßte einen Lesenachmittag: Heinbeim üusdlcldm 1 1 oücr bei verspäteter Zustellung der Zeitung bitten wir, sich sofort an den Zustellet oder besd)tnerdefül)rend an die zuständige Zustellpostanstalt zu tuenden und erst, wenn dies Keinen Crfolg bat, uns davon Mitteilung zu machen. Verlag der Mlsch-llberalen Leitung Verbreiten Sie Ihre Zeitung Jeder Leser der Jüdisch-liberalen Zeitung müßte eS als eine Ehrenpflicht emvünden, einen neuen Abonnenten zu werben. Veranlassen Sie einen Ihrer Bekannten, die untenstehende Bestellung ausgefüllt im Briefumschlag als Drucksache an den Verlag der Jüdisch-liberalen Zeitung, Berlin SW 48, Wilhelmftraße 147, zu senden. Ich bestelle hiermit die Jüdisch-liberale Zeitung ab 1. April 1929 bis auf Widerruf zum Bezugspreise in Höhe von Mark 2.50 pro Vierteljahr. Die Gebühren für ein Vierteljahr in Höhe von Mark 2.60 überweise ich auf das Postscheckkonto der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin 187069. bitte ich durch Nachnahme zu erheben. (Nichtgewünschtes bitte durchsireichci!) Name des Bestellers: Wohnung Ort u. Datum . Bitte deutlich schreiben rich Heine, ein interessantes Referat von Heinz Silbermaim (Jüngerengruppe) über „Ferdinand Lassalle", sowie zwei von Erich Vulkan und Franz Meiduer (.Hauptgruppe) geleitete sehr rege Aussprachen über „Religiöser Liberalismus" und „Friedensbewegung". Sehr begrüßenswert iväre es, wenn unsere aufblühende Jüngerengruppe auch aus Seiten der liberalen Eltern eine noch stärkere Unterstützung dadurch finden lvürde, daß diese ihre Kinder im Alter von 14—IG Jahren zur Teilnahme au den Veranstaltungen der Gruppe veranlaßt cn. Ratibor. Am Montagabend, den 25. März, fanden sich zahlreiche Jlimitglieder uub Gäste in den zum „Wartesaal 4. Klasse" nmgewaadelten Logenränmcn zusammen, um das Purimfest zu feiern. Obwohl kein Kostümzlvang bestand, waren doch die verschiedensten und originellsten, dein Stil angepaßten Typen vertreten. Unser 1. Vorsitzender, Herr Tr. Felix Heimann, begrüßte alle Erschienenen in launiger Weise, unter ihnen besonders den Präsidenten der Loge, Herrn Rabbiner Dr. Krengel, die Vorsitzenden des liberalen Hauptvereins, Herrn Wachsner und Tr. Brauer, und den Vorstand der zionistischen Ortsgruppe, Herrn Pinczower. Darauf würdigte er in kurzen Worten das Purimsest und las am Schluß seiner Ausführungen einige humorvolle Telegramme vor. Nachdem danach Herr Wachsner namens des liberalen Hauptvereins seiner Freude über das stete Wachsen, Blühen und Gedeihen des hiesigen Jli Ausdruck gab, ließ mau der echten Purimstimmung freien Lauf, und die zirka 70 Anwesenden vergnügten sich bei Bowle, Gebäck und Tanz bis nach Mitternacht. Den 1. Preis für das originellste Kostüm erhielt Frau Dr. Brauer und für die beste Darbietung Fräulein Ruth Lindner; außerdem ivurdeu noch 4 iveitere Preise verteilt, die mit einer Ausnahme aus jüdischen Büchern und Schriften bestanden. Diese Purimfeier hat uns wieder viele neue Freunde geschaffen. j|*BÜCHERSCHAU ||*|| „Feuerzeichen“ von 8. Schachnowitz; Hermon, Verlag und Druckerei, Frankfurt a. Main. Die erstaunliche Wiedergeburt des historischen Romans, die wir in der jüngsten Gegenwart erleben, legt die Frage nach den Wurzeln nahe, aus denen diese neue Blüte entsprießt. Da entdecken wir ein ganzes Geflecht der verschiedensten Tendenzstrebungen am Grunde. Vor allem einen wahren Hunger nach dem Ereignis, nach unerhörtem Geschehen, den Hang, aus der gleichförmigen immer mehr rationalisierten und mechanischen Gegenwart zurückzuflüchten in eine farbigere und bewegtere Vergangenheit. Dieser romantischen Richtung, die auch in die Helden der Geschichte ihre unerfüllten Wunschträume von dem starken Erlebnis, von Herrschen und Beherrschtwerden, von unerhörtem Lieben und Leiden hineinprojiziert, kommt die psychologische Einstellung zu Hilfe, die es reizt, sich in das Seelenleben längst verstorbener Menschen, in die Geistesströmungen vergangener Epochen hineinzuversetzen. Und schließlich finden sich in der Geschichte Parallelerscheinungen zu allen geistigen, politischen, religiösen und Kulturbewegungen der Gegenwart. Im historischen Gewände läßt sich trefflich streiten. Man braucht dem Gegner weder mit offenem Visier entgegenzutreten, noch die Farben zu zeigen. So