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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-03-22 · 12 (22.3.1929) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
12 (22.3.1929)
Date
1929-03-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sprechsaal Oür diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die prrtzadekltäc SDerantmortiwa. Schule der jüdischen Zugend In meinem Bericht über die Schule der jüdischen Jugend vom 4. 1. 1929 im Sprechsaal dieser Zeitung ist mir ein Irrtum unterlaufen. Ich habe „von einigen hebräischen Kursen" gesprochen, „die des Raummangels halber zum größten Teil in der Wohnung des Kursleiters abgehalten wurden". Ich trage gerne nach, daß uns das Volksheim und die Reformgemeinde freundlicherweise ihre Räume zur Verfügung gestellt haben. Bis zur Uebersiedlung in die Lützowstraße sind auch dort hebräische Kurse abgehalten worden. Dr. Ellen Littmann. * Jüdische Rundschau — SynagogenturmpolMk—Scheinheiligkeit Mein Briefwechsel mit Herrn Professor Tr. Elbogen scheint der Jüdischen Rundschau ein gewisses Unbehagen zu bereiten. In zwei Nummern der Rundschau habe ich die Ehre, deswegen mit Schmutz beworfen zu werden. In einer auf keine Anfrage erfolgten Brieskaftenantwort wird gesagt, meine Nebenabsichten seien der Jüdischen Rundschau bekannt. Bis ich diese Notiz las, wußte ich selbst nicht, daß ich Nebenabsichten gehabt habe; nachdem in der Repräsentanten-Versammlung jedoch Herr Tr. Klee erklärt hat, diese Notiz sei so aufzufassen, daß ich durch meinen Brief an Herrn Prof. Elbogen der Palästinasache schaden wollte, muß ich deutlich feststellen, daß der Bekämpfung des Nationaljudentums und dessen nationalen Palästina-Aufbaues selbstverständlich auch dieser Brief dienen sollte. Es dürfte der Jüdischen Rundschau nicht ganz unbekannt sein, daß ich in dieser Richtung schon einige Jahre arbeite; also nicht Neben-, sondern Hauptabficht: Bekämpfung der jüdisch - nationalen Sache. Tie Nummer vom 15. März wird nun etwas ausführlicher. In dieser beschäftigt sich Herr M. W., dein ich eigentlich etwas mehr Humor zugetraut hätte, mit dieser Angelegenheit. Wenn ich mit dem Schluß beginne und Herrn M. W. entgegne, daß, wer an keine Heiligkeit glaubt, es vermeiden sollte, von Scheinheiligkeit zu sprechen, so tue ich dieses, um im Nachfolgenden ohne Gekränktsein antworten zu können. Also, Herr M. W., ich bin Synagogenturmpolitiker. Sie find wohl sehr stolz auf diese Umprägung; da aber Synagogen keine Türme haben, hätten Sie noch etwas weiter gehen sollen: Synagogenkuppel schlage ich Ihnen für die Zukunft vor. Hier kann man aus Verhöhnung, wenn man will, einen Ehrentitel machen, wer tatsächlich nur für sein Judentum arbeitet, dem Gotteshaus und dessen Interessen dient, hat schon einen großen Teil Arbeit für unsere jüdi? sche Sache geleistet. Trotzdem lehne ich es ab, mich mit diesem Ehrentitel schmücken zu lassen, mein Horizont ist nicht so eng, wie der der Nationaljuden, für welche ich das Wort „Scopusberg-Politiker" prägen möchte, denn für sie dreht sich alles in der Welt doch nur um den Horizont vom Scopus-Berge, um dieses kleine Ländchen Palästina, mit einer jüdischen Besiedlung, die an Anzahl ungefähr der Seelenzahl der Berliner Gemeinde entspricht, für ein Ländchen, das nach Angabe seiner besten Freunde nie imstande sein wird, auch nur den jüdischen