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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-09-28 · 39 (28.9.1928) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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s. Jahrgang -lummer 39 Iüdh'chliberaleZeitWl Beilage 2ö.Sepkember192S Z ■'' ' "inJerusalem Vor der Slagemauer am Zom Kippur Auf Intervention des moslemitifchen Obersten Rates. Am Bormittag des Jom Kippur kam es zu einem schweren Angriff der Jerusalemer Polizei gegen die vor der Klagemauer betenden Juden und Jüdinnen, der unter der palästinensischen Judcnschaft ungeheure Empörung verursacht hat. Während des Vormittagsgottesdienstes, der ror der Klagemaucr unter freiem Himmel stattgefunden hat, erschien ein Polizeitrupp unter Führung des britischen Polizeiinspeltors Tuff und befahl mit lauter Stimme den in der Andacht verharrenden Juden, die Scheidewand, die zwischen Len Männern und beit Frauen au,gerichtet worden war, zu entfernen. Als die Betenden diesem Befehl nicht nachkamen, befahl Duff den Polizisten, die Wand niederzulegen. Die Polizisten gingen mit großer Brutalität vor, sre zerstörten die Wand und verletzten mehrere der zur Andacht versammelten Männer und Frauen, unter ihnen eine amerikanische Jüdin. Unter der Jerusalemer Judenheit hat dieses Vorgehen der Polizei tiefste Empörung hervorgcrufen. Der Kanzler der Universität Tr. I. L. Magnes und der Arbeiterführer Ben Zwi besuchten den Tistriktskommissar von Jerusalem, um sich bei ihm im Namen der Judenschaft gegen das Vorgehen seiner Polizisten zu beschweren. Der Tistriktskommissar erklärte aber, die Polizei hätte auf seinen ausdrücklichen Befehl gehandelt. Er könne nicht zulassen, daß der Play vor der Klagemauer in eine Synagoge umgewandelt werde; dies würde den bestehenden Besitzverhältnissen und Verträgen widersprechen; schon die Errichtung einer Scheidewand verstoße gegen diese Verhältnisse. Auf 'diese Erklärung hin besuchte der Vorsitzende der Zionistischen Executive in Palästina Eolonel Klsh den stellvertretenden Oberkommissar Herrn Lute und legte einen sörmlichcn Protest gegen die brutale und 'rechtswidrige Polizeiaktion ein. Herr Luke erklärte, er werde sich mit dem Distriltskonnnissar in Verbindung setzen und von ihm einen genauen Bericht verlangen. Wie der JTA-Vertreter erfährt, wurde der Befehl zur Entfernung der Scheidewand auf Grund eines Protestes des Obersten Moslemitifchen Rates gegeben, der auf dem Standpunkt steht, daß aus dem Platz vor der Klagemauer keinerlei bewegliche und unbewegliche Gegenstände angebracht werden dürfen. Wie erinnerlich, kam es schon oft vor der Klagcmaucr zu Differenzen zwischen jüdischen Betenden und Polizei, weil sich die betenden Juden Stühle zum Sitzen mitgebracht hatten. Ungeachtet des strengen Ruhetages hat sich die Nachricht von den Vorgängen an der Klagemauer noch am gleichen Tage über ganz Palästina verbreitet. In allen Kreisen des Jischuw sind Erregung und Empörung groß. Nationalsozialistische Helden Am Abend des 24 .September durchfuhren die Stadt Oppenheim am Rhein drei Lastautos mit etwa 300 Nationalsozialisten. Angeblich waren sie unterwegs nach Mainz. In den Straßen Oppenheims suchten sie sich Geschäfte heraus, die jüdische Firmennamen trugen, und warfen mit Steinen in die Fensterscheiben. Als sie in die Nähe der Synagoge kamen, trafen sic auf Trupps jüdischer Männer, die am Vorabend des Festtages aus der Synagoge kamen. Tie in der Ueberzahl befindlichen Nationalsozialisten