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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Schon um den konfessionell«» Friedens willen, um das Zusammenleben der verschiedenen Konfessionen zu erleichtern, sollte man neben den nur konfessionell gebundenen pädagogischen Akademien Simultan-Akademien einrichten, die aus drcitcster Basis einen jeden hierzu befähigten Lehrer prinzipiell ausnehmen können oh me Rücksicht aus ein Glaubensbekenntnis. Wenn eine Si» multan-Akademic nur Angehörige eines christlichen Bekenntnisses als Lehrer aufnimmt, so bedeutet dies eine Entrechtung der Konfessionslosen und der Juden. Die Juden in Deutschland haben den Plan erwogen, eigene jüdische pädagogische Akademien ein^urichten. Abgesehen vom Zwie-- s p a l t, der sich notwendigerweise zwischen liberalen und orthodoxen Juden ergeben wird, bedeutet die jüdische Akademie neben der katholischen, der evangelischen und der Simultan-Akademie glücklicherweise den vierten Typus pädagogische Akademie, aus der jeder, wenn er aus seiner Religionsgemeinschaft austritt, heraussliegen muß. Dafür hätten wir aber die w c l t l i dj c pädagogische Akademie zu erwarten, die den fünften Typus pädagogischer Akademie darstellt und die dann alle von Gewissensbissen oder von religiösen Skrupeln gequälten Lehrer ausnehmen soll. Wäre es nicht wünschenswert, daß wir neben den konfessionsmäßig gebundenen pädagogischen Akademien auch Simultan-Akadcmien erhalten, die wirklich simultan, nämlich interkonfessionell sind? Die Professoren des Staatsrechts, desgleichen die Professoren der Pädagogik mögen ihr Urteil über die Simultan- Akademie abgebcn, die Konfessionslose und Juden als Lehrer nicht will. Wo bleibt die religiöse Toleranz und die Reichsversassung, wenn ein Anstaltsleiter beim besten Willen aus Para g r a p he n g r ü n de n Menschen ihres Religionsbekenntnisses halber nicht ausnehmen kann? In ausgezeichneter Hochachtung! Dr. Alfred Schuhmann. Die Sonderorden für Juden. Berlin, den 5. Januar 1929. An die Redaktion der Jüdisch-liberalen Zeitung ' Berlin SW. 48 Wilhclmstraße 147. Zu dem Artikel in der letzten Nummer Ihrer sehr geschätzten Zeitung „Bismarck und Rothschild" des Herrn Dr. jur. I. Lewy gestatte ich mir folgendes zu bemerken, was vielleicht etliche Ihrer Leser interessieren wird: Ein Exemplar des Roten Adlerordens, wie er s. Zt. durch König Friedrich Wilhelm IV. an Herrn von Rothschild verliehen wurde, ist in einem der Ordcnsschränke im 1. Stock des Berliner Zeughauses ausgestellt. Die Verleihung von Orden in dieser Form (ein kleiner an orangeweißcm Band befestigter Stern) ist übrigens s. Zt. nicht nur an Rothschild erfolgt, sondern auch an andere Juden, und zwar auf deren besonderen Wunsch, da sie wohl einen preußischen Orden gern tragen wollten, aber aus religiösen Gründen nicht in Kreuzesform. Ich weiß dies von meinem verstorbenen Großonkel, der selbst Ritter des Roten Adlerordens war, ihn aber auch in der oben crivähnten Gestalt verliehen erhielt. Es ist also kaum denkbar, daß Herr von Rothschild sich geniert hat, den ihm verliehenen Orden in der abgcänderten, von seinen Glaubensgenossen ausdrücklich gewünschten Form zu tragen. Uebrigens wurden meines Wissens auch noch unter der Regierung König Wilhelms I. Orden, auch der von diesem gestiftete Kroncnordcn, an Nichtchristen nicht als Kreuz verliehen und erst später kam dieser Gebrauch in Wegfall. Hochachtungsvoll Hosrat Georg Wolfs. Israelitischer Gottesdienst in AraukfurttM. Liberaler Ritus: Havptsynagoge. Freitag, d. 18. 