Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 11 (15.3.1929)
- Date
- 1929-03-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9. Zahrgang Nummer 11 IMchiibttsleMmg Beilage 15. März 1929 „Ausgeschlossen aus den der Völker. ♦ « Tie Zionisten haben e* nicht gern, das; man ihnen die wanmen Kiouiequenzeu ihrer Anschauungen aujzci'gt. Durch geschickte Tiatetrik bemühen sie sich, sich selbst uno der Umivelt einznreden, daß ihr Bekenntnis zum jüdischen Volk nicht etwa eine Entwurzelung in der deutschen Heimat bedeute. Manchmal aber zeigen dach ihre eigenen Worte den Weg, der dem deutschen Judentum droht, wenn die zionistische Ideologie sich durchsetzt. Tie Berliner Jüdische Gemeinde beriet au* Posen Herrn Rabbiner Tr. Jacob Freimann. Am 1. Februar^ fand unmittelbar vor Beginn des Sabbatgvtte*dienstcs seine Einniyrung in der Synagoge statt. sjt'adi den Klängen des Mah tarnvu hielt im Namen des Gemeindevorstandes Rechtsanwalt Tr. Max Kollenscher die Ansprache. Er war prädestiniert hierzu, da er früher gemeinsam mit Tr. Freimann in der jüdischen Gemeinde in Posen gewirkt hat, insbesondere auch zur Zeit des noch unvergessenen Indischen Volksrates, in dem .Herr Tr. kollenscher bei der Lluseinandersetzung zwischen Teutjchtum und Polentum den Juden den Rat erteilte,' sich „neutral" zu verhalten, da die Juden sich zur jüdischen Station bekennen müßten und die Auseinander setzung zwischen Teutschen und Polen sie also nichts angehe. Tas Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (März 1929) gibt die Rede des .Herrn Tr. Kollenscher bei der Einführung des Herrn Tr. Freimann wieder, der wir folgende Tatze entnehmen: „Mil der starten inneren Einheit der (Gemeinde wird die allgemeine jüdische Solidarität wachsen. Von Ihnen, der Sie die Verbindung mit unseren Brüdern aus anderen Ländern in sich nagen, dürsen ivir erwarten, daß Sic alle Gegensätze, die leider enrch äußere Umstände, durch außerjüdische Entwicklungen veranlaßt/ immer noch vorhanden sind, überbrücken und unterdrücken werden. Nur dadurch kann es möglich lvcrdcn, das; unsere Gemeinde sich als ein Glied der gesamten Judenheil fühlt, mitverantivortlich für jedes jüdische Schicksal und mittälig an den großen und größten Aufgaben, zu denen unsere Generation berufen ist: zum Ausbau unseres Volkes und unseres Landes." Wir hatten bisher angenommen, daß die Berliner Jüdische Gemeinde noch immer Anspruch darauf erhebt, als eilre Religionsgemcinde im deutschen Volke gewertet zu werden, hatten angenommen, daß unser Volk das deutsche und unser Land das deutsche seien. Taß die Zionisten der Berliner Jüdischen Gemeinde glauben, jetzt bereits unser Voll und unser Land in Palästina erblicken zu oücten, zeigt, wohin der Kurs gehl. Noch eine zweite Veröffentlichung kairn besondere Beachtung beanspruchen. Als Nr. 2 der Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau liegt eine kleine Broschüre von Karl Glaser vor: „Ter Jude in der europäischen Welt. Tas Problem seiner Senduirg." Ter Verfasser geht von der These aus, daß nur lebendige politische und soziale Gebilde imstaltde sind, eine zur Führerschaft berufene und befähigte Schicht hervorzubringen. T'e anormale Situation des jüdischen Volkes, meint Herr Glaser, wird dadurch am stärksten charakterisiert, daß die jüd'sche Gemeinschaft des bestehenden Europa