verließen die Lastautos und sielen über die Juden her. Tabei wurden zwei der Ueberfallcnen durch Messerstiche schwer verletzt. Die Oppenheimer Polizei scheint sich bei diesem unverschämten Ueberfall sehr passiv verhalten zu haben. Es kam wenigstens, obwohl das ein Leichtes gewesen wäre, nicht zu einer Sistierung der Bande. Die Uebersallenen konnten die Nummern der Lastwagen feststellen, so daß es bei einigem guten Willen möglich sein wird, die Namen der Rowdies in Erfahrung zu bringen. Berliner Repräsenkanienversammlung Am 20. September trat die Repräsentanten-Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde zu ihrer ersten Sitzung nach den Sommerferien zusammen. Sie war fast völlig ausgefüllt mit der Beratung von Anträgen, die die Liberale Fraktion ein gebracht hatte. So wurde am besten die immer wiedcrkehrende Behauptung lviderlegt, daß die Liberalen nur zu negieren vermögen, und daß sie als Minderheitspartei in Berlin nicht mit dem erforderlichen Verantwortungsbewußtscin und der gebotenen Aktivität an dem Ausbau der Gesamtgemeinde Mitarbeiten. Ueber zwei Gebiete, die in der Repräsentanten-Versammlung beraten wurden, berichten wir gesondert in dieser Ausgabe der Zeitung. (Vgl. die Artikel „Praktische Mischehenarbeit" und „Religiöse Feierstunden zur Klärung von Gegenwartsfragen im Geiste jüdischer Religiosität".) Von den weiteren liberalen Anträgen verdienen besondere Beachtung eine Anregung zur „Einrichtung von Bücherstunden, in denen die Bibliothekare der Gemeindebibliothek über Neuerscheinungen berichten" sollen (angenommen) und ferner die Forderung nach „Einführung einer geordneten Seelsorge in den Berliner Krankenhäusern". Professor Seligmann begrüßte für den Gemeindevorstand diesen Antrag und die Diskussion, die sich an ihn knüpfte, und betonte, daß das Bedauerliche des gegenwärtigen Zustandes in der Systemlosigkeit der Arbeit und in der Verknüpfung von Krankenhaus-Seelsorge und sozialer Krankenhausfürsorge erblickt werden müsse. In einer gemischten Deputation, in die als liberale Repräsentanten Dr. Kurt Fleischer und Bertha Falkenberg delegiert wurden, sollen die Einzelheiten der zu ergreifenden Schritte sestgetegt werden. Aus gottesdienstlichem Gebiet gelangte ein liberaler Antrag zur Annahme, nach dem die Synagogenvorsteher veranlaßt werden sollen, „entgegen den bisherigen Gepflogenheiten auch jüngere Gemeindemitglieder zu den Funktionen beim Ein- und Ausheben und zum Se-, gensspruch heranzuziehen". Ferner wurde beschlossen, in allen Orgelsynagogen jeden Freitag Abend eine kurze Predigt bzw. Ansprache ftattfinden zu lassen. Um die Dauer des Gottesdienstes nicht zu verlängern, soll das Minchagebet in Wegfall kommen. Der Ablehnung verfiel, trotzdem die Tendenz des Antrages allseitig gebilligt wurde, ein Antrag, nach dem in der Repräsentanten-Versammlung bei Gleichheit der Stimmen eine Vorlaste oder ein Antrag als abgelehnt gelten sollte, während jetzt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag gibt. Einstimmige Annahme fand hingegen die von Bertha Falkenberg mit Hinweisen auf die Bestimmungen der Reichsverfassung und auf allgemeine menschliche und wirtschaftliche Verhältnisse begründete Forderung der liberalen Fraktion, „die A n - stellungsbedinaungenderweiblichenGemeindebeamten und Angestellten derart abzuändern, daß das zurzeit für den Fall der Verheiratung bestehende Kündigungsrecht in Fortfall kommt". Vertagt wurde ein liberaler Antrag, der die Aushebung der Trennung nach