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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Napoleon und die Juden Ron Dr. I. L e w i n. In den Maßnahmen Napoleons den Juden gegenüber vermißt man jedes folgerichtige System. Währetrd seines Feldzuges in Aegypten erläßt er seinen bekannten Aufruf an die Juden Asiens mtd Afrikas, sich Frankreich anzuschließen, wofür er die Wiederherstellung des Jerusalemer Reiches verspricht. Schon dieser Aufruf zeigt, daß fein Verfasser sich gar keine Mühe genommen hat, di« damalige Lage der Juden in Asien und Afrika vorher einigermaßen kennen zu lernen, dmn sonst wäre es ihm klar geworden, daß ein Anschluß dieser Juden an Frankreich außerhalb jeder realen Möglichkeit lag. Bei feinen Eroberungen in Europa brachte Napoleon in einer Reihe von Fällen den Juden die Gleichberechtigung, die ihnen in Frankreich 1791 die Konstituierende Versammlung gab. Gleichzeitig aber erläßt Napoleon in Frankreich selbst Gesetze, die von einem befremdlichen Geist der Feindseligkeit gegen die Juden durchdrungen sind; so das berüchtigte Dekret vom 17. März 1808, welches für 10 Jahre eine außerordentlich einschneidende Beschränkung der Judenrechte darstellt, indem den Juden nicht nur Gelddarlehen, sondern überhaupt jede wirtschaftliche Tätigkeit zumindest sehr erschwert wurde. Die Anwendung dieses Ausnahmegesetzes führte zu solchen Mißständen, daß Napoleon selbst bald darauf gezwungen war, wiederum Ausnahmen von dieser Ausnahmebestimmung zugunsten der Juden zu gestatten. Bei allen diesen Handlungen sowohl wie bei der Einberufung der jüdischen Notabelnversammlung 1806 und des „großen Sanhedrin" 1807 in Paris sieht man nur eine starke Hand, die mit militärischer Schneidigkeit sich an die Lösung komplizierter Probleme macht, ohne sich über das Wesen dieser Probleme vorher gründlich zu informieren. Vielleicht am deutlichsten zeigt sich diese draufgängerische Art in seiner Absicht, die allerdings nicht verwirklicht wurde, ein Gesetz zu erlassen, demzufolge von 3 jüdischen Heiraten mindestens eine eine Mischehe mit Christen sein sollte. Es kam ihm offenbar, als er an dieses Gesetz dachte, gar nicht in den Sinn, daß eine Ehe immerhin doch eine Angelegenheit ist, welche die Einwilligung zweier Menschen voraussetzt, und daß man Menschen doch nicht zwangsweise verheiraten kann, etwa so, wie man sie zwangsweise zu Soldaten macht. In einem vor einigen Monaten in Paris erschienenen umfangreichen Werk*) wird die Geschichte der Judmfrage unter Napoleon in Frankreich in geradezu musterhafter und erschöpfender Weise dargestellt. Anchel zeigt darin, daß Napoleon durchaus die Vorurteile seiner Zeitgenossen gegen die Juden teilte und von den Gegnern der Juden sich sehr leicht beeinflussen ließ. So führt er zum Beispiel aus dem berühmten Memorial, das auf St. Helena entstand, den folgenden Ausspruch Napoleons an: „Ich lese die Bibel, Moses war ein geschickter Mann, die Juden sind ein gemeines Volk, feige und grausam." In der Sitzung des Staatsrats vom 4. März 1806 erklärt Napoleon die Religion des Evangeliums für die einzige, die sich an die moderne Zivilisation arrpassen kann: „Ich erkläre, daß es außerhalb der Vorschriften und der Lehren des Evangeliums keine zur Blüte fähige Gesellschaft, ebensowenig eine wahre Zivilisation geben kann." In einem Brief an seinen Bruder Jerome (eine Zeit lang König von Westfalen) vom 6. März 1808 schreibt er: „Ich habe es unternommen, die Juden zu bessern, aber