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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-03-29 · 13 (29.3.1929) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
13 (29.3.1929)
Date
1929-03-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Jahrgang umraet 13 Beilage 29. März 1929 WWHMkMJkiiW Spenden für dev Wsfoud Wir verSssrntliche» nachstehend die erste Liste der G danken an dieser Stelle den Einsendern her glichst. Georg Mecklenburg, Chemnitz; Landgerichtsdirektor Stern, Juttgart; S.-R. Tr. Rich. Jntrosinski, Berlin; Ferd. Meyer, Derlin; San.-Rat. Tr. Ludwig Loewenmeyer, Berlin; Ju- »zrat Tr. Arnold Seligsohn, Berlin; Justizrat F. Makower, Ierlin; Oskar G. Norden, Berlin; Justizrat Plonsker, Berlin; Irosessor Tr. Moritz. Dchaefer, Berlin; Direktor Prof. Dr. Friedland, Seesen; Kom.-Rat I. Aufseester, Nürnberg; Guldmann, Nürnberg; Max Levy, Forst (Lausitz); N. ßortmann, Hattingen; S. Friede, Chemnitz.; Alfred Berger, vreslau; M. Schönfeld, Breslau; San.-Rat. Dr. Alfred dtcrnthal, Braunschweig; Kom.-Rat M. Hamburger, Berlin; Rechtsanwalt Tr. W. Breslauer, Berlin; Max Stern, Neu- »abelsberg; Alfred Jaulus, Berlin; Frau Cläre Loewenstein, Berlin; Jul. Cohn, Marburg; Tr. Forchheimer, Nürnberg; Kom.-Rat Ludwig Rosenzweig, Nürnberg; Wilhelm Tonoorf, Nürnberg; Franz Oppenheimer, Nordhausen; Wilhelm Kronkerm, Magdeburg; Walter Stern, Magdeburg; Justizrat Tr. Dugo Kaufmann I, Krefeld; Tr. Hermann Pinkußl, Heidelberg; Gebr. Hirschseld, Hamburg; Rabbiner Dr. Siegfried Behrens, Fürth; R.-A. Tr. Ed. Baerwald, Frankfurt a. M.; R.-Ä. Dc. Rud. Geiger, Frankfurt a. M.; Justizrat Lustig, Gleiwitz; Klein & Vogel, München-Gladbach; Fritz Löwenstein, Düsseldorf Erich Felsenthal, Düsseldorf; Oberlandesgerrchtsrat Ernst Grünebaum, Düsseldorf; Tr. Hans Barasch, Dresden; Moritz Borchardt, Deutsch-Krone; Hermann Schendel, Chemnitz; Guido u. Jsmar Neustadt, Breslau; Direktor Felix Sander, Breslau; San.-Rat Dr. L. Neumann, Breslau; Frau. Anna Laqueur, Breslau; Hugo Kunz, Beuthen; Dir. Tr. Holzmann, Berlin; Siegbert Stern, Berlin; Frau Rosa Seligsohn, Berlin; S. Jereliowitz, Berlin; I. Baruch, Berlin; Julie Hcllmann. Würzburg; Max Straus, Stuttgart; Sigmund Kohwtamm. Nürnberg; Justizrat Blumenthal, Insterburg: Rabbiner Tr. T. Netthaus, Hirschberg; Ludwig Rothschild, Heidelberg; R.-A. Kurt Naumann, Groß-Streiitz; Leopold Öüpel, Gollnow; Hermann Wohl, Frankfurt a. d. O.; Jnstizrat Dr. I. Blau, Frankfurt a. M.; Siegfried Pinthus, Ers'urk; Gustav Hirschland, Düsseldorf; Kom.-Rat Abr. Friedmarrn, Coburg; Arthur Sustmann, Chemnitz; Frau M. Wisbrun, Brackwede; Martin Königsfelö, Beuthen; Grünfeld, bet uns eingegangenen Spenden für den Hilfsfonds und Beuthen; Emanuel Foerster, Beuthen; Frau Justizrat Tr. Clara Ncnmann. Berlin; Felix Meyerhof, Berlin: C. Silberfieiri, Berlin; Julius Hirsch, Berlin; Rabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden; G. Mannheim, Wangerin; Albert Apfel, Nürnberg; Moritz Götz, Nürnberg; E. Heßdörfer, Nürnberg; Siegsrid Heymann, Nürnberg; Sigismund Cohn, Luckenwalde; Georg Guttmann, Königsberg; Hanna Cohn-Torn, Hannover; R.-A. Tr. Hoffmann, Frankfurt a. M.; N. Schirolaner, Beuthen;^Alexander Ball, Dresden; R.-A. Heinrich Stern, Berlin; R.-A. Tr. Julius L. Seligsohik. Berlin; Tr. Max Ginsberg, Berlin; R.-A. Dr. Galliner, Berlin; Wolf Levypr Zachan; Willy Kleemann, Würzburg; Tr. Max Gerstel, Strehlen i. Schles.; Theodor Lesser, Elbing; S. Günther, Düsseldorf; Erich Koenigsberger, Breslau; Lotte Rothenberg, Breslau: Tr. L. Frost, Berlin; Arthur Tichaner, Berlin: Leo Heskel, Berlin; R.