Geschlechtern beim Bau der Synagoge Prinzregentenstraße fordert, ferner ein Antrag der. Jüdischen Volkspartei, der die Errichtung einer gemeinnützigen Krankenversicherung für die jüdische Bevölkerung Berlins wünscht, und schließlich drei Vorstandsvorlagen (!), die eine Subvention der hebräischen Realschule in Haifa, des hebräischen Theaters „Habimah" uud des Profanunterrichts an den beiden Schulen des zionistischen Schulvereins beiressen. Von den weiteren Beratungsgegenständen der überaus umfangreichen Tagesordnung sei noch erwähnt, daß aus liberalen Antrag für die Gesellschaft „Ort" eine Beihilfe von 3000 Mark, für die Erhaltung des Jacobson-Tempels in Seesen ein Beitrag von 2000 Mark bewilligt wurden. Der konservative Repräsentant, .Herr Moritz A. Loeb, hielt es für notwendig, bei dieser Gelegenheit eine Schmährede auf Jacobson zu halten. Das Ausscheiden von Herrn Stadtrat Hcrzberg aus der Repräsentanten-Versammlung hatte folgende Aenderungen im Gefolge: Als stellvertretender Repräsentant tritt von der liberalen Liste in die Versammlung ein Herr Alfred Jaulus; in die soziale Kommission Herr Markus, in die Deputation zur Beratung von Anträgen für Notstandsaktionen .Herr Dr. London, in die Deputation für die Revision des Gemeindestatuts Herr Ehrenreich. | SamMsrat Dr. BrabT] Am Jom Kippur-Tage verschied nach mehrwöchigem schweren Leiden in München, wo er sich vorübergehend aushielt, Herr Sanitätsrat Tr. Gustav Bcadt, der gefchäftssührelide Schriftführer der Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Tre deutsche Judcnheit hat den Verlust eines ihrer besten Männer zu beklagen. Gustav Bradt war'eine allseitig verehrte und geliebte Persönlichkeit. Trotz seiner verhältnismäßigen Jugendlichkeit — er erreichte nur ein Alter von 5? Jahren — war er der Typus eines abgeklärten, milden und weisen Menschen. Seine innere Wärme teilte sich jedem mit, der ihm nahe trat, seiner stillen überzeugenden Eindringlichkeit widerstaird niemand. Seine Güte war über die Grenzen der jüdischen Gemeinschaft hinaus allem Menschlichen zugewendet. Seinen zahllosen Patienten war er nicht nur ein ungewöhnlich erfolgreicher Arzt, sondern auch ein freundschaftlicher und in jedem Sinne hilfreicher Berater. In mehreren Wohlsah-rts-Organisationeti, wie der Ehewra Kadischa, und an sozialen Unternehmungen, wie der Gründung des Kinderheims Elmen, war er führend beteiligt. Diese edle Menschlichkeit erwuchs Gustav Bradt aus ererbtem tiefem jüdischem Gefühl und durch Ueberzeugung gefestigtem jüdischem Bewußtsein. Eine glühende Liebe erfüllte ihn zu der geistigen Welt des Judentums, in die ihm Hermann Eohen der verehrte Führer war. In der von ihm gegründeten und geleiteten Hermann Cohen-Stiftung hat er dem Meister ein würdiges Denkmal gesetzt. Seine Liebe zur jüdischen Geistigkeit fand auch in seiner Mitarbeit am Ausbau der Nationalbibliothek in Jerusalem — er war Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bibliothek" — ihren Ausdruck. Seine große Lebensaufgabe indessen erblickte er in der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Bradt war es, der im Jahre 1917 den Ruf Franz Rosenzweigs „Zeit ist's" ausnahm und Hermann Eohen veranlaßte, gemeinsam mit ihm an die Gründung der Akademie zu schreiten. In den zehn Jahren, welche die Akademie seitdem durchmessen hat, war Tr. Bradt die wahre Seele des Werkes. Seiner schönen Begeisterung, seiner rastlosen Energie und unbegrenzten Hingabe hat die Akademie ihre erstaunliche Entwicklung