keine führende Schicht heivorzubringen in der Lage ist, trotzdem es eine Fülle von Juden g'bt, die zur Führung auf allen Gebieten des geistigen und politischen Lebens geeignet sind. Ter Verfasser macht es sich zur Aufgabe, nachzuweisen, daß auch die große Schicht assimilierter deutscher Juden, die als Künstler, Gelehrte und Politiker von Format innerhalb des deutschen Geisteslebens wirken, innerlich und äußerlich dem allgemeinen Judenschicksal unterliegen, ja, daß sie „infolge größerer Sensibilität gefährdeter sind als andere Juden". Tie Broschüre streift im Einzelnen das Judenproblem von Jakob Wassermann, Walther Rathenau, Heine, Lassalle, Georg Brandes, Bergson usw. „Niemand kann einsamer sein als diese Menschen, eine Kluft trennt sie von den Gebundenheiten des Judentums, eine Kluft von dem Leben der anderen Völker." Natürlich wird als einziger Ausweg aus dieser Situation der Zionismus gepriesen. Nur die Normalisierung der jüdischen Situation, die Einordnung des jüdischen Volkes in die Familie der Nationen kann dem jüdisch schöpferischen Menschen die Möglichkeit zur Erfüllung geben. Wörtlich heißt es in dieser Broschüre: „Tic jüdischen Führer der Völker wissen sicherlich Vieles, was niemand außer ihnen weiß, aber selten, was Sen Völkern im Innersten bewußt und gewiß ist. Jedes Wort in ihrem Munde, jeder Begriff hat bei ihnen seine besondere Bedeutung. Liberalismus, Sozialismus, Kunstrichtungen, philosophische Systeme haben ihren jüdischen und nichtjüdischen Sinn. Selten befinden sich Juden aus einer Straße, selten sogar auf einer Ebene mit den Nichtjudcn, für die sie leben und schaffen. Aber stärker als diese Erkenntiris ist bei ihnen die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Betätigung in Volk, Staat, geistigem Leben. Immer sind sie bereit, sich hinzugeben, immer wieder erkennen oder fühlen sie, daß die Sache, die sie vertreten, ihnen entgleitet. Die merkwürdige Vieldeutigkeit im Leben und Werk Lassallcs, des nach Neigung und Leben aristokratischen Erweckers und Führers eines revolutionären Proletariats, der, seiner Gefolgschaft fremd, ihrem revolutionären Willen nicht trauend, die Revolution von oben mit Hilfe des gewaltigsten Vorkämpfers bürgerlicher Ordnung zu machen dachte, findet so ihre Erklärung. An einem bestimmten Punkt verwandelt sich offenbar jüdische Urteilsfähigkeit iu Urteilslosigkeit. Es müßten sonst diese Juden erkennen, daß sie, wie -sic sich von der Aebundenheit der jüdischen Gemeinschaft losgemacht haben und nun von den Kollektiverlebnissen des jüdischen Volkes ausgeschlossen sind, so auch ausgeschlossen sind von den Kollektivcrlebnissen der anderen Völker. Daß sie der Resonanz entbehren, weil sic in ihrer Vereinzelung nicht wissen oder nicht wissen wollen, wohin sie gehören, und Ivo man sie hören würde, weil cs für sic keine innere Bezogenhcit aller Einzelnen aus eine Bedeutung gibt." Tie Jüdische Rundschau sollte wirklich einmal klarstellen, wodurch sich ihre Gedankengänge _ eigentlich von denen einer deutsch-völkischen Bewegung unterscheiden, und weshalb denn aus ihrer Theorie so andere Schlußfolgerungen zu ziehen sein sollten als aus den Ueberzeugungen vornehmer Antisemiten. die es ja schließlich auch gibt. Und die Jüdische Rundschau, die diese Auffassung in ihrer Schriftenreihe vertritt und sonst stets für Zionisten