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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-10-05 · 40 (5.10.1928) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Rebb Scheindel Von Paul Joachim O 11 c n d 0 r f f - Barmen. I. Rcbb Scheindel, der Schneider, saß in seiner Werkstatt und nähte. Es war im Sommer des Jahres 1288 und über die Prager Stadt glühte die Sonne. Ein Feuerball stand am Himmel und warf seine Flammen über das Dächergewirr, über die Straßen und Oäßchen, die Paläste und Hütten. Es war als ob um jedes Haus eine gläserne Wand wie eine Mauer aufgerichtet wäre, lichtschimmernde Gespinste legten sich um die Giebel der Gebäude. Und träge rollte der Moldaufluß seine Wasser zwischen leeren und bloßen Ufern hin, langsam unter den steinernen Brücken her und vorüber an dem Königspalast in das weite glühende Land. Rebb Scheindel saß in seiner Werkstatt, die mitten in einer der engen Gäßchen der Judenstadt gelegen war, und nähte. Die Fenster standen offen, die Zimmertüre war aufgerissen, und der Boden mit Wasser besprengt. Aber cs wollte keine Kühlung kommen. Aus dem Raume nebenan drang Schnarchen und schweres Atmen. Da waren die Kinder vor Ermattung auf den Stühlen eingeschlafen, da ging Esther, sein Weib, behutsam mit müden Schritten auf und ab und tat ihre Arbeit. Hin und wieder sah sie mit sorgendem Blick in die Werkstatt, aber Rebb Scheindel blickte nicht auf, er nähte Stich um Stich in das schwarze glänzende Tuch, das er vor sich hatte. In dem Raum arbeitete noch Bela Benjamin, der Geselle. Er wischte sich den Schweiß von der Stirne und ächzte. Nun sollte er noch Feuer anzünden und das Bügeleisen heiß machen! Seine Stirn zog sich in Falten und seine Lippen stammelten Verwünschungen. — Hilflos irrten seine Augen durch das Zimmer. Da sah er an den Wänden die Schnitte und Zeichnungen hängen, ganze Bündel von Lappen und Stoffresten waren in den Ecken aufgeschichtet, Millionen feiner Fädchen Staub breiteten sich überall und die Luft war zum Ersticken. Und Bela Benjamin schlich durch die Stube, als wäre alle Kraft aus ihm gewichen, er sah seinen Meister an. schüttelte den Kopf und machte kein Feuer. Aber die Arbeit war haufenweise aufgeschichtet. Röcke, Hosen, Westen, Staats- und Feiertagskleider, neue Besätze, Seide, Arbeit über Arbeit. Und Bela Benjamin mußte sich endlich doch bequemen, wieder auf einem Schemel zu hocken, Nadel und Faden zu nehmen und sich ans Werk zu machen. Rebb Scheindel lächelte. Sein Oberkörper wiegte sich, er beobachtete den Gesellen, jede seiner Bewegungen sah er. „Wie der Junge unter der Hitze leidet“, dachte er. „Seine Arme sind gelähmt, sein Verstand benommen." Und er schnalzte mit der Zunge und rief dem Burschen gute Worte zu. Und Bela raffte sich auf, langte ein neues Bündel Kleider her, krümmte den Rücken, und arbeitete endlich wie sein Herr. Aber nicht nur in der Werkstadt Rebb Scheindels wurde trotz des heißen Tages unverdrossen geschafft. In allen Häusern regte es sich geschäftig, und durch das Gewirr der Gassen trieben sich die Menschen. Eine bunte Schar wogte auf und nieder. Da waren Zeichner und Maler, die große farbige Bilder brachten, Tischler und Schreiner richteten Triumphbögen auf und die Mädchen und Burschen befestigten Guirlanden, Wimpel und Fahnen. Da hauste in seiner Kellerwohnung Chaim Bendel, der Schuster, den alle kannten. Mürrisch wie immer, aber er spannte Paar um Paar der hohen Stiefel auf den Leisten und sein Hammer schlug rastlos zu. In der Ratsstube saßen die Aeltesten und berieten, wälzten schwere ledergebundene