Geburtenüberschuß aufzunehmen. Wenn solch ein Scopusberg-Politiker mir nun vorwirft, ich sehe Einstein nur vom Gesichtspunkt des Schöncberger Wohnungsamtes, für das Einstein auch nur e'ne Register- Nummer ist, so ist dieses in doppelter Hinsicht falsch: Tie Stadt Berlin, von der das Schöneberger Wohnungsamt ja auch ein Teil ist, hat Einstein in wunderbarer, bisher nicht dagewesener Weise dadurch geehrt, daß sie ihm eine Villa zur Benutzung bis an sein Lebensende zur Verfügung gestellt hat. Ich habe es abgelehnt, Einstein als Juden zu ehren, habe aber ausdrücklich erklärt, Einstein als Gelehrten zu ehren ist Pflicht jedes Deutschen. Wessen Horizont der weitere ist, darf ich der Beurteilung der Leser überlassen. Wer von uns beiden für die Ewigkeit arbeitet, wollen wir uns doch nicht vermessen, festzustellen. Beide glauben wir es, ich halte den Aufbau Ihres nationalen Palästinas für ein Unglück für das gesamte Judentum, daher bekämpfe ich ihn; sollte ich Unrecht haben, so werde ich nicht einen Augenblick zögern, dieses einzugestehen. Bemerken möchte ich nur noch, daß ich es für eine Ehre halte, wenn Sie mich mit Herrn Rabbiner Dr. Jacob in die gleiche Linie stellen. Moritz Rosenthal. Religion und Leben Ten Schlußartikel'des Herrn Dr. Jelski zur Diskussion über seinen Aufsatz „Religion und Leben" können wir wegen Raummangel erst in der nächsten Nummer veröffentlichen. Pottasch und Perlmutter als Detektive Deutsches Künstlertheater, Berlin. Ein schwerer Winter, der die Gewißheit, daß es doch Frühling werden muß, beinahe vergessen ließ. Doch ein Berliner Theaterwinter, der mindestens ebenso lange im Gedächtnis haften wird wie die Erinnerung an die sibirischen Kältegrade. Daß dieser Berliner Theaterwinter nun auch vorüber ist, darüber könnte man klagen, aber schließlich müssen wir uns ja auch für die Bühne an den Wechsel der Jahreszeiten gewöhnen. Dieser amerikanische Schwank von Glaß und Goodman erfüllt vielleicht die geringen Forderungen, die an ein Sommertheater zu stellen sind. Man lacht über das Spiel von Paul Graetz und Karl Ettlinger und braucht seinen Geist nicht erst zu bemühen. Das Publikum ist dankbar und amüsiert sich; und das ist ja schließlich auch ein Zweck der Bühne. Ob freilich das Deutsche Künstlertheater keinen wertvolleren, inhaltsreicheren Schwank ausfindig machen konnte als diesen Nachkömmling von „Pottasch und Perlmutter"? Doch das ist schließlich Sache der Direktion, nicht des Kritikers. Walter Loewenstein. Juser leim uni nr für Israelitische Taubstummenanstalt für sofort gesucht. Freie Wohnung und Essen, Mk. 146.— und Versicherungsbeiträge. Die 2. Lehrerprüfung kann an der Anstalt abgelegt werden. L zu denselben Bedingungen für sofort gesucht. Meldungen an Dir. Dr. Reich, Bln.-Weißensee Parkstrasse 22 Staatlich genehmigte tniiimhaiiiiciie Frauensctiuie aul dem Lande Wolfratshausen im Isartal. 580 m ü. M. (Gründung des jüdischen Frauenbundes Ortsgruppe München) bildet junge Mädchen aus zu tüchtigen Mausfrauen and schafft die Grundlage zum Wirtschaftsberuf zum Sozialberuf und zum Lehrberuf DieSchulewird streng rituell geführt Prospekt, Auskunft, Anmeldung: Leitung der Schule, Hannah Bodenhtimer, Wolfratshausen, Frau Recha Stark, München, Rauchstrasse 12,1. Preu6.