ich habe nicht gesucht, neue Juden in meine Staaten zu ziehen. Ja, ich vermied es, etwas zu tun, was Achtung für die abscheulichsten aller Menschen zeigen könnte." Bei Napoleon kam noch seine Verachtung des Handels überhaupt hinzu. „Der Handeltreibende, — sagt er einmal —, besitzt weder Glauben noch Vaterland." Diese allgemeine Geringschätzung des Handels führte zu einer Verschärfung seiner ungünstigen Beurteilung der Juden, in denen er, nach dem Ausdruck von Anchel, nur „erniedrigte Menschen sah, die Widerwillen gegen Militärdienst zeigten, den Staat als Lieferanten und die einzelnen Bürger als Wucherer bestahlen." Dazu kam noch der Einfluß der Reaktionäre, die nach der Zähmung der Revolution durch Napoleon allmählich ihr Haupt immer kühner erhoben. Für sie war die Bekämpfung der Gleichberechtigung der Juden nur ein Teil des Kampfes gegen das Werk der Revolution überhaupt. Namentlich machte auf Napoleon einen starken Eindruck ein Artikel von de Bonald, dem bekannten Führer der klerikal-royalistischen Reaktion, gegen die Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts und die Revolution. In einem Artikel im „Mercure de France" (Februar 1806) wettert Bonald gegen die gottlosen „Philosophen", die aus Haß gegen das Christentum den besten Beweis für die Wahrheit der heiligen Schriften, der in der unglücklichen Lage der Juden enthalten ist, beseitigen wollen. Das Schicksal der Juden zu verbessern sei ein ebensolcher Irrtum wie etwa die Reform der Gefängnisse statt der Entfernung der Ursachen, die dazu führen, daß sie Insassen erhalten. Die Juden waren nach Bonald „durch unsere Sitten noch viel mehr zurückaestoßen als sie durch unsere Gesetze bedrängt waren". Sie seien Frankreich fremd; wären sie über ganz Frankreich verbreitet und nicht nur in einer „halbdeutschen Provinz" (d. h. im Elsaß), so hätten sie nach ihrer Befreiung die Regierung im ganzen Land an sich gerissen. Jetzt seien sie dank ihren Hypotheken im Elsaß dessen hohe und mächtige Herren, — eine trotz der Revolution erhaltene feudale Schicht. Was man auch tun möge: die Juden könnten niemals in einem christlichen Staat, ohne Christen zu werden, Bürger sein. Namentlich erhob sich Bonald gegen die Zulassung der Juden zum Staatsdienst: „Die Christen könnm von den Juden betrogen werden, sie sollen aber von ihnen nicht beherrscht werden; diese Abhängigkeit würde die Würde der Christen noch mehr verletzen als ihre Interessen durch die Habsucht der Juden verletzt werden." Ter Artikel von Bonald rief Erwiderungen von jüdischer und judenfreundlicher Seite hervor. Dagegen blieb eine von einem gewissen Poujol verfaßte Denkschrift in der Oeffentlichkeit unbeantwortet, obwohl sie ebenfalls Napoleon zugestellt wurde. Der Verfasser erstrebte namentlich die Entrechtung der Juden im Elsaß. Er Ahrt in seiner Denkschrift aus, der Talmud schreibe den Wucher vor, ermächtige zur Verletzung des Eides, die Rabbiner seien „die religiösen Herren, der Juden, die unter denen gewählt werdm, welche durch den schändlichsten Wucher am meisten Reichtümer angehäuft haben." Die Judm hätten stets die schlimmsten Bevbvechen begangen, so z. B. 1349 die Brunnen in Niederelsaß *) Robert Anchel, Napoteon et les Juifs, Paris 1928, presses universitaires de France.;; 'k Verfmunümtgskalenber um > »»»t ex i Berlin-Nordwesten. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. v. Unsere Gruppe Nordwester» informiert ihr« Mitglieder und deren Freunde am Mittwoch, den 10. April, abends 8.15 Uhr, im Tiergartenhvf, Lharlottendurg, Berliner Straße 1, Über Gemeindeangelegenheite«. Der Etat wird Steuern in Höhe von über 61/2 Millionen Mart von den Gemeindemitgliedern verlangen. Selbstverständlich ist es Pflicht jedes Gemeindemitgliedes, über die Verwendung dieser Steuergelder informiert zu fein. Die Herren Direktor Dr. Gutmann, Wilhelm Marcus und Professor Türk haben sich liebenswürdigerweise für diese Information zur Verfügung gestellt. Der Vorstand der Gruppe. Hugo Blankenburg. Breslau. Jli „Abraham Geiger". Mittwoch, den 10. April, 20.15 Uhr, im Bereinslokal „Soziale Gruppe", Kaiser Wilhelmstraße 16, General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Tätigkeit-- und Kassenbericht für das Geschäftsjahr 1028-29. 2. Entlastung des 1. Vorsitzenden und des übrigen Vorstandes. 3. Neuwahl des 1. Vorsitzenden und des übrigen Vorstandes. 4. Festsetzung des Beitrages für das Geschäftsjahr 1929-30. 5. verschiedenes. Anschließend Referat des Herrn Rabbiner Dr. Halperfohn über: „Eindrücke von einer Palästinareise". Donnerstag, den 25. April (2. Sederabend), 20.15 Uhr, veranstalten wir wie in den Vorjahren im Restaurant Schaal eine gelneinfame Sederfeier. Die Kosten für ein Gedeck betragen für mrfere Mitglieder Mk. 2,-, für Gäste, durch Mitglieder eingesührt, Mk. 3,50. Wir rechnen mit einer regen Beteiligung und erbitten Zusagen bis spätestens 20. April an Alfred Berger, Breslau 13, Augustastraße 67, Fernsprecher 37754. Jli-Frankfurt a. M. Samstag, den 6. April, 16.30 Uhr, Referat H. Weiller im Sitzungszimmer der Westendfynagoge. Montag, den 8. April, 20.36 Uhr, Arbeitsgemeinschaft, Herr Stierl«: „Sozialismus — Kapitalismus" im Sitzungszimmer. Dienstag, den 9. April, Heimabend, „Aktuelle Tagesfragen", 20.45 Uhr, im Sitzungszimmer der Westendsynagoge. Samstag, den 13. April, 3.30 Uhr, Treffen der Jüngeren-Gruppe bei Dr. Edinger, Bockenheimer Anlage 49. Köln/Rhein. Donnerstag, de» 11. April, 20.30 Uhr, im Saal der Rheinlandloge, spricht Herr Dr. Simchowitz über: „Was hat der Liberalismus für die jüdische Wissenschaft getan?" Königsberg i. Pr. Montag, den 15. April 1929, abends 8 Uhr, findet im Jugendheim (Steindamm 11) die Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Referat des Herrn Rechtsanwalt Dr. Lepehne: Jüdische Jugend und religiöser Liberalismus. Gäste zum Vortrag willkommen. Ltegnitz. Unsere Generalversammlung findet am Donnerstag, de« 11. April 1929, abends 8.30 Uhr, in den Räumen der Silefia-Loge, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden. 2. Kassenbericht der Kassiererin. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Referat des 1. Vorsitzenden über: „Jewish Agency". Jlt-Rattbor. Nächste Zusammenkunft Mittwoch, den 10. März 1929. Thema wird dort bekannt gegeben. «attasdienst» Berll«-R»r»e«. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Jeden Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Uhr pünklich. Freitag, den 5. April, Gottesdienst. Predigt: Professor I. Fried landet. Sonnabend, den 6. April, vormittags 10 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salvmonfki. B-rlin-Westerrd. verein Liberale Synagoge Westead, Leistikowstraß« 7-8 (Schulaula), nahe Reichskanzlerplatz. Jede« Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Ahr pünktlich. Freitag, den 5. April, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. Berliu-Wilmersd-rf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (ln der Aula