1., abds. 4.45, Lehrvortrag Rabb. Dr. Satzbcrger. Sonnabend, d. 19. 1., morg. 9, nachm. 4, Ausgang 6.50. Wochengottesdienst: morg. 7.30, nachm. 4. Synagoge Freiherr vom Stein-Straße. Freitag, d. 18. 1., abds. 6, Predigt Rabb. Dr. Lazarus. Sonnabend, d. 1$. 1., morg. 9.30, Ausgang 5.50. Wochen-- gottesdien st: morg. 7.30, abds. 7. Konservativer Ritus: Synagoge am Börneplatz Freitag, d. 18. 1., abds. 4.36, Vortrag Dr. Ernst Fretmann Sonnabend, d. 19. 1., Frühgottesdienst 7, morg. 8.15, nachm. 4, Ausgang 5.50. Wochengottcsdienst: morg. 7, nachm. 4.30. Synagoge Bockenheim. Freitag, d. 18. 1., abds. 4.35, Vortrag Rabb. Dr. .Horovitz. Sonnabend, d. 19. 1., morg. 8.45, nachm. 4, Ausgang 5.50. Wochengottesdienst: morg. 7.10. Asrael. Krankenhaus Gagernstr. 36. Freitag, d. 18. 1., abds. 4.35. Sonnabend, d. 19. 1., morg. 8.15, Nachmittagsuni Abendgottcsdicnst 5.10. ¥ * Ein Gerdas irampsi über die Bretter: Werbezirk ... Dem Schwank ist in dieser Fassung nidit m widerstehen. Die leuie brüllen den ganzen Abend* Alfred Ken (Bert. Tegeblett) * ii (Abic’s Irish Rose) FREIE JÜDISCHE VOLKSHOCHSCHULE Eröffnung des 10. Lehrjahres Zwei Vorträge AimÖ Pallifere von 1. Mein Weg mm Judentum Monn tag, den £7. Januar, mittags 12 Uhr, Logenhaus, Kleiststraße 10 2. Die jüdische Jugend und ihr Ringen Dienstag, den £9. Januar, abends 8 Uhr, Logenhaus, KleiststraQe 10 Karten sind zu 3, 2 und 1 Mark an den Theaterkassen: Hermann Tietz, Leipziger Str., Alexanderplalz, Frankfurter Allee, Kaufhaus des W stens, Tauentzienstr, im Sekretariat der Freien Jüdischen Volkshochschule, Yorkstr 88 bei Goldmann, Bergmann 472, und bei den Vorträgen im Logenhaus erhältlich. Verzeichnisse der andern Vorträge des beginnenden Quartals sind unentgeltlich in allen jüdischen Buc handlungen, an den Theaterkassen Hermann Tietz und Kaufhaus des Westens und im Sekretariat erhältlich. Theater am NoUenMlaiz Der Erfolg! eltchen Geberi Tigllch 8 Uhr Musik von Walter Kollo Direktion: Reinhard Brack Vorverkauf 10—6 Uhr Soeben erschien: Jüdisches Jahrbuch 1929 I. (literarischer) TEIL Die Berliner jüdische Gemeinde im Jahre 1928 Preußischer L indesverband jüdischer Gemeinden Die jüdische Frau in der Wohlfahrtspflege Die Mischehe, eine erschöpfende Abhandlung Moses Mendelssohn, zum 200. Geburtstage Gustav Bradt, ein Nekrolog II. Teil Organisationen und Vereine III. Teil Organe und Einrichtungen der Berliner Jüdischen Gemeinden IV. Teil Die jüdischen Gemeinden in Deutschland Abbildungen: Geheimrat Timendorfer, Dir. Georg Kareski,KammtTgerichtsratWolif,SanitätsratDr. Schemel, Frau Raobiner Dr Eschelbacher, Moses im Gebet während der Schlacht gegen die Amalekiter, gestützt von Aaron und Chur, Skulptur von Friedlich Rauch, Moses Mendelssohn am Berliner Tor zu Potsdam empfängt den Freibrief Friedrichs des Großen, Kupferstich von Chodowiecki. ☆ Das Jüdische Jahrbuch 1929 ist vorzüglich ausgestattet und kostet in Halbleinen dauerhaft gebunden RT nur Hk. 4.80 Bestellungen umgehend erbeten fcherbel & Co. Verlag uerlln-Cnarloftcnburg 4, u Sybelstrasae i2 Postscheckkonto: Berlin 61884 Verein für Feuerbestattung In Berlin von 1874, e. 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Berlin SW # - Bcranlw örtlicher Redakteur: Dipt.-Jng Bruno Voyda. Bectta RA LS Druck: Hermann Weqner & Eo.. Verlin-Mnrteadarf.

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