den Anspruch ans Staatsstellen in Teutschland verteidigt, könnte auch in einige Verlegenheit geraten bei der Frage, wie nach dieser Auslassung zionistische Ministerialräte und Pressechefs möglich sind. -schließlich sei aus dieser Broschüre noch ein Zitat ststgehalten mit Rücksicht aus die Bestrebungen zur Erweiterung der Jewish Agency: „Normalisierung der jüdischen Situation, Eiiiordunng des jüdi scheu Volkes als gleichberechtigtes Glied in die Familie der Nationen erstrebt der Zionismus. Sein Programm, seit der Balsour Deklaration wesentlicher, völkerrechtlich-verbindlicher Bestandteil des Man datsvcrrragcs für Palästina, ist bekannt: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer össentlich-rcchtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Tiefe Offenheit verdient volle Anerkennung, weit ja gerade neuerdings mit Rücksicht auf die Erweiterung der Agency von Zionisten gern glauben gemacht wird, Palästina- Mandat, Balfour-Teklaration und Zionismus seien so grundverschiedene Tinge. Tiefe Blutenlese mag genügen zur Auszcigung des Weges, den der Zionismus weist: Ausgeschlossen von den Kollektiverlebnissen der Völker... ' B. W. „Stationen aus Goethes Faust" Tie Religion des primitiven Menschen ist Religion eines Volkes. Ihre Geltung beschränkt sich auf den Umkreis einer nationalen Gemeinschaft. Nur an diese ergeht ihr Ruf, nur an diese sind ihre Forderungen gerichtet. Sie ist und will nicht mehr sein als Religion eines Stammes, als Glaube eines Volkes. Aber sie ist auch zugleich ein Glaube für alle Glieder ihrer Gemeinde, aus einem Gefühl geboren, ein Ganzes ohne Nüancen individueller Besonderheit. Tie Religion des modernen Menschen ist demgegenüber weiter und enger zugleich. Sie richtet sich an die Menschheit als solche. Und die Grenzen der Völker berühren sie nicht. Aber sie ist doch auch nicht mehr ein in sich gleichartiges Ganzes, wie die Religionen der Primitiven. Ihre Lehren spannen einen Rahmen, der mancherlei Bildungen in sich faßt. Sie ist nicht eigentlich mehr ein Glaube für alle ihre Bekenner, sondern allein eine allgemeinste Tendenz über einer Vielfalt rein persönlicher Glaubenswelten. Ein jeder hat sein Judentum, sein Christentum für sich, nur in der Richtung und im letzten Prinzip seines Glaubens mit den Genossen seiner Lehre einig. So aber - universal ihrem Willen und ihrer Bedeutung nach und zugleich persönlich individuelle Frömmigkeit in Rücksicht ihrer konkreten Gestalt - verliert die Religion nunmehr jeden Charakter starrer Dogmatik. Sie erkennt sich als bloßes Symbol, als bloßes Sinnbild ihres Objekts, wird doch notwendig mit der unendlich gewordenen Vielzahl und Vielgestaltigkeit religiöser Welten aufs deutlichste offenbar, daß hier nicht ein ausschließlich Wahres ist, sondern viele Bilder und Spiegelungen von gleichem Rechte nebeneinander möglich sitld. Tamit aber wird nun auch wieder eine neue, größere mub höhere Gemeinschaft lebendig, als die Religion des primitiven Menschen sie geben konnte. Nicht mehr eine Ge-! meinschast aus unterschiedsloser Gleichheit, sondern Gemeinschaft des Verschiedenen aus gegenseitiger Achtung und Liebe. Ein jeder sucht das Höchste auf seine Weise, doch darin jedem anderen verbunden, daß er ein Höchstes sucht, um einen letzten Sinn des Lebens innerlich bemüht. Jedem religiösen Menschen