der Cäcilienfchule, Rikolsbnrger Platz): Jede» Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Ahr pünktlich. Freitag, den 5. April, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Wilde-Magdeburg. vergiftet, wodurch 16000 Menschen an einem Tage umkamen; durch ihren Wucher beherrschten sie den ganzen Elsaß, sie betrieben Spionage usw. Spuren dieser Archäufung von lügenhaften Behauptungen sind unschwer in dm Fragen zu entdeckm, welche von der Regierung Napoleons der jüdischen Notabelnversammlung 1806 vorgelegt worden sind. Im Zusammenhang mit der Tagung des Sanhedrin wurde dem Onkel Napoleons, dem Kardinal Fesch, ein Brief übergeben, dm der Jesuitenpater Barruel von einem Italiener I. B. Simonini erhalten hatte. Barruel war ein hervorragender klerikaler Schriftsteller, der sich während der Revolution viele Jahre in der Emigration aufhielt. Er ist namentlich durch ein mehrbärchiges Werk bekannt geworden, in dem der Nachweis zu führen versucht wird, daß die ganze französische Revolution von den Freimaurern als Folge einer gegen die christliche Religion gerichtetm Verschwörung gemacht wurde, die von Voltaire, DMlembert, Friedrich dem Großen usw. angezettelt wordm sei. Barruel selbst spricht in seinem Werk von dm Judm nicht, dagegm werden in dem Brief von Simonini, der sich für einen Militär äusgibt, die Juden als Ursache allm Uebels erklärt. Simonini beglückwünscht Barruel zu seiner Entlarvung der „infernalischm Sektm, welche dem Anüchristm dm Weg bereitm" und machte Mitteilung von der „jüdischm Sekte", ,per STOUsWERO^ f 0 utip. iDohlfchmeckcnd nahrhaft. fürchterlichsten Macht, die es gibt, wenn man ihre großen Reichtümer und den Schutz berücksichtigt, dessen sie sich fast in allm Staaten Europas erfreut". Simonini erklärt,' er hätte die Geheimnisse der Juden dadurch erfahren, daß er mit einigen Judm Freundschaft schloß, ihnm erzählte, er fei in Livorno in einer jüdischm Familie geboren, er wisse nicht, ob er getauft sei oder nicht, jedenfalls behielte er in seinem Herzen die Liebe zu seinem Volk, obwohl er äußerlich als Katholik lche. Die Juden hätten ihm dann „die Summen von Gold und Silber gezeigt, welche sie unter denen verteilen, die ihre Sache ergreifen", sowie mit dm Abzeichen der Freimaurer geschmückte Waffen; sie hättm ihm bestätigt, daß es zwei Juden gewesen seien, die die Sektm der Freimaurer und der Jlluminaten gegründet hättm; daß alle antichristlichen Sekten von Juden herrührm; daß in Italien allein mehr als 800 Geistliche, unter ihnen auch Kardinäle und Bischöfe, Mitglieder dieser Sekten seien, die auch den Papst zu gewinnen hoffen; daß die Judm sich oft für Christen ausgeben, um die Menschen besser betrügen zu können; daß sie mit Hilfe ihres Geldes von allen Regierungen Bürgerrechte zu erlangen hoffen, worauf sie den Christen ihr Grundeigentum und ihre Schätze abnehmen werden; daß sie hoffen, in weniger als in einem Jahrhundert die Herren der Welt zu werden, die christlichen Kirchen in Synagogen und die Christen in Sklaven zu verwandeln." Dieser Brief ist vor allem dadurch interessant, daß in ihm wohl zum ersten Mal die Juden als Leiter von geheimen Verbindungen erklärt werden, die die Weltherrschaft erstreben, — eine Behauptung, die seither in der antisemitischen Literatur mit äußerster Hartnäckigkeit, trotz aller Widerlegungen, wiederkehrt und in den letzten Jahren wohl ihre vollendete Form in dem berüchtigten Machwerk „Die Weisen von Zion" erhielt. Barruel ließ diesm