-A. Tr. Ernst Emil Schweitzer, Berlin; Gustav Mecklenburg, Berlin; Hermann Jacoüy, Berlin; Siegfr. A. Salrnger, Berlin; Geh. Justizrat Georg Zielenziger, Berlin; Frau Anni Heinrichsdorff, Berlin; Tr. M. Spanier, Berlin; Leo Michalowitz, Berlin; Max Salomon, Berlin; Max Preuß, Berlin; Bruno Woyda, Berlin; R.-A. Dr. Leo Brauer, Ratibor; Richard Oppenheimer, Heilbronn; Rabbiner Tr. Gottschalr, Frankfurt a. M.; Rabbiner Tr. Samuel, Essen; San.-Rat Dr. Mayer, Düsseldorf; R.-A. Dr. Kann u. Frau, Düsseldorf; Sophie Rosenberg, Berlin; N. Berg, Berlin; Bernhard Marcufe, Berlin; Oberapotheker Weißenberg, Berlin; Sigmund Lewy, Berlin; S. Rawack, Berlin; Georg Neustadt, Berlin; San.-Rat Tr. Ernst Gebert, Berlin; H. Meyer, Berlin; Georg Wolssohn, Berlin; L. Perser, Berlin: Tr. Alexander Reumann, Berlin; San.-Rat. Tr. Theoi). Bacon, Berlin; Bernhard Gerstel, Berlin; Dr. Leo Caro, Berlin; Sigmund Salinger, Berlin; I. Lippmann, Berlin; Wilhelni Graetz, Berlin; Sally Rosenberg, Berlin; A. Lewinsohn, Berlin; Salln Levy, Berlin; Pros. Tr. E. Seligmann, Berlin; Caesar Alexander, Berlin; Prof. Tr. Hermann Strauß. Berlin. Weitere Zahlungen für den Hilfsfonds erbitten wir auf das Postscheckkonto der Bereinigung für das liberale Judentum, Berlin Nr. 137069. Jüdische Fürsorgeerziehung In unserer Zeitung ergriffen zum Problem der jüdischen Fürsorgeerziehung und über die Zustände in dem jüdischen Heim in Repzin Herr Tr. Wilhelm Ncnmann und Herr Eugen Caspary das Wort. Wir veröffentlichen nachstehend noch einen Beitrag des Erziehungsdircktors der Repziner Anstalt und schließen damit die Diskussion. Tic Red. An die Schriftleitung der „Indisch-liberalen Zeitung", Berlin. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Nr. 11 Ihres Blattes vom 15. 3. ist unter der Aufschrift „Jüdische Fürsorge-Erziehung" eine Auseinandersetzung zwischen den Herren Dr. Neumann (Gemeindebund) und Eugen Caspary veröffentlicht, die das von mir geleitete Erziehungsheim des D.J.G.B. in Repzin betrifft. Da diese Auseinandersetzung gewissermaßen auf meinem Rücken ausgetragen wird, richte ich an Sie die höfliche Bitte, auch mir in Ihrem Blatte das Wort zu gestatten. Wenn ich zu den Anstößen des Herrn Eugen Caspary schweigen würde, könnte man die Wahrheit seiner Beschuldigungen folgern. I. Kritik ist gestattet, Kritik ist auch erwünscht, doch darf Kritik nicht in schrankenlose Verunglimpfung ausarten. Herr Caspary übt keine Kritik, die aufbauen und bessern will, feine Kritik ist unglaublich gehässig, persönlich verhetzend. Die Anwürfe und Schmähungen durch Herrn Caspary gegen Repzin reichen schon einige Jahre zurück. Es ist eines jeden objektiv denkenden Menschen selbstverständliche Pflicht, sich vor der Kritikäußerung durch eigene Prüfung und Feststellung über die zur Kenntnis gelangten Mißstände, Klagen und Beschwerden zu überzeugen. Herr Caspary hat dies nicht nötig. Obgleich dieser Herr zirka 28 Jahre Kurator unseres Repziner Heimes ist, hat er es -nur einmal vor ungefähr 20 Jahren für nötig gefunden, Repzin zu besuchen. Aus eigener Anschauung heraus kann also Herr Caspary nicht urteilen. Ich erkläre, der von Herrn Caspary als Schreckgespenst hingestellte „Repziner Geist" existiert nicht. II. .. a) Das Repziner Anftaltsgebäude ist unzulänglich; es rst im Verfall; das haben wir noch nie abgestritten; dem Gemeindebund fehlten zur Zeit, da eine gründliche Renovierung unbedingte Notwendigkeit gewesen war, die finanziellen Mittel. Andern Hausbesitzern ging