ist die religiöse Welt jedes anderen gewichtig und bedeutungsvoll, und dies gewiß umsomehr, je mehr jene Welt ein persönlich besonderes und eigentümliches Ganze ist. So hat ohne Zweifel der „Faust" ein ganz besonderes Interesse aller, denen religiöses Leben wichtig ist, ist üoch gerade er vornehmlich ein Zeugnis jener ganz persönlichen Religiosität, welche das Kennzeichen des modernen Menschen macht: germanischem Götterglauben, griechischer Mythologie, christlichen und jüdischen Motiven gleicherweise verpflichtet und doch über all das hinaus im letzten allein Bekenntnis des einen Menschen Goethe. Tr. Wilhelm Leyhausen gibt in diesen Wochen (in Verbindung mit dem Sprechchor an der Universität und an der Teutschen Hochschule für Leibesübungen) im Th.'ater am Nollendorfplatz in Berlin eine Aufführung von „Stationen aus Goethes Faust". Wenn jede neue Betrachtung und jede neue Ausführung des „Faust" unsere Beachtung fordert, so verdient diese gewiß vorzügliches Interesse aus mehr als einem Grunde. Leyhausen betont die religiösen Motive der Tichtung, mehr als üblich. Kochmanns Theater-Restaurant und stadtkoche im Palmenhaus KurtOrsiendamm 193 Es gibt neben einzelnen Szenen des ersten Teils selten gespielte Szenen des zweiten. Er begnügt sich nicht mit einer „Auswahl" aus dem Ganzen der Dichtung; er will die „Grundidee" des! „Faust" lebendig machen, er will die große Linie zeichnen, die durch das Ganze des Werkes geht. _ Am Anfang und am Ende der Dichtung, so schreibt er selbst, „steht eine .Himmelsszene. Dazwischen liegt der große Erdenweg des Faust; von der Verzweiflung nach reichem Tun bis zu dem Glauben an die Tat. Von dem Entschluß zur Selbstvernichtung ruft den Verzweifelten in der Osternacht ein mächtiger Lebenswille zurück... Eros ist der erste,der an feinem Wege steht, und Faust erlebt sein schönes Erwachen, er sieht seine Leiden und seine Vernichtung ... Erst nach Gretchens Vernichtung gibt Natur den genesenden Faust dem heiligen Licht, dem Leben wieder. Tann stürmt Phantasie mit verwegenem Willen über alle Wirklichkeiten hinaus. Seine Schöpfung, sein Sohn (Euphorion) wagt den freiesten Flug, und wieder steht Faust vor einer Vernichtung.... Tie Sorge blendet ihn. Aber die Finsternis bringt die letzte Erleuchtung über den Unaufhaltsamen. Faust ist von sich selbst befreit, er ruft zur Tat, zur Tat in der klarsten Vorstellung der Freiheit eines ganzen Volkes." Alan kann gewiß die Grundidee des „Faust" mit gutem Recht auch anders sehen. Aber mau kann gewiß den „Faust" auch unter dem Gesichtspunkt dieses Grundgedankens iu biueru wichtiger! Stücke seines Wesens fassen und begreifen. Leyhausen spielt: den Anfang des Vorspiels im Himmel, Faust* großen Monolog, Gretchen am Spinnrad, die Szene „Wald und Höhle", Gretchen am Zwinger, die Kerkerszene, die Elsenszene mit Ariel, Euphorions Flug und Sturz, die Blendung Faust* und seinen Ruf zur Arbeit, endlich die großen Himmelszenen des Schlusses. Er streicht die Gestalt Wagners in der Osternacht. Er streicht die Gestalt des Mephisto. Er streicht m i t diesem zugleich ben Witz, die Schärfe, die Bitterkeit. So bleibt fast allein quälender Zweifel und stilles Tulden. Es scheint mehr als bloße Kürzung und ist Symptom des Ganzen, wenn das leidende Gretchen zu uns spricht, ohne daß doch zuvor der Verführer Faust gesprochen