zu danken, die sic trotz der Schwere der Zeit genommen hat, und die ihr einen Ehrenplatz unter den wissenschaftlichen Institutionen der Judenheit sichert. Bis zum letzten Atemzuge war Brandt um ihren zukünftigen Ausbau besorgt, und oft bezeichn et e er dieses sein Werk als sein Vermächtnis an die gesamte, insbesondere die deutsche, Judenheit. Lin Heine-Denkmal in Düsseldorf Heinrich Heine wird endlich in seiner Vaterstadt ein Denkmal an würdiger Stelle erhalten. Der Stadtverordnetenversammlung lag in der vergangenen Woche ein Antrag vor, einen Beitrag zu den Kosten der Denkmalerrichtung zu bewilligen. Es kam zu einer erregten Aussprache. Tie Deutschnationalen lehntert es aus den sattsam bekannten Gründen ab, für den Antrag zu stimmen. Ihnen schloß sich ein Teil der Zentrumsfraktion an, obwohl eines ihrer Mitglieder die Anregung zu der geplanten Ehrung Heines gegeben hatte. Ter Sprecher der Deutschen Voltspartei bedauerte die ablehnende Haltung der Teutschnationalen, die eine gemeinsame Erfüllung einer vaterstädtischen Pflicht unmöglich mache. Der Vertreter der Sozialdemokraten warnte davor, daß sich das Düsseldorfer Stadtparlament noch einmal so lächerlich mache wie vor Jahren, da man sich einem Machtwort des früheren Kaisers gebeugt und den Platz und die Mittel zur Errichtung des Heinerentmals nicht bewüligt habe. Ter Antrag, 10000 Mark zur Verfügung zu stellen, wurde schließlich gegen die Stimmen der Teutschnationalen, des Wirtschaftsbundes und eines Teiles der Zentrumspartei angenommen. Damit ist die Ausführung des Planes sichergestellt 50. Geburtstag Arno lladels Arno Nadel, in weiten jüdischen Kreisen als Dichter, Uebcrsctzer, Maler und vor allem als Autorität auf dem Gebiete synagogalcr Musik bekannt, begeht am 3. Oktober seinen 50. Geburtstag. In Wilna 1878 geboren, kam Nadel schon mit 12 Jahren nach Deutschland. Er absolvierte das jüdische Lehrer-Seminar in Berlin und bildete sich daneben auch zum Musiker aus. Seit 1912 wirkt er hauptsächlich als Chordirigent der Jüdischen Gemeinde Berlin. Eine Reche seiner Kompositionen gelangte zu öffentlicher Vorsüyrung und fand großen Beifall. Später wandte er sich auch der Dichtkunst und Malerei zu, widmete sich aber vornehmlich der jüdischen Musik. Speziell als Herausgeber jüdischer Volkslieder und als gründlicher Kenner der lithurgischen Musik genießt Nadel großen Ruf. Seit 1909 ist eine Reihe von literarischen Veröffentlichungen und dichterischen Werken erschienen. Tie Zahl der lyrischen Gedichtbücher und Dramen ist sehr groß. Genannt seien nur das Drama „Adam", das wiederholt gespielt worden ist, und die Folge biblischer Szenen „SündenfaU", eines der interessantesten Bücher Rädels. Seit einigen Jahren ist Nadel auch als Maler tätig und wird besonders von Julius Meyer-Graese außerordentlich geschätzt. Ausstellungen der Werke Nabels finden im Winter in München, Mannheim, Köln und anderen Städten statt. In der jetzigen Sonderausstellung der Berliner Sezession befinden sich auch einige Bilder von Nadel. Umschau Jüdische Wohltätigkeit in England. Der bekannte Londoner jüdische Philantrop Bernhard Baron hat neuerdings eine Summe von 575 000 Pfund in vierprozentiger konsolidierter Anleihe zur Schaffung eines „Bernhard-Baron-Wohlfahrtstrusts für Krankenhäuser und Asyle zur Pflege und Erziehung von Waisen- und verkrüppelten Kindern" gestiftet. Die Kuratoren dieses Trusts sollen gemäß der Stistungsurkunde in der Dauer von 20 Jahren jährlich einen Teil des Stiftungsvermögens