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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-09-07 · 36 (7.9.1928) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
36 (7.9.1928)
Date
1928-09-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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s. Jahrgang Nummer Zö Beilage 7. September 192$ Mische Themen auf dem Internationalen Orientalistenkongreß In der 7. Sektion des gegenwärtig in Oxford tagenden Internationalen Orientalistenlvngretz hielt Prof. W. F. Albright ein Referat über „Die Eroberung Kanaans durch die Juden im Lichte der palästinensischen Archäologie". Tie Ausgrabungen in Kirjatz- Sepher und in Beth-Schemesch sagte Albright, setzen uns in die Lage, bie Taten der Hauptphasen der jüdischen OM- Patron Palästinas zu bestimmen. Sie erbringen den verläßlichen Beweis, daß die Eroberung durch Josua gegen Ende des letzten Bronze-Zeitalters, etwa 1200 v. Chr., vor sich gegangen ist. Es find jedoch Anzeichen einer Teil-Okkupation durch die Hebräer in Zentral-Palästina (Hare Ephraims) vorhanden, die etwa 8 Jahrhunderte vor Josua, um 1500 v. Ehr., geschah. Tr. S. A. Cook referierte über „Ethit im alten Orient" stellte sch, daß die Wertung Jerusalems als religiöser Metropole und der Begriff „Zedet" (Gerechtigkeit) bis aus das Amarna-Zeitalter (14. Jahrhundert v. Ehr.) zurückgehen. Tie Gebiete von Juda und dem Toten Meer mit ihren Stremen an Fruchtbarkeit und Oede, die Salzlager mit ihren teils konservierenden teils zerstörenden Eigenschaften, haben den Religionen der Palästina-Völker ihren Stempel aufgedrückt. Stätten der Wirtschaft und der Fruchtbarkeit werden bei primitiven Völkern gleichzeitig zu Stätten der religiösen Inbrunst. So wurde auch Salz ein vertrautes Symbol. Ter „Bund des Salzes" galt als für die Tauer bindend, das „Salz der Erde" sollte die Welt vor Verderben bewahren. Der Jdeen-Komplex, der Jerusalem und den Berg Zion zu der „Stadt der Gerechtigkeit", dem Zentrum der Weltreligion, und Israel zum Volk der Priester für die Welt machte, geht auf sehr alte und primitive Denkformen aus der Zeit vor den großen Propheten und vor dem Aufstieg 'Israels zurück. Das Mysteriutm der wertvollen Salz- Substanz, die Jerusalem und Judäa reich machte, gab reichlichen Anlaß zum Nachsinnen über Leben und Tod und die Mysterien der Existenz. In der gleichen Sitzung stellte P. L. O. Guy, der Leiter der Ausgrabungen in Megiddo, fest, daß Megiddo eines der Streitwagen-Arsenale des Königs Salomo war und etwa 250 Pferde zu beherbergen pflegte. Ställe, Häuser und Straßen waren nach einem systematischen Plan angelegt, und zwar durch dieselben Arbeiter, die den ersten Tempel uno den Palast Salomos erbauten. Eine Tafel erinnert an den Durchzug des Pharaonen Scheschak, einer der gwßen Mauersteine trägt das David-Schild. Tr. Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in Cincinnati (Ohio) sprach über den Ursprung der N e i l a h (Torschluß-Gebet vor Ausgang des Jom Kippur) und der Psalme 24 und 118. Er behandelte das Motiv von den „Toren der Gerechtigkeit" und die Traditionen, die sich an die östlichen Tempeltore, das „Goldene Tor" knüpften und wies an Hand der christlichen Pilgrims¬ und der jüdischen rabbinischen Literatur nach, daß sich in das alte Tempel-Ritual Elemente der Sonnenverehrung einschlichen. Damit hing das Zeremoniell der Oeffnung des östlichen Tempeltores im Frühjahr und im Herbst in den Tagen der Tages- und Nachtgleiche gegen Ende des Tages zusammen. In den jüdischen Kalendern vor dem babylonischen Exil fielen diese Tage mit den Passah- und den Rosch Haschanah-Tagen zusammen, später siel der eine dieser Tage aus Jom Kippur. Ties sei der Ursprung der Neilah und der Psalme 24 und 118. Prof. A. Kaminka, Vorsitzender des Maimonides- Jnstituts in Wien, sprach über das Buch Jesaja und sagte, Untersuchungen in assyriologischen Gebieten unterstützen Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands keineswegs die Theorie, daß das Buch Jesaja in zwei Teile zerfällt, von denen der erste aus der Zeit vor dem babylonischen