hätte. Jedes Wort und jede Szene, die den Eindruck getragener Weihe stören könnte, ist ausgeschieden. So wird der religiöse Charakter des Werkes formal aufs stärkste unterstrichen. Aber es wird, wie mir scheinen will, mit alledem doch auch der besondere religiöse Charakter des „Faust" in seinem eigentümlichen Gehalte nicht unwesentlich modifiziert. Hinter dem leidenden Menschen tritt der irrende und fehlende, hinter dem von höherer Macht Geführten tritt der Tätige und Strebende zurück. Aber sollte dies nicht der Grundidee widersprechen, wie Leyhausen selbst sie theoretisch faßt? Gewiß jedenfalls, daß damit das eigentümlichste Wesen des „Faust" nicht unbeträchtlich getroffen wird! „Wer immer strebend sich bemüht. Den können wsr erlösen. Und hat an ihm die Liebe gar Von oben teilgenommen. Begegnet ihm die selige Schar Mit herzlichem Willkommen." Neben der Liebe, die Geschenk der Gnade ist, steht strebende Bemühung als Bedingung der Erlösung. Gedanken spezifisch christlich-katholischer Färbung sind mit Gedanken von eigentlich jüdischer Glaubenshaltung eigentümlich verbunden. Und gerade diese Verbindung macht ohne Zweifel ein wesentlichstes Moment der faustischen Glaubenswclt. Ter „Faust" ist religiöses Drama, nicht zuletzt: Geschichte Eines, der mit dem .Himmel um den Himmel kämpft. Ter 'Gottesstreiter Jaakob steht ihm nicht fern. Die Ausführung Leyhausens gibt im wesentlichen allein eine religiöse Passion, die Geschichte Eines, der liebt und leidet und am Ende in der Gegenliebe göttlicher Gnade die Erlösung findet. Sie vergißt den Sünder, das heißt: den Strebenden, der irrt, solang er strebt, und doch a l s Strebender den Himmel verdient. Aber gewiß, jede Ausführung des „Faust" wird etwas „vergessen" müssen, sofern sie ein in sich geschlossene* Bild zu geben trachtet. Und gewiß, daß auch der Liebende und Duldende ein Stück faustischen Wesens ist!.. Man mag nicht mit allem Einzelnen in der Aufführung Leyhausens einverstanden sein, sein Unternehmen als solches, von guter Begeisterung getragen, das Ganze, reich an schönen Momenten, bleibt als verdienstliches Werk herzlichen Tankes wert. Hans Margolius. Waller Dloem über Heinrich Heine Walter Btoem, über dessen Nationale Zuverlässigkeit auch die Teutschnationalen keinen Zweifel zulassen werden, hielt gestern in Würz bürg im „Jüdischen Fortbiloungsynm"' einen Vortrag über „Heinrich 5) ei ne, der deutsche Dichter". Bloem behandelte, wie unser Würzburger Korrespondent orahtet, den Dichter in ebenso 'tiefgründiger wie liebevoller Weise und zergliederte seine hohe Kunst. Er kam dabei zu dem Schluß^ daß seine Dichtungen den deutschen Geist über den ganzen Erdball getragen haben. Ehe Walter Btoem mit feinem Vortrag schloß, richtete er au die Anwefenden noch einen flammenden Ausruf. Er betonte, daß es nicht wahr, daß zwischen deutschem Wesen und dem Wesen der jüdischen Mitbürger ein unüberbrückbarer Gegensatz sei. Man sollte sich nicht befehden zum Spott oes Auslandes, sondern zusammenstehen; dazu gehöre Entgegenkommen aus beiden Seiten. Aber fände man sich zusammen, dann werde irr Deutschland auch niemand mehr in Frage stellen, sondern bejahen, was Heinrich Heine von sich selber sagt: „Ich bin ein deutscher Dichter, bekannt im ganzen Land. Nennt man die besten Namen, fo wird auch der meine s genannt." 1544830041