Folianten, und Schreiber und Burschen gingen aus und ein und trugen die Befehle weiter. Endlich schien die Versammlung einig und am Ziel. Rabbi Jonathan nahm den Gänsekiel und schrieb auf einen großen Bogen Festordnung des großen Tages, der da kommen sollte. Da war zu lesen, wo die Menge sich zu versammeln hatte und wie der Festzug vor sich gehen sollte. Zuerst das Panier, dann die Rabbinen und die Lehrer, hierauf die Aeltesten. Es folgten die Witwer in ihren langen schwarzen Mänteln, es kam die große Schar der Kinder und endlich, weiß gekleidet, die der jungen Ehemänner. Und alle Häuser sollten bis zum Giebel geziert sein und geschmückt, Blumen sollten auf den Wegen liegen, aber die Tore an der Synagoge, der Altneuschul, offen stehen und alle Kerzen sollten brennen mitten in den hellen Tag. Denn dieser Tag war vor den anderen ausgezeichnet. Dieser Tag glich einem starken Strom, der Mauern niederwerfen will. Schranken sollen fallen, Fanfaren und Trompeten klingen und das Wunder sich erfüllen: Volk sich zum Volke finden. Denn der König selbst will kommen, und die ganze Ritterschaft und die Judenstadt wird sie empfangen. Und der König wird die Stimme der Bedrückten hören, Gnade wird er üben, und der Zug wird wallen bis zum Tempel, und das Allerheiligste steht offen und glüht in seinem Schmuck der Majestät entgegen. Ein Tag voll Unermcßlichkeit, ein Saatkorn in die Furche eines leidzerwühlten Ackers. Und die Glocken werden rufen von drüben jenseits der ,Mauer, wenn der König und die Fürsten die Stadt betreten. Chaim Bendel, der Schuster, stand von seiner Arbeit auf und reckte sich. Sein Nacken war steif, denn den ganzen Tag hatte er am Werkstisch gesessen. In einem Keller hauste er ohne Gesellen und ohne jede Hilfe, allein in einem dumpfen stickigen Raum. Man tastete von der Gasse her ein paar Stufen herab, öffnete die morsche, rissige Tür mit dem breiten, eisernen Schloß und sah durch das dämmerige Zwielicht den steinigen Boden, die getünchten Wände und den armseligen Hausrat. Inmitten dieser Dinge hauste der Schuster wie in einer Höhle. Mitten in der Gasse lebte er und war doch von allen abgeschieden. Chaim Bendel war ein alter Mann, die Zeit schien seine Haare frühzeitig ergraut zu fyaben. Sein Gesicht voller Falten, die Haut zerknittert, seine Augen blitzten scharf unter den buschigen Brauen hervor, und quer über seine Stirne lief eine breite, rote Narbe. Man sprach Vieles über Chaim Bendel in der Gasse. Man raunte über sein sonderbares Wesen, einige sagten, er wäre ein Spötter und wieder andere verkündeten, Chaim Bendel lebe ohne Gott! Die meisten erinnerten sich noch mit Schaudern daran, wie er vor Jahren zu ihnen ★ :: Versammlungskalender * Berlin-NarlsHorst. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B., »ezirlsgruppe Karlshorst. Mitglieder-Bersammlung am Mittwoch, den 10. Oltober, abends 8.30 Uhr, in der Konditorei Schröter, Karlshorst, Auguste Bittoriastrahe 44. Bvrstandswahl. Vortrag von Herrn Joseph Kaussmann-Weißensee: „Die Kultur des alten Israel." Gaste willkommen. Wiesbaden. Ortsgruppe der Bereinigung für das liberale Judentum. Mittwoch, den 10. Oktober, abends 3.15 Uhr, im Saale des Synagogrngesangvereins, Vortragsabend: „Die Bedeutung der Weltkonferenz des liberalen Judentums für das religiös-jüdische Leben". Referent: Rabbiner Dr. Lazarus. „Unsere Stellung zu der bevorstehenden Aenderung der Gemeindeversaffung." Referent: Dir. Dr. Goldstern. Gaste herzlich willkommen. * Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Festgottesdienste zu Schemini Azeres und Simchas Tauro: Freitag, den 5. Oktober, abends 7.15 Uhr. Sonnabend, den 6. Oktober, morgens 1V Uhr, Seelenfeier. Abends 6 Uhr. Sonntag, den 7. Oktober, morgens 10 Uhr. An allen Feiertagsandachten Predigten: Rabbiner Dr. Salomonski. Berlin-Wilmersdorf. Liberale Synagoge Wilmersdorf (in der Aula der Cärilienschule, Nikolsburger Platz): Jeden Freitagabend liberaler Gottesdienst mit Chor und Predigt. Beginn 19.15 Uhr pünktlich. Freitag, den 5. Oktober, Schemini azeres-Gottesdienst mit Seelenfeier, Predigt: Rabbinatskandidat Swarfenski. Freitag, den 12. Oktober, Predigt: George Eoetz. gezogen war. Damals hatte man ihn vor den Rabbi geschleppt. Die Straßen standen voller Menschen und alles wartete, bis er wiederkehren würde. Fast den ganzen Vormittag blieb Chaim Bendel bei Rabbi Jonathan. Und als sich endlich die Türe öffnete, kamen beide Arm in Arm heraus, und ihre Gesichter glühten. Der Rabbi schien erschüttert und hob schützend seine Hände auf. Und an diesem Tage erzählte Chaim Bendel allen, die es hören wollten, sonderbare Mären. Von Dingen, die erst in tausend Jahren sich erfüllen würden. Von einer Stimme, die Gott sei und doch Gott nicht wäre. Von einer Flamme, die Millionen Judenleiber fressen würde, von einem ewigen Haß, daran die ewige Liebe sich zersplittern würde. Und Chaim Bendel sagte, alle die friedlich lebten, wüßten nicht was es hieße, eine Annahme von Bestellungen auf die und fand er seinen Weg. Da stand ein Haus mitten in der Reihe, wie die übrigen, nur sein Dach sprang etwas vor und sein Mauerwerk war stärker und die nolzverzierte Tür schien blanker als die anderen. Chaim Bendel hielt und nahm den Klopfer. Das Eisen hämmerte und dann öffnete ein Kind. Der Schuster schritt die Stufen hoch und wie er die Treppe unter seinen Tritten leise knarren hörte und den Lichtschein sah, der ihm entgegenleuchtete, atmete er freier. Es war Rebb Scheindels Zimmer, in das der Müde trat — ein Licht glühte aut dem weißgedeckten Tische und aufgeschlagen lag das Buch der Psalmen. (Fortsetzung folgt) Die Walter Rathenau-Gesellschaft ins Leben getreten Die Walther Rathenau-Gesellschaft, deren Gründung am diesjährigen Todestage (24. Juni) beschlossen wurde, ist nunmehr als eingetragener Verein ins Leben getreten. Der Gesellschaft gehören u. a. an: Unterrichtsminister Tr. Becker, Pros. Einstein, Minister Grzesrnski, Reichsjustizminister Koch- Weser, Reichstagspräsident Lobe, Gesandter v. Mutius, Reichskanzler a. D. Wirth, ferner als Förderer auf Lebenszeit Graf Bernstorfs, die Witwe des früheren Reichspräsidenten Eberl, Jakob Goidschmidt, Staatssekretär a. T. v. Kühlmann, Bürgermeister Petersen (Hamburg), Reichsbankpräsident Schacht. Vorsitzender des Kuratoriums der eng mit der Gesellschaft verbundenen Walther-Rathenau Stiftung ist Reichspräsident von Hrndenburg. f * | Aus der Bewegung r *! r......I Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. SS.) Ter Liberale Verein eröffnere seine diesjährige Winterarbeit mit einer Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 26. September, im Saal der Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Straße 9. Der 1. Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum E. B., Herr R. A. Heinrich Stern, referierte über d<rs Thema: ,,Die Weltkonferenz des religiös-liberalen Judentums". Ter Vortragende gab zunächst eine anschauliche Schilderung der Hauptpersönlichkeiten der Konferenz und ging dann auf die einzelnen Delegationen der verschiedenen Länder ein. Sodann gab er einzelne Bilder aus der Konferenz und >childerte den erhebenden Eindruck, den die Zusammenkunft liberaler Juden aus der ganzen Welt auf alle Anwesenden machte. — Im Anschluß daran setzte eine außerordentlich interessante Diskussion ein, die erkennen ließ, wie fruchtbar die Anregungen der Weltkonferenz auf die Mitglieder des Liberalen Vereins gewirkt hat. Erst in später Abendstunde endete die außerordentlich gelungene Veranstaltung. Frankfurt a. M. (Freisinniger Verein für jüdisches G e m e i n d e l e b e n.) Ter freisinnige Verein für jüdisches Gemeindeleben E. V. (Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum) Frankfurt a. M. veranstaltet am 10. November ds. Js. in sämtlichen Räumen des Frankfurter Hofs einon Gesellschaftsabend. Auch diese Veranstaltung, zu welcher die Vorbereitungen schon im vollen Gange sind, dürfte wieder einen glänzenden Verlauf nehmen, so daß ein Besuch allen Freunden des Vereins sehr zu empfehlen ist. Weitere Mitteilungen und Einladungen erfolgen noch durch die Tagespresse. Jüdisch-liberale Zeitung bei alle« Postämtern Deutschlands Peitsche über dem Nacken zu fühlen oder mit seinem eigenen Blute besudelt und angespien zu werden, und wie ein räudiger Hund von Stadt zu Stadt gehetzt zu sein. Die Gasse stand voller Menschen. Die einen zitterten vor Furcht, die meisten aber lachten und hielten ihn für toll, und schließlich sagten es alle, Chaim Bendel rede im Wahn. Und sie gingen fort und ließen ihn allein. Und er schlug die Türe zu, setzte sich auf seinen Schemel, nahm den Hammer und hämmerte das Holz an seinem Tisch, bis es zerbarst. Er keuchte, und über seiner Stirn quoll die Narbe purpurrot. Die ganze Nacht brannte Licht in seinem Keller, am Morgen aber war er wieder still und ruhig. Es schien, als ob der gestrige Tag in seinem Leben nicht gewesen sei. Er bat um Arbeit und richtete sie so gut und sauber aus, daß man sich an ihn und seine Sonderheiten gewöhnte. „Vielleicht hat Gott sein Herz gezüchtigt und gefesselt“, sagten die Leute in der Gasse, „es wird der -Tag kommen, wo auch Chaim Bendel wieder betet und seinen Frieden hat", antworteten die Frommen. Der Schuster hatte seine Arbeit beendet und ging durch die Werkstatt. Mit langsamer Bewegung band er seine Lederschürze ab, wusch sich und zog sich um. Dann trat er auf die Gasse. Es dämmerte bereits. Ein vielfarbenes Violett glühte über den Himmel, die Luft war schwer von feinem Staub, und warme Schatten glitten über die Dächer. Chaim Bendel blinzelte in den Abend und ging seinen Weg. Welches Ge wirre! Ueberah hastete es vorüber. Alle Fenster standen offen. Aus jedem Winkel schien es zu strömen und drängte vorüber. Aus dem Schamesgäßchen quoll ein Menschenstrom, in der Belelesgasse, wo die neuen Häuser errichtet werden sollten, hämmerten Zimmerleute, und die Fahnen und Wimpel flatterten schon. Chaim Bendel schritt durch die Menge, die grellen Bilder verwirrten ihn. Er fühlte einen Schmerz und zuckte zusammen. Sprach man vom König und den Fürsten, so war ihm, als stocke jäh sein Blut. Je mehr es ihn umringte, desto enger und fremder fühlte er sich, und schließlich beeilte er seine Schritte und lief, als wäre er auf der Flucht. Vor seinen Augen begann es zu flimmern. Die Fahnen und Wimpel wogten ineinander, es war, als hätte sich ein schillerndes Gespinst über die ganze Stadt gezogen. Die grauen Mauern und die Häuser mit ihrem Giebelwerk starrten daraus hervor wie Augen unter einer Maske, wie gespensterhaft urfremde Blicke. Chaim Bendel ächzte auf. Er hätte toben, irgend etwas beginnen mögen, diese grellen Lichter, die da plötzlich vor ihm standen, restlos zu vernichten. Die Steine unc das Pflaster schmerzten