ein paar Jahrhunderte oder gar Jahrtausende Distanz verschleiern die Absicht und mildern die Verstimmung. Auch in dem Roman „Feuerzeichen“ von S. Schachnowitz glauben wir mindestens eine deutlich erkennbare Tendenz zu entdecken. Es ist nun die Frage, ob das Werk künstlerisch so hoch steht, daß man diese Tendenzen, inan mag zu ihnen stehen, wie man will, gern mit in den Kauf nimmt, ob sie sich organisch aus den Ereignissen und den Geschicken der dargestellten Personen ergeben, oder ob, wie auf mittelalterlichen Bildern, diese nur Träger eines „Spruchbandes“ sind, das diese Ideen verkündet. So aber, als etwas durchaus und von Anbeginn Gewolltes, nicht als etwas Geschautes, das zur Gestaltung drängt, wird die Lehre von der religiösen, nationalen und kulturellen Einheit aller Juden verkündet und durch die Handlung des Romans begründet. Der Beginn der Erzählung führt uns in das Frankfurter Ghetto zu Beginn der Regierung des Kaisers Joseph I., also im Jahre 1705. Die Vorsteher beraten, wie man den neuen Herrscher günstig stimmen, welche Geschenke man ihm machen müsse, um eine Verbesserung der Judenordnung, der „Stättigkeit“ zu erlangen. Damit sind wir mitten hinein gestellt in das Leben und Leiden der „Gaß'". Und siehe da, in der Gemeindestube streitet man sich über dieselben Probleme, hält man dieselben Reden, wie wir sie heute immer wieder hören müssen, so, wenn in der Beratung über die Berufung eines russischen Rabbiners gesagt wird: „Ist denn die Einigkeit Israels soweit in die Brüche gegangen, daß man Grenzen zieht zwischen Juden und Juden? Wer in der heiligen Lehre zu Hause ist, sich der heiligen Sprache bedient und das Gesetz forscht, der spricht unsere Sprache, denkt unsere Gedanken und kennt unsere Art, ob er am Main oder am Rhein oder an der Weichsel oder im Lande der Tataren beheimatet ist." Allerdings ist die Sprache dieses Buches so stark mit hebräischen Worten, Zitaten und Redewendungen durchsetzt, ist die ganze Denkart und Anschauungsweise so fern dem Denken eines deutschen Juden unserer Zeit — man glaubt eine Reihe von Midraschim durch das lose Band einer Erzählung verbunden und mit einigen religionsphilosophischen und kabbalistischen Zutaten verbrämt zu sehen —, daß diese Ansicht bei dem Autor ganz natürlich erscheint. Das Wunder ist seines frommen Glaubens liebstes Kind: wenn der Judenfresser Eisenmenger stirbt, gerade als er zum Vernichtungsschlage ausholt, während der greise Rabbi Schotten beim „Owinu" zusammenbricht, weil ihm der Widersacher leibhaft im Ringen erscheint, so ist ihm das ebenso ein Beweis für die göttliche Macht, wie die wunderbaren Schicksale des Arje Loeb. Sie kontrastieren seltsam mit der sehr hübsch aus vielen kleinen Zügen lebensvoll gestalteten Schilderung der Bewohner der Frankfurter Gasse, der Frauen, des Schammes, des Torhüters, sowie der Sitten und Anschauungen der Zeit. Es ist schade, daß man der kulturhistorischen und menschengestaltenden Leistung nicht recht froh werden kann. Die sonderbare Mischung echter Elemente mit wesensfremden Zutaten zeigt sich auch in der Sprache. Das alte Judendeutsch wechselt mit einem biblisch gefärbten Hochdeutsch, das mit viel talmudischen Wendungen durchsetzt ist. Dazwischen müssen Ausdrücke wie PropeTlerarme, Dreß, Etappe ganz besonders grotesk wirken. Von sachlichen Unstimmigkeiten gar nicht zu reden. Im Zeitalter des deutschen Rationalismus — die Gestalt Leibniz’ spielt einmal hinein — und in der Welthandelsstadt Frankfurt ist der einzige Vertreter „weltlicher" Bildung und zeitgenössischer Ideen ein charakterloser Schurke, ein Dieb und Betrüger ohne tiefere Bildung. Auch für den Titel gilt das oben über die Tendenz gesagte. Ein „Feuerzeichen" ist der große Brand der Frankfurter Judengasse. Den Rabbi Naphtali Hakohen soll es an das Gelübde einer Fahrt nach Palästina, der „Heimat der Sonne und der Schechina", erinnern, uns soll das Feuerzeichen als Mahnung dienen „für unsere Schekelpflicht, unsern Dienst am Volke", wie die Frankfurter Talmudausgabe, die gleich danach begonnen wurde, als „flammendes Feuerzeichen eines geistigen Aufbaus" ausgelegt wird. Dies Zeichen, diese Zeichendetttung ist genau so an den Haaren herbeigezogen, wie der Titel selbst, der mit dem übrigen Inhalt des Buches auch nicht das geringste zu tun hat. Denn in diesen Menschen glüht durchaus das Feuer, ein Feuer der Frömmigkeit und der Liebe, oder des Hasses und der Rache. Sie gehören alle zum Stamme der Unbedingten. Den Lauen und Herzensträgen unserer Zeit diesen Spiegel vorgehalten zu haben, das erscheint mir ein unbestreitbares Verdienst des Buches. Mögen wir seine Zeichen auch anders deuten. Hanna Cohn-Dorn. Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege. Auf die Bedeutung der von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden seit Anfang dieses Jahres herausgegebenen „Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege“ sei noch einmal kurz hingewiesen. Aus dem Inhalt der zweiten Nummer sind folgende Beiträge zu nennen: Bertha Pappenheini, zu ihrem 70. Geburtstag; Die Wohnungsnot der Großstadtjuden, Von Dipl.-Ing. Alexander Pinthus: Die Bedeutung der neuen Forschungsergebnisse über die Tuberkulose für die jüdische Wohlfahrtspflege, Von Dr. mcd. M. J. Gutmann; Probleme palästinensischer Wohlfahrtspflege, Von Helene Hanna Thon. — Aus der Umschau u. a.: Die Leistungen des Offenen Fonds der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Tuberkulosefürsorge" im Jahre 1928; Die Neugestaltung der Erholungsfürsorge; Bericht über den Anteil der jüdischen Wohlfahrtspflege an der Dauerausstellung im Reichsarbeitsministerimn; Bericht des „Ort" über jüdische Aufbauarbeit im Osten. — Zum Schluß wird über die Aussprache jüdischer Frauen über Erziehungsfragen, die am 1. und 2. Januar stattgefunden hatte, eingehend berichtet. Abonnementsbestellungcn nimmt die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, entgegen. (Postscheckkonto: Berlin 140617, Fernsprecher: J. 1, Bismarck 1064/65.) Der Bezugspreis für die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift beträgt 8,— Mark jährlich, für die der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden angeschlossenen Gemeinden, Organisationen, Vereine, Anstalten usw. und persönlichen Mitarbeiter 4,— Mark jährlich. Der Preis des einzelnen Heftes ist 1,50 Mark. Grundlagen und Ziele des religiös-liberalen Judentums. Dieses bekannte und außerordentlich instruktive Büchlein aus der Schriftenreihe der Bereinigung für das liberale Judentum E. B. ist von dem Verfasser, Herrn Rabbiner Dr. Joseph Norden, Elberfeld, neu bearbeitet worden. Wie reichhaltig der Inhalt des Schriftchens ist, das ergibt die Gliederung des Stoffgebietes, die wir hier hinsetzen: 1. Der jüdisch-religiöse Liberalismus eine Notwendigkeit für die Erhaltung der jüdischen Religion. 2. Das Wesen des jüdisch-religiösen Liberalismus. 3. Die Betätigung des jüdisch-religiösen Liberalismus in Haus und Familie, im Gottesdienst und im Eemeindeleben, Religions, unterricht. 4. Liberales Judentum und Zionismus. Wir empfehlen all unseren Freunden die Lektüre des auffchlutz» reichen Merkchens, das in zweiter Auflage oorliegt. Es ist in unferm Bureau gegen Zahlung von 0,75 Reichsmark zu haben. Vereinsnachrichten Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. Zu dem diesjährigen Pessachfeste veranstaltet der Liberale Verein folgende Sederfeiern: In den Räumen der Odd-Fellow-Loge, Kurfürstendamm 48II (Tel. I 1 Bismarck 798), am ersten Sederabend, Mittwoch, den 24. April, abends 8iZ Uhr, unter Leitung des Herrn Kantor Hanns John. Ferner in Schneidens Hotel, Klosterstraße 79, Ecke Königstraße (Tel. E 2 Kupsergraben 3851), am ersten Sederabend, Mittwoch, den 24. April, abends 84T Uhr, unter Leitung des Herrn Kantor Gordon, am zweiten Sederabend, Donnerstag, den 25. April, abends 81/4 Uhr, unter Leitung des Herrn Kantor Hanns John. Der Preis für das trockene Gebäck beträgt bei allen Veranstaltungen Mk. 4,50. Rechtzeitige Anmeldungen erbeten. Kalendarium f. die Zeit v.6. 4. b.13. 4. 29 März 1929 Mar II 5689 Sonnabend 6 25 Neumondweihe Wochenabschnitt: Sch'mini-P. Hachodesch Haftarah: Ezechiel 45, 16—25; 46, 1—18 Sonntag 7 Sabbat-Ausgang: 7.30 Uhr Montag 8 26 T'kufoh Dienstag 9 27 Mittwoch 10 28 Moled mittags 12 Uhr 121/9 Donnerstag 11 29 Jom Kippur Koton Nissan 5689 Freitag 12 1 Rausch Chaudcsch Sonnabend 13 2 3 Wochenabschnitt: Tasria Sabbat-Ausgang: 7.42 Uhr Haftarah: II. Könige 4, 42—44; 5, 1—19

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