es in der wirtschaftlich schweren Zeit auch so. Hernach zeigte es sich, daß das Haus bei seiner alten Bauart einer großen und gründlichen Wiederinstandsetzung nicht lohne. Deshalb kam das Kuratorium zum Plane einer Verlegung; in Repzin wurden nur die dringendsten Reparaturen vorgenommen. b) Herr Caspary behauptet, in SRepjin komme die „strafweise Entziehung von Essen vor". Diese Behauptung ist unwahr. Ich habe die Strafe des Essenentziehens nie verhängt. Daß Herr Caspary sein Mißtrauen in die Aufrichtigkeit des Anstaltsleiters äußert („ob ausgerechnet Herr Dr. Reumann von diesem Verfahren jedes Mal Nachricht erhält, scheint mir zweifelhaft zu sein"), nehme ich nicht übel; es gchört zu seiner Eigenart, mißtrauisch gegen andere zu sein. c) Das Jugendamt hat nicht gedroht, Repzin zu schließen; dazu hätte es ja auch keine Befugnisse und kein Recht; es hat nur hingewiesen, daß es seine Jungen herausnehmen würde, wenn die Einrichtungen nicht besser würden; die baulichen und räumlichen Unzulänglichkeiten; nicht, wie Herr Caspary unter Händereiben anführt, die „herrschenden Zustände". d) Herr Caspary stellte alte seine Vorwürfe selbstverständlich so dar, wie es ihm am wirksamsten erscheint. Es wäre sachlich besser gewesen, wenn Herr Caspary sachlich richtige Mitteilung macht. Herr Kn aut hat nicht behauptet, „daß die jüdische Anstalt in Repzin die atterschlechteste sei", sondern, daß die Einrichtungen schlecht sind. Für die Einrichtungen der Anstalt ist der Anstaltsleiter nicht verantwortlich. Das, wofür der Direktor verantwortlich ist: die individuelle Erziehungsarbeit, hat Herr Knaut anerkannt. e) In letzter Zeit sotten in Repzin „schwere Exzesse, schlimme Prügeleien" vorgekommen sein. Es wäre mir interessant, zu erfahren, wann dies geschehen sein sott. Wir haben hier keine Exzesse und keine schlimmen Prügeleien erlebt. Woher kommt Herrn Caspary diese Wissenschaft! Wann sott der Anstaltsleiter „völlig versagt" haben? Zur Beruhigung, Herr Caspary, so leicht versagt der Anstaltsleiter nicht! Nur in einem muß er versagen, Herrn Caspary die ihm eigentlich gebührende Antwort zu erteilen. Ich möchte unter Hinweis auf die Exzesse und Revolten in der Musteranstalt der Stadt Berlin „Lindenhof" erwähnen, daß dergleichen Vorkommnisse (wenn sie zu verzeichnen sind) aus der Eigenart der Fürsorgezöglinge und nicht aus einem Verschulden der Anstalt oder des Anstaltsleiters entspringen. Es sott weiter „die fristlose Entlassung des Anstaltsleiters verfügt worden sein". Der'Anstaltsleiter weiß nichts davon, und er müßte doch davon wissen. Herr Caspary aber weiß doch, daß dies rechtlich auch gar nicht möglich wäre.- Es sollte Herrn Caspary „in der Seele brennen", seine Nächsten nicht zu verunglimpfen, sachliche Kritik zu üben, selbst durch ruhige und stetige Arbeit mitaufzubauen. Ich glaube, „die absolute Verständnislosigkeit für alles Unbefriedigte und Vorwärtsdrängende" ist nicht bei Herrn Tr. Neumann und uns, seinen Mitarbeitern, sondern bei denen, die dies rufen. Lernen Sie die Fürsorgezöglinge erst richtig kennen, dann werden Sie, Herr Caspary, nicht überschwengliche Worte machen, sondern wirklichkeitsnäher urteilen können. Möge Herr Caspary hierher kommen, einige Zeit unter den Jungen weilen, an den Jungen mit uns erziehliche Arbeit leisten, und dann wollen wir mit Aufmerksamkeit und Teilnahme seine Kritik hören. Repzin, den 19. März 1929. Baronowitz, Erziehungsdirektor. Zum Tag des Buches: „Der Heinebund" Bon Cilli Marx. Tag des Buches! Man weiß nicht, ob man einen solchen