seine Füße, es war eine Qual, zu gehen, zu denken und zu atmen, Ungewißheit tastete mit jedem Schritt, als lockere sich der feste Halt der Erde, die ihren eigenen Boden in geheimer Arbeit unterhöhle. Chaim Bendel schüttelte den Kopf, als könnte er die zuckenden Gedanken von sich lassen. Sein Herz sehnte sich nach Ruhe, und wie im LInbewußtscin nahm Halle. (Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentu m.) Unsere hiesige Ortsgruppe hatte einen großen Teil unserer Gemeinde am 30. September 1928 zu einem Vortragsabend eingeladen und auf diesem einen Bericht über die Weltkonferenz in Berlin erstattet. Herr Justizrat Aronsohn und Herr Rabbiner Dr. Kahlberg haben das Referat für diesen Bortrag übernommen und in begeisterten Worten erzählt, was ihnen die Konferenz Wertvolles geboten hat. Die Vorträge wurden durch musikalische Darbietungen erster Künstler umrahmt, ein Kränzchen beendete den Abend. Eine äußerst zahlreiche Zuhörerschaft folgte unserer Einladung. Auch eine Anzahl Neuanmeldungen können wir für diesen Abend buchen. Alles in allem können wir erkennen, daß die Ideen des liberalen Judentums überall durchdringen und immer weitere Kreise zu unseren Anhängern machen. Vereinsnachrichten Jugendgottesdienst -er Jüdischen Refvrmgemeinde. Am Sonntag, den 7. Oktober, findet im Gotteshaus der Jüdischen Reformgemeinde, Johannisstraße 16, ein Jugendgottesdienst aus Anlaß des Festes der Freude (Simchath Thora) statt. Dem Zweck entsprechend, liegt die gesamte gottesdienstliche Handlung in den Händen unserer Jugend. Aus ihrer Mitte wird eine Laienansprache von Herrn Dr. Hans Feilchenseld gehalten. Das Lorbeten der Gebete sowie die Vorlesung aus der Thora hebräisch und deutsch ist ebenfalls jugendlichen Mädchen und Knaben übertragen. Wir hoffen dadurch, daß wir die Jugend aktiv am Gottesdienst teilnehmen lassen, reges Interesse für diesen zu finden und zu erwecken. So soll das Simchath-ThoraFest die neue Form seiner Auferstehung feiern. Im Anschluß an den Gottesdienst findet die Einweihung unseres Jugendheimes in den oberen Räumen des Gotteshauses statt. Auch hier beteiligt sich die Jugend durch musikalische und deklamatorische Beiträge und eine Jugendliche, Fräulein Dora Peyser, tvird zur Jugend sprechen. Wir haben vorläufig in Aussicht genommen, das Heim geöffnet zu hallen jeden Dienstag von 6—9 Uhr für die Jugendlichen, Sonnabend von 4—6 Uhr für die Kinder und Sonntag von 1l—2 Uhr für alle. (S. auch Anzeige im Blatt.) Jüdischer Frauenbund. Tie Sprechstunde in der Beratungsstelle für Frauen und Jugendliche in Ehe^ und Erziehungsschwierigkeiren findet Mittlvoch von 10—11 Uhr Münchener Straße 37 statt. Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes e. B. verein der Graetzer in Berlin. Geschäftsstelle: Lutherstraße 10. Fernsprecher: B. 5, Barbarossa. 9757. Vortragsabend am Donnerstag, den 11. Oktober 1928, abends 8 Uhr, im Restaurant „Pschorrbräu", Tanentzienstraße 13 (gegenüber der Gedächtniskirche). Tagesordnung: 1. Verlesung der letzten Niederschrift. 2. Bericht über die gemeinschaftliche Reise nach Graetz. 3.. Vortrag des Herrn George Goetz: Eltern und Kinder. Nach dem Vortrag gemütliches Beisammensein. Kalendarium f. die Zeit v. 6.1v.b. 13.10. 28 LUober 1928 | Tischri 5689 Sonnabend 6! 22 Schemini Azereth Sonntag 7 > 23 Simchat Torah Montag 8; 21 Dienstag 9! 25 Mittwoch 10 26 Donnerstag 11 27 Freitag 12; 28 Sonnabend 13 , 29 Sabbat Bereschith Neumondweihe 'Wochenabschnitt: B'reschith Haftarah: Samuel I. 2V, 18—42 Sabbat-Ausgang: 5.59 Uhr

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