für Institutionen verwenden, in denen verwaiste und verkrüppelte Kinder zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft erzogen werden. Die Zuwendung des Kapitals soll an jedem 5. Dezember, dem Geburtstage Bernhard Barons, geschehen; und zwar sollen 75 Prozent der Gelder für christliche und 25 Prozent für jüdische Heime und Asyle verweiidet werden. Der Marquis os Reading, der frühere Vizekönig von Indien, hat das Präsidium der Verwaltung des Trusts übernommen; Vizepräsident ist Herr Louis Baron, der Sohn des Stifters. Dem Kuratorium gehört eine Anzahl hervorragender jüdischer und christlicher Persönlichkeiten an. Die erste Geldzuwendung geschieht am 5. Dezember 1929, au welchem Tage Bernhard Baron das 78. Lebensjahr vollendet. Bisher hat Herr Baron insgesamt mehr als 1 250000 Pfund für öffentliche Wohlsahrtszwecke ausgegeben; mit seiner neuesten Stiftung erhöht sich die Gesamtsumme seiner Stiftungen auf fast zwei Millionen Psuird. Davon hatte er u. a. 65000 Pfund für die „Bernhard Baron St. Georges Jewish Settlement", 11 500 Pfund für die Londoner Liberale Synagoge, 10 000 Pfund für das Londoner Jüdische Hospital, 10000 Pfund für die hebräische Universität in Jerusalem, 7000 Pfund für das jüdische Hospital und Waisenasyl, 5000 Pfund für den Balfour-Wald in Palästina, 2500 Pfund für das jüdische Mutterschastsheim, 35 000 Pfund für das „Bernhard Baron-Pathologische Institut", je 10000 Pfund für das Middlesex Hospital, das Royal Susfex County Hospital und das Royal Westminster Ophtalmic Hospital, 4500 Pfund für die notleidenden Bergarbeiterfamilien, je 2500 Pfund für das Hove Hospital und das King's College Hospital und je 2500 Pfund für das Guy's Hospital, das Thoma's Hospital und das Bartholomew's Hospital gestiftet. Ein staatlicher Fonds für jüdische Berussumschichtung in Rußland. In der letzten Sitzung des Präsidiums des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Kalinin stattfand, wurde nach einem Vortrag von Mareschin, Vertreter von „Komzet", beschlossen, das Finanz- und Arbeitskommissariat der Sowjetunion auszufordern, in das Budget für 1928/29 einen speziellen Popen zugunsten der Heranziehung arbeitsloser Juden zu qualifizierter Produktion und zwecks Berussumschichtung der Juden in den Städten und Städtchen an den Weitgrenzen Rußlands einzustellen. Entdeckung eines jüdischen Friedhofs im altrömischen Salona. Der Nestor der europäischen Archäologen und Historiler, Monsignore Tr. Fran Butic, der berühmte Wiederentdecker der größten altrömischen Stadt an der Osttüfte der Adria, Salona bei Split, Spalate in Dalmatien /M nach vierzigjährigem Forschen den Beweis erbracht, daß in Salona eine jüdische Gemeinde schon im 3. Jahrhundert n. Ehr. bestand. Die Resultate seiner Forschungen hat Tr. Fran Bulic in einer wissenschaftlichen Abhandlung unter dem Titel „Hebräische Denkmäler im römischen Dalmatien und der;üdtsche Friedhof in Salona" niedergelegt. Ausgegrabene Gemmen, Tonlampen mit jüdischen Symbolen, Menorah sind wichtige Beweismittel, aber der wichtigste Fund ist das Fragment eines Sarkophags mit massiv ausgearbeiteten Menorah, wie sie auch aus dem Titusbogen in Rom zu sehen ist. Schon die bisherigen Ergebnisse sind geeignet, das größte Interesse zu erwecken, aber noch größeres Aufsehen werden die Funde erregen, wenn der jetzt noch verschüttete jüdische Friedhof in Salona ausgegraben sein wird, denn kein offener jüdischer « i i i 4485

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