Tag als eine Huldigung an das Buch oder als einen, unserer hastigen, jagenden Zeit durchaus notwendigen Aufruf zur neuen und wieder höheren Einschätzung des Buches betrachten .soll. Buch: das sollte heißen: Einkehr, Besinnlichkeit, ästhetische und ethische Freude, Ausrnhen, Abstreifen, des Alltäglichen. Man findet all das Verlangte durchaus' nicht immer im modernen Buche, ist das moderne Buch doch vielfach allzusehr Ausdruck seiner Epoche, Nervenanspannung. die es hinträgt, wo Ausspannung sein sollte. Glücklicherweise kann man diese etwas düstere Auffassung nicht als allgemein gültig betrachten. Wir haben auch das Buch, das uns die Erhebung bringt, die wir zu fordern berechtigt sind.. Man nennt unß $uben das „Volk des Buches". Und cs ist wohl kein Zufall, daß aus literarischem Gebiet Juden, viel geächtet und letzten Eudes doch immer wieder geachtet, mit unter den Führenden stehen. Es liegt wohl in unserer Struktur, die uns schon eins der urältesteu Literaturdenkmäler, ewig jung und ewig neu, schaffen ließ, das Buch der Bücher und nach ihm, besonders nach dem Aushören der Nationalität Judas, so vieles, das geschrieben ward, uns zu verbinden durch Geistiges, das aber auch geschrieben ward für die Menschheit, das Beachtung fand in aller gebildeten Welt. Glänzende Kulturepochen — man denke an das maurische Spanien — führten wir mit, befruchtete die Feder unserer Geistesheroen. — Heute leben wir das Leben der Völker mit, heute wird, gerade vom Juden selbst, das jüdische Problem im Buch - abgesehen vom antisemitischen — nicht mehr genügend bewertet. Hier ist nicht der Ort, die Gründe aufzuzählen oder zu suchen. Doch sei das Verdienst derer gewürdigt, die versuchen, es uns wieder nahezubringen, und das sind' jüdische Buchgemeinschaften, wie sie die verflossene Zeit der Kriegs- und Wirtschaftsnot nicht zur Entfaltung kommen ließ. Heute regen sie wieder ihre Schwingen und tun es in durchaus beachtlichem Maße. Mit zu den führenden gehört wohl der Heinebund, dessen Auswahl und Vielseitigkeit in den Sujets nur dazu angetan ist, ihm zu den vielen noch weitere Freunde au gewinnen und der gewiß eine Zukunft erwarten darf. Nicht gering einzuwerten ist die Möglichkeit, die den weniger Bemittelten in die Lage setzt, sich als des Bundes Mitglied unter günstigen Bedingungen in den Besitz guter Bücher zu bringen, deren Verfassernamen bürgen, deren behandelte wissenschaftliche wie rein ästhetische Probleme in allen Gesellschasts- und Bildungsschichten auf Interesse stoßen dürsten, deren Ausstattung dem guten Geschmack durchaus gerecht werden. Gewiß ist, daß den Freunden des Heine- Bundes seine Bücher zu guten Freunden werden. *) Der Heinebund, eine jüdische Buchgemeinde, Leitung Dr. Ahron Eliasberg, Berlin W. 57, Pallasstraße 10-11. Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeiiuug bei alle« Postämtern Deutschland» CXttehn: Abblldg.; PgfIQ dß! Art©, .Cremas (Sumatra-Sandblatt) Kisten zu 50 Stück infolge ihrer PreiswOrdigkeit u. GOte eine meiner beliebtesten ZigaTrenl .Spfcenleistagefl a 20 Pi. . UV* cm 25 Pt Sumatra* Sandblaft *Siegesgötter, Triuntaies *Etiadcl, Predileclos ...... "Moroni, Soberbios.. . 121/z cm 40 Pt **Ad Palatum, Ideales...... 12'/, cm 50 Pt **Aus!6S6, Dessert.18 cm 70 Pt **FeStgeSang, Soberanos ..... 14 cm 1.“ M. •) In Kisten zu 60 Stück. — •*) In Kisten rn 25 Stück. Viel nachgeahmt - doch nie errelchtl Hausmarke- Coronas-Sortiment 12, 13, IS, 18, 20 Pf. Jahresabsatz ca. 23 MfilliOIIOIl J9tück. 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