Exil, der zweite aus der Zeit nach dem Exil datiert. Kaminka verfocht die These, daß alle poetischen Teile der Bibel und die Psalmen aus der Zeit vor dem ersten Exil datieren. Pros. T. H. Robinson las über Orakel in den prophetischen Büchern des Alten Testamentes. Umschau Das Palastinamandat vor dem Völkerbundrat. Transjordanien, dessen politische Gestaltung bekanntlich durch das Palästinamandat geregelt wird, bildete den Gegenstand eingehender Beratungen im Völkerbund. Am Sonnabend, den 1. September, befaßte sich der Völkerbundrat mit der Stellungnahme der Mandatskommission zu dem Vertrage zwischen England und Transjordanien. Der Berichterstatter wies darauf hin, daß die Mandatskommission ihrer Verwunderung darüber Ausdruck gegeben hat, daß Großbritannien am 20. Februar 1928 mit dem Emir von Transjordanien einen Vevtrag geschlossen hat, laut welchem in Transjordanien eine selbständige Regierung geschaffen werden soll. In der Mandatskommission hat sich der britische Vertreter auf die Entschließung vom 16. September 1922 berufen und diese so interpretiert, daß die Mandatarmacht wohl das Recht zur Schließung eines solchen Abkommens gehabt hat, wobei gleichl zeitig das Mandat auch in "bezug auf Transjordanien in Kraft bleibt. Die Mandatskommission machte demgegenüber ihre Auffassung geltend, daß gemäß dem Mandat die Funktionen der Gesetzgebung und Verwaltung von der Mändatarmacht auszuüben sind, und daß die Betrauung des Emirs! Abdullah mit diesen Funktionen in Widerspruch zum Mandat steht. In der Ratssitzung erklärte nun Lord Cushendun im Namen der britischen Regierung, daß Großbritannien auf Grund des Mandates wohl berechtigt war, einen solchen Vertrag mit Emir Abdullah zu schließen. Artikel 25 des Palästina-Mandates, das auch Transjordanien einschließt, kann nicht so interpretiert werden, daß die Mandatarmacht für jede administrative Aenderung der Zustimmung des Rates bedarf. Artikel 22, Abs. 4 des Völkerbundstatuts legt der Mandataomacht die Pflicht auf, der Bevölkerung allmählich zu einer Selbstregierung zu verhelfen. Der Berichterstatter im Rate bezeichnete die Erklärungen Lord Cushenduns als beruhigend. Es wurde beschlossen, die Deklaration Großbritanniens, daß das Mandat in Transjordanien in Kraft, und daß England für die Durchführung des Mandates verantwortlich bleibt, zur Kenntnis zu nehmen. Der Genfer Berichterstatter der „Vossischen Zeitung" kommentiert die Behandlung des Transjordanien-Bortrages im Rate dahin, daß das System der Kolonial-Mandate, das ursprünglich der große Stolz der Völkerbundfreunde war, in dieser Sitzung einen starken Stoß erhalten hat. Die Mandatskommission war sehr betroffen, weil in dem' Abkommen ein unabhängiges Königreich Transjordanien anerkannt werde, obwohl das Palästina-Mandat Geltung auch für Transjordanien hat. Mit der Erklärung des Rates könne schlieAich eine so offenkundige Verletzung des Mandates nicht gerechtfertigt werden. Das Betteln an der Klagemauer. Wie die Jüdische Tele-. graphen-Agentur mitteilt, bereitet die palästinensische Regierung eine Verordnung vor, wonach das Betteln iw den Jerusalemer Straßen und an der Klagemauer verboten werden soll. Von diesem Verbot werden mehr als tausend Juden und Jüdinnen betroffen werden, die das Betteln, besonders an der Klagemauer, als Beruf betreiben. Der Rat der Jü« dischen Gemeinde Jerusalems hat sofort nach Bekanntwerden der Absicht der Regierung eine außerordentliche Versammtlung einberufen, in der über Maßnahmen beraten wurde, 'I.«i / Ab»0** Der*£S2 C so 90 Lackschuh - Woche Höchste Eleganz, ausserordentliche Passform sowie eine Riesenauswahl für Damen, Herren und Kinder. Für jeden der richtige Schuh und dennoch billig &-*T* S,Sv' GT-* Gt,a -90 ^iimimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim^ | Versand durch die Zentrale, | | Berlin SO 16, Schmidstr. 24\25 -iimiiiiinmiiiiiiiiiiimiimiimimiiimmiiiiiiiiiiiimiH Prh°-rS ScYi«»TSC® 50 v.ielie dorm. i Gl.»'* **• *.«1* 90 i.<jt'Herre“ Gr. Das grösste Schuh-Spezialhaus mit der grössten Auswahl Berlins

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