-Siiddea(. Klassenlollerie Spielkapital 62 770 740 R-M Ziehung; I. Klasse 19. und 20. April 1929 Lose in allen Abschnitt, vorrät. V* 1/. V2 Vi 24 M 3 M 6 M 12 M Dr. Goldbaum Staatliche Lotterie-Einnahme Berlin - Wilmersdorf, Uhlandstr. 141, Fernspr. Pfalzburg 8422 Postscheck: Berlin 4093 imur. OherseiiiiMa Vormittags-Abendschule Private Vorbereitungsanstalt. Direktor Danziger Berlin, Alte Jakobstraße 125 Julius Simon Kunstu. Bauglaserei Bilder-Einrahmungen C harlotte nburg Eosander Strasse 8 Wilhelm 8157 ❖ Liberales Einheits-Gebetbuch Gebetbuch für das ganze Jahr bearbeitet im Aufträge des liberalen Kultus-Ausschusses des Preußisch. Landesverbandes jüd. Gemeinden Zweiter Teil: Neulahr u. versöhnungstag in 1 Band . in 2 Bänden Rm. 5. Rm. 8. In Kürze erscheint! Erster Teil: Werktag. saööai und Festtage in 1 Band.Rm. 5.— Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt von M. LfMerger & In.. Biiehämckerei iint! Verlagsanslalt, Frankfurt a. kl, Sshiüerstr. 19 DRESDNER BANK Geschäftsbericht für das Jahr 1928 der in der am Mittwoch, den 10. April d. Js. vormittags 113/4 Uhr in Dresden, Johann-Strasse 3 stattfindenden sechsu ndf ünf zigsten ordentlichen Generalversammlung zur Vorlage gelangt, ist erschienen und kann von den Aktionären bei allen Niederlassungen in Empfang genommen werden. Verein für Feuerbestattung in Neri In von 1874, e. V. frrm. kostenlose Feuerbestattung Annahme W 33, Llitzowstraße 44, Telephon: LÜUow %0-bl und Charlottenburg,Kanistr. 154a Ecke Fasanenslraße, Telephon: Stcinpla*z 1835 laut onm flesEnawii asvv|ivm WnRMitN URodernes Antiquariat Leipziger Str., Atexanderpf., Frankfurter Allee,Wllmersdorfer Str.. Balle-Alliance-Str., Bnmnenstr. postsdi.-xto.: soriin Kr.2382 Reltauflagen / Neuausgaben Versandabteilung: Berlin SW19, Leipziger Strasse Schriftliche Bestellungen werden prompt erledigt. Bei Aufträgen nach auswärts vergüten wir für ia 20 M. 80 Pf., die nur für Porto bzw. Verpackung in Anreshnung gebracht werden. Versand nur gegen Nachnahme oder gegen vorherige Einsendung des Rechnungsbetrages. I SO Bedeutende Preisherabsetzung! pra in Original-Einbänden. Jod. Band früh. 3.- bis 5.-, jetzt Band Die in () stehenden Preise sind die früheren Ladenpreise. I 90 pro Band Angelus Silesius, Sämtliche poetischen Werke. 2 Lände. (10,—) Apulejus, Der (goldene Esel. Deutsch von Aug. Itohde. 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Sonnabend, d. 23. 3., Frühgottesdienft 6.45, morg. 8.15, nachm. 4, Vortrag Rabb. Dr. Hofsmann sür junge Leute: „Die Grundtehren des Judentums im Anschluß an Maimonides. Ausgang 7.30. Vortrag Rabb. Ass. Kirschbaum im Hörsaal Megilath Ester, 6.30. Wochengottesdienst: morg. 6.30, nachm. 6.15. Montag, d. 25. 3., nachm. 6.30. Dienstag, d. 26. 3., Purim, morg. 6.20. Synagoge Bockenheim. Freitag, t>. 22. 3., abds. 6.15. Sonnabend, d. 23. 3., morg. 845, nachm. 4, Ausgang 7.30. Wochengottesdienst: morg. 7. Montag, d. 25. 3., nachm. 7. Dienstag, d. 26. 3., Purim, morg. 6.45, Israel. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, d. 22. 3., abds. 6.15. Sonnabend, d. 23. 3., morg. 8.15, nachm. 4. Montag, d. 25. 3., nachm. 7. Dienstag, d. 26. 3., Purim, morg. 6.45. Verlag: Bereinigung sür das liberale Judentum e. B„ Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteur: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin NW. 23. — Druck: Hermann Wegner & T»., Berlin-Mariendors.

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