Brief deswegen an Napoleon weitergeben, weil er offenbar aus der Einberufung des Sanhedrin eine Stärkung des Judentums auf Kosten des Christentums befürchtete. Die judenfeindlichen Einflüsse wirkten also mit der eigenen Voreingenommenheit Napoleons zusammm, um ihn allm gegen die Juden gerichteten Klagm Glauben schenken und Ausnahmegesetze gegen sie verordnen zu lassen, obwohl es nicht schwer war, wie Anchel richtig bemerkt, einzusehm, daß unter den elsässischen Juden jedenfalls nur eine kleine Minorität sich mit Wucher beschäftigte, die jüdische Gesamtheit also nicht verantwortlich gemacht werden konnte, daß außerdem die christlichen Wucherer in den anderen Teilen Frankreichs in keiner Beziehung besser waren als die jüdischen. Umschau Tagungen jüdischer Frauen. Am 9. bis 11. Juni tagt in Berlin der Jüotsche Frauenbund von Deutschland. Die Tagung gewinnt eine besondere Bedeutung dadurch, daß der Bund sein Löjähriges Bestehen in diesem Jahre feiert. Die verantwortlichen Vertreterinnen des Bundes werdm auf Grund ihrer langjährigen Arbeit über die Entwicklung des Jüdischen Fraumbundes berichten und die Zukunftsaussichten der jüdischen Frauenbewegung und jüdischen Frauenarbeit erörtern. Der Jüdische Frauenbund, der 60000 Mitglieder umfaßt und dem 450 Frauenvereine aller jüdisch-politischen Richtungen angeschlossen sind, verspricht sich von dieser Tagung, die in allen Kreisen schon lebhaften Widerhall findet, wesentliche Förderung der gesamten Arbeit. Einer Anregung von Frau Rebekah Kohut, New Dort, die auch im Jahre 1923 eine jüdische Frauenkonferenz in Wien ernberufen hatte, folgend, findet vom 4.-6. Juni d. I. in Hamburg eine Internationale jüdische Frauentagung statt. Mit der Vorbereitung dieses Kongresses ist! ebenfalls der Jüdische Frauenbund von Deutschland betraut worden. Etwa 20 außerdeutsche Länder werden ihre Vertreterinnen entsenden. Aus dem veichhaltigm Programm, das sich mit sozialen und Erziehungsfragen, Frauenarbett in den Jüdischm Gemeinden, sozialer jüdischer Frauenarbeit beschäftigt, nennen wir Fragen, die für das gesamte Judentum von Interesse sind, wie Völkerbund, Jewish Agmey etc. Im Anschluß an in Wim schon ausgesprochene Wünsche sdllen die Möglichkeiten der Gründung eines Frauen-Weltbunbes emeut m Erwägung gezogen werden. Das Lateinische Patriarchat in Palästina fordert Wiedereinsetzuna in alte Rechte. Das Lateinische Patriarchat in Palästina bereitet, wie die Jüdische Telegraphenagentur ans Jerusalem meldet, die Herausgabe einer Denkschrift mit eine« erschöpfendm statistischen llebersicht über die Heiligen Stätten und bie katholischen Besitztümer vor. Das Patriarchat fordert btc Zurückgabe vieler wichtiger Besitztümer, dre ehemals in katholischen Händen waren, dann in protestantische und andere Hände gerieten, und spricht die Hoffnung aus, dag die Kommission für die Heiligen Stätten bald an die Prüfung der Dokumente Herangehen und die Katholiken in ihre alten Rechte einsetzen wird. In der Denkschrift wird auch darauf hingewiefm, daß allein in dm letzten zehn Jahren Mitglieder der orientalisch-christlichen Kirche und Moslems den Status qno in 16 Fällen zu Ungunsten der Katholiken verletzt haben. Bekanntlich hat der Battkan die kirchliche Judikatur in Palästina, dre früher dem Apostolifchm Delegaten in Syrien unterstellt war, nunmehr dem Apostolifchm Delegaten rn Aegypten unterstellt, woraus geschlossen wird, daß der Ba-

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